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10.3 Phase der Akkulturation in:

Michael Schugk

Interkulturelle Kommunikation, page 432 - 432

Grundlagen und interkulturelle Kompetenz für Marketing und Vertrieb

2. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8006-4888-7, ISBN online: 978-3-8006-4889-4, https://doi.org/10.15358/9783800648894_432

Bibliographic information
Vahlen – Allg. Reihe – Schugk – Interkulturelle Kommunikation in der Wirtschaft (2. Aufl.) – Herst.: Frau Deuringer Status: Imprimatur Datum: 25.08.2014 Seite 416 Vahlen – Allg. Reihe – Schugk – Interkulturelle Kommunikation in der Wirtschaft (2. Aufl.) – Herst.: Frau Deuringer Status: Imprimatur Datum: 25.08.2014 Seite 417 416 10 Der Prozess der Akkulturation die Gastkultur an Beruf und private Lebensführung stellen sowie die Kompetenz des Einzelnen, sich in ungewohnten und fremdartigen Situationen zurechtzufinden bzw. selbige zu meistern, eine nicht zu vernachlässigende Rolle23. 10.3 Phase der Akkulturation Im dritten Abschnitt, der sog. Phase der Akkulturation, erfolgt zunächst eine erste, dann sich verstärkende Anpassung an die neue Kultur24. Die zuvor in der Phase des Kulturschocks erlebte Krise mindert sich, eine Erholung und Genesung von der durchlebten Krise tritt ein. Darüber hinaus werden sogar einige lokale Werte übernommen und generell findet sich die entsprechende Person unter den neuartigen Bedingungen nun besser zurecht. Zudem wächst ein Gefühl der sozialen Integration, was nicht zuletzt auf sich verbessernde Sprachkenntnisse und wachsendes Selbstvertrauen zurückzuführen ist25. Des Weiteren tritt nunmehr ein Abfinden mit den neuen, täglichen Problemen zu Tage, es stellt sich eine Gewöhnung an die Fremdartigkeiten ein, übertriebene Illusionen werden aufgegeben. Die Anpassung kann sogar soweit gehen, dass sie objektiv auf körperlicher Ebene zu beobachten ist. So zeigen Untersuchungen, dass männliche Versuchspersonen nach mehrwöchiger Arbeit bei extremen Temperaturen eine um ca. 30 % höhere Schweißabgabe haben26. In der Frühzeit der Internationalisierung musste ein Drittel aller im Ausland eingesetzten Expatriates „aufgrund mangelhafter Funktionserfüllung“ vorzeitig zurück in das Heimatland geholt werden27. Die spezifischen Belastungen eines Auslandseinsatzes für die betroffenen Mitarbeiter sowie deren Familien spiegeln sich auch in den Misserfolgsquoten von Auslandsentsendungen wider. So variiert die in der Literatur genannte Abbruchrate je nach Studie mit Fehlschlagshäufigkeiten in Höhe von 15 bis 50 %. Der hieraus entstehende Schaden für das Unternehmen liegt nach unterschiedlichen Schätzungen und in Abhängigkeit vom jeweiligen Einzelfall zwischen 250.000 und 1.000.000 US-Dollar pro Fehlschlag. Im Rahmen einer Studie über die Auslandsentsendung haben Black und Gregersen Ende der 1990er Jahre die Situation in 750 US-amerikanischen, europäischen und japanischen Unternehmen untersucht. Das Ergebnis der Studie bestätigt die Tendenz früherer Untersuchungen. So haben zwischen 10 und 20 % aller ins Ausland entsendeten Manager ihren Aufenthalt vorzeitig abgebrochen. Die Gründe hierfür reichen von Unzufriedenheit mit der neuen Aufgabe oder der neuen Umgebung bis zur Nicht-Erfüllung der Unternehmenserwartungen28. Schließlich sei darauf hingewiesen, dass die Akkulturation mit einer Dekulturation einhergeht. „Through the processes of deculturation and acculturation, some of the „old“ cultural habits are replaced by new cultural habits.”29 10.4 Phase der Stabilisierung In der vierten und letzten Phase, der Stabilisierungsphase, zeigt sich der maximal mögliche Anpassungsgrad an eine fremde Kultur, der individuell verschieden ist. Die jeweilige Person hat in Beziehung zur lokalen Lebenssituation ein gewisses emotionales Gleichgewicht gefunden, welches gleichwohl den üblichen 10.3 Phase der Akkulturation 10.4 Phase der Stabilisierung

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Zusammenfassung

Kompetenz zur Interkulturellen Kommunikation für jeden Markt der Welt

Kommunikation in der Wirtschaft ist von essentieller Bedeutung und unabdingbar für den Erfolg, wobei die fortschreitende Globalisierung und Internationalisierung die Interkulturelle Kommunikation immer bedeutsamer machen. Erst die Kenntnis kultureller Unterschiede und Besonderheiten ermöglicht eine erfolgreiche Kommunikation auch zwischen Vertretern unterschiedlicher Kulturen.

Dieses Buch gibt kulturübergreifend einen umfassenden Überblick über

- Begriffe der Kommunikation und Kultur

- Interkulturelle Besonderheiten in der interpersonalen und massenmedialen

- Kommunikation (Interkulturelle Marketing-Kommunikation)

- Verbale und nonverbale Kommunikation

- Kulturvergleichende Studien (z.B. GLOBE-Studie)

- Neuere Forschungsgebiete wie Interkulturelle Kommunikationspsychologie und Kulturelle Neurowissenschaft

Durch zahlreiche Fallbeispiele und Fallstudien eignet sich dieses Buch für die Aus- und Weiterbildung an Universitäten, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie für die Praxis.