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Thomas M. Weber-Karyotakis, Oren Tal, Zeev Weiss (Edd.): Expressions of Cult in the Southern Levant in the Greco-Roman Period. Manifestations in Text and Material Culture. in:

Gnomon, page 535 - 539

GNO, Volume 91 (2019), Issue 6, ISSN: 0017-1417, ISSN online: 0017-1417, https://doi.org/10.17104/0017-1417-2019-6-535

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C.H.BECK, München
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W. Harris: Hölkeskamp, Libera Res Publica / Mouritsen, Politics 535 maximus led senators to kill a tribune of the people and his supporters in 133, politics were beginning to change. New York W. V. Harris * Oren Tal, Zeev Weiss (Edd.): Expressions of Cult in the Southern Levant in the Greco- Roman Period. Manifestations in Text and Material Culture. Turnhout: Brepols 2017. XXIII, 288 S. zahlr. Abb. 4o (Contextualizing the Sacred. 6.) 120 €. Der zu besprechende Band veröffentlicht die Ergebnisse interdisziplinärer Forschungen von internationalen Wissenschaftlern, die im akademischen Jahr 2013/14 am Israel Institute of Advanced Studies der Hebrew University in Jerusalem zusammengearbeitet haben. Wie der Untertitel der Publikation zu erkennen gibt, rekrutierte sich die Gruppe aus Vertretern der philologischen und archäologischen Teildisziplinen der Klassischen Altertumswissenschaften. Die beiden Herausgeber O. Tal und Z. Weiss erläutern in der Einleitung (S. XVII–XXIII) die Fragestellungen, welche die Koexistenz unterschiedlicher Kulte im geographischen Raum Palästinas in griechisch-römischer Zeit betreffen. Aus ihnen ergibt sich eine Untergliederung des Bandes in fünf Themenschwerpunkte (Parts I–V): 1. ‘Kulte im jeweiligen Kontext’, 2. ‘Kulte und Kultorte im städtischen Raum’, 3. ‘Kultpraktiken außerhalb von Heiligtümern’, 4. ‘Münzen als Zeugnisse für Kulte’ und 5. ‘Kultbezogene Probleme im Judentum’. Zur Orientierung bieten die Herausgeber dem Leser jeweils Zusammenfassungen der Einzelbeiträge zu einem jeden dieser übergeordneten Problemfelder. Der Themenschwerpunkt ‘Cult in Context’ (Part I) umfasst vier Beiträge: N. Belayche überprüft in ihrem Aufsatz über ‘Cults in Context in the Hellenistic and Roman Southern Levant: The Challenge of Cult Places’ (S. 3–21) die hermeneutischen und methodischen Ansätze bei der Erforschung von Kulten im fraglichen Raum aus der chronologischen Perspektive einer longue durée von 300 v. Chr. bis 300 n. Chr. Es geht der Autorin hierbei um eine synoptische Quellenkritik für die während dieser Zeit teilweise synchron nebeneinander praktizierten paganen, jüdischen und christlichen Religionen. Als zweiter Beitrag folgt ein sprachlich wie inhaltlich sehr klarer Aufsatz von Z. Weiss (‘Cult and Culture: Amusing the Crowds under the Auspices of Gods and Caesars’, S. 23– 35). Der Autor untersucht die Bezüge zwischen städtischen Anlagen für Massenunterhaltung und kultischen Handlungen, die insbesondere durch die rabbinischen Schriften für das jüdisch geprägte Palästina im reichsweiten Vergleich eine Sonderstellung einnehmen. Die Zusammenhänge zu den häufig in der unmittelbaren Nachbarschaft gelegenen Heiligtümern sind nicht immer nachvollziehbar. Dramaturgische Aufführungen religiösen Charakters fanden in der Regel in den Heiligtümern selbst statt. Die mit Sitztreppen ausgestatteten Portiken der gepflasterten Vorhöfe südsyrisch-arabischer Stammesheiligtümer wie etwa jene in Sî’ und Sahr machen diese Funktion durch den für sie überlieferten Terminus ‘théatron’ deutlich. Es sollte auch genau darauf geachtet werden, dass die kleineren Theater in den Städten des Untersuchungsraumes die Funktion von überdachten Odeia/Buleutéria (so etwa epigraphisch belegt für das ‘northern theatre’ in Gerasa oder das ‘Theater’ in Canatha) wahrnahmen. Sie dienten somit der quasi- GNOMON 6/91/2019 Th. M. Weber-Karyotakis: Oren/Weiss (Edd.), Expressions of Cult 536 autonomen kommunalen Selbstverwaltung und Rechtsprechung. Mit Massenbelustigung hatten sie (im Normalfall) wenig zu tun. Der dritte Beitrag von M. R. Salzman behandelt ‘Aurelian and the Cult of the Unconquered Sun: The Institutionalization of Christmas, Solar Worship and Imperial Cult’ (S. 37–49). Die Autorin greift das Problem der Wiederbelebung des Kultes des Sol Invictus unter Kaiser Aurelian auf. Sie diskutiert die Reformen dieses Kaisers nach seinen Siegen im Osten in Form der Institutionalisierung von Festspielen (Ludi Solis) vom 19. bis 22. Oktober und des Dies Natalis Invicti zur Wintersonnenwende (25. Dezember 274 n. Chr.), der Schaffung des Collegiums der Pontifices Solis, und der Errichtung eines vierten Tempels in der Hauptstadt Rom für den Deus Sol Invictus auf dem Campus Agriae. Der erste Teil des Buches schließt mit der Untersuchung von R. Lamberton über ‘The Beginnings of Philosophy of Religion and the Fate of Polytheism in the Late Antique Levant’ (S. 51–57). Als Ursache für die Unterlegenheit des griechisch-römischen Polytheismus gegenüber den monotheistischen Religionen des Judentums, Christentums und Islam benennt der Autor das Fehlen von kanonischen Schriften als theologische Bezugsquellen, dem die spätantike neuplatonische Philosophie (Iamblichos von Chalkis, Libanios, Proklos Diadochos) vergeblich entgegenzuwirken versuchte. Den Auftakt zum zweiten Teil des Sammelwerks über Kulte in den levantinischen Stadtlandschaften (‘Cult and Cult Places in the Urban Sphere’, S. 59–107) bildet die Untersuchung von A. Ecker über ‘People and Gods in the Cities of Roman Palestine: A Preliminary Inquiry into the Popularity of Civic Cults’ (S. 61–67). Hierin geht es um die Akzeptanz öffentlicher städtischer Kulte auf privater Ebene im Fall der drei Städte Askalon, Samaria und Caesarea Maritima. Mit einem ähnlich gelagerten Aspekt beschäftigt sich R. Gersht in ihrem Beitrag über ‘Deities at the Service of Cities and People: Sculptured Images from Caesarea Maritima’ (S. 69–93). Sie diskutiert hierbei ausgewählte Marmorskulpturen aus Caesarea Maritima, die sie gegenüber ihrer Dissertation von 1987 und weiteren älteren Einzelstudien mit korrigierten Datierungen und Interpretationen z.T. neu vorlegt. Sie geht dabei von der Erwähnung der Statuengruppe des Augustus und der Livia als Dea Roma in der Gestalt des Zeus Olympios und der argivischen Hera durch Flavius Josephus (Bell. Jud. 1,414 = Ant. 15,339) im Augustustempel von Caesarea Maritima aus. Weitere Kolossalstatuen wurden von Herodes im Umfeld des Temenos und des Hafenbeckens gestiftet. Der sicher frühkaiserzeitliche Marmorfuß einer kolossalen Sitzstatue (Vgl. ‘Augustus – Der Blick von außen’, hrsg. D. Kreikenbom – K.-U. Mahler – u.a. [2008] S. 249–269) stammt wahrscheinlich aus diesem Statuenprogramm. Gersht fügt den nun frühkaiserzeitlich datierten Torso einer weiblichen Gewandstatue mit Füllhorn als Livia, das Relieffragment eines 1992 im Bereich des Tempels gefundenen julischclaudischen Prinzenporträts (Gaius oder Lucius Caesar?) sowie das Hüftfragment einer Aphrodite vom Typus Marina zur Ausstattung des Augusteums hinzu. Die zuletzt genannte Statue sieht die Verfasserin als eine spätere Dedikation, eventuell anlässlich der Orientreise Hadrians (130 n. Chr.), in den älteren Bezirk des Kaiserkultes. Das benachbarte, mit Fresken geschmückte Nymphaeum zeigte statuarischen Schmuck in den Nischen, den Gersht als Ausdruck der Verherrlichung des neronischen Kaiserhauses ansieht. Entlang der Küstenlinie stellt sie eine Dominanz der ägyptischen Gottheiten Isis und Sarapis fest, wobei die GNOMON 6/91/2019 Th. M. Weber-Karyotakis: Oren/Weiss (Edd.), Expressions of Cult 537 Denkmäler allerdings überwiegend der Kleinkunst angehören. Die Marmorstatue des Poseidon aus Maiumas versteht sie als Indiz für das Patronat des Gottes über den dort beginnenden Aquädukt. In vielen Fällen birgt das statuarische Material Schwierigkeiten der Interpretation, zu der Gersht nur hypothetische Lösungsmöglichkeiten anbieten kann. Der zweite Teil des Buches schließt mit einem Beitrag von A. Miller über ‘Markers of Pagan Cults in a Jewish City: Rethinking the Hadrianeum of Tiberias’, in dem die kürzlich vorgetragene Identifikation einer im Zentrum der (modernen) Stadt ausgegrabenen, nördlich an den Markt anschließenden Stützmauer mit dem auf Münzen abgebildeten Tempel kritisch untersucht wird. Die statuarischen ‘markers of pagan cult’ beschränken sich in Tiberias auf ein noch unpubliziertes Marmorfragment einer weiblichen (?) Gewandstatue und zwei Bronzestatuetten. Das Eis, auf dem man sich bewegt, ist also sehr dünn. Der dritte Teil behandelt Kultpraktiken außerhalb von Heiligtümern in fünf Aufsätzen. Der erste Beitrag (‘Votive Offerings from the Late Roman Period in the Te’omim Cave, Western Jerusalem Hills’, S. 111–130) stammt von einem Team von sechs Autoren (B. Zissu, E. Klein, U. Davidovich, R. Porat, B. Langford und A. Frumkin) und gibt einen Überblick über die spätrömischen und byzantinischen Votivgaben aus der seit der mittleren Bronzezeit zur Gewinnung von Alabaster genutzten Höhle von Te’omim im Hügelland westlich von Jerusalem. Bei den fraglichen Funden handelt es sich um Öllampen. Ihre Deutung als Kultobjekte ergibt sich aus deren Deposition in schwer zugänglichen Felsspalten und Aushöhlungen. Die Ausgräber denken dabei an chthonische Kulte, etwa jenen der Demeter und Kore oder der Dioskuren. Motivgeschichtlich ausgerichtet ist die Untersuchung von A. Barbet über vorwiegend sepulkrale Wandmalereien aus der südlichen Levante in römischer und frühchristlicher Zeit (‘A Mediterranean Overview of Painted Motifs in the Southern Levant’, S. 131–148): Sie untersucht Imitationen von gemasertem Marmor und opus sectile in Malerei sowie Darstellungen von antithetischen Pfauen, Kränzen, Bankettszenen, Kerzenständern, betenden Personen u.a. und zeigt dabei Übergänge zwischen der paganen zur frühchristlichen Kunst im größeren geographischen Kontext auf. Der Beitrag von R. Rosenthal-Heginbottom behandelt vermutliche Kultgegenstände aus Wohnkontexten in Dora (‘[Presumable] Cultic Artefacts from Domestic Contexts at Dora’, S. 149–180). Die Autorin diskutiert hier zwei Reiterplaketten aus Blei, für die sie einen Zusammenhang mit dem römischen Kaiserkult erwägt. Weitere Objekte, für die sie eine Deutung als Kultgegenstände anbietet, sind ein Bleispiegel, das Fragment der Marmorstatuette eines hockenden Greifen mit Rad und vor allem Öllampen mit Darstellungen von Greifen, Reihern mit Krebsen und Pygmäen, wobei starke Einflüsse aus Ägypten offenkundig werden. Texte und archäologische Objekte, die magische Praktiken im Bestattungswesen und Totenkult Palästinas erhellen, stellt G. Bohak in seinem Aufsatz zu ‘Magic in the Cemeteries of Late Antique Palestine’ (S. 163–180) zusammen. Den auf S. 173 diskutierten Fluchpuppen (‘voodoo dolls’) kann man die Bleistatuette einer nackten Frau mit auf dem Rücken gefesselten Armen aus der Nekropole von Caesarea Maritima hinzufügen. Durch die flavisch-frühtraianische Modefrisur lässt sich diese Figurine sicher in das späte 1. Jh. n. Chr. datieren. Das in den meisten Beiträgen angesprochene Problem der Öllampen im kultischen Gebrauch greifen GNOMON 6/91/2019 Th. M. Weber-Karyotakis: Oren/Weiss (Edd.), Expressions of Cult 538 O. Tall und I. Taxel in ihrer Fallstudie über Lampen aus den antiken Mülldeponien in Apollonia (Sozousa) auf (‘More than Trash – Cultic Use of Pottery Lamps Found in Late Antique Dumps: Apollonia (Sozousa) as a Test Case’, S. 181–193). Die von ihnen vorgetragene Deutung von relativ zahlreichen intakten Lampen in Siedlungsmüll als Indizien für Kulthandlungen vermag nicht recht zu überzeugen, zumal es plausible Gründe für eine Kurzlebigkeit der massenhaft produzierten Tonlampen als ‘Wegwerfware’ gibt (vgl. insbesondere die Argumente von J. Peña, S. 183). So kommen die Autoren in ihren Schlussfolgerungen nicht über Spekulationen hinaus. Die drei Beiträge von A. Lichtenberger (‘Coin Iconography and Archaeology: Methodical Considerations of Architectural Depictions on City Coins of Palestine’ S. 197–220), Y. Farhi (‘Heroes and Deities on the Coins of Gaza under Roman Rule: The Case of Io, the Argive Nypmph, and Minos, the Mythic King of Crete’, S. 221–230) und G. Bijovsky (‘Unpublished Coin Type of a Nursing Woman’, S. 231–237) schließen sich zum vierten Teil des Bandes zusammen, der numismatischen Zeugnissen für Kulte (‘Coins as Evidencing Cults’) vorbehalten ist. Lichtenberger vergleicht systematisch die auf den städtischen Münzprägungen von Antipatris, Caesarea Maritima, Caesarea Philippi, Dora, Hippos, Neapolis, Nysa Scythopolis, Samaria-Sebaste und Sepphoris dargestellten Tempel mit den jeweils an diesen Orten ausgegrabenen Architekturresten. Er plädiert dafür, den Münzdarstellungen einen seriösen Stellenwert als offizielle, von den urbanen Eliten approbierte Quellen für die jeweilige Kulttopographien dieser Städte anzuerkennen. Farhi analysiert Münztypen Gazas für die ansonsten in Palästina spärlich belegten Kulte von Io und Minos. In der Darstellung einer ein Kind stillenden sitzenden Frau auf einer Münze aus Sepphoris erkennt Bijovski eine kurotrophos, die sich mit ikonographisch ähnlichen numismatischen Bildtypen in der Levante und mit Maia als kurotrophos im besonderen Fall des Kultes des Pan von Caesarea Philippi verbindet. Die drei letzten Beiträge von H. Lapin (‘Temple, Cult and Consumption in Second Temple Jerusalem’, S. 241–253), B. D. Gordon (‘Debt Fraud, ³érem Entrapment, and Other Crimes Involving Cultic Property in Late Hellenistic and Early Roman Judea’, S. 255–267) und Y. Adler (‘The Decline of Jewish Ritual Purity Observance in Roman Palaestina: An Archaeological Perspective on Chronology and Historical Context’, S. 269–284) beschließen als fünftes Kapitel (Part V) den Sammelband. Die Autoren fokussieren spezielle Fragen sakraler Zonen in und um Jerusalem, des Tempelschatzes und der Reinigungsvorschriften im jüdischen Kultgeschehen Palästinas während griechisch-römischer und byzantinischer Zeit. Insgesamt liefert die vorliegende Publikation mit ihren in fünf Kapiteln vorgetragenen Teilergebnissen einen wertvollen interdisziplinären Beitrag zu den komplexen religionsgeschichtlichen Phänomenen Palästinas in römischer und frühchristlicher Zeit. Im Beitrag von Salzmann (Part I, S. 37–50) wird der Bezug zum geographischen Untersuchungsraum nicht deutlich genug, er fällt gegenüber den übrigen Abhandlungen aus dem Rahmen. Die Redaktion erfolgte so effizient, dass nur wenige Druckfehler stehen geblieben sind. Die Abbildungen und Zeichnungen sind qualitativ gut bis befriedigend und ermuntern zu weiterführenden Forschungen. Den Herausgebern der Reihe ‘Contextualizing the Sacred’, GNOMON 6/91/2019 Th. M. Weber-Karyotakis: Oren/Weiss (Edd.), Expressions of Cult 539 als deren sechster Band das vorliegende Sammelwerk erschienen ist, darf man zusammen mit den Autoren zu dieser Bereicherung der Kenntnis der Archäologie und Religionsgeschichte Palästinas gratulieren. Amman Thomas M. Weber-Karyotakis * Cristina Murer: Stadtraum und Bürgerin. Aufstellungsorte kaiserzeitlicher Ehrenstatuen in Italien und Nordafrika. Berlin/Boston: de Gruyter 2017. VIII, 302 S. 49 Abb. 32 Taf. 4°. (Urban Spaces. 5.) 119,95 €. Die an der Universität Amsterdam eingereichte Dissertation der Verf. lässt sich in die vielfältigen Bemühungen der jüngeren Forschung zum antiken Porträt einreihen, der einstigen Funktion und Bedeutung der Bildnisse vermehrt über die Erschließung ihrer räumlichen und sozialen Kontexte näherzukommen. Zugleich bewegt sie sich mit ihrer Konzentration auf Standbilder von Frauen an der Schnittstelle zu den historischen Gender Studies und ergänzt damit grundlegende archäologische Arbeiten der letzten 20 Jahre auf diesem Gebiet.1 Mit der Frage nach der spezifischen statuarischen Repräsentation römischer Bürgerinnen – in Abgrenzung zu derjenigen männlicher Bürger und des Kaiserhauses – verfolgt Verf. einen Beitrag dazu, weibliche Beteiligung am öffentlichen Leben genauer bestimmen zu können. Zur repräsentativen Klärung der Verhältnisse im Westen des Römischen Reiches konzentriert sie sich aus Gründen der Quellenlage auf Italien (außer Rom)2 und Nordafrika, indem sie wenige Städte mit reicheren Befunden (Pompeji, Tusculum, Herculaneum, Ostia; Leptis Magna, Bulla Regia) als Fallstudien herausgreift und einzelne Belege aus weiteren Städten in den Zusammenfassungen der jeweiligen Kapitel (3 und 4) ergänzend heranzieht. Der zeitliche Rahmen ergibt sich ebenfalls aus der Überlieferung zur Aufstellungspraxis, da sich die Hinweise auf Ehrenstatuen für römische Bürgerinnen im Westen erst in augusteischer Zeit verdichten und spätestens ab dem frühen 4. Jh. n. Chr. ein Ende finden.3 Bei der inhaltlichen Definition von Ehrenstatuen möchte sich Verf. aus plausiblen Gründen nicht festlegen: Zwar seien im engeren Sinne ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Siehe z.B. J. Lenaghan, ‘Portrait Statues of Women in the Roman World’ (PhD New York University 1998); C. Eule, ‘Hellenistische Bürgerinnen aus Kleinasien. Weibliche Gewandstatuen in ihrem antiken Kontext’ (Istanbul 2000); A. Alexandridis, ‘Die Frauen des römischen Kaiserhauses. Eine Untersuchung ihrer bildlichen Darstellung von Livia bis Iulia Domna’ (Mainz 2004); S. Dillon, ‘The Female Portrait Statue in the Greek World’ (New York 2010); s. allg. J. Fejfer, ‘Roman Portraits in Context’ (Berlin 2008) bes. 331– 369. 2 Rom bleibt vor allem aufgrund der weitgehenden Monopolstellung des Kaiserhauses und der Vestalinnen, die erst in der Spätantike nachlässt, ausgenommen (s. S. 4 Anm. 31). Zu den Vestalinnen s. N. Mekacher, ‘Die vestalischen Jungfrauen in der römischen Kaiserzeit’ (Wiesbaden 2006). 3 Mögliche Ausreißer bilden einerseits umstrittene frühe Bildnisse wie die (postume?) Statue für Cornelia, die Mutter der Gracchen, in der Porticus Metelli/Octaviae (zu dieser und weiteren s. M. Papini, ‘Antichi volti della repubblica’ [Rom 2004] 171–175. 386–395) sowie andererseits – in eingeschränktem Maße – die spätantiken Porträts in den Domus des stadtrömischen Senatsadels: H. Niquet, ‘Monumenta virtutum titulique. Senatorische Selbstdarstellung im spätantiken Rom im Spiegel der epigraphischen Denkmäler’ (Stuttgart 2000) 189–198. GNOMON 6/91/2019

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Abstract

As a critical journal for all classical studies, the GNOMON fosters the links between the distinct classical disciplines. It has thus an exceptional position among the classical review journals and allows familiarization with research and publications in neighbouring disciplines. The reviews address an international readership from all fields in classical studies. The GNOMON publishes reviews in German, English, French, Italian and Latin.

The GNOMON is published in eight issues a year.

Zusammenfassung

Der GNOMON pflegt als kritische Zeitschrift für die gesamte Altertumswissenschaft die Verbindung zwischen den verschiedenen Disziplinen der Altertumswissenschaft. Er nimmt dadurch eine Sonderstellung unter den Rezensionsorganen ein und bietet die Möglichkeit, sich über wichtige Forschungen und Publikationen auch in den Nachbarbereichen des eigenen Faches zu orientieren. Die Rezensionen im GNOMON wenden sich an ein internationales Publikum, das aus allen Teilgebieten der Altertumswissenschaft kommt. Die Publikationssprachen im GNOMON sind: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Lateinisch.

Der GNOMON erscheint acht Mal im Jahr.