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V. Methoden der Managementforschung in:

Wolfgang H. Staehle, Peter Conrad, Jörg Sydow

Management, page 108 - 114

Eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive

8. Edition 1999, ISBN print: 978-3-8006-2344-0, ISBN online: 978-3-8006-4874-0, https://doi.org/10.15358/9783800648740_108

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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C. Wissenschaftliche Aussagen über Management 95 nalauswahl, Repräsentation auf S. 83) sind wegen geringer Besetzung hier nicht berücksichtigt worden. V. Methoden der Managementforschung Mit Management befaßt sich im deutschsprachigen Raum bislang keine eigenständige Disziplin. Managementfunktionen, Managementhandeln und der Zusammenhang beider mit betrieblichem bzw. organisationalem Erfolg und ggf. sozialen Folgen bilden die grundlegende Domaine der Managementforschung, ihren Gegenstands- oder Themenbereich. Dieser kann formal - als Menge von Problemfeldern beschrieben werden, die einerseits in unterschiedlichen Einzelwissenschaften mit erfahrungswissenschaftlichen Methoden und mittels modellanalytischer Verfahren untersucht werden. Andererseits werden verschiedene Integrationsansätze (vgl. 1. C. III) diskutiert, die die Grundlage einer Interdisziplin Management abgeben können. Im allgemeinen werden die Methoden empirischer Sozialforschung einschließlich der Modellanalysen angewendet. Sieht man einmal von den Unterschieden in den Konstitutionsmöglichkeiten einer Managementlehre und -forschung ab (vgl. dazu im einzelnen z.B. Wunderer 1995, Osterloh/Grand 1995, Witt 1995, Schanz 1997), so besteht trotz erkennbarer deutlicher Auffassungsdifferenzen in einzelnen Aspekten weitgehend Einigkeit darin, daß die Managementwissenschaft interdisziplinär ist. Die Betriebswirtschaftslehre dient hierbei als Grundlagenwissenschaft (so: Albach 1988) und bildet die integrationsanleitende Disziplin. Die Interdisziplinarität entsteht durch die problemfeldspezifische Berücksichtigung von theoretischen Annahmen, Bezugsrahmen und Methoden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einschließlich der Verhaltenswissenschaften sowie Teilen der Rechts- und Ingenieurwissenschaften. Interdisziplinarität ist demzufolge keine ‚Addition‘ der Erkenntniszugänge aus Einzeldisziplinen (vgl. Conrad 1988), vielmehr bedarf es einer integrierenden Leitlinie. Dabei steht die Interdisziplin Management vor einer dreifachen Schwierigkeit: • In den zu berücksichtigenden Einzelwissenschaften existiert keine einheitliche Auffassung über die jeweils zugrundeliegenden Auswahlprinzipien. • Ein verbindlicher oder für die Managementforschung spezifischer Methodenkanon ist ebenfalls nicht verfügbar. • Über vereinheitlichende Bezugsrahmen für eine interdisziplinäre Sicht wird bislang kontrovers diskutiert. Man ist daher auch in der Managementforschung mit der Standardsituation in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften konfrontiert, daß hetero- 96 Teil 1: Management als Gegenstand von Forschung und Lehre gene Programmvorschläge mit unterschiedlichen Kategorien und Methoden vorliegen, die in vielen Aspekten weder konzeptionell noch methodisch wechselseitig anschlußfähig sind. Dieser Zustand ist keineswegs Ausdruck moderner Theoriebildung oder gar post-moderner Beliebigkeit. Die wissenschaftshistorische Analyse des Wandels der Lehrmeinungen und Auffassungen (vgl. zusammenfassend z.B. Hundt 1977, Wagner 1990, Walter-Busch 1991) in der Grundlagendisziplin Betriebswirtschaftslehre selbst zeigt dies. Von ihren Anfängen bis heute lassen sich stark unterschiedliche Lehrmeinungen und Grundpositionen ausmachen, die immer noch nachwirken. Die aktuellen Debatten über Anspruch, Leistungsfähigkeit und Anwendungsgrenzen verhaltensorientierter oder ökonomischer Forschungsansätze sind ein weiterer Beleg für die Auseinandersetzung um die Tragfähigkeit unterschiedlicher Grundauffassungen innerhalb eines Faches. Vergleichbar dazu finden auch kontroverse Diskussionen in wesentlichen Teilbereichen der Managementforschung selbst statt (vgl. für die Forschungsgebiete Organisation oder Personal jüngst z.B.: Reed/Hughes 1994, Schneider 1995, Witt 1995, Palmer/Clegg 1996, Steinmann/Hennemann 1996, Weibler 1996, Alewell 1996, Föhr 1997, Neuberger 1997, Schanz 1997, Klimecki/Gmür 1998). Der Versuch, einen dauerhaften Konsens in den Grundauffassungen herstellen zu wollen, dürfte demnach ein trügerisches Unterfangen sein. Die Vielfalt der Auffassungen läßt sich eben nicht nur als konzeptionelle, methodische oder modische Beliebigkeit interpretieren, sondern auch als Ausdruck des kreativen Wachstums der Managementforschung deuten. Zur Beliebigkeit würde sie erst dann, wenn die kritische und häufig kontroverse Diskussion über die Leistungsfähigkeit und das Leistungspotential grundlegender Forschungsansätze oder Methoden ausbliebe, die intensiven Debatten um die Ausrichtung der modernen Managementforschung (vgl. dazu im Überblick B. III) zeigen deutlich die aktive wissenschaftliche Ideenkonkurrenz. Sie hilft mit, die Wahl von Forschungsprogrammen, Theorien, Bezugsrahmen und Methoden rational zu steuern (vgl. z.B. Ramsay 1996, Schanz 1997). Da im wissenschaftlichen Meinungsstreit handfeste, empirische Belege für die Vorteilhafttigkeit einer bestimmten Grundauffassungen nicht immer umgehend, überzeugend oder empirisch klar auf der Hand liegen, sind in diesen Diskussionen auch die theoriepolitischen Gehalte zu benennen und zu berücksichtigen. Denn diese können die grundsätzliche Fortschrittsidee mitbeeinflussen und auch beeinträchtigen (vgl. Türk 1999, Clegg et al. 1996). Auch öffnen oder schließen sich je nach Mehrheitssituation die Durchsetzungschancen und Möglichkeiten des Reputationserwerbs für Fachvertreter im jeweiligen Wissenschaftssystems (vgl. Witt 1995, S. 71 ff.). Die Managementforschung stellt u.E. heute ein lose gekoppeltes Netzwerk von Forschungsansätzen oder -programmen dar, die in mehr oder weniger abgegrenzter Arbeitsteilung Problemlösungen für die theoretischen C. Wissenschaftliche Aussagen über Management 97 und angewandten Fragen ihres Faches erarbeitet (vgl. grundsätzlich zu dieser Interpretation: Herrmann 1979). Wie die Darstellung der historischen Entwicklung der Managementforschung in Abschnitt B zeigt, haben sich die Problemfelder und methodischen Herangehensweisen der Managementforschung im Zeitablauf erheblich verändert und erweitert. Wesentlich bedingt wurden und werden diese Veränderungen durch den Anwendungsbezug, da die Handlungsprobleme des Managements als wichtiger Forschungsbereich laufenden Änderungen unterliegen (Praxis-Theorie Diskurse). Veränderte Fragestellungen fließen wiederum in zugrundegelegte Bezugsrahmen ein und führen - angeregt durch den eigenständigen innertheoretischen Diskurs - zu neuen An- und Einsichten über Management. Nicht zuletzt werden so Innovationen für die Managementpraxis vorangetrieben. Zwar ist der Praxisbezug der Erkenntnisse der Managementforschung unstrittig, die wissenschaftliche Analyse des Praxisvollzugs hingegen - die Erforschung, wie sich die Umsetzung oder Verwendung von Erkenntnissen der Managementforschung in der betrieblichen Praxis konkret vollzieht - aber bislang nur unzureichend geklärt (vgl. Schauenberg 1994). Die integrative Managementforschung beruht häufig auf Bezugsrahmen, deren Entwicklung und Anwendung sich einer einzelnen Herkunftsdisziplin nicht länger zurechnen läßt. Vergleichbar mit dem einzelwissenschaftlichen Vorgehen werden mittels dieser komplexen Annahmegefüge Studien durchgeführt, um ein praktisches oder theoretisches Problem zu lösen. Die Bestimmung des Lösungspotentials, die Verwendbarkeitserprobung und die systematische Weiterentwicklung der Konzeptionen sind dabei wichtige theoretische Aufgaben. Die Tauglichkeit bestimmter Theorien oder Grundannahmen zur Lösung theoretischer oder angewandter Fragestellungen läßt sich aber nur problemstandspezifisch ermitteln. Man kommt so zu Aussagen über die Menge an Anwendungsfällen, für die sie sinnvolle Erklärungen liefern. Daraus läßt sich die zukünftige theoretische Ergiebigkeit zwar folgern, nicht aber fixieren (vgl. Herrmann 1979, S. 34). Deshalb macht der Versuch, Erkenntnisreservate errichten zu wollen, zumindest wissenschaftlich wenig Sinn. Betrachtet man die intensive Auseinandersetzung der letzten Jahre um den Stellenwert verhaltenswissenschaftlicher und ökonomischer Auffassungen unter diesem Aspekt, so sind diese Diskussionen für die weitere Theoriebildung in der Managementforschung sehr wichtig. Weder geht es hier um den ‚Einbruch‘ der Verhaltenswissenschaften in Erklärungsdomänen der Betriebswirtschaftslehre, noch um ‚ökonomischen Imperialismus‘, weil ökonomische Erklärungen menschlichen Verhaltens versucht werden, von dem man traditionellerweise annahm, daß es originäres Gebiet für psychologische oder soziologische Theorien sei (vgl. z.B. Becker 1982/1993, Frey 1990 und die dort analysierten Bereiche). Es geht darum, die Lösungskapazität der Konzeptionen unabhängig von ihren Ursprungsdisziplinen zu bestimmen, ihre Möglichkeiten für die Lösung theoretischer und angewandter Fragestellungen kritisch auszuloten, um sie auf 98 Teil 1: Management als Gegenstand von Forschung und Lehre die Managementforschung zu beziehen und diese dadurch weiterzuentwikkeln (vgl. zusammenfassend z.B. Schanz 1997). Die Vielfalt der behandelten Themen und die unterschiedlichen Theorien oder Konzeptionen, die in der Managementforschung zu Beschreibungsund Erklärungszwecken eingesetzt werden, spiegelt sich auch in ihrem reichhaltigen Methodenarsenal wider. Unterschiedliche Methodologien sind die gedanklichen Arbeitsgrundlagen; Forschungsorientierungen und Methoden unterscheiden sich. In der Managementforschung werden Methoden der empirischen Sozialforschung eingesetzt, auch diese wandeln sich und unterliegen in ihrer Anwendung gewissen Modeströmungen (vgl. Sechrest/ Figueredo 1993). Abhängig vom Erkenntnisstand sind beschreibende (deskriptive) oder analytische (erklärende) Studien zu unterscheiden. Beide Untersuchungsarten finden sich bei den vier Herangehensweisen, mit denen die interdisziplinäre Managementforschung hauptsächlich arbeitet: • Die quantitative empirische Sozialforschung prägte lange Zeit vor allem die verhaltenswissenschaftlichen Untersuchungsgegenstände der Managementforschung (vgl. z.B. Chmielewicz 1979, Bacharach 1989, Friedrichs 1990). Dieser methodische mainstream beruht methodologisch auf dem Kritischen Rationalismus. Prominente Anwendungsbereiche sind Untersuchungen auf den Gebieten Individual- und Gruppenverhalten, der Organisations- und Führungstheorie. Gesucht wird nach generellen, über den konkreten Einzelfall hinausreichenden Erkenntnissen, die - im Idealfall - raumzeitlich unbegrenzt gelten. • Hermeneutische, qualitative oder interpretative Ansätze der empirischen Sozialforschung basieren auf anderen methodologischen Grundpositionen als quantitative Ansätze (vgl. zusammenfassend Kreppner 1975). Erkenntnisinteressen und das Verständis dessen, was als wissenschaftliches Datum gilt, unterscheiden sich erheblich. Statt der Suche nach Variablen, vorauslaufenden Bedingungen, intervenierenden Größen und Resultaten mittels quantifizierender Erhebungs- und Auswertungsverfahren, werden Interpretationsmuster und subjektive Handlungslogiken ermittelt und kritisch aufbereitet, die Handelnde als Erklärungen für ihr Tun angeben. Qualitative Ansätze werden in der Managementforschung verstärkt seit Mitte der achtziger Jahre eingesetzt; sie erfahren im Rahmen der Diskussionen um post-moderne Organisationen und postmoderne Theorien der Organisation und des Management methodische Erweiterungen und zunehmende Aufmerksamkeit (vgl. hierzu: Parker 1992, S. 8ff., Clegg 1996 b, S. 236 ff., Weik 1996, S. 390). Herkömmliche Gütekriterien quantitativer Forschung (Objektivität, Reliabilität, Validität) passen hier nicht länger, weil die qualitative Betrachtung gerade Unstimmigkeiten und Abweichungen in den Einschätzungen Meinungen oder Bewertungen bewußt mit aufgreifen will. Diskontinuitäten, Vielstimmigkeit und Widersprüche sollen erfaßt und nicht quantitativ nivelliert werden. C. Wissenschaftliche Aussagen über Management 99 • Gegenstandsbeschreibungen von Betriebspraktikern und Erfahrungsberichte sind wichtige Mittel der Datengewinnung im Bereich der Managementforschung; sie beinhalten häufig alltagstheoretische Vorstellungen und bilden das Ausgangsmaterial für qualitative Forschung wie auch für analytische Fragestellungen, die methodisch konventionell mit quantitativen Methoden bearbeitet werden können. • Modellbildung und modelltheoretische Analysen, die unter bewußter Anwendung des Prinzips isolierender Abstraktion einen hochkomplexen Untersuchungsgegenstand systematisch reduzieren, um in diesem Rahmen präzise Folgerungen abzuleiten, stellen eine weitere, wichtige Herangehensweise dar. Als formale Modelle führen sie zur Konstruktion geschlossener Aussagesysteme; sie sind Mittel idealwissenschaftlicher Analysen. Modelle im engeren Sinne enthalten neben einem bewußt begrenzten Aussagenanteil auch Angaben zu den empirische Anwendungsbedingungen. Damit erlauben sie eine begrenzte erfahrungswissenschaftliche Prüfung. Auch (konzeptionelle) Bezugsrahmen haben Modellcharakter, sie entstehen aus der Verbindung von Modellen und Forschungsergebnissen aus Einzelfallstudien. Ihre wichtige Aufgabe besteht darin, komplexe Problemstellungen zu strukturieren, damit weitere Untersuchungen mit unterschiedlichen erfahrungswissenschaftlichen Methoden durchgeführt werden können (vgl. Osterloh/Grand 1995). Die wissenschaftlich-systematische Erfahrungsgewinnung in der Managementforschung ist ein Prozeß, der sich generell - unabhängig von einer konkreten Forschungsfrage - zu sechs Stufen zusammenfassen läßt (vgl. Friedrichs 1990, S. 119ff., siehe auch: Stone 1978): 1) die Phase der Problemformulierung, in der eine Fragestellung in ein wissenschaftlich definiertes Problem übersetzt wird; 2) die Konzeptualisierungsphase, in der die Annahmen über die wesentlichen Einflußgrößen und Zusammenhänge auf der Grundlage bereits vorhandenen wissenschaftlichen Wissens formuliert, ein konkreter Untersuchungsplan aufgestellt und in Forschungsschritte übersetzt wird. Die Konzeptualisierungsphase beinhaltet komplexe Entscheidungen, weil die anfängliche Problemformulierung unter Zuhilfenahme relevanter Theorien weit aufgefächert wird. Es werden die Grundlagen dafür geschaffen, daß wissenschaftliche Erklärungen für ein Managementproblem gefunden werden (können). Die Qualität der Konzeptualisierung steuert entscheidend die Ergiebigkeit der weiteren Forschungsschritte; 3) die Phase der Datenerhebung (die ‚Feldforschung‘ im eigentlichen Sinn) bzw. die laborexperimentelle Untersuchung mit entsprechender Datenaufzeichnung; 4) die Datenaufbereitung, die sich sowohl auf die Übersetzung der Ergebnisse in Erhebungsbögen in numerische Kennwerte als auch auf die Transkription von Interviews, um sie für eine daran anschließende qualitative Auswertung zu nutzen, beziehen kann; 100 Teil 1: Management als Gegenstand von Forschung und Lehre 5) Erstellen einer maschinenlesbaren Form quantitativer Daten, Verarbeitung der Daten nach bestimmten statistischen Prozeduren und ihre Auswertung im Hinblick auf Hypothesen oder Fragestellungen, Ausdrucken der Ergebnisse, Rohdaten. Für qualitative Daten - z.B. Interviewprotokolle oder Aufzeichnungen teilnehmender Beobachtung - ist die Organisation des Datenmaterials ein wichtiger systematischer Schritt; nur in begrenzterem Umfang stehen dafür entsprechende Software-Programme zur Verfügung (z.B. quantitative Textanalysen); 6) Dateninterpretation, Rückbindung der Ergebnisse auf die Eingangsfragestellungen und die zugrundelegte Konzeptualisierung, Aufbereitung und Publikation der Ergebnisse. Viele, oftmals unternehmungspolitisch besonders wichtige Fragestellungen der empirischen Managementforschung sind anfänglich für quantitative Verfahren wenig geeignet. Hier werden explorative Studien eingesetzt, die in umfangreichere Pilotstudien münden können (vgl. Friedrichs 1990). Nach dieser Phase einer Erstaufklärung eines komplexen Managementproblems werden dann häufig die konventionellen Methoden quantitativer Sozialforschung eingesetzt, um einzelne Fragen vertieft zu erforschen. Insgesamt findet man häufig eine Kombinationen von Methoden; auch werden bewußt unterschiedliche Methoden auf einunddieselbe Fragestellung angewendet, um den Einfluß der Methoden auf die Untersuchungsergebnisse besser kontrollieren zu können. Zu den meistverwendeten Verfahren gehören Interviews, Fragebogenuntersuchungen, Analyse von Dokumenten und teilnehmende Beobachtung. Bislang deutlich seltener werden schriftliche Gruppenbefragungen, Beobachtungsverfahren, Inhaltsanalysen, Gruppendiskussionen und narrative Interviews eingesetzt. Bei den statistischen Methoden gehören Häufigkeitstabellen, Korrelations- und Regressionsanalysen und die Berechnung multipler Korrelationen zum Standard. Statistische Klassifikationsverfahren und Methoden der Datengruppierung (Pfad- und Clusteranalysen) werden seltener verwendet (vgl. Grunow 1995). D. Managementwissen in der akademischen Ausbildung I. Institutionalisierung der Managementausbildung 1881 wird die Wharton School of Commerce and Finance als erste Business School an der Universität von Pennsylvania gegründet. 1900 führt das Dartmouth College (USA) den Studiengang Business Administration ein. In Deutschland wird 1898 die erste Handelshochschule in Leipzig gegründet. Vor den amerikanischen Business Schools und den deutschen Handelshochschulen haben sich in Europa neben den Universitäten, die sich schon Jahrhunderte mit ökonomischen Problemen beschäftigten, einzelne Institutionen herausgebildet, die sich primär mit der Ausbildung von Kaufleuten befassen1. So wird 1820 in Paris die Ecole Spéciale de Commerce et d'Industrie (ab 1852: Ecole Supérieure de Commerce) gegründet; 1858 die Wiener Handelsakademie und 1898 die Export-Akademie (ab 1919: Hochschule für Welthandel), 1898 in St. Gallen die Höhere Schule für Handel, Verkehr und Verwaltung (ab 1911: Handels-Hochschule) sowie 1895 die London School of Economics and Political Science. Für Deutschland hat schon Anfang des 18. Jh. Marperger2 (erfolglos) eine akademische Ausbildung der Kaufmannschaft gefordert.3 Zwei Jahre nach dessen Gründung im Jahre 1885 wird Ehrenberg4 vom ‚Deutschen Verband für das Kaufmännische Unterrichtswesen‘ beauftragt, ein Gutachten über die Möglichkeiten einer akademischen Ausbildung von Kaufleuten zu erstellen. Als Vorbilder dienen ihm u. a. die London School of Economics and Political Science sowie die Wharton School of Commerce and Finance. Anlaß für die Gründung der ersten Wirtschaftshochschulen in den USA (ab 1881) und Deutschland (ab 1898) ist der Bedarf an hochqualifizierten Kaufleuten (Managern) mit akademischer Allgemeinbildung. Ein bedeutender Unterschied zwischen beiden Ländern besteht jedoch darin, daß die Wharton School als weiterer Fachbereich an einer bestehenden Universität5 gegründet wird, während die ersten Handelshochschulen in Deutschland, ähnlich den heutigen Fachhochschulen, unabhängig von den 1 Zur Geschichte einzelwirtschaftlicher Wissenschaften vor 1900 vgl. D. Schneider 1987, S. 81 ff. 2 Marperger, Paul Jacob (1656-1730), Kaufmann, Hofrat in Dresden. 3 Zur Entwicklung der akademischen Kaufmannsausbildung vgl. Redlich 1957 sowie Busse von Colbe 1962. 4 Ehrenberg, Richard (1857-1921), Volkswirt in Rostock. 5 Die Universität von Pennsylvania wird 1740 von Benjamin Franklin gegründet.

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References

Zusammenfassung

Erfolgreiches Management.

„Management bei Staehle“ ist das Motto des in Studium und Beruf gleich nützlichen Managementklassikers. Manager aller Führungsebenen sowie Studenten lernen, wie durch die kompetente Wahrnehmung der Manage-mentfunktionen Strategie, Planung und Kontrolle, Organisation und Personalführung das Mitarbeiterverhalten in Unternehmungen gesteuert werden kann.

Teil 1 beschäftigt sich mit dem „Management als Gegenstand von Forschung und Lehre“,

Teil 2 mit den „Verhaltenswissenschaftlichen Grundlagen des Managements“ und

Teil 3 mit der „Anwendung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse im Management“.