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6.7 Zusammenfassung in:

Andreas Schüler

Finanzmanagement mit Excel, page 495 - 496

Grundlagen und Anwendungen

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3662-4, ISBN online: 978-3-8006-4872-6, https://doi.org/10.15358/9783800648726_495

Series: Finance Competence

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6. Fremdfinanzierung478 heit der abstimmenden Gruppen dem Plan mit den erforderlichen Mehrheiten zugestimmt hat (§245 InsO: Obstruktionsverbot). Weiter werden in der Insolvenzordnung Anfechtungsrechte des Verwalters (§§ 129 bis 147 InsO), Eigenverwaltung des Schuldner (§§ 270–285 InsO), Restschuldbefreiung des redlichen Schuldners (§§ 286 bis 303 InsO) und Verbraucherinsolvenzverfahren (§§ 304 ff.  InsO) geregelt. Das Verfahren wird nach Bestätigung des Insolvenzplans (§ 258  InsO) bzw., falls kein Insolvenzplan zustande kommt, nach Vollzug der Schlussverteilung (§200 InsO) aufgehoben. Im ersten Fall könnte, unterstützt von Sanierungsmaßnahmen, das Überleben des Unternehmens gesichert werden. 6.7 Zusammenfassung In diesem Kapitel haben wir verschiedene Arten von Fremdkapitalinstrumenten vorgestellt und deren Charakteristika diskutiert. Zudem haben wir uns mit deren Bewertung beschäftigt. Auch diese basiert auf dem Barwertprinzip, das wir bereits im Kapitel zur Investitionsrechnung kennengelernt haben. Der Wert beispielsweise einer Anleihe entspricht dem Barwert der erwarteten Zinszahlungen zuzüglich des Barwerts der erwarteten Rückzahlung bei Fälligkeit bzw. der vorzeitigen, ggf. anteiligen Rückzahlung bei Eintritt eines Ausfallereignisses (Defaults). Dieser Wert ist der sog. Dirty Price, nach Abzug der seit der letzten Zinszahlung aufgelaufenen Stückzinsen erhalten wir den sog. Clean Price. Der Wert eines Kredits entspricht dem Barwert der erwarteten Zins- und Tilgungszahlungen. Die relevanten Zins- bzw. Renditedefinitionen sind: r Kupon- und Verschuldungszinssatz r Promised Yield to Maturity: IRR auf Basis der versprochenen Zins- und Fälligkeitszahlung (Einzahlungen) sowie des Marktwerts des Fremdkapitaltitels (Auszahlung) r Expected Yield to Maturity: IRR auf Basis der erwarteten Zins- und Fälligkeitszahlung sowie des Marktwerts des Fremdkapitaltitels r Marktzins oder Alternativrendite: Aus einer risiko- und laufzeitäquivalenten Alternativanlage erzielbarer Zinssatz Zentrale bewertungsrelevante Risiken sind Zinsänderungs- und Ausfallrisiko. Auch ausfallrisikolose Bundeswertpapiere sind demnach nicht gänzlich risikofrei, da ihr Wert während der Laufzeit aufgrund von Zinsänderungen schwanken kann. Instrumente zur Abbildung dieses Risikos sind Duration, Modified Duration und Konvexität. Sie helfen, die Sensitivität des Wertes eines Fremdkapitaltitels auf Schwankungen des Zinsniveaus zu quantifizieren. Wie die Immunisierung des Vermögens eines Anleiheinvestors durch Erwerb von Anleihen entsprechender Duration gelingen kann, haben wir gezeigt. Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default), vertraglicher Anspruch zum Ausfallzeitpunkt (Exposure at Default) und Befriedigungsquote (Recovery Rate = 1 – Loss given Default %) kennzeichnen das Ausfallrisiko. Wir haben einige Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 478 6.8 Aufgaben 479 Marktdaten dazu vorgestellt und auch das Rating eines Unternehmens bzw. einer Fremdfinanzierung als Versuch zur Einschätzung dieses Risikos kennengelernt. Reaktionen der Gläubiger auf das Ausfallrisiko sind Risikoprämien (Spreads), die Vereinbarung von Sicherheiten und/oder Covenants, die die Investitions-, Finanzierungs- und Ausschüttungspolitik des Schuldners im Gläubigersinne lenken sollen, oder evtl. der Erwerb eines Credit Default Swaps (CDS). Wenn alle Stricke reißen und auch eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern (Workout) misslingt, bleibt nur noch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. 6.8 Aufgaben Aufgabe 1 Berechnen Sie den Barwert einer 3-jährigen Anleihe mit Nominalwert 1.000 €, Kuponzahlungen i.H.v. nominal 5 % jeweils zum 15.12. und einer Laufzeit bis zum 15.12.2013 unter der Annahme von a) jährlicher, b) taggenauer Verzinsung und c) kontinuierlicher/stetiger Verzinsung. Die Marktrendite betrage 2,7 % p. a., Bewertungszeitpunkt ist der 15.12.2010. Warum fallen hier die Unterschiede zwischen den Zinsberechnungsraten relativ gering aus? Die Funktionen BW oder NBW können bei der Lösung von a) helfen. Aufgabe 2 1. Berechnen Sie den Barwert (Dirty Price) einer Anleihe zum 01.01.2011 mit Nominalwert 100 €, Kuponzahlungen i. H.v. nominal 6,75 % jeweils zum 31.03. und einer Restlaufzeit bis 31.03.2016 bei jährlicher Verzinsung. Die Marktrendite betrage 2,25 % p. a. Verwenden Sie hierzu die Funktion XKAPITALWERT. 2. Ermitteln Sie die aufgelaufenen Stückzinsen sowie den Kurs (Clean Price) der Anleihe bei jährlicher Verzinsung. Aufgabe 3 Sie benötigen kurzfristig einen Kredit. Ihre Bank unterbreitet Ihnen in diesem Zusammenhang folgendes Angebot: r Kreditsumme 5.000 r Laufzeit: 01.04.2011 – 30.11.2011 r Zinszahlungen monatlich 24,34 r Tilgung des Kredits: Endfällig zum 30.11.2011 Da das Kreditangebot nur die monatlichen Zinszahlungen enthält, wollen Sie den effektiven Zinssatz p. a. berechnen. Verwenden Sie hierzu die Funktion XINTZINSFUSS. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 10:10 vorm. Druckdaten Seite 479

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Zusammenfassung

"Der sichere Umgang mit Excel wird heute von allen Studienabgängern, die in einen finanzorientierten Beruf einsteigen wollen, vorausgesetzt. Auf die Idee, die Grundlagen des Finanzmanagements von der Investitionsrechnung über die Finanzplanung bis hin zur Unternehmensbewertung sowie zur Finanzierung mit ihrer konkreten Umsetzung in Excel praxisnah zu verbinden, ist (&) bislang noch niemand gekommen. Mit dem vorliegenden Buch wird diese Lücke nunmehr geschlossen. Ein unverzichtbares Buch für Studierende und Praktiker.

Dr. Marc Castedello, StB, WP, Partner und Head of Valuation Deutschland, KPMG AG

&sowohl für Praktiker als auch für Studenten von großem Interesse, da das Buch eine gelungene Verbindung schafft zwischen den Methoden des Finanzmanagements und den entsprechenden Excel-Anwendungen.

Dr. Gerhard Ebinger, Vice President Asset Management & Shareholder Services, BASF SE

Das Buch ist eine gelungene Synthese aus theoretischer Fundierung und deren praktischer Anwendung.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, Lehrstuhl für Finanzmanagement und Banken, HHL Leipzig Graduate School of Management