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2. Beständedifferenzenbilanz in:

Louis Perridon, Manfred Steiner, Andreas W. Rathgeber

Finanzwirtschaft der Unternehmung, page 652 - 654

16. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3991-5, ISBN online: 978-3-8006-4900-6, https://doi.org/10.15358/9783800649006_652

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
E. Finanzanalyse640 richten. Ferner kann die Rechnung retrospektiv, als Dokumentation vergangener Perioden, oder prospektiv, als Plan für zukünftige Perioden, aufgestellt werden.24 Prospektive Kapitalflussrechnungen werden bisher kaum veröffentlicht, obwohl sie vermutlich eine gute Entscheidungsgrundlage für die Kapitalanleger wären. Die Ausgestaltungsformen von Kapitalflussrechnungen differieren mit den Informationsbedürfnissen und -möglichkeiten der Adressaten. Kapitalflussrechnungen können prinzipiell erstellt werden 1. aus Bestandsdifferenzen (Aktiv- und Passivposten der Bilanz) oder aus Bewegungsgrößen (Umsätze auf Konten); 2. ohne Fondsbildung oder mit Fondsausgliederung. Ferner kann bei Rechnungen, die auf Bewegungsgrößen basieren, eine Beschränkung auf Umsätze der Bilanzkonten oder eine Einbeziehung der Gewinn- und Verlustrechnung und damit Gegenüberstellung der Umsätze auf Bilanz- und Erfolgskonten erfolgen. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten der Aufstellung von Zeitraumrechnungen sind in Abbildung E 20 wiedergegeben. 2. Beständedifferenzenbilanz Bei externer Analyse bildet die Beständedifferenzenbilanz die Grundlage für die Erstellung von Kapitalflussrechnungen. Sie wird durch Saldierung der Bestände zweier aufeinander folgender Zeitpunktbilanzen gewonnen (vgl. Abbildung E 21). Die sich ergebenden Differenzen bilden die Beständedifferenzenbilanz, wobei positive Beträge Bestandsmehrungen und negative Beträge Bestandsminderungen bedeuten. Auch bei der Beständedifferenzenbilanz muss sich auf beiden Bilanzseiten die gleiche Summe ergeben. Bereits die Beständedifferenzenbilanz lässt die wichtigsten Bilanzveränderungen, wie etwa im dargestellten Beispiel die erhebliche Verringerung der flüssigen Mittel (= Schecks, Kassenbestand, Bundesbank- und Postgiroguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten), deutlich erkennen. Die Gliederung entspricht derjenigen der Stichtagsbilanz. 24 Vgl. Busse von Colbe, Kapitalflussrechnung als Berichts- und Planungsinstrument, 1968. III. K ap italflu ssrech n u n g 641 Abb. E 20: Arten von Kapitalflussrechnungen (Die Zahlen verweisen auf die entsprechenden Abschnitte im Buch.) E. Finanzanalyse642 3. Veränderungsbilanz und Bewegungsbilanz Werden die negativen Werte durch Übertrag auf die jeweils andere Seite der Bilanzgleichung zum Ausgleich gebracht, so erhält man die Veränderungsbilanz. Für sie gilt damit folgende Form der Bilanzgleichung: Aktivzunahmen (A+) + Passivabnahmen (P–) = Passivzunahmen (P+) + Aktivabnahmen (A–) Die Veränderungsbilanz für das bei der Beständedifferenzenbilanz angegebene Beispiel hat die Form gemäß Abbildung E 22. Abb. E 21: Beispiel einer Beständedifferenzenbilanz

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Zusammenfassung

"...gehört zu den etablierten Standardwerken für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung." boerse.de-MAGAZIN

Dieses Lehrbuch und Nachschlagewerk ist das Standardwerk für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung nach deutschem Recht. Neben den wichtigen Methoden der klassischen Finanz- und Investitionstheorie werden auch neue Finanzinstrumente und Erkenntnisse im Bereich der Kapitalmärkte erläutert, sodass dem Leser ein fundierter Überblick über den aktuellsten Stand der Forschung ermöglicht wird.

Aus dem Inhalt

- Management der Vermögensstruktur - Investitionsrechnung und Disposition des Umlaufvermögens

- Wertpapiergeschäfte - Analyse von Aktien und Aktienindizes sowie Wertpapierprogrammentscheidungen und Risikomanagement mit Termingeschäften

- Alternativen der Kapitalaufbringung - Finanzierungsformen, Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik

- Finanzanalyse - Kennzahlenanalyse und Kapitalflussrechnung

- Finanzplanung - Kapitalbedarf- und Liquiditätsplanung, Plananpassung und Kontrolle

Die Autoren

Dr. Dr. h.c. Louis Perridon und Dr. Manfred Steiner waren bis zu ihrer Emeritierung Professoren für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Dr. Andreas Rathgeber ist Professor am Institut Materials Resource Management und am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg.