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5. Einbeziehung der Erfolgsrechnung in Kapitalflussrechnungen in:

Louis Perridon, Manfred Steiner, Andreas W. Rathgeber

Finanzwirtschaft der Unternehmung, page 659 - 660

16. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3991-5, ISBN online: 978-3-8006-4900-6, https://doi.org/10.15358/9783800649006_659

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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III. Kapitalflussrechnung 647 schaften kann aufgrund des nach § 268 Abs. 2 HGB geforderten detaillierten Ausweises der Entwicklung des Anlagevermögens eine Zerlegung des Saldos der Anlagenbestände in die sie verursachenden Kontenumsätze, wie Zugänge, Abgänge, Zuschreibungen, Abschreibungen, Umbuchungen, erfolgen. Abgänge und Abschreibungen sind als Mittelherkunft, Zugänge und Zuschreibungen als Mittelverwendung zu betrachten. 5.  Einbeziehung der Erfolgsrechnung in Kapitalflussrechnungen Kapitalflussrechnungen können erweitert werden, indem der ausgewiesene Gewinn bzw. die Gewinnveränderung teilweise oder ganz durch Erträge und Aufwendungen der Gewinn- und Verlustrechnung ersetzt wird.30 Eine einfache Form stellt bereits der Ersatz der Gewinndifferenz durch Gewinnausschüttung (Mittelverwendung) und Bilanzgewinn (Mittelherkunft) dar, wie er im angeführten Beispiel zur Bewegungsbilanz vorgenommen wurde. Anstelle des Bilanzgewinns und der Position Rücklagenveränderung kann der Jahresüberschuss verwendet werden. Der Informationsgewinn, explizite Erfassung der Größe Jahresüberschuss, wird in diesem Fall durch einen Informationsverlust, Streichung des Ausweises der Rücklagenveränderung, kompensiert. Eine tiefer gehende Einbeziehung der Erfolgsrechnung ergibt sich, wenn der Bilanzgewinn durch den Betriebsgewinn und die neutralen Aufwendungen und Erträge ersetzt 30 Vgl. Käfer, Kapitalflussrechnungen, 1984, S. 94 ff. und S. 135 ff.; Käfer, Praxis der Kapitalflussrechnung, 1974, S.51 ff. Abb. E 26: Umsatzrechnungen ohne Einbeziehung von Erfolgskonten E. Finanzanalyse648 wird. Verwendet man den Rohertrag als Erfolgsgröße, so sind bereits nahezu alle Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung, mit Ausnahme der Materialaufwendungen, der Bestandsveränderungen und der aktivierten Eigenleistungen einzubeziehen. Auch ein vollständiger Ersatz des Gewinns durch die Aufwendungen und Erträge kann für bestimmte Analysezielsetzungen sinnvoll sein (vgl. Abbildung E 27). Aufwendungen aus der Gewinn- und Verlustrechnung stellen Mittelverwendung, Erträge dagegen Mittelherkunft dar. 6.  Fondsrechnung Unter einem Fonds wird die Zusammenfassung bestimmter Aktiv- und Passivkonten zu einer buchhalterischen Einheit verstanden.31 Diese Einheit wird dann in ihrer Gesamtheit durch Zu- und Abflüsse verändert. In einem Fonds sollen die Vermögensanteile (allgemeiner auch als Nutzenpotenziale bezeichnet) zusammengefasst werden, die einem bestimmten gemeinsamen Zweck dienen. Ihnen werden die Passiva (Restriktionen) gegenübergestellt, die dem Fonds zukünftig Mittel entziehen. Der Saldo aus den 31 Vgl. Käfer, Kapitalflussrechnungen, 1984, S. 41; Kosiol, Erfolgsrechnung, 1970, S. 158. Abb. E 27: Umsatzrechnungen mit Einbeziehung von Erfolgskonten

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Zusammenfassung

"...gehört zu den etablierten Standardwerken für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung." boerse.de-MAGAZIN

Dieses Lehrbuch und Nachschlagewerk ist das Standardwerk für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung nach deutschem Recht. Neben den wichtigen Methoden der klassischen Finanz- und Investitionstheorie werden auch neue Finanzinstrumente und Erkenntnisse im Bereich der Kapitalmärkte erläutert, sodass dem Leser ein fundierter Überblick über den aktuellsten Stand der Forschung ermöglicht wird.

Aus dem Inhalt

- Management der Vermögensstruktur - Investitionsrechnung und Disposition des Umlaufvermögens

- Wertpapiergeschäfte - Analyse von Aktien und Aktienindizes sowie Wertpapierprogrammentscheidungen und Risikomanagement mit Termingeschäften

- Alternativen der Kapitalaufbringung - Finanzierungsformen, Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik

- Finanzanalyse - Kennzahlenanalyse und Kapitalflussrechnung

- Finanzplanung - Kapitalbedarf- und Liquiditätsplanung, Plananpassung und Kontrolle

Die Autoren

Dr. Dr. h.c. Louis Perridon und Dr. Manfred Steiner waren bis zu ihrer Emeritierung Professoren für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Dr. Andreas Rathgeber ist Professor am Institut Materials Resource Management und am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg.