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Marc Steinmann, Elaine Fantham: Cicero’s Pro L. Murena oratio. Introduction and Commentary. in:

Gnomon, page 23 - 27

GNO, Volume 88 (2016), Issue 1, ISSN: 0017-1417, ISSN online: 0017-1417, https://doi.org/10.17104/0017-1417-2016-1-23

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C.H.BECK, München
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H. Görgemanns: Plutarque, Le visage dans le disque de la lune. Ed. A. Lernould 23 Das Buch wird beschlossen von drei Études. Jean Boulogne gibt einen Überblick über die Fülle von Zitaten, vor allem aus Dichtern, in denen sich ein allgemeiner Bildungshintergrund abzeichnet. Joëlle Delattre bespricht die zitierten Astronomen und schlägt vor, hinter der Dialogfigur Theon den Theon von Smyrna zu sehen, von dem eine mathematisch-astronomische Schrift erhalten ist (wenig überzeugend, da dieser Theon, wie er 20, 932 DE selber bekennt, nur lückenhafte astronomische Kenntnisse hat). Für Plutarchs Verhältnis zur Wissenschaft findet sie die Formel «l’usage que ce dernier s’amusait et s’autorisait à faire de ses sources» (S. 115, ähnlich S. 103), betont also das spielerische Element der Argumentation; originelle Gedanken scheinen dabei ausgeschlossen. Alain Lernould beschäftigt sich mit der Göttin Hekate, die Plutarch zweimal in Verbindung mit dem Mond nennt; er verfolgt ihre Rolle im Neuplatonismus, vor allem bei Proklos. Auf dem Außentitel erscheint ein dramatisch-dämonisch wirkendes Foto des Mondes; es wird leider nicht genauer gewürdigt (S. 148: «une belle image de la lune»). Es ist, wenn der Eindruck nicht täuscht, bei einer partiellen Mondfinsternis aufgenommen; erkennbar ist der kreisförmige Rand des Erdschattens, wie Plutarch ihn beschrieben hat (20, 932 F), und nach dem Krümmungsgrad kann man abschätzen, daß der Schattenkegel tatsächlich ungefähr den dreifachen Durchmesser des Mondes hat (6, 923 B). Auch den schaurigen Eindruck der Verfinsterung (29, 944 B) mag der Betrachter nachempfinden. Heidelberg Herwig Görgemanns * Elaine Fantham: Cicero’s Pro L. Murena oratio. Introduction and Commentary. Oxford: Oxford UP 2013. VIII, 224 S. (American Philological Association. Texts and Commentaries Series). 64 (Ppb. 16.99) £. Erstaunt vernimmt man als Leser das gleich zu Beginn ihres Vorwortes geäußerte Bekenntnis Elaine Fanthams (im folgenden: F), daß sie nach dem Verfassen von bereits drei Kommentaren – allerdings zu lateinischen Dichtern – «hadn’t taken on board all the disciplines necessary to do justice to Cicero’s wit and manipulation of arguments (and facts!)» (VII). Doch zeigt Fs statement – das doch wohl ein beträchtliches Maß an understatement enthält –, welche Herausforderungen die Lektüre Ciceronianischer Reden an einen heutigen Rezipienten auch dann stellt, wenn dieser bereits über solide Vorkenntnisse verfügt. Das Ziel des hier zu besprechenden Kommentars ist laut Klappentext ein umfassendes: Er will sowohl Ciceros rhetorisch-psychologische Strategie in der Oratio pro Murena erhellen als auch die politischen, sozialen und historischen Zusammenhänge und Hintergründe beleuchten. Die grammatischen Erklärungen richten sich bewußt auch an «undergraduate students of Latin», die – «after their third year of studying Latin» – mit diesen Hilfen einen «linguistic breakthrough» schaffen und dann auch andere lateinische Texte «with relative ease» lesen können sollen, wie F hofft (3). Im englischsprachigen Raum hat Fs Kommentar nur recht betagte Vorläufer, nämlich G. Long (London 1856), W.E. Heitland (Cambridge 18772) und H.J. Freese (London 1894) sowie den etwas jüngeren C. MacDonald (London GNOMON 1/88/2016 M. Steinmann: Fantham, Cicero’s Pro L. Murena oratio 24 1969). Daß also Fs Kommentar, wie der Klappentext suggeriert, der einzige im englischen Sprachraum sei, ist wohl verlegerische Hyperbel, und konsequenterweise (?) werden in der Bibliographie mit einer Ausnahme keine Vorgängereditionen angeführt. Im deutschsprachigen Bereich gibt es neben den alten, ursprünglich auf die Schule zugeschnittenen Kommentaren von K. Halm u. G. Laubmann (Berlin 18935) sowie H.A. Koch u. G. Landgraf (Leipzig-Berlin 18852) immerhin den rezenten Standard-Kommentar von J. Adamietz (Darmstadt 19962), der auch wissenschaftliche Ansprüche weithin hervorragend erfüllt, und einen Teilkommentar (zu §§ 19–30, der Ridikulisierung der Juristerei) von A. Bürge (Zürich 1974). Daneben behält der lateinische Kommentar von A.W. Zumpt (Berlin 1859) für bestimmte Aspekte seinen Wert (u.a. bietet er eine bei F vermißte gliedernde Übersicht der Mureniana). Die Bedeutung von Ciceros Oratio pro Murena liegt u.a. darin, daß sie neben der Rede pro Plancio und dem Commentariolum petitionis die umfangreichste erhaltene Quelle für das römische ambitus-Verfahren darstellt (zu vermuteten Interdependenzen zwischen der Rede pro Murena und dem Commentariolum siehe F ad § 44, S. 147; zweisprachige Auszüge aus dem Commentariolum werden in einer Appendix, 197–207, gegeben). Für die Mureniana ist ferner bedeutend, daß der amtierende Konsul Cicero als Verteidiger auftritt, mit Cato eine moralische Institution als Ankläger fungiert (Cicero sagt im § 58, er fürchte multo magis eius auctoritatem quam criminationem) und der Prozeß und damit die Rede im Umfeld der Catilinarischen Verschwörung im November 63 stattfindet, also in einer historisch-politisch aufgeladenen – nach Ciceros Darstellung den Fortbestand der Republik bedrohenden – Situation (dazu ausführlicher auch Fs Kommentar zu §§ 48–53, S. 153–159). F gibt in ihrer ‘Introduction’ (3–31) die notwendigen Informationen über den historischen Hintergrund (5–22) und anschließend über ‘Rhetoric and Eloquence’ (22–30). Jener erste Teil untergliedert sich erstens in Ausführungen über den Angeklagten L. Murena (6–8), die Ankläger (9–12) Ser. Sulpicius, M. Porcius Cato (18: «the driving spirit behind Murena’s prosecution»), C. Postumius (so F, 11, gegen hs überliefertes Postumus) und einen jüngeren Ser. Sulpicius (kaum der Sohn des Anklägers, wie F ad § 56 u.a. gegen Münzer und Syme gut herausstellt) sowie zweitens in Darlegungen über ‘Corruption and electoral malpractice’ (12– 17) und den weiteren und engeren historischen Kontext zum Verständnis des Murena-Prozesses (17–22), wobei bisweilen auf die aktuelle (amerikanische) Politik verwiesen wird, was dem unmittelbaren Verständnis vor allem des intendierten Leserkreises sicher dienlich ist. Mit einem aktuellen Bezug beginnt auch der zweite Teil der Einleitung: «Modern publicity and media, political and commercial, have given rhetoric a bad name» (22). Vor diesem Hintergrund nennt F kurz die grundsätzlichen Aufgaben antiker Rhetorik, um anschließend die Eigenheiten und Meriten von Ciceros Plädoyer für Murena zu entfalten (22–29): Verschiedenste von Cicero effektvoll eingesetzte Stilmittel führt F beispielhaft vor (24–26; leider wird in diesem Zusammenhang nicht die vorzügliche Abhandlung von C.J. Classen, Recht, Rhetorik, Politik, Darmstadt 1985, 120–179 erwähnt), bevor sie die jeweilige Rolle von Cato Censorius, dem Urgroßvater des anklagenden Cato, von Scipio Aemilianus und von weiteren exemplarischen Persönlichkeiten für Ciceros rhetorische Stra- GNOMON 1/88/2016 M. Steinmann: Fantham, Cicero’s Pro L. Murena oratio 25 tegie herausstellt (28f: «Cicero is playing on the social subdivisions and snobberies of the senatorial class»). Vor einem abschließenden Abschnitt über Psychagogie, der sich besser direkt an das Vorangehende angeschlossen hätte, wird etwas unorganisch ein kurzer Abschnitt über Prosarhythmus eingeschoben (29). Dieser ist verständlich und mit einigen Beispielen illustriert, für das anvisierte Publikum des Kommentars mit wahrscheinlich keinen bis geringen Vorkenntnissen in diesem Bereich aber wohl zu konzentriert, zumal Rhythmusfragen im Kommentar selbst später nicht wieder aufgegriffen werden. Im dann folgenden Absatz über Psychagogie (29f) stellt F die Aufgaben des Redners (docere, conciliare, movere) im allgemeinen sowie im Murena-Prozeß im besonderen dar, denn hier hatte Cicero die Balance zu halten zwischen seinem Ziel als Verteidiger und der Tatsache, daß er weder seine Prozeßgegner noch indirekt beteiligte (einflußreiche) Persönlichkeiten wie Lucullus oder Pompeius allzu hart angehen konnte. Richtig konstatiert F abschließend, daß Cicero, der sich als dritter Redner der Verteidigung nach Hortensius und Crassus (zu ihnen wird in einer Appendix eine zweisprachige Passage aus dem Brutus gegeben) weder allzu eng an die formale Gliederung einer Rede halten noch auf alle Details der Anklage eingehen mußte, mittels eines auf Catilina und dessen Helfershelfer geschickt zugeschnittenen Bedrohungsszenarios schließlich Murenas Freispruch erwirken konnte, indem er seine Verteidigungsstrategie – vor allem in der peroratio – hauptsächlich auf die Regeln des movere und flectere stützte. Die Jury war letztlich «more interested in the [possible] consequences of the trial than its basis in fact» (30). Mit anderen Worten: Ob oder inwiefern Murena tatsächlich gegen die ambitus-Gesetze verstoßen hatte, war dank Ciceros geschickter Krisenrhetorik am Schluß keine Frage mehr, die rechtlichen Aspekte waren mithin durch die von Cicero virtuos aufgebauschte politische Dimension des Prozesses verdrängt worden1 (auf diesen wichtigen Punkt der Mureniana weist F im Kommentar zur peroratio der Rede in mehreren Lemmata hin). Auch die beiden Passagen, die die Rede pro Murena so berühmt gemacht haben, nämlich die Synkrisis der artes (§§ 22–30) mit der Diffamierung der Juristerei (sowie der damit im Rahmen der contentio dignitatis einhergehenden Überhöhung der militärischen Taten Murenas) und die Kritik an Catos weltfremdem Stoizismus (§§ 60–66. 74–77), dürften im Verhältnis zu diesem politisch motivierten Panorama der akuten Bedrohung eher dienenden Charakter gehabt haben, indem sie das für Murena höchst gefährliche Prestige der Ankläger Sulpicius und Cato demontierten. Abgeschlossen wird die Einleitung mit einem Abriß der Textüberlieferung (31). Zwar mag es sein, daß Clarks Oxoniensis, deren Text F folgt, «has not been superseded» (31), doch eine systematische «Bestandsaufnahme der Hss, eine Klärung der Filiation besonders bei den Itali und eine Prüfung der Frage, ob die gegenüber Σ besseren Lesarten in den Itali auf eine richtigere Entzifferung des schwer lesbaren Cluniacensis zurückgehen oder Konjekturen sind», hatte bereits Adamietz im Anschluß an Rouse und ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Der theoretische Unterbau zu dieser Krisenrhetorik, deren zentrale Elemente Evidenzmangel und Handlungsdruck sind – letzterer vor allem durch Angst- und Furchtappelle hervorgerufen –, steht in jüngster Zeit als einer von mehreren Aspekten verstärkt im Fokus der Cicero-Forschung. GNOMON 1/88/2016 M. Steinmann: Fantham, Cicero’s Pro L. Murena oratio 26 Reeve (in ‘Texts and Transmission’) für wünschenswert erachtet, auch wenn Auswirkungen auf den Text ggf. gering sein sollten. Als Folge von Fs reprographischem Abdruck der Oxoniensis (35–81) ergeben sich einige Schwierigkeiten, denn diejenigen, die textkritisch arbeiten wollen, müssen sich stets bewußt sein, daß sich ein ‘scripsi’, ‘supplevi’ oder ‘mei’ im Apparat eben auf Clark und nicht auf F bezieht. Gleichwohl weicht F bisweilen doch von Clarks Text ab, so daß an diesen Stellen dann der Text und das entsprechende Lemma im Kommentar auseinanderklaffen, so z.B. im § 58, wo F im Kommentar firmamentum angibt und dies auch gut begründet, aber im Text (64) fundamentum steht. Ähnlich verhält es sich etwa auch mit faciam (§ 45 mit Fs Kommentar, 148), das dem fac iam im abgedruckten Text sicher vorzuziehen ist. Besonders im Hinblick auf den intendierten Nutzerkreis hätte man solche Stellen im Text vielleicht mit einem asteriscus in margine markieren können. Auch mit nicht erklärten Siglen wie ‘Lag. 9’ dürfte ein unerfahrener Nutzer überfordert sein. Studenten, die ggf. textkritischen Fragen nachgehen wollen, werden so in ihrer Neigung kaum unterstützt. Zugutehalten muß man F andererseits jedoch, daß sie etliche Fragen der Textkritik im Kommentar erörtert, wenn auch i.d.R. eher knapp. Den Kommentar (83–195) eröffnet F mit einem bildhaften Vergleich zu Ciceros Exordialsyntax, der den Leser gleichermaßen zuversichtlich wie gespannt stimmt auf das nun folgende Hauptstück von Fs Ausgabe. Wie nicht anders von F zu erwarten, wird alles für das grundlegende Verständnis Nötige erklärt, sei es in grammatischer (i.d.R. wird zusätzlich auf die im anglophonen Bereich weitverbreiteten Grammatiken von Allen-Greenough und Woodcock verwiesen), historisch-juristischer, religiöser, stilistischer oder psychagogischer Hinsicht. Jede Stelle des Kommentars atmet Fs Beherrschung des Stoffes und ihre Fähigkeit, Erklärungen sprachlich wohlformuliert zu präsentieren. Ob die gegebenen Hinweise allerdings für Nutzer mit nur drei Jahren Lateinunterricht ausreichend sind, wagt der Rezensent aufgrund langjähriger Erfahrung in der gymnasialen Oberstufe zu bezweifeln. Vokabelhilfen in englischewr Sprache zur kompletten Oratio pro Murena findet man immerhin bequem unter [11.04.2105]. Die Stärken von Fs Kommentar liegen vor allem in klaren Pointierungen und in geschickter didaktischer Reduktion, in Details hingegen und im Anführen von Belegen und Verweisen steht er oftmals hinter demjenigen von Adamietz zurück (F hat im Durchschnitt pro Paragraph der Mureniana etwa eine Seite Kommentar, Adamietz gut anderthalb Seiten bei gleichzeitig kleinerem Druck), was aber größtenteils wohl im anvisierten Benutzerkreis begründet liegen mag. Mit dem Aspekt der Reduktion ist implizit jedoch auch bereits der größte Schwachpunkt von Fs Ausgabe benannt worden: Das Literaturverzeichnis (219– 222) ist recht überschaubar. Nicht nur daß die oben genannten älteren Kommentare nicht erwähnt werden, auch kritische Ausgaben (z.B. die Teubneriana von H. Kasten oder die Budé-Ausgabe von A. Boulanger) werden außer der Oxoniensis nicht genannt, und neben Adamietz’ Kommentar weist das Literaturverzeichnis lediglich zwei weitere nicht-anglophone (in diesem Falle jeweils deutsche) Arbeiten aus (in der Einleitung wird ferner noch Pauly-Wissowas ‘Realencyclopädie’ angeführt). Dies liegt einerseits zwar leider im allgemeinen Trend englischsprachiger Forschung, mag aber im vorliegenden Falle auch dem intendierten Zielpublikum und/oder den Vorgaben des Verlages geschuldet sein. Höchst bedauerlich ist eine solche Verengung jedoch auf jeden Fall. Gerade für die Hauptzielgruppe von Fs Ausgabe wären nämlich (kommentierte) Hinweise GNOMON 1/88/2016 M. Steinmann: Fantham, Cicero’s Pro L. Murena oratio 27 zu ‘further reading’ sicher hilfreich, nicht nur an verschiedenen Stellen des Kommentars, sondern auch an denjenigen Punkten der Einleitung, die von F eher summarisch vorgestellt werden. Trotz diesen und anderen Kritikpunkten in Details bleibt abschließend festzustellen, daß F einen verläßlichen Kommentar zu Ciceros Mureniana verfaßt hat. In formaler Hinsicht müssen zudem das übersichtliche Druckbild und der anscheinend fast fehlerfreie Druck gelobt werden – im textkritischen Apparat fällt allerdings bei den in kursiver Type gesetzten ‘mei’ und ‘om.’ des öfteren ein fehlerhaftes Majuskel-M auf (bei diesem häufiger als bei jenem), offenbar ein OCR- Fehler, der in § 87, lin. 8 gar zur vox nihili ‘OT.’ geführt hat. Nicht zuletzt der wohlfeile Preis für die Paperback-Ausgabe wird dazu führen, daß sich Fs Ausgabe in der anvisierten Zielgruppe der undergraduate students als Standard etablieren wird. Auch der fortgeschrittene Nutzer wird Fs Kommentar für manche Aspekte mit Gewinn benutzen, als Ergänzung oder zur Vertiefung freilich auch nicht auf Adamietz’ kommentierte Ausgabe verzichten können. Gießen Marc Steinmann * Nina Mindt: Martials ‘epigrammatischer Kanon’. München: C. H. Beck 2013. 318 S. (Zetemata. 146.) 78 €. Mindt’s monograph, a revised version of her 2011 Berlin Habilitationsschrift which still bears conspicuous traces of its origins,1 opens with a highly theoretical examination of the differing ancient and modern conceptions of the literary canon, the idea of the canon (and the related phenomenon of cultural memory) being integral to her overall strategy: a) to show how Martial used the established greats of Roman (but not Greek) literature in order to (re)position the epigrammatic genre in relation to notionally more exalted literary forms and in particular to raise the status and sociocultural importance of epigram, as specifically conceived by him, relative to these, b) to examine the intertextual dialogue which the epigrammatist sets up with such figures with the purpose of advancing his own poetological aims. Studying this latter manoeuvre involves the use of Transformationstheorie, ‘Reception’ being deemed an inadequate critical tool (24). Following a brief ‘overture’ on the so-called ‘book-cycle’ of Epigr. 14.183–96, the first half of chapter 1 addresses Cicero, whose appearance in so many different genres speaks for his canonical status in early imperial times (41–2). Eschewing direct quotation of the author, Martial offers us a picture of Cicero which follows closely the outlines established in the schools of rhetoric and exemplatradition (69). Fed creatively into various poems are the central elements of this tradition: Cicero the preeminent politician of the dying Republic (enemy of Catiline, victim of a murderous Antony), Cicero the execrable poet (cf. Epigr. 2.89.4, a conventional verdict in a novel frame, notes Mindt 50), Cicero the classic of ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 1 Most conspicuously in the remarkable number of errors which presumably featured in the original dissertation and have gone uncorrected in the published version (see below on this), as well as the superfluous practice of appending to discussions of individual epigrams footnotes citing the relevant pages of the standard commentaries on individual books of Martial. GNOMON 1/88/2016

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Abstract

As a critical journal for all classical studies, the GNOMON fosters the links between the distinct classical disciplines. It has thus an exceptional position among the classical review journals and allows familiarization with research and publications in neighbouring disciplines. The reviews address an international readership from all fields in classical studies. The GNOMON publishes reviews in German, English, French, Italian and Latin.

The GNOMON is published in eight issues a year.

Zusammenfassung

Der GNOMON pflegt als kritische Zeitschrift für die gesamte Altertumswissenschaft die Verbindung zwischen den verschiedenen Disziplinen der Altertumswissenschaft. Er nimmt dadurch eine Sonderstellung unter den Rezensionsorganen ein und bietet die Möglichkeit, sich über wichtige Forschungen und Publikationen auch in den Nachbarbereichen des eigenen Faches zu orientieren. Die Rezensionen im GNOMON wenden sich an ein internationales Publikum, das aus allen Teilgebieten der Altertumswissenschaft kommt. Die Publikationssprachen im GNOMON sind: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Lateinisch.

Der GNOMON erscheint acht Mal im Jahr.