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Aufgabe 8.9: IDW S 1 in:

Hartmut Bieg, Heinz Kußmaul, Gerd Waschbusch

Investition in Übungen, page 251 - 254

2. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8006-3659-4, ISBN online: 978-3-8006-4881-8, https://doi.org/10.15358/9783800648818_251

Series: Vahlens Übungsbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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230 Teilaufgabe b) Übergewinn: Investition in Übungen Der Teil des jährlichen Gewinns, der über den Nonnalgewinn hinausgeht. G ü = G-GN = G-i ·TRW = 1.100-1.000 = 100 TEUR Dabei gilt: G ü : Übergewinn; G : erwarteter durchschnittlicher Gewinn; G N : Normalgewinn. Teilaufgabe c) Unternehmenswert bei einer befristeten diskontierten Übergewinnabgeltung: UW = TRW + G ü . RBF(i ü %/n Jahre) Dabei gilt: n : Übergewinndauer; iü : Zinssatz für den Übergewinn. UW = 10.000 + JOO· RBF(i = 25 %/n =8 Jahre) = 10.000 + 100· 3,328911 = + 10.332,89 TEUR Teilaufgabe d) Übergewinne gelten im Rahmen der Übergewinnabgeltungsmethode als nicht dauerhaft; nur der Normalgewinn wird als nachhaltig und dauerhaft in seinem zeitlichen Anfall angesehen.59 Als Konsequenz daraus resultiert nun, dass die Übergewinne nur für eine bestimmte Zeitspanne - die sogenannte Übergewinndauer - im Rahmen des Unternehmensgesamtwerts zu berücksichtigen sind. Aufgabe 8.9: IDWSl Erläutern Sie die Berücksichtigung von Steuern bei der Ermittlung objektivierter Unternehmenswerte nach dem Standard IDW SI! 59 Vgl. Bieg, Hartrnut; Kußmaul, Heinz: Investition, 2. Aufl., München 2009, Kapitel 2.8.2. Gesamtbewertung von Unternehmen als Anwendungslall der Investitionsrechnung 231 Lösung Der Wert eines Unternehmens bestimmt sich durch die Höhe der den Anteilseignern zufließenden Nettozuflüsse, zu deren Ermittlung neben den inländischen und ausländischen Ertragsteuern des Unternehmens selbst grundsätzlich auch die persönlichen aufgrund des Eigentums am Unternehmen entstehenden Ertragsteuern der Anteilseigner zu berücksichtigen sind. Prinzipiell sind die individuellen steuerlichen Verhältnisse der Anteilseigner zu berücksichtigen; hierbei ist zu unterscheiden, welche Rechtsform der einzelne Anteilseigner aufweist und ob es sich um einen Steuerinländer oder -ausländer handelt. Problematisch ist dabei aber oftmals die bestehende Heterogenität der an einem zu bewertenden Unternehmen beteiligten Anteilseigner, welche unterschiedliche steuerliche Verhältnisse aufweisen, was in der Praxis eine Typisierung der steuerlichen Verhältnisse der Anteilseigner notwendig macht. 60 Zur Ermittlung objektivierter Unternehmenswerte empfiehlt der IDW die folgenden anlassbezogenen Typisierungen der steuerlichen Verhältnisse der Anteilseigner: 61 unmittelbare Typisierung: Bei gesetzlich (bspw. Squeeze out) und vertraglich (bspw. Ein- und Austritt von Gesellschaftern aus einer Personengesellschaft) bedingten Bewertungsanlässen erfolgt die Berechnung des objektivierten Unternehmenswerts aus der Perspektive einer inländischen unbeschränkt steuerpflichtigen natürlichen Person, welche ihre Anteile im Privatvermögen hält, und unter unmittelbarer Typisierung der steuerlichen Verhältnisse der Anteilseigner. Durch die Typisierung soll verhindert werden, dass der objektivierte Unternehmens wert - bei gegebenen unterschiedlichen Einkommensverhältnissen der beteiligten Anteilseigner - von individuell unterschiedlichen Steuersätzen abhängig gemacht wird. Sowohl die finanziellen Überschüsse als auch der Kapitalisierungszinssatz sind durch den Einfluss persönlicher Ertragsteuern, für die sachgerechte Annahmen zu treffen sind, zu modifizieren. 60 Vgl. Ernst, Dietmar; Schneider, Sonja; Thielen, Björn: Unternehmensbewertungen erstellen und verstehen, 3. Aufl., München 2008, S. 104-105. 61 Vgl. dazu IDW: IDW Standard: Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen (IDW SI i. d. F. 2008), in: IDW-Fachnachrichten 2008, S. 271-292, hier insb. S.276-278 und m. w. N. Wagner, Woll gang: Die Unternehmensbewertung, in: WP- Handbuch, Band H, hrsg. vom Institut der Wirtschaftsprüfer, 13. Auf!., Düsseldorf 2007, S. 1-196, Rn. 78-79 und Rn. 104-107. 232 Investition in Übungen Bei der Bewertung eines Einzelunternehmens oder einer PersonengeseIlschaft sind stets - aufgrund der transparenten Besteuerung62 - die persönlichen Ertragsteuern der Anteilseigner zu berücksichtigen. Bei Bewertungen aus Sicht eines unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Inländers wird i. d. R. ein typisierter Steuersatz i. H. v. 35 % als angemessen und vertretbar angesehen. Eine zusätzliche Berücksichtigung von Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag erfolgt bei dieser Typisierung nicht. Aufgrund der Möglichkeit zur teilweisen Anrechnung der Gewerbesteuer ist die typisierte Einkommensteuer noch um die Gewerbesteueranrechnung zu modifizieren.63 Für im Privatvermögen gehaltene Anteile an Kapitalgesellschaften, die keine Beteiligungen i. S. d. § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG sind, ist die Abgeltungsteuer zu berücksichtigen: folglich ist eine definitive Steuerbelastung i. H. v. 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag zu verwenden.64 mittelbare Typisierung: Bei der mittelbaren Typisierung liegt die Annahme zugrunde, dass die Besteuerung der Nettozuflüsse beim Anteilseigner der Besteuerung der Zuflüsse aus einer Alternativinvestition in ein Aktienportfolio entspricht. Es erfolgt keine Berücksichtigung persönlicher Ertragsteuern bei der Ermittlung finanzieller Überschüsse und des Kalkulationszinssatzes. Die Berücksichtigung der persönlichen Steuern erfolgt aber mittelbar durch die Verwendung von am Kapitalmarkt beobachteten Renditen im Diskontierungszinssatz; diese Renditen haben sich unter dem Einfluss der persönlichen Besteuerung der Investoren am Kapitalmarkt gebildet, weswegen eine nochmalige Berücksichtung von Steuern im Zinssatz obsolet ist. Eine mittelbare Typisierung ist im Rahmen von Unternehmensveräußerungen und anderen unternehmerischen Initiativen, bei denen der Wirtschaftsprüfer als neutraler Gutachter tätig ist (bspw. Fairness Opinions, Kreditwürdigkeitsprüfungen), sachgerecht. 62 Vgl. hierzu Kußmaul, Heinz: Betriebswirtschaftliehe Steuerlehre, 5. Aufl., München 2008, S. 430. 63 Die Gewerbesteuer wurde bereits auf Ebene der Gesellschaft in den finanziellen Überschüssen berücksichtigt. 64 Vgl. weiterführend Wagner, Wolfgang: Die Unternehmensbewertung, in: WP-Handbuch, Band TI, hrsg. vom Institut der Wirtschaftsprüfer, 13. Aufl., Düsseldorf 2007, S. 1-196, Rn. 107. Gesamtbewertung von Unternehmen als Anwendungs/all der Investitionsrechnung 233 Aufgabe 8.10: Free Cashflow (FCF)-Verfahren Skizzieren Sie in grundlegender Weise die Berechnungen des Unternehmenswerts nach dem "Free Cashflow (FCF)-Verfahren"! Lösung + ~ " '0 " " .:: " 0 .~ 'l:. '§.<=1 " § " -5i " "'u " U .~ " CD 01) > .§ .§ s " ~ 01) '2 " cO :::; "t: > " -E 0 CI1 .5 ..: '" ~ + ~{ ~ ~ " ~ " :0 " " '" 01) 2' => " i3 => ..:.8 ;> 2l => ~~ ~ C/l .0 'S '" " "§ 2~ .0 " il ~ => Il) :;::S " => .~ ~ 00 " 2l .0 ~ ~ C/l ..: 0 ;; Abbildung 12: Berechnung des Unternehmenswerts nach dem Free Cashflow (FCF)- Verjahren65 65 Modifiziert entnommen aus Meyersiek, Dietmar: Unternehmenswert und Branchendynamik, in: Betriehswirtschaftliche Forschung und Praxis 1991, S. 235.

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Zusammenfassung

Investition in Übungen.

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