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1.8 Statische Methoden in:

Andreas Schüler

Finanzmanagement mit Excel, page 74 - 83

Grundlagen und Anwendungen

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3662-4, ISBN online: 978-3-8006-4872-6, https://doi.org/10.15358/9783800648726_74

Series: Finance Competence

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1.8 Statische Methoden 55 es nicht. Daraus folgt, dass alle Objekte mit positivem NPV durchzuführen sind. Der Profitabilitätsindex ist entbehrlich. 2. Unabhängige Projekte mit Finanzierungsrestriktion: Die Projekte sind zwar unabhängig voneinander realisierbar, das verfügbare Finanzierungsvolumen ist aber limitiert. Es ist also eine Auswahl vorzunehmen. Kann der PI zur Lösung des Problems beitragen? Im Rahmen eines neuen Beispiels sei angenommen, dass dem Management nur 100 für Investitionen zur Verfügung stehen (siehe unten). Realisiert werden können also entweder Projekt I oder das Paket aus II und III. Der Blick auf den NPV macht schnell klar, dass die Kombination aus II und III dem Projekt I überlegen ist. Die PI geben die gleiche Empfehlung. Das ist gut, rechtfertigt aber ihren Einsatz nicht wirklich, da sie keine zusätzliche Information liefern. 3. Sich ausschließende Projekte: Hier schlummert ein Problem. Wenn wir nur eines der drei Projekte wählen könnten, würden wir uns dem NPV zufolge für Projekt I entscheiden, auf Basis des PI aber für Projekt III. Gemessen am PI fällt das Projekt I sogar auf den letzten Platz zurück. Was nun? Auch hier geht der NPV als Sieger hervor, da der PI der Projekte II und III – wir gehen auch hier nicht davon aus, dass Projekte „geklont“, also mehrfach durchgeführt werden können – um die Differenzinvestition von 50 angepasst werden müsste. Eine Differenzinvestition zur Alternativrendite liefert aber nur einen NPV von 0. Die modifizierten PI II und P III blieben hinter dem PI I zurück. 5 6 7 8 9 10 A B C D E F G H I J t 0 1 2 3 NPV Rang PI Rang Abweichung Projekt I -100 50 50 30 9,32 1 0,09 3 -2 Projekt II -50 20 25 25 7,63 3 0,15 2 1 Projekt III -50 15 40 15 7,96 2 0,16 1 1 =B8+NBW(k;C8:E8) =F8/(-B8) =RANG(F8;F$6:F$8) =RANG(H8;H$6:H$8) Zusammenfassend können wir zum Profitabilitätsindex festhalten, dass er zwar eine grundsätzlich interessante Information darstellt, nämlich wieviel NPV je Investitionssumme generiert wird,18 dem NPV aber nicht überlegen ist. Projekte sind in der Praxis meistens nicht bis auf eine Geldeinheit teilbar oder auf ein beliebiges Vielfaches multiplizierbar. 1.8 Statische Methoden 1.8.1 Payback-Methode Die Payback-Methode (Amortisationsrechnung) erfreut sich (immer noch) gro- ßer Beliebtheit. Sie misst, wie viele Perioden vergehen, bis der anfängliche 18 Einschlägige amerikanische Textbücher weisen an dieser Stelle gerne hin auf das dem Pentagon zugeschriebene Prüfkriterium, wieviel „bang for the buck“ ein Waffensystem liefert. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 55 1. Investitionsrechnung56 Kapitaleinsatz in Form der erwirtschafteten Cashflows zurückgeflossen ist. In diesem Sinne „gute“ Projekte haben eine kürzere Amortisationsdauer als „schlechte“ Projekte. Die vermutlich am weitesten verbreitete Variante dieser Methode ist die statische Version, bei der die Cashflows addiert werden. Eine Berücksichtigung von Zinseffekten findet nicht statt. Die dynamische Version hingegen vergleicht den kumulierten Barwert – und eben nicht die Summe – der Cashflows mit der Investitionsauszahlung (und ist insofern streng genommen keine statische Methode). Für die Projekte I bis III unseres letzten Beispiels folgt bei Rundung der Amortisationsdauer auf volle Jahre: 5 6 7 8 A B C D E t 0 1 2 3 Projekt I -100 50 50 30 Projekt II -50 20 25 25 Projekt III -50 15 40 15 5 6 7 8 9 10 F G H I J K NPV Rang Statische Amortisationsdauer Rang Dynamische Amortisationsdauer Rang 9,32 1 2 1 3 1 7,63 3 3 3 3 1 7,96 2 2 1 3 1 =RANG(H8; $H$6:$H$8;1) =RANG(J8; $J$6:$J$8;1) =WENN(C8>=-B8;$C$5; WENN((D8+C8)>=-B8;$D$5; WENN((E8+D8+C8)>=-B8;$E$5; "keine Amortisation"))) =WENN(NBW(k;C8)>=-B8;$C$5; WENN(NBW(k;C8:D8)>=-B8;$D$5; WENN(NBW(k;C8:E8)>=-B8;$E$5; "keine Amortisation"))) Die statische Payback-Methode weist dem Projekt I zusammen mit Projekt III den ersten Platz zu, da bei beiden der Kapitaleinsatz bereits nach zwei Jahren zurückgeflossen ist. Zwar hatte Projekt I auch das NPV-Ranking „gewonnen“, Projekt III belegt dort aber den zweiten Platz. Dass Payback- und NPV-Ranking, das unser Referenzpunkt bleibt, differieren, liegt daran, dass die Payback- Methode erstens (in der statischen Version) Zinseffekte vernachlässigt und zweitens keine Gesamtbeurteilung eines Projekts zulässt, da sie in der Periode der Kapitalamortisation die Analyse des Projekts einstellt. Zumindest das erste Problem vermeidet die dynamische Version, da sie auf kumulierten Barwerten und nicht auf Summen aufsetzt. An dem zweiten Problem krankt auch sie. Die Leistungsfähigkeit der Amortisationsrechnung vermag aus konzeptioneller Sicht nicht zu beeindrucken. Gleichwohl kann sie bei riskanten Investitionen beispielsweise in politisch instabilen Ländern die nützliche Information liefern, wann der Kapitaleinsatz voraussichtlich zurückgeflossen sein wird. Sie kann also die Ergebnisse gemäß NPV-Methode ergänzen. Eine Variante der statischen Payback-Methode teilt den Kapitaleinsatz durch den durchschnittlichen Cashflow. Neben den zwei genannten Problemen handelt man sich hier ein Drittes ein, da die Durchschnittsbildung die Belastbarkeit der Ergebnisse weiter mindert. Ich rate vom Einsatz dieser Variante ab. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 56 1.8 Statische Methoden 57 Excel-Tipp 20: Funktion RANG Diese Funktion ermöglicht die Erstellung eines Rankings. Eine Zahl aus einer Liste – z.B. die Zelle H6 aus der Liste H6:H8 – wird mit den anderen Zahlen verglichen und erhält einen Rangplatz. Den Platz 1 erhält die größte Zahl, wenn die Funktion geschrieben wird mit RANG(H6;H6:H8) oder RANG (H6;H6:H8;0); der kleinsten Zahl wird Platz 1 zugewiesen, wenn wir schreiben RANG(H6;H6:H8;1). 1.8.2 Kosten- bzw. Gewinnvergleich 1.8.2.1 Beispiel 1 Wie die im ersten Kapitel besprochenen Umfragen von Grabbe sowie Bröer/ Däumler zeigen, erfreuten sich Kosten- und Gewinnvergleiche lange Zeit gro- ßer Beliebtheit. Mit dem Vormarsch der dynamischen Investitionsrechnung ist deren Popularität offensichtlich zurückgegangen. Wir wollen dies zunächst anhand einer beispielhaften Anwendung der Kostenvergleichsmethode begründen. Nehmen Sie an, ein Maschinenteil kann in einem Unternehmen selbst produziert oder zugekauft werden.19 Bei Eigenfertigung stehen zwei Produktionstechnologien zur Verfügung (Variante A und Variante B). Folgende Daten liegen vor: 14 15 16 17 18 19 20 21 22 A B C D Eigenfertigung A Eigenfertigung B Investitionssumme € 25.000 300.000 Kapazität Stück/Jahr 10.000 16.000 Gehälter €/Jahr 12.000 40.000 sonstige Fixkosten €/Jahr 2.500 4.000 Löhne €/Jahr 40.000 Material €/Jahr 30.000 35.000 sonstige variable Kosten €/Jahr 5.000 2.200 Nutzungsdauer Jahre 8 10 Die (kalkulatorische) Alternativrendite sei 10 %. Welche Alternative ist nun für ein Produktionsvolumen von 4.000, 10.000 oder 15.000 Stück gemäß Kostenvergleich überlegen? Fixkosten (KF) sind definiert als Summe aus kalkulatorischen Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen, Gehalt und sonstigen fixen Kosten. Die variablen Kosten (KV), die sich in obiger Tabelle auf ein Produktionsniveau bei voller Kapazität beziehen, bestehen aus Materialkosten, Löhnen und sonstigen variablen Kosten. Die gesamten Kosten (K) schließlich sind die Summe aus fixen und variablen Kosten. 19 Das Beispiel basiert auf einer in einer Wirtschaftsprüferexamensklausur gestellten Aufgabe; www.wpk.de/pdf/WPK-Klausuren–2009–Termin_2–BWL-VWL_2.pdf. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 57 1. Investitionsrechnung58 Die kalkulatorischen Abschreibungen sind wie folgt definiert: − =kalk Anschaffungskosten Liquidationswert am Laufzeitende (Restverkaufserlös) Ab Laufzeit in Jahren Unterstellt wird also ein linearer Abschreibungsverlauf. In unserem Beispiel ist der Restverkaufserlös bei allen Varianten gleich Null. Die kalkulatorischen Zinsen folgen aus: = ⋅ kalk Durchschnittlich gebundenes Kapital Anschaffungskosten + Liquidationswert am Laufzeitende Zins Zinssatz 2 KK stehe für die gesamten Kosten bei Kauf, KA für die bei Variante A, KB für die bei Variante B und x für die Anzahl der Maschinenteile. Die zugehörigen Kostenfunktionen sehen so aus: + + = + ⋅ + + + ⋅ = + ⋅ A,V A,F Kkalk. Zinskalk.Abschr. K 25.000 25.000 40.000 30.000 5.000 0,1 12.000 2.500 8 2 10.000 18.875 7,5 AK x x + = + ⋅ + + + ⋅ = + ⋅ . B,V B,F KKalk. ZinsKalk.Abschr K 300.000 300.000 35.000 2.200 0,1 40.000 4.000 10 2 16.000 89.000 2,325 BK x x Mithilfe dieser Funktionen können wir nun schnell die Kosten je Variante für unterschiedliche Volumina berechnen. Im Falle eines Zukaufs sind für ein Stück 11 € zu zahlen. 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 A B C D E Volumen Eigenfertigung A Eigenfertigung B Kauf Gesamtkosten 4.000 48.875 98.300 44.000 10.000 93.875 112.250 110.000 15.000 148.875 123.875 165.000 Stückkosten 4.000 12,22 24,58 11,00 10.000 9,39 11,23 11,00 15.000 9,93 8,26 11,00 =$B25*$E28 =(C$15/C$22)+(C$15/2*k)+C$17+C$18 +(C$19+C$20+C$21)/C$16*$B25 =(D$15/D$22)+(D$15/2*k) +D$17+D$18+(D$19+D$20+D$21) /D$16*$B25 Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 58 1.8 Statische Methoden 59 Die 4.000 Stück sollten nicht selbst produziert, sondern zugekauft werden. Variante A ist bei 10.000 Stück und B bei 15.000 Stück vorteilhaft. Die Kosten bei A für ein Volumen von 15.000 belaufen sich auf 148.875 €; dies sind die Kosten einer Eigenfertigung bis zur Kapazitätsgrenze von 10.000 Stück (93.875 €) zuzüglich 5.000 ∙ 11 € = 55.000 € für die zugekaufte Menge. Uns interessiert aber mehr als nur eine punktuelle Betrachtung. Wir wollen wissen, ab welchen Stückzahlen sich die Präferenzen für die Verfahren ändern. Zu ermitteln sind diese Mengen, indem man die Kostenfunktionen der Varianten gegenüberstellt: Im Vergleich zum Kauf lohnt Variante A, wenn: + K AK > K 11 x > 18.875 7,5 x x > 5.393 Variante B lohnt im Vergleich zur Variante A, wenn: + + A BK > K 18.875 7,5 x > 89.000 2,325 x x > 13.551 Diese Menge sprengt aber die Kapazitätsgrenze von A. Wir müssen daher fragen, bis zu welcher Menge Variante A ergänzt um einen Zukauf i. H.v. x* günstiger als Variante B ist: ( ) ( ) ( ) ( ) + + + + + A K BK 10.000 K x * < K 10.000 x * 93.875 11 x * < 89.000 2,325 10.000 x * x * < 2.119 Bei einer Menge bis zu 5.392 sollte also zugekauft werden und bis zu 12.118 Stück sollten im Rahmen der Variante A produziert werden, einschließlich des notwendigen Zukaufs. Höhere Volumina sollten im Rahmen der Variante B hergestellt werden, die ab einem Volumen von 16.001 durch einen Fremdbezug ergänzt werden muss. Nachfolgende Grafik illustriert die Ergebnisse: 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 2.500 5.000 7.500 10.000 12.500 15.000 17.500 G es am tk os te n Stück Kauf Eigenfertigung A Eigenfertigung B günstigste Variante Abbildung1-17: Eigenfertigung vs. Kauf Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 59 1. Investitionsrechnung60 1.8.2.2 Beispiel 2 Nachfolgend stellen wir eine weitere Anwendung der Kostenvergleichsmethode dar. Zwei alternative Produktionstechnologien stehen zur Auswahl, deren Lebensdauer und Kapazität identisch sind. Sie unterscheiden sich aber in den Anschaffungsauszahlungen, Restverkaufserlösen sowie variablen und fixen Kosten. Wie beim Kostenvergleich üblich sind wiederum kalkulatorische Abschreibungen, berechnet durch gleichmäßige Verteilung der Anschaffungsauszahlung abzüglich Restverkaufserlös über die Gesamtlaufzeit, und kalkulatorische Zinsen, definiert als Kapitalkostensatz k multipliziert mit der durchschnittlichen Kapitalbindung, zu beachten. Wir rechnen diese beiden Kostenarten dem Fixkostenblock zu. Ergebnis sind die Gesamtkosten bzw. die Kosten pro Stück. 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 A B C D I II Investitionssumme 34.000 55.000 Restverkaufserlös 2.000 4.000 Nutzungsdauer 20 20 Kapazität=Produktion (Stück) 70 70 Zinssatz (k) 12% 12% Fixe Lohn- & Gehaltskosten 59.000 52.000 Miete 7.000 7.000 Fixe Wartungskosten 9.000 9.500 Kalkulatorische Zinsen 2.160 3.540 =((C77+C78)/2)*k_2 Kalkulatorische Abschreibungen 1.600 2.550 =(C77-C78)/C79 sonstige Fixkosten 7.000 7.500 Summe Fixkosten 85.760 82.090 =SUMME(C83:C88) Variable Lohn- & Gehaltskosten 30.000 29.000 Materialkosten 49.000 52.000 Energiekosten 5.000 6.000 Werkzeugkosten 2.500 3.000 sonstige variable Kosten 4.500 4.500 Summe variable Kosten 91.000 94.500 =SUMME(C91:C95) Gesamtkosten 176.760 176.590 =C89+C96 Stückkosten 2.525 2.523 =C98/C80 Differenz -170 -2 Alternative II dominiert Alternative I leicht. Klar ist, dass die Entscheidung zwischen den beiden Alternativen auch auf Basis der Barwerte getroffen werden könnte. Dazu sind die Barwerte der fixen und variablen Kosten zu berechnen, sofern sie auszahlungsgleich sind. Kalkulatorische Zinsen und Abschreibungen sind dann nicht zu beachten. Der Annuitäten- bzw. Rentenbarwertfaktor Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 60 1.8 Statische Methoden 61 (RMZ-Funktion) erleichtert die Rechnung. Der Barwert des Restverkaufserlöses verringert den Kostenbarwert. Im Jahr der Anschaffung fallen schließlich die Investitionssummen an. Gemessen am resultierenden gesamten Barwert der Auszahlungen ist nun Alternative I günstiger: 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 H I J K I II Fixe und variable Kosten ohne kalk. Kosten 173.000 170.500 =C89+C96-C86-C87 Annuitätenfaktor 0,13388 0,13388 =RMZ(k_2;C79;-1) Barwert fixe und variable Kosten 1.292.214 1.273.540 =J77/J78 Barwert des Restverkaufserlöses 207 415 =C78*(1+k_2)^(-C79) Investitionssumme 34.000 55.000 =C77 Saldo 1.326.006 1.328.125 =J80-J81+J82 Annualisierter NPV 177.524 177.808 =-RMZ(k_2;C79;J83) pro Stück 2.536,1 2.540,1 =J84/C80 Vorteil Alternative I 4,1 =J85-I85 Das Beispiel deutet an, wann komplikationsfrei auf die Kostenvergleichsmethode zurückgegriffen werden kann: 1. Investitionssummen, fixe und variable Kosten müssen in gleicher Höhe zu Auszahlungen führen. 2. Die jährlichen Kosten sind über die Gesamtlaufzeit konstant. 3. Der produzierte Output muss bei beiden Alternativen sowohl hinsichtlich Quantität als auch Qualität identisch sein; die resultierenden Umsatzeinzahlungen sind nur dann für die Entscheidung ohne Belang, wenn sie für beide Optionen identisch sind. 4. Kalkulatorische Zinsen und Abschreibungen sind barwertkompatibel. 5. Die Gesamtlaufzeit der zu bewertenden Alternativen ist identisch. Die beiden letztgenannten Bedingungen sind zu erläutern: Die von Kostenvergleichs- und Auszahlungsbarwertmethode produzierten unterschiedlichen Ergebnisse sind dadurch begründet, dass das Paket aus kalkulatorischen Zinsen und Abschreibungen nicht barwertkompatibel ist, da die Zinsen lediglich Durchschnittswerte darstellen.20 Für beide Investitionsrechenmethoden gilt, dass eine ggf. divergierende Gesamtlaufzeit von Handlungsalternativen abzubilden ist. Während ein Kostenvergleich auf die Laufzeit nur indirekt bei Berechnung der Zinsen und Abschreibungen eingeht und ansonsten auf jährlichen Kosten aufsetzt, basiert der Barwert immer auf den Zahlungsströmen über die Gesamtlaufzeit. Allerdings ist die Vergleichbarkeit der Barwerte bei unterschiedlichen Laufzeiten nur dann gegeben, wenn man die Auszahlungsbarwerte annualisiert. Lehrbücher aus dem angelsächsischen Raum sprechen in diesem Zusammenhang von 20 Eine barwertkompatible Kombination aus Zinsen und Abschreibungen setzt – dem sog. Kongruenzprinzip gehorchend – voraus, dass die Zinsen jeweils auf den noch nicht abgeschriebenen Bestand der Investitionssumme berechnet werden. Dieser Zusammenhang ist auch als Lücke/Preinreich-Theorem bekannt. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 61 1. Investitionsrechnung62 der Equivalent-Annual-Cost-Methode.21 Nachfolgender Screenshot zeigt die Berechnung für das Beispiel. Dass uns das Problem nicht bereits beim Einsatz der Barwertmethode für komplett abgebildete Projekte, der also auch die Einzahlungen einbezieht, begegnet ist, liegt daran, dass man beim Vergleich zweier Projekte beispielsweise unterstellt, dass im Anschluss an das kürzere Projekt ein Null-NPV-Projekt folgt. Diese Unterstellung funktioniert aber nicht, wenn die Einzahlungen wie im Rahmen von Auszahlungs- bzw. Kostenvergleichen außen vor bleiben. 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 H I J K I II Fixe und variable Kosten ohne kalk. Kosten 173.000 170.500 =C89+C96-C86-C87 Annuitätenfaktor 0,08718 0,08718 =RMZ(k_2;C79;-1) Barwert fixe und variable Kosten 1.984.296 1.955.622 =J77/J78 Barwert des Restverkaufserlöses 624 1.247 =C78*(1+k_2)^(-C79) Investitionssumme 34.000 55.000 =C77 Saldo 2.017.673 2.009.374 =J80-J81+J82 Annualisierter NPV 175.910 175.186 =-RMZ(k_2;C79;J83) pro Stück 2.513,0 2.502,7 =J84/C80 Vorteil Alternative I -10,3 =J85-I85 Der Gewinnvergleich unterscheidet sich vom Kostenvergleich, als auch die Umsatzerlöse in den Vergleich mit einbezogen werden. Der oben für den Kostenvergleich genannte Katalog an Voraussetzungen für die komplikationsfreie Anwendung gilt auch hier mit Ausnahme der Anforderung des identischen Outputs. Insoweit ist dieser Ansatz etwas flexibler. Gleichwohl bleiben eine Reihe von Auflagen. Wir folgern daraus, dass die Leistungsfähigkeit von Kosten- und Gewinnvergleich deutlich hinter der der NPV-Methode zurückbleibt und der eingangs des Kapitels konstatierte Popularitätsverlust daher nachvollziehbar ist. Excel-Tipp 21: Überprüfung von Eingabedaten Mit dieser Funktion lässt sich verhindern, dass Daten eingetragen werden, die unrealistisch hoch oder niedrig sind. Für das Beispiel zum Kostenvergleich können wir den in C73 eingetragenen Kapitalkostensatz – wir hatten die Zelle auf k_2 getauft – auf ein Intervall von 0% bis 12% beschränken: 21 Vgl. z. B. Hillier et al. (2010) S.193–195. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 62 1.8 Statische Methoden 63 Durch Auswahl des Reiters „Fehlermeldung“ kann festgelegt werden, ob schon bei der Auswahl der Zelle oder ob erst bei Eintragen eines unzulässigen Wertes eine Meldung erscheinen soll. Wir legen uns so fest: Wird nun ein Zinssatz von z.B. 30% eingetragen, erscheint diese Warnung: Will man dem Nutzer nur einige vorgegebene Werte – z.B. 6%, 8%, 10%, 12% – zur Auswahl stellen, ist eine Auswahl per Dropdown-Menü zweckmäßig. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 63 1. Investitionsrechnung64 Hierzu ruft man unter Daten/Datenüberprüfung die bekannte Dialogbox auf und wählt unter Einstellungen die Option „Liste“ aus. Im Feld „Quelle“ können die zulässigen Werte durch Strichpunkt getrennt eingegeben werden oder man verweist auf einen Bereich des Arbeitsblattes. Die Einstellungen zur Eingabebzw. Fehlermeldung erfolgen analog zu den Schritten für die Festlegung eines Gültigkeitsbereichs. 1.9 Investitionsrechnung und Steuern 1.9.1 Einfache Gewinnsteuer Von einem einfachen Gewinnsteuersystem spricht man, wenn Unternehmensgewinne mit einem konstanten Steuersatz sU belegt werden. Das Einkommen der Investoren wird nicht besteuert; eine Einkommensteuer gibt es dann also Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:45 vorm. Druckdaten Seite 64

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Zusammenfassung

"Der sichere Umgang mit Excel wird heute von allen Studienabgängern, die in einen finanzorientierten Beruf einsteigen wollen, vorausgesetzt. Auf die Idee, die Grundlagen des Finanzmanagements von der Investitionsrechnung über die Finanzplanung bis hin zur Unternehmensbewertung sowie zur Finanzierung mit ihrer konkreten Umsetzung in Excel praxisnah zu verbinden, ist (&) bislang noch niemand gekommen. Mit dem vorliegenden Buch wird diese Lücke nunmehr geschlossen. Ein unverzichtbares Buch für Studierende und Praktiker.

Dr. Marc Castedello, StB, WP, Partner und Head of Valuation Deutschland, KPMG AG

&sowohl für Praktiker als auch für Studenten von großem Interesse, da das Buch eine gelungene Verbindung schafft zwischen den Methoden des Finanzmanagements und den entsprechenden Excel-Anwendungen.

Dr. Gerhard Ebinger, Vice President Asset Management & Shareholder Services, BASF SE

Das Buch ist eine gelungene Synthese aus theoretischer Fundierung und deren praktischer Anwendung.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, Lehrstuhl für Finanzmanagement und Banken, HHL Leipzig Graduate School of Management