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Sylvia Heller, 13.5 Besonderheiten in:

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Dirk Fischer, Guido Neubeck, Holger Reichmann (Ed.)

Rechnungslegung in der Automobilzulieferindustrie, page 187 - 188

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3947-2, ISBN online: 978-3-8006-3948-9, https://doi.org/10.15358/9783800639489_187

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Vahlen – Deloitte Press – Fischer, Rechnungslegung in der Automobilzulieferindustrie – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 179 13.5 Besonderheiten 179 des Leasingvermögenswertes. Allerdings ist eine Ausweisänderung entsprechend dem neuen Standard vorzunehmen.343 13.5 Besonderheiten 13.5.1 Kauf und Verkauf Der Exposure Draft sieht vor, dass der geplante Standard nicht auf Käufe und Verkäufe von Vermögenswerten anzuwenden sein wird. Ein Kauf bzw. Verkauf liegt vor, wenn die Kontrolle über den zugrundeliegenden Vermögenswert und alle Chancen und Risiken, abgesehen von vernachlässigbaren Beträgen, auf ein anderes Unternehmen übertragen werden. Dies kann gegeben sein, wenn das Eigentum am zugrundeliegenden Vermögenswert am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses automatisch übergeht oder der Leasingvertrag eine günstige Kaufoption enthält. Ein Kauf bzw. Verkauf liegt ebenfalls nach Ausübung einer im Leasingvertrag enthaltenen Kaufoption durch den Leasingnehmer vor.344 Der Kauf bzw. Verkauf ist beim Leasingnehmer nach den einschlägigen IFRS zu bilanzieren. Die Abgrenzung von Kauf bzw. Verkauf zu Leasingverhältnissen wird unserer Erwartung nach in der Praxis ermessensbehaftet sein. Nach den Diskussionen des IASB nach Veröffentlichung des ED L ist nicht mehr vorgesehen, dass Käufe und Verkäufe von der Anwendung des geplanten Standards ausgenommen werden. Daher sollen auch Leasingverhältnisse, die beispielsweise eine günstige Kaufoption oder einen automatischen Eigentums- übergang am Ende der Leasingdauer beinhalten, vom zukünftigen Standard erfasst werden.345 Zu Leasingverhältnissen bei Werkzeugen in der Automobilzuliefererindustrie wird auch auf die Ausführungen in Kapitel 4 verwiesen. Diese werden künftig grundsätzlich ebenfalls unter dem neuen Standard daraufhin zu untersuchen sein, ob es sich um ein Leasingverhältnis i. S. d. Standards handelt. 13.5.2 Kurzfristige Leasingverhältnisse Für kurzfristige Leasingverhältnisse, d. h. solche Leasingverhältnisse, die ab Beginn des Leasingverhältnisses unter Berücksichtigung von Verlängerungsoder Neuverhandlungsoptionen eine Laufzeit von maximal zwölf Monaten aufweisen, sieht ED L zu Beginn des Leasingverhältnisses ein Wahlrecht zur Inanspruchnahme von Erleichterungen für Leasingnehmer vor.346 343 Vgl. Deloitte (Hrsg.), IFRS Project Insights Leases, 8. 344 Vgl. ED L, Tz. 8, B10. 345 Vgl. Deloitte (Hrsg.), IFRS Project Insights Leases, 2. 346 Vgl. ED L, Tz. 64, Anhang A. 13.5 Besonderheiten Vahlen – Deloitte Press – Fischer, Rechnungslegung in der Automobilzulieferindustrie – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 22.05.12 Status: Druckdaten Seite 180 13 IFRS Leasing – Nutzungsrechtansatz180 Leasingnehmer können als Erleichterung die Leasingverbindlichkeit sowie das Nutzungsrecht sowohl im Rahmen der Erst- als auch der Folgebewertung auf undiskontierter Basis ansetzen. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts sind die direkten Kosten zu berücksichtigen. Die Leasingzahlungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ergebniswirksam behandelt. Diese Erleichterungen können für jedes einzelne kurzfristige Leasingverhältnis individuell in Anspruch genommen werden.347 Nach den Diskussionen des IASB nach Veröffentlichung des ED L sollen die oben beschriebenen kurzfristigen Leasingverhältnisse nicht bilanzwirksam abgebildet werden. Vielmehr ist eine Bilanzierung, wie sie derzeit bei Operating Leases nach IAS 17 erfolgt, vorgesehen.348 13.5.3 Sale and lease back Im Falle einer Sale and lease back-Transaktion, bei der beide Teiltransaktionen gleichzeitig oder in zeitlicher Nähe abgeschlossen, als Paket mit einem einzigen wirtschaftlichen Ziel verhandelt oder gleichzeitig oder nacheinander abgewickelt wurden, hat der Übertragende, sofern die Voraussetzungen für einen Verkauf vorliegen, diesen nach den jeweils für den Vermögenswert geltenden IFRS und das Leasingverhältnis nach den Regelungen des geplanten Standards für Leasingverhältnisse zu bilanzieren. Sind die Voraussetzungen für einen Verkauf nicht erfüllt, ist der Vertrag als Finanzierung zu behandeln und die erhaltenen Beträge als finanzielle Verbindlichkeit zu zeigen.349 Nach den Diskussionen des IASB nach Veröffentlichung des ED L ist nach dem Kontrollkriterium des künftigen Standards zur Umsatzrealisierung (vgl. zu den geplanten Regelungen die Ausführungen zu Re-ED R in Kapitel 12) zu beurteilen, ob ein Verkauf vorliegt. Ist dies nicht der Fall, ist die Transaktion als Finanzierung zu bilanzieren. Ein bestimmtes Bilanzierungsmodell für Leasingnehmer, die an einer Sale and lease back-Transaktion teilnehmen, soll nicht vorgeschrieben werden.350 13.6 Implikationen Die geplanten Regelungen werden vielfältige Auswirkungen auf die Daten der Unternehmen haben. Insbesondere werden sich die Kennzahlen verändern. So kommt es zu einer Erhöhung von EBITDA und EBIT, da die Leasingnehmer grundsätzlich keinen Mietaufwand mehr ausweisen, sondern Aufwendungen aus Abschreibung und Zinsen. Sämtliche Zahlungen für Leasingverhältnisse werden nach den vorgeschlagenen Regelungen des ED L in der Kapitalfluss- 347 Vgl. ED L, Tz. 64. 348 Vgl. Deloitte (Hrsg.), IFRS Project Insights Leases, 2. 349 Vgl. ED L, Tz. 66f. 350 Vgl. Deloitte (Hrsg.), IFRS Project Insights Leases, 7 f. 13.6 Implikationen

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Zusammenfassung

Antworten auf Bilanzierungsfragen bei Automobilzulieferunternehmen

Dieses Werk liefert Ihnen einen Überblick über die besonderen Herausforderungen in der Bilanzierung von Geschäftsvorfällen von Unternehmen der Automobilzulieferindustrie. Dabei bilden die Beantwortung von Fragestellungen zur handelsrechtlichen Rechnungslegung, insbesondere zur handelsbilanziellen Abbildung von Eintrittsgeldern, Forschungs- und Entwicklungskosten, Werkzeugkosten, Verlusten im Auftragsbestand und Gewährleistungsrückstellungen, den Schwerpunkt der Ausführungen. Zudem werden Abweichungen, die sich zu den International Financial Reporting Standards (IFRS) und zum Bilanzsteuerrecht ergeben, dargestellt. Auf Grund der aktuellen Diskussionen zu Standardentwürfen des IASB wurden zudem Beiträge zur zukünftigen Umsatzrealisierung nach IFRS und zur zukünftigen Leasing-Bilanzierung nach IFRS aufgenommen.

Alle Kapitel dieses Buches wurden prozessorientiert, von der Auftragsanbahnung bis zur Auftragsabwicklung, angeordnet. Zu Beginn jedes Kapitels wird eine prägnante Zusammenfassung vorangestellt. Im Anschluss wird systematisch auf Fragen des Ansatzes, der Bewertung und des Ausweises (einschließlich von Anhangangaben) eingegangen.