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Sure 4: Die Frauen – an-nisā’ in:

Hartmut Bobzin

Der Koran, page 74 - 96

1. Edition 2010, ISBN print: 978-3-406-64047-6, ISBN online: 978-3-406-64048-3, https://doi.org/10.17104/9783406640483-74

C.H.BECK, München
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Sure 4 – Die Frauen – an-nisā Medinensisch, 176 Verse Im Namen Gottes, des barmherzigen Erbarmers. 4:1 Ihr Menschen! Fürchtet euren Herrn, der euch aus einem Wesen schuf und der daraus sein Gegenüber schuf und der aus beiden viele Männer und Frauen entstehen ließ! Fürchtet Gott, in dessen Namen ihr einander bittet, und die Verwandten! Siehe, Gott gibt auf euch acht. 4:2 Gebt den Waisen ihre Güter, und tauscht nicht Böses gegen Gutes ein, und verzehrt nicht ihre Güter, indem ihr sie den euren zuschlagt! Siehe, das wäre dann ein großer Frevel. 4:3 Und wenn ihr fürchtet, den Waisen gegenüber nicht gerecht zu handeln, so heiratet von den Frauen, was euch gut dünkt – zwei, drei oder vier! Und wenn ihr fürchtet, ihnen nicht gerecht zu werden, dann nur eine oder was ihr an Sklavinnen besitzt! So könnt ihr am ehesten Ungerechtigkeit vermeiden. 4:4 Gebt den Frauen ihre Morgengabe als Geschenk! Sure 470 Doch wenn es ihnen gut erscheint, euch etwas davon abzugeben, so verbraucht es unbeschwert und froh! 4:5 Gebt den Schwachsinnigen nicht euer Gut, das Gott für euch zum Unterhalt bestimmt hat, doch versorgt sie davon, bekleidet sie, und sprecht zu ihnen auf freundliche Art! 4:6 Prüft die Waisen, bis sie die Heiratsfähigkeit erreichen! Wenn ihr dann an ihnen Reife bemerkt, so zahlt ihnen ihr Vermögen aus! Verbraucht es nicht im Übermaß und nicht voreilig, ehe sie herangewachsen sind! Wer reich ist, der suche sich zu enthalten, und wer arm ist, der verbrauche es angemessen! Wenn ihr ihnen ihr Vermögen ausbezahlt, dann nehmt euch ihnen gegenüber Zeugen! Gott genügt als Aufsicht. 4:7 Den Männern steht ein Anteil zu von dem, was Eltern und Verwandte hinterlassen, und den Frauen steht ein Anteil zu von dem, was Eltern und Verwandte hinterlassen, sei es weniger oder mehr von ihm, als pflichtgemäßer Anteil. 4:8 Sind beim Verteilen Verwandte, Waisen und Arme zugegen, dann lasst auch ihnen etwas davon zukommen, und sprecht zu ihnen auf freundliche Art! 4:9 Wenn jemand Minderjährige hinterlässt und um sie fürchtet, dann soll er achtgeben: Gott soll er fürchten und in korrekter Weise reden. 4:10 Siehe, die frevlerisch Hab und Gut der Waisen aufzehren, die verzehren Feuer in ihren Bäuchen. Sie werden in der Höllenglut sengen. 4:11 Gott schreibt euch für eure Kinder vor: Für das männliche ist der gleiche Anteil wie für zwei weibliche bestimmt. Und wenn es Frauen sind – mehr als zwei, dann sind für sie zwei Drittel dessen, was er hinterließ, bestimmt. Und wenn es eine ist, dann ist die Hälfte für sie bestimmt. Und für seine Eltern, und zwar für beide von ihnen, ist ein Sechstel dessen, was er hinterließ, bestimmt, sofern er Kinder hatte. Wenn er aber keine Kinder hatte Die Frauen 71 und ihn seine Eltern beerben, dann ist für seine Mutter ein Drittel bestimmt. Wenn er jedoch Brüder hat, dann ist für seine Mutter ein Sechstel bestimmt, nach einer von ihm getroffenen Verfügung oder einer Schuld. Eure Väter und eure Söhne – ihr wisst nicht, wer von ihnen euch an Nutzen näher steht, als Verpflichtung von Seiten Gottes. Siehe, Gott ist wissend, weise. 4:12 Und für euch ist die Hälfte dessen bestimmt, was eure Frauen hinterließen, wenn sie keine Kinder haben. Wenn sie aber Kinder haben, dann ist für euch ein Viertel dessen, was sie hinterließen, bestimmt, nach einer von ihnen getroffenen Verfügung oder einer Schuld. Und für sie ist ein Viertel dessen, was ihr hinterlasst, bestimmt, wenn ihr keine Kinder habt. Wenn ihr aber Kinder habt, dann ist für sie ein Achtel dessen, was ihr hinterlasst, bestimmt, nach einer von ihnen getroffenen Verfügung oder einer Schuld. Und wenn es ein Mann ist, der beerbt wird aus einer Nebenlinie, oder eine Frau, und er Bruder oder Schwester hat, so ist für jeden von ihnen ein Sechstel bestimmt. Sind es aber mehrere Geschwister, so teilen sie ein Drittel, nach einer von ihnen getroffenen Verfügung oder einer Schuld, ohne dass Schaden zugefügt wird – als ein Gebot von Gott. Gott ist wissend, milde. 4:13 Das sind die Schranken Gottes. Wer Gott und seinem Gesandten gehorcht, den führt er in Gärten, unter denen Bäche fließen. Ewig werden sie dort weilen. Das ist der große Gewinn. 4:14 Und wer sich Gott und seinem Gesandten widersetzt und seine Schranken überschreitet, den führt er ins Höllenfeuer. Ewig wird er darin bleiben, und erniedrigende Strafe ist ihm bestimmt. 4:15 Und die von euren Frauen, die Unzucht treiben – Sure 472 fordert vier Zeugen von euch gegen sie! Wenn sie es dann bezeugen können, so haltet sie im Hause, bis sie der Tod hinwegnimmt oder Gott für sie einen Ausweg schafft! 4:16 Und wenn zwei von euch solches begehen, dann bestraft sie alle beide! Kehren beide aber um und bessern sich, dann wendet euch von beiden ab! Siehe, Gott kehrt sich wieder zu und ist barmherzig. 4:17 Doch die Vergebung liegt bei Gott für jene, die in Unwissenheit Böses tun, dann aber, noch beizeiten, Reue zeigen: Das sind jene, denen sich Gott wieder zuwendet. Gott ist wissend, weise. 4:18 Doch Vergebung ist nicht denen zugedacht, die Böses tun, bis einer dann von ihnen, wenn der Tod herannaht, spricht: «Siehe, jetzt bereue ich!», und auch nicht denen, die als Ungläubige sterben. Für jene halten wir schmerzhafte Strafe bereit. 4:19 O ihr, die ihr glaubt! Es ist euch nicht erlaubt, dass ihr Frauen gegen deren Willen erbt. Und bedrängt sie nicht, dass ihr etwas von dem wegnehmt, was ihr ihnen gabt, es sei denn, sie betrieben offenkundig Unzucht. Lebt mit ihnen auf rechtliche Weise! Und wenn ihr Abscheu gegen sie empfindet, dann ist es vielleicht so, dass ihr etwas verabscheut, in das Gott jedoch viel Gutes legte. 4:20 Wenn ihr eine Gattin gegen eine andere tauschen wollt und der einen von ihnen einen Qintar gabt, so nehmt davon nichts wieder weg! Wollt ihr ihn etwa mit Verleumdung und offenbarer Sünde nehmen? 4:21 Wie könntet ihr ihn denn nehmen, wenn ihr einander schon beigewohnt habt und sie euch gegenüber eine bindende Verpflichtung eingegangen sind? 4:22 Heiratet keine von den Frauen, die schon eure Väter geheiratet haben, es sei denn, es geschah bereits zuvor! Siehe, das wäre schändlich und abscheulich – ein schlimmer Weg! 4:23 Verboten sind euch eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, Die Frauen 73 die Schwestern eures Vaters, die Schwestern eurer Mutter, die Töchter des Bruders, die Töchter der Schwester, eure Ammen, die euch stillten, eure Milchschwestern, die Mütter eurer Frauen, die Stieftöchter, die in eurer Obhut sind, von denen eurer Frauen, denen ihr beigewohnt habt – wenn ihr ihnen aber nicht beigewohnt habt, so ist es für euch kein Vergehen –, die Frauen eurer leiblichen Söhne sowie zwei Schwestern zu gleicher Zeit, es sei denn, es geschah bereits zuvor. Siehe, Gott ist bereit zu vergeben, barmherzig. 4:24 Und die keuschen unter den Frauen, außer, was eure Rechte besitzt. Das gilt als Vorschrift Gottes für euch. Über das hinaus ist euch erlaubt, dass ihr mit eurem Vermögen freit, als keusche Männer, nicht um Unzucht zu treiben. Gebt den Frauen, die ihr genossen habt, pflichtgemäß ihren Lohn! Kein Vergehen liegt für euch in dem, worin ihr, über die Pflicht hinaus, euch einigt. Siehe, Gott ist wissend, weise. 4:25 Und wer von euch nicht die Mittel dazu hat, keusche gläubige Frauen zu heiraten, der heirate aus dem Kreis dessen, was eure Rechte besitzt, eines von euren gläubigen Mädchen! Gott kennt euren Glauben sehr genau. Der eine von euch ist wie der andere. Heiratet sie dann mit der Erlaubnis ihrer Angehörigen, und gebt ihnen ihren Lohn, so wie es sich gebührt, als keuschen Frauen, nicht solchen, die Unzucht treiben und die sich einen Geliebten nehmen! Wenn sie nun keusch sind, dann aber Unzucht treiben, dann gebührt ihnen die Hälfte der Strafe für keusche Frauen. Das gilt für die von euch, die sich vor Bedrängnis fürchten. Besser ist es jedoch für euch, Geduld zu üben. Gott ist bereit zu vergeben, barmherzig. 4:26 Gott will für euch Klarheit schaffen und euch nach dem Brauche derer, die vor euch lebten, leiten und sich euch zuwenden. Sure 474 Gott ist wissend, weise. 4:27 Gott will sich euch zuwenden. Die aber ihren Gelüsten folgen, wollen, dass ihr ganz und gar abweicht. 4:28 Gott will es euch leicht machen, denn der Mensch ist schwach erschaffen. 4:29 O ihr, die ihr glaubt! Verzehrt nicht euer Vermögen untereinander in unrechtmäßiger Weise, es sei denn, ihr treibt Handel im Einvernehmen unter euch! Und tötet euch nicht selbst! Siehe, Gott ist euch gegenüber voll Erbarmen. 4:30 Doch wer das tut, aus Feindseligkeit und Frevel, den werden wir im Höllenfeuer brennen lassen. Das ist für Gott ein Leichtes. 4:31 Wenn ihr die schweren Sünden meidet, dann werden wir euch eure Missetaten tilgen und euch bereiten einen ehrenvollen Eintritt. 4:32 Und wünscht nicht das, was Gott den einen von euch als Vorzug vor den anderen gewährte! Den Männern steht ein Anteil von dem, was sie erwarben, zu, und den Frauen steht ein Anteil von dem, was sie erwarben, zu. Bittet Gott um etwas von seiner Huld! Siehe, Gott hat Wissen über alle Dinge. 4:33 Einem jeden haben wir Berechtigte bestimmt für das, was die Eltern oder die Anverwandten hinterlassen. Die, mit denen ihr eidliche Verpflichtungen eingegangen seid: Gebt ihnen ihren Anteil! Siehe, Gott ist Zeuge über alles. 4:34 Die Männer stehen für die Frauen ein, deshalb, weil Gott den einen von ihnen den Vorzug vor den anderen gewährte und weil sie etwas von ihrem Vermögen aufgewendet haben. Die frommen Frauen sind demütig ergeben, hüten das Verborgene, weil auch Gott es hütet. Die aber, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet, die ermahnt, haltet euch fern von ihnen auf dem Lager, und schlagt sie. Wenn sie euch gehorchen, dann unternehmt nichts weiter gegen sie. Gott ist hoch erhaben, groß. 4:35 Wenn ihr ein Zerwürfnis zwischen ihnen beiden fürchtet, dann sucht einen Schlichter aus seiner Verwandtschaft Die Frauen 75 und einen Schlichter aus ihrer Verwandtschaft! Wenn beide Versöhnung wollen, wird Gott es zwischen beiden gelingen lassen. Siehe, Gott ist wissend, kundig. 4:36 Dient Gott, und gesellt ihm nichts bei! Und die Eltern sollt ihr gut behandeln, und den Verwandten, die Waise, den Armen, den verwandten Nachbarn und den fernerstehenden, den Begleiter und den ‹Sohn des Weges› und die Sklaven. Siehe, Gott liebt keinen Eingebildeten, Stolzen – 4:37 alle, die geizig sind und den Menschen Geiz gebieten und die verbergen, was Gott ihnen gab von seiner Huld – für die Ungläubigen halten wir erniedrigende Strafe bereit –, 4:38 und die ihr Vermögen spenden, um von den Menschen gesehen zu werden, und die nicht an Gott glauben und nicht an den Jüngsten Tag. Wer den Satan zum Gefährten hat, der hat einen schlimmen Gefährten! 4:39 Was geschähe ihnen denn, wenn sie an Gott und den Jüngsten Tag glaubten und von dem spendeten, womit er sie bedachte? Gott kennt sie genau. 4:40 Siehe, Gott tut kein Unrecht, nicht vom Gewicht eines Staubkörnchens. War es eine gute Tat, dann vervielfacht er sie und gibt von sich aus reichen Lohn. 4:41 Wie wäre es? Brächten wir aus jeglicher Gemeinschaft einen Zeugen, wenn wir dann dich als Zeugen brächten gegen diese da? 4:42 An jenem Tage wünschen die, die ungläubig waren und sich dem Gesandten widersetzten, dass die Erde über ihnen eingeebnet würde. Doch können sie vor Gott kein Wort verborgen halten. 4:43 O ihr, die ihr glaubt! Naht euch nicht trunken dem Gebet, auf dass ihr wisst, was ihr zu sagen habt! Und auch nicht unrein, außer ihr seid unterwegs, bis ihr die Waschung vorgenommen habt. Doch wenn ihr krank seid oder auf der Reise, oder wenn einer von euch vom Abtritt kommt oder ihr Frauen berührt habt – wenn ihr dann kein Wasser findet, dann sucht guten Sand, und reibt euch damit Gesicht und Hände ab! Siehe, Gott ist verzeihend und vergebend. Sure 476 4:44 Hast du denn jene nicht gesehen, denen ein Teil vom Buch gegeben wurde? Sie erkaufen den Irrtum und wollen, dass auch ihr vom Weg abirrt. 4:45 Gott kennt eure Feinde am besten. Gott genügt als Schutzherr, und Gott genügt als Helfer! 4:46 Einige von denen, welche Juden sind, die rücken Wörter weg von ihrem Platz und sprechen: «Wir hören und sind widerspenstig!» und: «Höre, ohne selbst gehört zu werden!» und: «Bewahre uns!», indem sie ihre Zungen verdrehen und den Glauben schmähen. Doch hätten sie gesagt: «Wir hören und gehorchen!» Und: «Höre!» Und: «Schau auf uns!», so wäre das für sie wahrlich gut und angemessen. Doch Gott verfluchte sie ihres Unglaubens wegen! So glauben sie nur wenig. 4:47 O ihr, denen das Buch gegeben wurde! Glaubt an das, was wir herabgesandt als Bestätigung für das, was schon früher bei euch war, damit wir nicht Gesichter auslöschen und diese nach rückwärts kehren, oder sie verfluchen, wie wir die ‹Leute des Sabbats› verfluchten. Gottes Befehl wird ausgeführt. 4:48 Siehe, Gott vergibt nicht, dass ihm etwas beigesellt wird. Doch was geringer ist als dies, das vergibt er, wem er will. Wer Gott etwas beigesellt, der begeht eine ungeheure Sünde. 4:49 Sahst du denn die nicht, die sich selbst für rein erklären? Nein, Gott erklärt für rein, wen er will, und ihnen wird kein Quentchen Unrecht getan. 4:50 Sieh nur, wie sie Lügen gegen Gott ersinnen! Das genügt als klare Sünde. 4:51 Sahst du nicht die, denen ein Teil vom Buch gegeben wurde? Sie glauben an Magie und an die Götzen und sprechen zu denen, die ungläubig sind: «Diese da sind eher rechtgeleitet als die, welche glauben.» 4:52 Jene sind es, welche Gott verfluchte. Und wen Gott verflucht, für den wirst du keinen Helfer finden. 4:53 Oder haben sie denn einen Anteil an der Herrschaft? Ja, dann gäben sie den Menschen nicht einmal einen Dattelkern! 4:54 Oder beneiden sie die Menschen um das, was ihnen Gott gab aus seiner Huld? Die Frauen 77 Wir gaben ja dem Haus Abraham das Buch und die Weisheit und gaben ihnen gewaltige Herrschaft. 4:55 Unter ihnen gab es einige, die daran glaubten, und einige, die davon abzuhalten suchten. Die Hölle genügt als Flammenmeer. 4:56 Siehe, diejenigen, die nicht an unsere Zeichen glauben, die werden wir im Höllenfeuer brennen lassen. Ist ihre Haut verbrannt, so tauschen wir sie ihnen gegen eine andere, damit sie die Strafe schmecken. Siehe, Gott ist mächtig, weise. 4:57 Die aber glauben und gute Werke tun, die führen wir in Gärten, unter denen Bäche fließen. Sie weilen dort für immer und ewig. Geläuterte Gattinnen haben sie dort. Wir führen sie an einen schattenreichen Ort. 4:58 Siehe, Gott befiehlt euch, die euch anvertrauten Güter ihren Eignern zu übergeben. Und, wenn ihr zwischen den Menschen richtet, in Gerechtigkeit zu richten. Siehe, wie wunderbar ermahnt euch Gott darin! Siehe, Gott ist hörend, sehend. 4:59 O ihr, die ihr glaubt! Gehorcht Gott, und gehorcht dem Gesandten und denen unter euch, die Befehlsgewalt besitzen! Und wenn ihr über etwas streitet, dann bringt es vor Gott und den Gesandten, wenn ihr an Gott glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist gut und nimmt den besten Ausgang. 4:60 Sahst du denn die nicht, die behaupten, dass sie an das glauben, was auf dich herabgesandt wurde und was vor dir herabgesandt wurde? Sie suchen die Entscheidung bei den Götzen, obwohl ihnen befohlen wurde, ihnen nicht zu glauben? Und der Satan will sie weitab in die Irre führen. 4:61 Wenn zu ihnen gesagt wird: «Kommt her zu dem, was Gott herabgesandt hat, und kommt zum Gesandten!» – dann siehst du, wie die Heuchler dich entschieden zu behindern suchen. 4:62 Wie aber ist es, wenn sie ein Unglück trifft für das, was ihre Hände früher taten, und sie dann zu dir kommen und bei Gott schwören: Sure 478 «Wir wollten doch nur Gutes tun und Versöhnung schaffen»? 4:63 Das sind die, von denen Gott weiß, was in ihren Herzen ist. So wende dich von ihnen ab, und mahne sie, und sprich zu ihnen ein klares Wort über sie selbst! 4:64 Wir sandten niemals einen Gesandten aus, ohne dass ihm – mit Erlaubnis Gottes – gehorcht werden sollte. Wenn sie nun, da sie an sich selber frevelten, zu dir kämen und Gott um Vergebung bäten und der Gesandte für sie um Vergebung bäte, dann fänden sie Gott gnädig zugewandt, barmherzig. 4:65 Aber nein, bei deinem Herrn, sie glauben nicht – bis sie dich zum Richter machen über das, was zwischen ihnen strittig ist, und dann bei sich selber keinen Anstoß daran nehmen, was du entschieden hast, und sich gänzlich darein fügen. 4:66 Wenn wir ihnen vorgeschrieben hätten: «Tötet euch selbst!» oder: «Zieht aus euren Häusern!», dann hätten nur wenige von ihnen es getan. Und täten sie, wozu sie ermahnt wurden, wäre es doch gewiss besser für sie und stärkender. 4:67 Dann würden wir ihnen ganz gewiss reichen Lohn von uns geben 4:68 und sie, fürwahr, auf den rechten Weg geleiten. 4:69 Wer Gott gehorcht und dem Gesandten, wird mit denen zusammen sein, denen Gott Gnade erwies – mit Propheten, Gerechten, Glaubenszeugen und Rechtschaffenen: Welch gute Begleiter! 4:70 Solche Huld ist von Gott, und Gott genügt als Wissender. 4:71 O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch in acht! Rückt aus, in Trupps oder alle zusammen! 4:72 Siehe, unter euch ist mancher, der zurückbleibt; doch trifft euch dann ein Unglück, so sagt er: «Gott erwies mir Gnade, denn ich war bei ihnen nicht zugegen!» 4:73 Doch trifft euch Huld von Gott, sagt er gewiss – so, als wäre keine Freundschaft zwischen ihm und euch gewesen: «O wäre ich bei ihnen gewesen, dann hätte ich großen Gewinn gemacht!» 4:74 So sollen doch die auf dem Wege Gottes kämpfen, die das Leben hier auf Erden verkaufen um des Jenseits willen! Wer auf dem Wege Gottes kämpft, Die Frauen 79 sodann getötet wird oder siegt, dem werden wir reichen Lohn geben. 4:75 Was ist mit euch, dass ihr nicht auf dem Wege Gottes kämpft und für die Unterdrückten von den Männern, Frauen und Kindern, welche sprechen: «Unser Herr! Bring uns heraus aus dieser Stadt, deren Bewohner freveln! Beschaffe uns einen Beistand, der von dir kommt, und auch einen Helfer, der von dir kommt!» 4:76 Die glauben, die kämpfen auf dem Wege Gottes, und die ungläubig sind, die kämpfen auf dem Weg der Götzen. So bekämpft des Satans Freunde! Siehe, schwach ist die List des Satans. 4:77 Sahst du nicht jene, zu denen gesagt wurde: «Haltet eure Hände zurück, verrichtet das Gebet, und gebt die Armensteuer!» Als ihnen dann zu kämpfen vorgeschrieben wurde, da fürchtete ein Teil von ihnen die Menschen, so wie sie Gott fürchten, oder gar noch mehr, und sprachen: «Unser Herr! Warum schriebst du uns den Kampf vor? Ach, warum gewährtest du uns nicht Aufschub bis zu einer nahen Frist?» Sprich: «Der Genuss des Lebens hier auf Erden ist gering, und besser ist das Jenseits für den, der gottesfürchtig ist! Euch wird kein Quentchen Unrecht getan. 4:78 Wo immer ihr auch seid, wird euch der Tod ereilen, und wenn ihr auch in hochgebauten Türmen wäret!» Wenn sie Gutes trifft, so sagen sie: «Das ist von Gott.» Trifft sie aber Schlimmes, so sagen sie: «Das ist von dir.» Sprich: «Alles ist von Gott.» Was ist denn nur mit diesen Leuten, dass sie kaum eine Rede begreifen? 4:79 Was dich an Gutem trifft, das ist von Gott, und was dich an Schlimmem trifft, das ist von dir selber. Wir haben dich als Gesandten zu den Menschen ausgesandt, und Gott genügt als Zeuge! 4:80 Wer dem Gesandten gehorcht, gehorcht auch Gott. Wer sich jedoch abwendet … Wir sandten dich doch nicht als Hüter über sie! 4:81 Sie sagen: «Gehorsam!» Doch wenn sie dich verlassen, dann munkelt eine Gruppe von ihnen von etwas anderem, als was du sagst. Sure 480 Doch Gott schreibt auf, wovon sie munkeln. So wende dich von ihnen ab, und vertrau auf Gott! Gott genügt als Sachwalter. 4:82 Machen sie sich denn keine Gedanken über den Koran? Wäre er von einem anderen als Gott, so fänden sie gewiss viel Widersprüchliches in ihm. 4:83 Wenn etwas zu ihnen dringt, was Sicherheit oder Furcht betrifft, verbreiten sie es. Würden sie es zum Gesandten bringen oder zu denen unter ihnen, die Befehlsgewalt besitzen, dann würden es sicher die erfahren, die es herauszufinden suchen. Wäre nicht Gottes Huld auf euch und sein Erbarmen, so wärt ihr – bis auf wenige – dem Satan gefolgt. 4:84 So kämpfe auf dem Wege Gottes! Du wirst für keinen verantwortlich gemacht – nur für dich selbst! Und ermuntere die Gläubigen! Vielleicht wird Gott die Gewalt derjenigen, die ungläubig sind, abwehren. Gott hat größere Gewalt, kann stärker strafen. 4:85 Wer in guter Sache Fürbitte leistet, hat daran einen Anteil. Und wer in schlechter Sache Fürbitte leistet, hat daran einen Anteil. Gott hat über alles Macht. 4:86 Wird ein Gruß an euch gerichtet, dann grüßt zurück mit einem schöneren oder entgegnet ihn! Siehe, Gott legt über alles Rechenschaft ab. 4:87 Gott. Keinen Gott gibt es außer ihm. Fürwahr, er wird euch versammeln zum Tag der Auferstehung, über den kein Zweifel herrscht. Wer ist wahrhaftiger im Reden als Gott? 4:88 Was ist mit euch, dass ihr, den Heuchlern gegenüber, zwei Parteien seid, wo Gott sie doch für das, was sie begangen haben, zu Fall gebracht hat? Wollt ihr wohl den rechtleiten, den Gott in die Irre führte? Doch wen Gott in die Irre führt, für den wirst du keinen Weg finden. 4:89 Sie hätten es gerne, dass ihr ungläubig werdet – so wie sie selber ungläubig wurden –, so dass ihr dann gleich seid. Nehmt euch von ihnen deshalb keine Freunde, bis sie auswandern – auf dem Wege Gottes! Doch wenden sie sich ab, so ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet! Nehmt keinen von ihnen zum Freund und zum Helfer, Die Frauen 81 4:90 außer solchen, die zu einem Volk gelangen, zwischen dem und euch ein Bündnis besteht, oder solchen, die zu euch kamen, weil sie davor zurückschreckten, gegen euch oder ihr eigenes Volk zu kämpfen! Hätte Gott gewollt, er hätte ihnen Macht über euch gegeben, dann hätten sie wahrlich gegen euch gekämpft. Doch wenn sie sich von euch fernhalten und nicht gegen euch kämpfen, sondern euch Frieden anbieten, dann erlaubt euch Gott gegen sie keinen Weg. 4:91 Ihr werdet andere finden, die vor euch oder vor ihrem Volk in Sicherheit sein wollen. Jedes Mal, wenn sie in Versuchung gebracht werden, werden sie darin zu Fall gebracht. Wenn sie sich also nicht von euch fernhalten und euch keinen Frieden anbieten und ihre Hände nicht zurückhalten, so ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt! Gerade über solche gaben wir euch klare Macht. 4:92 Kein Gläubiger darf einen Gläubigen töten, es sei denn, versehentlich. Wenn einer nun einen Gläubigen versehentlich getötet hat, dann ist ein gläubiger Sklave freizulassen und Blutgeld an seine Angehörigen auszuzahlen, es sei denn, dass sie sich mildtätig zeigen. Und wenn er aus einem euch feindlichen Volke stammt, selbst aber gläubig ist, dann ist ein gläubiger Sklave freizulassen. Und wenn er aus einem mit euch verbündeten Volke stammt, dann ist Blutgeld an seine Angehörigen auszuzahlen und ein gläubiger Sklave freizulassen. Wer aber keinen findet, hat dann dafür in zwei aufeinanderfolgenden Monaten zu fasten, aus Reue gegenüber Gott. Gott ist wissend, weise. 4:93 Wenn aber jemand einen Gläubigen absichtlich tötet, dann ist sein Lohn die Hölle. Ewig bleibt er dort. Gott zürnt ihm und verflucht ihn und hält harte Strafe für ihn bereit. Sure 482 4:94 O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr unterwegs seid auf dem Wege Gottes, dann gebt acht und sagt nicht zu jemandem, der euch den Friedensgruß entbietet: «Du bist kein Gläubiger!» Ihr trachtet nach dem Glück des Lebens hier auf Erden, und so ist bei Gott reichlich Beute. So wart ihr früher. Doch Gott erwies euch Gnade, seid euch darüber klar! Siehe, Gott ist vertraut mit dem, was ihr tut. 4:95 Die Daheimgebliebenen unter den Gläubigen, außer den Gebrechlichen, stehen nicht auf einer Stufe mit denen, die auf dem Wege Gottes mit ihrem Gut und ihrem Leben kämpfen. Gott stellte die, die auf dem Wege Gottes mit ihrem Gut und ihrem Leben kämpfen, um eine Stufe über die Daheimgebliebenen. Allen verhieß Gott ‹das Schönste›. Gott zog die Kämpfer den Daheimgebliebenen vor – mit reichem Lohn, 4:96 mit Rangstufen von ihm und Vergebung und Barmherzigkeit. Gott ist bereit zu vergeben, barmherzig. 4:97 Siehe, zu denen, die gegen sich selber freveln, sprechen die Engel, wenn sie sie abberufen haben: «Wie ist es euch ergangen?» Sie sprechen: «Wir waren unterdrückt im Lande.» Sie sprechen: «War Gottes Erde denn nicht weit genug, so dass ihr hättet auswandern können?» Doch jene – ihr Zufluchtsort ist die Hölle. Welch schlimmes Schicksal! 4:98 Ausgenommen die Unterdrückten von den Männern, Frauen und Kindern, die über keine Möglichkeit verfügen und auf dem Weg nicht rechtgeleitet sind. 4:99 Diese sind es, denen Gott vielleicht verzeiht. Gott ist verzeihend, bereit zu vergeben. 4:100 Wer auf dem Wege Gottes auswandert, der findet im Land viele Zufluchtsstätten und weiten Raum. Wenn jemand sein Haus verlässt, auswandernd zu Gott und seinem Gesandten, und ihn dann der Tod ereilt, so obliegt seine Belohnung Gott. Gott ist bereit zu vergeben, barmherzig. Die Frauen 83 4:101 Wenn ihr im Lande unterwegs seid, ist es für euch kein Vergehen, das Gebet abzukürzen, wenn ihr befürchtet, dass die, die nicht glauben, euch schaden könnten. Siehe, die Ungläubigen sind für euch ein klarer Feind! 4:102 Und wenn du unter ihnen bist und das Gebet dann für sie anführst, soll eine ihrer Gruppen bei dir sein, mit ihren Waffen griffbereit. Und werfen sie sich betend nieder, dann sollen sie zurücktreten hinter euch, und eine andere Gruppe, die noch nicht gebetet hat, soll vortreten und mit dir beten. Doch sei sie auf der Hut, die Waffen griffbereit! Die nicht glauben, möchten gern, dass ihr auf eure Waffen und Gerätschaft nicht achtgebt, um über euch mit einem Schlage herzufallen. Doch ist es kein Vergehen für euch, eure Waffen, wenn ihr unter Regen leidet oder krank seid, abzulegen. Doch seid auf der Hut! Siehe, Gott hält für die Ungläubigen erniedrigende Strafe bereit. 4:103 Wenn ihr das Gebet ausgeführt habt, gedenkt dann Gottes im Stehen, Sitzen oder Liegen. Wenn ihr euch dann wieder sicher fühlt, verrichtet das Gebet! Siehe, das Gebet ist eine zeitlich festgelegte Vorschrift für die Gläubigen. 4:104 Lasst nicht darin nach, den Gegner zu verfolgen. Leidet ihr, so leiden sie genauso, wie ihr leidet. Doch ihr erhofft von Gott, was sie sich nicht erhoffen. Gott ist wissend, weise. 4:105 Siehe, wir sandten das Buch mit der Wahrheit auf dich herab, damit du zwischen den Menschen richten mögest, entsprechend dem, was Gott dir zeigte. Sei kein Anwalt für die Verräter! 4:106 Bitte Gott um Vergebung! Siehe, Gott ist bereit zu vergeben, barmherzig. 4:107 Streite nicht zugunsten derer, die sich selbst betrügen! Siehe, Gott liebt keinen, der verräterisch und sündhaft ist. 4:108 Sie verbergen sich vor den Menschen. Vor Gott aber können sie sich nicht verbergen – ist er doch bei ihnen, wenn sie von etwas munkeln, was ihm an Reden nicht gefällt. Gott erfasst, was sie tun. 4:109 Ihr seid es, die zu ihren Gunsten im Leben hier auf Erden gestritten habt. Sure 484 Wer aber wird zu ihren Gunsten mit Gott am Tag der Auferstehung streiten, oder wer sonst wird Sachwalter für sie sein? 4:110 Wer Böses tut oder gegen sich selber frevelt und dann Gott um Verzeihung bittet, der findet Gott vergebungsbereit, barmherzig. 4:111 Wer eine Sünde begeht, begeht sie gegen sich selber. Gott ist wissend, weise. 4:112 Und wer eine Verfehlung oder eine Sünde begeht, und das dann einem Unschuldigen vorwirft, der lädt Verleumdung auf sich und eine offenbare Sünde. 4:113 Läge nicht Gottes Huld auf dir und sein Erbarmen, so hätte eine Gruppe von ihnen es unternommen, dich irrezuleiten. Sie aber führen nur sich selber in die Irre und können dir in keiner Hinsicht schaden. Gott sandte das Buch und die Weisheit auf dich herab und lehrte dich, was du zuvor nicht wusstest. Gottes Huld an dir ist groß. 4:114 Nichts Gutes liegt in vielem, was sie vertraulich sprechen. Nur wer Almosen befiehlt oder Güte oder Versöhnung zwischen den Menschen, und wer das tut, um Gottes Wohlgefallen zu erlangen, dem werden wir reichen Lohn geben. 4:115 Wer dem Gesandten zuwiderhandelt, nachdem die Rechtleitung ihm klar geworden war, und einem anderen Weg folgt als dem der Gläubigen, den lassen wir sich dorthin wenden, wohin er sich gewendet hat, und lassen ihn in der Hölle brennen: Welch schlimmes Schicksal! 4:116 Siehe, Gott vergibt es nicht, dass ihm etwas beigesellt wird. Doch was geringer ist als dies, vergibt er, wem er will. Wer Gott etwas beigesellt, der ist schon sehr weit abgeirrt. 4:117 Sie rufen – statt seiner – nur weibliche Wesen an und rufen nur einen rebellischen Satan an, 4:118 den Gott verfluchte und der sprach: «Ich will von deinen Knechten einen bestimmten Teil mir nehmen, 4:119 sie in die Irre führen, Wünsche in ihnen wecken und ihnen befehlen, die Ohren der Herdentiere einzuritzen, und ihnen befehlen, Gottes Schöpfung zu verändern.» Und wer sich den Satan an Gottes statt zum Freund nimmt, der hat schon klar verloren! Die Frauen 85 4:120 Er macht ihnen Versprechungen und weckt in ihnen Wünsche. Doch was ihnen der Satan verspricht, ist nichts als Trug! 4:121 Für diese ist die Hölle ihr Zufluchtsort, und sie finden aus ihr kein Entrinnen! 4:122 Die glauben und gute Werke tun, die werden wir in Gärten führen, unter denen Bäche fließen. Für immer und ewig werden sie darin weilen als Verheißung Gottes, die in Erfüllung ging. Wer ist wahrhaftiger im Reden als Gott? 4:123 Es geht nicht nach euren Wünschen und auch nicht nach den Wünschen der Buchbesitzer. Wer Böses tut, dem wird dafür vergolten. Er findet gegen Gott weder Freund noch Helfer. 4:124 Wer da Gutes tut, ob Mann, ob Frau, und dabei gläubig ist – die treten in den Paradiesesgarten ein, und ihnen wird auch nicht das kleinste Unrecht getan. 4:125 Wer hat eine bessere Religion als wer sich Gott ergibt und dabei Gutes tut und der Glaubensweise Abrahams, als eines wahren Gläubigen, folgt. Und Gott nahm sich Abraham zum Freund. 4:126 Gottes ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Gott umfasst alle Dinge. 4:127 Sie bitten dich um Auskunft über die Frauen. Sprich: «Gott wird euch Auskunft geben über sie und darüber, was euch im Buch vorgetragen wird über die weiblichen Waisen, denen ihr nicht gebt, was für sie vorgeschrieben ist, und die ihr doch zu heiraten wünscht, und über die Minderjährigen unter den Kindern und dass ihr den Waisen Gerechtigkeit verschafft.» Was ihr an Gutem tut, siehe, Gott weiß davon sehr genau. 4:128 Und wenn eine Frau von ihrem Ehemann befürchtet, dass er ungeziemend handelt oder sich von ihr abwendet, dann ist es für sie beide kein Vergehen, wenn sie friedlich zu einer Einigung gelangen. Und die Einigung ist besser. Doch die Habsucht ist in den Seelen stets gegenwärtig. Wenn ihr Gutes tut und gottesfürchtig seid – siehe, Gott ist mit dem, was ihr tut, vertraut. Sure 486 4:129 Ihr werdet die Frauen nicht gerecht behandeln können, auch wenn ihr euch darum bemüht. Und wendet eure Zuneigung nicht völlig ab, so dass ihr sie gleichsam in der Schwebe lasst. Wenn ihr zu einer Einigung gelangt und gottesfürchtig seid: Siehe, dann ist Gott bereit zu vergeben, barmherzig. 4:130 Wenn sich beide trennen, dann wird Gott einem jeden aus seiner Fülle reichlich geben. Gott ist umfassend, weise. 4:131 Gottes ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Wir geboten denen, die das Buch vor euch erhielten, und euch, dass ihr Gott fürchtet. Wenn ihr jedoch ungläubig seid – siehe, Gottes ist, was in den Himmeln und auf Erden ist; Gott ist auf keinen angewiesen, er ist hoch zu rühmen. 4:132 Gottes ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Gott genügt als Anwalt. 4:133 Wenn er will, so nimmt er euch hinweg, ihr Menschen, und bringt dann andere herbei. Gott hat dazu die Macht. 4:134 Wer den Lohn des Diesseits begehrt: Bei Gott ist ja der Lohn des Diesseits und der des Jenseits. Gott ist hörend, sehend. 4:135 O ihr, die ihr glaubt! Steht als Zeugen für Gott ein für die Gerechtigkeit, auch wenn es gegen euch selber ist oder die Eltern und Verwandten! Ob es ein Reicher oder Armer ist – Gott ist beiden näher. Folgt nicht der Neigung – damit ihr gerecht sein könnt. Und wenn ihr etwas verdreht oder euch von etwas abkehrt – siehe, Gott ist mit dem, was ihr tut, vertraut. 4:136 O ihr, die ihr glaubt! Glaubt an Gott und seinen Gesandten und an das Buch, das er auf ihn herabgesandt, und an das Buch, das er zuvor herabgesandt. Denn wer an Gott nicht glaubt und seine Engel, seine Bücher, seine Gesandten und den Jüngsten Tag, der ist schon sehr weit abgeirrt. 4:137 Siehe, die glauben, dann aber ungläubig werden und wieder glauben und wieder ungläubig werden, denen kann Gott nicht vergeben und sie nicht auf den rechten Weg leiten. 4:138 Verkünde den Heuchlern, dass ihnen schmerzhafte Strafe bestimmt ist, Die Frauen 87 4:139 ihnen, die sich die Ungläubigen zu Freunden nehmen. Streben sie wohl bei ihnen nach Macht? Doch siehe, bei Gott ist alle Macht! 4:140 Er hat doch im Buch auf euch herabgesandt, dass ihr, wenn ihr hört, dass die Zeichen Gottes geleugnet und verspottet werden, so lange nicht bei ihnen sitzen sollt, bis sie über etwas anderes reden. Siehe, sonst seid ihr genau wie sie! Siehe, Gott bringt die Heuchler und die Ungläubigen in die Hölle, allesamt, 4:141 die euch gegenüber abwartend sind: Wird euch von Gott ein Sieg gewährt, so sagen sie: «Waren wir denn nicht auf eurer Seite?» Doch ist das Glück auf Seiten der Ungläubigen, so sagen sie: «Waren wir denn nicht auf eurer Seite und haben euch vor den Gläubigen geschützt?» Doch Gott richtet zwischen euch am Tag der Auferstehung. Niemals wird Gott den Ungläubigen ein Mittel verschaffen, um über den Gläubigen zu stehen. 4:142 Siehe, die Heuchler suchen Gott zu täuschen, doch er täuscht sie. Wenn sie sich zum Gebet aufstellen, tun sie es nur nachlässig, um von den Leuten gesehen zu werden, und sie gedenken dabei Gottes kaum, 4:143 wobei sie dazwischen schwanken – nicht zu diesen hin, nicht zu jenen hin. Doch wen Gott in die Irre führt, für den wirst du keinen Weg finden. 4:144 O ihr, die ihr glaubt! Nehmt euch nicht die Ungläubigen zu Freunden – statt der Gläubigen! Wollt ihr Gott etwa klare Vollmacht geben gegen euch? 4:145 Siehe, die Heuchler sind auf dem untersten Grund des Feuers, und keinen Helfer wirst du für sie finden, 4:146 außer für die, die Buße tun, sich bessern, an Gott festhalten und Gott allein verehren. Die sind dann mit den Gläubigen. Gott wird den Gläubigen reichen Lohn geben. 4:147 Wie sollte Gott euch strafen, wenn ihr dankbar seid und glaubt? Gott ist dankbar, wissend. 4:148 Gott liebt es nicht, dass man laut vernehmbar Böses spricht, mit Ausnahme dessen, dem Unrecht geschah. Gott ist hörend, wissend. 4:149 Ob ihr Gutes offenlegt oder es verborgen haltet oder ob ihr Böses verzeiht – Sure 488 siehe, Gott ist verzeihend und mächtig. 4:150 Siehe, die an Gott nicht glauben und nicht an seine Gesandten und die unterscheiden wollen zwischen Gott und seinen Gesandten und sprechen: «Wir glauben an das eine, doch an das andere glauben wir nicht!», und einen Weg dazwischen einschlagen wollen, 4:151 das sind die wahrhaft Ungläubigen. Für die Ungläubigen halten wir erniedrigende Strafe bereit. 4:152 Die aber an Gott und seine Gesandten glauben und keinen Unterschied machen zwischen einem von ihnen, die sind es, denen er Belohnung geben wird. Gott ist bereit zu vergeben, barmherzig. 4:153 Die Buchbesitzer fordern von dir, dass du ein Buch vom Himmel auf sie herniederkommen lässt. Doch von Mose forderten sie Größeres als das und sprachen: «Lass uns Gott leibhaftig schauen!» Da aber nahm sie der Donnerschlag hinweg – ihres Frevels wegen. Dann aber nahmen sie das Kalb, nachdem doch die Beweise zu ihnen gekommen waren. Wir aber vergaben ihnen das. Mose gaben wir klare Vollmacht. 4:154 Wir hoben den Berg über sie an, mit ihrem Bund, und sprachen zu ihnen: «Geht durch das Tor, euch niederwerfend!» Wir sprachen zu ihnen: «Übertretet nicht den Sabbat!» Und wir nahmen von ihnen einen festen Bund entgegen. 4:155 Weil sie ihren Bund gebrochen hatten und Gottes Zeichen leugneten und die Propheten grundlos töteten und sprachen: «Unsere Herzen sind unbeschnitten!» – doch Gott versiegelte sie wegen ihres Unglaubens, so dass nur wenige von ihnen glaubten –, 4:156 und weil sie ungläubig waren und Maria ungeheuerlich verleumdeten 4:157 und weil sie sprachen: «Wir haben Christus Jesus, den Sohn Marias, den Gesandten Gottes, getötet!» Aber sie haben ihn nicht getötet und haben ihn auch nicht gekreuzigt. Sondern es kam ihnen nur so vor. Siehe, jene, die darüber uneins sind, sind wahrlich über ihn im Zweifel. Kein Wissen haben sie darüber, nur der Vermutung folgen sie. Sie haben ihn nicht getötet, mit Gewissheit nicht, 4:158 vielmehr hat Gott ihn hin zu sich erhoben. Die Frauen 89 Gott ist mächtig, weise. 4:159 Es gibt keinen von den Buchbesitzern, der nicht vor seinem Tode an ihn glauben würde. Er wird Zeuge sein am Tag der Auferstehung gegen sie. 4:160 Ja, wegen des Frevels derer, die zum Judentum gehören, haben wir ihnen Gutes verboten, was ihnen einst erlaubt war – und deswegen, weil sie oft vom Wege Gottes abgehalten haben 4:161 und weil sie Zinsen nahmen, obwohl es ihnen untersagt war, und weil sie unrechtmäßig das Vermögen der Menschen verzehrten. Für die Ungläubigen von ihnen halten wir schmerzhafte Strafe bereit. 4:162 Doch die von ihnen, die im Wissen festgegründet sind, und die Gläubigen, die an das glauben, was auf dich herabgesandt und schon vor dir herabgesandt, die das Gebet verrichten und die Armensteuer geben, und die an Gott glauben und an den Jüngsten Tag: Das sind die, denen wir reichen Lohn geben werden. 4:163 Siehe, wir offenbarten dir, so wie wir Noah offenbarten und den Propheten nach ihm. Wir offenbarten Abraham und Ismael und Isaak und Jakob; den Stämmen, Jesus, Hiob, Jona, Aaron, Salomo. David gaben wir den Psalter. 4:164 Und Gesandte, von denen wir dir früher schon erzählten, und andere, von denen wir noch nichts erzählten – und Gott sprach mit Mose unmittelbar –, 4:165 Gesandte, als Verkünder froher Botschaft und als Warner, damit die Menschen keinen Vorwand hätten gegen Gott, nachdem Gesandte kamen. Gott ist mächtig, weise. 4:166 Doch Gott bezeugt das, was er dir herabgesandt hat, herabgesandt mit seinem Wissen, und es bezeugen auch die Engel. Doch Gott genügt als Zeuge. 4:167 Siehe, die da ungläubig sind und Gottes Weg den Rücken kehren, sind schon sehr weit vom Wege abgeirrt. 4:168 Siehe, die da ungläubig sind und freveln: Gott kann ihnen nicht vergeben und sie nicht auf den Weg leiten – 4:169 nur auf den Weg zur Hölle. Für immer und ewig werden sie dort bleiben. Sure 490 Das ist für Gott ein Leichtes. 4:170 O ihr Menschen! Der Gesandte ist nunmehr zu euch gekommen mit der Wahrheit von eurem Herrn. So glaubt! Das ist für euch besser. Doch wenn ihr leugnet – siehe, Gottes ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Gott ist wissend, weise. 4:171 Ihr Buchbesitzer! Geht nicht zu weit in eurer Religion, und sagt nur die Wahrheit über Gott! Siehe, Christus Jesus, Marias Sohn, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er an Maria richtete, und ist Geist von ihm. So glaubt an Gott und seine Gesandten und sagt nicht: «Drei!» Hört auf damit, es wäre für euch besser. Denn siehe, Gott ist ein Gott; fern sei es, dass er einen Sohn habe. Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Gott genügt als Anwalt. 4:172 Christus wird es nie verschmähen, ein Knecht Gottes zu sein, und auch die Engel, die ihm nahestehen, nicht. Wer es jedoch verschmäht, ihm zu dienen, und sich erhaben dünkt, die wird er allesamt zu sich versammeln. 4:173 Doch denen, welche glauben und gute Werke tun, wird er ihren Lohn in vollem Maße geben und ihnen noch mehr Huld gewähren. Die aber, welche es verschmähen und sich erhaben dünken, wird er mit schmerzhafter Pein bestrafen, die werden gegen Gott weder Freund noch Helfer finden. 4:174 O ihr Menschen! Zu euch kam ein Beweis von eurem Herrn, und wir sandten zu euch ein klares Licht herab. 4:175 Was aber die betrifft, die an Gott glauben und an ihm festhalten, die wird er aufnehmen in seine Barmherzigkeit und Huld und sie auf geradem Weg zu sich führen. 4:176 Sie bitten dich um Auskunft. Sprich: «Gott gibt euch Auskunft über die entferntere Verwandtschaft. Die Frauen 91 Wenn ein Mann umkommt, der keine Kinder hat, aber eine Schwester, so steht ihr die Hälfte von dem zu, was er hinterließ. Er beerbt sie, wenn sie keine Kinder hat. Sind es zwei Schwestern, so stehen ihnen zwei Drittel von dem zu, was er hinterließ. Und wenn es Geschwister sind, Männer und Frauen, so steht dem Mann der Anteil von zwei Frauen zu.» Gott schafft euch Klarheit, dass ihr nicht in die Irre geht. Gott weiß alle Dinge.

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References

Zusammenfassung

Der Koran ist für Muslime Gottes Wort, das Mohammed in arabischer Sprache offenbart wurde und sich durch besondere Schönheit auszeichnet. Hartmut Bobzin hat den Koran auf der Grundlage des von Muslimen und westlichen Forschern anerkannten «Kairiner Korans» neu übersetzt. Seine philologisch exakte Übertragung beruht auf dem neuesten islamwissenschaftlichen Forschungsstand und bietet dem deutschsprachigen Leser zugleich einen Eindruck von den verschiedenen predigenden, mahnenden, poetischen, teils auch archaisch-dunklen Tonlagen des Originals. Ein ausführliches Register zu Namen, Themen und Begriffen rundet die Neuübersetzung ab.