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Anmerkungen in:

Ilko-Sascha Kowalczuk

Die Übernahme, page 288 - 310

Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde

6. Edition 2020, ISBN print: 978-3-406-74020-6, ISBN online: 978-3-406-77053-1, https://doi.org/10.17104/9783406770531-288

Series: C.H.Beck Paperback, vol. 6355

C.H.BECK, München

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Anmerkungen 1 | Zwischen Aufbruch und Abbruch 1 Vgl. Christoph Links, Sibylle Nitsche, Antje Taffelt (Hrsg.): Das wunderbare Jahr der Anarchie. Von der Kraft des zivilen Ungehorsams 1989/90. Berlin 2009. 2 Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert. München 2014, S. 628 – 629; Andreas Wirsching: Demokratie und Globalisierung. Europa seit 1989. München 2015, S. 184 – 197; Adam Tooze: Crashed. Wie zehn Jahre Finanzkrise die Welt verändert haben. Berlin 2018. 3 Aus vielen Beispielen siehe aktuell: Axel Honneth: Die Idee des Sozialismus. Versuch einer Aktualisierung. Erweiterte Ausgabe, Berlin 2017. 4 Vgl. z. B. Datenreport 2018. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland. Hrsg. Statistisches Bundesamt, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Bonn 2018, S. 248. 5 Sehr lesenswert: Madeleine Albright: Faschismus. Eine Warnung. Köln 2018. 6 Es gibt allerdings ein Problem mit diesen und vielen anderen «aktuellen» Zahlen, die in den Medien kursieren und zu heftigen Reaktionen und öffentlichen Debatten führen: Sie stellen nur Hochrechnungen auf der Grundlage kleiner Gruppen dar. Die letzten wirklich validen Berechnungen stammen aus der Mitte der 1990 er Jahre. Wenn dann noch aktuell von Zahlen mit Angaben hinter dem Komma, wie z. B. nur 1,7 Prozent der Führungskräfte seien Ostdeutsche, die Rede ist, dann bewegt sich das außerhalb wissenschaftlicher Seriosität. 7 Michel Serres: Was genau war früher besser? Ein optimistischer Wutanfall. Berlin 2019; speziell zum Rückgang der Gewalt überzeugend: Steven Pinker: Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit. Frankfurt/M. 2013. 8 Francis Fukuyama: Identität: Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet. Frankfurt/M. 2019. 9 Pankaj Mishra: Das Zeitalter des Zorns. Eine Geschichte der Gegenwart. Frankfurt/M. 2017. 10 Jan-Werner Müller: Was ist Populismus. Ein Essay. Berlin 2016. 11 Hartmut Rosa: Beschleunigung und Entfremdung. Entwurf einer Kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit. 6. Aufl., Berlin 2018, S. 89 – 92. 12 Siehe auch: Ders.: Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne. 11. Aufl., Frankfurt/M. 2016; ders.: Unverfügbarkeit. Wien, Salzburg 2018. Anmerkungen | 289 13 Ralf Dahrendorf: Der Wiederbeginn der Geschichte. Vom Fall der Mauer zum Krieg im Irak. Reden und Aufsätze. München 2004. 14 Amartya Sen: Die Idee der Gerechtigkeit. München 2010; Daniel Speich Chassé: Die Erfindung des Bruttosozialprodukts. Globale Ungleichheit in der Wissensgeschichte der Ökonomie. Göttingen 2013; Philipp Lepenies: Die Macht der einen Zahl. Eine politische Geschichte des Bruttoinlandsprodukts. Berlin 2013. 2 | 1989: die unvorstellbare Revolution 1 Zur Globalität von «1989» siehe exemplarisch: Susanne Stemmler u. a. (Hrsg.): 1989  – Globale Geschichten. Göttingen 2009; Ulf Engel, Frank Hadler, Matthias Middell (Hrsg.): 1989 in a Global Perspective. Leipzig 2015. 2 Ich war der erste Ossi, in: die tageszeitung vom 9.11. 1994. 3 Siehe auch die umfassende Darlegung: Ilko-Sascha Kowalczuk: Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR. 3., überarb., korrig. u. erweiterte Neuausgabe, München 2015. 4 Stenografische Niederschrift des Treffens des Genossen Erich Honecker mit dem Sekretariat des Zentralrats der FDJ am 22.12. 1988. BStU, MfS, BdL 1100, Bl. 80. 5 Zum einheitlichen und geschlossenen Handeln der Mitglieder und Kandidaten der SED. Informationen 1988/4, Nr. 245, S. 4. 6 Informationen zu aktuellen Meinungsäußerungen aus der DDR-Bevölkerung. BStU, MfS, HA II 32 903, Bl. 9. 7 Ich zeige an. Gedächtnisprotokolle. Hrsg. vom Stadtjugendpfarramt Berlin, Berlin 1989. 8 Abgedruckt bei: Volker Gransow, Konrad H. Jarausch (Hrsg.): Die deutsche Vereinigung. Dokumente zur Bürgerbewegung. Annäherung und Beitritt. Köln 1991, S. 57. 9 Hans-Hermann Hertle, Gerd-Rüdiger Stephan (Hrsg.): Das Ende der SED. Die letzten Tage des Zentralkomitees. 2. Aufl., Berlin 1997, S. 448, 457. 10 Neues Deutschland vom 29.11. 1989. 11 Hertle, Stephan (Hrsg.): Das Ende der SED, S. 469. 12 Hilsberg: SPD wird stärkste Gruppierung, in: Extra Blatt. Zeitung für die Bürger der DDR, hrsg. vom Vorstand der SPD, Februar/März 1990, S. 2. 13 1:1 vorher, 2:1 nachher. Das ist Wahlbetrug. Neuwahlen!!!, in: das blatt. Unabhängige überregionale Wochenzeitung vom 3.4. 1990, Titelseite. 14 Wolf Biermann: Über das Geld und andere Herzensdinge. Prosaische Versuche über Deutschland. Köln 1991, S. 111. 15 Wolfgang G. Gibowski: Demokratischer (Neu-)Beginn in der DDR. Dokumentation und Analyse der Wahl vom 18. März 1990, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen 21 (1990), S. 20, Tab. 10. Anmerkungen290 | 16 Aus: ebenda S. 14 (Tab. 3). Die Angaben erfolgen in Prozent. 17 Für die Grüne Partei/UFV stimmten 8,7 % dieser Gruppe, sonst lag der Wert in dieser Sozialgruppe immer unter der vom Bündnis 90. 18 Jürgen W. Falter: Wahlen 1990. Die demokratische Legitimation für die deutsche Einheit mit großen Überraschungen, in: Eckhard Jesse, Armin Mitter (Hrsg.): Die Gestaltung der deutschen Einheit. Geschichte – Politik – Gesellschaft. Bonn 1992, S. 170. 3 | 1990: das letzte, unglaubliche Jahr der DDR 1 Evelyne Fischer: Soziales Verhalten im Umbruchprozeß, in: Hansgünter Meyer (Hrsg.): Soziologen-Tag Leipzig 1991. Soziologie in Deutschland und die Transformation großer gesellschaftlicher Systeme. Berlin 1992, S. 218 – 223. 2 Marianne Birthler: Halbes Leben. Ganzes Land. Ganzes Leben. Erinnerungen. München 2014, S. 289. 3 Jan Priewe, Rudolf Hickel: Der Preis der Einheit. Bilanz und Perspektiven der deutschen Vereinigung. Frankfurt/M. 1991, S. 91. 4 Ulrike Füssel: Ein Reifenwechsel in voller Fahrt. Die Lage in den DDR- Betrieben ist schlimmer als befürchtet, in: Frankfurter Rundschau vom 8.8. 1990. 5 Hartmut Wendt: Die deutsch-deutschen Wanderungen – Bilanz einer 40jährigen Geschichte von Flucht und Ausreise, in: Deutschland Archiv 24 (1991) 4, S. 393 (Tab. 4). 6 Gunnar Winkler (Hrsg.): Sozialreport 1995. Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesländern. Berlin 1995, S. 60. Diese Zahl enthält weder Pendler noch nicht registrierte «Wanderer», von denen es in beiden Kategorien Zehntausende gab. 7 «Unsere Lage ist verzweifelt» (Interview mit Regine Hildebrandt), in: Der Spiegel vom 14.5. 1990, Nr. 20, S. 123. Allerdings in derselben Woche im Ton anders: «Ich rechne mit dem Schlimmsten» (Interview mit Regine Hildebrandt), in: stern vom 17.5. 1990. 8 «Das Problem, das uns vor die Füße fällt: Massenarbeitslosigkeit» (Interview mit Manfred Stolpe), in: Frankfurter Rundschau vom 22.5. 1990. 9 «Das Problem heißt Massenarbeitslosigkeit» (Interview mit Regine Hildebrandt), in: Frankfurter Rundschau vom 21.7. 1990. 10 Neue Grundlöhne, Tarife und Zuschläge für 2,8 Millionen, in: Neues Deutschland vom 9.2. 1990. 11 «Wir sitzen hier am kürzeren Hebel» (Interview mit Finanzminister Walter Romberg), in: Nürnberger Nachrichten vom 23.4. 1990. 12 Die Angaben sind grob zusammengefasst nach den weitaus detaillierteren Befragungsergebnissen in: Winkler (Hrsg.): Sozialreport 1995, S. 147. 13 Gunar Winkler (Hrsg.): Sozialreport 1994. Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesländern. Berlin 1994, S. 88. Anmerkungen | 291 14 Statistisches Amt der DDR: Kennziffernsammlung 1990. Berlin 1990 (Redaktionsschluss 20.8. 1990), S. 68. 15 «Es rumpelt in den Betrieben», in: Der Spiegel vom 26.11. 1990, Nr. 48, S. 130 – 133; Westfirmen heuern aus der DDR Bauarbeiter zu Billigst-Löhnen an, in: Westfälische Rundschau vom 25.9. 1990; Neue Dimension illegaler Leiharbeit: Billiglöhne für Männer aus der DDR, in: Die Welt vom 26.9. 1990; Mitarbeiter zweiter Klasse, in: Die Zeit vom 19.10. 1990. 16 Vgl. Bundesanstalt für Arbeit: Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern – Ausgangsbedingungen und Einsatz aktiver Arbeitsmarktpolitik im ostdeutschen Transformationsprozess, in: Materialien der Enquete-Kommission «Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit». Baden-Baden 1999, Band III/3, S. 2806 – 2874. 17 Dass «eine kaum bezifferbare Zahl» sich gar nicht bei den Arbeitsämtern meldete, kam hinzu, vgl.: Im Westen geheuert, im Osten gefeuert, in: die tageszeitung vom 5.10. 1990. 18 Gerhard A. Ritter: Der Preis der deutschen Einheit. Die Wiedervereinigung und die Krise des Sozialstaats. München 2007, S. 187. 19 Manfred Wilke, Hans-Peter Müller: FDGB. Vom alten Herrschaftsapparat zu neuer Gewerkschaftsmacht? St. Augustin 1990, S. 47; Gerhard A. Ritter: Die Sozialpolitik der deutschen Vereinigung. Arbeitsbeziehungen, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt (= Schriften der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, Heft 31). Bochum 2010, S. 16. 20 Werner Milert, Rudolf Tschirbs: Die andere Demokratie. Betriebliche Interessenvertretung in Deutschland, 1848 bis 2008. Essen 2012, S. 600. 21 Siehe dazu unten den Abschnitt «Der Zusammenbruch der Arbeitsgesellschaft», S. 138 – 146. 22 Anfang August 1990 kam der 14. Oktober ins Gespräch, Mitte August ist dann der 3. Oktober 1990 bestimmt worden. 23 Rainer Geißler: Die Sozialstruktur Deutschlands. Aktuelle Entwicklungen und theoretische Erklärungsmodelle. Bonn 2010, S. 16. 24 Peter Förster, Günter Roski: DDR zwischen Wende und Wahl. Meinungsforscher analysieren den Umbruch. Berlin 1990, S. 67. 25 Ebenda, S. 68 – 69. 26 Ebenda, S. 82 – 84. 27 Ebenda, S. 86. 28 Ebenda, S. 89, 90. 4 | Der Beitritt: alternativlos? 1 Helmut Kohl: Erinnerungen 1982 – 1990. München 2005, S. 1071. 2 Ders.: Ich wollte Deutschlands Einheit. Berlin 1996, S. 295. 3 Der Zentrale Runde Tisch. Wortprotokoll und Dokumente. Band III: Neuer Machtkampf. Hrsg. Uwe Thaysen, Opladen 2000, S. 785. Anmerkungen292 | 4 Ebenda, S. 787. 5 Ebenda, S. 789. 6 Ebenda, S. 790. 7 Wolfgang Schäuble: Der Vertrag. Wie ich über die deutsche Einheit verhandelte. Stuttgart 1991, S. 30. 8 Ebenda, S. 141. 9 Jürgen Habermas: Die zweite Lebenslüge der Bundesrepublik, in: Die Zeit vom 11.12. 1992. 10 Jürgen Kocka: Nur keinen neuen Sonderweg, in: Die Zeit vom 19.10. 1990. 11 Bunte vom 16.11. 1989, Nr. 47, S. 1. 12 Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. München 2014, S. 1153 – 1155. 13 Karl Marx, Friedrich Engels: Werke. Bd. 28, Berlin 1970, S. 12. 14 Die Zahl wird meist mit 500 000 oder noch mehr angegeben. Diese Zahl stimmt nicht, siehe dazu: Kowalczuk: Endspiel, S. 456. 15 «Wir waren abgedriftet». Bürgerrechtler, Funktionäre und Intellektuelle der ehemaligen DDR über ihre Träume im Wendeherbst 89, in: Der Spiegel vom 7.11. 1994, Nr. 45, S. 41, 43. 16 Ehrhart Neubert: Motive des Aufbruchs, in: Hubertus Knabe (Hrsg.): Aufbruch in eine andere DDR. Reformer und Oppositionelle zur Zukunft ihres Landes. Reinbek b. Hamburg 1989, S. 151. 17 Thomas Klein: Frieden und Gerechtigkeit. Die Politisierung der Unabhängigen Friedensbewegung in Ost-Berlin während der 80 er Jahre. Köln, Weimar, Wien 2007, S. 479. 18 Stefan Heym: Aschermittwoch in der DDR, in: Der Spiegel vom 4.12. 1989, Nr. 49, S. 55. 19 Ebenda, S. 58. 20 Zit. in: Rudolf Augstein: Er kann es wirklich nicht, in: Der Spiegel vom 12.3. 1990 (Nr. 11/1990), S. 27. 21 Wolf Lepenies: Folgen einer unerhörten Begebenheit. Die Deutschen nach der Vereinigung. Berlin 1992, S. 25. 22 Exemplarisch: Richard Schröder: Irrtümer über die deutsche Einheit. Aktualisierte und erweiterte Ausgabe. Freiburg, Basel, Wien 2014, S. 199. 23 Siehe neben den Volkskammerprotokollen die Dokumentation der relevanten Plenarprotokolle in: Erich Fischer, Werner Künzel (Hrsg.): Verfassungsdiskussion und Verfassungsgebung 1990 bis 1994 in Deutschland. Kommentare und Dokumente. Schkeuditz 2005, Bd. 2, S. 62 – 208. 24 Vgl. In freier Selbstbestimmung. Für eine Gesamtdeutsche Verfassung mit Volksentscheid. Berlin, Köln, Leipzig 1990 (die Liste der Erstunterzeichner- Innen: S. 22 – 23). 25 Vgl. Martin Pfeiffer, Manfred Fischer (Hrsg.): Markierungen. Auf dem Weg zu einer gesamtdeutschen Verfassung. Ein Symposium. Bad Boll 1990. 26 Deren Stellungnahmen und die vieler weiterer Experten in: Bernd Guggen- Anmerkungen | 293 berger, Tine Stein (Hrsg.): Die Verfassungsdiskussion im Jahr der deutschen Einheit. München, Wien 1991. 27 Vgl. Fischer, Künzel (Hrsg.): Verfassungsdiskussion und Verfassungsgebung, Bd. 2, S. 468 – 512 sowie Bd. 3. 28 Dieter Grimm: Auf Bewährung, in: FAZ vom 10.12. 2018; Thomas von Danwitz: Wert und Werte des Grundgesetzes, in: FAZ vom 21.1. 2019. 29 Schröder: Irrtümer über die deutsche Einheit, S. 201. 30 Heinrich August Winkler: Mit Skepsis zur Einheit, in: Die Zeit vom 28.9. 1990, Nr. 40. 31 Norbert Lammert (Hrsg.): Verfassung – Patriotismus – Leitkultur. Was unsere Gesellschaft zusammenhält. Hamburg 2006 (die Bundeszentrale für politische Bildung brachte eine Ausgabe im Rahmen ihrer Schriftenreihe heraus; auch dort scheint niemandem dieses krasse Missverhältnis aufgefallen zu sein). Es handelt sich um Lale Akgün, Seyran Ates, Ekin Deligöz, Hakki Keskin und Faruk Sen. 32 Schäuble: Der Vertrag, S. 254. 33 Volkskammer der DDR, 10. WP, 8. Tagung (Sondertagung), 21.5. 1990, S. 225. 34 Ebenda, S. 218. 35 Volkskammer der DDR, 10. WP, 16. Tagung, 21.6. 1990, S. 569. 36 Volkskammer der DDR, 10. WP, 38. Tagung, 2.10. 1990, S. 1865. 37 Ebenda, S. 1867. 38 Ebenda, S. 1871. 39 Ebenda, S. 1868. 5 | Keine Ehe unter Gleichen: die Konstruktion «des Ostdeutschen» 1 Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen. 3. Aufl., Berlin 2019. Lediglich auf S. 133 werden «Altmieter» wie verdrängte Altlasten erwähnt. Und einmal wird «Ost-PVC» erwähnt. Ansonsten glänzt der Osten, in diesem Prenzlauer Berg-Roman, durch eine erstaunliche Abwesenheit, obwohl es u. a. um Wohnungskündigung geht. 2 Das sehr erfolgreiche und fraglos anregende Buch von Frank Bösch: Zeitenwende 1979. Als die Welt von heute begann. 5. Aufl., München 2019, scheitert natürlich mit seiner Grundthese, 1979 sei «das» zäsurbildende Jahr gewesen, weil es historische Dynamiken simplifiziert, Entwicklungen harmonisiert und dabei unpräzise konstruieren muss, um «1979» von «1989» oder «1982» oder «1973» oder welchem Jahr auch immer abzusetzen. Ist es Zufall, dass das Buch 2019 erschienen ist? Es wäre interessant, ob sich ein Buch mit einer solchen waghalsigen These, zumal von einem Historiker, auch in einem Jahr ohne Jubiläum durchsetzen würde. 3 Rainer Faus, Simon Storks: Im vereinten Deutschland geboren – in den Einstellungen gespalten? OBS-Studie zur ersten Nachwendegeneration. Otto- Brenner-Stiftung, Frankfurt/M. 2019. Anmerkungen294 | 4 Thomas Ahbe: Die Konstruktion der Ostdeutschen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 41 – 42/2004, S. 20 – 21. 5 Die Zahlen bei: Heinrich August Winkler: Nationalismus, Nationalstaat und nationale Frage in Deutschland seit 1945, in: ders., Hartmut Kaelble (Hrsg.): Nationalismus – Nationalitäten – Supranationalität. Stuttgart 1993, S. 24. 6 Niklas Luhmann: Immer noch Bundesrepublik? Das Erbe und die Zukunft, in: Otthein Rammstedt, Gert Schmidt (Hrsg.): BRD ade! Vierzig Jahre in Rück-Ansichten von Sozial- und Kulturwissenschaftlern. Frankfurt/M. 1992, S. 99. 7 Jürgen Habermas: Nachholende Revolution und linker Revisionsbedarf. Was heißt Sozialismus heute?, in: ders.: Die nachholende Revolution. Kleine politische Schriften VII. Frankfurt/M. 1990, S. 197. 8 Als heilender Schnelleinstieg geeignet: Serres: Was genau war früher besser? 9 Bösch: Zeitenwende 1979. 10 Sehr anschaulich: Thomas Ahbe, Rainer Gries, Wolfgang Schmale (Hrsg.): Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990. Leipzig 2009 (bes. der Beitrag von Juliette Wedl). 11 Arnulf Baring: Deutschland, was nun? Ein Gespräch mit Dirk Rumberg und Wolf Jobst Siedler. Berlin 1991, S. 50 – 51. 12 Ebenda, S. 52 – 53. 13 Ebenda, S. 55. 14 Ebenda, S. 59. 15 Ebenda, S. 59. 16 Ebenda, S. 64. 17 Ebenda, S. 57 – 58. 18 Brigitte Werneburg: Zu kultiviert für die Nazis? Wohl kaum, in: die tageszeitung vom 24.2. 2019. 19 Johannes Niermann, Identitätsfindung von Jugendlichen in den neuen Bundesländern, September 1991, für den Deutschen Bundestag, Ausschuss für Frauen und Jugend, Ms., S. 3. 20 Ebenda, S. 6. 21 Ebenda, S. 11. 22 Ebenda, S. 11. 23 Ebenda, S. 12. 24 Ebenda, S. 13 – 14. 25 Ebenda, S. 27. 26 Ebenda, S. 34. 27 Differenzierter: Ines Geipel: Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass. Stuttgart 2019, S. 116. 28 Jürgen Schneider: Das Prinzip Mißtrauen, in: Der Spiegel 34/1998, S. 47. 29 Christian Pfeiffer: Anleitung zum Haß, in: Der Spiegel 12/1999, S. 63. 30 Detlef Pollack: Sozialstruktur und Mentalität in Ostdeutschland, in: Hansgünter Meyer (Hrsg.): Soziologen-Tag Leipzig 1991. Soziologie in Deutschland und die Transformation großer gesellschaftlicher Systeme. Berlin 1992, Anmerkungen | 295 S. 275; ähnlich: Annette Spellerberg: Lebensstile in West- und Ostdeutschland, in: Lars Clausen (Hrsg.): Gesellschaften im Umbruch. Verhandlungen des 27. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Halle an der Saale 1995. Frankfurt/M., New York 1996, S. 750 – 764; allg. z. B.: Jürgen W. Falter u. a. (Hrsg.): Sind wir ein Volk? Ost- und Westdeutschland im Vergleich. München 2006; Hendrik Berth, Elmar Brähler (Hrsg.): Deutsch-deutsche Vergleiche. Psychologische Untersuchungen 10 Jahre nach dem Mauerfall. Berlin 1999. 31 Jens Bisky: Die deutsche Frage. Warum die Einheit unser Land gefährdet. Berlin 2005, S. 142. 32 Monika Maron: «Peinlich, blamabel, lächerlich», in: Der Spiegel 35/1992, S. 136 – 141. 33 Geipel: Umkämpfte Zone. 34 Hans-Joachim Maaz: Das gestürzte Volk oder die unglückliche Einheit. Berlin 1991, S. 96 – 97. 35 Friedrich Tenbruck: Der Anfang vom Ende, in: Rammstedt, Schmidt (Hrsg.): BRD ade, S. 59. 36 Ebenda, S. 56. 37 Ebenda, S. 57 – 58. 6 | Blühende Landschaften? Die wirtschaftliche Übernahme Ostdeutschlands und ihre Profiteure 1 Abstrakter zu dem Problem: Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert, S. 121 – 135. 2 Tomáš Sedláček: Die Ökonomie von Gut und Böse. München 2012. 3 Andrew Sayer: Warum wir uns die Reichen nicht leisten können. München 2017, S. 390. 4 Jürgen Osterhammel, Niels P. Petersson: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen. 5., durchgeseh. Aufl., München 2012, S. 98. 5 Philipp Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa. Aktualisierte Ausgabe, Berlin 2016, S. 94. 6 Priewe, Hickel: Der Preis der Einheit, S. 75. 7 Gerlinde Sinn, Hans-Werner Sinn: Kaltstart. Volkswirtschaftliche Aspekte der deutschen Vereinigung. 3., überarb. Aufl., München 1993, S. 87. 8 Edgar Most: Fünfzig Jahre im Auftrag des Kapitals. Gibt es einen dritten Weg? Berlin 2009, S. 161 – 180. 9 Andreas Rödder: 21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart. München 2015, S. 203. 10 Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent, S. 96. 11 Jörg Roesler: Aufholen, ohne einzuholen! Ostdeutschlands rastloser Wettlauf 1965 – 2015. Ein ökonomischer Abriss. Berlin 2016, S. 113. 12 Sehr einflussreich für die These von der Alternativlosigkeit ist: Karl-Heinz Anmerkungen296 | Paqué: Die Bilanz. Eine wirtschaftliche Analyse der deutschen Einheit. München 2009; ähnlich argumentierend: Franz Schuster: Thüringens Weg in die soziale Marktwirtschaft. Köln, Weimar, Wien 2015. 13 Rai Renken, Werner Jenke: Wirtschaftskriminalität im Einigungsprozess, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 32 – 33/2001, S, 23 – 29. 14 Roesler: Aufholen, ohne einzuholen, S. 146. 15 Lothar Späth: Leuchttürme statt Fackeln, in: Die deutsche Einheit. Stern-Zeitgeschichte 2000, S. 26 – 27. 16 Exemplarisch: Michael Schäfer: Schocktherapie und Leuchtturmbau: Wirtschaft in Sachsen nach 1990, in: Konstantin Hermann (Hrsg.): Sachsen seit der Friedlichen Revolution. Tradition, Wandel, Perspektiven. Dresden 2010, S. 170 – 180. 17 Jörg Roesler: Vom Kombinatsbetrieb zur verlängerten Werkbank. Beabsichtige und unbeabsichtigte Folgen der Treuhandprivatisierung, in: Deutschland Archiv 42: (2009) 3, S. 471. 18 Jörg Roesler: Ostdeutsche Wirtschaft im Umbruch. 1970 – 2000. Bonn 2003, S. 110 – 111; Christoph Dieckmann: Ostdeutschland steht auf der Kippe, in: Die Zeit vom 4.1. 2001 (https://www.zeit.de/2001/02/Ostdeutschland_steht_auf_ der_Kippe). 19 Rolf Hochhuth: Wessis in Weimar. Szenen aus einem besetzten Land. Mit einem Anhang: Das Stück in der Diskussion. 3. Aufl., München 2000, S. 28. 20 Marcus Böick, Constantin Goschler: Studie zur Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt. Bochum 2017 (https://www.bmwi.de/ Redaktion/DE/Publikationen/Studien/wahrnehmung-bewertung-der-arbeit-der-treuhandanstalt-lang.pdf?__blob=publicationFile&v=22). 21 Zit. auf der Rückseite des Buches von: Dirk Laabs: Der deutsche Goldrausch. Die wahre Geschichte der Treuhand. München 2012. 22 Holger Kohle: Die Kreditpolitik, in: Hannes Bahrmann, Christoph Links (Hrsg.): Am Ziel vorbei. Die deutsche Einheit – Eine Zwischenbilanz. Berlin 2005, S. 144 – 159. 23 Marcus Böick: Die Treuhandanstalt 1990 – 1994. Erfurt 2015, S. 92. 24 Marcus Böick: Die Treuhand. Idee – Praxis – Erfahrung, 1990 – 1994. Göttingen 2018, S. 733. 25 Vgl. Treuhandanstalt (Hrsg.): Dokumentation 1990 – 1994. 15 Bände, Berlin 1994. 26 Böick: Die Treuhand. 27 Zu den Einzelheiten siehe u. a.: Gerhard Jüttmann: Allgemeines und Privates vom Kampf in Bischofferode, in: Ulla Plener (Hrsg.): Die Treuhand – Der Widerstand in Betrieben der DDR – Die Gewerkschaften (1990 – 1994). Berlin 2011, S. 85 – 95; Laabs: Der deutsche Goldrausch, S. 297 – 300; Otto Köhler: Die große Enteignung. Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte. Berlin 2011, S. 57 – 92. 28 BMWI, 20 Jahre Wismut-GmbH. Sanieren für die Zukunft. Berlin 2011 Anmerkungen | 297 (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/wismut. pdf?__blob=publicationFile&v=3). 29 Franz-Josef Brüggemeier: Grubengold. Das Zeitalter der Kohle von 1750 bis heute. München 2018, S. 378. 30 Ebenda, S. 382. 31 Böick: Die Treuhand, S. 459. 32 Als Zahlen liegen zugrunde: Statistisches Jahrbuch der DDR 1990. Berlin 1990, S. 27*; Köhler: Die große Enteignung, S. 68. 33 Dass dies kein Einzelfall war, solch ein Erbe auszuschlagen, deutet an: Regine Hildebrandt: «Wir werden ein Volk von Rentnern sein.» Deindustrialisierung und soziale Entwurzelung als Folge der Treuhandpolitik, in: Rüdiger Liedtke (Hrsg.): Die Treuhand und die zweite Enteignung der Ostdeutschen. München 1993, S. 80. 34 Thomas G. Betz: Die Eigentumsfrage, in: Bahrmann, Links (Hrsg.): Am Ziel vorbei, S. 110. 35 So der Titel einer mdr-Dokumentation in fünf Teilen. Erschienen als 3fach- DVD-Ausgabe 2018. 36 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155713/umfrage/anteil-der-buerger-mit-wohneigentum-nach-bundesland/. 37 Vgl. etwa: Daniela Dahn: Wir bleiben hier oder Wem gehört der Osten. Vom Kampf um Häuser und Wohnungen in den neuen Bundesländern. Reinbek bei Hamburg 1994. 38 Siehe die Fallstudie von: Jan Wielgohs: Transformationspolitik zwischen Liberalisierungsambitionen und Erfordernissen sozialer Stabilitätssicherung: Die Transformation des ostdeutschen Wohnungswesens, in: Helmut Wiesenthal (Hrsg.): Einheit als Interessenpolitik. Studien zur sektoralen Transformation Ostdeutschlands. Frankfurt/M., New York 1995, S. 194 – 259. 39 Die Sinns haben ein realistisches Beispiel konstruiert, das anhand verschiedener legitimer Besitzer zeigt, wie schwierig die Rückgabepraxis im Einzelnen sich gestaltete, vgl. Sinn, Sinn: Kaltstart, S. 116. 40 Sehr ausgewogen: ebenda, S. 101 – 121; Betz: Die Eigentumsfrage, S. 107 – 123; Argumente gegen das angewandte Prinzip lässt nicht gelten: Schröder: Irrtümer über die deutsche Einheit, S. 172 – 176. 41 Knapp und sehr überzeugend: Schröder: Irrtümer über die deutsche Einheit, S. 177 – 187. 42 Hans Luft: Zur Entwicklung der ostdeutschen Landwirtschaft, in Deutschland Archiv 29 (1996) 3, S. 426. 43 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Datenreport 1997. Bonn 1997, S. 279. 44 Tanja Busse: Die Landwirtschaft, in: Bahrmann, Links (Hrsg.): Am Ziel vorbei, S. 124 – 141. 45 Matwej Burlakow: Wir verabschieden uns von Freunden. Der Abzug. Aufzeichnungen des Oberkommandierenden der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte. Bonn 1994. 46 Einen populären Überblick bei: Erik Lindner: Auf der Suche nach dem Anmerkungen298 | Nudossi- Äquator. Karrierewege bekannter DDR-Marken bis heute. Hamburg 2015; Rainer Gries: Der Geschmack der Heimat. Bausteine zu einer Mentalitätsgeschichte der Ostprodukte nach der Wende, in: Deutschland Archiv 27 (1994) 10, S. 1041 – 1058. 47 Zu den Einzelheiten: Christoph Links: Das Schicksal der DDR-Verlage. Die Privatisierung und ihre Konsequenzen. Berlin 2016. 48 Christoph Links: Die Ergebnisse der Privatisierung einer ganzen Branche: Das Schicksal der ostdeutschen Verlage nach 1990, in: Zeitgeschichte Online März 2019 (https://zeitgeschichte-online.de/thema/die-ergebnisse-der-privatisierung-einer-ganzen-branche-das-schicksal-der-ostdeutschen-verlage). 49 «Man kann Bücher nicht einfach aussperren». Interview mit Christoph Links von Susanne Messmer, in: die tageszeitung vom 8./9.12. 2018. 50 Christoph Links, E-Mail an den Verfasser vom 9.2. 2017. 7 | Tabula rasa: die soziale Katastrophe 1 Staatsbürgerkunde. Lehrbuch für Klasse 10. Berlin 1982, S. 162. Es wurde erarbeitet von einem Autorenkollektiv der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. 2 Dialektischer und historischer Materialismus. Lehrbuch für das marxistischleninistische Grundlagenstudium. 14. Aufl., Berlin 1987, S. 453. Dieses Lehrbuch wurde von Mitarbeitern einer Arbeitsgruppe beim Ministerium für das Hoch- und Fachschulwesen erarbeitet, die an verschiedenen Universitätsund Partei-Instituten für Marxismus-Leninismus arbeiteten. Es war für alle Studierenden in der DDR verbindlich. 3 Regine Hildebrandt: «Wir werden ein Volk von Rentnern sein», S. 79. 4 Diese Zahl nach: Deutscher Bundestag, 13. WP, Materialien zur Deutschen Einheit und zum Aufbau in den neuen Bundesländern, Drucksache 13/2280 vom 8.9. 1995, S. 61. Alle anderen Angaben nach: Statistisches Jahrbuch der DDR 1990. Berlin 1990. 5 Ralf Dahrendorf: Gesellschaft und Demokratie in Deutschland. München 1965, S. 453. 6 Ebenda, S. 459. 7 A connected society: a strategy for tackling loneliness. Laying the foundations for change, 2018, October, 15th. (https://www.gov.uk/government/publications/a-connected-society-a-strategy-for-tackling-loneliness); Government’s work on tackling loneliness. This page brings together Government’s work and announcements on loneliness, 2018, June, 19th. (https://www.gov. uk/government/collections/governments-work-on-tackling-loneliness#history), Aufruf am 31.12. 2018. 8 Alle Zahlen in: Winkler: Friedliche Revolution und deutsche Vereinigung, Band II, S. 593 – 600. 9 Serres: Was genau war früher besser? Anmerkungen | 299 10 Vermögen der Deutschen steigen auf breiter Front, in: FAZ vom 16.4. 2019, S. 17. 11 Zur Vermögensbildung siehe: Ulrich Busch: Polarisierende Konvergenz. Zur Ost-West-Diskrepanz privater Vermögensverhältnisse, in: ders., Michael Tho mas (Hrsg.): Ein Vierteljahrhundert Deutsche Einheit. Facetten einer unvollendeten Integration. Berlin 2015, S. 165 – 188. 12 Peter Bender: Unsere Erbschaft. Was war die DDR – was bleibt von ihr? Hamburg, Zürich 1992, S. 116. 13 Gunnar Winkler (Hrsg.): Sozialreport 1994, S. 88. 14 Gunnar Winkler: Friedliche Revolution und deutsche Vereinigung 1989 – 2017, Band II Nachhaltige Stabilisierung ungleicher Lebensverhältnisse zwischen Ost und West. Zusammenfassende Auswertung der 25 Wellen der repräsentativen Befragung «Leben in den neuen Ländern» seit 1990. Berlin 2018, S. 296. 15 Besonders arrogant sind die beiden Essaysammlungen von: Klaus Bittermann (Hrsg.): Der rasende Mob. Die Ossis zwischen Selbstmitleid und Barbarei. 2. Aufl., Berlin 1993 (wer glaubt, Roger Willemsen sei durch und durch ein Feingeist gewesen, sollte seinen Beitrag «Gehe nicht über Los!» in diesem Band lesen); ders. (Hrsg.): It’s a Zoni. Zehn Jahre Wiedervereinigung. Die Ossis als Belastung und Belästigung. 2. Aufl., Berlin 1999 (hier stellt Joseph von Westphalen wenigstens fest, dass die Abneigung gegenüber den Ossis im Westen einer Form von Selbsthass entspringe, S. 147 – 148). 16 Kurt Sontheimer: Das Elend unserer Intellektuellen. Linke Theorie in der Bundesrepublik Deutschland. Hamburg 1976, S. 276. 17 Vgl. als Beispiel aus einem politischen Spektrum ebenso undifferenziert: Thomas Roethe: Arbeiten wie bei Honecker, leben wie bei Kohl. Ein Plädoyer für das Ende der Schonfrist. Frankfurt/M. 1999. 18 Besonders auffällig in dem vielgelobten Werk von: Wolfgang Engler: Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land. Berlin 1999. Ich habe das Buch, als Ausnahme in der öffentlichen Diskussion, damals einer sehr kritischen Betrachtung unterzogen, in: Horch und Guck 8 (1999) 27, S. 71 – 73. Auch in seinem neuesten Buch kommen die geflüchteten und weggezogenen Ostdeutschen nicht vor, vgl. Wolfgang Engler, Jana Hensel: Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein. Berlin 2018. 19 Wendt: Die deutsch-deutschen Wanderungen, S. 387. Zuzüge in dieser Zeit gab es etwa in Höhe einer halben Million. 20 Hartmut Wendt: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland: Kontinuität im Westen und Wandel im Osten, in: Deutschland Archiv 32 (1999) 4, S. 619. 21 Interessanterweise sind diese und viele andere Trends von folgendem (ostdeutschen) Wissenschaftler ziemlich exakt prognostisch errechnet worden: Matthias Förster: Die neuen Bundesländer. Prognose ihrer demographisch- ökonomischen Entwicklung 1990 bis 2040. Berlin, Bern 1992. Die Studie hat nicht die Beachtung gefunden, die sie verdient gehabt hätte. 22 Abgedruckt in: Gunnar Winkler: Friedliche Revolution und deutsche Verei- Anmerkungen300 | nigung 1989 bis 2017. Band 1: Die letzten Jahre davor – Studien zur sozialen Lage in der DDR 1985 bis 1989. Geheim bis zum Ende der DDR und dem Beginn der friedlichen Revolution 1989. Berlin 2018, S. 29 (Studie von 1985), S. 626 (Studie von 1989). 23 Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert, S. 114 – 118. 24 Frank Adler, Albrecht Kretzschmar: Ungleichheitsstrukturen in der ehemaligen DDR, in: Rainer Geißler (Hrsg.): Sozialer Umbruch in Ostdeutschland. Opladen 1993, S. 93 – 118; Christoph Lorke: Armut im geteilten Deutschland. Die Wahrnehmung sozialer Randlagen in der Bundesrepublik und der DDR. Frankfurt/M., New York 2015. 25 Vgl. dazu: Hartmut Kaelble: Sozialgeschichte Europas. 1945 bis zur Gegenwart. München 2007; ders.: Mehr Reichtum, mehr Armut. Soziale Ungleichheit in Europa vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Frankfurt/M., New York 2017. 26 Facundo Alvaredo u. a. (Hrsg.): Die weltweite Ungleichheit. Der World Inequality Report 2018. München 2018. 27 Christoph Lorke: Von alten und neuen Ungleichheiten. «Armut» in der Vereinigungsgesellschaft, in: ders., Thomas Großbölting (Hrsg.): Deutschland seit 1990. Wege in die Vereinigungsgesellschaft. Stuttgart 2017, S. 277. 28 Die Studie zeigt auch methodisch, wie deutsche Geschichte vor und nach 1989 nicht nur künstlich miteinander verknüpft werden kann, vgl. Anja Schrö ter: Ostdeutsche Ehen vor Gericht. Scheidungspraxis im Umbruch 1980 – 2000. Berlin 2018. 29 Der große Duden. 18. Neubearbeitung 1985. 1. Aufl., Leipzig 1985, S. 151. 30 Z.B: Der Große Brockhaus. Handbuch des Wissens in zwanzig Bänden. 6. Band: F – Gar. 15., völlig neubearb. Aufl., Leipzig 1930, S. 133. 31 BI Universallexikon in fünf Bänden. Band 2: DOM  – INTA. Leipzig 1986, S. 139. 32 Viele Zahlen bietet: Gunnar Winkler (Hrsg.): Frauenreport ’90. Berlin 1990; Hartmut Wendt: Familienbildung und Familienpolitik in der ehemaligen DDR. (= Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Materialien zur Bevölkerungswissenschaft, Sonderheft 22) Wiesbaden 1993. 33 Winkler: Friedliche Revolution und deutsche Vereinigung, Band II, S. 412. 34 Richard Hauser u. a.: Ungleichheit und Sozialpolitik. (= Berichte der KSPW, Bd. 2) Opladen 1996, S. 329. 35 Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Not am Mann. Vom Helden der Arbeit zur neuen Unterschicht. Lebenslagen junger Erwachsener in wirtschaftlichen Abstiegsregionen der neuen Bundesländer. Berlin 2007, S. 4. 36 DDR-Sexualforscher über den Osten. «Die meisten Menschen sind zärtlich». Interview mit Kurt Starke von Anja Majer, in: die tageszeitung vom 5.2. 2019. 37 Anja Schröter: Unabhängige Frauen. Geschlechterverhältnisse und Ehegattenunterhalt in der ostdeutschen Scheidungspraxis 1980 bis 2000, in: Großbölting, Lorke (Hrsg.): Deutschland seit 1990, S. 310. Anmerkungen | 301 38 Daniel Lois: East-West Couples: Distribution, Characteristics and Stability, in: Comparative Population Studies 40 (2015) 1, S. 16. 39 Ebenda, S. 21 – 24. 40 Versucht hat das, nicht ganz überzeugend: Hans-Jürgen Wirth: Szenen einer Ehe. Beziehungsdynamische Anmerkungen zu einem Fall von Wiedervereinigung, in: psychosozial 18 (1995) 1 (Nr. 59), S. 53 – 58. 41 Alexander Thumfart: Die politische Integration Ostdeutschlands, Frankfurt/M. 2002, S. 788 – 814. 42 Zu dem umstrittenen Ausspruch siehe instruktiv: Patrick Bahners: Gerechtigkeit und Rechtsstaat. Noch einmal zum Ausspruch von Bärbel Bohley. Eine quellenkritische Untersuchung, in: FAZ vom 12.10.2020, S. 9. 43 40 Jahre SED-Unrecht. Eine Herausforderung für den Rechtsstaat. Erstes Forum des Bundesministers der Justiz am 9. Juli 1991 in Bonn. München, Frankfurt/M. 1991, S. 31 – 32. 44 Heinz Bude: Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft. München 2008, S. 131. 45 Thumfart: Die politische Integration Ostdeutschlands, S. 791; Winkler: Friedliche Revolution und deutsche Vereinigung, Band II, S. 394. 46 John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit. Frankfurt/M. 1979; ders.: Die Idee des politischen Liberalismus. Aufsätze 1978 – 1989. Frankfurt/M. 1994; ders.: Politischer Liberalismus. Frankfurt/M. 2003; ders.: Gerechtigkeit als Fairneß. Ein Neuentwurf. Frankfurt/M. 2003; ergänzend und kritisch dazu: Sen: Die Idee der Gerechtigkeit. 47 Raj Kollmorgen: Ostdeutschland. Beobachtungen einer Übergangs- und Teilgesellschaft. Wiesbaden 2005, S. 188. 48 Winkler: Friedliche Revolution und deutsche Vereinigung, Band II, S. 98. 8 | Kulturelle Hegemonie: der Elitenaustausch und die Entwertung ostdeutscher Kultur 1 Deutscher Bundestag, 13. WP, Materialien zur Deutschen Einheit und zum Aufbau in den neuen Bundesländern, Drucksache 13/2280 vom 8.9. 1995, S. 65; vgl. mit interessanten Beobachtungen: Arno Waschkuhn, Alexander Thumfart (Hrsg.): Politik in Ostdeutschland. Lehrbuch zur Transformation und Innovation. München, Wien 1999. 2 Schröder: Irrtümer über die deutsche Einheit, S. 191. 3 Claus Peter Müller: Wartburg mit Chauffeur, in: FAZ vom 2.10. 2010. 4 Wolfgang Frühwald: Erneuerung oder Kolonisierung? Forschungsförderung in den neuen Bundesländern, in: Deutschland Archiv 27 (1994) 8, S. 875 – 880. 5 Katrin Schmermund: Bund macht aus 47 Clustern 57. Die Ergebnisse der Exzellenzstrategie  – und ihr Zustandekommen, in: Forschung und Lehre 2018/11, S. 958 – 960. 6 Zit. in: Hans-J. Misselwitz: Nicht länger mit dem Gesicht nach Westen. Das neue Selbstbewusstsein der Ostdeutschen. Bonn 1996, S. 59, Fn. 52. Anmerkungen302 | 7 Krasse Beispiele namentlich nennt für Potsdam: Barbara Marshall: Die deutsche Vereinigung in Akademia: West- und Ostdeutsche im Gründungsprozess der Universität Potsdam 1990 – 1994. Berlin 2016. 8 Ausführlicher dazu: Ilko-Sascha Kowalczuk: Lehre und Forschung im SED- Staat. Universitäten und Hochschulen in der DDR, in: Deutschland Archiv 45 (2012) 1, S. 172 – 190; ders.: Die Linden-Universität und ihre Geschichte, in: Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat 2013/33, S. 137 – 158; das Problem zusammenfassend: ders.: Universitäten in der SED-Diktatur. Ein Problem aufriss, in: Livia Prüll, Christian George, Frank Hüther (Hrsg.): Universitätsgeschichte schreiben. Inhalte  – Methoden  – Fallbeispiele. Göttingen 2019, S. 123 – 153. 9 Exemplarisch: Jürgen Kocka: Vereinigungskrise. Zur Geschichte der Gegenwart. Göttingen 1995; «Ihr habt viele niedergemäht». Dieter Simon, der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, über die Zukunft der Forschung in der Ex- DDR, in: Der Spiegel vom 1.7. 1991 (Nr. 27), S. 41 – 47. 10 Siehe ausführlich dazu: Raj Kollmorgen: Aus dem Osten an die Spitze? Ostdeutsche in den bundesdeutschen Eliten, in: Berliner Debatte Initial 26 (2015) 2, S. 17 – 33; erw. und aktualisiert als: ders.: Außenseiter der Macht. Ostdeutsche in den bundesdeutschen Eliten, in: Busch, Thomas (Hrsg.): Ein Vierteljahrhundert Deutsche Einheit. S. 189 – 220. 11 Jürgen Angelow: Entsorgt und ausgeblendet. Elitenwechsel und Meinungsführerschaft in Ostdeutschland. 2., erw. Aufl., Potsdam 2017, S. 83. 12 Überzeugend, auch was die Frage der empirischen Stichhaltigkeit angeht, siehe die sehr überzeugende Argumentation von Raj Kollmorgen: Die falsche Therapie. Gegen die Kolonialisierungsgefühle des Ostens helfe eine Quote für Führungspositionen, heißt es, in: ZEIT im Osten Nr. 16/2019, 11. April 2019 (https://www.zeit.de/2019/16/ost-quote-fuehrungspositionenostdeutsche-herkunft-chancengleichheit). 13 Cicero 2019/2. 14 Frank Pergande: Verbotene Liebe, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15.3. 2015. 15 Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. München 2014, S. 1156. 16 Exemplarisch: Die Mauer in den Köpfen wird gerade wieder gebaut. Interview mit Frank Wolff, in: Cicero Online vom 23.2. 2019. 17 Siegfried Grundmann: Zur Akzeptanz und Integration von Beamten aus den alten in den neuen Bundesländern, in: Deutschland Archiv 27 (1994) 1, spez. Tabellen S. 35 – 37. 18 Michael Hartmann: Die Abgehobenen. Wie die Eliten die Demokratie gefährden. Frankfurt/M., New York 2018, S. 26. 19 Schriftstellerverband der DDR (Hrsg.): X. Schriftstellerkongress der DDR. Arbeitsgruppen. Berlin, Weimar 1988, S. 224 – 247. 20 Dokumentiert in: Hermann Vinke (Hrsg.): Akteneinsicht Christa Wolf. Zerrspiegel und Dialog. Eine Dokumentation. Hamburg 1993. Anmerkungen | 303 21 Heiner Müller: «Für alle reicht es nicht». Texte zum Kapitalismus. Frankfurt/M. 2017, S. 69 – 76. 22 Sehr anschaulich: Christoph Hein: Gegenlauschangriff. Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege. Berlin 2019, S. 77 – 81. 23 Annäherung an der Rute, in: Der Spiegel 10/2013, S. 48. 24 Aus dem Stenografischen Protokoll der Plenartagung, 16.7. 1990, abgedruckt in: Ulrich Dietzel, Gudrun Geißler (Hrsg.): Zwischen Diskussion und Disziplin. Dokumente zur Geschichte der Akademie der Künste (Ost), 1945/50 bis 1993. Berlin 1997, S. 557 (Dok. Nr. 318). 25 Stefan Heym: Offene Worte. Gespräche, Reden, Essays, 1998 – 2001. München 2003, S. 112 – 115. 26 Christoph Hein: Tage im Herbst. Tagebuchnotizen, in: NBI 1/1990 vom 28.12. 1989, S. 18. 27 Wolfgang Hilbig: Wie wir zu DDR-Bürgern wurden, in: Freitag vom 31.1. 1997. 9 | Das zweite Leben der Stasi: Vergangenheitsaufarbeitung und ihre Folgen 1 Ausführlich: Ilko-Sascha Kowalczuk, Die Hochschulen und die Revolution 1989/90. Ein Tagungsbeitrag und seine Folgen, in: Benjamin Schröder, Jochen Staadt (Hrsg.): Unter Hammer und Zirkel. Repression, Opposition und Widerstand an den Hochschulen der SBZ/DDR. Frankfurt/M. 2011, S. 365 – 408. 2 Vgl. Ilko-Sascha Kowalczuk: Einmal Stasi – immer Stasi?, in: bpb.de, 17.03. 2017, URL: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/stasi/240047/ einmal-stasi-immer-stasi?pk_campaign=nl2017-01-11&pk_kwd=240047. 3 Ilko-Sascha Kowalczuk: Stasi konkret. Überwachung und Repression in der DDR. München 2013. 4 Christoph Hein: Ansichtskarte einer deutschen Kleinstadt, leicht retuschiert, in: Michael Müller, Wolfgang Thierse (Hrsg.): Deutsche Ansichten. Die Republik im Übergang. Bonn 1992, S. 77. 5 Bundestagsdrucksache 17/13 581 vom 16.5. 2013 (Antwort der Bundesregierung). 6 Markus Decker: Zweite Heimat. Westdeutsche im Osten. Berlin 2014, S. 200. 7 Hanns-Christian Catenhusen: Die Stasi-Überprüfung im öffentlichen Dienst der neuen Bundesländer. Berlin 1999, S. 359 – 360. 8 Gerd Kühling: Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen in Berlin. Verfolgte des Dritten Reiches und geschichtspolitisches Engagement im Kalten Krieg 1945 – 1979. Berlin 2016. 9 Ausführlich die Dokumentation: Klaus Marxen, Gerhard Werle (Hrsg.): Strafj ustiz und DDR-Unrecht. Dokumentation in sieben Bänden. Berlin 2000 – 2009; als statistische Zusammenfassung sehr gut: dies., Petras Schäfter: Die Strafverfolgung von DDR-Unrecht. Fakten und Zahlen. Berlin 2007; im wissenschaftlichen Umfeld von Marxen und Werle entstand eine Vielzahl Anmerkungen304 | von Doktorarbeiten zum Themenfeld. Siehe außerdem die Dokumentation: Friedrich Wolff (Hrsg.): Das Politbüro vor Gericht. Mit einem Nachwort von Peter-Alexis Albrecht. Berlin 2016 (die Dokumentation ist wichtig, die «Analysen» fallen einseitig aus, der Herausgeber war Strafverteidiger von E. Honecker, M. Wolf oder H. Modrow; in der DDR war er neben Karl Friedrich Kaul und Wolfgang Vogel der bekannteste Rechtsanwalt; es gab in den 1980 er Jahren nur etwa 600 freie Anwälte in der DDR). 10 Hein: Gegenlauschangriff, S. 105 – 106. 11 Rainer Eckert, Ilko-Sascha Kowalczuk, Isolde Stark (Hrsg.): Hure oder Muse? Klio in der DDR. Dokumente und Materialien des Unabhängigen Historiker-Verbandes.  Berlin 1994; Rainer Eckert, Ilko-Sascha Kowalczuk, Ulrike Poppe (Hrsg.): Wer schreibt die DDR-Geschichte? Ein Historikerstreit um Stellen, Strukturen, Finanzen und Deutungskompetenz.  Berlin 1995; Krijn Thijs: Der Unabhängige Historiker-Verband und die Vereinigung der deutschen Geschichtswissenschaften 1990,  in: Die Versammelte Zunft.  Historikerverband und Historikertage in Deutschland 1893 – 2000, Göttingen 2018, S. 653 – 680; ders.: Gebrochene Geschichte. Lebenserfahrung und Historikerbegegnungen nach 1989, in: Franka Maubach, Christina Morina (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert erzählen: Zeiterfahrung und Zeiterforschung im geteilten Deutschland. Göttingen 2016, S. 387 – 448. 12 Im Vergleich dazu tatsächlich skandalöse Berufungspraxen schildert exemplarisch: Marshall: Die deutsche Vereinigung in Akademia. 13 Dritte Generation Ost. Wer wir sind, was wir wollen. Berlin 2012; in diesen Kontext gehören z. B. auch: Jana Hensel: Zonenkinder. Reinbek b. Hamburg 2002; Sabine Rennefanz: Eisenkinder. Die stille Wut der Wendegeneration. München 2013; siehe auch: Jana Simon: Die Generation Null, in: Tagesspiegel vom 22.10. 1998. 14 Stefan Heym: Filz. Gedanken über das neueste Deutschland. München 1992, S. 109. 15 Siehe die Manifeste: «Weil das Land sich ändern muss» (1992) und «Weil das Land Versöhnung braucht» (1993). Initiiert hatte sie Marion Dönhoff und gewann dafür u. a. Edzard Reuter, Richard Schröder, Helmut Schmidt, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Wolfgang Thierse, Friedrich Schorlemmer, Adam Michnik, Peter Bender. 16 Voltaire: Über die Geschichte. Ratschläge an einen Journalisten (1737), in: Fritz Stern, Jürgen Osterhammel (Hrsg.): Moderne Historiker. Klassische Texte von Voltaire bis zur Gegenwart. München 2011, S. 70. 17 Friedrich Schiller: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? Eine akademische Antrittsrede (1789), in: Wolfgang Hardtwig (Hrsg.): Über das Studium der Geschichte. München 1990, S. 23. 18 Die DDR-Show. Super Illu-Sonderheft 1/2003, S. 4. 19 Katarina Witt wird 50. Ein Interview, in: ZeitMagazin vom 19.3. 2015, Nr. 12, S. 16 – 22. 20 Petra Köpping: Integriert doch erst mal uns. Eine Streitschrift für den Osten. Anmerkungen | 305 Berlin 2018, S. 27. An anderer Stelle spricht sie noch von «Unrechtskommission» (ebenda, S. 156). 21 Viele neue Ideen enthält exemplarisch: Kerstin Brückweh, Marcus Böick (Hrsg.): Weder Ost noch West, in: Zeitgeschichte Online, 18. März 2019 (https:// zeitgeschichte-online.de/thema/weder-ost-noch-west). 10 | Ungebrochene Traditionen: Bürden der Vergangenheit als Last der Gegenwart 1 James Hawes: Die kürzeste Geschichte Deutschlands. Berlin 2018. 2 Davide Cantoni, Felix Hagemeister, Mark Westcott: Persistence and Activation of Right-Wing Political Ideology. München 2019 (https://rationalityand- competition.de/wp-content/uploads/discussion_paper/143.pdf). 3 Siehe dazu auch in diesem Buch die Anm. 2 auf S. 87. 4 Nach: Statistisches Jahrbuch der DDR 1990. Berlin 1990, S. 389. 5 Anetta Kahane: Von der ideologischen Schuldabwehr zur völkischen Propaganda, in: dies. u. a. (Hrsg.): Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR. Plädoyer für einen Paradigmenwechsel in der DDR-Zeitgeschichtsforschung. Frankfurt/M. 2018, S. 272. 6 Geschichte. Lehrbuch für Klasse 9. 13. Aufl., Berlin 1982, S. 156 – 157. 7 MfV, Lehrplan Geschichte Klasse 9. 3. Aufl., Berlin 1977. 8 Dietz-Geschichtskalender 1990. Berlin 1989, S. 172 – 173. 9 Jörn Schütrumpf: Eichmann – Kein Nachruf, in: ebenda, S. 110 (der Autor ist Historiker). 10 Anetta Kahane: Wirkung eines Tabus: Juden und Antisemitismus in der DDR, in: dies. u. a. (Hrsg.): Nach Auschwitz, S. 40. 11 Ingo Hasselbach: Die Abrechnung. Ein Neonazi steigt aus. Berlin, Weimar 1994. 12 Siehe die eindringliche Dokumentation «Wildes Herz» aus dem Jahr 2018, Regie Charly Hübner. 13 Neuerdings geht sie noch einen Schritt weiter und behauptet auf der Grundlage fragwürdigen Zahlenmaterials, «Ostdeutsche» und Muslime würden in Deutschland ähnlich benachteiligt: https://www.dezim-institut.de. 14 Der Soziologe Wolfgang Engler behauptet hingegen ohne Argumente, dies hänge ausschließlich mit den Erfahrungen seit 1990 zusammen: Wolfgang Engler, Jana Hensel: Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein. Berlin 2018, S. 51. 15 Abgedruckt in: Theodor W. Adorno: Eingriffe. Neun kritische Modelle. Frank furt/M. 1963, S. 126. 16 Alexis de Tocqueville: Über die Demokratie in Amerika. Stuttgart 1985, S. 145 – 149; John Stuart Mill: Über die Freiheit. Stuttgart 1988, S. 9 – 10. 17 Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Bericht zur polizeilichen Kriminalstatistik 2017. Berlin April 2018, S. 26, 32 – 40, 58, 71 – 72 (https:// Anmerkungen306 | www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/sicherheit/pks-2017.pdf;jsessionid=6FDA8C1EEAA72C68753AF51AFD23C 864.1_cid287?__blob=publicationFile&v=5). 18 Benedict Anderson: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. Frankfurt/M., New York 2005. 19 Exemplarisch: Walter Schmidt: Nationalgeschichte der DDR und das territorialstaatliche historische Erbe, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 29 (1981) 5, S. 399 – 404. 20 Art. Nationalbewußtsein, in: Kleines Politisches Wörterbuch. Neuausgabe 1988. Berlin 1989, S. 652 – 654. 21 Siehe auch: Art. Nationalbewußtsein, in: Kleines Politisches Wörterbuch. Berlin 1967, S. 429 – 430. 22 Antifaschismus und Rechtsradikalismus in der DDR. Protokoll der öffentlichen Anhörung vom 5.3. 1993, in: Materialien der Enquete-Kommission «Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland» (12. Wahlperiode des Deutschen Bundestages), hrsg. vom Deutschen Bundestag, Baden-Baden 1995, Band VII/1, S. 106. 23 Viele Beispiele und Herleitungen enthält das Standardwerk von: Susan Arndt, Nadja Ofuatey-Alazard (Hrsg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. 3. Aufl., Münster 2019. 24 Toni Morrison: Im Dunkeln Spielen. Weiße Kultur und literarische Imagination. Essays. Reinbek bei Hamburg 1994; Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. Münster 2005; Noah Sow: Deutsch land Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus. München 2008. 25 Zit. in: Susan Arndt: Die 101 wichtigsten Fragen: Rassismus. 3. Aufl., München 2017, S. 63. Mit «Amerikanern» meint Kant die «First Nations», die Men schen, die vor der Ankunft der Europäer dort lebten. 26 Ebenda. 27 Art. Rassismus, in: Kleines Politisches Wörterbuch. Neuausgabe 1988. Berlin 1989, S. 802. 28 Wulf D. Hund, Malina Emmerink: Rassismus und Kolonialismus, in: Marianne Bechhaus-Gerst, Joachim Zeller (Hrsg.): Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit. Berlin 2018, S. 292. 29 Victor Klemperer: LTI. Notizen eines Philologen. Nach der Ausgabe letzter Hand hrsg. von Elke Fröhlich, 26., durchgeseh. Aufl., Stuttgart 2015, S. 26; siehe auch: Judith Butler: Haß spricht. Zur Politik des Performativen. 5. Aufl., Frankfurt/M. 2016. 30 Jürgen Osterhammel: Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen. 5., akt. Aufl., München 2006, S. 121. 31 Nie zweimal in denselben Fluss. Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig. Lüdinghausen, Berlin 2018, S. 193 – 194. Anmerkungen | 307 11 | Politisch ein anderes Land? Der unverstandene Osten 1 Winkler: Friedliche Revolution und deutsche Vereinigung, S. 551. 2 Siehe im vorliegenden Buch auch S. 181–182. 3 Es gibt eine sehr umfassende Forschungsliteratur zum Umbau der ostdeutschen Medienlandschaft. Einen schnellen Überblick verschafft: Hannes Bahrmann: Gestörte Kommunikation. Die Umgestaltung der Medienlandschaft, in: ders., Links (Hrsg.): Am Ziel vorbei, S. 251 – 267. 4 Raj Kollmorgen, Torsten Hans: Der verlorene Osten. Massenmediale Diskurse über Ostdeutschland und die deutsche Einheit, in: ders., Frank Thomas Koch, Hans-Liudger Dienel (Hrsg.): Diskurse der deutschen Einheit. Kritik und Alternativen. Wiesbaden 2011, S. 107 – 165; Ahbe, Gries, Schmale (Hrsg.): Die Ostdeutschen. 5 Birthler: Halbes Leben, S. 265. 6 Thumfart: Die politische Integration Ostdeutschlands. S. 273 – 274. 7 Steven Levitsky, Daniel Ziblatt: Wie Demokratien sterben. Und was wir dagegen tun können. München 2018, S. 13. 8 Sehr kritisch mit der eigenen Partei ins Gericht gehen die ostdeutschen, aus der Bürgerrechtsbewegung stammenden Autoren in: Werner Schulz (Hrsg.): Der Bündnis-Fall. Politische Perspektiven 10 Jahre nach Gründung des Bündnis 90. Bremen 2001. 9 Die vielen Aktivitäten der SED/PDS lassen sich hier nicht aufzählen. Eine frühe seriöse und faire Analyse bietet: Rainer Eckert, Bernd Faulenbach (Hrsg.): Halbherziger Revisionismus: Zum postkommunistischen Geschichtsbild. München, Landsberg am Lech 1996. 10 Gabriele Günter: Ein Mann. Ein Wunsch. Ein Irrtum, in: Junge Welt vom 19.6. 1989; ähnlich, wenn auch differenzierter, die spätere Einschätzung: Günter Benser: DDR – gedenkt ihrer mit Nachsicht. Berlin 2000, S. 346 – 347. 11 Benser: DDR, S. 266. 12 Thomas Gensicke u. a.: Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland. Quantitative und qualitative Befunde. Wiesbaden 2009. 12 | Die Zukunft Ostdeutschlands in der Welt: Zusammenfassung und Ausblick 1 Joachim Radkau: Geschichte der Zukunft. Prognosen, Visionen, Irrungen in Deutschland von 1945 bis heute. München 2016; Rödder: 21.0. 2 Siehe in diesem Buch oben S. 142. 3 Angelo Pichierri: Die Wiedergeburt der Hanse im Verlauf der erneuten Teilung Deutschlands, 1989 – 2019. Skizze eines Forschungsvorhabens, in: Ramm stedt, Schmidt (Hrsg.): BRD ade, S. 411. Anmerkungen308 | 4 Heinrich August Winkler: Mit Skepsis zur Einheit, in: Die Zeit vom 28.9. 1990 (Nr. 40). 5 Köpping: Integriert doch erst mal uns, S. 65. 6 Andreas Willisch (Hrsg.): Wittenberge ist überall. Überleben in schrumpfenden Regionen. Berlin 2012. 7 Clemens Hetschko, Andreas Knabe: Macht Arbeit glücklich?, in: Holger Hinte, Klaus F. Zimmermann (Hrsg.): Zeitenwende auf dem Arbeitsmarkt. Wie der demografische Wandel die Erwerbsgesellschaft verändert. Bonn 2013, S. 428 – 450. 8 Marianne Birthler: Deutsch-deutsche Herausforderungen an die sozialen Bewegungen, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 1993/1, S. 21. 9 Aus unüberschaubar vielen Beispielen siehe nur: Hendrik Berth u. a. (Hrsg.): Innenansichten der Transformation. 25 Jahre Sächsische Längsschnittstudie (1987 – 2012). Gießen 2012. 10 Amin Maalouf: Mörderische Identitäten. Frankfurt/M. 2000. 11 Axel Honneth: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. 2. Aufl., Frankfurt/M. 1998, S. 278 – 279. 12 Didier Eribon: Gesellschaft als Urteil. Klassen, Identitäten, Wege. Frankfurt/M. 2017. 13 Jeder Zweite im Osten für Ostquote, in: faz.net vom 17.3. 2019 (https://www. faz.net/aktuell/politik/inland/f-a-z-exklusiv-jeder-zweite-im-ostenfuer-ostquote-16094115.html). 14 Siehe auch die sehr überzeugende Argumentation von Raj Kollmorgen: Die falsche Therapie. Gegen die Kolonialisierungsgefühle des Ostens helfe eine Quote für Führungspositionen, heißt es, in: ZEIT im Osten Nr. 16/2019, 11. April 2019 (https://www.zeit.de/2019/16/ost-quote-fuehrungspositionenostdeutsche-herkunft-chancengleichheit). 15 Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne. Berlin 2017, bes. Kap. III – V. 16 Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert, S. 646 – 653. 17 Hartmann: Die Abgehobenen. 18 Ralf Dahrendorf: An der Schwelle zum autoritären Jahrhundert. Die Globalisierung und ihre sozialen Folgen werden zur nächsten Herausforderung einer Politik der Freiheit, in: Die Zeit vom 14.11. 1997 (Nr. 47). Siehe weiterführend auch: ders.: Die Krisen der Demokratie. Ein Gespräch. München 2002; ders.: Auf der Suche nach einer neuen Ordnung. Vorlesungen zur Politik der Freiheit im 21. Jahrhundert. München 2003. 19 Alain Touraine: Globalisierung  – eine neue kapitalistische Revolution, in: Dietmar Loch, Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.): Schattenseiten der Globalisierung. Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus und separatistischer Regionalismus in westlichen Demokratien. 3. Aufl., Berlin 2018, S. 41 – 62. 20 Jagdish Bhagwati: Verteidigung der Globalisierung. München 2008. 21 David Godhart: The Road To Somewhere. The Populist Revolt and the Future of Politics. London 2017. Anmerkungen | 309 22 Siehe auch: Heinz Bude: Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft. Berlin 2008. 23 Ralf Dahrendorf: An der Schwelle zum autoritären Jahrhundert. 24 Als knapper Überblick (ohne Andalusien, da sich das erst Ende 2018 dort zeigte): Wirsching: Demokratie und Globalisierung, S. 126 – 139. 25 Philip Manow: Die Politische Ökonomie des Populismus. 2. Aufl., Berlin 2019. 26 Ivan Krastev: Europadämmerung. Ein Essay. 4. Aufl., Berlin 2018, S. 54. 27 Heinrich August Winkler: Mit Skepsis zur Einheit, in: Die Zeit vom 28.9. 1990 (Nr. 40). 28 Diese Kritik kritisierend: Kurt Sontheimer: So war Deutschland nie. Anmerkungen zur politischen Kultur der Bundesrepublik. München 1999, S. 206. 29 Das theoretische Konzept dazu findet sich bei: Chantal Mouffe: Für einen linken Populismus. Berlin 2018. 30 Norbert Frei, Franka Maubach, Christina Morina, Maik Tändler: Zur Rechten Zeit. Wider die Rückkehr des Nationalismus. Berlin 2019, S. 206. 31 Arndt, Ofuatey-Alazard (Hrsg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. 32 Nie zweimal in denselben Fluss. 33 Alexander Gauland: Warum muss es Populismus sein?, in: FAZ vom 6.10. 2018. 34 Cornelia Koppetsch: In Deutschland daheim, in der Welt zu Hause? Der Heimat-Diskurs und die Transnationalisierung von Klassenstrukturen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte vom 23.11. 2018 (http://www.bpb.de/apuz/280568/ der-heimat-diskurs-und-die-transnationalisierung-von-klassenstrukturen- ?p=all). Erst während der Drucklegung konnte ich lesen: dies.: Die Gesellschaft des Zorns. Bielefeld 2019. 35 Gauland: Warum muss es Populismus sein. 36 Levitsky, Ziblatt: Wie Demokratien sterben, S. 174. 37 Hartmut Rosa: Beschleunigung und Entfremdung. Entwurf einer Kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit. 6. Aufl., Berlin 2018, S. 80 – 81. 38 Exemplarisch: Heike Kleffner, Matthias Meisner (Hrsg.): Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen. Berlin 2017. 39 Zygmunt Bauman: Die Angst vor den anderen. Ein Essay über Migration und Panikmache. Berlin 2017; Karl-Heinz Meier-Braun: Schwarzbuch Migration. Die dunkle Seite unserer Flüchtlingspolitik. München 2018. 40 Wilhelm Heitmeyer: Autoritäre Versuchungen. 2. Aufl., Berlin 2018; Loch, Heitmeyer (Hrsg.): Schattenseiten der Globalisierung. 41 Frei nach: Ralf Dahrendorf: Pfade aus Utopia. Zu einer Neuorientierung der soziologischen Analyse, in: ders.: Pfade aus Utopia. Zur Theorie und Methode der Soziologie. München 1974, S. 243. 42 Christoph Dieckmann. Mein Osten heißt Heimat, in: Zeit-Punkte 1995/5, S. 10. Literaturhinweise Die folgende Auswahl deutet die Breite des Forschungsstandes lediglich an. Allein die meinen Ausführungen zugrundeliegende Literatur würde bereits einen vernünftigen Überblicksrahmen sprengen. Ahbe, Thomas; Rainer Gries, Wolfgang Schmale (Hrsg.): Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990. Leipzig 2009 Angelow, Jürgen: Entsorgt und ausgeblendet. Elitenwechsel und Meinungsführerschaft in Ostdeutschland. 2., erw. Aufl., Potsdam 2017 Bahrmann, Hannes; Christoph Links (Hrsg.): Am Ziel vorbei. Die deutsche Einheit – Eine Zwischenbilanz. Berlin 2005 Berth, Hendrik; Elmar Brähler (Hrsg.): Deutsch-deutsche Vergleiche. Psychologische Untersuchungen 10 Jahre nach dem Mauerfall. Berlin 1999 Berth, Hendrik; u. a. (Hrsg.): Innenansichten der Transformation. 25 Jahre Sächsische Längsschnittstudie (1987 – 2012). Gießen 2012 Bertram, Hans (Hrsg.): Ostdeutschland im Wandel: Lebensverhältnisse – politische Einstellungen. (KSPW: Transformationsprozesse, Schriftenreihe; Bd. 7) Opladen 1995 Ders., Stefan Hradil, Gerhard Kleinhenz (Hrsg.): Sozialer und demographischer Wandel in den neuen Bundesländern. (= Schriftenreihe der KSPW; Bd. 6) Opladen 1996 Ders., (Hrsg.): Regionen im Vergleich. Gesellschaftlicher Wandel in Ostdeutschland am Beispiel ausgewählter Regionen. (KSPW: Transformationsprozesse, Schriftenreihe; Bd. 22) Opladen 1996 Bisky, Jens: Die deutsche Frage. Warum die Einheit unser Land gefährdet. Berlin 2005 Blum, Ulrich u. a.: Ostdeutschlands Transformation seit 1990 im Spiegel wirtschaftlicher und sozialer Indikatoren. Halle/Saale 2009 Böick, Marcus: Die Treuhandanstalt 1990 – 1994. Erfurt 2015 Ders., Constantin Goschler: Studie zur Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt. Bochum 2017 Ders.: Die Treuhand. Idee – Praxis – Erfahrung, 1990 – 1994. Göttingen 2018 Bösch, Frank (Hrsg.): Geteilte Geschichte. Ost- und Westdeutschland 1970 – 2000. Göttingen 2015 Brückweh, Kerstin; Marcus Böick (Hrsg.): Weder Ost noch West, in: Zeitgeschichte Online, 2019 (https://zeitgeschichte-online.de/thema/weder-ostnoch- west)

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Zusammenfassung

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Was genau lief im Osten ab, als er vom Westen übernommen wurde? Worin unterscheidet sich Ostdeutschland von anderen Regionen in der Bundesrepublik? Und weshalb sind Populisten und Extremisten hier so erfolgreich? Ohne Scheuklappen stellt der ostdeutsche Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk in seinem Buch harte Fakten neben persönliche Erfahrungen - und liefert damit das politische Buch der Stunde.

Die Revolution in der DDR kam völlig überraschend. Als die Mauer fiel, hatte niemand damit gerechnet. Die Herstellung der deutschen Einheit erfolgte in einem rasanten Tempo. Fast nichts blieb im Osten so, wie es war. Die Menschen mussten ihren Alltag, ihr Leben von heute auf morgen komplett neu einrichten. Die sozialen Folgen waren enorm und sind im Westen bis heute meist unbekannt. Ilko-Sascha Kowalczuk erklärt in seinem kurzweiligen Essay, wie sich die Umwandlung Ostdeutschlands vollzog, welche Gewinne und Verluste die Menschen dort verbuchten und wie die ostdeutsche Gegenwart mit der Vergangenheit von vor und nach 1989 zusammenhängt. Er entfaltet dabei ein breites politisches, ökonomisches und gesellschaftliches Panorama - mit Ecken und Kanten, voller Überraschungen und Zuspitzungen. Eine kontroverse Debatte zum Jubiläum ist garantiert.