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3.1 IT-Strategie und Logistik in:

Christof Schulte

Logistik, page 67 - 69

Wege zur Optimierung der Supply Chain

6. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3995-3, ISBN online: 978-3-8006-3996-0, https://doi.org/10.15358/9783800639960_95

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
3.1 IT-Strategie und Logistik 67 Druckerei C.H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 Revision 3 Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik 3 Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik 3.1 IT-Strategie und Logistik Informations- und Kommunikationstechniken kommt eine Schlüsselrolle zur Erreichung der Logistikziele zu: – Schnelle und sichere Informationsverarbeitung sowie exakte Informationen gewähren einen Zeitvorsprung im Wettbewerb. – Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechniken trägt dazu bei, effiziente Geschäftsabläufe sicherzustellen und leistet damit einen Beitrag zur Kostensenkung. – Mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechniken lassen sich geeignete Informationen für das Logistikmanagement bereitstellen. Hierdurch können die Transparenz erhöht und die Qualität im Logistikbereich verbessert werden. Die IT-Strategie setzt Rahmenbedingungen auf fünf technischen Ebenen (vgl. Meitner 2003, S. 10) (vgl. Abb. 3–1): – Anwendungen – Plattformen – Betrieb – Netzwerke – Datenmodelle. Anwendungen Auswahl von Anwendungen für Funktionen und Länder-Cluster Entwurf einer globalen/regionalen Entwicklungs- und Wartungsorganisation Plattformen Entscheidung über globale/regionale Standards für Betriebssysteme, Datenbanksysteme, Hardware, Clients und Entwicklungstools Betrieb Entscheidung über globale/regionale Datenzentren und Support/Helpdesk-Strukturen Umsetzung globaler/regionaler Datensicherheitsstandards Netzwerke Definition globaler/regionaler Netzwerk-Provider (WAN) Entwurf einer Netzwerk-Zugangs-Architektur (LAN) Datenmodelle Einigung auf globale/regionale Standarddatenmodelle für Materialund Produktionsdaten, Controlling- und Leistungskennzahlen, etc. Abb. 3–1: Elemente der IT-Strategie (vgl. Meitner 2003, S. 10) Moderne Informations- und Kommunikationstechniken haben einen massiven Einfluss auf das Geschäftsmodell. Die klassische Grenze zwischen der Geschäfts- und der IT-Welt verschwimmt zunehmend (vgl. Abb. 3–2). 68 3 Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik Druckerei C.H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 M ar kt Te ch no lo gi et re nd s G es ch äf ts tr en ds Geschäftsmodell Geschäftsarten Aufbauorganisation Geschäftsprozesse Geschäftsregeln IuK-Landschaft Management Q ue rs ch ni tts th em a Si ch er he it Geschäfts- Informations- Kommuni- Applikationen Management kation definiert Anforderungen ist klar getrennt wird getrieben durch Kostenfaktor integriert ist ein Wettbewerbsfaktor beeinflußt das Geschäft hat Geschäftsverständnis Service delivery Geschäftspartner Abb. 3–2: Geschäftsmodell und IT-Landschaft (vgl. Ramakrishnan 1999, S. 2) Eine moderne zukunftsorientierte IT-Landschaft unterstützt die Erreichung der Geschäftsziele durchgängige Geschäftsprozesse, flächendeckende Kommunikation, organisatorische Flexibilität und wissensbasierte Vernetzung (vgl. Abb. 3–3). Durchgängige Geschäftsprozesse Organisatorische Flexibilität □ Bereichs- und regionenübergreifende Prozessketten □ Einbindung externer Geschäftspartner □ Organisationsanpassungen schnell nachvollziehen □ Virtuelle Organisationsformen und Teleworking Flächendeckende Kommunikation Wissensbasiertes Unternehmen □ Erreichbarkeit – anyone – anytime – anywhere □ Bedarfsgerechte Medienwahl □ Vorhandenes Know-how weltweit verfügbar machen □ Weltweite Kooperation in Entwicklung, Vertrieb, Fertigung und Logistik Abb. 3–3: Beitrag der IT zur Erreichung der Geschäftsziele (Ramakrishnan 1999, S. 6) Die Kernaufgaben des IT-Managements umfassen hierbei die Schaffung und Pflege einer dem jeweiligen Technikstand entsprechenden Infrastruktur, die (vgl. Picot 1999, S. 18) – unternehmerische Strategien in IT umsetzt, – mit internen und externen Partnern eine flexible Zusammenarbeit ermöglicht, – eine flexible Anbindung externer Unternehmen und neuer Geschäfte erlaubt. Schulte_010.eps 3.2 Begriffliche Grundlagen und Entwicklungsphasen 69 Druckerei C.H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 In diesem Zusammenhang ist eine zunehmende strategische Bedeutung der Logistik-IT in den beiden letzten Jahrzehnten zu konstatieren (vgl. Abb. 3-4). Service Provider Value Added Services Innovation für bestehende Geschäftsfelder „Grow the Business“ IT als Kostentreiber: - Möglicher „Show- Stopper“ - Kostenfaktor IT zur Unterstützung der Geschäftsprozesse: - Erhöhung der Effizienz der Abwicklungen - Kostenreduktion - Qualitätsverbesserungen IT zur Umsatz- und Gewinnverbesserung: - Aktive Unterstützung der Unternehmensziele - Verbesserung vorhandener Umsätze und Gewinne, z.B. durch bessere Margenausschöpfung IT zur Erschließung neuer Geschäftsfelder: - IT als integraler Bestandteil des Geschäfts - Erschließung neuer Geschäftsfelder durch die IT („business enabler“) St ra te gi sc he B ed eu tu ng de r L og is tik -IT Entwicklung der Logistik-IT Abb. 3–4: Strategische Bedeutung der IT in der Logistik (Krupp/Wolf 2010, S. 16) Ein gutes Beispiel für die Verzahnung von Geschäfts- und IT-Strategie liefert der amerikanische Einzelhandelskonzern Wal-Mart. Die aggressive Discount-Strategie dieser erfolgreichen Handelskette wäre nicht möglich gewesen ohne eine grundlegende Neugestaltung der Informationssysteme. Die systematische Integration und Automatisierung der Logistikkette vom Lieferanten bis zum Regal (vgl. Abb. 3–5) erlaubte es Wal-Mart, eine überlegene, kundennahe und effiziente Sortimentssteuerung umzusetzen. Die für eine erfolgreiche Discount-Strategie notwendigen niedrigen Gesamtsystemkosten wurden durch fokussierte, am Geschäftsnutzen ausgerichtete IT-Investitionen ermöglicht. 3.2 Begriffliche Grundlagen und Entwicklungsphasen Elementarer Bestandteil der Logistik ist der Informationsfluss, d. h. der Austausch von Informationen zwischen innerbetrieblichen Teilsystemen sowie zwischen dem Unternehmen und externen Systemen (z. B. Kunden, Lieferanten). Unter Information soll „zweckgerichtetes Wissen“ (Wittmann 1959, S. 14) verstanden werden. Dahinter steht die Annahme, dass Informationen die Kenntnisse des Empfängers verändern und dadurch in der Regel eine zielorientierte Handlung auslösen (vgl. Capurro 1987, S. 110). Im Einzelnen lässt sich der Informationsbegriff folgendermaßen charakterisieren (vgl. Schneider 1990, S. 164 f.): – Er bezieht sich umfassend auf jede Art von Nachricht, die aus Signalen, Zeichen oder Symbolen besteht und der Bedeutung zugeschrieben werden kann. – Er ist handlungsorientiert, da er den verhaltensbeeinflussenden Charakter betont. Dies gilt auch dann, wenn neue Informationen bisherige Verhaltensweisen lediglich bestätigen. – Er ist unabhängig vom Typ des Handlungsträgers (Mensch oder Maschine) und von der Art der Handlung.

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Zusammenfassung

Der 360°-Blickwinkel auf die Logistik

Dieses Buch präsentiert Ihnen in einer umfassenden und systematischen Darstellung den aktuellen Stand der Logistik. Dabei werden Ihnen neben den klassischen Logistikkonzepten insbesondere neue Entwicklungen, die großen Einfluss auf das Supply Chain Management haben, erläutert. Aus diesem Grund findet das Buch nicht nur an vielen Hochschulen sondern auch in der Praxis regen Einsatz.

Aus dem Inhalt:

- Logistikstrategie und nachhaltige Logistik

- Erfolgsfaktoren der Logistik

- Beschaffungs- und Produktionslogistik

- Distributions- und Entsorgungslogistik

- Supply Chain Management

- Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik

- Transport- und Umschlagsysteme

- Lager- und Kommissioniersysteme

- Aufbauorganisation und personelle Aspekte der Logistik

- Logistik-Controlling

Über den Autor:

Dr. Christof Schulte ist Mitglied des Vorstandes (Chief Financial Officer) eines Unternehmens der Energiebranche.