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4. Keynes-, Pigou- und Realkassenhaltungs-Effekt in:

Otmar Issing

Einführung in die Geldtheorie, page 158 - 162

15. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3810-9, ISBN online: 978-3-8006-4315-8, https://doi.org/10.15358/9783800643158_158

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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gebnis, welches mit den meisten obigen Analysen übereinstimmt, ist, dass der Informationsgehalt des Geldmengenwachstums für die Inflationsentwicklung im Euro- Raum langfristiger Natur ist. Das Geldmengenwachstum kann in diesem Sinne einen langfristigen nominalen Anker für die Inflation bilden. Gerlach sowie Neumann spalten für diesen Zweck das Geldmengenwachstum in einen kurzfristigen volatilen Bestandteil und in einen langfristigen Teil, das Trendwachstum der Geldmenge, auf. Letzteres besitzt einen engen Zusammenhang zur Inflation. Durch die Ausschaltung kurzfristiger Fluktuationen der Geldmengenentwicklung kann also der langfristige Zusammenhang zwichen Geldmengen- und Preisentwicklung klarer zum Vorschein kommen. Während Neumann dabei für den Zeitraum von 1986 bis 2002 zu dem Ergebnis kommt, dass das Geldmengenwachstum die Inflationsentwicklung im Euro-Raum determiniert und nicht umgekehrt, findet Gerlach dieses Ergebnis lediglich für den Zeitraum von 1980 bis 1991. Darüber hinaus liegen für das Euro-Währungsgebiet verschiedene Studien vor, die sich mit der Prognoseeigenschaft der Geldmengen- für die zukünftige Preisentwicklung beschäftigen. Gerlach und Svensson stellen auf der Basis einer Vielfalt empirischer Tests fest, dass die sog. reale Geldlücke (real money gap), also die Abweichung der realen Geldmenge M3 von ihrem Gleichgewichtswert, gute Prognoseeigenschaften hinsichtlich der künftigen Inflationsrate in der mittleren Frist besitzt. Dasselbe Ergebnis findet sich in Trecroci und Vega. In beiden Studien erweist sich das Resultat zudem als relativ robust. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, als beide Arbeiten in ihrer Spezifikation Annahmen über zwei Größen treffen müssen, die nicht direkt beobachtbar sind, nämlich zum einen über die Höhe des Produktionspotentials und zum andern über das (implizite) Inflationsziel der Zentralbank. Die Studie von Nicoletti Altimari schließlich vergleicht die Prognoseeigenschaften verschiedener monetärer Aggregate mit denen verschiedener realer Größen – wie etwa Konjunktur-, Arbeitsmarkt- sowie verschiedener Preis- und Kostengrößen – für die zukünftige Preisentwicklung. Den Ergebnissen zufolge übersteigt der Informationsgehalt von Geldmengen- und Kreditaggregaten den Informationsgehalt anderer ökonomischer Größen insbesondere über einen längeren Zeithorizont. Zudem scheint die Prognosegüte breiter gefasster monetärer Aggregate besser als diejenige enger definierter monetärer Aggregate. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gelangt darüber hinaus in einer empirischen Untersuchung zum Informationsgehalt der Geldmenge auf der Basis derselben Methodik zu dem Ergebnis, dass die Geldmenge M3 über einen langen Zeithorizont zu den besten Indikatoren der zukünftigen Preisentwicklung zählt. 4. Keynes-, Pigou- und Realkassenhaltungs-Effekt a) Keynes’ Kritik an den Klassikern; der Keynes-Effekt Wie im vorausgehenden Abschnitt dargestellt wurde, bilden die Hypothesen über den Zusammenhang zwischen Geldmenge, monetärer Gesamtnachfrage und Preisniveau einen wichtigen Bestandteil der Neo-Quantitätstheorie; diese knüpft damit an Theoreme an, die im Laufe der letzten vierzig Jahre immer wieder intensiv diskutiert wurden. 4. Keynes-, Pigou- und Realkassenhaltungs-Effekt 151 Einen wichtigen, wenn nicht den entscheidenden Gegensatz zur klassischen Theorie stellt Keynes’ Behauptung dar, dass es sehr wohl ein Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung geben könne und die Kräfte des Marktes nicht in der Lage seien, jederzeit, sozusagen „automatisch‘‘, wieder zur Vollbeschäftigung zurückzuführen. Unbestritten trifft diese Aussage für exogen bestimmte Geldlöhne zu, die nach unten starr sind und damit verhindern, dass ein Ungleichgewicht am Arbeitsmarkt in Form von Arbeitslosigkeit durch ein Sinken des Lohns und eine Zunahme der Beschäftigung tendenziell beseitigt wird. Keynes war nun aber der Meinung, dass auch bei völlig flexiblen Preisen und Löhnen eine Rückkehr zur Vollbeschäftigung keineswegs automatisch eintreten muss, wie dies von der klassischen Theorie unterstellt wird. Zwar bewirkt Arbeitslosigkeit in diesem Falle ein Sinken des Geld- und Reallohnes und veranlasst damit die Unternehmer ceteris paribus zu einer Mehrnachfrage nach Arbeitskräften; aber eben nur unter der Annahme „sonst gleich bleibender Umstände‘‘, d.h. hier vor allem: einer unveränderten monetären Gesamtnachfrage. Genau diese Voraussetzung erscheint jedoch nicht haltbar, wenn die gesamte Nachfrage wegen des Sinkens der Löhne zurückgeht. Nach Auffassung von Keynes ist es also durchaus denkbar, dass die kontraktive Wirkung der Lohn-Einkommen-Senkung den expansiven Einfluss der Lohn-Kosten-Senkung per Saldo überwiegt und damit weitere Entlassungen ausgelöst werden. Keynes hat nun selbst in seiner Theorie einen „Mechanismus‘‘ berücksichtigt, der diese Abwärtsbewegung der Wirtschaft abfangen kann und der in der Literatur als Keynes-Effekt bezeichnet wird. Der Rückgang des realen Volkseinkommens verringert nämlich den Kassenbedarf für Transaktionszwecke; bei gegebener (nomineller) Geldmenge fließt dieser Teil der Geldhaltung in die Spekulationskasse und führt unter der Voraussetzung einer unveränderten Liquiditätsneigung zu einer Zinssenkung. Steigen die Investitionen auf Grund des niedrigeren Zinsniveaus, nehmen Beschäftigung und reales Volkseinkommen wieder zu. Andererseits enthält die Keynessche Theorie gleichzeitig zwei mögliche Hindernisse für das Eintreten dieses positiven Effektes: (1) Wird die Geldnachfrage für Spekulationszwecke vollkommen zinselastisch, ist also der Fall der „liquidity trap‘‘ gegeben, kommt es zu keiner Zinssenkung und damit auch nicht zu einer Zunahme der Investitionen. (2) Selbst wenn aus dem Rückgang der Geldnachfrage für Transaktionszwecke ein Sinken des Zinses resultiert, hängt die Wirkung einer bestimmten Zinssenkung auf die Investitionstätigkeit von der Zinselastizität der Investitionsnachfrage ab; ist diese Zinselastizität gleich Null, verpufft die Zinssenkung ohne Wirkung auf Investition und Beschäftigung. b) Der Pigou-Effekt Pigou versuchte den Standpunkt der klassischen Nationalökonomen mit der Behauptung zu verteidigen, dass ein System flexibler Preise und Löhne aus einer Situation der Unterbeschäftigung trotz der Einwände von Keynes stets „von selbst‘‘ wieder zur Vollbeschäftigung zurückkehre. Seine Überlegungen basieren auf der mittlerweile weithin akzeptierten These, dass der private Konsum nicht nur vom realen Volkseinkommen, sondern auch von der Höhe des privaten Realvermögens 152 V. Geldmenge, monetäre Nachfrage, Preisniveau und Beschäftigung abhängig ist. Nachdem das Sparen die Alternative zum Konsum ist, impliziert die Auffassung, dass die Konsumausgaben (auch) eine Funktion des Vermögens sind, zwangsläufig auch eine Abhängigkeit des Sparens vom Vermögen; für diesen Zusammenhang hat L. A. Metzler die Bezeichnung Vermögens-Spar-Relation (Wealth-Saving-Relation) in die Literatur eingeführt. Der weitere Gedankengang der Pigouschen Argumentation lässt sich folgenderma- ßen zusammenfassen: Geht die Gesamtnachfrage nach Gütern – aus welchen Gründen auch immer – zurück, nimmt die Beschäftigung (zunächst) ab; wegen des Nachfragerückgangs und der Unterbeschäftigung fallen unter den angegebenen Voraussetzungen Preise und Löhne. Dieser Vorgang bleibt jedoch nicht ohne Auswirkungen auf die Vermögenssituation der privaten Wirtschaftssubjekte, und zwar steigt bei sinkendem Preisniveau der Realwert ihrer Kassenbestände und damit das Realvermögen. Aufgrund der Abhängigkeit der Konsumausgaben von der Höhe des Realvermögens verringern die Wirtschaftssubjekte ihre Kassenhaltung und erhöhen ihre Nachfrage nach Konsumgütern. Dieser als Pigou-Effekt bezeichnete Mechanismus bleibt solange wirksam, bis in der Volkswirtschaft wieder der Zustand der Vollbeschäftigung hergestellt ist. Die kritischen Einwände gegen diese These richten sich auf folgende Punkte: (1) Der Pigou-Effekt wird aus einer komparativ-statischen Betrachtung abgeleitet, während die Erklärung des Ablaufs eines Prozesses einer dynamischen Analyse bedarf. (2) Pigou geht von der Annahme einer unveränderten Investitionsneigung und Liquiditätspräferenz aus, eine unter den gegebenen Umständen – (zunächst) Rückgang der Gesamtnachfrage und Sinken des Preisniveaus – höchst problematische Unterstellung. (3) Pigou berücksichtigt nur die Wirkung der Preissenkungen, die bereits eingetreten sind. Erwarten die Wirtschaftssubjekte jedoch weitere Preissenkungen und stellen sie deshalb geplante Käufe von Konsumgütern zurück, ergibt sich eher eine Verstärkung als eine Beendigung des Kontraktionsprozesses (siehe auch das VII. Kapitel). (4) Schließlich muss auch noch beachtet werden, dass auf Grund der Preissenkungen nur das reale Geldvermögen der Gläubiger steigt; da aber gleichzeitig die reale Schuldenlast der Schuldner zunimmt, könnten sich positive und negative Wirkungen der Vermögensänderung auf die Gesamtnachfrage in etwa kompensieren. Identische marginale Konsumquoten vorausgesetzt, könnte ein eindeutiger expansiver Nettoeffekt dann nur von dem Teil des privaten Geldvermögens ausgehen, dem keine private Verschuldung entspricht; dieses Netto-Geldvermögen des privaten Sektors wird (unter bestimmten Voraussetzungen) durch die Geldmenge repräsentiert. c) Der Realkassenhaltungs-Effekt D. Patinkin hat den Pigouschen Ansatz in verschiedener Hinsicht zum Realkassenhaltungs-Effekt (real balance effect) erweitert. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist ebenfalls die Annahme einer Abhängigkeit der Ausgaben für Konsumgüter von der Höhe des Realvermögens, zu dem die reale Geldmenge zu rechnen ist. Ein Anstieg der realen Geldmenge, hervorgerufen durch ein Sinken des Preisniveaus (bei gegebener nomineller Geldmenge) oder eine Erhöhung der nominellen Geldmenge 4. Keynes-, Pigou- und Realkassenhaltungs-Effekt 153 (bei zunächst unverändertem Preisniveau) löst jedoch nach Patinkin eine erhöhte Nachfrage nicht nur nach Konsumgütern, sondern auch nach Investitionsgütern und Wertpapieren aus. Er unterstellt also eine Investitionsfunktion, in die neben dem Zins auch die reale Kassenhaltung im Unternehmenssektor als Argument eingeht; übersteigt die tatsächliche Realkasse der Unternehmen die gewünschte, entsteht ein Portfolioungleichgewicht, das über zusätzliche Käufe von Investitionsgütern „abgebaut‘‘ wird. Der gleiche Zusammenhang besteht auch zwischen Höhe der Realkasse und Wertpapierkäufen; Unternehmen und private Haushalte fragen mehr Wertpapiere nach, wenn ihre reale Kassenhaltung die gewünschte Höhe überschreitet. Als Folge sinkt wieder der Zins, die Investitionen nehmen zu. Dieser Mechanismus ist solange wirksam, bis sich ein neues Gleichgewicht für das Preisniveau im Zustand der Vollbeschäftigung eingestellt hat. Der real balance effect stellt daher ebenfalls einen „Vollbeschäftigungsautomatismus‘‘ unter der Annahme flexibler Preise und Löhne dar. Der Realkassenhaltungseffekt ist wie der Pigou-Effekt ein Vermögens-Effekt, der auf der Berücksichtigung des Geldes als Bestandteil des volkswirtschaftlichen Nettovermögens beruht; indem Patinkin neben den Konsumausgaben auch die Nachfrage nach Investitionsgütern und Wertpapieren in seine Überlegungen einbezieht, erweitert er die Beziehungen zwischen dem monetären und dem realen Sektor. Der Realkassenhaltungseffekt lässt sich ferner auch auf den Fall eines steigenden Preisniveaus anwenden. Da der Preisanstieg den Realwert einer gegebenen nominellen Geldmenge reduziert, werden die privaten Wirtschaftssubjekte die Nachfrage auf allen anderen Märkten, also bei Konsum- und Investitionsgütern ebenso wie bei Wertpapieren einschränken, um ihre reale Kassenhaltung wieder auf das gewünschte Niveau zu bringen. Der real balance effect könnte wegen dieses Nachfragerückgangs als eine Art „Inflationsbremse‘‘ dienen, die allerdings dann nicht funktionieren kann, wenn eine Ausdehnung der nominellen Geldmenge diesen Effekt zunichte macht. Anders als beim Keynes- und Pigou-Effekt geht Patinkin von einer Veränderung der Konsum-, Investitions- und Liquiditätsneigung aus und gibt damit die problematische Annahme der Konstanz dieser Verhaltensweisen auf. Allerdings stellt auch der Realkassenhaltungs-Effekt nur die tatsächlichen Änderungen des Preisniveaus in Rechnung. Aufgrund der bereits angesprochenen Preiserwartungen der Wirtschaftssubjekte könnten sich ganz andere Wirkungen ergeben; so könnte etwa die Erwartung weiterer Preissenkungen zur Zurückhaltung bei Güterkäufen führen und damit eine Erhöhung statt einer Verminderung der realen Geldnachfrage bewirken, während die Erwartung zukünftiger Preissteigerungen die Inflation durch das „Vorziehen‘‘ von Güterkäufen beschleunigen würde. Die in diesem Abschnitt behandelten Zusammenhänge stellen Hypothesen über die Verbindungslinien zwischen dem monetären und dem realen Sektor dar. Sie rechnen damit ebenfalls zu den Erklärungsansätzen über die Transmissionsmechanismen; vom Inhalt der genannten „Effekte‘‘ her erscheint dieser Hinweis als selbstverständlich, doch könnten die verschiedenen Bezeichnungen in der Literatur gelegentlich zu Missverständnissen führen. d) Geld als Vermögen Pigou- und Realkassenhaltungs-Effekt stellen Vermögenseffekte dar und werden ausgelöst durch eine Veränderung des Nettovermögens der privaten Wirtschaftssub- 154 V. Geldmenge, monetäre Nachfrage, Preisniveau und Beschäftigung jekte auf Grund von Änderungen des Preisniveaus bzw. der nominellen Geldmenge. Von den Vermögenstiteln, die finanzielle Forderungen bzw. Verpflichtungen zwischen inländischen Privaten darstellen, kann dieser Effekt nicht ausgehen, da sich das Realvermögen durch Änderungen des Preisniveaus bei Schuldnern und Gläubigern in entgegengesetzter Richtung entwickelt und ein Netto-Effekt daher nicht eintritt; strittig bleibt dagegen die Frage, inwieweit staatliche Schuldtitel im Portefeuille der Privaten in diesem Zusammenhang als Netto-Vermögen aufzufassen sind. Pigou- wie Realkassenhaltungs-Effekt knüpfen jeweils an Veränderungen der realen Geldmenge an und setzen damit voraus, dass der Geldbestand einer Volkswirtschaft Netto-Vermögen darstellt. Diese Annahme hat in der Literatur eine Diskussion ausgelöst, die eine zentrale Unterscheidung in der Entstehung des Geldes verdeutlicht. Gurley und Shaw haben in diesem Zusammenhang die Trennung nach Außenund Innengeld in die Literatur eingeführt. Von Außengeld (outside money) spricht man dann, wenn der Vorgang der Geldschöpfung nicht auf einer entsprechenden Zunahme der Verschuldung der privaten Wirtschaftssubjekte beruht; Außengeld entsteht also beispielsweise beim Ankauf von Devisen oder staatlicher Schuldtitel durch die Notenbank. Dem Vermögenszuwachs der Geldbesitzer steht in diesem Falle keine erhöhte Verschuldung der privaten Wirtschaftssubjekte gegenüber; die Veränderung im Realwert des Außengeldes stellt folglich eine Änderung des privaten volkswirtschaftlichen realen Netto-Vermögens dar und kann daher die genannten Vermögenseffekte auslösen. Bei der Schaffung von Innengeld (inside money) liegt dagegen eine Verschuldung der privaten Wirtschaftseinheiten vor. Typisch für diese Art der Geldentstehung ist die aktive Schaffung des Geschäftsbankengeldes; hier ist der Akt der Geldschöpfung eo ipso mit einer gleichgroßen Verschuldung des privaten Kreditnehmers verbunden; in einer „konsolidierten Bilanz‘‘ des privaten Sektors heben sich Forderungen und Verbindlichkeiten buchhalterisch auf. Nach dieser Auffassung wäre also das Innengeld – und damit der im Regelfall größte Teil der umlaufenden Geldmenge – nicht zum Netto-Vermögen einer Volkswirtschaft zu rechnen. Dieser Auffassung haben Pesek und Saving folgenden Einwand entgegengehalten: Die Verwendung des Geldes erleichtert den Wirtschaftsprozess, Ressourcen, die in einer Naturalwirtschaft für den Tauschverkehr eingesetzt werden müssen, können in der Geldwirtschaft für andere Zwecke verwendet werden. Diese ökonomischen Vorteile sind jedoch völlig unabhängig von der Art der Geldentstehung. Folglich stellt nach dieser Ansicht auch das Innengeld gesamtwirtschaftliches Netto-Vermögen dar, und zwar in Höhe des Vermögenswertes der durch die entsprechende Geldmenge ermöglichten Ressourcenersparnis. 5. Kreditmarkttheorie Neben der Geldmenge kann auch die Kreditverfügbarkeit, und somit das gesamtwirtschaftliche Kreditvolumen, eine wichtige Rolle für die Bestimmung der monetären Nachfrage, der Beschäftigung und damit letztlich auch für das Preisniveau spielen. Reichen die in einer Periode verfügbaren Eigenmittel nicht, um geplante Konsum- oder Invesititonsausgaben zu finanzieren, so können die Ausgaben nur 5. Kreditmarkttheorie 155

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References

Zusammenfassung

Der Klassiker zur Geldtheorie.

Das Lehrbuch zur Geldtheorie

ist eines der erfolgreichsten Bücher dieser Art. Dem Autor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing, ehemals Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank und »Vater des Euro«, gelingt es hervorragend, den aktuellen Stand der modernen Geldtheorie einfach und konzentriert darzustellen. Der Band gibt den Studenten eine hilfreiche Orientierung in der Diskussion zwischen Keynesianern, Monetaristen und Liquiditätstheoretikern.

Geldtheorie aktuell

Die Neuauflage enthält unter anderem Ausführungen zu

* den wichtigsten Entwicklungen der Kreditmarkttheorie

* dem Einfluss der Finanzmarktkrise auf den Geldmarkt und

* dem Zusammenhang von Finanzmarktkrise und Liquidität.

Im Überblick

* Das Geld

* Die Nachfrage nach Geld

* Das Geldangebot

* Zinstheorie

* Geldmenge, monetäre Nachfrage, Preisniveau und Beschäftigung

* Die Liquidität

* Inflationstheorie