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VORLAGEN UND NACHRICHTEN in:

Gnomon, page 256 - 288

GNO, Volume 93 (2021), Issue 3, ISSN: 0017-1417, ISSN online: 0017-1417, https://doi.org/10.17104/0017-1417-2021-3-256

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C.H.BECK, München
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VORLAGEN UND NACHRICHTEN Lars Hübner: Homer im kulturellen Gedächtnis. Eine intentionale Geschichte archaischer Homerrezeption bis zur Perserkriegszeit. Stuttgart: Steiner 2019. 247 S. (Hamburger Studien zu Gesellschaften und Kulturen der Vormoderne. 5.) 48 €. Die zuerst als Dissertation konzipierte Monographie fragt nach den Ursachen der bis in die Gegenwart anhaltenden Popularität der homerischen Epen als Teil des westlichen kulturellen Gedächtnisses. Die Gründe für diese lange Dauer lägen nicht in einer übergeordneten, sozusagen zeitlosen Qualität der Dichtung, sondern sie seien geschichtlich bedingt und ließen sich bis auf das erste ‘intentionale Erinnern’ derjenigen zurückführen, die die Troia- Sage zu ihrem eigenen Gedächtnis gemacht haben (Kap. 1). Das Thema ist, wenn ich die hochgradig konstruierte Gedankenführung richtig verstanden habe, eine intentionale Erinnerungsgeschichte des sog. Homerischen als Spurensuche gesellschaftlicher Identitätsfindungen vom archaischen bis zum frühklassischen Griechenland. Unter dem ‘Homerischen’ versteht H. die Troia-Sage im Umfang des Epischen Kyklos. Der Zugriff beruht auf Jan Assmanns Unterscheidung des kulturellen Gedächtnisses, verstanden als gesellschaftliches, an Riten und Orte gebundenes, bewahrendes Erinnern, im Gegensatz zur persönlichen, wandelbaren alltäglichen Erinnerung. Assmanns Begriffen folgend definiert H. intentionales Erinnern als identitätsstiftendes Gedächtnis, wobei Identität als gesellschaftliches Bewusstsein Abgrenzung (Distinktion) gegen andere voraussetze und sich durch den sozialen Ort und das wiederholbare Ritual bestätige. Der Rückbezug auf das ‘Homerische’ beginne mit der Identitätssuche der frühen griechischen Aristokratie und breche sich im Laufe der Zeit, analog zur Entstehungsgeschichte der Polis, in einem neu entstehenden Gemeinschafts- bzw. Bürgerschaftsbewusstsein. Für den zeitlichen Verlauf dieses Erinnerungsgeschehens übernimmt H. Gregory Nagys (‘Homer the Preclassic’, Berkeley u.a. 2010) Schema einer fortschreitenden Verdichtung der mündlichen Überlieferung als Folge von politischen Intentionen, deren formative Phase Nagy in der Herrschaft Athens und deren panhellenischer Wirkung im 5. und 4. Jh. ansetzt. In Antwort darauf macht sich H. zum Ziel, diesem imperialen und relativ späten Rückbezug eine frühere ebenso politisch verstandene Phase voranzustellen, die er in der archaischen Lyrik ausgedrückt findet sowie im Symposion als deren Austragungsort. Am Ende dieser Entwicklung stehe die vollkommene Popularisierung des ‘Homerischen’, die mit der Einsetzung des Rhapsodenvortrags beim öffentlichen Fest beginne und in der Perserkriegszeit zur Vollendung komme. Das wiederum bedeute im Sinne Jan Assmanns, dass dieser Homer ‘formativ’, d.h. für alle Griechen sinn- und identitätsstiftend geworden sei. Den Anfang aber macht, im Rückgriff auf Nagys ‘Homer in the Homeric Odyssey’ (a.O. Kap. 4), die Deutung der Demodokos-Episode im 8. Gesang der Odyssee als erste literarische Darstellung ‘homerischer Homerrezeption’ im Ionien der früharchaischen Zeit (Kap. 2). Anders als Nagy, der den Gesang überzeugend als ein zu Ehren des fremden Gastes einberufenes, sozusagen im Zeitraffer ablaufendes großes Festprogramm interpretiert und als dessen Hauptpart den Sängerwettstreit zwischen Odysseus und Demodokos ausmacht, nimmt H. die Szenerie auseinander, um in deren letztem Teil, dem Gastmahl mit dem dritten Gesang des Demodokos, einen Vorläufer des aristokratischen Symposions zu erkennen (52– 54), und zwar als literarische Darstellung der frühen intentionalen Homerrezeption (45–46). Die Troia-Sage, die Demodokos als hoch aktuelle Gegenwart seiner Hörer heraufbeschwört, sei von den späteren Hörern als eigene Vergangenheit aufgefasst und in dieser Selbstbestätigung intentional erinnert worden. Den Identifikationskern findet H. in dem alten Kriegerideal der Ilias, der Stilisierung des adligen Zweikampfes. Die (wohl erste) Schriftfassung der Epen setzt er um 750 an, als Reaktion auf die Einführung des Alphabets. In dieser Zeit sei auch die Troia-Sage als fortlaufende Erzählung GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 257 entstanden. Prinzipiell aber gelte die Zugehörigkeit der Epen zur Gattung der mündlichen Dichtung und folglich seien sie «konzeptionell» mündlich zu verstehen (34) und orientierten sich als «spezielle lyrische Quellengattung» an ihrem je aktuellen gesellschaftlichen Kontext (44). Daher glaubt H. in der Demodokos- Episode eine spätere Schicht mündlicher Übertragung ausmachen zu können und kommt auf dem Wege des Dreigenerationengedächtnisses der ‘oral history’ in das von den Auseinandersetzungen mit den Lydern geprägte Ionien der Zeit des Gyges. Von den Lydern hätten die frühen ionischen Aristokraten nicht nur die Luxuskultur als Gepräge der eigenen elitären Klasse übernommen, sondern auch das Symposion als das ihrer exklusiven Kultur entsprechende Ritual. Im geschlossenen Raum einer solchen, das Volk und die Frauen ausschließenden Männerrunde, sei der Troische Sagenkreis als ‘Rühme der Männer’ vorgetragen worden. In diesem Wissen, das nicht mit anderen teilbar gewesen sei, habe sich dieser Personenkreis selbst erkennen und bestätigen können. Allerdings – um einen Einwand, der sich auf das Hauptkriterium der ganzen Untersuchung bezieht, an dieser Stelle direkt anzuschließen – lässt der überlieferte Text das Volk nicht außen vor. Zu Beginn des Festes, nachdem Alkinoos die Opfertiere geschlachtet hat, speist die ganze Opfergemeinschaft der Phäaken. Die Gemeinschaft der ‘Vielen’ scheint auch dem zum Mahl aufgeführten ersten Gesang des Demodokos gelauscht zu haben, als dieser die erste, Odysseus betreffende Episode vor Troia als Teil der κλέα ἀνδρῶν rezitierte (Od. 8,57–82). Nach dem dritten Sängerauftritt lobt Odysseus abschließend Gesang und Festmahl als ein vortreffliches Ereignis, das dem ganzen Volke zur Freude gereiche (Od. 9,5–6). Offensichtlich führt bei H. die Theorie Regie bei der Interpretation. Das zeigt sich auch bei seiner Deutung der Götterburleske, dem zweiten Lied des Demodokos, dem H. als Volksbelustigung auf dem Tanzplatz keine soziale Relevanz und keinen öffentlichen Ort zuerkennen will. Das Symposion, auf das er den abendlichen Teil des Festmahls reduziert, wird damit zum Paradigma und unterscheidenden Kriterium zwischen einer bereits in homerischer Zeit einsetzenden aristokratischen und einer wesentlich späteren bürgerschaftlichen Erinnerung beim öffentlichen Fest. H. geht so weit zu behaupten, dass das bürgerschaftsorientierte Denken eigentlich – mit Ausnahme der Figur Hektors – der homerischen Wertewelt widerspräche (201). Die Entwicklung vom einen zum anderen stellt er in drei Phasen dar, einer aristokratischen Rezeption im 7. Jh. (Kap. 3), deren Fortführung durch die Tyrannen mit unbeabsichtigter bürgerlicher Öffnung im 6. Jh. (Kap. 4) und einer Vollendung der Entwicklung zur bürgerschaftlichen Rezeption in der Frühklassik (Kap. 6), die erst mit der vollkommenen rechtlichen Institutionalisierung der Polis im späteren 6. Jh. möglich geworden sei. Die Auswahl der Quellen, ‘Fallbeispiele’ genannt, orientiert sich an Forschungsdiskussionen zu unterschiedlichen Themen. Für die Darstellung der ersten, hier als rein aristokratisch gekennzeichneten Phase, greift H. auf die Debatte um die Aufführungsorte der frühen Elegien zurück (E. L. Bowie, ‘Early Greek Elegy, Symposium and Public Festival’, JHS 106, 1986, 13–35). Konsens ist, dass die beiden Kriegsgedichte, die sog. Große Kampfparänese des Kallinos sowie die sog. Arete-Elegie des Tyrtaios, die in der Tradition der homerischen Kriegerethik stehen, sich aber fiktiv an die Männer eines Heeres richten, trotz dieses sozusagen öffentlichen Inhalts ursprünglich für das Symposion gedichtet wurden. Kontrovers diskutiert werden die narrativen Mimnermos-Fragmente, hier Fr. 9 West mit der Gründung Smyrnas, die, wenn man sie als Teile einer längeren Smyrneis identifiziert, zum öffentlichen Vortrag bestimmt waren. Dagegen macht H. geltend, dass nur das Symposion als Rezeptionsort des ‘Homerischen’ in Frage käme, da die Polis zu dieser Zeit noch nicht voll institutionalisiert gewesen sei, so dass sich die gesellschaftlichen Konfliktfelder in den adligen Hetairien abspielten und nur in den Symposien zur Sprache gebracht werden konnten, wie ein «Seitenblick» auf Alkaios beweise. Allerdings deute die Evidenz auch darauf hin, GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 258 dass einige sozusagen progressive Aristokraten sich der Bürgerschaft gegenüber geöffnet hätten, so dass man auch von einer Einbindung der früharchaischen Homerrezeption in die Genese der Polis sprechen könne (86). Die Auswahl der Quellen und Fallbeispiele für das 6. Jh. lässt sich aus der Kritik an den Kernthesen Nagys (a.O. Kap. 1) zu der Rolle ablesen, die Athen bzw. die Peisistratiden für die Einführung des homerischen Rhapsodenvortrags spielten. H. dagegen weist auf die Unzuverlässigkeit der späteren athenischen Überlieferung zu diesem Thema hin, insbesondere auf begriffliche Anachronismen, die die Erziehung des Volkes zum Handlungsmotiv des Tyrannen machen. Dagegen stellt er Ibykos’ Ode an Polykrates sowie den homerischen Apollon-Hymnos als primäre Quellen heraus, die auf den samischen Tyrannen als Mäzen des Ibykos und als Initiator der pythisch-delischen Spiele hinweisen, anlässlich derer erstmals der Rhapsodenvortrag homerischer Gesänge genannt wird. In beiden Fällen, der aristokratischen Hofdichtung sowie des homerischen Festvortrags, sieht H. den Tyrannen als Initiator und schließt dementsprechend mit der Frage, inwiefern die Tyrannen überhaupt volksfreundlich handeln konnten. Für den Wandel des Umgangs mit der homerischen Überlieferung in der Frühklassik (Kap. 6) wählt H. nicht von ungefähr die Plataiai-Elegie des Simonides. Hier findet er die vollkommene Gleichung zwischen dem Ruhm der Troiaeroberer und den Siegern über die Perser, d.h. das Wir-Gefühl des Demos selbst führe zum intentionalen Aufgreifen homerischer Erinnerung. Soziologisch sozusagen bestätigt sieht er das durch die vorherige Entwicklung der Polis als Institution und damit als neue Gesellschaftsform. Ein zweites Fallbeispiel – Pindars Achte Isthmische Ode, die um dieselbe Zeit datiert wird – soll die gleichzeitige Kontinuität der aristokratischen Homerrezeption beweisen. Auch hier schließt H. mit der Frage nach dem Aufführungsort und entscheidet sich für den öffentlichen Vortrag, der anlässlich der Rückkehr des besungenen Athleten stattgefunden haben könne (196f). Die erste Reaktion, die sich bei der nicht einfachen Lektüre einstellt, ist die Frage nach dem Verhältnis von Theorie und Geschichte. H. dient die Theorie der Konstruktion einer geschichtlichen Entwicklung, die in ihrer Einseitigkeit den Ergebnissen der verstehenden Historie entgegensteht, d.h. einer Methode, die die Komplexität der jeweils eigenartigen historischen Welt voraussetzt und in deren Widersprüchlichkeit ein bereicherndes heuristisches Mittel findet. Zentral ist für H. die Prämisse einer gesellschaftlichen Distinktion zwischen Aristokratie und Bürgergemeinschaft als zweier unterschiedlicher Identitäten und einer Emanzipation der Letzteren durch die Polis. Das sind Begriffe und geschichtliche Phänomene der Moderne, die auf die griechische Archaik und Frühklassik nicht übertragbar sind. Das Bild, das Ilias und Odyssee, gestützt durch andere historische Quellen, von der griechischen Aristokratie vorführen, ist nicht das einer exklusiven Gesellschaft im geschlossenen Raum, wie etwa die hinter Palastmauern unsichtbare höfische Gesellschaft des benachbarten Nahen Ostens. Besonders die Gesellschaft der Odyssee zeigt sich als eine auf die äußere Erscheinung, auf Anerkennung und Applaus des Volkes angewiesene. Insofern ist die griechische Aristokratie öffentlich, auf politische Anhängerschaft und auch auf Kulturvermittlung ausgerichtet. Dass homerische Inhalte bzw. Assoziationen als Teile aristokratischer Erinnerung am Anfang öffentlich nicht teilbar waren, lässt sich auf Grund der hier ausgewählten Quellen nicht entscheiden. Wahrscheinlicher scheint mir, dass die Fülle der Assoziationen, die die Epen für aristokratisches selbst- sowie gemeinschaftsorientiertes Denken und Problemfinden bereits in ihrer Zeit boten, der Grund dafür ist, dass sie später in so unterschiedlichen historischen Zeiten und Gesellschaften sinnstiftend gelesen werden konnten und können. Wiesbaden Barbara Patzek GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 259 Christopher Collard: Colloquial Expressions in Greek Tragedy. Revised and enlarged edition of P. T. Stevens’s Colloquial Expressions in Euripides. Stuttgart: Steiner 2018. 225 S. (Hermes Einzelschriften. 113.) 49 €. Christopher Collard (C.) hat sich während seines langen Forscherlebens nicht nur durch seine eigenen Kommentare und Aufsätze ausgezeichnet, sondern auch dadurch, dass er die Arbeit anderer zur Geltung gebracht und fortgesetzt hat: Er war bis vor wenigen Jahren leitender Herausgeber der Tragödienausgaben im Verlag Aris & Phillips, hat einen Index zu den Oxforder Euripideskommentaren zusammengestellt und den Index zu demselben Autor von Allen und Italie um die Fragmente ergänzt.1 Auch das hier anzuzeigende Buch stellt die Fortführung der Arbeit eines früheren Wissenschaftlers dar. Die Geschichte des Bandes geht über 80 Jahre zurück, die Wurzeln reichen sogar bis ins Jahr 1901: 1937 hatte P. T. Stevens Ergänzungen zu C. Amatis Liste kolloquialer Ausdrücke bei Euripides veröffentlicht, 1945 dann ein Pendant für Aischylos und Sophokles, bevor er 1976 zu Euripides zurückkehrte und eine umfassendere Liste mit verbesserter Methodik in Buchlänge herausbrachte. Bereits 2005 hatte C. seinerseits Ergänzungen veröffentlicht.2 Die Aufteilung auf verschiedene Werke ließ es angebracht erscheinen, die Arbeiten zusammenzuführen und zu aktualisieren. Dies geschieht in diesem Band. Der Inhalt orientiert sich vor allem stark an den Veröffentlichungen von 1976 und 2005. Die Systematik ist dieselbe, mit der Aufteilung der Kolloquialismen in ––––––––––––––––––––––––––––––– 1 ‘Supplement to the Allen & Italie concordance to Euripides’ (Groningen 1971); ‘Composite index to the ‹Clarendon› commentaries on Euripides 1938–1971’ (Groningen 1981). 2 P. T. Stevens, ‘Colloquial expressions in Euripides’, ClQu 31 (1937) 182–191; ‘Colloquial expressions in Aeschylus and Sophocles’, ClQu 39 (1945) 95–105; ‘Colloquial expressions in Euripides’ (Wiesbaden 1976); C. Collard, ‘Colloquial language in tragedy: a supplement to the work of P. T. Stevens’, ClQu n.s. 55 (2005) 350–386. übertreibende Emphase, Pleonasmen und andere erweiterte Ausdrucksweisen, ironische Untertreibung, Ellipse, Interjektionen u.ä., Partikeln, metaphorische Ausdrücke, sonstige Lexeme sowie kolloquiale Morphologie und Syntax. C. hat das dargebotene Material auf den neuesten Stand gebracht: Der Text folgt den gegenwärtigen Standardeditionen, Verweise auf Diskussionen in der jüngeren Literatur wurden hinzugefügt, der Parallelstellenapparat wurde erweitert, soweit angebracht, und C. zeigt jetzt an, in welchem formalen Kontext der Äußerung der Kolloquialismus jeweils steht (also in Stichomythie, Trimeterdialog, Reden, Anapästen, Lyrik oder lyrischem Dialog). Außerdem wird jetzt der Zugriff auf die Lemmata durch ausführlichere Indices – nicht zuletzt einen vollständigen Stellenindex zu den Tragikern – deutlich erleichtert. Vor allen Dingen aber gibt C. dem Leser eine größere Fülle an Material an die Hand und bewertet die Befunde neu. Auch wenn ein Großteil dieser Sammlung ältere Forschung reproduziert, stellt sie also einen deutlichen Zugewinn dar und ist von immensem Wert als Referenzwerk auf dem neuesten Stand zur Analyse der tragischen Sprache insgesamt und einzelner Passagen. C. teilt das Material in zwei Abteilungen: eine mit den Phänomenen, für die er den Status als Kolloquialismen gemäß Stevens’ Kriterien (Auftreten in «ordinary conversation» und zugleich Fremdheit in prosaischem oder poetischem Kontext) annimmt oder zumindest für möglich hält; und eine mit Ausdrücken und Wörtern, die in früheren (auch C.s eigenen) Publikationen aufgeführt waren, diese Kriterien aber eigentlich nicht erfüllen. Wesentlich, um eine Unterscheidung zwischen den beiden Gruppen treffen zu können, ist hierbei die Häufigkeit der Ausdrücke quer durch die literarischen Gattungen und die Frage, ob überhaupt eine Alternative zur Verfügung steht. Gerade der letzte Punkt wirft die Frage nach den Grenzen des Phänomens Kolloquialismus auf. Eine Floskel wie das im zweiten Teil erscheinende δήπου (S. 151) verleiht mit Sicherheit Emphase, was als eine der Kategorien kolloquialer Ausdrucksweise firmiert; doch dürfte C. mit Recht von GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 260 Stevens abweichen und angesichts der Häufigkeit, mit der die Partikel begegnet, an der Zugehörigkeit zu diesem Register zweifeln. δήπου mag durch die unzweifelhafte Lebhaftigkeit des Tons dazu angetan sein, den kolloquialen Charakter einer Stelle zu verstärken, sofern er durch andere Elemente in der Umgebung erzeugt wird (ein ähnlicher Punkt wird auf S. 131 zur pejorativen Konnotation der Substantive auf -μα gemacht), doch für sich genommen dürfte es kaum genug Kraft entwickeln, um einen solchen Charakter hervorzurufen. ‘Kolloquialisierendes’ Potential mag also vorhanden sein, aber einen intrinsischen kolloquialen Wert sollten wir δήπου nicht zuschreiben. Auch auf manche Ausdrücke des ersten Teils mag eine solche Analyse zutreffen, beispielsweise (εἰμί) τις ‘jemand von Bedeutung (sein)’ – bezeichnenderweise ist das Gegenteil οὐδείς εἰμι nicht aufgeführt. Insgesamt wird deutlich, wie sehr ‘kolloquial’ als Sammelkategorie verschiedener Phänomene dient, die gemeinsam haben, dass sie vom sachlichen und formalen Sprachgebrauch abweichen. Dies reicht vom familiär informellen Ton (z.B. εἰς καλόν; οἶσθ᾿ οὖν ὃ δρᾶσον) über sanftere Flüche (φθείρου, κατάρατος) bis zu affektischen Äußerungen, wie sie einem Charakter in der Hitze des Wortgefechts, gerade wenn man in der Stichomythie mit einem Einwurf schnell sein muss, leicht herausrutschen. Während das Kolloquiale generell einen Hang zum Affektischen hat, ist bei der letzteren Gruppe die Frage, ob solche knappen, affektischen Äußerungen immer auf die Stufe der niederen Stilebene zu stellen sind: καὶ εἶτα ist rhetorische Überspitzung, nicht unbedingt im freundlichen Sinne und oft mit Entrüstung über Doppelmoral oder Heuchelei; und μή mit Ellipse eines Imperativs markiert nicht zuletzt dramatisches Tempo, bei dem sich Förmlichkeiten aus praktischen Gründen verbieten. In vielen Fällen verleiht C. seiner Skepsis bei der Klassifikation Ausdruck, spürt den Feinheiten nach und weist auf Diskussionen in der modernen Literatur hin, die näher zu beschreiben versuchen, welche Effekte jeweils erzielt werden. Insofern stellt sein Buch einen Ansporn zur Vertiefung und zum Ausloten des Tons dar, den die Ausdrücke erzeugen. Er ist weit davon entfernt, seine Arbeit für den Abschluss der Diskussion auszugeben und bietet vielmehr eine Summe des gegenwärtigen Kenntnisstands. Besonders wertvoll sind auch die ‘Additional Notes and Chapters’ (182–213): Darin führt C. grundlegende Punkte weiter aus, die Stevens nur in Randbemerkungen behandelt hat, und stellt sie dank einer systematischen Aufarbeitung der Beleglage auf eine breitere Grundlage. Zunächst gibt er eine Liste von Ausdrücken und insbesondere Metaphern, die zumeist aufgrund ihrer plastischen oder drastischen Qualität für kolloquial gehalten wurden. Es folgt eine Tabelle mit der Verteilung kolloquialer Ausdrücke (im Sinne der Aufstellungen in Teil I und II) in den erhaltenen Tragödien des Euripides und Sophokles sowie der Orestie und dem Prometheus Vinctus. Dabei ergeben sich einige überraschende Befunde: Während Aischylos’ Stücke wie erwartet relativ arm an Kolloquialismen sind, liegt deren Frequenz bei Sophokles nicht allzu weit unter der bei Euripides, wobei sich der Oedipus Tyrannus sogar über dem euripideischen Durchschnitt bewegt. Die Alkestis – bei der als vermeintlich prosatyrischem Stück möglicherweise ein niedrigeres Sprachregister zu erwarten stünde – weist eine vergleichsweise niedrige Dichte an kolloquialen Elementen auf. Eine zweite Tabelle, die die Zahl der Kolloquialismen nach Modus des Gesprächs aufschlüsselt, birgt weniger Überraschungen: Unregelmäßiger Dialog und Stichomythie enthalten insgesamt mehr Kolloquialismen als Rheseis (wobei jedoch nur in absoluten Zahlen, ohne Berücksichtigung der jeweiligen Verszahlen, gerechnet wird). Klare Entwicklungen lassen sich nicht ablesen: Euripides variiert stark, Sophokles weist stabile Verhältnisse auf. Bei Anapästen und lyrischen Passagen sind die Zahlen zu gering, um sinnvolle Vergleiche zu ziehen, doch ist auffällig, dass Kolloquialismen auch dort vor allem «in sudden, instinctive and often brief utterances» auftreten. Die heikelste Frage hebt sich C. bis zum Schluss auf: Welche Bedeutung haben Kolloquialismen für die Charakterisierung einzelner Akteure? Die generelle GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 261 Schlussfolgerung lautet, dass derartige Besonderheiten nur ein Element der Charakterisierung sein können und diese nicht aus eigener Kraft tragen. Sie leitet sich her aus einer Reihe von genauen Betrachtungen von Passagen mit Clustern von Kolloquialismen. Dabei ergibt sich wiederholt eine Verbindung von kolloquialer Sprache mit starken Emotionen, etwa mit der cholerischen Ungehaltenheit eines Peleus in der Andromache, der Trauer der Hekuba im gleichnamigen Stück und der Leidenschaft von Megara und Herakles. Daneben steht der ironische Grundton im Ion und der Helena, aber auch, besonders bemerkenswert, der mokante Ton der Göttin Athene gegen- über Ajax bei Sophokles. Die oben aufgeworfene Frage nach dem Wesen von Kolloquialismen kommt also auch hier wieder zum Tragen: ‘Kolloquialismus’ ist eine grobe Kategorie, hinter der sich eine Reihe von Phänomenen verbirgt, die für sich genommen mehr Aussagekraft zu haben scheinen als die grobe Kategorie des ‘Niedriger-als-Neutralen’. C. ist zu danken für den Dienst, den er der Forschung abermals geleistet hat. Seine Zusammenstellung, Aktualisierung und kritische Aufarbeitung der verschiedenen Beiträge zum Phänomen der informellen Ausdrucksweise wird als Referenzwerk dauerhaft in Kommentare und Deutungen eingehen. Die weiterführenden Anmerkungen und Diskussionen geben wichtige Stoßrichtungen für die weitere Forschung vor und setzen Impulse, denen nachzugehen die Aufgabe seiner Nachfolger sein wird. Zürich Gunther Martin Markus Mülke: Aristobulos in Alexandria. Jüdische Bibelexegese zwischen Griechen und Ägyptern unter Ptolemaios VI. Philometor. Berlin/Boston: de Gruyter 2018. IX, 604 S. (Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte. 126.) 119,95 €. Die vorliegende Monographie entstand aus einer Habilitationsschrift, die sich dem jüdischen Exegeten Aristobulos widmet, dessen Werk nur sehr fragmentarisch und zwar hauptsächlich bei Eusebius erhalten ist. Trotz des geringen Umfangs der Fragmente hat Aristobulos immer wieder die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gezogen, weil er ein äußerst wichtiges Zeugnis für die Anfänge der jüdischen Bibelexegese und damit auch der christlichen Hermeneutik darstellt. Aristobulos kann durch seine Anrede an den ptolemaischen König mit großer Sicherheit im kulturellen Milieu Alexandrias im 2. vorchristlichen Jahrhundert angesiedelt werden. Seine Fragmente dokumentieren einen kommentarartigen Zugang auf den biblischen Text, der zunächst problematisiert und dann einer literarischen Lösung zugeführt wird. Aristobulos setzt sich damit grundsätzlich von dem Typ der ‘Rewritten Bible’, also der nacherzählenden Hermeneutik, wie sie zur gleichen Zeit in Palaestina üblich war, ab. Mülkes Monographie basiert auf der kritischen Ausgabe der Fragmente von Carl Holladay (1994) sowie den Arbeiten von Nikolaus Walter (1964) und Maren R. Niehoff (2011). Im Anschluß an Niehoff, die Bezüge zwischen Aristobulos und der alexandrinischen Homerexegese herausstellte, untersucht Mülke Aristobulos im Kontext einer komparatistischen Hermeneutik in Alexandria und legt besonderen Wert auf den aristotelischen Hintergrund seiner metaphorischen Interpretationen. Es wird überzeugend deutlich gemacht, wie sehr Aristobulos aristotelischen Einsichten in die Natur der Literatur und die metaphorische Interpretation verbunden ist. Mülke schöpft aus seinem umfassenden Wissen der antiken Literatur und bringt schöne vergleichende Beispiele von Aristoteles, Kallimachos und den Scholien (siehe bes. S. 390–5). Mit dieser Kontextualisierung erhärtet Mülke die sich in der neueren Forschung breitmachende Annahme, daß Aristobulos kaum Stoiker war und seine Metaphern andere hermeneutische Grundlagen widerspiegeln. Neu ist der Ansatz, Aristobulos von zeitgenössischen Diskursen im hellenistischen Ägypten abzugrenzen und ihn auf seine Einstellung zur ägyptischen Kultur hin zu untersuchen. Dies ist ein schwieriges Unternehmen, da Aristobulos im Gegensatz zu Artapanos oder dem Autor der Weisheit Salomos die ägyptische Kul- GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 262 tur als solche nicht erwähnt. Mülke entwickelt sein Argument in zweierlei Hinsicht, nämlich in Bezug auf die Vorstellung vom Autor und den Monotheismus. Moses sei nicht als menschlicher, sondern als prophetisch inspirierter Autor dargestellt und sei damit sui generis, abgesetzt von Homer und anderen Autoren bei den alexandrinischen Forschern. Außerdem sei Aristobulos’ Hinweis auf den einen Gott Israels eine implizierte Kritik am ptolemaischen Herrscherhaus. Beide Argumente sind nicht genügend belegt und entbehren der Überzeugungskraft. In Fragment 2 erwähnt Aristobulos in der Tat die göttliche Eingebung Moses’ und spricht von ihm als einem Propheten, betont aber gleichzeitig, daß die allegorische Interpretation, die er aus seiner prophetischen Einsicht heraus kommuniziert, von allen mit Geist begabten Menschen geteilt wird, darunter auch Philosophen und Dichter. Moses’ Prophetie kreiert also Brücken, nicht Schranken im Selbstverständnis des Aristobulos. Überdies referiert Mülke selbst die Vielfalt griechischer Auffassungen von Homer, darunter natürlich auch die Annahme seiner Prophetie. Dazu wird in erhellender Weise auf das Standbild Homers in Alexandria hingewiesen, wo dem Dichter kultische Verehrung zukam (S. 342–3). Die Schlußfolgerung, Moses als prophetisch inspirierter Autor stehe in krassem Gegensatz zur Umwelt, ist dann überraschend. Sie widerspricht auch den in anderen Kapiteln hervorgehobenen Ähnlichkeiten zwischen Aristobulos und Aristoteles sowie anderen griechischen Exegeten, besonders Porphyrios, dem Paradebeispiel eines literarischen Kritikers. Aristobulos ist berühmt für seine Emendation einer Passage des Dichters Arat, der Zeus erwähnt. Der jüdische Exeget gibt frei zu, er habe den Text geändert, «indem wir den in Versen genannten ‹Dis› und ‹Zeus› ringsherum wegnahmen» (Übersetzung Mülke, 10). Dieses schon oft diskutierte Phänomen wird nun als eine Strategie gegen das ptolemaische Herrscherhaus interpretiert, welches «sich selbst genealogisch auf Herakles zurückführt – und damit auf dessen und der Götter Vater Zeus» (S. 24). Ist dieser Zusammenhang zwingend oder evident? Mülke betont weiterhin die Wirkung einer solchen Texttilgung in einer Schrift, die sich direkt an den ptolemaischen König richtete (S. 25), erklärt aber nicht, wie man sich eine solche politische Opposition vorzustellen hat. Würde die direkte Anrede an den König und Aristobulos’ Anstrengungen, das Judentum in allgemein verständlichen Kategorien zu erklären, nicht eher eine positive Kommunikationsstruktur vorraussetzen und suggerieren, daß es Aristobulos um die königliche Anerkennung der jüdischen Religion ging, die den Werten der griechischen Intellektuellen so nahe stand, daß man frei einen Gottesnamen durch den anderen ersetzen konnte? Das vorliegende Buch ist nicht nur sehr umfangreich (604 Seiten), sondern auch durch seinen assoziativen Stil recht schwer zu lesen. Der Autor gibt selbst eine «gewisse Disparatheit» seines Werkes zu, hofft aber, daß seine «häufigen Querverweise» den Vorteil haben, «den Fragmenten kein einheitliches Konzept aufzuerlegen» (S. 5). Die Monographie beginnt dann in medias res mit Aristobulos’ Argument für das hohe Alter der Bibel im Vergleich zur griechischen Literatur, die deshalb von Moses geschöpft habe soll. Von einer Monographie, die sich ganz einem Autor widmet, der nur in 5 Fragmenten greifbar wird, hätte man erwartet, einen Gesamt- überblick zu erhalten. Stattdessen konzentriert sich der Autor auf einige, seinen Interessen besonders entsprechende Fragmente und läßt die berühmteste Passage über den Sabbat aus, weil zu diesem Thema schon genug gearbeitet worden sei. Außerdem werden zahlreiche und oft lange Zitate in verschiedenen Sprachen, teils unübersetzte griechische Passagen, teils Aussagen moderner Forscher, ohne jegliche Erklärung aneinandergereiht, so daß der Leser oft den Überblick verliert und sich durch wiederholtes Lesen vergewissern muß, worum es eigentlich geht. Dies ist besonders der Fall, wenn mehrzeilige griechische Zitate direkt an mehrzeilige englische Zitate anknüpfen. Man fragt sich dann, was der Autor im Einzelfall kommunizieren will und was sein eigener Beitrag ist. Die Fußnoten sind nicht nur äußert lang, sondern laufen oft auf vielzeilige Ketten von Autorennamen hinaus, ohne daß deren Beitrag erklärt oder differenziert wird. GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 263 Nach dem Lesen dieser Monographie stellt sich die Frage, ob das Format eines systematischen Kommentars aller Fragmente nicht dienlicher gewesen wäre. Ein solches Format hätte klarere Strukturen garantiert, für das gleichmäßige Auswerten aller Fragmente gesorgt und vielleicht auch Spannungen oder gar Widersprüche zwischen den verschiedenen Interpretationsansätzen vermieden. Das breite Wissen des Autors und seine enzyklopädistische Veranlagung wären in einem Kommentar besser zum Tragen gekommen. Jerusalem Maren Niehoff Βασίλειος Π. Βερτουδάκης: Ἀρισταίνετος, Ερωτικαι Επιστολαι. Εἰσαγωγή, Κείμενο, Μετάφραση, Σχόλια. Ἀθήνα: Εκδοσεις Gutenberg 2018. 401 S. Gli ultimi quindici anni sono stati particolarmente fortunati per Aristeneto; hanno visto la luce infatti varie edizioni delle Epistole: dopo quella da me curata (con traduzione italiana e note, Milano 2005, RCS Libri), l’edizione corredata da un ricchissimo commento di Anna Tiziana Drago (Lecce 2007, Pensa Multimedia), la traduzione catalana, con testo a fronte, apparato critico essenziale, introduzione e note di J. Pagès Cebrian (Barcelona 2009, Fundació Bernat Metge) e la traduzione inglese, con testo a fronte, introduzione e note, di Peter Bing e Regina Höschele (Atlanta 2014, Society of Biblical Literature). A esse si aggiunge ora la prima edizione neogreca commentata, ad opera di Vasileios P. Vertoudakis [= Ve.]. Il volume di Ve. comprende un’ampia introduzione, il testo originale con traduzione a fronte e il commento. Non si tratta di un’edizione critica in senso stretto; l’editore spiega di essersi basato sull’edizione Teubneriana di O. Mazal (1971), confrontandola con il codex unicus (Vind. phil. gr. 310 = V) di Aristeneto e con le edizioni di J.-R. Vieillefond (Les Belles Lettres, 1992), Zanetto, Drago e Bing- Höschele. Di fatto, Ve. ristampa il testo di Mazal, con poche varianti elencate alle pp. 71–72: si tratta per lo più di correzioni di sviste o refusi (per es. 2, 8, 9 πῶς ἐρωτικῶς ripristina il testo di V, dove Mazal e Viellefond omettono, per banale disattenzione, ἐρωτικῶς), tranne in alcuni casi, in cui viene operata una scelta diversa. In 1, 11, 10 Ve. preferisce la congettura di Mercier Ἑρμᾶς a Ἔρωτας di Salmasius, accolta da Mazal (V ha ἐραστάς) e forse preferibile paleograficamente; in 1, 13, 57 Ve. mantiene ἐπέκειτο di V dove Mazal accoglie ἐνέκειτο di Hercher; in 1, 19, 43 Ve. accoglie, come Vieillefond, l’integrazione πόθον <ἀπὸ> τῆς σχέσεως proposta da Hercher, mentre Mazal si limita a segnalare la lacuna; in 1, 28, 3 Ve. accetta il tràdito ἐκλύομαι […] ἀπὸ τῆς ἀπορίας (come in Luc., Dial. mer. 9, 3, fonte del passo) laddove Mazal accoglie la correzione ὑπὸ; in 2, 1, 3–4 Ve. mantiene εὐξάσθω di V, ma la correzione εὔχθω proposta da Hercher e accolta da Mazal è praticamente certa, perché qui Aristeneto cita alla lettera Men., Perik. 291; in 2, 1, 53–54 Ve. seclude la frase τὸ δ’ οὖν ῥόδον, κἂν μή τις αὐτῷ χρήσηται, μαραίνεται (che è con ogni probabilità una glossa, come segnalato da Lesky); in 2, 20, 2 Ve. accetta la mia correzione ἀπωθούσῃ (Koinonia 12, 1988, 156–157) invece della lezione ἀπειθούσῃ (ἀπεθούσῃ V), accolta da Mazal. Curiosamente, non tutte queste divergenze dal testo base di Mazal sono discusse e giustificate nel commento. Nell’introduzione Ve. affronta il dibattuto problema dell’identità e della cronologia di Aristeneto, alla luce della consistente bibliografia sul tema; si occupa poi dell’aspetto letterario della collezione, tracciando una storia del genere epistolografico dall’età classica a quella imperiale. Un’attenzione particolare è dedicata da Ve. a due aspetti della scrittura di Aristeneto: la sovrabbondante presenza dell’imitatio e il dispiegato erotismo. Ve. ricostruisce l’intenso dialogo che Aristeneto intrattiene con l’intera tradizione letteraria e culturale greca e spiega come la scelta della forma epistolare abbia un significato anche metaletterario, perché esprime la volontà di ‘comunicare’ con il passato: la conoscenza e la manipolazione della tradizione è infatti un caposaldo dell’identità culturale per i Greci di età imperiale e tardo antica. L’apparente contraddizione tra la Weltanschauung cristiana, ormai dominante negli anni di Aristeneto, e l’apertura a una sessualità disinibita e anche licenziosa (adulteri, inganni, seduzioni sono la materia prima delle Epistole) si spiega appunto con il GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 264 lascito culturale del paganesimo, molto forte nel Cristianesimo greco. Ve. sottolinea peraltro la totale assenza, nella collezione, di ogni riferimento alla omosessualità, in coerenza con una linea di gusto e di pensiero (preferenza per l’amore eterosessuale e lode del matrimonio) già presente in Plutarco e nel romanzo e poi resa inderogabile dalla morale cristiana. Il rifiuto dell’eros paidico porta Aristeneto a ‘correggere’, per esempio, le citazioni platoniche, depurandole di ogni allusione omoerotica; su questo punto Ve. avrebbe potuto trarre vantaggio dal volume di R. Hunter (Cambridge 2012) sul silent stream platonico che percorre la letteratura greca e, soprattutto, dal contributo di A. Capra sulle lettere ‘platoniche’ di Aristeneto (in O. Vox, ed., ‘Lettere, mimesi, retorica’, Lecce 2013, 375–385). Di altri due contributi nel volume curato da Vox Ve. avrebbe potuto tenere conto: quello di A. Tagliabue (Vox 2013, 411–455) che indaga il rapporto tra Aristeneto e i romanzi di Achille Tazio e Senofonte Efesio, e spiega il favore che la letteratura erotica incontra nella Costantinopoli giustinianea come l’accettazione ‘ironica’ della tradizione pagana; quello di M. S. Montecalvo (Vox 2013, 387–409) che ricostruisce la fortuna di Aristeneto in Francia tra XVII e XVIII secolo e l’intenso consorzio culturale che tra fine Settecento e primo Ottocento si stabilì tra Bast e Boissonade. Il commento di Ve. è molto attento alle fonti di Aristeneto, che sono indagate e ricostruite dettagliatamente: sia i temi e le situazioni di fondo (le ‘fonti concettuali’) sia le riprese formali e il gioco intertestuale. Ve. conosce e sfrutta con competenza l’ampia bibliografia (in particolare, il monumentale commento di A. T. Drago); ai lavori da lui citati si possono aggiungere i contributi di J. Pagès Cebrian (Faventia 30, 2008, 323–331) sull’epistola 2, 20, interpretata come una sorta di ‘contrasto’ giambico tra l’amante e l’etera; di N. Bianchi (FuturoClassico 3, 2017, 143–167), sull’identificazione dell’ἐρωτικὸς ποιητής dell’epistola 1, 12 con Caritone e sulla diffusione dei romanzi greci tra il pubblico di fine V e inizio VI secolo. Non citata da Ve. è anche la tesi di dottorato di S. Pozzi (Univ. di Milano 2004) che discute la tecnica imitativa di Aristeneto con particolare riferimento elle epistole 1, 1; 1, 18 e 2, 10. Poco condivisibile è la scelta di citare i frammenti di Saffo e Alceo secondo Lobel-Page, invece che secondo Voigt (ovvero, per Saffo, secondo l’edizione di Neri, pubblicata nel 2017). Un punto di forza del commento di Ve. è l’attenzione alla continuità della tradizione interpretata da Aristeneto; molti dei topoi presenti nelle Epistole (sia sul piano formale che su quello del contenuto) sopravvivono nel folklore e nella letteratura di età medievale e moderna. Ve. è particolarmente sensibile al contesto greco; per es., il paragone tra la giovane donna e il cipresso (1, 1, 25–26) torna in Solomòs, Papadiamantis, Palamàs; il simbolismo erotico della mela e del melograno (1, 3, 6) è presente in Politis, Seferis, Embirikos. Particolarmente interessante il commento a 1, 6, che a proposito della simulata verginità dà spazio alle fonti mediche antiche ma anche a un canto popolare cretese databile alla fine del XV secolo che illustra – nella tradizione del misoginismo greco – le ‘malefatte’ femminili. In definitiva, l’edizione di Ve. è una buona sintesi dei risultati raggiunti dalla ricerca recente su Aristeneto; non rappresenta un effettivo progresso degli studi, né sul piano testuale e filologico né su quello dell’interpretazione letteraria. È però uno strumento utile, in prima istanza per il pubblico greco ma anche per coloro che studiano la fortuna e la sopravvivenza dell’antico, nei diversi contesti e nelle diverse culture. Milano Giuseppe Zanetto Simone Finkmann, Anja Behrendt, Anke Walter (Hrsgg.): Antike Erzähl- und Deutungsmuster. Zwischen Exemplarität und Transformation. Festschrift für Christiane Reitz zum 65. Geburtstag. Berlin/Boston: de Gruyter 2018. XXXVII, 693 S. 5 Abb. (Beiträge zur Altertumskunde. 374.). Der über siebenhundertseitige Band, der der Klassischen Philologin Christiane Reitz anlässlich ihres 65. Geburtstages als Festschrift gewidmet wurde, stellt ein gelungenes exemplum dieser Gattung dar. Nach dem anlassbedingten Anfangsab- GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 265 schnitt mit Photographie von Christiane Reitz, Vorwort, Laudatio (von Andreas Fuchs), Kurzvita und Schriftenverzeichnis der Geehrten, Tabula gratulatoria und Autorenverzeichnis folgen achtundzwanzig Beiträge von deutschen und internationalen Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden und Schülerinnen und Schülern (bis hin zu aktuellen Doktoranden), wobei sich diese Kategorien überschneiden, wie man persönlichen Anmerkungen in den Fußnoten einiger Beiträge entnehmen kann. Wie schon im Band selbst das Hauptgewicht nicht auf der Panegyrik, sondern auf dem wissenschaftlichen Beitrag liegt, so ist es schon gar nicht die Aufgabe einer Rezension, die Leistungen der lange in Rostock als Lehrstuhlinhaberin der Latinistik und in anderen Funktionen für die Altertumswissenschaft wirkenden Christiane Reitz nachzuzeichnen. Dies wird angemessen und präzise in der Festschrift unternommen (S. XIII–XXXII). Die Themen der Beiträge orientieren sich an Forschungsschwerpunkten von Christiane Reitz (manche nennen auch explizit im Text den konkreten Bezugspunkt, andere nicht). Die Aufsätze wurden von den Herausgeberinnen auf drei thematische Blöcke verteilt, welche jeweils mit einer Einleitung versehen sind. In diesen Einleitungen wird zunächst auf die Rolle der Thematik in Reitz’ Schaffen verwiesen, dann werden die einzelnen Beiträge dazu in Beziehung gesetzt und konzise zusammengefasst. Den einzelnen Beiträgen selbst stehen ein englisches Abstract und eine Liste von Keywords voran. Dadurch kann sich der Leser des Bandes bestens orientieren, auch wenn Indices am Ende des Bandes nicht beigegeben sind. Zudem unterstreicht dies die internationale Ausrichtung des Bandes, der neben fünfzehn Aufsätzen in deutscher Sprache auch elf in englischer und jeweils einen in italienischer und französischer Sprache enthält. Der erste Teil ‘Die Tradition der epischen Dichtung von Homer bis Milton: Ambivalentes Heldentum und der epische Raum’ nimmt den zentralen Forschungsschwerpunkt von Christiane Reitz in den Blick. Die Beiträge stammen von Oliver Primavesi (‘Phoenix über die Verblendung des Helden. Auktoriale Erzählerperspektive und Figurenperspektive im Iota der Ilias’), Frederick Ahl (‘Aeneas and Octavian: The Sharing of Epic Identity’), Torben Brehm (‘Resonantia saxa – Scylla und die Mauern von Megara [Ov. Met. 8.6–154]’), Stefano Poletti (‘Iterum Philippi. La ‹doppiezza di Filippi› da Virgilio a Lucano’), Ruurd Nauta (‘‹Zweimal Emathien›: Das Proöm zu Lucans Bellum Ciuile und die Georgica Vergils’), Simone Finkmann (‘Killed by Friendly Fire. Divine Scheming and Fatal Miscommunication in Valerius Flaccus’ Cyzicus Episode’), Sylvie Francet d’Espérey (‘La mort de Tydée de Stace. L’ambivalence de la condition héroïque dans l’épopée flavienne’), Anke Walter (‘Regulus and the Inconsistencies of Fame in Silius Italicus’ Punica’) und Philip Hardie (‘The Vertical Axis in Classical and Post-Classical Epic’), welcher die vertikale Bewegung im epischen Kosmos in Jacopo Sannazaros ‘De partu Virginis’, Girolamo Vidas ‘Christias’, Edmund Spencers ‘The Faerie Queene’, Miltons ‘Paradise Lost’, Josuah Sylvesters ‘Du Bartas His Divine Weekes and Works’ und Abraham Cowleys ‘Davideis’ untersucht. Die Intention der Herausgeberinnen, die Forschungsschwerpunkte von Christiane Reitz zum Ausgangspunkt zu nehmen, um die Autoren in ihrem eigenen Spezialgebiet aktuelle Fragestellungen und Methoden der Klassischen Philologie diskutieren zu lassen, geht auf: Ausgehend vom Epos und dessen Tradition(en) werden in mehreren Beiträgen etwa Sprechakt-Theorie, Raumnarratologie, Intertextualität oder Inkonsistenzen als poetologisches Prinzip analysiert. Die chronologisch angelegten Beiträge spiegeln nicht nur ein methodologisch weites Spektrum wider, sondern auch eine zeitliche Weite: von Homer, Vergil, Ovid, Lucan über die flavischen Epen bis hin zum spätantiken christlichen Epos und schließlich zum neuzeitlichen volkssprachlichen Epos. Der zweite Teil (‘Literarische Autorität: Dichter, Gattungskonventionen und Erneuerung’) untersucht Rezeption und Transformation einzelner literarischer Motive und Strukturelemente in unterschiedlichen Gattungen und Epochen, unter anderem im Hinblick auf Selbstdar- GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 266 stellungsstrategien des Dichters oder dessen Kompositions- und Übersetzungsstrategien. Zu diesem Themenkomplex haben beigetragen: Michael Weißenberger (‘Numerosus Horatius. Metren und inhaltliche Bezüge im ersten Odenbuch des Horaz’, eine umsichtige Analyse, die man auch für die anderen Odenbücher versuchen sollte), Kirk Freudenberg (‘The Po[e]ts and Pens of Persius’ Third Satire [The Waters of Roman Satire, Part 2]’), Gregor Bitto (‘Schlaflos mit Kallimachos. Eine Interpretation von Stat. Silv. 5.4’), Christoph Leidl (‘Enthüllte Göttinnen. Der Blick des Dichters [Ovid und Kallimachos]’, mit einer poetologisch ausgelegten vergleichenden Analyse von Kallimachos’ fünftem Hymnus, Passagen Ovids und Gemälden von Giuseppe Cesari und Peter Paul Rubens), Claudia Schindler (‘Macht und Übermacht der Tradition. Dichterkataloge in der lateinischen Literatur von Ovid bis Sidonius’, zu Ovid, Amores 1.10, Manilius, Astronomica 2.1–52 und Sidonius Apollinaris, Carmen 9), Friedemann Drews (‘Der Mythos von Orpheus und Eurydice bei Ovid und Boethius’), Stephen Harrison (‘Apuleius in France: La Fontaine and its Apuleian Model’), Markus Kersten (‘Rote Schafe, Goldene Zeit. Ein märchenhaftes Motiv bei Homer, Vergil und Voltaire’, auch hier mit metapoetischer Lesart) sowie Andreas Fuchs (‘Eduard Mörikes Roman von Cerinthus und Sulpicia’). Zu diesem Themenkomplex sind also vielseitige Fallbeispiele recht unterschiedlicher Natur versammelt, etwa zu Motiv-, Erzählungs- und Mythenrezeptionen innerhalb und außerhalb der Antike, zur Funktion von Dichterkatalogen zwischen Exemplarität und Umgangsformen mit der Tradition oder zum Arrangement von Übersetzungen aus der Appendix Tibulliana unter Nutzung der zu Mörikes Zeiten attraktiven Form des Briefromans. Ursula Gärtners Aufsatz (‘nempe exemplis discimus. Tradition und Beispiel bei Phaedrus [3.9.]’) hätte aufgrund der Frage nach literarischer Autorität auch bestens in den zweiten Teil gepasst. Er bildet aber, gleichsam in Scharnierfunktion, den ersten Beitrag des neuen Abschnitts. Der dritte Teilbereich (‘Wissensvermittlung in Text und Bild: Rhetorische Exemplarität und didaktische exempla’) widmet sich der antiken Lehrdichtung und den Formen der Wissensvermittlung, etwa durch didaktische und rhetorische exempla, sowie der Exemplarität und Instrumentalisierung historischer Persönlichkeiten, auch in verschiedenen medialen Formen. Craig Williams (‘The Poetry of Animals in Live. A Reading of Oppian’s Halieutica and Cynegetica’), Marco Formisano (‘Beyond the Fence. Columella’s Garden’, zu Columellas De re rustica), Lars Mielke (‘Zur Vereinbarkeit von ratio und reuerentia in Columellas Umgang mit Vergil’) und Marco Fucecchi (‘A Lesson from the East: A New Pattern of Virility in Ovid’s Fasti’, zu Ovids Version der Versklavung des Hercules durch Omphale und dessen Rezeption bei Statius) beschäftigen sich mit Wissensvermittlung in dichterischer Gestalt, danach folgen Untersuchungen zur Frage nach Topoi und Exemplarität von historischen Persönlichkeiten in verschiedenen Gattungen und Epochen: Nicola Hömkes ‘Mit Alexander dem Großen und Albinovanus Pedo am Ende der Welt. Finis mundi als rhetorischer Topos in Sen. Suas. 1.15’, Wytse Keulens ‘The ‹Controversial› Continence of Scipio in Literature and Art: Gellius’ Noctes Atticae and Nicolò dell’Abate’ (mit Betonung der sinnlichen Darstellung in Spannung zur rhetorischen Exemplarität der Askese), Gerlinde Huber-Rebenichs ‘Titi summa clementia. Unbeachtete Zeugen für ein sprichwörtliches Herrscherbild’ (Vergleich der lateinischen Übersetzung von Flavius Josephus mit mittelalterlichen Paratexten zu Handschriften) und Michael Erlers ‘Disertus vel desertus (Aug. Conf. 2.3.5). Augustinus als Panegyriker und Anti-Panegyriker’ (zur Neuberwertung der antiken Rhetorik durch Augustinus). Der Beitrag von Judith Hallet knüpft an das wissenschaftsgeschichtliche Interesse von Christiane Reitz und ihrem Hauptwirkungsort Rostock an (‘The Endeavours and exempla of the German Refugee Classicists Eva Lehmann Fiesel and Ruth Fiesel’); durch die Frage nach Exemplarität und dadurch, dass es sich um historische Personen handelt, fügt er sich durchaus gut in diesen thematischen Abschnitt ein, GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 267 schließt aber vor allem den Band bestens ab. Die Aufsätze sind durch die Herausgeberinnen nicht nur gelungen angeordnet, sondern weisen auch zahlreiche Querverweise untereinander in den Fußnoten auf, so dass der gesamte Band auch gewinnbringend als Ganzes gelesen werden kann und die einzelnen Beiträge nicht, wie so oft in solchen Fällen, relativ isoliert nebeneinanderstehen. Für Einzelkritiken ist hier kein Raum. Viele Beiträgerinnen und Beiträger sind international anerkannte Größen, die nicht hinter die auf sie gesetzten Ansprüche zurückfallen, und auch die Untersuchungen der jüngsten Nachwuchswissenschaftler fallen qualitativ keinesfalls aus dem Rahmen, sondern knüpfen an aktuelle altertumswissenschaftliche Fragestellungen und Methoden an (etwa Torben Brehm mit einer raumnarratologischen Analyse zu den ‘musikalischen Mauern’ in Ovids Metamorphosen). Die Bandbreite der untersuchten Themen, Motive, literarischen Gattungen und anderen Medien ist ebenso umfangreich wie die Fragestellungen und die Methoden, mit denen sie analysiert werden. Auch an der äußeren Qualität der Textdarstellung, der Abbildungen und der Tabellen ist nichts auszusetzen. Es handelt sich also rundum um ein durchdachtes und sorgfältig umgesetztes Vorhaben. Berlin Nina Mindt Biagio Santorelli, Antonio Stramaglia: [Quintiliano], Il muro con le impronte di una mano (Declamazioni maggiori, 1). Cassino: Edizioni Università di Cassino 2017. 203 S. (Collana di Studi Umanistici. 9.) 30 €. Under the general editorship of Antonio Stramaglia, the Cassino series of commentaries on the Pseudo-Quintilianic Major Declamations has almost reached completion. This excellent commentary on the pseudo-Quintilianic Paries Palmatus presents an update of Håkanson’s Teubner text, with notes keyed to an explanatory Italian translation. The commentators focus on the constitution of the text, issues in translation, rhetorical analysis, connections with literature in other genres, and cultural background relevant to the declamation’s fictional theme. Each rhetorical figure and locus communis has been labeled and associated with relevant discussion in the ancient rhetorical handbooks. Improbable situations are constitutive elements of declamation, but the Paries Palmatus offers one of this collection’s more bizarre conjunctions of humor and horror. The case is a typical antikatêgoria, in which a son and his stepmother both accuse one another of murdering the paterfamilias. The circumstances appear to tell, however, against the visually impaired son. His sword was found in the father’s fatal wound, and bloody palm marks cover the wall leading from the father’s bedroom to his son’s. The son’s advocate argues that the stepmother framed her stepson in order to inherit the paterfamilias’ property, which would otherwise have passed down to his son. The introduction considers the legal and social position of visually impaired people in Roman society as well as in Sophistopolis. The editors draw comparisons with Major Declamations 2, 6, and 16, three other declamations involving blind family members, as well as Seneca Controversiae 3.1, on public assistance for the blind. The introduction includes a brief study of the speech’s reception from late antiquity up to the time of Lorenzo Patarol, an 18th-century Venetian scholar who wrote responses to the unpaired Major Declamations. Though comparatively neglected today, this speech once drew the attention of some of the greatest humanists, such as Valla and Vives. The dating of the individual declamations has long been a subject of controversy. Håkanson’s study of Satzrhythmus, the latest contribution to this argument, argues for locating the Paries Palmatus in the first quarter of the second century CE. Santorelli, who edited Håkanson’s Nachlass, accepts these arguments and suggests that the second Major Declamation may have been composed in response. The declamation also includes a metarhetorical argument rebutting «vero Quintiliano», suggesting that it may have been composed close in time to the Insti- GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 268 tutio. The declaimer passes over the «trito e a tutti noto» locus of comparatio personarum (DM 1.13.2), whereas Quint. Inst. 10.5.21 recommends selecting the aspects of persona most favorable to a case. The text updates Håkanson’s Teubner edition, incorporating several suggestions per litteras from Michael Winterbottom. On occasion, the editors correctly attribute to earlier editors some interventions which Håkanson credited to himself. The translation functions as a preliminary commentary, explicating the declamation’s characteristically compressed and elliptical expressions. An example comes as early as the first page, where the editors render DM 1.2 aestimate iuvenem his moribus, quibus videntem aestimaretis: vita, pudore, pietate as «valutate il giovane in base a quei parametri di moralità, secondo i quali lo valutareste se avesse la vista: la sua condotta di vita, il suo senso d’onore, la sua devozione». The commentators have been extremely thorough in their inclusion of earlier commentary as well as the most recent work. The 30 € price is a virtue when 100 € or more is a typical price for a philological commentary. Athens (Ohio) Neil W. Bernstein Bruna Pieri: Narrare memoriter temporaliter dicere. Racconto e metanarrazione nelle Confessioni di Agostino. Bologna: Pàtron 2018. 345 S. (Testi e manuali per l’insegnamento universitario del Latino. 143.) 34 €. ‘Metanarrazione’ in the subtitle flags the purpose of this monograph: Bruna Pieri studies passages in Confessions in which Augustine seems to reflect on the way he narrates his story rather than simply telling the story itself. Her account unfolds in five chapters. In the first, she focuses on literary qualities of the narrative, drawing on work by others and on her own previous investigations of Augustine’s Latinity. She takes Augustine’s embrace of the psalmic idea of ‘confession of praise’ as the key to Confessions. It guides his recounting of God’s grace to him in the first nine books and his reflection on God’s work as creator in the latter four. It also pointed the way to the spirit in which he would deal with his theme. As an ex-rhetor, Augustine inevitably associated praise with epideictic oratory and with the heightened style that defined it. But the biblical associations of the idea invested it with a credibility that merely rhetorical conventions would not have possessed. Pieri begins chapter 2 by noting that Confessions has drawn scant attention from narratologists, which leads her to try to clarify the functions of protagonist, narrator, and narratee in the text. What she finds is that the roles keep shifting. On an obvious level, Augustine is both protagonist and narrator, while God figures as the primary narratee. Yet the narrative devotes so much space to recounting instances of divine intervention in Augustine’s life that God, Pieri contends, must be seen as a protagonist of the story as well. Moreover, God’s role as narratee of the story is complicated by the facts that God already knows the events of it, and that God is the source of Augustine’s knowledge of his own life. To that extent, God becomes the narrator and Augustine the narratee of the story. The effect of God’s prominence in the narrative fully deserves the attention Pieri has brought to it, though it may be anachronistic to speak in terms of Augustine’s ‘destabilization’ of narrative functions in the absence of any prior codification of them. Chapter 3 connects Augustine’s concept of memory with his view of narrative, arguing that he treats memory as an essentially narrative process (‘narrative memory’) in which images derived from the senses are selected, discarded, recombined, and enhanced. A related process allows for the integration of images not derived from first-hand experience, and even for the emplotment of imagined future events. Another feature of Augustine’s treatment of memory rightly emphasized by Pieri is that it has a marked spatial dimension. Even though memory is in his view a non-corporeal operation of the soul, his meditation on it in book 10 is presented as though it were the exploration of a physical space. And in remembering actual events of his life, like GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 269 the vision that he and his mother shared at the window of a house in Ostia, he repeatedly dwells on details of setting that appear to have symbolic overtones. In the next chapter, Pieri moves from space to issues of time. Her concern is less with the famous meditation in book 11 than with forms of counterpoint that Augustine creates between the primary narrative line of Confessions and other ‘temporalities’. He pauses the story in order to dilate on key moments of it, often from the perspective of his present rather than his past, he interrupts the narrative with tangents forward and backward in time, he relates his personal conversion to a universal pattern of salvation history, and he anticipates a culmination in which time, though not his own existence, will cease. Pieri also discusses ways in which the narrative mirrors Augustine’s view of the time-boundedness of language itself. This chapter draws abundantly and aptly on the armory of narratological analysis. But Pieri tends to look at the handling of temporal elements in isolation from other effects. At 9.3.5, for example, Augustine steps outside the chronological boundaries of Confessions in order to anticipate the death of a friend at whose country villa he had enjoyed a vacation. The anachronies in this short segment of narrative are as complex as Pieri shows them to be (pp. 125–26) and even more so. But from a story-telling perspective, they are subordinate to a conceit which Augustine develops about the pleasure that Verecundus bestowed on his friends, and the pleasure to be bestowed on him in the afterlife. The chronological framing is incidental to his larger purpose. Chapter 5 is a loosely connected set of reflections about stories secondary to Augustine’s personal story in Confessions but often parallel to it. Pieri begins with passages which Augustine ascribes to narrators other than himself, whose stories have delayed meanings, or different meanings for different hearers. She ends by considering the way Augustine invokes master stories from Scripture (the prodigal son, the story of creation) in order to model his own conversion story. Three appendices collect material that supplements the central argument. The first consists of a translation and detailed commentary on the ‘metanarrative’ proem of book 10 (sections 1–7), which is important both because it contains Augustine’s fullest statement about his intended audience and because Pieri considers it the last part of Confessions to be written. But the sentence-by-sentence focus of the commentary does not always lend itself to clarifying the overall direction of thought in these sections, which is sometimes hard to follow. The second and third appendices gather philological notes on language relating to the themes of time and conversion respectively. This perceptive and well researched study provides an exceptionally close look at story mechanics in Confessions, but for the most part leaves it to readers to determine what they contribute to Augustine’s telling of each story as a whole. Chicago Peter White Willy Evenepoel: Studies in the Christian Latin Poetry of Late Antiquity. Leuven: Peeters 2016. X, 479 S. (Spicilegium Sacrum Lovaniense. Études et documents. 53.) 88 €. Beginning in the 1960’s, the Study of Late Antique Latin poetry has had the benefit of a golden age of scholars and critics, who have demonstrated its literary value and complexity to the wider scholarly and literary world. This collection of essays, which concludes with a nearly 100-page critical and bibliographical survey of recent research on ancient Christian poetry, confirms Willy Evenepoel’s place in this literary historical revolution. The twenty-two articles are arranged in four sections (‘Early Christian poetics’, ‘Prudentius’, ‘Paulinus of Nola’, and ‘Biblical epic’) from the late 70’s to the mid 2000’s, and range from being well-known to more difficult to find pieces. These articles and fulsome survey together show the evolution of the field, specifically with regard to these poets’ place in literary history. Moreover, the survey not only synthesizes and critiques the present state GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 270 of criticism – albeit necessarily in a somewhat selective manner, it functions as a reflection on a lifetime of work in the field, which the author helped bring to prominence. Because there are so many topics, ideas, and observations in this rich collection, it is best to point out several shining examples of E.’s contributions while placing his work in the scholarly conversation. The first two essays, including one in French that was not widely available, treat Latin poetry of the 4th through 5th centuries as an artistic output to be evaluated and understood. In his piece from 1995, ‘The Place of Poetry in Latin Christianity’, E. muses on Latin Christian poetry’s origins and motivations. In these pages are brought together fundamental propositions concerning early Christian poetry that are debated in the context of the scholarly conversation of that time: The Bible was the impetus to make poetry for the masses (20–22) – though E. still sees poetry as mostly a product for the educated; Vergil is the touchstone for assessing the literary standards; a refined style was necessary for including cultivated pagans or nominal Christians in the audience of poetry (23); and poetry can express truth (27) and is divinely inspired by God. These assertions provide the foundation of a poetics which scholars have been discussing for the succeeding decades. Early in his career, E. asserted the importance of early Christian poets in the face of Curtius’s dominant view that they were inferior artists (4–5). Yet, even E. remained in thrall of the towering position of Augustine’s Confessions in literary history. However, E.’s paper on ratio and fides in Prudentius (1981) is a harbinger of viewing this poetry as important on its own terms, not only as a source for early Christianity, but also as interesting in the history of ideas. Articles on libertas and Concordia/pax from 2007 and 2010 show how these concepts are adapted by Prudentius and Early Christians. E. draws several useful, and tantalizingly incomplete, conclusions on Prudentius’ use of libertas, including libertas as: 1) free will, which is necessary for moral responsibility and ethical thinking; 2) inner freedom, which martyrs practice when they choose death and their soul is freed in the Platonist sense from the prison of their bodies; 3) a possession of both Roman citizens and faithful Christians; 4) a triumphalist expression of the individual liberated from earthly suffering and Rome liberated from barbarians through her Christian soldiers. This triumphalism which connected Christian salvation of the individual with the preserving of Rome also sees the Pax Romana/Concordia of all nations as the precondition for the flourishing of Christianity and the coming of Christ (216). E. rightly points to Prudentius’ use of the city/soul analogy to make his case about Rome’s close connection to Christianity (216–18). E. notices in both the cases of libertas and pax/Concordia that Prudentius omits certain biblical (and pagan) uses of these concepts to make his overall argument. E.’s treatments of major Roman and Christian concepts have projected onto early Christian Latin poetry an intellectual complexity that these poets have been denied from the time they published their work. Similarly, in other areas such as Christianization of Rome and the development of Christian poetics, E. helped to reveal Prudentius’ variety and depth to classicists and medievalists alike. For instance, in his article that compares the poetry of Gregory of Nazienzen and Prudentius, E. points out how both poets deal with the critique against poetry (232). In his article on the conversion of aristocrats in Rome, E. sees the poet as talking directly to aristocrats in the Contra Symmachum because the work is addressed to Symmachus, an aristocrat himself (175– 77). However, E. may be underinterpreting Prudentius’ rhetoric at Symm. 2 where he argues that both the lower and upper classes must unite to form a Christian Rome. The point is that Christianity makes both peasants and patricians equal. So, although Prudentius addresses Symmachus and perhaps those of his class, the poet argues that the socioeconomic inclusion of all for eternity is the true identity of Rome. This approach contrasts E.’s approach in the five articles on the Cathemerinon, which includes a book review of J.-L. GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 271 Charlet’s ‘La creation poétique dans le Cathemerinon de Prudence’, a review that engages in a lively comparison of E. views with Charlet’s and others. In this group, E. deals with bread and butter issues such as structure, themes, genre, language, and intertextuality. His pieces on Cath. 3, 5, and 6 are close readings that reveal biblical and pagan parallels (62, 78–79, 90– 100), and discuss unity (66; see also Selection 3, 51). All the selections on the Cathemerinon together function as a kind of introduction and limited commentary to the work. E. has given his attention also to Paulinus of Nola with five articles on the Natalicia. Chapters 17 and 18, for example, argue through a close reading and comparison with Sulpicius’ Vita Martini and the Vita Cypriani that Carm. 15 and 16 together form a vita Felicis in their own right. E. reveals the elegant structure, themes, and language of all three works, evoking a common literary context. On Carm. 26, E. argues that Paulinus attempts to restore confidence in both Christ and Felix in the aftermath of Alaric’s invasion by typologically associating Felix’s power with figures from the Old Testament (304–307). E. also addresses Paulinus’ use of humor in a hagiographical context concluding that it is compatible with such a serious purpose (266). Included in these author-focused articles are treatments of major scholars in book review type essays, e.g. Charlet (104–109) and Green (279–82) in which E. carefully and usefully gives a reckoning of their work, occasionally disagreeing with certain observations, but more often with the purpose of bringing out their contributions for the field at large. E.’s offering on Dracontius (1995) makes it clear that the De laudibus dei takes part in the tradition of Latin biblical epic, which, among its subject matter, typically treated the Genesis story of Adam and Eve. More specifically, the article argues for Ovid’s influence on Dracontius as well as Proba’s; and it highlights the pleasure implicit in Adam and Eve’s relationship, that living as a couple is natural and preferable to being alone. Dracontius humanizes the characters and their situation, appearing to anticipate Milton’s Adam and Eve in ‘Paradise Lost’. E.’s informative, readable, and, at times, provocative survey of recent scholarship is organized as a reflection on the afterlife of each of his twenty-two pieces, that is, their influence on or reception by other scholars, some of whom have taken up further work in interesting ways and others who disagree with E. He focuses on the topics, authors, and debates addressed in his twenty-two pieces – though the sheer breadth and depth of his bibliographies allows the scholar or student to begin or enhance any research project in the field. In the first section of the survey on Prudentius, E. addresses Gnilka’s (and his acolytes’) concept of χρῆσις (‘use’ of pagan literature for the purpose of confirming and spreading Christian ideology), saying that Gnilka’s concept is too narrow, excluding unconscious use (or intertextuality that is reader-generated) and the «Romanization of Christianity» (335, see also 13–14, and 353). E. also addresses scholars’ approach to Prudentius’ manuscript tradition and the structure of the corpus (345–48). These discussions have the feel of a seminar which the expert E. leads with the purpose of exposing students to the most important and best scholarship. E. also provides a nearly exhaustive bibliography on Cathemerinon and Peristephanon for individual poems (358–64, 380–86). Sometimes E. prefers to elaborate more on important bibliography, e.g. Fux, Prolingheuer, Ross, Malamud, and others on the Peristephanon (366–80). E. finishes up the section on Prudentius with bibliographical updates on the topics his selections 10–15 treated. In the section of the survey that treats Paulinus of Nola, E. gives a general state of the field summary accompanied by bibliography. It would occupy volumes of course, but as one proceeds through the survey, one desires E.’s comments on the bibliographies, especially on scholars who have a frequent and strong presence (e.g. Guttilla) and on scholars one may not know well. However, this is a sign of E.’s effectiveness in showing the field’s vibrancy and variety. Just being chosen to be in E.’s bibliographical list appears to be GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 272 an honor in itself! The full bibliography as well as the index at the end of the book enhance the impression of a learned and empathetic scholar who has spent the last five decades elevating the field of early Christian Latin poetry. Perhaps what is most exhilarating about this collection, is the impression of a period of literary activity (i.e. Late Antique Latin poetry) that would lay the groundwork for a Christian humanist literature, and a form of criticism that would never cease to address the big questions of life and existence. Carlisle Marc Mastrangelo Christopher Degelmann: Squalor. Symbolisches Trauern in der Politischen Kommunikation der Römischen Republik und Frühen Kaiserzeit. Stuttgart: Steiner 2018. 361 S. (Potsdamer Altertumswissenschaftliche Beiträge. 61.). Il y a des sujets qui ne sont simples qu’en apparence. Celui qu’a affronté Chr. Degelmann est de ceux-là. Il suffit bien entendu de lire Tite-Live ou Cicéron pour comprendre que les comportements de supplication ou d’appel à la commisération étaient une pratique fréquente des membres de l’aristocratie romaine qui se trouvaient menacés dans leur vie, leurs biens, leur statut ou leur dignité. Leur fréquence et leur singularité ont attiré l’intérêt des chercheurs qui leur ont parfois consacré des études partielles. Elles restaient cependant limitées à certains de leurs aspects. Chr. Degelmann en revanche a cherché à rendre compte de l’ensemble de ces comportements, de leurs manifestations et de la logique qui les organisaient, à la fin de la République et au début de l’Empire. Les difficultés étaient nombreuses: identifier les conduites, les principes et les valeurs qui les fondaient, distinguer leurs champs d’application, apprécier leur efficacité, bref révéler la sémantique qui les organisait dans la diversité des acteurs et des situations. Le résultat de cette réflexion est un livre dense et ambitieux mais qui atteint les objectifs que l’auteur s’était fixés. Après une introduction suivie de prolégomènes qui mettent en place les données historiographiques et méthodologiques de la recherche, Chr. Degelmann commence par analyser les schémas narratifs mobilisés par les auteurs anciens qui les décrivent ou les acteurs qui s’y conforment, afin de dégager un paradigme éventuel. Certains traits étaient réccurrents, d’autres plus variables. L’exemple des comportements de Cicéron à la veille de son exil ou celui des narrations de la fin de Tiberius Gracchus en témoignent. Certains épisodes prenaient ainsi un caractère exemplaire mais les variations étaient trop grandes pour qu’un modèle prédéfini pût être établi. Il étudie ensuite les différentes manifestations physiques et comportementales du deuil ou de la supplication dans les diverses situations civiles ou politiques où il y était fait recours. La liste est abondante et comprenait des comportements très divers: revêtir des vêtements sombres ou sales, se laisser pousser la barbe, supplier et parfois s’agenouiller, faire appel à la solidarité des autres citoyens. Chr. Degelmann en montre le nombre et la diversité. Cette première approche est révélatrice de la complexité du sujet. Certaines manifestations ou quasi-rituels avaient en effet un sens précis, le plancus notamment qui appelait les thrènes et les cris des femmes avait sa place naturelle dans les funérailles. Pouvait-il être transféré dans d’autres situations? D’autres, plus habituels comme pleurer ou déchirer ses vêtements avaient une portée plus générale. Chr. Degelmann s’interroge sur leur sémantique. Mais elle ne peut être appréciée uniquement par elle-même. Le sens (il faudrait dire le signifié) dont ils étaient porteurs (comme signifiants) était susceptible de varier en fonction de la situation. Un même comportement adopté sous son aspect habituel ou au contraire sous des formes ou dans des conditions inattendues ou qui faisaient surenchère (les funérailles par exemple de Clodius et de César), apparaissait banal ou au contraire créait la surprise et l’émotion. Il faut donc situer les conduites dans les principaux contextes où elles se donnaient à voir. Sur ce point cependant les indications se révèlent encore plus complexes. Les manifestations de deuil visaient à faire GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 273 impression sur d’autres citoyens et n’avaient de sens que publiques. Mais elles pouvaient se dérouler aussi bien dans des espaces ouverts comme le Forum ou fermés comme le Sénat et donc pour des spectateurs et des effets différents. Elles pouvaient aussi être le fait d’individus isolés mais puisqu’elles constituaient autant d’appels à la solidarité, elles mobilisaient généralement des groupes de parents ou d’amis, voire de particuliers qui pouvaient se révéler nombreux. Elles répondaient à toutes sortes de menaces qui pesaient sur des citoyens: procès, votes au Sénat, crimes, injures ou préjudices divers imposant vengeance ou réparation. Elles donnaient lieu à des scènes violentes et bruyantes ou au contraire s’imposaient dans un silence pénible. Leur diversité et leurs variations sémantiques ouvraient un large champ de significations, mais qui en tout état de cause pour être efficaces, devaient rester conformes aux valeurs civiques (la fides et la pietas notamment). Ainsi mises en scène, elles étaient susceptibles de développements inattendus tant la douleur du deuil pouvait se transformer en colère et en rage. On ne doit pas perdre de vue enfin que ces manifestations de deuil visaient un protagoniste sur lequel elles faisaient pression, sous les yeux et à la connaissance d’un public qui était pris comme témoin ou comme juge. En ce sens, c’est dans cette interaction qu’elles trouvaient ou non leur efficacité, selon qu’elles entraînaient ou non l’approbation et l’adhésion du public. L’adversaire en effet ne manquait pas de répliquer. C’était par ces défis qu’elles lançaient à l’opinion qu’en fait elles opéraient. Elles en tiraient alors un caractère nécessairement transgressif, plus ou moins marqué selon le degré de banalité ou de recherche du scandale dont elles étaient porteuses. Elles imposaient une réponse qui venait sanctionner le défi qu’elles lançaient. Attendues, elles étaient susceptibles d’être contre-battues par ceux qu’elles visaient et conduites à l’échec. Il fallait donc innover pour créer l’intérêt nouveau tant la répétition entraînait l’usure. Il fallait aussi en conserver la mémoire: d’où par exemple ces monnaies de Sextus Pompée rappelant avec la barbe sur le visage la continuité du devoir de vengeance. Elles jouaient alors un rôle actif et créateur dans la culture politique romaine par la vitalité et l’inventivité dont elles étaient l’objet. Telle est, sous une forme résumée, la démarche de Chr. Degelmann. Ces quelques lignes rendent toutefois à peine compte de la densité de la réflexion qui en 300 pages soumet à l’analyse les différents aspects de ces manifestations, leurs enjeux et leurs effets. Il est impossible d’entrer ici dans le détail des démonstrations. Je me limiterai à une critique générale. Parmi les difficultés que l’auteur a rencontrées, l’une des plus importantes, pour ne pas dire la principale a été de définir la manifestation de deuil et d’en marquer les limites. Le terme latin de squalor qui fournit un titre efficace ne recouvre en effet qu’une partie du phénomène. Mais jusqu’où en étendre l’étude? Afin de ne rien laisser d’important de côté, l’auteur a pris en compte les prières aux dieux, les processions autres que celles de funérailles ou les actes de deditio des ennemis vaincus. Cet élargissement ne s’imposait pas. La continuité sémantique avec les manifestations de deuil ne justifiait pas ces développements un peu marginaux. L’analyse enfin doit beaucoup au recours à la sociologie et et à l’anthropologie historique. Elle aurait cependant peut-être gagné en homogénéité et en capacité d’approfondissement si, sur certains points, l’auteur avait eu davantage recours aux concepts de la linguistique. Le couple saussurien signifiant/signifié apparaît peu par exemple. Ces manifestations de deuil – et les réponses qui leur étaient faites – n’étaient en effet rien d’autre qu’un langage qui se réalisait en discours, se construisant par une rhétorique et s’exprimant par une poétique. Au demeurant, ce livre apporte beaucoup pour l’étude de la culture politique romaine dont il révèle la flexibilité et la fécondité. Chr. Degelmann fait ainsi non seulement progresser l’analyse des conduites aristocratiques, il mobilise aussi avec efficacité les concepts qui permettent d’en rendre compte. Nuits-sur-Armançon Jean-Michel David GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 274 Françoise Gaultier, Pierre Rouillard, Agnès Rouveret (Edd.): Céramique et peinture grecques dans la Méditerranée antique. Du terrain au musée. Hommages à François Villard. Paris: de Boccard 2019. 282 S. zahlr. Abb. (De l’archéologie à l’histoire. 73.). Der Band geht auf eine Tagung im Jahr 2016 zurück, die zum Andenken an François Villard (1924–2013) abgehalten wurde, einen der einflussreichen französischen Archäologen der zweiten Hälfte des 20. Jh., der mehrere Generationen von jüngeren Wissenschaftlern geprägt hat. Nach verschiedenen anderen Stationen war er von 1976–1983 Leiter der Antikenabteilung des Louvre und bis 1994 Professor an der Universität Paris X Nanterre; gleichzeitig unterrichtete er an der École du Louvre. Nach seiner Pensionierung griff die große internationale Tagung ‘Céramique e peinture grecques. Modes d’emploi’ eines seiner zentralen Themen auf und präsentierte den Stand der Forschung. Hingegen ist der zu besprechende Band ganz der Person Villards und seinem Œuvre gewidmet. Schüler, enge Kollegen und Nachfolger in verschiedenen Funktionen stellen seine Verdienste dar und bewerten sie im Lichte der neueren Forschung. Angehängt ist das Schriftenverzeichnis Villards, das sein umfangreiches wissenschaftliches Schaffen über fast 70 Jahre, von 1945 bis 2013, dokumentiert. François Villard war sehr vielseitig und auf mehreren Gebieten tätig: als Ausgräber, als kunsthistorisch arbeitender Archäologe mit Schwerpunkt auf griechischer Keramik, als Museumsorganisator und Historiker, der gleichzeitig einen Lehrstuhl für ‘Alte Geschichte’ und für ‘Malerei und Keramik’ innehatte, eine Konstellation, die in Deutschland so nicht denkbar wäre, da die Disziplinen deutlicher getrennt sind. In seinen Beiträgen zum 1968–1970 erschienenen, überaus einflussreichen dreibändigen Handbuch zur griechischen Kunst (in der von André Malraux begründeten Reihe ‘L’univers des formes’) definierte er den (nicht nur) in Frankreich bis heute gültigen Kanon zur Geschichte der griechischen Keramik und Malerei – neben Roland Martin (Architektur) und Jean Charbonneaux (Skulptur). Geprägt wurde sein Umgang mit materieller Kultur durch die Feldforschungen in Marseille (seit 1947) und Megara Hyblaia (seit 1949). Im Rahmen dieser Projekte entwickelte er seinen innovativen Ansatz der Interpretation von Keramikfunden, in dem er zunächst Klassifikationskriterien entwickelte und anwendete sowie sodann die Funde als historische Quelle ernst nahm, sei es, um Gründungen und Entwicklungsphasen griechischer Niederlassungen zu bestimmen, sei es, um Handelsbeziehungen im gesamten Mittelmeer zu rekonstruieren. Hierfür wendete er u.a. auch damals neue archäometrische Methoden an. Mit dieser Grundlagenarbeit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der griechischen Expansion im Mittelmeer. Manche seiner, bereits in sehr jungen Jahren entwickelten, Typologien, wie zu den attischschwarzfigurigen Schalen oder den ionischen Schalen, besitzen bis heute Gültigkeit; seine Materialpublikationen sind fester Bestandteil aller Grabungsbibliotheken. Diesem Aspekt seines Wirkens sind zahlreiche Beiträge des Bandes gewidmet, die sich übergreifend (P. Rouillard), mit seinem Wirken an bestimmten Orten bzw. Regionen (H. Treziny zu Marseille, M. Gras zu Megara Hyblaea, P. Pelagatti zu Sizilien, M. Cavalier zu Lipari und Ph. Zaphiropoulou zu den Kykladen) oder seinem historischen Ansatz (R. Etienne, J.-Chr. Sourisseau, J. P. Morel), den er auch theoretisch reflektierte, auseinandersetzen. Andere Beiträge befassen sich mit Villards Keramikforschung, zu Werkstätten und Gattungen (A. Coulié zur geometrischen Keramik, D. Williams zu den ‘Pionieren’, M. Chr. Villanueva zu Künstlersignaturen, V. Jolivet und C. Pouzadoux zur Ikonographie des Eros) sowie zum Verhältnis von Gefäßmalerei zur Wandund Tafelmalerei (F. Gaultier, A. Rouveret, H. Brecoulaki und G. Kavvadias). Villards Tätigkeit im Louvre war ebenfalls von neuen Ideen und wissenschaftsorganisatorischen Initiativen geprägt (Beitrag A. Pasquier). Nach zahlreichen Publikationen, u.a. vier CVA-Bänden, initiierte er als Leiter der Antikenabtei- GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 275 lung eine Neuaufstellung und – seiner Zeit weit voraus – eine Datenbank für alle Objekte des Louvre und anderer Antikensammlungen Frankreichs. Zu diesem Zweck wurde das ‘Centre d’information et de documentation Jean Charbonneaux’ gegründet (Beitrag M. Hamiaux). Die einnehmende und bescheidene Persönlichkeit Villards scheint in den, in nahezu allen Beiträgen eingewobenen, persönlichen Erfahrungsberichten durch, die erahnen lassen, wie er durch sein Vorbild und die Anleitung am Objekt, das immer im Mittelpunkt stand, Mitarbeiter und Schüler begeistern und motivieren konnte (Beiträge A.-M. Guimier-Sorbets und Y. Morizot, J. de La Genière, F. Lissarrague). Seine Schüler waren und sind in fast allen Bereichen tätig, die er angestoßen hat, sei es in vielfältigen Aspekten der Keramik- und Malereiforschung, der Wirtschaftsarchäologie, der Sammlungsgeschichte und informationstechnischen Aufarbeitung von materiellen Quellen. Die Beiträge des Bandes sind unterschiedlicher Art. Neben kurzen, eher persönlich gehaltenen bzw. wissenschaftsgeschichtlich ausgerichteten Texten finden sich auch forschungsorientierte Aufsätze, die Themen Villards auf dem heutigen Wissensstand rekapitulieren und weiterentwickeln, neue Daten präsentieren oder systematisieren (v.a. die oben genannten Beiträge im zweiten Teil des Bandes). Zum eigenständigen Wert dieser Beiträge tragen auch zahlreiche, in ausgezeichneter Qualität gedruckte Abbildungen bei. Man wird diesen Band also nicht nur aus forschungsgeschichtlichem Interesse in die Hand nehmen, um sich über Leben und Wirken des einflussreichen und innovativen Archäologen, Historikers und Museumsorganisators François Villard zu informieren, sondern auch um Neues zu einigen geometrischen und archaischen Keramikgattungen und werkstätten, zu polychromer Malerei auf Marmorgefäßen sowie zur Rolle des Eros in der vorrömischen Vasenmalerei Italiens zu erfahren. Bonn Martin Bentz Rudolf Wachter (Hrsg.): Töpfer – Maler – Schreiber. Inschriften auf Attischen Vasen/Potiers – Peintres – Scribes. Inscriptions sur Vases Attiques/Potters – Painters – Scribes. Inscriptions on Attic Vases. Akten des Kolloquiums vom 20. bis 23. September 2012 an den Universitäten Lausanne und Basel. Actes du colloque tenu aux Universités de Lausanne et de Bâle du 20 au 23 septembre 2012. Proceedings of the colloquium held at the Universities of Lausanne and Basel from 20th to 23rd September 2012. Zürich: Akanthus 2016. 167 S. zahlr. Abb. This is an important volume, edited by one of the few experts worldwide in the epigraphy of ancient Greek vases and, especially, of non-Athenian vases. It consists of a Foreword and nine papers. The first paper (by G. S. Gerleigner) is a perceptive epigraphic and iconographic study of the fragments of a black-figure hydria (in the Cahn Collection) that preserve the earliest ‘version’ of the riddle of the Sphinx in the Oedipus myth. The second paper (by K. Gex) examines eight red-figure lekythoi of the Cartellino Painter, almost all of them inscribed with the name ‘Doris’ (without egraphsen), and convincingly argues that these inscriptions and details of the iconographic style of this specific draughtsman (who seems not to be related to Douris’s workshop) are signs of personal admiration for the well-known vase-painter Douris. The third paper (by A. Johnston) discusses the history of the use of trademarks on ancient Greek pots from the eighth to the fourth century. The fourth paper (by C. Jubier-Galinier) focuses on the inscriptions of some late black-figure painters; it explores the diverse use of ‘non-sense’ inscriptions and ‘regular’ inscriptions by the Emporion, the Haimon, the Diosphos and the Sappho Painters. The fifth paper (by A. Lezzi-Hafter) discusses the occurrence of the adjective athenaios as part of the signatures of the late-fifth century potters Phintias and Xenophantos in three elegantly-produced lekythoi, and persuasively proposes viewing the addition of athenaios as an indication of pride in their special art and of self-affirmation during this turbulent period in the history of Athens. The sixth paper (by A. P. Mat- GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 276 thaiou) provides notes on ten graffiti and dipinti on Athenian vases, including the inscriptions on the widely studied Eurymedon oinochoe. The seventh paper (by J.-M. Müller) discusses the so-called non-sense inscriptions and kalosinscriptions from a narratological point of view (for interesting details of his approach, see pp. 113–123), and views them as two Gestaltungsarten of the same epigraphic category. The eighth paper (by L. Threatte) considers three linguistic phenomena occurring in Athenian vaseinscriptions as evidence for the Attic dialect (the omission of nasals before consonants; the use of EIMI, instead of the Ionic EMI; and the use of the digraphs ΧΣ and ΦΣ instead of Ξ and Ψ). The ninth paper (by R. Wachter) examines, from the perspectives of different fields (including Historical Linguistics), the orthographic habits of Makron, the significance of the use of different forms of the same name (e.g., Agamemnon) in vase-inscriptions, and the possible influence of choral lyric on Athenian vase-inscriptions. Collectively, this volume is a significant contribution to the field of epigraphy and to current research on Athenian vases. Baltimore Dimitrios Yatromanolakis CHRISTIAN HABICHT* † C’est un maître incontesté de la recherche sur le monde gréco-romain, en matière d’histoire et d’épigraphie notamment, qui s’est éteint le 6 août 2018 aux États-Unis, où se déroula toute la seconde partie de sa longue carrière après sa nomination, dès 1973, à un poste de professeur au sein de la School of Historical Studies du prestigieux Institute for Advanced Study de Princeton. Christian Habicht n’en resta pas moins très attaché à l’Allemagne, son pays d’origine, comme aussi à sa langue maternelle, qu’il continua non seulement à pratiquer en famille, mais à utiliser jusqu’à la fin – à côté de l’anglais (dont il avait acquis une parfaite maîtrise) – dans une part importante de sa production scientifique. Il était né le 23 février 1926, au milieu de l’entre-deux guerres, à Dortmund, et il passa en Allemagne toute sa jeunesse. La période la plus fructueuse de ses études se déroula à l’Université de Hambourg, où il fut promu fin 1951 avec une dissertation consacrée aux origines du ––––––––––––––––––––––––––––––– * L’auteur de cette notice remercie vivement les personnes qui ont bien voulu lui apporter des informations complémentaires sur la carrière du défunt: en premier lieu sa fille Susanne Habicht à Heidelberg, puis les professeurs Angelos Chaniotis, son successeur pour l’épigraphie grecque à Princeton – à qui est due une nécrologie publiée dès l’été 2018 dans le bulletin de l’IAS (https://www.ias.edu/news/pressreleases/2018/habicht-obit) – et Stephen Tracy, ami de longue date et principal collaborateur de Habicht à l’IAS (cf. The Institute Letter Fall, 2009, avec la photo reproduite ici «with the courtesy of Randall Hagadorn» grâce à l’entremise de A. Chaniotis), enfin Michael Wörrle, ancien directeur de la Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI, qui a eu le privilège, dès la fin des années 1960, d’entretenir des contacts scientifiques étroits et toujours amicaux avec Habicht; celui-ci publia très tôt, on le sait, des articles dans le périodique de la Kommission, tout en se tenant à une certaine distance, d’après M. Wörrle, de la direction de cet organisme, dont il n’approuvait pas entièrement, surtout au début, l’orientation. GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 277 culte rendu par les cités grecques à des mortels – travail qui, sous une forme remaniée, deviendra en 1956 l’ouvrage de référence connu sous le titre ‘Gottmenschentum und griechische Städte’.1 C’est là qu’il bénéficia des leçons de plusieurs maîtres, le philologue Bruno Snell et surtout l’historien Hans Rudolph, qui dirigea ses premiers travaux et à la mémoire duquel il dédia en 1982 ses ‘Studien zur Geschichte Athens’ (voir ci-après); c’est là aussi qu’il noua une amitié fraternelle avec Peter Herrmann, véritable alter ego, dont le décès en 2002 l’affecta énormément.2 En 1961, après plusieurs années passées en Grèce, il devint lui-même professeur, d’abord à la Philipps- Universität Marburg, puis bientôt dans celle de Heidelberg, une des rares villes d’Allemagne à avoir été épargnées par cette guerre dont il avait vécu, adolescent, toute la longue tragédie. La maison familiale à Neckargemünd resta d’ailleurs toujours le point de ralliement de la famille Habicht.3 À cette période d’enseignement et de recherche à Heidel- ––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Une seconde édition enrichie d’un supplément a paru, on le sait, en 1970. L’ouvrage vient d’être publié en angloaméricain sous le titre ‘Divine Honours for Mortal Men in Greek Cities: The Early Cases’, Chicago, Michigan Classical Press, 2017 (projet initié dès 2013). 2 Il a dédié à sa mémoire le volume ‘The Hellenistic Monarchies. Collected Papers (translated by P. Stevenson)’, Ann Arbor, 2006 (cf. infra). Lors d’un colloque tenu à Hambourg en l’honneur de son ami (1997), il fit une communication au titre hélas prémonitoire, ‘‹Zur ewig währenden Erinnerung›. Ein auf das Nachleben zielender Topos’ (Chiron 28, 1998, 35–41). 3 Mais c’est à Hambourg, à la mi-août 2002, que Christian et Freia Habicht (née Wilkowsky) célébrèrent le 50e anniversaire de leur mariage, entourés de leurs enfants et petits-enfants: six d’entre eux, venus de Heidelberg, interprétèrent des morceaux du Don Giovanni de Mozart, adaptés à chacun des instruments par les soins de Christoph Habicht (lettre du 24 sept. 2002). Car c’est dans cette ville que le mariage lui-même avait eu lieu le 15 août 1952. berg se rattache l’activité de plusieurs de ses élèves parmi les plus brillants: ainsi Helmut Müller, assistant de Habicht et continuateur de son œuvre – aux côtés de Michael Wörrle – à Pergame et à Milet, Herwig Kramolisch qui accompagna son maître en Thessalie et collabora à ses publications thessaliennes, ou mes compatriotes Peter Kussmaul (Bâle) et Aldalberto Giovannini (Genève), qui devaient l’un et l’autre le rejoindre plus tard à Princeton pour de plus ou moins longs séjours d’assistanat ou d’étude. Dans un article autobiographique publié il y a une douzaine d’années,4 Christian Habicht a fait le récit très attachant des circonstances dans lesquelles il fut amené à s’intéresser prioritairement à l’épigraphie grecque, en restant fondamentalement un historien de toute l’Antiquité gréco-romaine (de fait, il ne voulut jamais être qualifié simplement d’épigraphiste!). Tout commença, d’une certaine manière, en 1954, quand il obtint une bourse de voyage du Deutsches Archäologisches Institut, qui lui permit de visiter l’Italie du Sud et la plupart des pays de la Méditerranée orientale. C’est alors seulement, en effet, qu’il entra en contact avec les inscriptions grecques dans leur matérialité visuelle et tactile (mais il en avait déjà lu, et de façon approfondie, un très grand nombre sur le papier, comme en témoigne sa dissertation déjà citée de 1951). Ayant reçu du fouilleur d’Olympie, Emil Kunze, le privilège d’examiner dans les réserves du Musée la partie supérieure d’une grande stèle inédite, dont le déchiffrement avait fait le désespoir de plusieurs chercheurs (mais qui fut miraculeusement complétée, quelques semaines après son passage, par la trouvaille de la partie inférieure de la stèle!), il fut en mesure d’entreprendre l’édition – réalisée dès 1957 – de ce document tout à fait original, relatif à l’organisation de la fête des Aktia par la Confédération acarnanienne en étroite collaboration avec la cité d’Anaktorion.5 ––––––––––––––––––––––––––––––– 4 ‘How I came to Greek Epigraphy’, 41– 46, dans le volume athénien publié en son honneur en 2009, 41–46 (cf. infra). 5 ‘Eine Urkunde des akarnanischen Bundes’, Hermes 85, 1957, 86–122. GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 278 Aussi pouvait-il écrire (un demi-siècle plus tard) non sans humour – et avec un brin, sans doute, d’exagération – qu’il avait été amené à publier la première inscription qu’il lui fut donné d’apercevoir… De fait, c’est également à Olympie qu’il copia alors et publia un peu plus tard le beau palmarès hellénistique de l’athlète Léon, un olympionique (rhodien) jusque-là inconnu.1 Une autre circonstance favorable lui fit visiter en compagnie d’un archéologue non moins renommé, Ernst Buschor, le site de l’Héraion de Samos, et là aussi on lui confia l’édition d’inscriptions qui attendaient depuis longtemps d’être publiées, dont plusieurs étaient d’un grand intérêt historique. Avec une égale célérité et une égale minutie (deux qualités qui ne vont pas nécessairement de pair chez le même savant), il publia cette série constituée de plus de cinquante documents.2 Mais loin d’arrêter là son activité sur le terrain, il poursuivit, en 1958, une étude (entamée dès l’époque de son premier voyage) sur les inscriptions de l’Asklépieion de Pergame, qui devait ––––––––––––––––––––––––––––––– L’inscription put être ainsi insérée de justesse dans le fascicule IG IX 12, 2 (1957), 583, dû - comme le précédent et le suivant – à Günther Klaffenbach. Cf. Kl. Hallof, ‘Oratiuncula de Christiani Habicht in titulos antiquos virtutibus et meritis habita Athenis a. d. III Non. April. a. MMVI’, Attika Epigraphika (cf. infra), 9–14. 1 ‘Inschrift des Periodoniken Leon’, in E. Kunze, ‘VII. Bericht über die Ausgrabungen in Olympia (1956–1958)’, Berlin, 1961, 218–223 et pl. 88 (=‘Neue Inschriften von Olympia’, n° 30) ; cf. J. et L. Robert, BE 1962, 153. Ce document vient d’être repris par J.-Y. Strasser, Philia 4, 2018, 147–161: l’origine rhodienne de l’athlète comme du monument d’Olympie est aujourd’hui assurée. 2 ‘Samische Volksbeschlüsse der hellenistischen Zeit’, Athenische Mitteilungen 72, 1957, 152–174 (avec un supplément ibid. 87, 1972, 191–252). Tous ces documents ont été réédités par Klaus Haloff dans IG XII 6, fasc. 1 (2000). Avec ce savant, Habicht publia plus récemment (ibid. 110, 1995, 223–304) un très important catalogue bouleutique de l’époque athénienne. aboutir, rapidement aussi, à une autre «publication magistrale»3, à savoir le tome VIII 3 des ‘Altertümer von Pergamon’ (1969). Ce volume contenait, entre autres documents d’époque impériale, le cursus honorum complet du consul et sénateur pergaménien Aulus Claudius Charax, figure éminente de la haute société politique et littéraire de l’époque antonine.4 Habicht manifesta toujours le plus vif intérêt pour l’inépuisable moisson épigraphique de l’Asie Mineure hellénistique et romaine; plusieurs années après l’édition de ce corpus, il publiait un document d’une grande portée historique – découvert à Éphèse mais hors des fouilles autrichiennes – sur l’organisation administrative de la province d’Asie à l’époque flavienne.5 La Vieille Grèce, pour autant, ne cessa jamais de retenir son attention, à commencer par Athènes, où il put faire en 1960 un second séjour, de plus longue durée, en qualité de ‘Referent für Alte Geschichte’ à l’Institut allemand de cette ville. Il eut ainsi l’opportunité de contribuer à l’édition de quelques inscriptions attiques provenant des fouilles du Kérameikos,6 notamment deux documents éphébiques et un remarquable décret pour un hipparque du début du second siècle av. J.-C., magistrat qui se trouvait être le fils de Léon d’Aixôné, homme politique très en vue à l’époque où la cité eut à négocier avec Rome. Durant ce séjour athénien, le travail le plus marquant du maître défunt ne fut cependant pas, peuton penser, l’édition d’inscriptions nouvelles, mais une étude qui lui fut inspirée par la publication, au printemps 1960 ––––––––––––––––––––––––––––––– 3 J. et L. Robert, BE 1972, 535–554. 4 Il l’avait publiée préalablement dans les Istambuler Mitteilungen 9–10 (1959–1960), 100–127. 5 ‘New Evidence on the Province of Asia’, JRS 65, 1975, 61–91. Cf. BE 1976, 595; I. Ephesos, Ia (1979), n° 13 ; SEG 37, 884. Plus tard, il publia ‘Ein neues Bürgerrechtsdekret aus Ephesos’ (ZPE 77, 1989, 88–91) et diverses contributions à l’épigraphie anatolienne (cf. notamment EA 30, 1999, 9–10, et 31, 1999, 19–29). 6 ‘Neue Inschriften aus dem Kerameikos’, AM 76, 1961, 117–148. GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 279 précisément, du fameux décret de Thémistocle trouvé à Trézène,1 document qui suscita, on le sait, un vif débat contradictoire sur son authenticité et donc sur sa valeur historique, chose admise d’abord par la plupart des savants, mais contestée, très vite aussi, par d’autres en plus petit nombre. C’est du côté de ces derniers – après avoir eu le rare privilège de voir la pierre dès son entrée au Musée épigraphique – que Habicht se rangea immédiatement, en montrant que ce document devait être mis au nombre d’une assez abondante série de «falsche Urkunden», qui, suscités par une volonté de résistance, avaient surgi, pour la plupart, à partir du 3e quart du IVe siècle.2 Ce gros mémoire acheva de lui valoir l’estime – pour ne pas dire l’admiration – de la communauté scientifique. Pour s’en convaincre, il suffit de lire la notice que lui réservèrent Jeanne et Louis Robert dans leur Bulletin épigraphique.3 À la différence de son ami Peter Herrmann, Christian Habicht n’eut certes pas l’occasion ou la possibilité de suivre à Paris les cours et séminaires du «prince des épigraphistes». Mais dès l’époque de ses études à Hambourg il avait lu toute l’œuvre de Louis Robert en même temps que celle de Maurice Holleaux (sans parler, bien sûr, de celle – alors très dispersée – d’Adolf Wilhelm, et des autres grands épigraphistes de langue allemande, anglaise et italienne). C’est encore avant l’installation à Princeton que Christian Habicht entama, en ––––––––––––––––––––––––––––––– 1 M. H. Jameson, ‘A Decree of Themistocles from Troizen’, Hesperia 19, 1960, 199–223. Cinquante ans après cette découverte mémorable, l’auteur de la présente notice a tenté de faire l’historique du débat, en mettant en évidence le tournant marqué par le mémoire de Chr. Habicht et en proposant in fine une nouvelle restitution des l. 9–10 (CRAI 2010, 191–1234 ; cf. SEG 60, 353 ; JS 2019, 337 n° 228). 2 ‘Falsche Urkunden zur Geschichte Athens im Zeitalter der Perserkriege’, Hermes 89, 1961, 1–35. Voir R. Stroud, ‘Christian Habicht and the Study of Attic Inscriptions’, in Attika Epigraphika (infra), 15–21. 3 BE 1962, 136: «article remarquable à tous points de vue». 1966, une série d’études marquantes sur les inscriptions de la Thessalie. Son intervention dans ce domaine – jusque-là réservé, le plus souvent, à des épigraphistes locaux ou à des spécialistes du dialecte thessalien – eut pour point de départ l’invitation que lui fit son collègue de Heidelberg, le préhistorien Vladimir Milojčić (en accord avec l’éphore Dimitrios Theocharis, très actif lui aussi dans cette région), de publier des documents trouvés par la mission archéologique allemande, dont le quartier général était à Démétrias (Volos).4 Habicht fit là aussi dès 1970 (lors du premier colloque sur la Macédoine antique tenu à Thessalonique) une fracassante entrée en matière, puisqu’il sut retrouver dans l’épigraphie thessalienne la mention de deux hauts personnages, l’un, Médeios de Larissa, connu par diverses inscriptions comme courtisan d’Alexandre et des Diadoques, l’autre, Alexandros fils d’Admètos, en tant que commandant des Argyraspides à Sellasie d’après Polybe.5 Il fit connaître bientôt, dans la série ‘Demetrias’, toute une série de documents nouveaux, d’époque hellénistique surtout, mais aussi de la période impériale avancée, comme ces actes d’affranchissement du IIIe siècle gravés sur le socle d’une statue équestre hellénistique, lequel était remployé luimême dans la basilique paléochrétienne ayant succédé au palais macédonien de ––––––––––––––––––––––––––––––– 4 ‘My Work in Thessaly’, in G. A. Pikoulas (ed.), ‘Inscriptions and History of Thessaly. New evidence. Proceedings of the International Symposium in honour of Professor Christian Habicht’, Volos, 2006, 13–19, avec la liste complète de ses publications d’épigraphie thessalienne. Il n‘y manque, semble-t-il, que l’inscription de Phères publiée partiellement dans Hermes 127, 1999, 254–256; cf. SEG 49 627: voir Br. Helly – J.-Cl. Decourt, BE 2004, 216. 5 Ancient Macedonia I, Thessaloniki, 1970, 265–279, repris en version anglaise et sous une forme plus développée dans ‘Hellenistic Monarchies’ (cf. supra), 59–73. La stèle décorée d’un bouclier macédonien qui fait connaître cet Alexandros en tant que proxène de Gonnoi a été choisie comme vignette de couverture du volume cité dans la n. précédente. GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 280 cette ville. Ces documents ont contribué à jeter les bases de la chronologie de la Confédération des Magnètes.1 Mais Habicht publia aussi des inscriptions provenant d’autres cités thessaliennes – ainsi un important décret de citoyenneté de Métropolis d’Hestiaiotide2 et une liste des gymnasiarques de Phères (à partir du passage d’Alexandre en Asie en 334/3)3 – documents sur la base desquels il ne manquait pas de faire des identifications souvent très éclairantes pour l’histoire de la Thessalie, en particulier durant la période de la domination macédonienne. Très tôt, en effet, il pratiqua avec succès la recherche prosopographique, se fixant des règles strictes et mettant à profit sa très large connaissance de tout le champ couvert par l’épigraphie4 (et cela bien avant ––––––––––––––––––––––––––––––– 1 ‘Demetrias V’ (1987) 269 sqq. Nr 13– 22 ; cf. ibid. 269–271 = SEG 37, 446, pour un document de l’époque hellénistique. N’oubliant jamais de favoriser la relève scientifique, Habicht confia dès cette époque à son élève H. Kramolisch l’étude de la séquence chronologique des «Strategoi des Thessalischen Bundes, vom Jahre 196 v. Chr. bis zum Ausgang der römischen Republik» (‘Demetrias II’, Bonn, 1978), tandis qu’il laissait à Ad. Giovannini le soin de publier un important décret de Péparéthos pour des juges de Larissa (‘Demetrias I’, 1973, 1 sqq. en tiré à part = SEG 26, 677; cf. SEG 47, 743 et 49, 620). Pour l’œuvre de Habicht sur les juges étrangers en Thessalie, cf. Ch. W. Crowther dans le volume cité supra. Peu après, H. est revenu sur un intéressant décret de Démétrias pour des juges d’Hérakleia Trachis: ‘Judicial Control of the Legislature in Greek States’, Studi Ellenistici 20, 2008, 17–23. 2 ‘Eine Bürgerrechtsverleihung aus Metropolis’, Klio 52, 1970, 121–147; pour cette ville, voir aussi sa contribution à la Stele Kontoleon, Athen, 1980. 44–47. 3 ‘Demetrias I’, Bonn, 1976, 181–199, à compléter – comme H. le reconnaissait luimême – par Br. Helly et alii, ‘La Thessalie’, Lyon, 1979, 220–255. 4 Voir son article programmatique dans Chiron 2, 1972 103–134 (‘Beiträge zur Prosopographie der altgriechischen Welt’), suivi par de nombreuses études de ce type. que le Lexicon of Greek Personal Names n’eut commencé, en 1987, à mettre à la disposition des chercheurs le trésor de l’anthroponymie grecque). Quelques-unes de ses plus belles études thessaliennes portent d’ailleurs sur des documents déjà connus, mais dont il put renouveler complètement l’intérêt: on songe par exemple aux diverses conséquences qu’eut, pour l’établissement des calendriers dans la Thessalie méridionale, l’attribution à Thèbes de Phthiotide d’un document considéré à tort, jusque-là, comme appartenant à la cité de Halos.5 On relèvera aussi que ses travaux thessaliens ont toujours fait une place d’honneur aux grands précurseurs – essentiellement allemands et grecs en l’occurrence (Fr. Stählin, O. Kern, A. Arvanitopoulos, N. Giannopoulos) – qui jetèrent les fondements des études épigraphiques et topographiques dans cette région du monde grec; il accorda une attention particulière à l’apport (jusque-là en partie méconnu) de l’infatigable H. G. Lolling (dont il traita avec bonheur, en 1994, lors d’un colloque athénien consacré à ce savant6). En 2006 encore, il se montrait très heureux d’avoir reçu de l’éphore A. Tziafalias la permission de publier une petite inscription restée longtemps inédite au Musée de Larissa, car elle témoignait d’un culte rendu dans ce pays au célèbre Marcus Agrippa, θεὸς σωτήρ.7 La valeur de la ––––––––––––––––––––––––––––––– Pour les succès de cette méthode appliquée à Athènes, cf. J. et L. Robert, BE 1981, 189; voir plus récemment ses ‘Kleine Beiträge zur altgriechichen Personenkunde’, REA 100, 1998, 487–494. 5 ‘Eine Urkunde des phthiotischen Theben’, Chiron 2, 1972, 118–120, attribution acceptée par C. Trümpy, ‘Untersuchungen zu den altgriechischen Monatsnamen und Monatsfolgen’, Göttingen, 1997, 236: «einleuchtend Theben zugeordnet»). 6 ‘Lolling in Thessalien (1882)’, in Kl. Fittschen (Hrgb.), ‘Historische Landeskunde und Epigraphik in Griechenland’, Münster, 2007, 293–298. Les actes de ce colloque de 1994 ayant paru très tardivement, la référence ne figure pas dans la bibliographie de 2002 (infra). 7 Hyberboreus 11, fasc. 2, 2005 (2007), 242–246. Cf. ‘Inscriptions and History of GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 281 contribution de Habicht à l’étude de la Thessalie antique a été justement reconnue à l’occasion d’une rencontre qui, en cette même année 2006, eut pour théâtre l’Université de Volos (où l’accompagna, comme le plus souvent, son épouse Freia) et donna lieu à un volume d’hommage1. Cette journée thessalienne prit la suite immédiate du colloque organisé dans la capitale grecque par la Société épigraphique d’Athènes, à l’initiative de notre collègue Angelos Matthaiou, pour célébrer, là aussi, le 80e anniversaire de l’honorandus et pour marquer l’importance toute particulière de ses travaux en matière d’épigraphie attique,2 tandis que le colloque qui, cinq ans plus tôt, avait eu pour cadre l’Université de Hambourg – alma mater, comme il aimait à l’appeler lui-même – offrait un panorama encore plus étendu des curiosités et des compétences du savant âgé alors de 75 ans.3 Il n’empêche que l’histoire athénienne a bel et bien été, dès son arrivée à Princeton et pendant trente ans – πρὸς τὰ τριάκοντα ἔτη, selon l’expression de caractère légal utilisée dans un célèbre décret attique4 – ––––––––––––––––––––––––––––––– Thessaly’ (supra), 18–19. Plus tard encore, pour rendre hommage à la regrettée co- éditrice du LGPN Elaine Matthews, il consacrait un petit article ‘Zum Problem thessalischer Phratrien’, ‘Onomatologos’, Oxford, 2010, 327–331. 1 Voir ci-dessus. Dans une publication de 2007 signalée infra, il y a beaucoup à apprendre sur l’histoire de la Thessalie hellénistique, alors même que cet article se rapporte à l’épigraphie de l’île de Kos. 2 Voir A. A. Themos – N. Papazarkadas (ed.), ‘Ἀττικὰ Ἐπιγραφικά. Μελέτες πρὸς τιμὴν τοῦ Christian Habicht’, Athenai, 2009 (avec un prologos par A. P. Matthaiou). Précédemment, Habicht lui-même avait publié un article intitulé ‘Ad. Wilhelm und die attischen Inschriften’, in A. P. Matthaiou (ed.), ‘Αττικαί Επιγραφαί. Πρακτικά συμποσίου εις μνήμην Ad. Wilhelm’, Athenai, 2004, 7–18. 3 Actes publiés dans Chiron 42, 2002, avec un très utile ‘Schriftenverzeichnis Christian Habicht 1953–2002’ (ibid. 2–14). 4 Décret pour Képhisodoros (Moretti, ISE, I, 33; maintenant IG II3, 1, 5, 1292). au cœur des intérêts et des travaux de Habicht. On a rappelé il y a un instant que sa familiarité avec l’épigraphie de cette cité datait en réalité des premiers temps de son activité scientifique. Toutefois, c’est l’Institute for Advanced Study qui lui offrit, à partir de 1973,5 non seulement le loisir et la sérénité qui lui avaient fait un peu défaut à l’Université de Heidelberg depuis les événements du printemps 1968, mais surtout des conditions idéales pour travailler dans ce domaine précisément, puisque s’y trouve déposée, on le sait, la collection d’estampages réunie par B. D. Meritt – son prédécesseur pour l’épigraphie grecque – en tant que principal éditeur, pendant près d’un demi-siècle, des inscriptions livrées par la fouille américaine de l’Agora d’Athènes. Accroître encore cette collection constituée de plus de 25.000 pièces et, surtout, la rendre plus accessible aux chercheurs de tout pays a été, pour Habicht, comme un défi qu’il s’est plu à relever.6 Autre circonstance favorable : la rencontre – et le plus souvent la collaboration – avec les membres du staff de l’Agora d’Athènes, d’abord le patriarche Homer A. Thompson et son épouse Dorothy Burr Thompson, de même que le nouveau directeur des ––––––––––––––––––––––––––––––– Pour la date encore sujette à controverse, voir le présent auteur, in A. Matthaiou – N. Papazarkadas (ed.), ‘ΑΞΩΝ. Studies in honour of R. S. Stroud’ (2015), I, 257–290. Dans une lettre datée du 13 août 2012, Chr. Habicht voulut bien considérer comme «sehr verführerisch» la datation proposée dans cet article alors en phase de publication, mais en déclarant ne pas avoir les moyens, sans étude complémentaire, de trancher entre la chronologie qu’il avait adoptée et la mienne. 5 Mes premiers contacts avec le défunt datent de cette époque (séjour à l’Institute en 1975/6), puis se renforcèrent vers la fin des années 80: de 1988 à 2014, j’eus le privilège d’échanger avec lui une correspondance très régulière. 6 Après la mort de Louis Robert (1985), elle s’accrut – conformément à la volonté de Jeanne Robert et grâce à l’entremise du professeur Glen Bowersock – d’une partie de la collection réunie par le couple Robert. GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 282 fouilles, T. Leslie Shear jr., puis très particulièrement Stephen V. Tracy, futur directeur de l’American School of Classical Studies à Athènes,1 dont les recherches sur les lapicides attiques de l’époque hellénistique – avec les conséquences parfois inattendues que ces études pouvaient avoir sur la séquence des archontes éponymes et, plus généralement, sur la chronologie des inscriptions – attira très rapidement l’attention et la sympathie du défunt. De cette collaboration étroite entre les deux hommes, il y a maints témoignages: relevons en tout premier lieu la magistrale publication commune, en 1991, d’une nouvelle pièce dans la série des catalogues des vainqueurs aux Mégala Panathénaia dans les premières décennies du IIe s. av. J.-C.,2 mais aussi le fait que Stephen Tracy dédia à Christian Habicht son ouvrage ‘Athenian Democracy in Transition’ (1995)3 et que, dans ses travaux postérieurs, il exprima toujours à l’égard de ce dernier la même gratitude. Habicht, de son côté, ne manquait jamais une occasion de déclarer publiquement sa dette à l’égard de ce collègue et très bientôt ami: une photo (fig. 1)4 les montre, du reste, côte à côte à l’IAS dans l’examen d’un estampage. Un autre événement avait précédemment donné une impulsion décisive aux recherches de Habicht sur l’histoire d’Athènes à l’époque hellénistique: c’est la trouvaille dans les fouilles de l’Agora ––––––––––––––––––––––––––––––– 1 C’est à ce titre qu’il accueillit Habicht et son épouse à Athènes pour le colloque de 2006: voir sa note intitulée ‘Christian Habicht and the Institute of Advanced Study’, dans le vol. cité supra, 29–30. 2 ‘Old and New Panathenaic Victor Lists’, Hesperia 60, 1991, 187–236 (repris dans ‘Athen in hellenistischer Zeit. Gesammelte Aufsätze’, München, 1994, 73 sqq.). 3 Cf. déjà ‘Attic Letters Cutters of 229 to 86 BC’, Berkeley – Los Angeles, 1990, xvi : «I am finally most indebeted to Chr. H. (…). There is not a page of this study which does not bear his imprint». Plus tard, Habicht prit à cœur la défense de St. Tracy contre les doutes exprimés sur la méthode de l’épigraphiste américain. 4 Cf. supra. d’Athènes, en 1970, du décret pour Kallias de Sphettos, qui certes demeura inaccessible pendant un certain temps. Mais très tôt après son arrivée à Princeton, il put prendre connaissance de ce document d’une richesse peu commune, que son inventeur, T. L. Shear jr, devait publier en 1978; ayant eu la possibilité d’en discuter librement avec l’éditeur,5 il fut en mesure de produire dès 1979 ses amples ‘Untersuchungen zur politischen Geschichte Athens im 3. Jahrhundert v. Chr.’, où l’exploitation des apports du nouveau décret (ch. IV) était encadrée par des études également très novatrices sur la phase immédiatement antérieure à la libération d’Athènes en 287 et sur les conséquences de cet événement jusqu’à la guerre de Chrémonidès (268): ces premiers résultats bousculaient, sur bien des points, les idées reçues qu’avaient véhiculées, sur les rapports des Antigonides avec Athènes, les ouvrages classiques de W. S. Ferguson, ‘Hellenistic Athens’ (1911), et de W. W. Tarn, ‘Antigonos Gonatas’ (1913). De fait, le livre de Habicht a été salué par Peter Herrmann comme «ein Markstein der Hellenismus-Forschung»;6 les autres recensions ne furent pas moins élogieuses: ainsi Louis Robert y vit d’emblée un ouvrage essentiel,7 verdict ––––––––––––––––––––––––––––––– 5 Grâce à T. L. Shear aussi, il put avoir connaissance d’autres inscriptions inédites provenant des fouilles de l’Agora, notamment de deux grands décrets pour les éphèbes du début du IIe s. av. J.-C., documents qui ne furent publiés qu’en 2012 par V. Bardani et St. V. Tracy (IG II3, 1, 5, 1256 et 1313), mais dont il fut néanmoins en mesure d’exploiter en partie les données nouvelles dans sa synthèse de 1995. C’est d’ailleurs à Habicht que les éditeurs étaient redevables du raccord capital - fait à Princeton sur estampages dès 1985 – du plus récent de ces deux décrets avec un préambule déjà connu faisant mention de l’archonte Hippakos. 6 Historische Zeitschrift 223, 1981, 143– 144: «Hier gelingt es Habicht, die Ergebnisse des Erstherausgebers (…) in zwei wesentlichen Punkten (…) zu modifizieren». 7 BE 1981, 229, à propos du ch. III sur le décret rapporté par Plut. Dem. 15: «Ce GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 283 que d’autres savants ne manquèrent pas d’entériner.1 Cette étude fut complétée un peu plus tard, par une autre contribution destinée à préparer la grande synthèse à venir, les ‘Studien zur Geschichte Athens in hellenistischer Zeit’ (1982), ouvrage sans doute plus technique (dans la mesure où la place à la chronologie des archontes athéniens y était plus grande), mais non moins important pour l’établissement des faits historiques à l’époque où la cité eut à subir la domination des rois de Macédoine, Antigone Gonatas d’abord, puis Démétrios II. L’étude ouvrait de nouvelles perspectives sur la façon dont les Athéniens, une fois libérés de cette tutelle et dirigés par les frères Eurykleidès et Mikion de Képhisia,2 réussirent à maintenir leur indépendance en adoptant une politique de stricte neutralité, qui leur valut la critique acerbe – mais largement injustifiée (comme Habicht l’a bien montré) – de l’Achéen Polybe3. Mais il ne s’en tint pas à ces deux ––––––––––––––––––––––––––––––– chapitre magistral nous paraît être un des sommets de ce beau livre». 1 Ainsi Ed. Will, Rev. Phil. 1981, 346– 348; P. M. Fraser, Class. Rev. 31, 1981, 240–242; Ph. Gauthier, ‘Les cités grecques et leurs bienfaiteurs’, Paris, 1985, 77 n. 2 et 83 n. 19–30. Qu’il me soit permis de signaler ici que c’est sur la base des résultats obtenus par Habicht dans son étude sur la représentation athénienne à l’Amphictionie pyléo-delphique sous la domination étolienne que j’ai pu moi-même suggérer une interprétation nouvelle des données amphictioniques concernant les cités eubéennes à la même époque: cf. BCH 119, 1995, 135–159. En revanche, dans sa communication de 1992 sur ‘Delphi und die athenische Epigraphik’, publiée chez A. Jacquemin (éd.), ‘Delphes cent ans après la Grande Fouille’, Athènes-Paris, 2000, 149– 156, Habicht n’est pas revenu sur cette question. 2 Plus récemment, il apporta encore d’importants compléments sur cette famille: cf. ZPE 158, 2006, 159–164. 3 Relevons ici que, dans ses dernières années de vie active, Habicht a pu donner une nouvelle introduction et une annotation originale à la réédition des Histoires de ouvrages: dans le même temps, ou plus tard, il publia une foule d’articles sur des points de détail, de même qu’une série de mémoires de grande ampleur sur les relations d’Athènes avec les principales monarchies, les Attalides, les Séleucides et les Lagides, ou sur la séquence des épimélètes athéniens à Délos et celle des magistrats responsables de la frappe du monnayage stéphanéphore (ces deux articles fondamentaux pour la chronologie de l’histoire athénienne ont paru coup sur coup en 1991), sans oublier la belle synthèse sur ‘Hellenistic Athens and Her Philosophers’,4 cette galerie de penseurs dont la présence depuis le IVe siècle fut l’un des principaux titres de gloire de la cité. Tous ces travaux d’approche autour d’Athènes – regroupés en volume dès avant la publication de la synthèse – amenèrent Habicht à reprendre également sur nouveaux frais l’étude des auteurs anciens à qui l’on doit la connaissance de tel ou tel aspect de la cité hellénistique: ainsi Hérakleidès le Critique, le philosophe Télès de Mégare, l’érudit Apollodore d’Athènes, Polybe et Plutarque aussi, bien sûr, et le biographe de tant de philosophes ‘athéniens’, Diogène Laërce – dont le témoignage fut exploité par lui en plus d’une occasion – sans oublier Cicéron (à l’activité politique duquel il devait consacrer en 1990 un essai extrêmement stimulant.)5 Mais c’est Pausanias, on le sait, qui ––––––––––––––––––––––––––––––– Polybe dans la Loeb Classical Library (2011–2012). 4 Princeton University, David Magie Lecture, 1988. La plupart de ces articles ont été réédités dès dans ‘Athen in hellenistischer Zeit’ (cf. supra). Les études portant sur les relations d’Athènes avec Alexandre le Grand et ses successeurs ont été reprises plus récemment – à l’exception des deux mémoires consacrés aux Ptolémées et aux Attalides déjà réimprimés en 1994 - dans ‘The Hellenistic Monarchies. Selected Papers’, Ann Arbor, 2006 (cf. supra). Dans une lettre datée du 29.03.2006, l’auteur nous confiait que «dieses Buch hatte eine ungewöhnlich schwierige und lange Entstehung». 5 ‘Cicero der Politiker’, München, 1990, paru simultanément en anglais: ‘Cicero the Politician’, Baltimore, 1990, et plus tard en GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 284 retint surtout son attention pendant ces années-là (au point que l’on put se demander si, renonçant à son grand projet de synthèse historique, il avait pris le parti de se consacrer désormais à l’étude d’œuvres littéraires telles que la Periegesis). En fait, on comprend fort bien que, marchant dans les pas de Pausanias pour évoquer plus d’un épisode de l’histoire d’Athènes au IIIe et IIe siècle av. J.-C., il ait conçu pour le Périégète une sympathie d’autant plus vive que cet auteur avait été, dans le passé, jugé avec sévérité – ou du moins condescendance – par toute une école philologique dont le berceau se trouvait en Allemagne même. Aussi l’ouvrage publié en 1985, sous le titre ‘Pausanias und seine ‹Beschreibung Griechenlands›’,1 se présente-t-il comme une réhabilitation de l’œuvre, dont Habicht s’est employé avec succès à donner une image passablement différente de celle qui avait cours jusque-là. Il est aisé de constater aujourd’hui que ce livre (qui reçut d’emblée un accueil extrêmement favorable) se trouve à l’origine d’un évident regain d’intérêt pour cet auteur et d’une confiance accrue dans la valeur de son témoignage. Après l’étude de Habicht l’honnêteté de Pausanias, la variété de ses curiosités, la qualité (le plus souvent, sinon toujours) de son information ne peuvent plus être fondamentalement remises en question: seul reste toujours matière à discussion – en dehors d’un certain nombre de problèmes de chronologie et de composition (puisque le plan adopté dans la mise en forme des dix livres de la tradition byzantine ne correspond pas toujours à la succession réelle des différents voyages) – l’intention véritable de Pausanias en rédigeant un ouvrage de cette nature, où logoi et theoremata se combinent de manière si originale: car plusieurs bons connaisseurs de la Periegesis hésitent un peu aujourd’hui à ––––––––––––––––––––––––––––––– japonais! La traduction française, due à S. Bluntz, n’a vu le jour que beaucoup plus tard: ‘Cicéron le Politique’, Paris, 2013. 1 Publié aussi en version anglaise sous le titre ‘Pausanias’ Guide to Ancient Greece’, Berkeley, 1995, et réédité en 1998 chez le même éditeur, avec une nouvelle introduction et des additions bibliographiques. suivre Habicht dans sa conviction – certes en principe défendable, mais néanmoins sujette à objections diverses – que ce ‘Guide to Ancient Greece’ put offrir une utilité pratique pour les voyageurs désireux de marcher dans les pas de son auteur.2 Dix ans après cette parfaite réussite était publiée l’œuvre qui avait occupé Habicht pendant plus d’un quart de siècle: ‘Athen. Geschichte der Stadt in hellenistischer Zeit’ (München, Beck, 1995). Il est notable que, dans le sillage de ses ouvrages antérieurs, il ait tenu à publier ce nouveau livre prioritairement en allemand, alors que son audience auprès du public universitaire américain s’était considérablement accrue avec le Pausanias en version anglaise de 1985 et le Cicéron de 1990 (sans parler d’un grand nombre de leçons et conférences données à travers les USA). Cependant, il avait les meilleures raisons de le faire traduire sans tarder en anglais, puisque c’était en bonne partie grâce à l’activité des archéologues et des épigraphistes de l’American School of Classical Studies (à Athènes comme à Princeton) que la documentation s’était considérablement accrue depuis un demisiècle, rendant ainsi chaque jour plus nécessaire le remplacement du livre – certes très méritoire en son temps, mais irrémédiablement vieilli – de l’historien américain W. S. Ferguson (voir ci-dessus). De fait, la version anglo-américaine parut dès 1997 sous le titre (jugé sans doute plus attractif) ‘Athens from Alexander to Antony’.3 L’œuvre, d’une manière géné- ––––––––––––––––––––––––––––––– 2 Voir par exemple M. Moggi, ‘Scrittura e riscrittura della storia in Pausanias’, RFIC 121, 1993, 396–418 (= M. Moggi, ‘La polis e dintorni. Saggi raccolti in occasione dell 75 compleanno’, Pisa, 2017, 149–168. Cf. aussi plus récemment notre mémoire ‘Les voyages de Monsieur Pausanias en Béotie’, in Chr. Müller et alli (éd.), ‘La Béotie, de l’archaïsme à l’époque romaine’, Paris, 2019, 27–73. 3 Translated by D. L. Schneider, Cambridge, MA, 1997. N’ayant pas été rééditée du vivant de l’auteur, cette version – qui est sans doute la plus répandue aujourd’hui – n’est pas la plus à jour (voir ci-après). Une traduction grecque a été publiée à Athènes GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 285 rale, a été saluée, à juste titre, comme un véritable exploit, tant il avait fallu d’abnégation, de rigueur et aussi d’audace maîtrisée pour surmonter les difficultés d’une telle entreprise, établie sur une nuée d’inscriptions souvent fragmentaires, publiées de manière dispersée ou même encore inédites.1 Si ce projet de très longue haleine n’avait pas finalement abouti, la perte eût été immense – on en a bien conscience aujourd’hui – pour l’historiographie de tout un pan du passé athénien. Sera-t-il permis à l’auteur de la présente notice d’évoquer ici quelques souvenirs personnels en rapport avec la publication de cette synthèse, point de départ pour lui d’une aventure intellectuelle qui aura duré près de dix ans? En effet, dès le 28 janvier 1996, je m’étais risqué à proposer à Christian Habicht (au nom de mon épouse aussi, hélas décédée depuis) de traduire l’ouvrage en langue française. La proposition fut accueillie par lui avec faveur,2 aucun de ses livres n’ayant encore, à cette date, été traduits en français. Des lettres expédiées par lui dans le courant de la même année, après de premiers essais de traduction, témoignaient d’une bien réelle satisfaction: «Es ist eine Freude, so schönes Französisch zu lesen, und ich bin Ihnen beiden zutiefst verpflichtet für diesen Liebesdienst!». La collaboration en tout cas fut étroite à toutes les étapes de cette longue entreprise, car Habicht lisait (et faisait relire par sa secrétaire francophone Julia Bernheim) chaque envoi avec la plus grande attention, suggérant des modifications de fond ou de forme et jugeant parfois nécessaire de réviser cer- ––––––––––––––––––––––––––––––– vers le même temps, mais n’est guère satisfaisante, de l’avis de plusieurs collègues hellénophones. Je ne puis juger de la valeur de la traduction russe parue en 1999. 1 Ainsi les deux grands décrets pour des éphèbes mentionnés ci-dessus. 2 Lettre du 12 févr. 1996: «Es ist überaus liebenswürdig von Ihnen, eine französische Ausgabe meiner Darstellung des hellenistischen Athen anzuregen. Sollte es sich realisieren lassen, würde ich mich sehr freuen. Und es ist eine grosse Ehre für mich, dass Mme Knoepfler geneigt ist, das Buch zu übersetzen». taines prises de position dans son propre texte. Lorsque la traduction parut au début de 2000 sous le titre ‘Athènes hellénistique, histoire de la cité d’Alexandre le Grand à Marc Antoine’,3 il tint à marquer sa reconnaissance de la manière la plus amicale, allant jusqu’à affirmer que cette version française était plus élégante que la version allemande et sans doute plus correcte que la version américaine! Ce qui est sûr, c’est qu’elle est la seule à avoir bénéficié d’une mise à jour par ses soins,4 puisqu’après la disparition accidentelle du stock parisien en 2002, il fut décidé d’un commun accord, en 2004, de la réimprimer en une seconde édition corrigée et augmentée, qui parut finalement en 2006.5 Malgré son intérêt soutenu pour l’épigraphie attique, d’une richesse incomparable, Christian Habicht – à la différence d’autres spécialistes de ce domaine – ne se laissa jamais enfermer dans ‘Athènes couronnée de violettes’.6 À peine sa synthèse terminée, en effet, il mit ses compétences et ses forces au service de l’entreprise séculaire des Inscriptiones Graecae (dirigée, comme on sait, par le Dr. Klaus Hallof sous les auspices de la Brandenburgische Akademie der Wissen- ––––––––––––––––––––––––––––––– 3 «Traduit de l’allemand par Martine et Denis Knoepfler», Paris, Les Belles Lettres, 2000. Il ne s’agit donc nullement – contrairement à ce que l’on peut lire, à propos de Ménandre, dans Bull. Ass. G. Budé 2019, 2, 104 (cf. p. 93) – d’une traduction de l’édition anglaise, ‘Athens from Alexander to Antony’, 1999 (?), dont les auteurs ne mériteraient pas même d’être nommés. 4 Avec mon modeste concours pour ce qui est des compléments ajoutés à certaines notes. 5 Entre-temps, en avril 2004, Christian et Freia Habicht firent le voyage de Paris pour assister à la leçon inaugurale du soussigné dans la chaire d’épigraphie et d’histoire des cités grecques du Collège de France. Nous avions déjà pu l’accueillir à l’Université de Neuchâtel lorsqu’il y fit une conférence en 1995 devant l’‘Association suisse pour l’étude de l’Antiquité / Schweizerische Vereinigung für Altertumswissenschaft’. 6 L’expression est de L. Robert à propos de J. Kirchner. GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 286 schaften) pour faire progresser de manière décisive l’intégration dans le corpus des îles de l’Égée (IG XII) non seulement des inscriptions de Samos (fasc. 6, part. 1–2, 2000–2003), qui lui étaient, depuis toujours, particulièrement familières, mais aussi celles de Kos (fasc. 4, part. 1–3, 2010–2016), collaborant activement, dès les années 1990, à l’editio princeps de nombreux textes importants dont la publication accusait un grand retard depuis les fouilles menées un siècle plus tôt par R. Herzog à l’Asklépieion,1 sans parler de très nombreuses trouvailles récentes. Parallèlement à ce travail éditorial, il s’attacha à établir sur de nouvelles bases la chronologie des monarchoi,2 les magistrats éponymes de cet État insulaire unifié depuis le milieu du IVe siècle av. J.-C. En 2007,3 établissant en quelque sorte le bilan des publications récentes, il faisait ––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Chr. Habicht – L. Hallof - K. Hallof, ‘Aus der Arbeit der ‹Inscriptiones Graecae› I-III’, Chiron 28, 1998, 85–162. La première section de l’article, dévolue à trois décrets pour des dikastagôgoi, fut réalisée également avec la collaboration de Ch. W. Crowther, à qui Habicht reconnaissait du reste le principal mérite de cette publication. Précédemment, il avait présenté un grand nombre d’observations sur les inscriptions de Kos réunies par M. Segre et publiées à titre posthume par G. Pugliese Carratelli, ‘Iscrizioni di Cos’, Roma, 1993, 2 vol.: ‘Neue Inschriften von Kos’, ZPE 112, 1996, 83–94. 2 ‘Zur Chronologie der hellenistischen Eponyme von Kos’, Chiron 30, 2000, 303– 332, article précédé, dans la même livraison (293–301), par cinq ‘Beiträge zu koischen Inschriften’. Voir aussi ‘The Dating of the Koan Monarchoi’, in K. Höghammar (ed.), ‘The Hellenistic Polis of Kos. State, Economy and Culture’ (Boreas 28), Uppsala, 2004, 61–67. 3 ‘Neues zur hellenistischen Geschichte von Kos’, Chiron 37, 2007. Cf. déjà ‘Parteigänger des Königs Perseus in Kos’, Studii Clasiche 24, 1986, 91–92; ‘Beiträge zu koischen Inschriften des 2. Jahrhunderts v. Chr.’, in ‘Widerstand – Anpassung – Integration. Die griechische Staatenwelt und Rom. Festschrift für J. Deininger zum 65. Geburtstag’, Stuttgart, 2002, 103–108. voir tout ce que les inscriptions apportaient de neuf à l’histoire de cette cité parmi les plus importantes du monde hellénistique. Un tel article pourrait être donné comme exemple de l’exceptionnelle familiarité que le défunt eut, jusque dans la dernière phase active de sa vie, avec la documentation épigraphique grecque en toute région. D’ailleurs, dans ces années-là,4 deux autres cités d’envergure retiennent aussi l’attention particulière de Habicht: c’est d’une part Cyzique, sur la Propontide, ville commerçante à la fois célèbre et méconnue (du fait que son site n’a pas fait l’objet de fouilles systématiques). Chose remarquable, pour un volume publié en l’honneur de son ami Stephen Tracy, spécialiste d’Athènes, il choisit de traiter de ‘The City of Kyzicos, Client of Oracles’,5 plutôt que d’un sujet athénien! En 2011 encore, il fit pour Cyzique ce qu’il avait fait pour Kos – sans parler de ses travaux antérieurs sur la chronologie rhodienne, délienne, thessalienne et, bien sûr, athénienne: il publia un article de grande portée sur les magistrats éponymes de Cyzique,6 et il se déplaça en France pour participer à un colloque ayant pour thème les divers aspects de l’histoire, de l’épigraphie, de la numismatique et de l’archéologie cyzicéniennes.7 L’autre cité ––––––––––––––––––––––––––––––– 4 Dès 2005, sinon même avant, à en juger par ses ‘Notes on Inscriptions of Cyzicus’, EA 2005, 93–100; cf. Ph. Gauthier, BE 2006, 330: «Rebelle au résumé, l’étude de Chr. Habicht offre une mine d’informations au sujet de la prosopographie et de la chronologie de la classe dirigeante de Cyzique principalement au cours de la période hellénistique». 5 In G. Reger et al. (ed.), ‘Studies in Greek Epigraphy and History in Honor of Stephen V. Tracy’, Bordeaux, 2010, 311– 322; cf. P. Hamon, BE 2011, 492. 6 ‘The Eponyms of Cyzicus’, Il Mar Nero 8, 2010/11 (2013), 171–180. Voir déjà son article sur ‘Julius Maior aus Nysa, Eponym in Kyzikos’, Hyperboreus 11, 2005, fasc. 1, 115–119. 7 ‘Kyzikos: the Epigraphic Evidence’, in M. Sève - P. Schlosser (éd.), ‘Cyzique, cité majeure et méconnue de la Propontide antique’, Metz, 2014, 167–177. Voir aussi GNOMON 3/93/2021 Vorlagen und Nachrichten 287 dont il s’occupa avec prédilection en ces années-là est Messène, redécouverte depuis un demi-siècle, on le sait, grâce aux fouilles de la Société archéologique d’Athènes: dans son livre sur Pausanias (1985 et 1998), Habicht accordait déjà une place de choix à cette ville, la donnant en exemple de ce que l’archéologie peut apporter à une plus juste appréciation de la méthode du Périégète1 et en manifestant son admiration – comme il le fit ailleurs pour d’autres réalisations d’envergure des archéologues grecs2 – devant les résultats exceptionnels des investigations menées là par le professeur Petros Themelis. Ce n’est sans doute pas un hasard si l’un de ses tout derniers articles, paru en 2015 dans le volume d’hommage à Ronald Stroud, son collègue et vieil ami de Berkeley, porte sur «die in Messene verwendete Ära». 3 On soulignera pour finir un trait tout à fait notable de l’attitude scientifique de ––––––––––––––––––––––––––––––– ‘Tullus, A Roman Noble Resident of Cyzicus’, Hyperboreus. Studia Classica 16– 17, 2010–2011, 397–404. Pour une appréciation globale des travaux de Habicht sur Cyzique, cf. P. Fröhlich, BE 2015, 596. 1 ‘Pausanias’ Guide to Ancient Greece’ (1998), 36–63, avec pas moins de 15 figures en rapport avec Messène! À compléter par son article ‘Neues aus Messene’, ZPE 130, 2000, 121–126: «Durch ihn (sc. Pausanias) wurde seiner Zeit mein Interesse an Messene geweckt» (p. 121, avec la liste, en n. 4, des autres études consacrées par Habicht aux nouvelles inscriptions de Messène). 2 Il saluait ainsi volontiers, dans ses travaux les plus récents sur Athènes et ailleurs, le tour de force du Secrétaire général de la Société Archéologique, Vassilios Petrakos, parvenant à produire à peu d’années d’intervalle le corpus des inscriptions d’Oropos et une étude approfondie (qui sera très bientôt complétée) du site de la forteresse de Rhamnonte, lui aussi riche en documents épigraphiques de premier plan, dont plusieurs restent inédits à ce jour (publiés maintenant dans Rhamnous VI, 2020, où est rendu hommage à Christian Habicht). 3 In N. Papazarkadas - A. P. Matthaiou (ed.), ‘ΑΞΩΝ’ (supra), Athenai, 2015, II, 515–519. Christian Habicht et plus généralement de sa personnalité: c’est son constant souci des autres, qu’il s’agisse de consulter des collègues, de mettre à l’épreuve ses opinions, de discuter celles de ses très nombreux correspondants et amis, de s’associer avec autrui pour la publication d’une inscription nouvelle. Si ce maître dont les connaissances étaient d’une exceptionnelle étendue et d’une sûreté presque inégalable n’avait assurément aucune raison spéciale d’être particulièrement modeste, il était cependant très conscient du caractère toujours provisoire des résultats obtenus et, surtout, des risques d’erreur inhérents à toute quête de la vérité. Aussi n’hésitait-il guère à revenir sur ses positions – même quand elles lui tenaient très à cœur (ainsi sur tel ou tel point de l’histoire d’Athènes au IIIe siècle av. J.-C.) – en acceptant la critique (si elle lui paraissait justifiée) et en allant jusqu’à féliciter son contradicteur!4 Ce qui put l’obliger aussi – rarement, à la vérité – à remettre en question une conclusion pourtant séduisante, c’est tout simplement l’apparition d’un nouveau document, chose qu’il ne manquait jamais de faire connaître. Mais le plus souvent, on s’en doute, ces nouvelles données ont, tout au contraire, apporté à ses opinions d’éclatantes confirmations. Quand ce n’était pas le cas, il en prenait acte avec sérénité et même avec joie, voyant à juste titre dans le surgissement d’une information inattendue la preuve de la vitalité des études portant sur l’histoire de l’Antiquité ––––––––––––––––––––––––––––––– 4 Voir notamment ‘Athens in the Chremonidean War: some second thoughts’, in O. Palagia and St. V. Tracy (ed.), ‘The Macedonians in Athens, 323–229 BC’, Exeter, 2001, 51–55, où, non sans humour, il écrit à propos de la dissertation de R. Oetjen sur la garnison de Rhamnonte (alors inédite: elle n’a été publiée qu’en 2013: cf. Chr. Feyel, BE 2015, 223): «When I read it, I almost regretted my suggestion because I found myself, more than any one else, to be the principal target and victim of his research (…). Regret that he had proved me wrong was tempered by the joy of seeing him advance our knowledge». Cf. Athènes hellénistique2, 2006, 447–448 n. 4 et 452 n. 56. GNOMON 3/93/2021 Gnomon Bd. 93, 2021 288 gréco-romaine: une discipline qui, à la différence de bien d’autres, a le rare privilège de pouvoir, année après année, enregistrer d’indiscutables progrès, dus en premier lieu aux inscriptions et secondairement aux épigraphistes de toute nationalité qui – à l’exemple du maître Christian Habicht, quoique à un niveau plus modeste – s’appliquent à en tirer l’enseignement. Paris Denis Knoepfler PERSONALIEN Der ord. Professor der Alten Geschichte an der Karlsuniversität Prag Dr. Pavel Oliva ist am 5. März 2021 im 98. Lebensjahr gestorben. Der ord. Professor für Neues Testament und Hellenistische Religionsgeschichte an der Universität Chicago Dr. Hans Dieter Betz feiert am 21. Mai 2021 seinen 90. Geburtstag. Der ord. Professor der Alten Geschichte an der Universität Frankfurt a. M. Dr. Klaus Bringmann feiert am 28. Mai 2021 seinen 85. Geburtstag. Die Professorin der Klassischen Archäologie an der Universität Saarbrücken Dr. Elena Walter-Karydi feiert am 21. Mai 2021 ihren 85. Geburtstag. An der Friedrich-Schiller-Universität Halle hat sich Dr. Roderich Kirchner mit der Arbeit ‘Protreptik und Rhetorik. Werbung für die Beredsamkeit in der römischen Literatur’ habilitiert und die Venia legendi in Klassischer Philologie erhalten. ____________________________________________________________________________ Der GNOMON erscheint vierteljährlich zweimal. Bezugspreis jährlich E 239,– (Print) bzw. E 269,– (Print & Online) Jahresabo Online only E 239,– Vorzugspreis für Mitglieder des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands und des Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. sowie für die Mitglieder der Mommsen-Gesellschaft Abonnement Print E 215,10, Abonnement Print & Online E 242,10. Jahresabo Online only E 215,10 Die Berechnung erfolgt jährlich. Preise früherer Bände auf Anfrage beim Verlag. Onlinezugang zu früheren Jahrgängen: 2004–2018: E 1080,–. Die Jahrgänge 2019 und 2020 sind einzeln zu beziehen. Anzeigen: Bertram Mehling (verantwortlich). Verlag C.H.BECK, Anzeigen-Abteilung, Wilhelmstraße 9, D-80801 München/Postanschrift: Postfach 40 03 40, D-80703 München. Disposition: Herstellung Anzeigen, techn. Daten, Tel.: 0 89/3 81 89-609, Fax: 0 89/3 81 89-589. E-Mail: anzeigen@beck.de Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. Verlag: Verlag C.H.BECK oHG, Wilhelmstraße 9, D-80801 München, Postfachadresse: Postfach 40 03 40, D-80703 München. Druck: Friedrich Pustet GmbH & Co. KG, Gutenbergstr. 8, D-93008 Regensburg. klimaneutral produziert www.chbeck.de/nachhaltig Alle redaktionellen Zuschriften an Prof. Dr. Martin Hose bzw. an Dr. Oliver Schelske, Universität München, Institut für Klassische Philologie, Geschwister-Scholl-Platz 1, D-80539 München. Rezensionsexemplare an dieselbe Anschrift. Eingegangene Druckschriften werden nicht zurückgesandt. Mit Namen gezeichnete Artikel geben die Auffassung des Verfassers, nicht die der Redaktion wieder. Alle Nachrichten werden nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr gegeben. Partnerunternehmen des GNOMON sind die GNOMON-Bibliographische Datenbank und der GNOMON ONLINE, die beide verantwortlich von Prof. Dr. Jürgen Malitz, Eichstätt, herausgegeben und betreut werden. 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Abstract

As a critical journal for all classical studies, the GNOMON fosters the links between the distinct classical disciplines. It has thus an exceptional position among the classical review journals and allows familiarization with research and publications in neighbouring disciplines. The reviews address an international readership from all fields in classical studies. The GNOMON publishes reviews in German, English, French, Italian and Latin.

The GNOMON is published in eight issues a year.

Zusammenfassung

Der GNOMON pflegt als kritische Zeitschrift für die gesamte Altertumswissenschaft die Verbindung zwischen den verschiedenen Disziplinen der Altertumswissenschaft. Er nimmt dadurch eine Sonderstellung unter den Rezensionsorganen ein und bietet die Möglichkeit, sich über wichtige Forschungen und Publikationen auch in den Nachbarbereichen des eigenen Faches zu orientieren. Die Rezensionen im GNOMON wenden sich an ein internationales Publikum, das aus allen Teilgebieten der Altertumswissenschaft kommt. Die Publikationssprachen im GNOMON sind: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Lateinisch.

Der GNOMON erscheint acht Mal im Jahr.