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8.1 Einführung in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Facility Management, page 268 - 270

Handbuch für Studium und Praxis

2. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3836-9, ISBN online: 978-3-8006-4182-6, https://doi.org/10.15358/9783800641826_268

Bibliographic information
Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 255 8 Facility Management im Immobilien- Lebenszyklus 8 Facility Management im Immobilien-Lebenszyklus Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 257 8.1 Einführung Immobilien unterliegen, wie auch andere Güter einem Lebenszyklus, der gesteuert und beeinflusst werden kann. Es bestehen jedoch einige Unterschiede, z. B. zu Gebrauchsgütern, die eine Lebenszyklusbetrachtung bei Immobilien umso notwendiger machen. Das vergleichsweise hohe Investitionsvolumen, lange Herstellungsdauer, Heterogenität und lange Lebensdauer unterscheiden die Immobilie im Wesentlichen von anderen Gütern. Hinzu kommt noch, dass ein Gebäude nach der Herstellung nur mit großem Aufwand verändert werden kann.350 Hier setzt der Lebenszyklusgedanke des Facility Management an. Es geht bei der Lebenszyklusbetrachtung in erster Linie darum, bereits vor der Erstellung der Immobilie den gesamten Zyklus zu überblicken und so den Nutzen zu steigern und gleichzeitig die Gesamtkosten zu optimieren. Das Ziel ist es, die Instrumente des Facility Managements frühzeitig einzusetzen und der geplanten Nutzung in punkto Qualität, Quantität und Kosten anzupassen. Die Verkürzung wirtschaftlicher Lebenszyklen von Immobilien kommt dem Life-Cycle-Costs-Ansatz entgegen, denn durch die kürzeren Betrachtungszeiträume steigt die Informationsdichte (vgl. GEFMA-Richtlinie 220-1). Daher birgt die Lebenszyklusbetrachtung eines Gebäudes Potenziale, die mit dieser Betrachtung gehoben werden können. In diesem Kapitel sollen verschiedene Ansätze zur Betrachtung des Immobilien-Lebenszyklus und die Leistungen des Facility Management in diesem Zusammenhang aufgezeigt werden. Formale Grundlagen zur Strukturierung und Erfassung der Lebenszykluskosten einer Immobilie zeigt die nachfolgende Übersicht: 350 Vgl. Gondring, H. (2009), S. 19 f. 8.1 Einführung DIN 18960 Nutzungskosten im Hochbau Februar 2009 DIN 276 Kosten im Bauwesen Dezember 2008 DIN 32736 Gebäudemanagement August 2000 GEFMA 100 Facility Management Juli 2004 GEFMA 200 Kosten im Facility Management Juli 2004 GEFMA 220 Lebenszykluskostenrechnung im FM September 2010 VDI 2067 Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen September 2000 Leitfaden Nachhaltiges Bauen Januar 2001, Entwurf 2011 DGNB – Kriteriensteckbrief NBV09-16 v 2.0 2009 Abb. 90: Übersicht der Lebenszykluskosten in der Literatur Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 258 8 Facility Management im Immobilien-Lebenszyklus258 8.2 Grundlagen des Life-Cycle-Cost-Ansatzes (LCCA) 8.2.1 Wesentliche Inhalte des LCCA Die Immobilie wird im Facility Management einer Lebenszyklus-Betrachtung unterzogen. Die modellhafte Darstellung einzelner Phasen gestattet eine systematisierte Veranschaulichung, die im Allgemeinen bei Produkten im Rahmen der Wirtschaftswissenschaft herangezogen wird. Ein vereinfachtes Modell ermöglicht die Feststellung und Entwicklung standardisierter und allgemeingültiger Prozesse beim heterogenen und komplexen Gut Immobilie. Hierbei spielen insbesondere die in den jeweiligen Phasen des Lebenszyklus entstehenden Kosten eine Rolle. Bevor Aussagen zu Kosten getätigt werden können, muss der Begriff definiert werden. Denn der Kostenbegriff nach der DIN ist ein anderer als in der Betriebswirtschaftslehre. Während die Kosten von der Betriebswirtschaftslehre als betriebsbedingter Werteverzehr von Produktionsfaktoren zur betrieblichen Leistungserstellung einer Rechnungsperiode definiert werden, betrachtet die Definition nach DIN aus betriebswirtschaftlicher Sicht lediglich die Ein- und Auszahlungen351 (pagatorischer Kostenbegriff). Kosten im Hochbau sind Aufwendungen für Güter, Leistungen und Abgaben, die für die Planung und Ausführung von Baumaßnahmen erforderlich sind. Die Definition ist in der DIN 276 festgelegt und beschreibt die anfallenden Kosten zur Erstellung der baulichen Anlage.352 Die DIN 18960 und 32736 definieren dagegen die Nutzungskosten.353 Dabei hat sich die DIN 32736 in Deutschland 351 Vgl. Riegel, G. W., Ein softwaregestütztes Verfahren zur Prognose und Beurteilung der Nutzungskosten von Bürogebäuden, S. 17. 352 Vgl. Fröhlich, P.J., Hochbaukosten – Flächen – Rauminhalte, S. 20. 353 Vgl. ebenda, S. 177. 8.2 Grundlagen des Life-Cycle-Cost-Ansatzes Lebenszykluskosten Planungs- und Herstellungskosten Folgekosten Nutzungskosten Modernisierungs- Revitalisierungskosten Abbruch- und Entsorgungskosten Änderungs- und Beseitigungskosten Erstkosten Abb. 91: Charakterisierung der Lebenszykluskosten

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References

Zusammenfassung

Vorteile

- Umfassender Einblick in Theorie und Praxis des Facility Managements

- Systematische Darstellung der relevanten Normen und Richtlinien

- Konkrete Beispiele zur Anwendung und Vertiefung der Inhalte

Zum Werk

Die Immobilie in ihrem Lebenszyklus erfordert ein Wertmanagement, das unter dem Begriff Facility Management zusammengefasst wird. Das Buch umfasst alle Aspekte einschließlich anschaulicher Praxisbeispiele.

Zur Neuauflage

Umfassende Aktualisierung und zusätzliche Fallbeispiele.

Inhalt

- Geschichte des FM; Vergleich mit anderen Ländern

- Facility Management im Lebenszyklus einer Immobilie

- Strategisches FM

- Inhalte des technischen, kaufmännischen und infrastrukturellen FM mit vielen Praxisbeispielen

- Rechtliche Aspekte und Normen

- Wertorientierung im FM und FM-Rating

- Outsourcing-Strategien

- EDV-technische Unterstützung

Autoren

Prof. Dr. Hanspeter Gondring, Duale Hochschule Stuttgart, Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, Wagner Real Estate GmbH, Hamburg.

Zielgruppe

Studierende der Immobilienwirtschaft und immobiliennahe Studienfächer wie z.B. Architektur, Bauingenieurwesen, Stadt- und Regionalplanung, Studierende der Bank- und Finanzwirtschaft, Jura-Studierende mit der Vertiefung Immobilienrecht sowie interessierte Praktiker.