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11 Nebenniere in:

Christoph F. Dietrich (Ed.)

Ultraschall-Kurs, page 297 - 308

Organbezogene Darstellung von Grund- und Aufbaukurs sowie weiterführender Module (Postgraduierten-Kurse). Nach den Richtlinien von KBV, DEGUM, ÖGUM und SGUM; eBook-Ausgabe mit OnlinePlus

7. Edition 2020, ISBN print: 978-3-7691-0615-2, ISBN online: 978-3-7691-3715-6, https://doi.org/10.47420/9783769137156-297

Bibliographic information
297Kapitel 11 11 Nebenniere Christoph F. Dietrich Kursgliederung Grundkurs: Beschreibung der Topografie und Anatomie der Nebennierenre-D gion. Aufbaukurs: Einstellung der normalen Nebennierenregion sowie Erkennung D der normalen Nebenniere und Beschreibung pathologischer Befunde. Modul(e), Refresher-Kurs(e): Kontrastmittelultraschall. D Videos zu diesem Kapitel können Sie mit folgendem QR-Code abrufen. Zusätzlich sind auf S. 625 ff. alle zur Verfügung stehenden Videos kapitelweise mit Einzel-QR-Codes aufgelistet, sodass Sie dort gezielt einzelne Videos abrufen können. Die gesamten Videos zum Buch finden Sie nach Themen sortiert unter https://bit.ly/uk-nebenniere. 11 Nebenniere298 Abb. 11.2: Nebenniere (NN) rechts längs mit A. suprarenalis. PA = Pfortader, VCI = V. cava inferior. 2 Abb. 11.1: Nebenniere rechts längs. D = Diaphragma, L = Luft, akustischer Impedanzsprung an der Grenze zur Lungenunterfläche, NN = Nebenniere, PA = Pfortader, RLV = rechte Lebervene, SA = Spiegelartefakt, VCI = V. cava inferior. 1 Abb. 11.3: Nebenniere (NN) rechts bei einem Säugling. Man beachte die physiologische Vergrößerung. Der NN-Hilus und die Nebennierenrinde (NNR) sind ebenfalls dargestellt. D = Diaphragma. 3 Abb. 11.4b: Nebenniere links längs. Mi = Milz, N = Niere. 4 Abb. 11.4a: Nebenniere links quer. N = Niere, Pa = Pankreas. 4 Standardschnittebenen 299Kapitel 11 Abb. 11.5: Schematische Darstellung der Schallkopfpositionen (SKP) für die korrespondierenden Standardschnittebenen 1–4. Die Schnitt ebenen der meisten nachfolgenden Ultraschallbilder lassen sich durch die am Ende der Legende eingefügte Schallkopfposition leicht nachvollziehen. 11 Nebenniere300 Topografie Die Nebennieren liegen im perirenalen Raum, kraniomedial der Nierenoberpole. Beide Nebennieren haben eine eigene Gefäßversorgung (Vasa suprarenales; s. Abb. 11.1 bis Abb. 11.8). Anatomie und Normalbefund Vor allem im Kindesalter lässt sich rechts häufig besser als links die noch hypertrophierte Nebenniere mit echoarmer Nierenrinde und echoreichem Zentrum in ihrer Mehrschichtigkeit darstellen. Die normale Nebennierenrinde ist beim Erwachsenen ca. 5 cm lang, im Flügelbereich < 6 mm dick sowie zentral bis zu 1 cm breit. Abb. 11.6: Sonografische Zugangswege zu den Nebennieren. Die Nebennieren werden am sichersten im Interkostalschnitt oder Subkostalschnitt erfasst. Abb. 11.7a, b: Normale rechte Nebenniere. Typische Darstellung der 5-schichtigen rechten Nebenniere mit Identifizierung der Leber (L). Typischerweise ist die rechte Niere auf diesem Schnitt nicht mit sichtbar [SKP 1]. a b Allgemeine sonografische Pathologie 301Kapitel 11 Untersuchungstechnik Die rechte Nebenniere kann bei der Mehrzahl der Patienten (> 95%) sonografisch gut dargestellt werden, wogegen linksseitig häufiger nur die Darstellung der Nebennierenregion gelingt. Die rechte Nebenniere wird in leichtgradiger Linksseitenlage durch den 10. oder 11. Interkostalraum in der vorderen bis mittleren Axillarlinie von transhepatisch eingestellt. Typischerweise ist in diesem Untersuchungsgang die rechte Niere nicht mit abgebildet, die V. cava inferior aber sicher als Leitstruktur identifizierbar (s. Abb. 11.7). Eine weitere (aber durch die Atemvariabilität deutlich ungünstigere) Darstellungsmöglichkeit besteht über einen Subkostalschnitt, wobei die Nebenniere mit den beiden Schenkeln oft vförmig erscheint und mit der Spitze hinter die V. cava reicht. In diesem Schnitt ist der obere Nierenpol sichtbar. Von Bedeutung ist die Abgrenzung der 5 verschiedenen Schichtungen der Nebenniere im echoreichen Fettbindegewebe. Bei guten Untersuchungsbedingungen ist regelhaft diese Mehrschichtung mit zentral diskret echoreichem Hilus zu erkennen. Bei der Sichtung der Nebennieren muss das Crus diaphragmaticum sicher abgrenzbar sein, um eine Verwechslung auszuschließen. Retroperitoneale Lymphknoten und exophytische Ver- änderungen der umgebenden Organe (z.B. Niere, Pankreas, Milz/Nebenmilz) müssen ausgeschlossen werden. Die linke Nebenniere kann im lateralen Flankenschnitt, aber auch im medialen Querschnitt ventral der Aorta bei ca. 70% der Patienten identifiziert werden. Dabei hat sich die Untersuchung in Rückenlage als hilfreich erwiesen. Bei inadäquater Beurteilbarkeit gelingt häufig nur die Darstellung der Nebennierenregion mit Abgrenzung des Milz- und des Nierenoberpols, der Aorta und des dazwischen gelegenen Bindegewebes (s. Abb. 11.8). Auf die Durchmusterung der Region bis zum Nierenhilus sollte Wert gelegt werden, da Anteile der Nebenniere weit nach kaudal reichen können. Bei der Bewertung aller Anteile der linken Nebenniere hat sich die Endosonografie als besonders effizient erwiesen. Ergänzend ist die endosonografisch gezielte Punktion auch von winzigen Tumoren zur dif fe ren zial diag nos ti schen Abklärung (Differenzierung von benigne vs. maligne) – speziell linksseitig – komplikationsarm möglich. Das Risiko der transabdominellen Punktion liegt deutlich höher, da der Punktionsweg weiter ist. Allgemeine sonografische Pathologie Diffuse und umschriebene Veränderungen der Nebennieren sind häufig und werden in pathologisch-anatomischen Studien mit bis zu 9% angegeben. Bei einem sonografischen Zufallsbefund sollten Elektrolyt- und Hormonanalysen durchgeführt werden, um klinisch relevante hormonproduzierende Tumoren zu identifizieren. Inzidentalome sollten ab einer Größe von mehr als 4–6 cm operativ entfernt werden, da bei diesen Patienten durch eine alleinige bildgebende Analyse eine maligne Genese nicht ausreichend sicher ausgeschlossen werden kann. Ist eine Biopsie erforderlich und liegt der Abb. 11.8a, b: Normale linke Nebenniere (a) und winziges Inzidentalom in der linken Nebenniere (NN) (b), 12 mm bei einem gesunden Probanden. Das echoreiche Mittelecho ist durchbrochen. Typische Darstellung der linken Nebenniere mit Identifizierung der 5-Schichtung zwischen den Markern (a) und dem Crus diaphragmaticum (D). Die typische 5-Schichtung ist linksseitig weniger gut abgrenzbar, sodass häufig nur die linke Nebennierenregion beurteilt werden kann. AF = Artefakt, D = Diaphragma, N = Niere, RCL = Recessus costodiaphragmaticus lateralis, WS = Wirbelsäule. Milz und Niere links sind ebenfalls bezeichnet [SKP 4]. a b 11 Nebenniere302 Verdacht auf eine sekundäre Neoplasie nahe, kann die rechte Nebenniere transkutan transhepatisch und die linke Nebenniere endosonografisch durch die Magenwand punktiert werden. Spezielle sonografische Befunde Nebennierenzyste Nebennierenzysten sind – wie auch von anderen Organsystemen beschrieben – echofrei und zeigen die typischen Kriterien (rund oder oval, glatt begrenzt, echofrei, Randschatten, Schallverstärkung; s. Abb. 11.9). Typisch ist die ovale Ausdehnung in der Organachse. In Abhängigkeit von Einblutungen bzw. regressiven Veränderungen kann das Echomuster aber auch variabel sein. Differenzialdiagnostisch müssen exophytische Nierenzysten sowie retroperitoneal gelegene Pseudozysten bei Pankreatitis bedacht werden. Aber auch exophytisch gelegene Leberzysten können eine Nebennierenzyste vortäuschen. Verkalkung Verkalkungen sind starke Reflektoren mit Schallabschwächung bzw. Schallschatten und Reverberationen. Sie werden nach Einblutung (z.B. im Zusammenhang mit einer Geburt) oder auch bei Tuberkulose gefunden. Differenzialdiagnostisch müssen Verkalkungen umgebender Gefäße ausgeschlossen werden. Hämatom Hämatome finden sich insbesondere in neoplastisch oder entzündlich veränderten Bezirken und zeigen eine variable Echogenität, häufig aber eine Echoarmut. Typisch werden sie auch bei Neugeborenen gefunden und zeigen im weiteren Verlauf regressive Veränderungen und Verkalkungen. Myelolipom der Nebenniere Myelolipome sind meist echoreich, rundlich oval und mehr oder weniger scharf abgegrenzt mit Schallabschwächung und lassen die Konturen gut erkennen. Histologisch kann das ebenso seltene echte Lipom der Nebenniere davon unterschieden werden (s. Abb. 11.10). Nebennierenadenom Benigne Tumoren der Nebennierenrinde sind zumeist Adenome und werden durch die Art der Hormonproduktion charakterisiert. Die Nebennierenadenome beim Conn-Syndrom (einschließlich der Adenome, die Vorstufen [z.B. 18-Hydroxykortikosteroide] und Metabolite [z.B. Tetrahydrokortisol, Tetrahydrokortison] produzieren) sind meistens kleiner als 2 cm mit gleichmäßigem Echomuster. Typisch sind die Verdrängung bzw. die Unterbrechung des Mittelechos bzw. die Vorwölbung der Außenkontur, die rundliche bis ovale Form, die homogen echoarme Struktur und die glatte Begrenzung (s.  Abb. 11.11). Das primäre Cushing-Adenom der Neben nieren ist eine Rarität, häufiger ist die Nebennie- Abb. 11.9: Nebennierenzyste (Zy) links. Nebennierenzysten sind – wie in anderen Organsystemen beschrieben – echofrei und zeigen die typischen Kriterien, wie hier zwischen den Markern, angrenzend zum Milzoberpol (M), dargestellt. Charakteristisch ist die ovale Ausdehnung in der Organachse. FF = freie Flüssigkeit [SKP 4]. Abb. 11.10: Myelolipom der Nebenniere. Das Myelolipom bzw. Lipom der Nebenniere ist regelmäßig echoreich und glatt begrenzt. Aufgrund der computertomografisch möglichen Dichtemessung ist eine histologische Sicherung in der Regel nicht notwendig. M = Milz, N = Niere [SKP 1]. Spezielle sonografische Befunde 303Kapitel 11 renhyperplasie im Sinne eines zentralen Cushing-Syndroms oder einer Paraneoplasie mit ACTH-Produktion, z.B. beim Bronchialkarzinom. Nebennierenadenome mit einer klinisch relevanten Produktion von Sexualhormonen als Leitsymptom sind eine Seltenheit. Zufällig diagnostizierte hormoninaktive Tumoren werden Inzidentalome genannt (s. Abb. 11.12). Im Rahmen der sonografischen und computertomografischen Routineuntersuchung lassen sich bei 1–5% der untersuchten Patienten Nebennierenraumforderungen darstellen. In pathologisch-anatomischen Studien werden Inzidentalome bei bis zu 9% unselektionierter Autopsien gefunden. Die diagnostische Abklärung wird kontrovers diskutiert. Generell kann empfohlen werden, dass ab einer Größe von ca. 4–6 cm bzw. nachgewiesener Wachstumstendenz bei ausgeschlossener Hormonproduktion und keinem Hinweis auf ein zugrunde liegendes malignes Krankheitsgeschehen die Operation angeraten werden sollte. Nebennierenkarzinom Die primären Nebennierenkarzinome sind in der Regel asymptomatisch und können somit zu riesigen Tumoren heranwachsen (10–15 cm), ehe sie symptomatisch werden. In Abhängigkeit von der Größe treten ausgesprochen variable Echomuster auf (s. Abb. 11.13). Nebennierenmetastase Im Unterschied zu den seltenen primären Nebennierenkarzinomen werden Nebennierenmetastasen häufig z.B. bei Bronchial- und Mammakarzinomen beobachtet, aber auch bei Melanomen, Lymphomen sowie Pankreas- und Nierenzellkarzinomen. Metastasen können sonografisch sehr unterschiedlich konfiguriert sein. Der Nachweis einer isolierten Nebennierenmetastase, z.B. beim Bronchialkarzinom, beeinflusst bei 5(–10)% aller Patienten das therapeutische Vorgehen. Bezüglich einer klinischen Symptomatik spielen isolierte Metastasen allerdings eher eine untergeordnete Rolle. Das sicherste Kriterium zum Nachweis einer malignen Genese ist die Infiltration des Tumors in die Nachbarschaft (s.  Abb. 11.14). Abb. 11.11: Nebennierenadenom, Conn- Syndrom. Auch die typischerweise sehr kleinen Conn-Nebennierenadenome können aufgrund der 5-Schichtung und des geringen Querdurchmessers der Nebenniere schon als wenige Millimeter große Tumoren durch die Konturänderungen des Mittelechos erkannt werden [SKP 1]. Abb. 11.12: Inzidentalom. Darstellung der 5-Schichtigkeit mit Raumforderung der schallkopffernen Nebennierenrinde (der Tumor ist zwischen den Markern in 2 Ebenen gemessen worden, wobei die ventrale Nebennierenschichtung zwischen den Markern gekennzeichnet ist). Inzidentalome finden sich bei 1–5% aller untersuchten Probanden bzw. Patienten [SKP 1]. Abb. 11.13: Nebennierenkarzinom. Das häufig zum Diagnosezeitpunkt ausgedehnte primäre Nebennierenkarzinom ist selten und wird meist erst spät symptomatisch. Bei dem hier dargestellten Tumor (zwischen den Markern) wird die untere Hohlvene infiltriert. VCI = V. cava inferior [SKP 1]. 11 Nebenniere304 Tumoren des Nebennierenmarks Bei Tumoren des Nebennierenmarks handelt es sich im Kindesalter vorwiegend um Neuroblastome mit varia bler Größe. Mit fortschreitendem Alter werden Phäochromozytome beobachtet, die häufig größer als Nebennierenadenome sind, bizarre Formen annehmen können und typischerweise regressive Veränderungen im Sinne von Zysten und Verkalkungen aufweisen. Die soliden Anteile sind charakteristischerweise stark durchblutet. Auf die Multilokularität von Phäochromozytomen ist – insbesondere entlang des paravertebralen Grenzstrangs (einschließlich Zuckerkandl-Organ) – zu achten (s. Abb. 11.15 und Abb. 11.16). Ca. 10% der Phäochromozytome sind maligne. Differenzialdiagnose Entsprechend der Nachbarorgane Leber, Milz, Pankreas und Niere sind bei der Abklärung von Nebennierenprozessen differenzialdiagnostisch Leber- und Nierenerkrankungen sowie Läsionen des Pankreas zu bedenken. Maligne Lymphome infiltrieren nicht selten auch die Nebenniere, z.B. Non-Hodgkin-Lymphome. Farbdopplersonografie Die Farbdopplersonografie ist bei der Identifizierung der die Nebenniere umgebenden Gefäße hilfreich, insbesondere zur Darstellung der V. cava inferior (rechtsseitig) und der Aorta (linksseitig). Das kleine Phäochromozytom kann farbdopplersonografisch eine Mehrvaskularisation aufweisen. Konstrastmittelultraschall Kontrastverstärkte Techniken ermöglichen die Darstellung der Tumorvaskularisation und der Perfusion und somit die Abgrenzung von Einblutungen und Nekrosen, sind aber für eine sichere Differenzierung der Tumordignität nicht ausreichend valide; dies gilt gleichermaßen für Sonografie, CT und MRT. Abb. 11.14: Nebennierenmetastasen. Nebennierenmetastasen sind sehr variabel und können das Organ diffus, aber auch umschrieben infiltrieren. Als hilfreich hat sich bei kleinen Metastasen (hier 14 mm) auch hier die Identifizierung des Mittelechos erwiesen, wie bei dieser Patientin mit Pankreaskarzinom gezeigt wird [SKP 1]. Abb. 11.15: Phäochromozytom. Phäochromozytome haben eine größenabhängig variable Morphologie. Sie sind häufig größer als Conn-Adenome. Typisch sind regressive Veränderungen wie Zysten und Verkalkungen sowie Einblutungen. Häm = Hämorrhagie [SKP 3]. Abb. 11.16: Phäochromozytom. Phäochromozytome haben eine größenabhängig variable Morphologie. Sie sind häufig größer als Conn-Adenome. Typisch sind regressive Veränderungen mit Einblutungen, die nach Applikation von Echosignalverstärkern (hier Sono- Vue) erkannt werden können (gleicher Patient wie in Abb. 11.15). Häm = Hämorrhagie, TG = Tumorgewebe [SKP 3]. Literatur 305Kapitel 11 Stellenwert Die rechte Nebenniere lässt sich sonografisch meist darstellen, die linke hingegen in einem deutlich geringeren Prozentsatz. Komplementär kann die Endosonografie zur Evaluierung der linken Nebennierenregion unter potenzieller Punktionsbereitschaft sicher und valide durchgeführt werden. Inzidentell gefundene Tumoren der Nebennieren werden bei 1–4% der untersuchten Patienten beobachtet und bedürfen der Einordnung anhand der klinischen Symptomatik und der Elektrolytund Hormonanalysen. Die sonografisch gezielte Punktion und die zytologische bzw. histologische Untersuchung sind bei unklarer Dignität und therapeutischer Konsequenz erforderlich. Literatur Dietrich CF, Correas JM, Dong Y et al. WFUMB position paper on the management incidental findings: adrenal incidentaloma. Ultrasonography 2020; 39: 11–21. [State-of-theart-Übersichtsarbeit mit klinischen Empfehlungen] Dietrich CF, Ignee A, Barreiros AP et al. Contrast-enhanced ultrasound for imaging of adrenal masses. Ultraschall Med 2010; 31(2): 163–168. [Diese Originalarbeit erläutert, dass eine sichere Differenzierung benigner und maligner Nebennierentumoren nicht möglich ist.] Dietrich CF, Wehrmann T, Hoffmann C et al. Detection of the adrenal glands by endoscopic or transabdominal ultrasound. Endoscopy 1997; 29: 859–864. [Grundlegende Arbeit, die auch mittels Autopsieuntersuchungen die sonografische und endosonografische Darstellbarkeit der normalen Nebennieren validiert hat.] Jenssen C, Dietrich CF. Ultrasound and endoscopic ultrasound of the adrenal glands. Ultraschall Med 2010; 31: 228–247. [State-of-the-art-Übersichtsarbeit zur Nebennierensonografie, immer noch gültig.] Nuernberg D. Ultrasound of adrenal gland tumours and indications for fine needle biopsy (uFNB). Ultraschall Med 2005; 26(6): 458–469. [Diese Arbeit erläutert Techniken und Indikationen von Nebennierenpunktionen.] Sample WF. A new technique for the evaluation of the adrenal gland with gray scale ultrasonography. Radiology 1977; 124: 463–469. [Sehr frühe Beschreibung der Nebennierensonografie, die sich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht etablieren konnte.] Schreiber-Dietrich D, Buchhorn R et al. Blickdiagnose Nebennierentumor (Phäochromozytom). Chirurgische Praxis 2016; 80: 463–472. [Diese Arbeit beschreibt die sonografischen Blickdiagnosen von Nebennierentumoren, insbesondere der Phäochromozytome.] Trimboli P, Dietrich CF, David E et al. Ultrasound and ultrasound-related techniques in endocrine diseases. Minerva Endocrinol 2017. [Aktuelle Übersichtsarbeit zur Bedeutung sonografischer Techniken bei endokrinologischen Erkrankungen.] Trojan J, Schwarz W, Sarrazin CM et al. Role of ultrasonography in the detection of small adrenal masses. Ultraschall Med 2002; 81: 96–100. [Bemerkenswerte Arbeit, die keine nennenswerten Unterschiede der Sonografie zur Detektion großer und kleiner Nebennierentumoren herausarbeitete.] Abb. 11.17a, b: Neurofibrom von interkostal (a) und subkostal (b). Das Neurofibrom ist durch kleine echogene Spots gekennzeichnet. Die Niere rechts und der Lobus quadratus sind ebenfalls bezeichnet. D = Diaphragma, GB = Gallenblase, N = Niere, NF = Neurofibrom, Lq = Lobus quadratus. a b 11 Nebenniere306 Prüfen Sie Ihr Wissen zum Kapitel „Nebenniere“ Frage 1: Welche Aussage über die rechte Nebenniere ist richtig? Die rechte Nebenniere kann transkutan sonogra-□ fisch in den meisten Fällen (> 90%) dargestellt werden. Die rechte Nebenniere kann transkutan sonogra-□ fisch bei ca. der Hälfte der Patienten dargestellt werden. Die rechte Nebenniere kann transkutan sonogra-□ fisch bei ca. 10% der Patienten dargestellt werden. Die rechte Nebenniere kann transkutan sonogra-□ fisch bei ca. 20% der Patienten dargestellt werden. Die rechte Nebenniere kann transkutan sonogra-□ fisch bei ca. 30% der Patienten dargestellt werden. Frage 2: Welche Aussage über die linke Nebenniere ist richtig? Die linke Nebenniere kann transkutan sonografisch □ in ca. 70% der Fälle dargestellt werden. Die linke Nebenniere kann transkutan sonografisch □ in ca. 30% der Fälle dargestellt werden. Die linke Nebenniere kann transkutan sonografisch □ in ca. 20% der Fälle dargestellt werden. Die linke Nebenniere kann transkutan sonografisch □ zu 100% dargestellt werden. Die linke Nebenniere kann transkutan sonografisch □ nicht dargestellt werden. Frage 3: Welche Aussage über die Nebennieren ist richtig (Mehrfachnennungen sind möglich)? Die gesunden Nebennieren lassen sich transkutan □ sonografisch nicht reproduzierbar darstellen. Die endosonografische Darstellung der rechten Ne-□ benniere ist nicht möglich. Die endosonografische Darstellung der linken Ne-□ benniere gelingt so gut wie immer. Die linke Nebenniere kann transsplenisch darge-□ stellt werden. Die linke Nebenniere kann von ventral dargestellt □ werden (überlappt in typischer Weise die Aorta ein klein wenig nach ventromedial). Frage 4: Welche Aussage über die Nebennieren ist richtig? Die Nebennieren können nur im Stehen transkutan □ sonografisch dargestellt werden. Die Nebennieren können nur in Bauchlage transku-□ tan sonografisch dargestellt werden. Die linke Nebenniere kann nur in strenger Rechts-□ seitenlage transkutan sonografisch dargestellt werden. Die rechte Nebenniere kann nur in strenger Links-□ seitenlage transkutan sonografisch dargestellt werden. Die Nebennieren werden primär in Rückenlage oder □ leichtgradiger Seitenlage transkutan sonografisch gesucht. Frage 5: Welche Aussage über die Nebennieren ist richtig? Arterielle Nebennierengefäße können farbdoppler-□ sonografisch unter guten Untersuchungsbedingungen erkannt werden. Arterielle Nebennierengefäße können farbdoppler-□ sonografisch nicht erkannt werden. Frage 6: Welche Aussage über die Nebennieren ist richtig (Mehrfachnennungen sind möglich)? Die Nebenniere umgebende Gefäße sind rechts die □ V. cava inferior und ihre lokoregionären Äste. Die Nebenniere umgebende Gefäße sind links die □ Aorta und ihre lokoregionären Äste. Die Nebenniere definierende Gefäße sind links die □ A. lienalis. Die Nebenniere definierende Gefäße sind rechts die □ A. hepatica. Die Nebenniere definierende Gefäße sind die Vasa □ suprarenales. https://bit.ly/uk-nebenniere-test Prüfen Sie Ihr Wissen zum Kapitel „Nebenniere“ 307Kapitel 11 Frage 7: Welche Aussage über die Nebennierenregion und zum Diaphragma ist richtig (Mehrfachnennungen sind möglich)? Das Diaphragma ist typischerweise echoreich. □ Das Diaphragma ist ein Muskel und imponiert □ echoarm. Bei der sonografischen Darstellung des Diaphrag-□ mas können zwei Muskelschichten und eine zentrale bindegewebige Schicht unterschieden werden. Diaphragmafunktionsstörungen lassen sich sono-□ grafisch darstellen. Das Diaphragma sollte von den Nebennieren sicher □ abgegrenzt werden, da Verwechslungen möglich sind. Frage 8: Welche Aussage über die Nebennieren ist richtig (Mehrfachnennungen sind möglich)? Das typische Phäochromozytom ist > 30 mm. □ Das typische Conn-Adenom ist typischerweise □ < 20 mm. Die Größe von Nebennierenmetastasen variiert zum □ Zeitpunkt der Diagnose erheblich. Das primäre Nebennierenkarzinom ist zum Zeit-□ punkt der Erstdiagnose häufig ausgesprochen groß. Sonografisch gelingt die Darstellung knotiger Neben-□ nierenveränderungen ab einer Größe von 4–5  mm (durch Beurteilung des Nebennierenmittelechos bzw. des echoreichen Hilus). Frage 9: Hormoninaktive Inzidentalome sind durch folgende Charakteristika gekennzeichnet (Mehrfachnennungen sind möglich): Computertomografischer Nachweis fetthaltiger Ele-□ mente Magnetresonanztomografischer Nachweis fetthalti-□ ger Elemente Größe > 60 mm □ Schwankende Blutdruckwerte □ Vielfältige Verkalkungsstrukturen □ Frage 10: Gutartige Nebennierenbefunde sind (Mehrfachnennungen sind möglich): Nebennierenzyste □ Nebennierenverkalkungen □ Nebennierenhämatom □ Myelolipom □ Inzidentalom □ Frage 11: Wodurch ist das Cushing-Syndrom gekennzeichnet (Mehrfachnennungen sind möglich)? Hypophysäre Produktion von ACTH □ Produktion von Aldosteron □ Produktion von Mandelsäure □ Produktion von STH □ Produktion von Kortikosteroiden □ Frage 12: Bei welchen Erkrankungen finden sich typischerweise Nebennierenmetastasen (Mehrfachnennungen sind möglich)? Bronchialkarzinom □ Nierenzellkarzinom □ Hepatozelluläres Karzinom □ Cholangiozelluläres Karzinom □ Ovarialkarzinom□

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Schlagworte

B-Bild, Elastografie, Lungenultraschall, Ultraschalldiagnostik, Bildgebendes Verfahren, Kursbuch, Farb-(Power-)Doppler, Kontrastmittel, Sonographie, Notfallsonographie, Facharztprüfung, Fraktursonografie, Ultraschall, Facharztausbildung

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