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3. Bestandsorientierte Strukturkennzahlen in:

Louis Perridon, Manfred Steiner, Andreas W. Rathgeber

Finanzwirtschaft der Unternehmung, page 608 - 619

16. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3991-5, ISBN online: 978-3-8006-4900-6, https://doi.org/10.15358/9783800649006_608

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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E. Finanzanalyse596 Die Kennzahlen, die im Rahmen der Finanzanalyse eines nach handelsrechtlichen Grundsätzen aufgestellten Jahresabschlusses am häufigsten Verwendung finden, lassen sich folgenden Analyseschwerpunkten zuordnen: • Investition (Vermögensstruktur, Umsatzrelationen, Umschlagskoeffizienten, Investitionsund Abschreibungspolitik) • Finanzierung (Kapitalaufbringung und -struktur, Sicherheit und Fristigkeit) • Liquidität (Zahlungsfähigkeit, Liquidierbarkeit von Vermögensgütern, Vermögensdeckung) • Ertrag (gegenwärtiger und zukünftiger Ertrag in absoluten und relativen Größen) Die zur Kennzahlenbildung erforderlichen Angaben können aus Bilanzbeständen, die zeitpunktbezogen sind, oder aus Stromgrößen, die einen Zeitraum abdecken, gewonnen werden. Erstere werden vielfach auch als statische und letztere als dynamische Kenngrößen bezeichnet (vgl. Abbildung E 2). 3. Bestandsorientierte Strukturkennzahlen a) Vermögensstruktur Das Vermögen einer Unternehmung wird in seiner Grobstruktur durch den Anteil von Anlage- und Umlaufvermögen bestimmt. Übliche Kennzahlen der Vermögensstruktur sind: Anlagevermögen 100 % Gesamtvermögen t Umlaufvermögen 100 % Gesamtvermögen t Abb. E 2: Systematik für Kennzahlen der Finanzanalyse I. Kennzahlenanalyse 597 Niedriges Anlagevermögen ist ein Kennzeichen für betriebliche Flexibilität. Unternehmungen mit kleinem Anlagevermögen können sich leichter Beschäftigungsschwankungen anpassen, da sie zum einen weniger Kapital langfristig gebunden haben und zum anderen auch geringere fixe Kosten aufweisen. Ersteres ermöglicht rascher Produktionsumstellungen, letzteres lässt einen Beschäftigungsrückgang nicht so stark auf den Erfolg durchschlagen. Bei Industriebetrieben können diesen positiven Gesichtspunkten eines niedrigen Anlagevermögens auch negative gegenüberstehen. So mag ein geringes bilanzielles Anlagevermögen auch darauf zurückzuführen sein, dass der Betrieb mit alten, bereits abgeschriebenen Anlagen arbeitet und die Gefahr besteht, dass der Anschluss an den technischen Fortschritt verlorengeht. Es ist dann in der Zukunft mit einem Rückgang des Ertrags zu rechnen, oder es werden erhebliche Investitionen erforderlich. Zur Erfassung der maschinellen Ausstattung einer Unternehmung sind Kennzahlen, die den Anteil der Maschinen am Vermögen wiedergeben, geeignet: Während bei Handels- und Dienstleistungsbetrieben im Allgemeinen ein niedriges Anlagevermögen und ein hohes Umlaufvermögen positiv zu beurteilen sind, bedarf es bei Industriebetrieben der Kenntnis der branchenspezifischen Gegebenheiten (vgl. Abbildung E 3). Teilweise sind sogar Detailkenntnisse bezüglich der Anlagenstruktur eines speziellen Betriebes erforderlich, um zutreffende Aussagen machen zu können b) Kapitalstruktur Die Kapitalstrukturregeln, auch vertikale Finanzierungsregeln genannt, stellen auf Art und Zusammensetzung des Kapitals ab. Entscheidend ist dabei der Anteil von Ei- 1 Quelle: Deutsche Bundesbank, Hochgerechnete Angaben aus Jahresabschlüssen deutscher Unternehmen von 1994 bis 2009, Januar 2012. Abb. E 3: Durchschnittswerte für Sachanlagen in % der Bilanzsumme ausgewählter Branchen1 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Baugewerbe 18,9 19,8 19,7 21,1 18,3 18,9 19,0 Chemische Industrie 15,4 15,0 14,3 14,2 14,1 14,5 14,9 Einzelhandel 20,5 19,7 19,9 19,2 18,7 18,8 19,8 Elektrotechnik 10,2 10,4 10,7 10,3 9,6 10,3 10,5 Ernährung 33,9 34,3 33,7 32,9 32,3 32,8 33,1 Fahrzeugbau 18,7 18,7 17,9 15,6 14,6 14,8 13,3 Großhandel 16,5 15,4 14,8 14,0 12,9 13,3 13,7 Maschinenbau 16,9 16,4 16,1 14,9 14,5 16,0 17,1 Papier/Verlag/Druck 35,3 36,4 36,3 33,8 33,7 33,6 32,4 Textil/Bekleidung 20,0 19,8 19,7 19,1 18,9 20,1 20,3 Gesamt 22,0 21,8 21,3 20,6 19,8 20,4 20,5 E. Finanzanalyse598 gen- und Fremdkapital, der den Verschuldungsgrad kennzeichnet und durch folgende Kennzahlen ausgedrückt werden kann: Dabei werden in der älteren Literatur ausschließlich Bilanzwerte, in der neueren Literatur dagegen auch Marktwerte zugrunde gelegt. In der Beleihungspraxis der Banken wurde früher ein Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital von 1  :  1 gefordert (normative Kennzahl). Die Forderung basierte auf Sicherheits- und Elastizitätsanforderungen. Die Unternehmung sollte so finanziert sein, dass selbst bei vollständigem Verlust der durch Kredite finanzierten Vermögensgegenstände noch hinreichend Mittel zur Verfügung stehen, aus denen die Ansprüche der Kreditgeber zu erfüllen wären. Diese Argumentation entspricht im Ergebnis dem sog. 50 %-Besicherungskalkül. Danach sollen (nicht auszuschließende) Verluste/Wertminderungen bis zur Hälfte des gesamten, als Kreditsicherheit dienenden Vermögens der Unternehmung möglich sein, ohne die Befriedigung der Gläubiger zu gefährden. Aus diesen Überlegungen resultiert das Interesse der Analysten, zur Beurteilung der Kapitalstruktur auch Kennzahlen der Vermögensstruktur heranzuziehen, insbesondere solche Kennzahlen, die eine Verbindung zwischen Vermögens- und Kapitalstruktur (horizontale Bilanzstrukturkennzahlen) herstellen. Der Eigenkapitalanteil der deutschen Unternehmen hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr verringert und die geforderte 1 : 1-Regel wurde zu einer 1:2-(EK/FK-)Norm abgeschwächt. Die Eigenkapitalausstattung der deutschen Industrie ist im internationalen Vergleich sehr gering. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf das rasche Wachstum der deutschen Volkswirtschaft bei mangelnder Eigenfinanzierungsmöglichkeit der Betriebe, aber wohl auch auf die Möglichkeit der Kreditgeber, insbesondere der (Haus-)Banken, auf das Geschäftsgebaren und damit auf das Investitionsrisiko der kreditnehmenden Unternehmung Einfluss zu nehmen (vgl. Abbildung  E  4). Der Zusammenhang zwischen Investitionsrendite, Verschuldungsgrad und Eigenkapitalrendite wird unter dem Stichwort Leverage-Effekt behandelt (vgl. ausführlich Abschnitt D IV 2). Fremdkapital bedingt im Allgemeinen feste, erfolgsunabhängige Zins- und Tilgungszahlungen, woraus in Jahren ohne hinreichende Rückflüsse zur Bewältigung der Kapitaldienste Liquiditätsschwierigkeiten und Insolvenzgefährdung resultieren können. Die Eigenkapitalquote ist in Abhängigkeit vom leistungswirtschaftlichen Risiko des jeweiligen Unternehmens und der damit verbundenen Varianz der Erträge zu sehen. Generell sind mit steigendem leistungswirtschaftlichem Risiko, also zu erwartender hoher Varianz der Unternehmenserträge, zunehmende Anforderungen an die Eigenkapitalquote zu stellen. I. Kennzahlenanalyse 599 Für die Ermittlung der Kapitalstrukturkennzahlen ist das Eigenkapital zu bestimmen, das sich bei Kapitalgesellschaften, unterstellt man eine Bilanzierung nach teilweiser Gewinnverwendung, wie folgt ergibt: gezeichnetes Kapital ./. ausstehende Einlagen + Kapital- und Gewinnrücklagen + Bilanzgewinn (./. Bilanzverlust) + Eigenkapitalanteil des Sonderpostens mit Rücklageanteil (hilfsweise 50 %) (bis 2009) ./. aktiviertes Disagio = bilanzielles oder rechnerisches Eigenkapital Bei dem Ansatz der Sonderposten mit Rücklageanteil (bis 2009) zum halben Wert handelt es sich um eine Hilfskonstruktion als Annäherung an den tatsächlichen Wert, da extern eine exakte Trennung in Rücklageanteil und Steuerschuld nicht möglich ist. Je nach Analysezweck, so insbesondere bei internationalen Vergleichen, kann es sinnvoll sein, Pensionsrückstellungen zum Eigenkapital zu rechnen. Sie sind zwar juristisch eindeutig Fremdkapital, stehen aber den Unternehmen bei voller Dispositionsfreiheit so langfristig zur Verfügung, dass sie wirtschaftlich wie Eigenkapital eingestuft werden können. Die Pensionsrückstellungen sind bei vielen Gesellschaften beträchtlich und erreichen bzw. übersteigen sogar teilweise das Grundkapital. Neben dem Anteil von Eigen- und Fremdkapital ist die Fristigkeit des Kapitals ein weiteres wichtiges Kriterium der Kapitalstruktur. Bei Bilanzierung nach dem HGB für Kapitalgesellschaften lassen sich die folgenden Fristigkeiten unterscheiden: 1. kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr (Bilanzvermerk nach HGB § 268 Abs.5), 2. mittelfristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr bis zu fünf Jahren (durch Subtraktion der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten von den Gesamtverbindlichkeiten), 2 Quelle: Deutsche Bundesbank, Hochgerechnete Angaben aus Jahresabschlüssen deutscher Unternehmen von 1994 bis 2009, Januar 2012. Abb. E 4: Durchschnittswerte für Eigenmittel in % der Bilanzsumme ausgewählter Branchen2 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Baugewerbe 6,1 7,4 8,4 10,6 10,1 9,7 10,9 Chemische Industrie 34,9 35,0 32,3 32,3 33,6 31,1 31,5 Einzelhandel 14,1 15,8 18,3 18,6 18,7 18,5 18,6 Elektrotechnik 26,3 27,5 29,0 28,9 30,1 28,4 29,6 Ernährung 22,1 23,8 25,9 25,8 25,9 26,9 28,7 Fahrzeugbau 25,7 23,7 22,5 23,1 24,6 23,9 22,4 Großhandel 21,1 22,8 23,6 24,5 24,3 25,6 27,7 Maschinenbau 24,3 24,7 25,8 25,8 25,2 25,9 28,0 Papier/Verlag/Druck 24,8 25,7 28,1 27,1 26,5 26,7 27,7 Textil/Bekleidung 25,9 27,7 31,0 31,3 33,2 32,0 33,2 Gesamt 21,6 22,8 23,8 24,3 24,5 24,4 25,2 E. Finanzanalyse600 3. langfristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren (Ausweis im Anhang nach HGB § 285 Ziff. 1a). Für die Aufgliederung des Fremdkapitals in kurz-, mittel- und langfristige Bestandteile ergibt sich somit: langfristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren + Stiftungen und Darlehen von betriebszugehörigen Pensions- und Unterstützungskassen (soweit nicht eine wirtschaftliche Zurechnung zum Eigenkapital gerechtfertigt erscheint) + langfristige Rückstellungen (insbesondere Pensionsrückstellungen) = langfristiges Fremdkapital Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital ergibt sich wie folgt: Verbindlichkeiten ./. langfristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren gem. Angabe im Anhang + Fremdkapitalanteil des Sonderpostens mit Rücklagenanteil (hilfsweise 50 %) (bis 2009) + kurzfristige Rückstellungen (sonstige Rückstellungen + Steuerrückstellungen) + passive Rechnungsabgrenzung = kurz- und mittelfristiges Fremdkapital Das kurzfristige Fremdkapital kann wie folgt berechnet werden: Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr + kurzfristige Rückstellungen + passive Rechnungsabgrenzung = kurzfristiges Fremdkapital Kennziffern, die auf die Fristigkeit des Kapitals abstellen, sind: Diese Kennzahlen können zur Beurteilung des Risikos eines Kapitalentzugs herangezogen werden. Je höher der Anteil des langfristigen Kapitals, umso geringer ist dieses Risiko, während es mit zunehmendem kurzfristigen Kapital steigt. Bei externer Analyse ist die Aussagekraft dieser Kennziffern dadurch eingeschränkt, dass die tatsächliche Fristigkeit des Kapitals teilweise nicht erkennbar ist. So kann z. B. bei einer OHG, wenn der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt, das Eigenkapital mit einer Frist von 6 Monaten gekündigt und damit von langfristigem zu kurzfristigem Kapital werden. Demgegenüber können bei kurzfristigen Bankkrediten Prolongationszusagen vorliegen, die eine längerfristige Verfügbarkeit des Kapitals garantieren. I. Kennzahlenanalyse 601 Eine weitere Kennzahl der Kapitalstruktur, die im Rahmen der Wertpapieranalyse Bedeutung besitzt, ist der Bilanzkurs einer Aktie: Er kann im Vergleich mit dem Börsenkurs Aufschlüsse über die Einschätzung des inneren Wertes einer Unternehmung durch die Börse geben. Die Differenz zwischen Bilanzkurs und Börsenkurs stellt das Äquivalent für die Bewertung der stillen Reserven einschließlich des Goodwill einer Unternehmung dar: Durch Ermittlung der vorhandenen stillen Reserven, was extern nur sehr bedingt möglich ist, kann beurteilt werden, ob die im Aktienkurs ausgedrückte Bewertung der Börse über oder unter dem tatsächlichen Substanzwert der Unternehmung liegt. c) Horizontale Bilanzstruktur Kapital- und Vermögensstruktur einer Unternehmung können, wie bereits ausgeführt, nicht völlig unabhängig voneinander abschließend beurteilt werden. Durch horizontale Bilanzstrukturkennziffern lassen sich die Beziehungen zwischen Vermögen und Kapital bzw. Investition und Finanzierung aufzeigen. Bei den sog. Finanzierungsregeln handelt es sich um normative Kennziffern, die bestimmte langfristige Deckungsgrade vorschreiben. Bei den Liquiditätsregeln werden demgegenüber kurzfristige Deckungsgrade ermittelt, indem kurz- und mittelfristig liquidierbare Vermögensteile zu kurzund mittelfristigen Schulden in Beziehung gesetzt werden. aa) Finanzierungsregeln (langfristige Deckungsgrade) Zu den langfristigen Finanzierungsregeln und Deckungsgraden zählen goldene Finanzierungsregel, goldene Bilanzregel und Anlagendeckung durch Eigenkapital. Goldene Finanzierungsregel Diese Regel fordert die Einhaltung des Grundsatzes der Fristenkongruenz; das bedeutet, dass die Kapitalüberlassungsdauer und die Kapitalbindungsdauer übereinstimmen sollen. Kapital darf demnach nicht zeitlich länger in Vermögensteilen gebunden werden, als die jeweilige Kapitalüberlassungsdauer beträgt. Da dies für jedes Vermögensteil gefordert wird, ergibt sich das Problem der Zurechnung von finanziellen Mitteln zu den einzelnen Aktivpositionen. Dies ist nur in der Planungsphase sinnvoll und möglich. Vielmehr gilt die Auffassung der „totalen Finanzierung“, d. h., es ist davon auszugehen, dass die Aktiva durch die gesamten Passiva finanziert sind und eine spezielle Zuordnung nicht erfolgen kann. Um die goldene Finanzierungsregel in der Praxis anwenden zu können, bedient man sich daher einer groben Vereinfachung und beschränkt sich auf die zwei Fristigkeitskategorien langfristig und kurzfristig und fordert: E. Finanzanalyse602 Die Einhaltung dieser Regeln soll die Aufrechterhaltung der Liquidität der Unternehmung, im Sinne der jederzeitigen Erfüllbarkeit der Zahlungsverpflichtungen, garantieren. Für die Wahrung der Liquidität ist die wertmäßige und zeitliche Übereinstimmung der Einzahlungen und Auszahlungen in einer Periode ausschlaggebend. Wie bereits erwähnt, ist aus der Bilanz die genaue Fristigkeit der Passivmittel meist nicht ersichtlich. Ebenso ist der Zeitpunkt der Liquidierung und der dabei auftretende Liquidationserlös der Aktivmittel, welcher auch die stillen Reserven umfasst, nicht aus der Bilanz entnehmbar. Darüber hinaus sind zahlreiche regelmäßige Zahlungsverpflichtungen, wie z.B. Lohn-, Gehalts-, Miet- und Steuerzahlungen, in der Bilanz nicht enthalten und können daher durch bestandsorientierte Kennzahlen auch nicht erfasst werden. Die Einhaltung der aus dem Grundsatz der Fristenkongruenz abgeleiteten Kennzahlen kann aus diesen Gründen die Aufrechterhaltung der Liquidität nicht gewährleisten. Der goldenen Finanzierungsregel entspricht im Bankwesen die goldene Bankregel, die besagt, dass kurzfristig aufgenommenes Geld nur kurzfristig ausgeliehen werden darf, während langfristig aufgenommenes Kapital auch langfristig ausgeliehen werden kann. In der Praxis kommt es jedoch häufig zum Verstoß gegen diese Regel, wobei langfristige Kredite ausgegeben werden, die kurzfristig revolvierend refinanziert werden sollen („aus kurz mach lang“). Dies führt in Zeiten normaler Zinsstruktur und liquiden Refinanzierungsmärkten zu einer positiven Zinsmarge aus Sicht der Bank. Speziell in Zeiten ausgetrockneter Refinanzierungsmärkte, insbesondere des Interbankenmarktes, kann diese Strategie jedoch zu ernsten Liquiditätsschwierigkeiten für das betreffende Institut führen. Goldene Bilanzregel Eine weitere Operationalisierung der Fristenkongruenzregel stellt die goldene Bilanzregel dar. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Zuordnung der Vermögensgegenstände zum Anlage- bzw. Umlaufvermögen identisch ist mit langfristiger bzw. kurzfristiger Kapitalbindung. Das Anlagevermögen soll dann durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital gedeckt sein. Goldene Bilanzregel – engere Fassung: Vermögensgegenstände des Anlagevermögens müssen jedoch nicht zwangsläufig eine lange Liquidationsdauer besitzen, so können z. B. börsengängige Wertpapiere oder Grundstücke in guten Lagen sehr rasch veräußert werden. Demgegenüber kann das Umlaufvermögen Teile enthalten, die eine langfristige Kapitalbindung darstellen, wie Vorräte, die zum eisernen Bestand gehören oder Ladenhüter sind. Um letzterem Einwand zu begegnen, wurde die goldene Bilanzregel in einer weiteren Fassung unter Einbeziehung der langfristigen Teile des Umlaufvermögens formuliert: Goldene Bilanzregel – weitere Fassung: Bei externer Analyse ist es jedoch schwierig bzw. meistens sogar unmöglich, die langfristigen Teile des Umlaufvermögens zu bestimmen. I. Kennzahlenanalyse 603 Anlagendeckung durch Eigenkapital Die goldene Finanzierungsregel und die goldene Bilanzregel stellen auf die Aufrechterhaltung der Liquidität bei Unternehmensfortführung ab. Ihre Einhaltung soll das Risiko, dass ein Kapitalentzug vor dem entsprechenden Desinvestitionsprozess erfolgt, beschränken. Demgegenüber ist die nachfolgende Regel aus Überlegungen zum Gläubigerschutz bei Liquidation der Unternehmung entstanden: Bei der Anlagendeckung A wird angenommen, dass ein Gläubiger im Liquidationsfall umso eher mit der Erstattung seines Geldes rechnen kann, je höher die prozentuale Deckung des Anlagevermögens durch Eigenkapital ist. Industrielle Anlagegüter, insbesondere Spezialmaschinen, sind im Konkursfall oder zwangsweise häufig nur sehr schwer bzw. weit unter ihrem Wert zu veräußern. Von den Gegenständen des Umlaufvermögens wird dagegen angenommen, dass sie in angemessener Zeit etwa in Buchwerthöhe liquidiert, also die ausstehenden Forderungen eingezogen und die Vorräte verkauft werden können. Daher sollen nur der Umsatzprozess kreditiert und langfristige Investitionen im Anlagenbereich aus Eigenmitteln gedeckt werden. Die Regel berücksichtigt wiederum nicht, dass die Zuordnung zu Anlage- oder Umlaufvermögen nicht zwingend eine lange oder kurze Liquidationsmöglichkeit zur Folge hat, insbesondere können Teile der Vorräte unveräußerbar sein. Der Aussagewert der Kennzahl wird aber weit mehr dadurch beeinträchtigt, dass im Konkursfall bevorrechtigte Ansprüche vorliegen können und Vermögensteile als Kreditsicherheiten verpfändet wurden. Die Finanzierungsregeln, insbesondere das Postulat der Fristenkongruenz und seine Ausprägung in Form der goldenen Bilanzregel, sind jedoch weit gehend zu Spielregeln der Kreditierung geworden. Ein Verstoß gegen die entsprechenden Normen wird meist Schwierigkeiten bei der Kreditbeschaffung nach sich ziehen. bb) Liquiditätsregeln und -kennzahlen (kurzfristige Deckungsgrade) Die bestandsorientierte Liquiditätsanalyse beruht auf einer Gegenüberstellung von Zahlungsverpflichtungen und flüssigen Mitteln, soweit diese aus der Bilanz ersichtlich sind. Traditionellerweise werden sog. Liquiditätsgrade ermittelt. Hierbei handelt es sich um Verhältniszahlen, die sich in der Einbeziehung von Vermögenspositionen unterschiedlicher Geldwerdungsdauer unterscheiden: = Current Ratio E. Finanzanalyse604 wobei: Zahlungsmittel = Kasse + Bankguthaben monetäres Umlaufvermögen = Umlaufvermögen ./. (Vorräte und sonstige Vermögensgegenstände) kurzfristiges Umlaufvermögen = Umlaufvermögen ./. Teile, die soweit ersichtlich, nicht innerhalb eines Jahres liquidiert werden können, und ./. Vorräte, die durch Kundenanzahlungen gedeckt sind. Die Bildung dieser Liquiditätsgrade erfolgt in der Literatur nicht einheitlich, teilweise werden nur zwei Grade unterschieden, vereinzelt aber auch mehr als die aufgeführten, indem noch feinere Abstufungen bezüglich der Liquidierbarkeit des Vermögens vorgenommen werden. Je höher die ermittelten Prozentsätze der dargestellten Kennzahlen ausfallen, umso günstiger ist es um die Liquidität der untersuchten Unternehmung bestellt. Allerdings ist zu beachten, dass eine unnötig hohe Liquidität im Regelfall zu Lasten der Rentabilität geht. Die durchschnittliche Liquidität ersten Grades liegt aus diesem Grunde in der Praxis sehr niedrig, da bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen zumeist mit Bankkrediten gerechnet wird. Für Liquiditäten 2. bzw. 3. Grades werden Werte um 100 % bzw. 200 % gefordert. Entsprechend ist in der amerikanischen Literatur für den Acid Test die sog. 1 : 1-Ratio (entspricht einer Liquidität 2. Grades von 100 %) und für die Current Ratio (auch Banker’s Rule genannt) die sog. 2 : 1-Ratio (entspricht einer Liquidität 3. Grades von 200 %) anzutreffen. An Kritischem bezüglich der Wahrung der Liquidität durch Beachtung dieser Kennzahlen gilt das unter dem Abschnitt über Finanzierungsregeln bereits Angeführte. Noch stärker als bei den langfristigen Deckungsgraden macht sich hier bei externer Analyse jedoch bemerkbar, dass die Daten der Bilanz zum Analysezeitpunkt bereits Vergangenheitsdaten darstellen. Die kurzfristigen Vermögens- und Kapitalpositionen können sich zwischenzeitlich bereits erheblich verändert haben. Neben den traditionellen Verhältniszahlen werden auch vielfach absolute Kennzahlen zur Beurteilung der Liquidität im Rahmen der Finanzanalyse herangezogen. So insbesondere das in der anglo-amerikanischen Analysepraxis sehr beliebte Working Capital. Unter Working Capital versteht man: Umlaufvermögen (nur kurzfristige, d. h. mindestens innerhalb eines Jahres liquidierbare Teile) ./. kurzfristige Verbindlichkeiten = Working Capital Es stellt somit den Überschuss des kurzfristig gebundenen Umlaufvermögens über das kurzfristige Fremdkapital dar und wird daher auch als Reinumlaufvermögen oder Betrag der Netto-Umlaufmittel bezeichnet. Die Kennzahl kann in zweifacher Hinsicht interpretiert werden: I. Kennzahlenanalyse 605 1. Ermittlung der eingetretenen Liquiditätsveränderung, 2. Abschätzung des vorhandenen langfristigen Finanzierungspotenzials und damit des zukünftigen Liquiditätsrisikos. Der Aussagewert bezüglich der ersten Interpretation entspricht weit gehend demjenigen der Liquidität 3. Grades. Das Working Capital bleibt jedoch durch eine gleichmäßige Erhöhung sowohl des Umlaufvermögens als auch der kurzfristigen Verbindlichkeiten in seiner Höhe unverändert, während der Prozentsatz der Verhältniszahl eine Veränderung erfährt. Liquiditätsgrade unter 100% können durch eine Bilanzverlängerung im Bereich der kurzfristigen Aktiva und Passiva aufgebessert werden, so z. B. durch die Aufnahme von Tagesgeld zum Bilanzstichtag. Für den Branchen- oder Betriebsvergleich ist das Working Capital als absolute Zahl jedoch weniger gut geeignet; hier sind die Liquiditätsgrade vorzuziehen. Die zweite Interpretation geht davon aus, dass das Working Capital einen Fonds langfristig finanzierter Vermögensteile darstellt, die innerhalb eines Jahres verflüssigt werden können. Der Betrag des Working Capital gibt in Anlehnung an die goldene Bilanzregel den Überschuss an langfristiger Finanzierung wieder (vorausgesetzt, dass tatsächlich nur die kurzfristig liquidierbaren Teile des Umlaufvermögens einbezogen werden). Lässt sich dieser Teil des Vermögens noch kurzfristig finanzieren, so werden langfristige Mittel für andere Verwendungszwecke frei. Die Unternehmung besitzt damit in Höhe des Working Capital ein Potenzial langfristiger Finanzierungsmöglichkeiten. Ein negatives Working Capital bedeutet einen Verstoß gegen die Finanzierungsregeln, langfristige Vermögensteile werden kurzfristig finanziert. Im Zeitvergleich bedeuten eine Erhöhung des Working Capital eine Zunahme der langfristigen Finanzierung, eine Verminderung und ein konstantes Working Capital, dass Neuinvestitionen fristenkongruent finanziert wurden. Bei interner Analyse kann die Berechnung des voraussichtlich zur Verfügung stehenden Potenzials an langfristigen Finanzmitteln noch wie folgt verbessert werden: Working Capital + nicht ausgenutzte langfristige Kreditmöglichkeiten ./. langfristige Verbindlichkeiten, die kurzfristig fällig werden + kurzfristige Verbindlichkeiten, die als langfristig zu betrachten sind (Verlängerungszusage liegt vor) ./. Teile des Umlaufvermögens, die zu langfristig gebundenem Vermögen werden + langfristige Vermögensteile, die sich in kurzfristiges Umlaufvermögen umwandeln + ausstehende Einlagen und Nachschüsse, die kurzfristig eingefordert werden können = langfristiges Finanzierungspotenzial Eine weitere, ebenfalls absolute Kennzahl stellt die Effektivverschuldung dar, die sich errechnet aus: gesamte Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) ./. monetäres Umlaufvermögen (soweit es innerhalb eines Jahres liquidierbar ist) = Effektivverschuldung E. Finanzanalyse606 Sie weist die um das Barvermögen bzw. die rasch liquidierbaren Vermögensteile bereinigte Schuldenlast der Unternehmung aus. Diese Größe besitzt insbesondere im Zusammenhang mit Ertragskennzahlen Bedeutung, wenn bestimmt werden soll, welchen Zeitraum eine Schuldentilgung aus dem Unternehmenserfolg beanspruchen würde. d)  Beurteilung bestandsorientierter Kennzahlen Die bestandsorientierten Kennzahlen orientieren sich nur an den Größen der Bilanz. Aus der Bilanz sind jedoch nicht oder nur teilweise ersichtlich: 1. Liquidierbarkeit der Aktiva bezüglich 1.1. Zeitraum, in dem verschiedene Positionen der Aktiva zu Geld transformiert werden können; 1.2. Höhe des Betrages, der sich bei der Liquidation ergibt (Unterbewertung oder Überbewertung); 2. Fristigkeit der Passiva (z. B. Eigenkapital kann kündbar sein; für kurzfristig ausgewiesenen Kredit besteht Prolongationszusage); 3. zahlreiche regelmäßige Verbindlichkeiten (z. B. Lohn- und Gehaltszahlungen, Mietzahlungen, Steuervorauszahlungen sind in der Bilanz nicht als Verbindlichkeiten erfasst); 4. der aktuelle Stand der Daten zum Analysezeitpunkt (Bilanz ist eine auf einen Stichtag bezogene Vergangenheitsrechnung; Analysezeitpunkt liegt zeitlich nach diesem Stichtag); 5. Beschäftigungslage zukünftiger Zeiträume. Bei normativen Regeln (z. B. Eigenkapital zu Fremdkapital wie 1 : 2) sind die angegebenen Normen wissenschaftlich nicht begründbar. Sehr kritisch sind die bestandsorientierten Liquiditätskennzahlen zu sehen, da sie die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit einer Unternehmung nicht garantieren können. Dennoch sind die angeführten Kennzahlen und Regeln für die Finanzanalyse in der Praxis nicht bedeutungslos. Insbesondere durch Zeit- und Betriebsvergleiche lassen sich wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Eine Beurteilung sollte dabei nie anhand einer einzigen Kennzahl erfolgen, sondern sich aus einer Gesamtanalyse ergeben, die neben mehreren bestandsorientierten Zahlen auch stromgrößenorientierte Kenngrößen erfasst. Gerade letztere besitzen für bestimmte Analysezwecke eine größere Prognosequalität. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass durch eine solche Kennzahlenkombination in bestimmten Fällen gute Analyseergebnisse zu erreichen sind, die es z.B. ermöglichen, insolvenzgefährdete Unternehmen zu erkennen. Neben ihrer Bedeutung für die Finanzanalyse haben die an Bilanzbeständen orientierten Kennzahlen auch eine gewisse Bedeutung für die Bilanz- und Finanzplanung. Da vielfach Kreditinstitute und andere Gläubiger bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit die Finanzierungs- und Bilanzstrukturregeln anwenden, muss eine um Kredit nachsuchende Unternehmung um die Einhaltung dieser Regeln bemüht sein. Sie können daher Nebenbedingungen bei der Bilanz- und Finanzplanung darstellen. I. Kennzahlenanalyse 607 4. Stromgrößenorientierte Kennzahlen Die bestandsorientierten Kennzahlen beschränken sich auf die Analyse der Bilanz und vernachlässigen die Gewinn- und Verlustrechnung als wichtige zusätzliche Informationsquelle. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung lassen sich jedoch zum Teil die erwähnten regelmäßig auftretenden Zahlungsverpflichtungen, wie z. B. Lohn- und Gehaltszahlungen, die aus der Bilanz nicht ersichtlich sind, erkennen. Neben dieser Bedeutung für die Liquiditätsbeurteilung ist die Auswertung der Gewinn- und Verlustrechnung für die Erfolgsanalyse unerlässlich. Außer aus den Aufwendungen und Erträgen der Gewinn- und Verlustrechnung, die Stromgrößen darstellen, können auch aus periodisch aufeinander folgenden Bilanzen durch die Bildung von Bestandsdifferenzen stromgrößenorientierte Kennzahlen gebildet werden. Der informationelle Mindest-Input ist hierbei höher als bei den bestandsorientierten Kennzahlen, da wenigstens zwei Bilanzen zur Verfügung stehen müssen. Anstelle von Beständen sollen die innerhalb eines Zeitraums aufgetretenen Bewegungen (Flows) erfasst werden. Stromgrößenorientierte Verhältniszahlen enthalten meist neben Strom- auch Bestandsgrößen. a) Erfolgskennzahlen aa) Absolute Erfolgskennzahlen Zu den absoluten Erfolgskennzahlen gehören Bilanzgewinn, Jahresüberschuss, geschätzter Steuerbilanzgewinn und Cashflow. Bilanzgewinn Bei Kapitalgesellschaften unterscheidet sich der Bilanzgewinn vom Jahresüberschuss wie folgt: Jahresüberschuss (bzw. Jahresfehlbetrag) + Gewinnvortrag (./. Verlustvortrag) aus dem Vorjahr + Entnahmen aus Kapital- und Gewinnrücklagen ./. Einstellungen aus dem Jahresüberschuss in Gewinnrücklagen (gesetzliche Rücklage, Rücklage für eigene Anteile, satzungsmäßige Rücklage, andere Gewinnrücklagen) = Bilanzgewinn (bzw. Bilanzverlust) Der Bilanzgewinn kann also durch Zuführung zu bzw. Entnahme aus den Rücklagen verringert bzw. erhöht werden und ist daher keine geeignete Maßzahl für den Erfolg einer Unternehmung in einer bestimmten Periode. Bei der Feststellung des Jahresabschlusses einer Aktiengesellschaft durch Vorstand und Aufsichtsrat können diese neben der vorgeschriebenen Zuführung zu der gesetzlichen Rücklage bis zu 50 % des Jahres- überschusses – sofern die Satzung nicht einen höheren Satz zulässt – in die anderen Gewinnrücklagen einstellen (§ 58 Abs. 2 AktG). Über den verbleibenden Rest hat die Hauptversammlung zu befinden, die weitere Teile in die Gewinnrücklagen einstellen oder als Gewinn vortragen kann. Bei Publikumsgesellschaften ist der Bilanzgewinn jedoch meist der Betrag, den Vorstand und Aufsichtsrat bereit sind auszuschütten und von dem nur noch selten Zuführungen zu den offenen Rücklagen durch die Haupt-

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Zusammenfassung

"...gehört zu den etablierten Standardwerken für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung." boerse.de-MAGAZIN

Dieses Lehrbuch und Nachschlagewerk ist das Standardwerk für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung nach deutschem Recht. Neben den wichtigen Methoden der klassischen Finanz- und Investitionstheorie werden auch neue Finanzinstrumente und Erkenntnisse im Bereich der Kapitalmärkte erläutert, sodass dem Leser ein fundierter Überblick über den aktuellsten Stand der Forschung ermöglicht wird.

Aus dem Inhalt

- Management der Vermögensstruktur - Investitionsrechnung und Disposition des Umlaufvermögens

- Wertpapiergeschäfte - Analyse von Aktien und Aktienindizes sowie Wertpapierprogrammentscheidungen und Risikomanagement mit Termingeschäften

- Alternativen der Kapitalaufbringung - Finanzierungsformen, Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik

- Finanzanalyse - Kennzahlenanalyse und Kapitalflussrechnung

- Finanzplanung - Kapitalbedarf- und Liquiditätsplanung, Plananpassung und Kontrolle

Die Autoren

Dr. Dr. h.c. Louis Perridon und Dr. Manfred Steiner waren bis zu ihrer Emeritierung Professoren für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Dr. Andreas Rathgeber ist Professor am Institut Materials Resource Management und am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg.