Yvonne Jasmine Rösch, Karen Ní Mheallaigh: Reading Fiction with Lucian. Fakes, Freaks and Hyperreality. in:

Gnomon, page 323 - 327

GNO, Volume 89 (2017), Issue 4, ISSN: 0017-1417, ISSN online: 0017-1417, https://doi.org/10.17104/0017-1417-2017-4-323

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C.H.BECK, München
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Th. A. Szlezák: Burnyeat/Frede, The Pseudo-Platonic Seventh Letter 323 selben Bereich verorten, im Bereich der subjektiven emotionalen Vereinnahmung. Leider ist dieser Versuch im ganzen wie im Detail von philologischem Dilettantismus geprägt. Man wird also weiter auf den ‘entscheidenden’ Beweis für die Unechtheit des Siebten Briefes warten müssen, so wie man schon mehr als 200 Jahre darauf wartet. Tübingen Thomas Alexander Szlezák * Karen Ní Mheallaigh: Reading Fiction with Lucian. Fakes, Freaks and Hyperreality. Cambridge: Cambridge UP 2014. XII, 305 S. (Greek Culture in the Roman World.). In ‘Reading Fiction with Lucian. Fakes, Freaks and Hyperreality’ verfolgt Ní Mheallaigh drei Ziele: erstens Lukians Relevanz für literaturtheoretische Untersuchungen zu beleuchten, zweitens seine Verae Historiae als Paradigma kaiserzeitlicher produktionsästhetischer Selbstreflexivität zu lesen und drittens, dem fiktionalen Narrativ seinen rechtmäßigen Platz in der kaiserzeitlichen Wunderkultur zuzuweisen. Anhand von sieben beinahe selbstständigen Kapiteln1 stellt die Autorin ihre gedanklichen Zwischenschritte vor, die sie zu der Überzeugung führen, Lukian als ein «prism» (xi) für die Lese- und Schreibkultur der Kaiserzeit zu verstehen. Ausgehend von Lukians Interesse an der Wirkung des Fiktionalen auf einen Rezipienten (Kapitel 1 bis 3), führt Ní Mheallaigh an dem fiktionalen Narrativ der Kaiserzeit par excellence, den Romanen, vor, wie Texte die Grenzen fiktionaler und realer Welt bewußt konturieren oder auch verwischen, um mit der semiotischen Wissensbegierde des Lesers zu spielen (Kapitel 4 und 5). Auf diesem Hintergrundwissen basiert Ní Mheallaighs Lektüre der Verae Historiae Lukians, die sie als Höhepunkt kaiserzeitlicher Metafiktionalität vorstellt (Kapitel 6). Das letzte Kapitel bettet die bislang untersuchte Lese- und Schreibkultur in eine kaiserzeitliche Kultur des Schauens ein, die Gefallen an temporären Illusionen hat. Ní Mheallaighs Fokus liegt daher deutlich auf den kulturwissenschaftlichen Rahmenbedingungen für Lukians Umgang mit dem Fiktiven, das in seinem Œuvre in durchaus disparaten Begriffen wie pseudos, apiston oder paradoxon thematisiert wird. Am Herzen liegt der Autorin nicht die Frage, wie Lukian Fiktion definiert, sondern wie er seine Figuren und impliziten Leser Fiktion rezipieren läßt. Das Werk beginnt mit einer Vorstellung von Lukians ‘Promethean poetics’ (1– 38). Lukians Poetologie ist in der Forschung für ihre kritische Selbstreflexivität, ihren innovativen Umgang mit dem klassischen Kanon und ihren rezeptions- ästhetischen Anspruch bekannt. Daß sich dies aber nicht nur an seinen pseudoautobiographischen Werken (u.a. Prometheus es und Imagines), sondern auch an seinen bislang noch zaghaft beachteten prolaliai nachweisen läßt, zeigt Ní Mheallaigh überzeugend an Lukians Zeuxis. Des weiteren liest Ní Mheallaigh den Titanen Prometheus als «icon for Lucian’s modernity» (6) – eine Modernität, die sich durch eine radikal kreative Mime- ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 1 «I have not adhered to a rigid structure throughout; rather each of the chapters is designed ... as a stand-alone essay on Lucian» (xi). GNOMON 4/89/2017 Y. J. Rösch: Ní Mheallaigh, Reading Fiction with Lucian 324 sis auszeichne («a weapon with which to assault the strictures of a stifling Classicism», 4). Lukian schreibe damit, so Ní Mheallaigh, im Sinne von und vergleichbar mit Umberto Eco, dem zentralen theoretischen Referenzpunkt Ní Mheallaighs Arbeit, wie ein postmoderner Autor. Lukians literarisches Schaffen sei nämlich von der Erkenntnis geprägt, daß «the fetishization of the past ... an industry of the fake» (26) generiert und das Publikum genau diesen Unterhaltungsbetrieb in vollem Bewußtsein seines illusionären Charakters goutiert. Lukian mache sich diese hedonistische Neigung der Leser zunutze, indem er über das fiktionale Narrativ einen bindenden Vertrag mit seinen Rezipienten erzeuge. Dieser Kommunikationsvertrag beinhalte einen psychologisch erfahrbaren Lesegenuß unter temporärem Realitätsverlust («experience of dislocation», 30). Das zweite Kapitel (‘Toxaris. Microfiction and the Greek novel’, 39–71) exemplifiziert dann am Dialog Toxaris den Kommunikationsvertrag zwischen Autor und Leser als Kernstück von Lukians Rezeptionsästhetik. Die Dialogpartner Toxaris und Mnesippos rahmen ihre abwechselnd vorgetragenen Erzählungen mit metafiktionalen Kommentaren. Diese Kommentare seien im Grunde – mehr oder minder vertrauenswürdige – Beglaubigungsstrategien (Verweis auf die vorausgeschickten Eide oder Augenzeugenberichte), die darauf abzielten, das Narrativ der apistia zu entheben. Über intertextuelle Bezüge zu den Romanen Charitons, Xenophons und Achilleus Tatios’ arbeitet Ní Mheallaigh «readerly tastes» im Toxaris heraus «which ... overlapped substantially with the readership of the Greek romances as well» (71). Für die Lesekultur der Kaiserzeit sei der Toxaris mit seinen romanhaften «microfictions» (43) daher ein bedeutsamer Text. Ní Mheallaigh weitet Lukians Rezeptionsästhetik im dritten Kapitel (‘Philopseudes. Philosophy of fiction, drama of reading’, 72–107) auf die virale Wirkung des fiktionalen Narrativs aus. In Lukians Philopseudes wird dem Rezipienten mit dem pseudo-autobiographischen Tychiades ein intradihegetischer Idealleser vorgestellt, der trotz rationalen Bemühens dem Reiz von Lügenmärchen nicht widerstehen kann: Er muß sie weitererzählen. Über intertextuelle Bezüge zu Platons moralphilosophischer Behandlung der Dichotomie von Lüge und Wahrheit (u.a. Phaidon, Politeia, Nomoi) stellt Ní Mheallaigh Lukian als praxisorientierten Theoretiker dar, dem es um die psychologische Komponente der Rezeption von pseudos, d.h. um die lustvolle Sinneserfahrung fiktionaler Narrative und deren krankhaftem «gravitational pull» (72) gelegen ist. Die Autorin führt hier den für die voranschreitende Arbeit wesentlichen Gedanken ein, daß Lukian der Medialität seines Narrativs erheblichen Anteil an der Lusterfahrung des Rezipienten beimesse: Den Ein- und Austritt des Tychiades in das Haus des Eukrates deutet Ní Mheallaigh als Allegorie für den Ein- und Ausstieg des Lesers in die fiktive Welt des Textes (83–85). Durch einen Vergleich u.a. des lesenden Eukrates mit intradihegetischen Leseszenen in Chariton und Achilleus Tatios stellt Ní Mheallaigh derartige «bookish games» (106) als Spezifikum kaiserzeitlicher fiktionaler Narrative vor. Die Autorin geht nun im vierten Kapitel (‘Semiotic fictions. Metamorphoses of the reader from ‹The incredible things beyond Thule› to ‹The name of the rose›’, 108–143) der psychologischen Motivation für den infektiösen Lesegenuß fiktionaler Narrative genauer nach. Sie ist davon überzeugt, daß intellektuelle curiositas den Leser dazu antreibe, einen Text zu verstehen. Über die Identifika- GNOMON 4/89/2017 Y. J. Rösch: Ní Mheallaigh, Reading Fiction with Lucian 325 tion mit einem intradihegetischen Idealleser erlebe der Leser während der Lektüre eine sogenannte «semiotic transformation» (124), eine Veränderung, die nach Eco von semantischer zu semiotischer Distanz führe. Als Textbeispiele greift Ní Mheallaigh hierfür zunächst die Romane des Antonios Diogenes, Ptolemaios Chennos sowie Lukians Verae Historiae heraus, die allesamt Befriedigung oder Enttäuschung der Neugierde des Lesers im Rahmen einer intradihegetischen Reise vollziehen lassen. In einem zweiten Schritt legt die Autorin das für Ecos ‘Der Name der Rose’ entscheidende Spiel mit der Neugierde des Lesers und ihrer transformativen Dynamik über intertextuelle Bezüge zu den antiken Eselsromanen von Lukian und Apuleius dar.1 Nachdem die letzten zwei Kapitel vornehmlich der Rezeptionsästhetik gewidmet waren, rückt Ní Mheallaigh nun im fünften Kapitel (‘Beyond Thule. Adventures at the edge of the text’, 144–205) die produktionsästhetischen Implikationen des Lesegenusses in den Mittelpunkt. Ní Mheallaigh richtet das Augenmerk dabei auf die semiotischen Strategien des sogenannten Paratextes: Sämtliche Angaben wie Werktitel, Autorname, Prolog oder Epilog befinden sich nicht nur am Rande des Narrativs, sondern de facto auch am Rande des Buches. Der Paratext stellt insofern eine Metonymie für den Ein- und Austritt des Lesers in die fiktive Welt des Textes dar. Dies habe bereits Antonios Diogenes erkannt und zu nutzen gewußt, so daß er Ní Mheallaigh – mit Photios (111b35–37) – darin als direkter Vorläufer von Lukians Verae Historiae gilt. Um auf Lukians meisterhaften Umgang mit semiotischen Markern hinzuweisen, die den Leser in eine herausfordernde «epistemological crisis» (159) stürzen, führt Ní Mheallaigh Lukians Verschweigen seiner Quellen im Proöm (VH 1.2), die transitorische Funktion der Inselschlacht inmitten der Walepisode (VH 1.42 – VH 2.1) und die pseudoautobiographische Inschrift in Buch zwei (VH 2.28) an. Ní Mheallaigh zieht des weiteren das Proöm sowie Mytilenes «active architecture» (192) in Longos’ Daphnis und Chloe und die tainia von Heliodors Heldin Chariklea als «internal mirror text» (195) heran, um die «peritextual sophistication» (205) der kaiserzeitlichen Schreib- und Lesekultur zu demonstrieren.2 Ní Mheallaigh gelangt mit dem sechsten Kapitel (‘True stories. Travels in hyperreality’, 206–260) zu «the iconic work of its age» (xii, Hervorhebung ebd.), Lukians Verae Historiae. Dieses Werk sei eine «autobiographical fiction» (257), ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Eine ungemein interessante und vielversprechende Beobachtung zu Lukian, Apuleius und Eco ist die Einrahmung des semiotischen Wandels durch sexuelle Begegnungen der intradihegetischen Hauptfiguren (129–135). Ní Mheallaigh führte bereits im ersten Kapitel die Metapher des Geschlechtsaktes ein, um die über den Text hergestellte Verbindung und ambivalente Anziehungskraft zwischen Autor und Leser zu beschreiben: «He [=Lucian] insists on the psychological pleasures of fiction for both storyteller and listener – conceptualizing it as a sexual encounter, with the dangerous frisson of seduction» (30). Diese Metapher scheint mir gerade dem von Ní Mheallaigh betonten Bewußtsein der kaiserzeitlichen Schreibkultur für Textmaterialität entgegenzukommen. Im übergeordneten Kontext der Wunderkultur könnte der ‘Leseakt’ m.E. gewinnbringend weitergedacht werden, zumal Ní Mheallaigh immer wieder beobachtet, daß Leser oder Text als weiblich oder männlich (z.B. 106, 131, 213–216) attributiert werden. 2 Ní Mheallaigh argumentiert auf den Seiten 203–204, wie ich finde zu Recht, dezidiert gegen Genette, daß die rezeptionssteuernde Bedeutung des Paratextes nicht erst nach dem Buchdruck erkannt worden sei. GNOMON 4/89/2017 Y. J. Rösch: Ní Mheallaigh, Reading Fiction with Lucian 326 welche die Hierarchie zwischen realer extradihegetischer und fiktiver intradihegetischer Welt bewußt ins Wanken bringe. Sieben Episoden der Verae Historiae werden im einzelnen vorgestellt, da sie auf stets individuelle Weise die für Ní Mheallaigh essentielle Verquickung von Leseakt, gelesenem Werk und der neurotischen Angst des kaiserzeitlichen Literaturbetriebes, gegenüber ihrem klassischen Original nicht bestehen zu können, thematisieren.1 Ní Mheallaigh bezeichnet dabei Loukianos’ Unterredung mit Homer, den Brief des Odysseus an Kalypso sowie die Inschrift des Loukianos als bedeutsamste metafiktionale Momente. Nicht zuletzt sei die Insel der Seligen, belebt von Staatsmännern, Philosophen und eben Autoren der klassischen Epoche samt deren Figuren, eine Allegorie der restriktiven Zwänge des klassischen Kanons: Weder kann Homer das Homerbild revidieren oder unabhängig von Ilias und Odyssee dichten, noch scheint es Odysseus zu gelingen, die Odyssee nach seinem wahren Empfinden weiterzuschreiben.2 Einzig Loukianos ist es möglich, die Insel der Seligen temporär zu bewohnen, zu verlassen und zurückzukehren. Loukianos (= Lukian?) vermag es sowohl, die restriktive Kraft des Kanons, unter der sogar die Inselbewohner leiden, aufzudecken, als auch zu durchbrechen. Nicht nur wird seine Inschrift von Homer persönlich verfaßt (VH 2.28), sie befindet sich auch auf einem witterungsbeständigeren Material, nämlich Edelstein, als die erstgenannte Inschrift von Herakles und Dionysos auf der Weininsel, nämlich Bronze (VH 1.7): Es wirkt, als lasse sich Loukianos mit den Verae Historiae von dem Urvater der griechischen Literatur für die Nachwelt selbst zum kanonischen Autor küren (259–260). Was die Verae Historiae auszeichne, sei nach Ní Mheallaigh mit dem von Eco geprägten Begriff der ‘Hyperrealität’ zu beschreiben. Mit seinem explizit mimetischen Text schaffe Lukian eine fiktive Welt, die besser als die Realität sei: Anstatt zu grübeln, ob man Homer aus Homer erklären könne, befragt Loukianos den Dichter einfach direkt nach seiner wahren Identität und der Echtheit seiner athetierten Verse. Die gefährliche Verlockung dieser hyperrealen Textwelt offenbare sich dem Leser nach Ní Mheallaigh durch die immer wieder aufgeworfene Frage, wer nun eigentlich Autor der Verae Historiae sei: der intradihegetische Erzähler Loukianos, ‘Lukian’ oder sogar Homer («the dead poet Homer takes control of Lucian’s story», 259). Obgleich mit ‘Conclusion’ betitelt, führt das abschließende siebte Kapitel (261–277) in einen neuen Gedankengang ein, nämlich die Wunderkultur der Zweiten Sophistik. Lukians fiktionales Œuvre, das immer wieder auf die Nahtstelle von Wahrheit und Lüge hinweise, deute auf eine direkte Verbindung der kaiserzeitlichen Literatur und jener Wunderkultur hin (261).3 Unter Verweis auf Autoren wie etwa Plutarch, Plinius, Pausanias, Martial und insbesondere Heron ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Die Episoden lauten: die Begegnungen mit den Weinstockfrauen und den Eselfüßlerinnen sowie der Aufenthalt auf dem Mond, im Wal, auf der Insel der Träume und der Insel der Seligen sowie auf Ogygia. 2 Ní Mheallaigh hält Odysseus’ Erfolg immerhin für möglich. Ich hingegen möchte vorschlagen, den vereitelten Fluchtversuch Helenas als Prolepse für Odysseus’ Fluchtversuch zu lesen. Die Helena-Episode wird schließlich kurz vor der Briefübergabe erzählt (VH 2.25–2.27) und leitet Loukianos’ vorzeitige Abreise ein (VH 2.27–2.29). 3 Die im ersten Kapitel stark gemachte «cultural omnivoracity» (38) Lukians kehrt am Ende von ‘Reading Fiction with Lucian’ etwas verhalten zurück. GNOMON 4/89/2017 Y. J. Rösch: Ní Mheallaigh, Reading Fiction with Lucian 327 gewährt Ní Mheallaigh einen Einblick in die Faszination der kaiserzeitlichen Gesellschaft für «authentic experiences of fiction» (203), wie gefangene Kentauren oder Tritone, mechanische Apparate, die ganze Theaterstücke wie von Zauberhand vorführten, oder die auf kaiserlichen Erlaß hin inszenierten Großchoreographien von Hinrichtungen und Schlachten. Ní Mheallaigh schließt ihr Werk mit einem kritischen Appell an die Forschung: Das anhaltende Interesse an den Liebesabenteuern der (griechischen) Romane verbaue «the most penetrating insights into postclassical imagination» (277). Eine stärkere Beachtung der produktions- und rezeptionsästhetischen Implikationen jener fiktionalen Narrative sei daher schlichtweg unerläßlich. Es bleibt festzuhalten, daß ‘Reading Fiction with Lucian’ selbst eine wahre ‘Wunderkammer’ kaiserzeitlicher Kuriositäten ist. Diese Wunderkammer enthält Lukian – aber eben auch vieles mehr. Obgleich der Samosatenser und seine Fiktionalitätstheorie unbestrittener Referenzpunkt sind, so reichen die sieben Kapitel dem Leser sehr viel mehr Material an die Hand: Konsequent steckt Ní Mheallaigh die Forschungslandschaft ihrer thematischen Schwerpunkte ab, bereichert ihre intertextuellen Lektüren durch ihre breite Belesenheit – die nicht selten bis in die Randzonen der kaiserzeitlichen Literatur führt – und bietet en passant interessante Einzelbeobachtungen. Ní Mheallaighs Einladung «to read with imagination and with pleasure» (xi), nimmt man gerne an. Der ansteckend assoziative Gedanken- und Schreibstil der Autorin macht ‘Reading Fiction with Lucian’ jedem zum Quell der Freude, der sich mit Lukian, der Zweiten Sophistik und (post)moderner Literaturtheorie auseinandersetzen möchte. Bonn Yvonne Jasmine Rösch * Gareth D. Williams, Katharina Volk (Edd.): Roman Reflections. Studies in Latin Philosophy. Oxford: Oxford UP 2016. X, 306 S. 49,99 £. Già il titolo di questa raccolta di saggi1 è suggestivo: occupandosi della filosofia a Roma, Gareth D. Williams e Katharina Volk sembrano alludere e alle ‘riflessioni’ svolte dagli uomini di cultura dell’epoca repubblicana e imperiale, e alle ‘riflessioni’ che negli ultimi cinquant’anni si stanno svolgendo intorno al ruolo e all’autonomia della filosofia a Roma. Ma ancora: i tredici saggi (preceduti da un’utile premessa degli editori che svolge la funzione di traguardarne in qualche modo il percorso) costituiscono importanti approfondimenti sui ‘riflessi’, a Roma, del pensiero teoretico greco. Il volume è organizzato in quattro sezioni. La prima – ‘Orientation’ – è costituita da un solo saggio: ‘Philosophy and philosophi: From Cicero to Apuleius’, pp. 13–29. In esso Harry Hine mostra come a Roma non sia stato immediato l’autoriconoscimento del ruolo (o anche la definizione antropologica) di philosophus: né Cicerone né Seneca si riconobbero tali. Piuttosto per loro decisiva e qualificante fu la passione per la ricerca e la sapienza di per sé – vale a dire: la filosofia – rispetto a quella che potrebbe essere stata la ‘filosofia’ intesa come professione; l’uno e l’altro si sarebbero cioè riconosciuti anzitutto ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Frutto dei contributi e delle discussioni svoltesi in occasione della conferenza ‘Latin Philosophy’, presso la Columbia University nella primavera del 2012. GNOMON 4/89/2017

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Abstract

As a critical journal for all classical studies, the GNOMON fosters the links between the distinct classical disciplines. It has thus an exceptional position among the classical review journals and allows familiarization with research and publications in neighbouring disciplines. The reviews address an international readership from all fields in classical studies. The GNOMON publishes reviews in German, English, French, Italian and Latin.

The GNOMON is published in eight issues a year.

Zusammenfassung

Der GNOMON pflegt als kritische Zeitschrift für die gesamte Altertumswissenschaft die Verbindung zwischen den verschiedenen Disziplinen der Altertumswissenschaft. Er nimmt dadurch eine Sonderstellung unter den Rezensionsorganen ein und bietet die Möglichkeit, sich über wichtige Forschungen und Publikationen auch in den Nachbarbereichen des eigenen Faches zu orientieren. Die Rezensionen im GNOMON wenden sich an ein internationales Publikum, das aus allen Teilgebieten der Altertumswissenschaft kommt. Die Publikationssprachen im GNOMON sind: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Lateinisch.

Der GNOMON erscheint acht Mal im Jahr.