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Tobias Mühlenbruch, A. Bernard Knapp: Seafaring and Seafarers in the Bronze Age Eastern Mediterranean. in:

Gnomon, page 240 - 244

GNO, Volume 93 (2021), Issue 3, ISSN: 0017-1417, ISSN online: 0017-1417, https://doi.org/10.17104/0017-1417-2021-3-240

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C.H.BECK, München
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E. Rinner: Talbert, Roman Portable Sundials 240 Beschäftigung mit der einschlägigen Forschungsliteratur und ein Blick in das im Umfang überschaubare Quellkorpus lässt es durchaus zu, ein umfassendes Bild zu entwickeln. Abgesehen davon zeigen sich die Schwierigkeiten, die Argumentation etwa für eine nach Breiten organisierte mentale Karte stichhaltig zu führen: Äußert sich das Wissen um das Breitenkonzept in der Fülle und Sichtbarkeit der Informationen – wie T. vermutet – oder wird es eher durch die Reduktion deutlich? Im ersten Fall könnten die Werte auch ohne jedes Breitenverständnis bei der Uhr eingestellt werden, der Kompilator braucht es bei der Auswahl der Orte ebenfalls nicht. Sprechen präzise Breitenwerte für eine ‘Breitenobsession’, das Unverständnis des fehlenden Nutzens der Präzision oder einen Prozess der Zusammenstellung der Daten, bei dem der Denkaufwand geringgehalten wurde? Manches wird sich nur schwer beantworten lassen. In anderen Fällen wie der Verbindung bestimmter Orte mit einer antiken Exotikvorstellung bleiben Ansatzmöglichkeiten für eine genauere Klärung ungenutzt. Ergänzen ließen sich noch viele Diskussionspunkte wie etwa die Annahme von Kopierbeziehungen zwischen Objekten,1 an deren Stelle eine Herstellung nach der gleichen Anleitung – man denke dabei an die überlieferte technische Literatur – zu sehen ist. Als fruchtbar für die Untersuchung der kulturellen Verortung der Sonnenuhren hätte sich ergänzend eine Analyse der Datumskomponente mit ihren vielfältigen und sehr spezifischen Bezügen (julianischer und ägyptischer Kalender, Sonnenjahr, …) erweisen können. Nichtsdestotrotz ist es T. gelungen, mit der Monographie zu verdeutlichen, welch vielfältige Aspekte in einem kleinen Gegenstand zusammentreffen können, und dadurch Fragen zur Interaktion von Wissenschaft, Technik und Allgemeinheit in der Antike als Gegenstand der Forschung zu etablieren, dadurch die Perspektive der Nutzer und Hersteller, insbesondere der Kompilatoren der Listen, in den Kanon der relevanten Fragestellungen zu bringen und das Potential aufzudecken, das auch in einer überschaubaren Menge von Objekten liegen kann. Die Grundlage für weitere Arbeiten ist durch dieses anregende Buch gelegt. Berlin Elisabeth Rinner * A. Bernard Knapp: Seafaring and Seafarers in the Bronze Age Eastern Mediterranean. Leiden: Sidestone Press 2018. 296 S. 51 Abb. 5 Ktn. Der Verf. des zu besprechenden Werkes, A. Bernard Knapp, ist ein ausgewiesener Spezialist des von ihm behandelten Themas. Er ist u.a. Emeritus Professor of Mediterranean Archaeology an der University of Glasgow und hat etwa ‘The Archaeology of Cyprus. From Earliest Prehistory through the Bronze Age’ (Cambridge u.a. 2013) sowie zusammen mit St. Demesticha ‘Mediterranean Connections. Maritime Transport Containers and Seaborne Trade in the Bronze and Early Iron Ages’ (London/New York 2017) verfasst. Sein aktuelles Buch gliedert sich, 1 Vgl. 147. GNOMON 3/93/2021 T. Mühlenbruch: Knapp, Seafaring and Seafarers 241 nach einem Vorwort etc., in sieben Hauptkapitel, ein Literaturverzeichnis etc. und einen Index. In der Einführung (Kap. 1) greift Verf. Fragen von C. Broodbank und S. Wachsmann auf, warum ausgerechnet dem Mittelmeerraum in der ‘Archäologie der Seefahrt (…)’ so große Bedeutung beigemessen werde sowie was wir etwa aus dem Umgang mit dem Meer über eine ‘Kultur’ erfahren. – Verf. nimmt sich dieser Aspekte ebenfalls an, ausgehend von ‘Schiffswracks, Häfen, Schiffsdarstellungen und Bootsmodellen, Steinankern und Fischereiequipment, antiken Schriftzeugnissen und mehr’ für ‘die Levante, Zypern, Anatolien, Ägypten’ von der Früh- bis zur Spätbronzezeit ab ca. 3000 v. Chr. In diesem Zusammenhang vermisst Rez. schon aus Gründen der Übersichtlichkeit eine Chronologietabelle – weiterhin existieren für die behandelten Regionen unterschiedliche Terminologien (s. lediglich zur Levante: I. Sharon, ‘Levantine Chronology’. In: M. L. Steiner/A. E. Killebrew [Hrsg.], ‘The Oxford Handbook of the Archaeology of the Levant c. 8000–332 BCE’ [Oxford 2014] 44–65, dort 62 Tab. 4.3), was sich auf die Gliederung des Buches und seiner Inhalte aber nicht negativ auswirkt. Rez. bedauert, auch aufgrund eines seiner eigenen Forschungsgebiete, dass die Ägäis vom Verf. nicht gleichwertig mit den vier Regionen behandelt wird (S. 22), da sie für Rez. unbedingt einen Teil des Ostmittelmeerraumes darstellt, dort ebenfalls ‘frühe Staaten’ wie in Anatolien, Ägypten etc. existierten, sie vor allem aber auch enge Verbindungen in der materiellen Kultur über das Meer nach Westanatolien, Zypern, die Levante und Ägypten zeigt. Ägäische Objekte in Knapps Arbeitsgebiet werden selbstverständlich berücksichtigt (etwa S. 98, 146f), doch hätte Rez. als Westgrenze seines Arbeitsgebiets die Westküste Griechenlands gewählt. Auf Karte 1, S. 16, sind große Teile Griechenlands durchaus eingezeichnet. Die Besonderheit seiner Studie sieht Verf. u.a. darin, S. 22f, dass er den Fokus – anders als in der bis dato vorhandenen Literatur – auf soziale Aspekte legt (‘wer mag die Schiffe gebaut haben (...), und wer fungierte als Kapitän oder segelte sie?’), auf die Seefahrt selbst als Phänomen hinsichtlich ‘Reisen, Transport, und Konnektivität’, aber auch auf die ‘Seeschaften’ («seascapes») als maritimes Pendant zu den ‘Landschaften’ – allesamt ausgesprochen faszinierende Themen in den Augen des Rez. S. 23–27 ist überschrieben mit ‘Eine kurze (Ur-)Geschichte der mediterranen Bronzezeit’ und bietet einen prägnanten, gelungenen Überblick mit besonderem Fokus auf die wirtschaftlichen Aspekte wie Austausch und Handel. Rez. hält den Beitrag von Artzy 1997 zu den ‘Seenomaden’ für so bedeutsam, dass er ihn bereits hier zitiert hätte. Kap. 2 gilt ‘Maritimen Angelegenheiten und Materialien’ und behandelt zunächst die ‘sozialen Aspekte’: ‘Seeschaften und Seefahrt’ sowie ‘Händler, Seeleute und Piraten’. Besondere Beachtung verdienen dabei die Ausführungen zum Konzept der ‘Seeschaften’, das ‘funktionale, soziale, symbolische und liminale Aspekte’ (S. 29) umfassen sollte. Dass eine ‘Kartierung des Meeres’ eine ganz besondere Herausforderung darstellt, sieht Rez. in Übereinstimmung mit Verf., doch verweist er auch auf die Landschaft (sic!) Wüste, die mit ihren Dünen für Rez. ebenfalls rascherem Wandel unterliegt. – Verf. weist selbstverständlich darauf hin, dass der bronzezeitliche Meeresspiegel nicht der heutige ist, mit Konsequenzen für die ‘Seeschaften’ (etwa S. 30, 32). Zum Stichwort ‘Seefahrt’, definiert als ‘eine Art der Reise, eine Weise, maritimen Raum zu durchqueren, die den Transport aller möglicher Arten an Gütern, Materialien, Menschen und Ideen ermöglicht’ (S. 32), hätte Rez. die Themen ‘Entdeckungsdrang’ und ‘Abenteuerlust’ als mögliche Motive länger ausgeführt. GNOMON 3/93/2021 T. Mühlenbruch: Knapp, Seafaring and Seafarers 242 Dass im folgenden Unterkapitel die ‘Händler’ vor den ‘Seeleuten’ genannt werden, zeigt wohl ebenfalls an, welche Bedeutung Verf. zumindest unbewusst der Wirtschaft unter den ‘maritimen Angelegenheiten’ beimisst. Dies ist sicherlich durch die Quellenlage mit beeinflusst – inwiefern die Besatzung eines Schiffes, dessen Wrack wir finden, beispielsweise neben dem Handel ebenfalls diplomatische Aufgaben übernommen hatte, lässt sich aus den Befunden und Funden nicht ablesen. Der Begriff ‘Seeleute’ ist in den Augen des Rez. insgesamt kritisch zu hinterfragen: Was machte einen Menschen zum/zur Seefahrer*in? – Zeitgenössische Seemänner sind etwa aus Text RS 20.212 aus Ugarit bekannt (S. 113), doch handelte es sich um ‘Vollzeitspezialisten’, die auch in den stürmischen Wintermonaten zur See fuhren, und/oder fielen Personen, die man zum Rudern etc. heranzog, mit der Übernahme eben dieser Tätigkeit primär verwaltungstechnisch unter den Begriff Seeleute? – Siehe dazu auch für die Ägäis die Nennung des Begriffs e-re-ta in Linear B-Texten aus Pylos, der mit ‘Ruderer’ übersetzt wird (vgl. etwa Wachsmann 1998, 123–127). Ausführlich wird anschließend auf das Phänomen des Piratentums eingegangen (S. 35–50), inklusive einer sehr nützlichen Liste an zeitgenössischen Textquellen, die mit diesem verbunden werden können (S. 42–44). Rez. schließt sich vollkommen der Meinung des Verf.s an, dass das (moderne) Konzept der Piraterie nicht ohne Schwierigkeiten auf die Bronzezeit zu übertragen sei (etwa S. 41. 50). Als ‘materielle Aspekte’ wird auf Schiffswracks, «Ports and Harbours», ‘maritime Transportbehälter’, Schiffsdarstellungen sowie ‘Steinanker, Fischerei und Fischereiequipment’ eingegangen. Wie aktuell Knapps Forschungsstand ist – s.a. die verwendete Literatur generell – zeigt sich bei der Behandlung der Wracks durch den Verweis auf einen Neufund bei Hisarönü (S. 51. 100). Ergänzt werden kann mittlerweile das ‘Western Antalya Shipwreck’ (H. Öniz, ‘A new Bronze Age shipwreck with ingots in the west of Antalya – preliminary results’. Palestine Exploration Quarterly, 151,1, 2019, 3–14). ‘Ports and Harbours’ berücksichtigt die Unterschiedlichkeit der Gestaltung von «Übergängen zwischen Land und Wasser» (S. 52–55). Dies ist grundsätzlich sehr wichtig, stellt jedoch einen komplexen Aspekt alleine hinsichtlich der Terminologie dar: Boote können an Stränden an Land gezogen werden, ohne dass gebaute Strukturen vorhanden sind; existierte ein Anleger?; dienten Buchten als geschützte Anlegebereiche, wurden sie vom Menschen zusätzlich gestaltet oder wurden Hafenbecken gar künstlich geschaffen? – Tiryns in der Argolis war sicherlich auch ein bedeutender ‘Hafenort’, ohne dass wir zumindest bisher ‘Hafenarchitektur’ kennen (J. Maran, ‘Tiryns’. In: E. H. Cline [Hrsg.], ‘The Oxford Handbook of the Bronze Age Aegean [ca. 3000–1000 BC]’ [Oxford u.a. 2010] 722–734). Interessant ist die Überlegung, eine Gefäßgattung ‘maritime Transportbehälter’ («Maritime Transport Containers»/MTCS) zu definieren – als geschlossene Gefäße, die zahlreich auf Schiffwracks oder fern ihrer Herstellungsregion gefunden werden, die vor allem aber explizit für den Transport zur See hergestellt wurden (S. 55–57). Rez. gibt zu bedenken, dass auch diese Gattung eine von der archäologischen Forschung definierte ist und dass von den Gefäßformen her zumindest eine Überschneidung mit Gefäßen bestehen wird, die für den Transport zu Lande bestimmt waren. Hinsichtlich der Schiffsdarstellungen (S. 57–59) interessiert neben den – erhaltenen – Medien wie Modellen, Wandmalereien, Abbildungen auf Keramik etc. selbstverständlich auch der – beabsichtigte und/oder tatsächlich erreichte – Kreis der Betrachtenden. GNOMON 3/93/2021 T. Mühlenbruch: Knapp, Seafaring and Seafarers 243 Zum Thema Fischfang (S. 59–61) ist aus ägäischer Perspektive – bezogen auf die Spätbronzezeit – unbedingt auf Arbeiten von J. Fischer hinzuweisen (etwa J. Fischer, ‘Ernährung und Fischkonsum im spätbronzezeitlichen Griechenland’. In: E. Alram-Stern/G. Nightingale [Hrsg.], ‘Keimelion. Elitenbildung und elitärer Konsum von der mykenischen Palastzeit bis zur Homerischen Epoche’ [Wien 2007] 125–139). – Anker liegen uns aus der Bronzezeit ebenfalls vor, sind, sofern keine aussagekräftigen Beifunde bekannt sind, in aller Regel jedoch nur grob zu datieren (vgl. S. 69). Die Kap. 3–5 zur frühen, mittleren und späten Bronzezeit sind gegliedert in die vier Hauptuntersuchungsregionen des Buches und innerhalb dieser wiederum primär entsprechend der gerade vorgestellten Elemente der materiellen Kultur. Auch in diesen Kapiteln wird die beeindruckende Materialkenntnis des Verf.s deutlich – vgl. das mehr als 75 Seiten umfassende Literaturverzeichnis (S. 199–275). Rez. beschränkt sich für die Besprechung dieser Kapitel auf ausgewählte Punkte. Wenig überrascht, dass die dem Verf. für die Frühbronzezeit Zyperns vorliegenden Quellen dem Metallurgiesektor angehören oder es sich um Keramikgefäße handelt (S. 71–74). Bei der Behandlung der Kontakte Anatoliens zur Ägäis im 3. Jt. v. Chr. (S. 75–79) hätte Rez. auch J. Maran zitiert (‘Kulturwandel auf dem griechischen Festland und den Kykladen im späten 3. Jahrtausend v. Chr. Studien zu den kulturellen Verhältnissen in Südosteuropa und dem zentralen sowie östlichen Mittelmeerraum in der späten Kupfer- und frühen Bronzezeit’ [Bonn 1998]). Unter anatolischen «Ports and Harbours» der Frühbronzezeit (S. 78f) wird vor allem auf Liman Tepe eingegangen, nicht jedoch auf Troja, das allerdings unter dem Stichwort ‘Häfen’ zur Spätbronzezeit ausführlicher behandelt wird (S. 153f). – Rez. stellt sich hier einmal mehr die Frage nach der Definition von ‘Hafen’ und ‘Hafensiedlung’ in der Archäologie. Kann/darf/sollte eine, möglicherweise größere, Siedlung ‘in Küstennähe’ beispielsweise aufgrund zahlreicher nachgewiesener Importe als ‘Hafen’/‘Hafensiedlung’ angesprochen werden, auch wenn die zugehörige eigentliche Landungsstelle/Bucht etc. mit ggf. eigener, kleinerer Siedlung mehrere Kilometer von ihr entfernt lag oder uns deren Lokalität gar unbekannt ist?1 Ebenfalls sehr verdienstvoll ist die Zusammenstellung des Verf.s von zumindest möglichen Ankerplätzen/Häfen etc. der Levante für die Mittelbronzezeit (S. 87f). Besondere Aufmerksamkeit unter den MTCS kommt ab dieser Zeit den ‘kanaanitischen Amphoren’ zu (etwa S. 93–95). Die Besprechung der Spätbronzezeit beginnt mit der der zugehörigen Schriftzeugnisse (S. 103–114) – knapp und prägnant. Sehr hilfreich für weitere Forschungen sind dort speziell die Tabellen zu ‘Schiffen und Seefahrt’ in Texten aus Ägypten, Ugarit, dem Hethiterreich sowie in akkadischen Texten, die aus Ugarit sowie in einem Fall aus Alalach bekannt sind. Auch für die Spätbronzezeit in Ägypten und der Levante werden die möglichen Ankerplätze/Häfen etc. ausführlich behandelt (S. 115–124). Bei der Zusammenstellung der Schiffsdarstellungen etc. aus Ägypten (S. 128–133) vermisst Rez. die beeindruckenden Metallmodelle aus dem Grab der Ahhotep (etwa S. Wachsmann, ‘Ahhotep’s Silver Ship Model: The Minoan Context’. Journal of Ancient Egyptian Interconnections 23, 2010, 31–41). Unter den als MTCS angesprochenen Gefäßen spielen weiterhin die kanaanitischen Amphoren eine besondere Rolle (S. 133–136). Der Absatz zu ‘Steinankern, Fischereigerät und Fisch’ (S. 136–138) zeigt, dass vor allem zu zuletzt genannten Aspekten noch Forschungsbedarf besteht – s.a. zu Zypern und Anatolien S. 151–153, 164f. 1 Rez. fragt sich darüber hinaus, ob beispielsweise die ‘international’ engagierten Seeleute und Händler*innen in der Spätbronzezeit auch zahlreicher (!) in die Hauptstadt Ugarit selbst kamen, oder ob Austausch und Handel vor allem (!) in den Häfen (sic!) Minet el-Beida und Ras Ibn Hani stattfanden (vgl. S. 115). GNOMON 3/93/2021 T. Mühlenbruch: Knapp, Seafaring and Seafarers 244 Zypern betreffend fehlen auch für die Spätbronzezeit regelrechte ‘gebaute Hafenanlagen’ (S. 139f), wohingegen etwa ‘Schiffsgraffiti’ vorliegen (S. 140–144). Die Fundorte der kanaanitischen Amphoren wurden vom Verf. zusammengestellt, u.a. auch die minoischen Transportbügelkannen unter den MTCS behandelt (S. 144–148). Hinsichtlich der auf Zypern gefundenen Steinanker wird zurecht auf den Tempelbezirk von Kition hingewiesen (S. 148–151). Nach der Besprechung anatolischer Häfen (S. 153–157) werden die Schiffswracks von Uluburun und Kap Gelidonya entsprechend ihrer wissenschaftlichen Bedeutung gewürdigt (S. 157–162). Kap. 6 behandelt ‘Seefahrt, Seeleute und Seehandel’ und zerfällt in die Sektionen ‘Ein diachroner Überblick: Frühe – Späte Bronzezeit’, ‘Austauschnetzwerke und -routen’ sowie ‘Seefahrt, Seeleute und bronzezeitliches Staatswesen’. Jede beginnt mit drei Fragestellungen, doch ist der Text selbst stärker an die Gliederung des Buches als an diese Fragen angelehnt. Der in Augen des Rez. wichtige kulturelle Einschnitt um 1200 v. Chr. (z. B. E. H. Cline, ‘1177 B.C. The Year Civilization Collapsed’ [Princeton/Oxford 2014]) wird erst auf S. 186 konkreter angesprochen. Ein Fazit beschließt das Buch (Kap. 7), in dem sich Rez. insgesamt eine noch stärkere Berücksichtigung des sozialen Sektors der Seefahrt gewünscht hätte. Selbstverständlich wird vieles zu diesem Aspekt quellenbedingt spekulativ bleiben/müssen, doch wäre es für die Forschung hochinteressant, gerade dazu mehr aus der Feder eines Gelehrten wie Knapp zu erfahren. – Diese, wie die vorangegangenen, Anmerkung/-en des Rez. stellen nicht in Abrede, dass Verf. ein weiteres wichtiges Standardwerk vorgelegt hat, das eindeutig mehr ist als «only … the beginning, not the end of this story» (S. 197). Marburg Tobias Mühlenbruch * Georgia A. Aristodemou, Theodosios P. Tassios (Edd.): Great Waterworks in Roman Greece. Aqueducts and Monumental Fountain Structures. Function in Context. Oxford: Archaeopress 2018. IV, 258 S. zahlr. z.T. farb. Abb. zahlr. Ktn. (Archaeopress Roman Archaeology. 35.). It is high time that a volume surveying the most prominent hydraulic structures of Roman Greece should see the light of day. Readers with a predisposition for this topic will turn to the present book with little prodding; those who study urban monuments will find much of value here as well. However, all its readers, regardless of interest or specialization, will also have to overcome some frustration. The book’s most pronounced deficit is its lack of a text editor. Small errors abound, text flow can be choppy or repetitive in places, and the quality of the English varies considerably. Even the roughest passages can generally be wrestled into some kind of sense; but there are exceptions, especially in technical descriptive passages, which can at times border on the indecipherable. Predictably, the articles by native English speakers are clear sailing; but it seems a disservice to the Greek and Italian authors not to adapt their contributions to a single linguistic standard. A second, lesser fault has to do with variable originality of the contributions. Some articles clearly advance scholarship, others mostly summarize previous work. GNOMON 3/93/2021

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Abstract

As a critical journal for all classical studies, the GNOMON fosters the links between the distinct classical disciplines. It has thus an exceptional position among the classical review journals and allows familiarization with research and publications in neighbouring disciplines. The reviews address an international readership from all fields in classical studies. The GNOMON publishes reviews in German, English, French, Italian and Latin.

The GNOMON is published in eight issues a year.

Zusammenfassung

Der GNOMON pflegt als kritische Zeitschrift für die gesamte Altertumswissenschaft die Verbindung zwischen den verschiedenen Disziplinen der Altertumswissenschaft. Er nimmt dadurch eine Sonderstellung unter den Rezensionsorganen ein und bietet die Möglichkeit, sich über wichtige Forschungen und Publikationen auch in den Nachbarbereichen des eigenen Faches zu orientieren. Die Rezensionen im GNOMON wenden sich an ein internationales Publikum, das aus allen Teilgebieten der Altertumswissenschaft kommt. Die Publikationssprachen im GNOMON sind: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Lateinisch.

Der GNOMON erscheint acht Mal im Jahr.