Content

Aufgabe 8.15: Shareholdervalue-Ansätze in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul, Gerd Waschbusch

Investition in Übungen, page 270 - 273

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3659-4, ISBN online: 978-3-8006-4881-8, https://doi.org/10.15358/9783800648818_270

Series: Vahlens Übungsbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Gesamtbewertung von Unternehmen als Anwendungs/all der Investitionsrechnung 249 Teilaufgabe c) Marktwert des Eigenkapitals (MWEK) der "Weiterbildungs-GmbH" nach der Nettomethode (Equity Approach): Beträge in TEUR: Zeitpunktt 1 2 3 ab4 Netto-Casht1ow 1.500 500 2.000 2.500 - Kapitaldienst - 500 - 300 - 800 - 300 = Free-Casht1ow = 1.000 = 200 = 1.200 = 2.200 Der MWEK ergibt sich, indem sämtliche Free-Cashflows mit dem Eigenkapitalkostensatz (rEK = 12,45 % p. a.) diskontiert werden. MWEK = l.000 + ~ + l.200 + 2.200 + 2.200 . _1_ 1,12451 1,1245 2 1,12453 1,12454 0,1245 1,12454 = 14.318,62003 "" 14.318,62 TEUR Teilaufgabe d) Die Ergebnisse stimmen deshalb nicht überein, weil die Netto-Cashflows im Rahmen des Entity Approachs (Bruttomethode) mit dem gewichteten Kapitalkostensatz k diskontiert werden, während bei dem Equity Approach (Nettomethode) die Abzinsung mittels des Eigenkapitalkostensatzes rEK erfolgt. Weiterhin werden die Zahlungen an die Fremdkapitalgeber beim Equity Ansatz mit dem Eigenkapitalkostensatz rEK, die Zahlungen beim Entity Ansatz hingegen mit dem Fremdkapitalzinssatz rpK diskontiert. Die unterschiedlich hohen Zinssätze und die Vorgehensweise bei der Ermittlung des MWEK determinieren die Differenz zwischen dem MWEK nach der Bruttomethode und dem MWEK nach der Nettomethode. Aufgabe 8.15: Shareholdervalue-Ansätze Entwickeln Sie in einem Schaubild den Zusammenhang zwischen den DCF- Verfahren und den Methoden des Controllings zur Bewertung von Geschäftsbereichen, den sog. Shareholdervalue-Ansätzen! Verwenden Sie in diesem Zusammenhang auch die wichtigsten Begriffe aus dem EVA-Konzept und dem CFROI-Konzept! 250 Investition in Übungen Lösung Das Shareholdervalue-Konzept ist in der Betriebswirtschaftslehre nur zum Teil neu, da in der Investitionstheorie die Entscheidungsregel, eine Investition nur dann durchzuführen, wenn aus ihr ein positiver Kapitalwert resultiert, klassisches Gedankengut ist. Der Ertragswert wurde bisher zur Bewertung von Unternehmen und Unternehmensteilen herangezogen. Nach dem Shareholdervalue-Ansatz wird der Ertragswert nun zur strategischen Steuerung und Kontrolle ganzer Unternehmen, einzelner Konzerngesellschaften und Geschäftsbereiche eingesetzt. Die Beziehungen zwischen "Shareholdervalue-Konzepten" und den "DCF-Verfahren" lassen sich anhand der folgenden Abbildung darstellen. Dabei bedeuten: BIE: Bruttoinvestitionsbasis; CVA: Cash Value Added; MVA: Market Value Added; MWEK: Marktwert des Eigenkapitals; MWGK: Marktwert des Gesamtkapitals; MWFK: Marktwert des Fremdkapitals; DCF: Discounted Cashflow; EVA: Economic Value Added; CFROI: Cashflow Return On Investment. Gesamtbewertung von Unternehmen als Anwendungs/all der Investitionsrechnung 251 Shareholdervalue Kapitalwert auf Grundlage von EV At (1 = 1 , ... ,T) und EVA<:\\'ig = Market Valne Addcd(MVA) + Kapitalwert auf Grundlage von CV Al (l = I , ... ,T) und CV A,wig Sprcad * BIB, = Cash Value Added. + L-________ E_c_o_no_m _ ic_B_u_u_k_v _ al_u_c ________ ~1 LI ______ B_r_u_t_to_i_nv_c_'S_ti_ti_on_s_·b_a_Si_S_(B __ IB_) ______ ~ + Marktwert des nicht betriebsnotwendigen Vermögens + Marktwert des nicht betriebsnotwendigen Vermögens .. _- - - ------ - - ------ - - - ----- - - - --I 1..---------, ---+ Berechnungskomponenten - - - + Prognose des ___ + Fortführungswertes Net Operating Profit After Taxes, NOPAT Abbildung J 4: Systematisierung der Shareholdervalue-Ansätze69 69 Geringfügig modifiziert entnommen aus Bieg, Hartmut; Kußmaul, Heinz: Investition, 2. Aufl" München 2009, Kapitel 2,8,5, 9 Entscheidungen über Finanzinvestitionen 9.1 Die Analyse festverzinslicher Wertpapiere Aufgabe 9.1: Risikoanalyse Die Beurteilung von (internationalen) Anleihen durch sogenannte Ratingagenturen erfolgt i. d. R. nach dem Top-Down-Prinzip, d. h., ausgehend vom Länderrisiko werden das Branchenrisiko, die unternehmensspezifischen und schließlich die gläubigertitelspezifischen Risiken untersucht. Erläutern Sie diese Risiken, die in das Rating-Urteil eingehen! Lösung Das Länderrisiko ist dadurch gekennzeichnet, dass aufgrund wirtschaftlicher und/oder politischer Instabilität eines Landes der Transfer der geschuldeten Leistung durch den ausländischen Schuldner verhindert wird. Dabei unterscheidet man zum einen das Konvertierungsrisiko, bei dem es dem ausländischen Schuldner aufgrund einer bestehenden Devisenknappheit seines Sitzlandes nicht mehr möglich ist, die Währung des Sitzlandes in die geschuldete Währung zu konvertieren. Zum anderen unterscheidet man das Transferrisiko, also die Gefahr, dass der ausländische Schuldner aufgrund politischer Beschränkungen seitens seines Sitzlandes seine Leistung nicht mehr erbringen darf. Mit dem Branchenrisiko werden sowohl die Zukunftsperspektiven als auch die Konkurrenzsituation eines Wirtschaftssektors (einer Branche) beurteilt. Neben staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die betrachtete Branche werden bei der Ermittlung des Rating-Urteils die Abhängigkeit dieser Branche von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der technologische Fortschritt innerhalb dieser Branche, die Wechselkursabhängigkeit dieser Branche sowie Schwierigkeiten, die beim Markteintritt in diese Branche bzw. beim Marktaustritt aus dieser Branche bestehen, berücksichtigt. In den unternehmensspezifischen Risiken werden das Geschäftsrisiko und das finanzielle Risiko zusammengefasst. Die Qualität des Managements, die Technologie, das Marketing und die Effizienz des Emittenten des Gläubigertitels beeinflussen dabei die Bewertung des Geschäftsrisikos. Das finanzielle Risiko wird dagegen anhand einer standardisierten Analyse von Jahresabschlusskennzahlen beurteilt, wobei vor allem die zukünftige Ertragsfähigkeit des Emittenten des Gläubigertitels prognostiziert werden soll. Um die Aus-

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Investition in Übungen.

Alles zum Thema Investitionen bietet dieses Übungsbuch. Sie erhalten zahlreiche Anhaltspunkte zur Lösung von Investitionsfragen. Die über 140 Übungen mit umfangreichen Lösungen sind der Schlüssel zum Methodenverständnis und die Voraussetzung für den Prüfungserfolg. Damit verfügen Sie über mehr Sicherheit beim Umgang mit den zentralen Verfahren des Investitionsmanagement.