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4. Stromgrößenorientierte Kennzahlen in:

Louis Perridon, Manfred Steiner, Andreas W. Rathgeber

Finanzwirtschaft der Unternehmung, page 619 - 636

16. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3991-5, ISBN online: 978-3-8006-4900-6, https://doi.org/10.15358/9783800649006_619

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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I. Kennzahlenanalyse 607 4. Stromgrößenorientierte Kennzahlen Die bestandsorientierten Kennzahlen beschränken sich auf die Analyse der Bilanz und vernachlässigen die Gewinn- und Verlustrechnung als wichtige zusätzliche Informationsquelle. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung lassen sich jedoch zum Teil die erwähnten regelmäßig auftretenden Zahlungsverpflichtungen, wie z. B. Lohn- und Gehaltszahlungen, die aus der Bilanz nicht ersichtlich sind, erkennen. Neben dieser Bedeutung für die Liquiditätsbeurteilung ist die Auswertung der Gewinn- und Verlustrechnung für die Erfolgsanalyse unerlässlich. Außer aus den Aufwendungen und Erträgen der Gewinn- und Verlustrechnung, die Stromgrößen darstellen, können auch aus periodisch aufeinander folgenden Bilanzen durch die Bildung von Bestandsdifferenzen stromgrößenorientierte Kennzahlen gebildet werden. Der informationelle Mindest-Input ist hierbei höher als bei den bestandsorientierten Kennzahlen, da wenigstens zwei Bilanzen zur Verfügung stehen müssen. Anstelle von Beständen sollen die innerhalb eines Zeitraums aufgetretenen Bewegungen (Flows) erfasst werden. Stromgrößenorientierte Verhältniszahlen enthalten meist neben Strom- auch Bestandsgrößen. a) Erfolgskennzahlen aa) Absolute Erfolgskennzahlen Zu den absoluten Erfolgskennzahlen gehören Bilanzgewinn, Jahresüberschuss, geschätzter Steuerbilanzgewinn und Cashflow. Bilanzgewinn Bei Kapitalgesellschaften unterscheidet sich der Bilanzgewinn vom Jahresüberschuss wie folgt: Jahresüberschuss (bzw. Jahresfehlbetrag) + Gewinnvortrag (./. Verlustvortrag) aus dem Vorjahr + Entnahmen aus Kapital- und Gewinnrücklagen ./. Einstellungen aus dem Jahresüberschuss in Gewinnrücklagen (gesetzliche Rücklage, Rücklage für eigene Anteile, satzungsmäßige Rücklage, andere Gewinnrücklagen) = Bilanzgewinn (bzw. Bilanzverlust) Der Bilanzgewinn kann also durch Zuführung zu bzw. Entnahme aus den Rücklagen verringert bzw. erhöht werden und ist daher keine geeignete Maßzahl für den Erfolg einer Unternehmung in einer bestimmten Periode. Bei der Feststellung des Jahresabschlusses einer Aktiengesellschaft durch Vorstand und Aufsichtsrat können diese neben der vorgeschriebenen Zuführung zu der gesetzlichen Rücklage bis zu 50 % des Jahres- überschusses – sofern die Satzung nicht einen höheren Satz zulässt – in die anderen Gewinnrücklagen einstellen (§ 58 Abs. 2 AktG). Über den verbleibenden Rest hat die Hauptversammlung zu befinden, die weitere Teile in die Gewinnrücklagen einstellen oder als Gewinn vortragen kann. Bei Publikumsgesellschaften ist der Bilanzgewinn jedoch meist der Betrag, den Vorstand und Aufsichtsrat bereit sind auszuschütten und von dem nur noch selten Zuführungen zu den offenen Rücklagen durch die Haupt- E. Finanzanalyse608 versammlung erfolgen. Der Bilanzgewinn bei Aktiengesellschaften ist also weniger ein Maßstab für den Periodenerfolg als vielmehr bei Gegenüberstellung mit dem Jahresüberschuss und im Zeitvergleich ein Hinweis auf die Ausschüttungs- und (offene) Selbstfinanzierungspolitik der Unternehmung. Jahresüberschuss Der Jahresüberschuss gibt den Periodenerfolg einer Aktiengesellschaft besser wieder als der Bilanzgewinn. Um qualitative Aussagen treffen zu können, ist jedoch eine Analyse der Erfolgskomponenten erforderlich.3 Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Trennung in betriebsbedingte und betriebsfremde sowie in regelmäßig auftretende und einmalige Erfolgskomponenten. Die erste Differenzierung lässt erkennen, inwieweit das ausgewiesene Ergebnis aus der Betriebstätigkeit stammt. Sie ist für einen erfolgsbezogenen Betriebs- und Branchenvergleich zweckmäßig. Demgegenüber stellt die zweite Differenzierung auf die Nachhaltigkeit des Erfolgs ab. Sie ist für die Prognose der zukünftigen Ertragskraft einer Unternehmung erforderlich. Eine exakte Aufteilung der Aufwands- und Ertragsposition auf die vier angeführten Erfolgskategorien ist bei externer Analyse nicht möglich, es kann nur unter Hinzuziehung der Erläuterungen des Geschäftsberichts eine grobe Abschätzung erfolgen. Als regelmäßig auftretendes betriebsbedingtes Ergebnis ist der Rohertrag abzüglich der Personalaufwendungen und der Abschreibungen auf Sachanlagen anzusehen. Davon sind noch teilweise die sonstigen Aufwendungen und sonstigen Steuern in einem aus der Gewinn- und Verlustrechnung jedoch nicht ersichtlichen Umfang abzusetzen. Bei einer Gewinn- und Verlustrechnung auf Basis des Gesamtkostenverfahrens (§275 Abs.2 HGB) ergibt sich: Umsatzerlöse + Bestandserhöhungen (./. Bestandsminderungen) + andere aktivierte Eigenleistungen = Gesamtleistung ./. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sowie für bezogene Leistungen = Rohertrag ./. Löhne und Gehälter ./. soziale Abgaben ./. Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung ./. Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte (./. sonstige Aufwendungen) (./. sonstige Steuern) = ordentliches betriebsbedingtes Ergebnis (Betriebsergebnis) Für die Abschätzung des nachhaltigen Ergebnisses ist dem noch das ordentliche betriebsfremde Ergebnis hinzuzurechnen: 3 Vgl. ausführlich Steiner, Jaschke, Analyse des Jahresabschlusses, 1988; Lachnit, Erfolgsanalyse, 1987; Baetge, Fischer, Erfolgsanalyse, 1988. I. Kennzahlenanalyse 609 Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- und Teilgewinnabführungsverträgen + Erträge aus Beteiligungen + Erträge aus anderen Finanzanlagen + sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (+ sonstige Erträge abzüglich der außerordentlichen) ./. Abschreibungen auf Finanzanlagen ./. Zinsen und ähnliche Aufwendungen ./. Lastenausgleichsvermögensabgabe ./. Aufwendungen aus Verlustübernahme (./. sonstige Aufwendungen und sonstige Steuern, soweit nicht beim betriebsbedingten Ergebnis abgesetzt) = ordentliches betriebsfremdes Ergebnis (Finanzergebnis) Außerordentliche Erträge und Aufwendungen müssen bei der Prognose des zukünftigen Ertrags außer Ansatz bleiben. Der Jahresüberschuss setzt sich also bei dieser etwas vereinfachten Dreiteilung aus dem Betriebsergebnis, dem Finanzergebnis und dem außerordentlichen Ergebnis zusammen (vgl. Abbildung E 5). Letzteres ist auf Bewertungsmaßnahmen oder Veräußerung von Teilen des Anlagevermögens zurückzuführen. Ein schlechtes reguläres Ergebnis kann durch das leichter manipulierbare außerordentliche Ergebnis verdeckt werden, weshalb die Aufspaltung des Erfolgs nach den erwähnten Gesichtspunkten erforderlich ist. Bei Zeitreihenanalysen ist zu beachten, dass das HGB die außerordentlichen Aufwendungen und Erträge anders definiert als noch das AktG 1965. Zum außerordentlichen Ergebnis nach HGB zählen ausschließlich die außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens angefallenen Aufwendungen und Erträge. So werden z.B. Erträge und Aufwendungen aus Abgängen von Anlagegütern, Zuschreibungen, Auflösungen von Rückstellungen und Sonderposten mit Rücklageanteil als betriebsbedingte Aufwendungen bzw. Erträge zum Betriebsergebnis gerechnet.4 Diese Erfolgskomponenten lassen sich zum Jahresüberschuss ins Verhältnis setzen und geben so Auskunft über die Ergebnisstruktur, etwa Zur Analyse der Erfolgskomponenten des Jahresüberschusses gehören auch Kennzahlen der Aufwands- und Ertragsstruktur. Sie werden durch Inbeziehungsetzung von Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung zum Umsatz oder zur Gesamtleistung gebildet, so z. B.: Abschreibungen auf Sachanlagen Anlagenintensität = 100% Gesamtleistung u 4 Vgl. Steiner, Jaschke, Analyse des Jahresabschlusses, 1988. E. Finanzanalyse610 Bei interner Analyse ist eine sparten- und produktionsbezogene Aufgliederung des Ergebnisses möglich. Die Qualität des Jahresüberschusses als Erfolgsmaßstab wird durch die im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zulässige Legung/Auflösung von stillen Reserven beeinträchtigt. Der Erfolg wird kleiner bzw. größer ausgewiesen als er tatsächlich ist. Aus dem Jahresabschluss ist nur schwer zu bestimmen, in welchem Umfang sich die stillen Reserven verändert haben. Die nachfolgend aufgeführten Erfolgskenngrößen geschätzter Steuerbilanzgewinn und Cashflow stellen Versuche dar, diesem Problem auf unterschiedliche Weise gerecht zu werden. Geschätzter Steuerbilanzgewinn Eine Methode, um zu erkennen, in welchem Umfang der Jahresüberschuss durch die Legung stiller Reserven beeinflusst wurde (Analoges gilt für die Auflösung stiller Reserven), ist die Schätzung des Steuerbilanzgewinns aus dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Steueraufwand. Es wird davon ausgegangen, dass das Steuerrecht in geringerem Umfang die Bildung stiller Reserven zulässt als das Handelsrecht. 5 Vgl. Coenenberg, Haller, Schultze, Jahresabschluss, 2009. Abb. E 5: Aufspaltung der Kennzahl Jahresüberschuss5 I. Kennzahlenanalyse 611 Ausgangspunkt sind die in der GuV separat ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (§275 Abs. 2 Nr. 18 oder Abs. 3 Nr.17 HGB). Dieser Posten ist zur Ermittlung des effektiven gewinnabhängigen Steueraufwandes ggf. um den Erfolg aus der Steuerabgrenzung gem. § 274 HGB zu korrigieren, der sich aufgrund des gesonderten Ausweises des Bilanzpostens für latente Steuern errechnen lässt. Neben den steuerfreien Rücklagen sind die in erster Linie wirtschaftspolitisch begründeten steuerlichen Sonderabschreibungen und erhöhten Absetzungen im Sonderposten mit Rücklageanteil bzw. im Anhang erkennbar. Dadurch lassen sich diejenigen stillen Reserven, die aufgrund steuerlicher Vorschriften über die umgekehrte Maßgeblichkeit in der Handelsbilanz entstanden sind, feststellen. Die Steuerbilanzgewinnschätzung im Rahmen externer Jahresabschlussanalyse empfiehlt sich speziell für körperschaftsteuerpflichtige Kapitalgesellschaften, bei denen eine konstante Relation zwischen dem Gewinn und der Höhe der gewinnabhängigen Steuern vorliegt, während dagegen für Einzelkaufleute und für Gesellschafter von Personengesellschaften der progressive Einkommensteuertarif gilt. Die Höhe dieses Steuersatzes hängt von den individuellen Einkommensteuerverhältnissen der Steuerpflichtigen ab. Eine Schätzung ist bei Personengesellschaften meist auch nicht erforderlich, da sich potenzielle Kreditgeber oder zukünftige Miteigentümer i. d. R. die Steuerbilanz zusätzlich zur Handelsbilanz vorlegen lassen. Bei entsprechend starker Stellung trifft dies auch für einen potenziellen GmbH-Gesellschafter zu. Die im handelsrechtlichen Jahresabschluss angelegten stillen Reserven können dann wie folgt ermittelt werden: geschätzter Steuerbilanzgewinn ./. gewinnabhängige Steuern ./. Jahresüberschuss = stille Reserven, die im relevanten Geschäftsjahr in der Handelsbilanz gebildet wurden. Über die Steuerbilanzgewinnschätzung werden diejenigen stillen Reserven nicht erfasst, die sowohl in der Handelsbilanz als auch in der Steuerbilanz gelegt wurden. Außerdem wird die Qualität der Schätzung u.a. dadurch beeinträchtigt, dass Steuernachzahlungen im Steueraufwand enthalten sein können und damit auf einen viel zu hohen Steuerbilanzgewinn geschlossen wird. Ferner können auf zu viel geleistete Vorauszahlungen im nächsten Jahr Rückerstattungen erfolgen. Schließlich ist zu berücksichtigen, dass die auf die Periode entfallende Steuerschuld nicht nur vom Jahresergebnis und seiner Ausschüttung, sondern auch von der Zusammensetzung des für die Ausschüttung verwendeten Eigenkapitals und von den sich daraus ergebenden Erhöhungs- und Minderungsbeträgen abhängt. Insgesamt gesehen ist daher der geschätzte Steuerbilanzgewinn als Indikator für den Erfolg nur bedingt geeignet. Das gilt insbesondere dann, wenn sich die Analyse auf eine einzige Periode stützt. Eine sicherere Aussage hinsichtlich der durchschnittlichen Ertragskraft lässt sich über längere Beobachtungszeiträume ableiten, wodurch allerdings zugleich der konzeptionelle Vorteil des geschätzten Steuerbilanzgewinns verlorengeht, weil sich die Bildung und Auflösung stiller Reserven über längere Zeiträume ausgleicht. Zur Unterstützung der Interpretation (kurzfristiger) Gewinnschätzungen findet die Kennzahl E. Finanzanalyse612 Verwendung. Sie lässt im Zeitvergleich eventuell vorhandene Disproportionen bei den Steuerzahlungen, wie sie z. B. durch Steuernachzahlungen hervorgerufen wurden, durch eine starke Änderung des prozentualen Wertes erkennen. Cashflow Die Kennzahl Cashflow6 ist in der Literatur zur Finanz- und Bilanzanalyse in unterschiedlichen Fassungen anzutreffen. Darüber hinaus wird der Begriff auch für Umsatz- überschussrechnungen verwendet, die unter dem Oberbegriff der Kapitalflussrechnungen subsumiert werden können. Als Kennzahl wird der Cashflow, insbesondere bei externer Analyse, meist auf indirektem Weg ermittelt. Am häufigsten wird folgendes Berechnungsschema verwendet (alle Werte bezogen auf eine einheitliche Rechenperiode): Bilanzgewinn (bzw. Bilanzverlust) + Zuführung zu den Rücklagen (./. Auflösung von Rücklagen) ./. Gewinnvortrag aus der Vorperiode (+ Verlustvortrag aus der Vorperiode) = Jahresüberschuss + Abschreibungen (./. Zuschreibungen) + Erhöhung der langfristigen Rückstellungen (./. Verminderung der langfristigen Rückstellungen) = Cashfow Der Cashflow kann jedoch auch auf direktem Wege bestimmt werden: Betriebseinnahmen (zahlungswirksame Erträge) ./. Betriebsausgaben (zahlungswirksame Aufwendungen) = Cashflow In dieser Form wird er seiner wörtlichen Bedeutung als Einzahlungsüberschuss gerechter. Die direkte Ermittlung wird vor allem bei intern erstellten liquiditätsbezogenen Kapitalflussrechnungen verwendet. Eine exakte Berechnung in direkter Form ist bei externer Analyse i. d. R. nicht möglich. Die Kennzahl Cashflow in ihrer indirekten Ermittlungsform wird im Wesentlichen in zwei unterschiedlichen Interpretationen angewendet: 1. als erfolgswirtschaftlicher Überschuss zur Bestimmung der gegenwärtigen und zukünftigen tatsächlichen Ertragskraft der Unternehmung und damit aufwands- und ertragsorientiert; 2. als finanzwirtschaftlicher Überschuss. zur Bestimmung der Innenfinanzierungskraft für Investitionen, Schuldentilgung und Aufrechterhaltung der Liquidität und damit zahlungsstromorientiert (Ebene von Auszahlungen und Einzahlungen bzw. Ausgaben und Einnahmen). Entsprechend diesen zwei unterschiedlichen Auslegungen und Anwendungen des Cashflow gibt es eine Reihe von Modifikationen der Kennzahl. 6 Vgl. ausführlich Coenenberg, Günther, Cash-Flow, 1993, Sp.301 ff. I. Kennzahlenanalyse 613 ad 1. Cashflow als erfolgswirtschaftlicher Überschuss Wie bereits ausgeführt wurde hängt die Höhe des Jahresüberschusses von der jeweiligen Ausnutzung der gesetzlich zulässigen Bewertungsspielräume ab und ist daher für die Beurteilung des tatsächlichen Periodenerfolgs einer Unternehmung nur bedingt geeignet. Der Cashflow bezieht demgegenüber die Aufwandspositionen, die aus Bewertungsmaßnahmen herrühren und denen keine periodengleichen Auszahlungen gegenüberstehen, mit ein. Während der Jahresüberschuss durch eine Erhöhung der Abschreibungen und Rückstellungen vermindert wird, bleibt der Cashflow in seiner Höhe unverändert, da es sich nur um eine Umverteilung innerhalb der Komponenten des Cashflow handelt. Daher ist der Cashflow durch bilanzpolitische Maßnahmen in erheblich geringerem Umfang manipulierbar als der Jahresüberschuss oder der Bilanzgewinn. Bei einer Analyse, die mehrere Perioden umfasst, ist er ein relativ guter retrospektiver Indikator des Unternehmenserfolgs. Der Cashflow darf allerdings nicht als „tatsächlicher“ Gewinn des Unternehmens interpretiert werden, wie es vielfach fälschlich geschieht. Abschreibungen und Rückstellungen stellen echten Aufwand dar und nur die Differenz zwischen überhöhtem und dem nach kaufmännischer Voraussicht erforderlichen Wertansatz ist als zusätzlicher Gewinn anzusehen. Diese Trennung ist dem unternehmensexternen Analytiker jedoch nicht möglich. Beeinträchtigt wird die Qualität des Cashflow als Erfolgsindikator dadurch, dass er nicht alle bewertungsabhängigen Erfolgskomponenten enthält. So werden z. B. Bewertungsmanipulationen im Bereich der Vorräte nicht aufgedeckt. Darüber hinaus darf der Cashflow bei Betriebsvergleichen nicht schematisch angewandt werden. Betriebe, die sehr viel Anlagevermögen besitzen, weisen höhere Abschreibungen auf als solche mit niedrigerem Anlagevermögen und damit bei sonst gleichen Voraussetzungen  einen  höheren Cashflow. Ferner ist der Cashflow eines Betriebes geringer, wenn er seine Anlagen gemietet hat und damit keine Abschreibungen verrechnen kann. Modifikationen des Cashflow in erfolgswirtschaftlicher Interpretation sind der betriebsbedingte Cashflow und der Brutto-Cashflow: Cashflow + Steuern vom Einkommen, vom Ertrag und vom Vermögen = Brutto-Cashflow (Cashflow vor Steuern) Cashflow + neutrale (= betriebsfremde) Aufwendungen ./. neutrale (= betriebsfremde) Erträge = betriebsbedingter Cashflow Cashflow + aperiodische und außergewöhnliche Aufwendungen ./. aperiodische und außergewöhnliche Erträge = ordentlicher bzw. nachhaltiger Cashflow Der betriebsbedingte Cashflow soll zeigen, welcher Teil des Erfolgs auf die eigentliche Betriebstätigkeit zurückzuführen ist. Er kann auch ausgehend vom ordentlichen Betriebsergebnis durch Addition der Abschreibungen auf Sachanlagen und der lang- E. Finanzanalyse614 fristigen Rückstellungen ermittelt werden. Der Brutto-Cashflow ist bei Vergleich von Betrieben mit unterschiedlicher Besteuerung, also insbesondere bei internationalen Vergleichen, heranzuziehen. Neben der Vergangenheitsbetrachtung kommt der Cashflow auch als prospektiver Erfolgsmaßstab zur Anwendung. Aus der Tendenz des Cashflow in den abgelaufenen Perioden wird auf den voraussichtlichen Erfolg in den nächsten Perioden geschlossen. Es handelt sich hierbei um eine reine Extrapolation, bei der kausale Zusammenhänge keine Berücksichtigung finden. So hängt der zukünftige Cashflow von der Auftragslage, der Qualität des Managements, der allgemeinen Konjunkturlage, den branchenspezifischen Wachstumserwartungen und anderen Faktoren ab, die außer Ansatz bleiben, wenn eine schematische Trendverlängerung erfolgt. Die Abschätzung des zu erwartenden Cashflow sollte daher die vorstehend erwähnten Einflussgrößen – soweit dies möglich ist – mit einbeziehen. Aber auch dann darf der Cashflow nur als Tendenzindikator des zukünftigen Unternehmenserfolgs gesehen werden. Aus einer positiven oder negativen Veränderung des Cashflow bei Aktiengesellschaften kann geschlossen werden, dass der Gewinn mit einem gewissen Time Lag dieser Bewegung folgt, was allerdings nicht zwingend eintreten muss. ad 2. Cashflow als finanzwirtschaftlicher Überschuss Bei dieser Interpretation wird unterstellt, dass der Cashflow in liquider Form zur Verfügung steht bzw. in der abgelaufenen Periode zumindest vorhanden war und damit den Innenfinanzierungsspielraum der Unternehmung umreißt. Weiter wird angenommen, dass die durch den Cashflow aufgezeigten Innenfinanzierungsmittel von der Unternehmung zur Tätigung neuer Investitionen oder zur Einlösung fälliger Verbindlichkeiten und damit zur Aufrechterhaltung der Liquidität verwendet werden können. Damit dies tatsächlich der Fall ist, müssten folgende Bedingungen erfüllt sein: 1. Kein Auseinanderfallen von Einzahlungen und Erträgen Es dürfen keine Zielverkäufe, Anzahlungen von Kunden, Aufstockungen oder Verringerungen der Läger erfolgt sein. Liegen z. B. Zielverkäufe vor, so ist der Einzahlungsüberschuss geringer als der Cashflow, d. h., der Cashflow weist ein höheres Innenfinanzierungspotenzial aus, als tatsächlich existiert. 2. Kein Auseinanderfallen von Auszahlungen und Aufwand Es dürfen keine Einkäufe auf Ziel, Anzahlungen an Lieferanten usw. vorliegen. Wurden z.B. Anzahlungen bei Lieferanten getätigt, so ist der Einnahmenüberschuss wiederum geringer als der Cashflow. 3. Gewinn, Abschreibungen und Zuführungen zu den Rückstellungen dürfen zu keinen unmittelbaren Folgezahlungen führen Müssen Dividendenzahlungen, Ersatzinvestitionen und Pensionszahlungen vorgenommen werden, so ist über den Cashflow in dieser Höhe bereits disponiert und er steht der Unternehmung nicht für Neuinvestitionen und Schuldentilgung zur Verfügung. Diese Bedingungen sind in der Praxis nie alle erfüllt, so dass gelegentlich die Auffassung vertreten wird, der Cashflow sei zur Beurteilung des Innenfinanzierungsspielraums völlig ungeeignet. Sicherlich ist bei interner Analyse eine Finanzrechnung auf der Basis von Einnahmen und Ausgaben bzw. Einzahlungen und Auszahlungen I. Kennzahlenanalyse 615 wesentlich besser geeignet, diesen Spielraum zu ermitteln. Für eine externe Analyse kann diese jedoch nicht aufgestellt werden, da die entsprechenden Daten häufig fehlen. Der Cashflow ist dann immer noch von höherem Informationswert bezüglich des möglichen finanzwirtschaftlichen Einzahlungsüberschusses, soweit er entsprechend kritisch beurteilt wird, als ein völliger Verzicht auf seine Ermittlung und Interpretation. Bei mittleren und kleineren Betrieben, die keine Finanzrechnung erstellen, kann der Cashflow auch intern einen groben Orientierungsmaßstab für den Innenfinanzierungsspielraum abgeben. Die Fehlberechnung des Cashflow bei Nichterfüllung der Bedingungen (a) und (b) macht sich vielfach dadurch nicht gravierend bemerkbar, dass eine Kompensation durch Zahlungen, die erfolgsmäßig zur Vorperiode gehören, erfolgt. So kann etwa bei Zielverkäufen angenommen werden, dass das Einzahlungsminus durch Einzahlungen aus Zielverkäufen der vorangegangenen Periode ausgeglichen wird. Das trifft allerdings nur dann annähernd zu, wenn keine allzu großen Umsatzschwankungen vorliegen. Soweit die Bedingung (c) nicht erfüllt ist, sind die entsprechenden Auszahlungen als Cash-Flow-Verwendung anzusehen, und wenn die Auszahlungshöhe bekannt ist, in einer Verwendungsrechnung vom Cashflow abzusetzen. Regelmäßig trifft dies auf die vorgesehene Gewinnausschüttung zu, so dass nur der einbehaltene Gewinn (Rücklagen, Gewinnvortrag) zur Disposition steht. Bei Ex-post-Betrachtung kann nur ermittelt werden, welchen Innenfinanzierungsspielraum das Unternehmen in der vergangenen Periode hatte. Die Mittel sind in aller Regel dann bereits disponiert und sind für die neue Periode nicht mehr in liquider Form vorhanden. Soll dagegen bestimmt werden, welche Finanzmittel der Unternehmung im Rahmen der Innenfinanzierung in der kommenden Periode zur Verfügung stehen, so handelt es sich um eine Ex-ante-Betrachtung, die auf einem prognostizierten Cashflow beruht. Die Prognose ist mit den gleichen Unsicherheiten behaftet, die beim Cashflow als prospektivem Erfolgsmaßstab bereits erwähnt wurden. Bei Ex-ante-Betrachtung kann davon ausgegangen werden, dass auch Teile des auszuschüttenden Bilanzgewinns zumindest kurzfristig zu Finanzierungszwecken zur Verfügung stehen, da der Gewinn bei Kapitalgesellschaften erst etwa fünf Monate nach Geschäftsjahresschluss ausgeschüttet wird und der Gewinn der neuen Periode bereits innerhalb des Jahres aufläuft. Zur Bestimmung des Finanzierungspotenzials nach der Zeitdauer der Verfügbarkeit kann der Cashflow folgendermaßen zerlegt werden: Gewinnvortrag + Rücklagenzuführung + Abschreibungen + Erhöhung der langfristigen Rückstellungen = Cashflow, der langfristig (d. h. mindestens ein Jahr) zur Verfügung steht Erhöhung der kurz- und mittelfristigen Rückstellungen + Ertragsteuer + Dividendenbetrag + passive Rechnungsabgrenzung = Teile des Cashflow, die kurzfristig zur Verfügung stehen (bei interner Analyse gegebenenfalls mit Angabe der Fristigkeit) E. Finanzanalyse616 Wichtige Kennzahlen mit dem Cashflow in finanzwirtschaftlicher Interpretation sind: Die erste Kennzahl gibt wieder, inwieweit eine Unternehmung ihre Neuinvestitionen aus Mitteln der Innenfinanzierung bestreiten kann (Nettoinvestitionen = Zugänge ./. Abgänge des Anlagevermögens). Je höher der prozentuale Wert ist, umso weniger ist die Unternehmung auf Mittel von außen angewiesen und damit finanziell unabhängig.  Die  zweite Kennzahl, in der Literatur häufig unter der Bezeichnung dynamischer Verschuldungsgrad zu finden, stellt ein Maß für die Verschuldungsfähigkeit eines Unternehmens dar. (Effektivverschuldung = gesamte Verbindlichkeiten  ./. monetäres Umlaufvermögen). Aus ihr lässt sich erkennen, wie viele Jahre es dauern würde, bis die Unternehmung ihre Schulden aus selbst erwirtschafteten Mitteln getilgt hätte. In Darlehensverträgen, so z. B. bei Schuldscheindarlehen, wird mitunter die Verschuldung des Kreditnehmers auf einen bestimmten Wert dieser Kennzahl begrenzt. Um die Mängel zu beseitigen, die dem Cashflow als finanzwirtschaftlichem Überschuss anhaften, wurden in der Literatur unterschiedliche Konzeptionen entwickelt, so z. B. das Konzept der betrieblichen Nettoeinnahmen und der totale Cashflow.7 Alle diese Konzeptionen zielen darauf ab, aus dem Cashflow die nicht finanzwirksamen Teile, die sog. rechnungstechnischen Posten, zu eliminieren. Bei externer Analyse kann dies jedoch nur näherungsweise erfolgen: Cashflow (indirekt ermittelt) ./. Erhöhung (+ Verminderung) der Vorräte ./. aktivierte Eigenleistungen ./. Zahlungen von in Vorjahren zurückgestellten Beträgen + Erhöhung (./. Verminderung) der erhaltenen Anzahlungen + Verminderung (./. Erhöhung) der eigenen Anzahlungen auf Waren = betriebliche Nettoeinnahmen Die Kennziffer der betrieblichen Nettoeinnahmen stellt, wie aus der Bezeichnung hervorgeht, auf die Ebene der Einnahmen und Ausgaben ab und ermittelt den Einnahmen- überschuss einer Periode. Für die Wahrung der Liquidität sind jedoch Einzahlungen und Auszahlungen bestimmend, so dass auch die Kennzahl betriebliche Nettoeinnahmen nicht allen Analysezielsetzungen, die mit einem finanzwirtschaftlichen Cashflow verfolgt werden, gerecht werden kann. Betriebliche Nettoeinnahmen liegen auch dann vor, wenn sämtliche Umsätze auf Ziel getätigt wurden und keinerlei Einzahlungen erfolgt sind. Um dies auszuschalten, sind alle Bestandsveränderungen zu berücksichtigen, die Zahlungswirkungen hervorrufen. Nachfolgend ist ein prinzipielles Berechnungsschema zur Ermittlung des finanzwirtschaftlichen Cashflow in direkter und indirekter Form 7 Vgl. Busse von Colbe, Aufbau und Informationsgehalt von Kapitalflussrechnungen, 1966, S. 88 ff.; Neubert, Working Capital, 1972; Neubert, Cash-flow-System, 1974. I. Kennzahlenanalyse 617 angegeben. Im praktischen Analysefall muss jeweils bestimmt werden, welche Aufwendungen und Erträge finanzwirksam waren, d. h. zu Auszahlungen und Einzahlungen geführt haben. Bei externer Analyse wird dies vielfach nicht zweifelsfrei möglich sein. Direkte Ermittlung finanzwirksame Erträge ./. finanzwirksame Aufwendungen ./. Mehrung (+ Minderung) kurzfristiger Aktiva (Vorräte, Forderungen usw., jedoch ohne Geldfonds, d. h. Kasse, Bank) ./. Minderung (+ Mehrung) kurzfristiger Passiva = finanzwirtschaftlicher Cashflow Indirekte Ermittlung Jahresüberschuss + finanzunwirksame Aufwendungen ./. finanzunwirksame Erträge + Bestandsveränderungen mit Einzahlungswirkung ./. Bestandsveränderungen mit Auszahlungswirkung = finanzwirtschaftlicher Cashflow Der ertragswirtschaftliche Cashflow, wie er sich bei üblicher indirekter Ermittlung allein aus Jahresüberschuss, Abschreibungen und langfristigen Rückstellungen ergibt, ist für finanzwirtschaftliche Aussagen ungeeignet und kann zu erheblichen Fehlbeurteilungen führen. Daher ist für diesen Fall auf den finanzwirtschaftlichen Cashflow, soweit bestimmbar, zurückzugreifen. bb) Relative Erfolgskennzahlen Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens sind die absoluten Erfolgskennzahlen nur bedingt geeignet, da keine Beziehung zum Mitteleinsatz hergestellt wird, wie dies bei Verhältniszahlen möglich ist. Auch beim Betriebsvergleich ist wegen unterschiedlicher Betriebsgrößen relativen Erfolgskennzahlen der Vorzug zu geben. Die Messung der Wirtschaftlichkeit des Kapitaleinsatzes erfolgt durch Rentabilitätskennzahlen. Rentabilitätskennzahlen Rentabilitätskennzahlen können mit allen im vorausgegangenen Abschnitt erläuterten Erfolgsmaßstäben gebildet werden. Je nachdem, was als eingesetztes Kapital herangezogen wird, unterscheidet man zwischen Eigenkapital- und Gesamtkapitalrentabilität. Eigenkapitalrentabilität: E. Finanzanalyse618 Bei der Berechnung der Rentabilitätskennziffern kann der Gewinn bzw. Jahresüberschuss entweder vor oder nach Steuern herangezogen werden. Sollen körperschaftsteuerpflichtige Kapitalgesellschaften mit Personengesellschaften verglichen werden, so ist jeweils der Gewinn vor Steuerabzug heranzuziehen, um zu vergleichbaren Rentabilitätsaussagen zu gelangen. Gesamtkapitalrentabilität: Bei der Gesamtkapitalrentabilität sind zum Erfolg jeweils noch die Fremdkapitalzinsen im Zähler zu erfassen, denn auch diese sind durch das investierte Kapital erwirtschaftet worden, und ein Vergleich zwischen Unternehmen mit unterschiedlichem Eigen-/ Fremdkapitalanteil wäre sonst nicht sinnvoll. Für die Kapitalgrößen im Nenner sollten, soweit ermittelbar, Durchschnittsgrößen verwendet werden, um etwaigen Änderungen des Kapitalbestandes über die Betrachtungsperiode Rechnung zu tragen. Vereinfachend wird hierfür häufig der Durchschnittswert des Kapitals zu Beginn und Ende der analysierten Periode gebildet (vgl. auch Abschnitt B I). Das Verhältnis von Eigenkapitalrendite zu Gesamtkapitalrendite wird auch als Leverage-Faktor bezeichnet: Diese Kennziffer lässt im Zeitvergleich erkennen, ob eine Veränderung der Eigenkapitalrendite auf rein finanzwirtschaftliche Faktoren und Maßnahmen zurückzuführen ist, insbesondere auf eine Veränderung der Relation von Eigen- und Fremdkapital. Bei interner Analyse kann die Rentabilität auch auf das betriebsnotwendige Vermögen oder das betriebsbedingte Kapital bezogen werden. Dies ist insbesondere zweckmäßig, wenn eine Ursachenforschung über Abweichungen der Unternehmensrentabilität vom Branchendurchschnitt oder von vergleichbaren Betrieben erfolgen soll. Nicht betriebsnotwendige Vermögensteile, wie Wertpapiere des Anlage- und Umlaufvermögens, oder Vermögensteile, die nicht zur Renditeerzielung beitragen, wie stillgelegte Anlagen, sind dabei auszusondern. Return on Investment (RoI) Die Rentabilität des Kapitaleinsatzes wird aus der anglo-amerikanischen Literatur kommend auch über den Return on Investment (RoI) gemessen. Dieser erfasst den Gewinn/Jahresüberschuss/Cashflow pro Einheit investierten Kapitals. So kann sich die Rentabilitätsmessung auf die ganze Unternehmung, aber auch auf Teilbetriebe, Abteilungen, Produktbereiche, Produkte oder bestimmte (Investitions-)Projekte beziehen (vgl. auch Abschnitt A II 2 c). I. Kennzahlenanalyse 619 Bei der Berechnung des investierten Kapitals werden sowohl Brutto- (Anschaffungskosten) als auch Nettoanlagewerte (Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen) verwendet. Für die Ermittlung der Rendite der gesamten Unternehmung sind Nettoanlagewerte anzusetzen, während intern für den RoI von Unternehmensbereichen und Abteilungen, insbesondere wenn der RoI zur Personalbeurteilung herangezogen wird, Bruttoanlagewerte vorteilhafter sind. Würde man im letzteren Fall Nettowerte verwenden, so sind Abteilungen, die mit bereits voll abgeschriebenen Anlagen produzieren, im Vergleich zu Abteilungen, die mit neuen Maschinen arbeiten, im Vorteil, da sie wegen des minimalen Kapitaleinsatzes einen ungerechtfertigt hohen RoI aufweisen. Neben der Verteilung des investierten Kapitals ist bei abteilungsbezogenem RoI auch eine Aufteilung des Erfolgs erforderlich. Diese kann vielfach nur durch Schlüsselung erfolgen, die eine mehr oder weniger grobe Annäherung an das Verursachungsprinzip darstellt. Im Rahmen der Finanzanalyse ist es zweckmäßig, den RoI durch Einbeziehung des Umsatzes als dritten Renditeeinflussfaktor aufzuspalten. Für den RoI, bezogen auf das gesamte (durchschnittlich) investierte Kapital, ergibt sich: Jahresüberschuss vor Steuern und Zinsen 100 %IoR Gesamtkapital Jahresüberschuss vor Steuern und Zinsen Umsatz 100 % Umsatz Gesamtkapital Umsatzrentabilität Kapitalumschlag t tt t Durch die Aufspaltung des RoI in die Komponenten Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag wird die Ermittlung der Ursachen für Abweichungen vom Branchendurchschnitt erleichtert. Die Umsatzrentabilität gibt an, wie viel Gewinn dem Unternehmen vom Umsatz bleibt. Sie wird durch die Aufwands- und Kostenstruktur bestimmt. Eine zu geringe Rentabilität kann somit durch zu hohe Kosten oder durch zu geringen Kapitalumschlag bedingt sein. Die Rentabilitätssituation einer Unternehmung lässt sich anhand eines Indifferenz-RoI-Diagramms veranschaulichen (vgl. Abbildung E 8). 8 Quelle: Deutsche Bundesbank, Hochgerechnete Angaben aus Jahresabschlüssen deutscher Unternehmen von 1994 bis 2009, Januar 2012. Abb. E 6: Durchschnittswerte für die Umsatzrentabilität vor Steuern und Zinsen ausgewählter Branchen8 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Baugewerbe 4,7 5,6 5,5 6,6 5,9 6,6 6,8 Chemische Industrie 8,0 7,6 8,8 10,1 10,0 9,4 9,5 Einzelhandel 3,9 4,1 4,7 4,7 4,6 4,9 5,0 Elektrotechnik 2,5 4,8 5,2 3,2 4,3 3,3 3,1 Ernährung 4,9 4,3 4,7 4,2 4,2 3,9 4,3 Fahrzeugbau 1,3 0,9 0,6 1,6 5,8 0,8 –0,8 Großhandel 2,8 2,8 2,8 3,1 3,1 2,8 2,6 Maschinenbau 4,9 5,1 6,1 6,9 7,7 7,5 4,9 Papier/Verlag/Druck 6,5 6,3 6,7 7,1 6,3 5,4 5,1 Textil/Bekleidung 4,2 4,9 5,2 4,4 5,1 3,6 3,3 Gesamt 4,2 4,5 4,8 5,1 5,6 4,9 4,4 E. Finanzanalyse620 Aus dem Diagramm ist gut erkennbar, dass eine bestimmte Rentabilität durch die unterschiedlichsten Kombinationen von Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag erzielt werden kann. Die geringe Rentabilität der in der Graphik als Beispiel wiedergegebenen Unternehmung X beruht stark auf einer zu geringen Umsatzrentabilität. Dennoch wird zur Erreichung der Branchendurchschnittsrentabilität auch der Kapitalumschlag erhöht werden müssen, da sonst eine Erhöhung der Umsatzrentabilität um mehr als die Hälfte (2,08 %-Punkte) erforderlich wäre. 9 Quelle: Deutsche Bundesbank, Hochgerechnete Angaben aus Jahresabschlüssen deutscher Unternehmen von 1994 bis 2009, Januar 2012. Abb. E 7: Durchschnittswerte für den Kapitalumschlag ausgewählter Branchen9 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Baugewerbe 1,4 1,5 1,5 1,7 1,4 1,5 1,5 Chemische Industrie 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 Einzelhandel 2,7 2,8 2,8 2,8 2,8 2,7 2,5 Elektrotechnik 0,9 1,0 1,0 1,0 0,9 0,9 0,8 Ernährung 2,0 2,0 2,1 2,0 2,1 2,2 2,1 Fahrzeugbau 1,3 1,3 1,3 1,3 1,3 1,2 1,0 Großhandel 3,2 3,3 3,4 3,5 3,4 3,5 3,2 Maschinenbau 1,3 1,4 1,4 1,3 1,3 1,4 1,2 Papier/Verlag/Druck 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5 1,4 Textil/Bekleidung 1,7 1,8 1,8 1,8 1,7 1,7 1,6 Gesamt 1,7 1,8 1,8 1,8 1,8 1,8 1,6 0 0,4 0,8 1,2 1,6 2 2,4 2,8 3,2 3,6 4 4,4 4,8 0 2,5 5 7,5 10 12,5 15 17,5 20 22,5 25 Kapitalumschlag Umsatzrentabilität in % Unternehmen X (3,75 %; 2,4) Branchendurchschnitt Chemische Industrie 2006 (5,0 %; 2,8) (5,83 %; 2,4) RoI 14 % RoI 9 % Abb. E 8: RoI-Diagramm für Kapitalumschlag und Umsatzrentabilität (Beispiel) I. Kennzahlenanalyse 621 Eine noch detailliertere Aufgliederung des RoI und damit auch eine detailliertere Ursachenforschung erfolgt im Rahmen der Analyse mit Kennzahlensystemen. Dabei bildet die gezeigte Aufspaltung der Rentabilität in die Komponenten Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag häufig den Ausgangspunkt der Analyse; so etwa auch in dem von der amerikanischen Firma Du Pont de Nemours & Co. entwickelten finanzwirtschaftlichen Berichtssystem, das als Du Pont-Kennzahlensystem bekannt ist (vgl. Abschnitt E II). Wird der RoI mit dem Cashflow anstelle des Jahresüberschusses gebildet, ergibt sich ein leicht veränderter erster Ansatz der Rentabilitätsanalyse: Cashflow vor Steuern und Zinsen %001shflow)aC fua negozeb( IoR Gesamtkapital Cashflow vor Steuern und Zinsen Umsatz 100% Umsatz Gesamtkapital ×= ××= Anders als bei der zuerst aufgezeigten Aufspaltung wird hier durch Multiplikation der Branchenwerte Cashflow in % des Umsatzes (vgl. Abbildung E 9) und Kapitalumschlag schon auf der ersten Ebene der branchenbedingt sehr unterschiedlichen Bedeutung der Positionen Abschreibungen und Rückstellungen Rechnung getragen. So weist der Cashflow basierte RoI für anlagenintensive Branchen deutlich günstigere Werte auf. b)  Aktivitätskennzahlen Aktivitätskennzahlen dienen der Charakterisierung und Kontrolle der Finanzpolitik einer Unternehmung. Zum einen sollen finanzwirtschaftliche Merkmale der Ausnutzung des vorhandenen Vermögenspotenzials ermittelt, zum anderen der Umfang der Investitionstätigkeit dokumentiert werden. Die meisten Aktivitätskennzahlen stellen Umschlagshäufigkeiten dar und werden unter Einbeziehung des Umsatzes gebildet, etwa der im vorigen Abschnitt angeführte Gesamtkapitalumschlag. Daneben können u.a. folgende Umsatzrelationen gebildet werden: 10 Quelle: Deutsche Bundesbank, Hochgerechnete Angaben aus Jahresabschlüssen deutscher Unternehmen von 1994 bis 2009, Januar 2012. Abb. E 9: Durchschnittswerte für den Cashflow in % des Umsatzes ausgewählter Branchen10 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Baugewerbe 6,2 6,0 6,5 8,6 7,2 7,3 8,1 Chemische Industrie 12,6 12,1 12,1 13,7 13,1 12,5 11,0 Einzelhandel 4,4 4,7 5,2 4,8 4,7 5,0 5,3 Elektrotechnik 6,5 6,9 7,5 4,9 6,8 9,3 2,7 Ernährung 7,2 6,3 6,5 6,6 5,2 5,5 6,2 Fahrzeugbau 6,1 5,4 6,4 6,4 10,2 4,8 2,6 Großhandel 2,9 3,2 2,9 3,4 3,1 3,0 2,5 Maschinenbau 7,6 6,3 7,4 9,8 9,5 8,3 4,9 Papier/Verlag/Druck 9,4 9,3 9,9 11,2 9,3 9,5 8,1 Textil/Bekleidung 5,5 6,0 4,6 5,4 6,5 4,5 5,5 Gesamt 6,2 6,3 6,6 6,8 7,2 6,3 5,4 E. Finanzanalyse622 Personalwirtschaftliche Kennzahlen, die Hinweise auf die Produktivität geben, sind: Finanzwirtschaftlich bedeutsam sind auch die Zahlungsziele, die eine Unternehmung ihren Kunden einräumt bzw. bei ihren Lieferanten in Anspruch nimmt. Bei externer Analyse können diese Fristen nur annähernd berechnet werden, da von den Konstellationen am Bilanzstichtag ausgegangen werden muss, die nicht unbedingt für die ganze Periode charakteristisch sein müssen: Für die innerhalb eines Jahres getätigten Wareneinkäufe sind extern hilfsweise die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe einschließlich bezogener Waren anzusetzen. Zu den Aktivitätskennzahlen können auch Kenngrößen gerechnet werden, die über die Investitions- und Abschreibungstätigkeit einer Unternehmung Auskunft geben: Die Investitionsquote ist Maßstab für den Umfang der Investitionstätigkeit einer Unternehmung. Aus der Kennzahl Deckung der Netto-Investitionen lässt sich zum einen erkennen, inwieweit die Investitionen aus Abschreibungen finanzierbar waren, und zum anderen, ob das Investitionsvolumen die Abschreibungen übertrifft und damit ein echter Zuwachs neben den erforderlichen Ersatzinvestitionen vorhanden ist. Die Abschreibungsquote lässt beim Betriebsvergleich erkennen, ob eine Unternehmung die branchenüblichen Abschreibungen vornimmt, um zu einem höheren Gewinnausweis zu gelangen. Die hier gegebene Darstellung der Kennzahlen musste sich auf die wichtigsten beschränken. Darüber hinaus existieren noch viele weitere, wobei es sich jedoch häufig nur um Abwandlungen der hier aufgeführten handelt. Für ein weiterführendes Studium sei auf die angeführte Spezialliteratur verwiesen. I. Kennzahlenanalyse 623 Weiterführende Literatur zur Kennzahlenanalyse Baetge, J.; Kirsch, H.-H.; Thiele, S.: Bilanzanalyse, Düsseldorf 2004. Baetge, J; Kirsch, H.-H.; Thiele, S.: Bilanzen, 11.Auflage, Düsseldorf 2011. Buchner, R.: Finanzwirtschaftliche Statistik und Kennzahlenrechnung, München 1985. Coenenberg, A. G.; Haller, A.; Schultze, W.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 21. Auflage, Stuttgart 2009. Gräfer, H.: Bilanzanalyse, 11. Auflage, Herne 2010. Hauschildt, J.; Krehl, H.; Leker, J.: Erfolgs-, Finanz- und Bilanzanalyse, 3. Auflage, Köln 1996. Küting, K, Weber, C.-P.: Der Konzernabschluss, 12. Auflage, Stuttgart 2010. Küting, K.; Weber, C.-P.: Bilanzanalyse, 9. Auflage, Stuttgart 2009. Lachnit, L.: Bilanzanalyse, Wiesbaden 2004. Pellens, B.; Fülbier, R.U.; Gassen, J.; Sellhorn, T.: Internationale Rechnungslegung, 8. Auflage, Stuttgart 2011. Wagenhofer, A.: Bilanzierung und Bilanzanalyse, 10. Auflage, Wien 2010. Fragen: Kennzahlenanalyse 1. Erläutern Sie die Bedeutung des finanziellen Gleichgewichtes für die Existenzsicherung einer Unternehmung. In welchem Verhältnis stehen seine Komponenten zueinander? 2. Welche Arten von Kennzahlen können unterschieden werden? 3. Welche Vorteile weisen dynamische (stromgrößenorientierte) Liquiditätskennzahlen gegenüber den statischen Liquiditätsgraden auf? 4. Erläutern Sie die Mängel und Probleme der externen Finanzanalyse auf der Basis von Kennzahlen! 5. Nach welchen Gesichtspunkten ist der Gewinn (Jahresüberschuss) im Rahmen der Erfolgsanalyse zu zerlegen? 6. Was versteht man unter Cashflow? Wie wird er berechnet? 7. Zu welchen Analyseaussagen wird die Kennziffer Cashflow herangezogen? Welche Probleme treten bei der Anwendung der Kennziffer, insbesondere bei finanzwirtschaftlicher Interpretation, auf? 8. Welche Analysezielsetzung verfolgt die Kennzahl betriebliche Nettoeinnahmen? 9. Worin unterscheidet sich die Kennzahl Return on Investment von der Gesamtkapitalrentabilität? 10. Stellen Sie Finanzierungsregeln dar und beurteilen Sie ihre Einsatzmöglichkeiten. Garantiert ihre Einhaltung die Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts? 11. Welche Aussagen können mithilfe der Größe geschätzter Steuerbilanzgewinn abgeleitet werden? 12. Ermitteln Sie das ordentliche Betriebsergebnis für eine GuV nach dem Umsatzkostenverfahren. E. Finanzanalyse624 II. Kennzahlensysteme Einzelne Kennzahlen besitzen – wie bereits mehrmals dargelegt wurde – nur eine sehr begrenzte Aussagefähigkeit. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis gibt es daher verschiedene Ansätze, aus den zunächst ungeordnet nebeneinander stehenden Kennzahlen Systeme zu bilden, die bestimmten Zielsetzungen gerecht werden. Bei der Bildung dieser Kennzahlensysteme lassen sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Vorgehensweisen unterscheiden. Die erste Gruppe von Kennzahlensystemen, die hier als logisch-deduktive Systeme bezeichnet werden, geht von Spitzenkennzahlen aus, die die betrieblichen Oberziele repräsentieren, und bildet dann auf logisch-deduktivem Wege weitere Kennzahlen im Sinne einer Mittel-Zweck-Hierarchie. Eine empirische Überprüfung der Systeme, ob sie den jeweiligen Analysezielsetzungen optimal entsprechen, findet nicht statt. Die zweite Gruppe von Kennzahlensystemen, die hier als empirisch-induktiv bezeichnet werden, wird dagegen unter Anwendung mathematisch-statistischer Verfahren auf der Grundlage empirischen Datenmaterials gewonnen. Auswahlkriterium für ein Zahlensystem ist dabei, wie gut dieses einer bestimmten Analysezielsetzung genügt. Dominierendes Analyseziel in der Literatur ist bisher die Insolvenzprognose, so dass die empirisch-induktiven Systeme auch als Insolvenzprognosemodelle bekannt sind. 1. Logisch-deduktive Kennzahlensysteme Der Aufbau von Kennzahlensystemen hat sich an den beabsichtigten Funktionen zu orientieren. Grundsätzlich können sie zur betrieblichen Planung, Kontrolle und Steuerung herangezogen werden. Die Kontrolle kann dabei sowohl innerbetrieblich als Vergleich von Soll- mit Istwerten als auch als zwischenbetrieblicher Vergleich erfolgen. Im Bereich der Planung können die Kennzahlen zum einen Prognosewerte, zum anderen Vorgabewerte darstellen. Das bekannteste logisch-deduktive Kennzahlensystem ist das Du-Pont-System of Financial Control. a) Du-Pont-System Das auf die amerikanische Firma Du Pont de Nemours & Co. zurückgehende Kennzahlensystem basiert auf dem Return on Investment als zentraler finanzwirtschaftlicher Zielsetzung der Unternehmung und damit auch als Spitzenkennzahl im System. Die Komponenten des RoI, Kapitalumschlag und Umsatzrentabilität, werden in ihre Bestimmungsfaktoren aufgegliedert. Das investierte Kapital wird dabei nach der Zusammensetzung des Vermögens, der Gewinn in seine Erlös- und Kostenbestandteile zerlegt. Bei interner Analyse auf der Grundlage einer Teilkostenrechnung ergibt sich der Gewinn aus Deckungsbeitrag minus fixe Kosten (vgl. Abbildung E 10).11 Liegt dagegen eine Vollkostenrechnung vor, so ist die Aufspaltung des Gewinns gemäß Abbildung E 11 zweckmäßig. Bei interner Analyse können weitere Verfeinerungen, die auf spezielle Gegebenheiten des jeweiligen Betriebes abstellen, vorgenommen werden. Erfolgt dagegen eine externe 11 Vgl. Staehle, Kennzahlensysteme als Instrumente der Unternehmensführung, 1973, S. 224 f.

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Zusammenfassung

"...gehört zu den etablierten Standardwerken für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung." boerse.de-MAGAZIN

Dieses Lehrbuch und Nachschlagewerk ist das Standardwerk für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung nach deutschem Recht. Neben den wichtigen Methoden der klassischen Finanz- und Investitionstheorie werden auch neue Finanzinstrumente und Erkenntnisse im Bereich der Kapitalmärkte erläutert, sodass dem Leser ein fundierter Überblick über den aktuellsten Stand der Forschung ermöglicht wird.

Aus dem Inhalt

- Management der Vermögensstruktur - Investitionsrechnung und Disposition des Umlaufvermögens

- Wertpapiergeschäfte - Analyse von Aktien und Aktienindizes sowie Wertpapierprogrammentscheidungen und Risikomanagement mit Termingeschäften

- Alternativen der Kapitalaufbringung - Finanzierungsformen, Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik

- Finanzanalyse - Kennzahlenanalyse und Kapitalflussrechnung

- Finanzplanung - Kapitalbedarf- und Liquiditätsplanung, Plananpassung und Kontrolle

Die Autoren

Dr. Dr. h.c. Louis Perridon und Dr. Manfred Steiner waren bis zu ihrer Emeritierung Professoren für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Dr. Andreas Rathgeber ist Professor am Institut Materials Resource Management und am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg.