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3. Besonderheiten bei ausländischen Wertpapieren in:

Louis Perridon, Manfred Steiner, Andreas W. Rathgeber

Finanzwirtschaft der Unternehmung, page 399 - 401

16. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3991-5, ISBN online: 978-3-8006-4900-6, https://doi.org/10.15358/9783800649006_399

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
C. Wertpapiergeschäfte384 Sind die Wertpapiere dem Betriebsvermögen zuzuordnen, so werden die Erträge nicht wie Einkünfte aus Kapitalvermögen, sondern wie Betriebseinnahmen behandelt. Die Bewertung der Papiere richtet sich nach den einschlägigen steuer- und – wegen des Maßgeblichkeitsgrundsatzes – handelsrechtlichen Vorschriften. Hierdurch wird auch das Zuflussprinzip durch das handelsrechtliche Realisationsprinzip ersetzt. Dementsprechend müssen die während der Laufzeit anwachsenden Zins- und Zinseszins- Forderungen bei Auf- und Abzinsungspapieren im Betriebsvermögen zugeschrieben und damit jährlich versteuert werden. Hält eine natürliche Person Anteile einer Kapitalgesellschaft im Betriebsvermögen, kommt es nicht zur Anwendung der Abgeltungsteuer, sondern des sog. Teileinkünfteverfahrens, welches eine Abwandlung des vor der Unternehmensteuerreform 2008 auch für private Kapitaleinkünfte anzuwendende Halbeinkünfteverfahren darstellt. Das Teileinkünfteverfahren bedeutet, dass 40% der entsprechenden Einnahmen (Dividenden oder Veräußerungsgewinne) steuerfrei sind (§ 3 Nr.40 Buchst. a EStG). Demnach sind 60% voll steuerpflichtig und der Einkommensteuerprogression zu unterwerfen. Der für private Kapitaleinkünfte anzuwendende Sparer-Pauschbetrag gilt für das Teileinkünfteverfahren nicht. Allerdings dürfen 60% der mit den Kapitaleinkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Werbungskosten steuermindernd berücksichtigt werden (§3c Abs. 2 EStG). Das Teileinkünfteverfahren muss ebenfalls zwingend für Veräußerungsgewinne von im Privatvermögen gehaltenen Anteilen angewandt werden, falls innerhalb der vorangegangenen fünf Jahre eine Beteiligung von mindestens 1% vorlag (§17 Abs.1 EStG). Von großer Bedeutung ist die Tatsache, dass bei Gewerbetreibenden die Wertpapiereinkünfte der Gewerbesteuer unterliegen. Zur Entlastung von Personenunternehmen erfolgt allerdings eine Anrechnung des 3,8-fachen des Gewerbesteuer-Messbetrags auf die Einkommensteuer. Die Anrechnung ist auf die Höhe der tatsächlichen Gewerbesteuerbelastung bzw. auf denjenigen Anrechnungsbetrag, der zu einer Einkommensteuer von 0 EUR führt, begrenzt. In der Praxis führt das Teileinkünfteverfahren in Verbindung mit der Anrechenbarkeit der Gewerbesteuer dazu, dass sich regelmäßig nur im Falle sehr hoher Differenzsteuersätze der Anteilseigner bezogen auf die Kapitaleinkünfte ein Halten der Wertpapiere im Privatvermögen gegenüber dem Halten im Betriebsvermögen steuerlich vorteilhaft auswirkt.267 3. Besonderheiten bei ausländischen Wertpapieren Ausländische Wertpapiererträge unterliegen der deutschen Kapitalertragsteuer grundsätzlich genauso wie inländische. Oftmals werden Erträge aus ausländischen Wertpapieren, insbesondere Dividenden ausländischer Kapitalgesellschaften, im Ausland jedoch analog zur deutschen Besteuerung mit einer Quellensteuer belastet. Besteht zwischen der Bundesrepublik und dem betreffenden Land ein Doppelbesteuerungsabkommen, so kann eine Befreiung von der ausländischen Steuer vorgesehen sein (Freistellungsmethode). Häufiger beinhalten die Abkommen jedoch eine nachträgliche Ermäßigung oder teilweise Erstattung der ausländischen Quellensteuer noch in dem jeweiligen Land. In diesem Fall und im Fall, dass kein Doppelbesteuerungsabkommen 267 Vgl. Haberstock, Breithecker, Einführung in die Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, 15. Auflage, Berlin 2010, S.78 ff. VI. Die Besteuerung von Wertpapieren 385 besteht, ist eine etwaige ausländische Quellensteuer nach der Anrechnungsmethode auf die deutsche Kapitalertragsteuer (maximal jedoch in Höhe der deutschen Kapitalertragsteuer) anzurechnen (§32d Abs. 1 und 5, §34c Abs. 1 sowie §43a Abs. 3 EStG). Eine Anrechnung ausländischer Körperschaftsteuer ist aufgrund der nicht identischen Steuersubjekte (Kapitalgesellschaft vs. natürliche Person) nicht möglich. Die Regelung führt dazu, dass die inländische Depotbank die Abgeltungsteuer als Kapitalertragsteuer auch für ausländische Kapitalerträge, die bereits mit einer Quellensteuer belegt sind, in der richtigen Höhe einbehalten kann. Falls ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, ist die Depotbank allerdings nur befugt, die Quellensteuer in der Höhe anzurechnen, welche im jeweiligen Abkommen festgesetzt ist. Oftmals besteht die Möglichkeit, den verbleibenden Steuerbetrag vom ausländischen Quellenstaat erstattet zu bekommen. Dies stellt häufig jedoch eine schwierige und langwierige Prozedur dar. Die Bundesrepublik hat derzeit mit über 80 Staaten Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Darunter befinden sich fast alle wichtigen Industrienationen. Keine Abkommen bestehen hingegen mit „Steueroasen“ wie Monaco oder Liechtenstein. Weiterführende Literatur zur Besteuerung von Wertpapieren Blümich, W.: Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, Kommentar, 100. Ergänzungslieferung, Stand September 2008. Blumenberg, J.; Benz, S.: Die Unternehmensteuerreform 2008, Köln 2007. Haberstock, L.; Breithecker, V.: Einführung in die Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, 15.Auflage, Berlin 2010. Höreth, U.; Ortmann-Babel, M.: Die Unternehmensteuerreform 2008, Bonn/Berlin 2007. Rödder, T.: Unternehmensteuerreformgesetz 2008, in: Beihefter zu Deutsches Steuerrecht 45 (2007), S. 1–20. Schreiber, U.: Besteuerung der Unternehmen, 2. Auflage, Berlin 2008. DAlternativen der Kapitalaufbringung Kapitelübersicht I. Systematisierungsansätze der Finanzierungsformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 389 II. Außenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 392 1. Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 392 2. Grundlagen der Kreditfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 415 3. Langfristige Kreditfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 427 4. Kurzfristige Kreditfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 455 5. Kreditsubstitute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 474 Weiterführende Literatur zur Systematisierung der Finanzierungsformen und Außenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 497 Fragen: Systematisierung der Finanzierungsformen und Außenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 498 III. Innenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 502 1. Definition und Systematisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 502 2. Selbstfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 503 3. Finanzierung aus Umsatzeinzahlungen mittels Abschreibungen . . . . . . . . 510 4. Finanzierung aus Umsatzeinzahlungen mittels Rückstellungen . . . . . . . . . 515 5. Finanzierung durch Vermögensumschichtung (Kapitalfreisetzung) . . . . . 517 Weiterführende Literatur zur Innenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 517 Fragen: Innenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 517 IV. Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 518 1. Kapitaltheoretische Ansätze zur Optimierung der Unternehmensfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 518 2. Financial Leverage und Kapitalkosten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 520 3. Verschuldungsanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 528 4. Verfahren der Kapitalkostenbestimmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 546 5. Finanzierungskostenvergleich unter besonderer Berücksichtigung der Steuerbelastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 556 6. Die Bedeutung der Ausschüttungsentscheidung für die optimale Unternehmensfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 560 7. Einsatz von Risikomanagementinstrumenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 563 Weiterführende Literatur zu Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik . . 566 Fragen: Kapitalstruktur und Kapitalkosten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 567

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Zusammenfassung

"...gehört zu den etablierten Standardwerken für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung." boerse.de-MAGAZIN

Dieses Lehrbuch und Nachschlagewerk ist das Standardwerk für den gesamten Bereich der Investition und Finanzierung nach deutschem Recht. Neben den wichtigen Methoden der klassischen Finanz- und Investitionstheorie werden auch neue Finanzinstrumente und Erkenntnisse im Bereich der Kapitalmärkte erläutert, sodass dem Leser ein fundierter Überblick über den aktuellsten Stand der Forschung ermöglicht wird.

Aus dem Inhalt

- Management der Vermögensstruktur - Investitionsrechnung und Disposition des Umlaufvermögens

- Wertpapiergeschäfte - Analyse von Aktien und Aktienindizes sowie Wertpapierprogrammentscheidungen und Risikomanagement mit Termingeschäften

- Alternativen der Kapitalaufbringung - Finanzierungsformen, Kapitalstruktur und Verschuldungspolitik

- Finanzanalyse - Kennzahlenanalyse und Kapitalflussrechnung

- Finanzplanung - Kapitalbedarf- und Liquiditätsplanung, Plananpassung und Kontrolle

Die Autoren

Dr. Dr. h.c. Louis Perridon und Dr. Manfred Steiner waren bis zu ihrer Emeritierung Professoren für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg. Dr. Andreas Rathgeber ist Professor am Institut Materials Resource Management und am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg.