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4.8 Aufgaben in:

Andreas Schüler

Finanzmanagement mit Excel, page 322 - 330

Grundlagen und Anwendungen

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3662-4, ISBN online: 978-3-8006-4872-6, https://doi.org/10.15358/9783800648726_322_1

Series: Finance Competence

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4. Grundzüge der Unternehmensbewertung304 Darüber hinaus hat die Fallstudie gezeigt, wie periodisch schwankende Kapitalkostensätze berechnet werden können und wie deren Definition bei atmender Finanzierungspolitik aussehen. 4.7 Zusammenfassung In diesem Kapitel haben wir uns mit den Grundlagen der Unternehmensbewertung beschäftigt. Nach einer Darstellung möglicher Bewertungsanlässe haben wir eine klare Orientierung am Eignerbezogenheits- und Zuflussprinzip empfohlen. Zentral für die Bewertung sind nicht nur Höhe und Timing der Zuflüsse, sondern auch deren Risiko. Wir haben uns diesem Problem über einen kurzen Ausflug zum Operating Leverage genähert, der uns vor Augen geführt hat, dass zustandsunabhängige (fixe) Auszahlungen das von den Eigentümern zu schulternde Risiko erhöhen. Derart aufgeklärt, fällt es uns leicht, die in manchen Lehrbüchern zu findende Preisung des Leverageeffekts als einseitig und daher unvollständig zu entlarven: Ohne Tax Shields (oder andere Effekte) ist die Kapitalstruktur irrelevant für die Höhe des Unternehmenswerts. Bei Einführung einer einfachen Gewinnsteuer ändert sich das Bild, die Pizza bzw. der Unternehmenswert wächst bei steigender Verschuldung. Wir haben darauf hingewiesen, dass es Grenzen der Verschuldung gibt; darüber wird in den Kapiteln 5 und 6 noch zu reden sein. Sobald, wie fast immer, Fremdkapital im Spiel ist, fächern sich eine Reihe von Möglichkeiten zur Unternehmensbewertung auf. Wir haben APV-, WACC- und FTE-Ansatz diskutiert sowie deren Funktionsweise und Leistungsfähigkeit besprochen. Im Rahmen der Fallstudie RJR Nabisco haben wir diese Diskussion aufgegriffen und um einige weiterführende Aspekte wie riskante Steuereffekte, Implikationen der unterstellten Finanzierungspolitik oder hinter einer Wachstumsrate verborgene Annahmen dargestellt. Aufgabe der folgenden Kapitel wird es v. a. sein, die bislang als gegeben betrachteten Finanzierungsquellen genauer zu analysieren. Die nächsten Kapitel haben daher vertragliche und institutionelle Rahmenbedingungen verschiedener Instrumente der Eigen- und Fremdfinanzierung zum Inhalt. 4.8 Aufgaben Aufgabe 1 Sie sind Assistent des Vorstands eines Industrieunternehmens. Der Vorstand hat die Ausweitung eines Geschäftsfeldes beschlossen. Nun sollen Sie zwischen zwei Produktionsanlagen wählen. Dabei stehen Ihnen folgende Informationen zur Verfügung. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 304 4.8 Aufgaben 305 Produktionsanlage A Produktionsanlage B Investitionssummen 10.000 Tsd. € 10.000 Tsd. € Variable Kosten je Stk. 1,50 € 2,50 € Fixe Kosten 2.000 Tsd. € 1.100 Tsd. € Der Anteil am Marktvolumen wird auf 10 % geschätzt, so dass eine Absatzmenge von 1.300 Tsd. Stück zu erwarten ist. Der geschätzte Absatzpreis wurde von der Marketingabteilung auf 5,90 € je Stück geschätzt. Die Produktionsanlagen haben eine Nutzungsdauer von 5  Jahren und werden linear abgeschrieben. Die geforderte Rendite der Eigentümer rU beträgt 10 %. Es wird ein einfaches Steuersystem zugrunde gelegt mit einem Steuersatz τC von 0,4. 1. Zeigen Sie den Verlauf der auf Basis einer DATENTABELLE ermittelten Umsätze und Kosten der Produktionsalternativen abhängig von variierenden Absatzmengen anhand eines Punkt (XY)-Diagramms. 2. Berechnen Sie den Jahresüberschuss, den Cashflow und den NPV für beide Alternativen unter Verwendung der NBW-Funktion. Welche Produktionsanlage lohnt und welche ist vorzuziehen? Aufgabe 2 Die Autovermietung Rentar AG plant, eine Flotte von Oberklassefahrzeugen zu erwerben.96 Die CAR AG und Haimler AG kämpfen um diesen Auftrag. Rentar geht von einer fünfjährigen Nutzung der Autos aus. Die Flotte wird deswegen über fünf Jahre linear abgeschrieben. Die zu erwartenden Cashflows vor Steuern betragen jährlich 1 Mio. €. Es gelte ein einfaches Gewinnsteuersystem mit einem Steuersatz τC = 0,4. Die Eigenkapitalkosten (rU) der Rentar AG betragen 12%. Der risikolose Zins i beträgt 6 %. 1. Wieviel kann Rentar für die Fahrzeuge bieten? Sie können die Steuereffekte der Abschreibung mit rU diskontieren. 2. Angenommen, die CAR AG erhält den Zuschlag für einen Preis von 3 Mio. €. Berechnen Sie den Effekt auf die Vermögensposition der Eigentümer von Rentar. Benutzen Sie dafür die Funktion NBW. 3. Rentar erwägt eine 50 %-Fremdfinanzierung des Projektes. Das Fremdkapital D soll endfällig getilgt werden. Der marktübliche Verschuldungszinssatz betrage ebenfalls 6 %. a) Was folgt für das Vermögen der Eigentümer? Nehmen Sie nun an, die Bank X sei bereit, den Kredit zu 4,5 % auszureichen. b) Berechnen Sie den Vorteil dieses Angebots. c) Wie wirkt die subventionierte Fremdfinanzierung auf das maximale Gebot? Keine Berechnung erforderlich. 96 Vorlage dieser Aufgabe ist Problem 17.1 aus Ross/Westerfield/Jaffe (2005), S.493. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 305 4. Grundzüge der Unternehmensbewertung306 Aufgabe 3 Die Y-AG plant ein Investitionsprojekt, das in den folgenden 10 Jahren ein EBIT von 300.000 € pro Jahr verspricht. Die Errichtungskosten werden 800.000 € betragen. Man plant, das Projekt vollständig mit Eigenkapital zu finanzieren. Der Restverkaufserlös des Projektes am Ende der Nutzungszeit ist Null. 1. Berechnen Sie den Marktwertbeitrag des Projektes, wenn folgende Daten zur Verfügung stehen: r Erwartete Marktrendite (rM) = 0,12 r i = 0,07 r βU eines Unternehmens mit vergleichbarem Investitionsrisiko beträgt 0,9 r Eigenfinanzierung r Keine Steuern r Die Daten rM, i und βU bleiben über den gesamten Planungszeitraum konstant. Stellen nach dem Komma sind nicht auszuweisen! Wählen Sie ein geeignetes Zahlenformat, um positive und negative Werte klar zu trennen. Die Funktion BW kann bei der Diskontierung helfen. 2. Nun führen wir Steuern ein: Es gelte ein einfaches Gewinnsteuersystem mit einem Steuersatz τC = 0,4. Das Projekt wird linear über 10 Jahre abgeschrieben. Wie hoch ist der Wert des Projektes jetzt? Die Parameter können als unverändert angenommen werden. Benutzen Sie die Funktion gem. Excel- Tipp 23 zur Berechnung der Abschreibung. 3. Nun soll die Finanzierung des Projektes geändert werden. Der projektspezifische Verschuldungsgrad L D V soll 0,4 betragen. Der Zinssatz, den das Unternehmen für Fremdmittel bezahlen muss, ist 8,25%. a) Wie hoch ist der Wert des Projektes jetzt? Benutzen Sie den WACC-Ansatz. b) Wie hoch ist die projektspezifische Verschuldung? (1) im Zeitpunkt 0, also bei Start des Projektes, (2) im Zeitpunkt 2 und (3) im Zeitpunkt 3. Aufgabe 4 Hansi M. Glück möchte sich mit einem größeren Betrag am Eigenkapital der Metal AG beteiligen. Das Grundkapital dieser Gesellschaft ist aufgeteilt in 10 Mio. Aktien. Er ist mit den Methoden der DCF-Bewertung vertraut und versucht deshalb, einen fairen Kaufpreis für das Aktienpaket zu ermitteln. Hansi schätzt die Cashflows vor Zinsen und Steuern (CF) der Metal AG für die Jahre 1 bis 4 (in Mio. €) explizit. Ab diesem Zeitpunkt geht er zur Vereinfachung vom Rentenfall aus: Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 306 4.8 Aufgaben 307 t1 t2 t3 t4 … ь CF 100 115 120 130 … 130 Es gelte ein einfaches Gewinnsteuersystem mit einem Steuersatz τC = 0,4. 1. Ermitteln Sie die Cashflows nach Steuern unter der Annahme der Eigenfinanzierung des Unternehmens. Runden Sie auf zwei Nachkommastellen. 2. Die Metal AG ist verschuldet: Der Fremdkapitalbestand D beträgt 300 Mio. € (Zinssatz i = 5%). Hansi geht davon aus, dass sich weder der Fremdkapitalbestand noch der Zinssatz im Zeitablauf ändert; das Fremdkapital der Metal AG ist nicht ausfallbedroht. Der risikoangepasste Diskontierungssatz für die Cashflows aus Teilaufgabe 1 ist Hansi bekannt und beträgt rU = 10 %. Bewerten Sie die Metal AG mit dem APV-Ansatz (Bewertungszeitpunkt: 31.12. des Jahres 0). Wie hoch ist der Wert einer Aktie? Unterstellen Sie, dass die Metal AG den Cashflow nach Unternehmensteuern vollständig ausschüttet. 3. Errechnen Sie auf Basis des Verschuldungsgrades zum Bewertungszeitpunkt den WACC und bewerten Sie die Metal AG mit dem WACC-Ansatz. Erläutern Sie die Ursachen der Differenz zum Ergebnis des APV-Ansatzes. Aufgabe 5 Bauer Frodo ist in der Landwirtschaft nicht ausgelastet. Er will nun auch in das Düngergeschäft einsteigen. Er hat bereits ein Unternehmen im Auge: die MFG- GmbH, deren bisheriger Alleineigentümer aus Altersgründen einen Nachfolger sucht. Frodo liegt folgende Bilanz der MFG-GmbH zum Zeitpunkt 0 vor: Anlagevermögen 5.000 Eigenkapital 6.000 Umlaufvermögen 3.000 Fremdkapital 2.000 Bilanzsumme 8.000 Bilanzsumme 8.000 Seinen Berechnungen legt er folgende Planannahmen zugrunde: r Der explizite Planungszeitraum umfasst vier Perioden, ab der fünften Periode gilt der Rentenfall. r Die Umsatzerlöse betragen in der ersten Periode 17.500, betriebliche Aufwendungen 13.500. Umsatzerlöse und betriebliche Aufwendungen wachsen bis Periode 4 jährlich um 10 % und bleiben danach unendlich lange konstant. Sie sind jeweils zahlungsgleich. r In jeder Periode werden 10 % des Anlagevermögens der Vorperiode abgeschrieben; in gleicher Höhe werden Ersatzinvestitionen getätigt. r Frodo will kräftig in das Unternehmen investieren: in der ersten Periode plant er Erweiterungsinvestitionen ins Anlagevermögen von 1.000, in den drei Perioden danach jeweils 500. Das Umlaufvermögen erhöht sich während des Planungszeitraums jährlich um 500 und bleibt ab Periode 5 konstant. r Frodo will Steuervorteile, die aus der Verschuldung resultieren, stärker nutzen als dies beim Alteigentümer der Fall war. Er plant deshalb, in der ersten Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 307 4. Grundzüge der Unternehmensbewertung308 Periode Fremdkapital D in Höhe von 2.400 aufzunehmen. Die Altkreditverträge verpflichten ihn, in den ersten vier Perioden je 400 zu tilgen; danach wird nicht mehr getilgt. r Es gelte ein einfaches Gewinnsteuersystem mit einem Steuersatz von τC = 0,4. Die geforderte Rendite für ein eigenfinanziertes Unternehmen beträgt 12 %. Der risikolose Zinssatz und auch der Verschuldungszinssatz betragen 8 %; i beträgt ebenfalls 8 %. 1. Berechnen Sie die Free Cashflows der MFG-GmbH bei Fremdfinanzierung. 2. Ermitteln Sie die Free Cashflows für den Fall, dass das Unternehmen eigenfinanziert wäre. Berechnen Sie den Wert des Unternehmens bei Eigenfinanzierung. 3. Berechnen Sie den Barwert der Tax Shields. 4. Ermitteln Sie den Unternehmensgesamtwert bei Fremdfinanzierung (VL). Aufgabe 6 Edmund ist Frührentner. Da er sich für den Ruhestand noch zu jung fühlt, sucht er ein neues Betätigungsfeld. Sein alter Freund Gerold bietet ihm an, Teilhaber in dessen Unternehmen zu werden. Die Zwick AG ist im Fremdenverkehr erfolgreich tätig. Bevor Edmund ein Aktienpaket erwirbt, will er sich aber über den Wert des Unternehmens informieren. Die ihm zu diesen Zweck vom Management überlassenen geplanten vorläufigen Bilanzen und Überschüsse der Zwick AG sehen so aus (in Tsd. €): Jahr: 0 1 2 3 4 ff. Aktiva Sachanlagen 12.400 12.608 14.600 15.400 15.400 Netto-UV 2.800 3.200 1.216 2.006 2.006 Summe Aktiva 15.200 15.808 15.816 17.406 17.406 Passiva Eigenkapital 11.746 12.596 13.192 14.906 14.906 Fremdkapital 3.454 3.212 2.624 2.500 2.500 Summe Passiva 15.200 15.808 15.816 17.406 17.406 Jahr 1 2 3 4 ff. EBITDA 16.000 19.300 12.600 12.600 Abschreibungen 2.000 2.300 2.600 2.600 Des Weiteren gilt: r Ab Periode 4 tritt das Unternehmen in die Rentenphase ohne Wachstum ein. r Es gelte ein einfaches Gewinnsteuersystem mit einem Steuersatz τC = 0,4. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 308 4.8 Aufgaben 309 r Der sichere Zinssatz i ist 5 % und die Marktrisikoprämie beträgt 6 %. Der Betawert für ein eigenfinanziertes Unternehmen mit dem operativen Risiko der Zwick AG ist 1,125. r Die Fremdkapitalbestände sind autonom vorgegeben. Das Fremdkapital ist risikolos. 1. Wie groß sind der Unternehmensgesamtwert, der Wert der steuerlichen Vorteile aus der Fremdfinanzierung und der Wert des Eigenkapitals auf Basis der Managementplanungen in jeder Periode? Benutzen Sie den APV-Ansatz! 2. Nach dem Kauf wollen Edmund und Gerold die Kapitalstruktur der AG ändern. Der derzeitige Verschuldungsumfang erscheint ihnen zu gering; steuerliche Vorteile würden zu wenig genutzt. Edmund hat von der Idee gehört, den Fremdkapitalbestand an den Unternehmensgesamtwert zu knüpfen. Ihm schwebt ein Verschuldungsgrad L D V in jeder Periode von 60 % vor. a) Was ändert sich im Vergleich zu den bisherigen Annahmen? Welchen Einfluss haben diese Änderungen auf das Bewertungskalkül? Keine Rechnung erforderlich. b) Wie könnte eine solche Änderung der Kapitalstruktur praktisch umgesetzt werden? c) Ermitteln Sie nun den Wert des Eigenkapitals im Zeitpunkt 0. Nutzen Sie den WACC-Ansatz gem. Harris/Pringle. Geben Sie auch die implizierten Fremdkapitalbestände der einzelnen Perioden an. Aufgabe 7 Sie sind Referent der Konzernentwicklung der Strom AG. Sie sollen zwei Projekte beurteilen, die das Management zu einem Projekt gebündelt hat, weil ihm die damit verbundene regionale Diversifikation nützlich erschien. Die folgende Tabelle zeigt deshalb die Zahlungen, die für beide Projekte zusammen veranschlagt werden. Jahr 0 1 2 3 4 5 CF -300 85 90 140 130 180 Die Cashflows sind vor Zinsen und Steuern definiert. Beide Projekte (A und B) sind gleich groß; die jedem Projekt zurechenbaren erwarteten Zahlungen betragen exakt die Hälfte der in der Tabelle ausgewiesenen Daten. Die Investitionsauszahlung soll zu 50% fremdfinanziert werden und der Kredit jeweils hälftig in t = 3 und t = 5 getilgt werden. Sie beschaffen sich folgende Daten: r Es gilt eine einfache Gewinnsteuer τC = 0,4. r ßU des Projektes A = 0,75; ßU des Projektes B = 0,45. r Risikoloser Zins i = 0,04 und Marktrendite = 0,1Mr . r Die Strom AG kann sich zu einem Zinssatz von 4 % verschulden. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 309 4. Grundzüge der Unternehmensbewertung310 Sie erkennen, dass Projekt A riskanter ist als B: Bei hoher Beschäftigung ist A sehr profitabel; bei niedriger nicht. Die erwarteten Einzahlungen gleichen dennoch denen von B. 1. Welchen Grund könnte das unterschiedliche Risiko der beiden Projekte A und B haben? 2. Das Management weist Sie an, die beiden Projekte mit dem WACC-Ansatz zu bewerten und dabei einen Verschuldungsgrad von 50 % zu unterstellen. Lohnen die Projekte ausgehend von dieser Rechnung? 3. Welche Verzerrungen enthält der Kalkül in Teilaufgabe 2? 4. Bewerten Sie die Projekte mit dem APV-Ansatz. Wie lautet Ihre Empfehlung an das Management? Aufgabe 8 Die Herren Modigliani & Miller (MM) haben viel beachtete Beiträge zur Erklärung des Einflusses der Fremdfinanzierung auf den Unternehmenswert vorgelegt. Zunächst sind sie von einer Welt ohne Steuern ausgegangen, bevor sie die Diskussion – nach einem kleinen Irrtum – auch auf eine Welt mit einfacher Besteuerung von Unternehmensgewinnen übertragen haben. 1. Welche zentrale Botschaft haben MM für das sogenannte Grundmodell – also die Welt ohne Steuern – entwickelt? 2. Welche Annahmen haben sie zur Ableitung dieser Botschaft getroffen? 3. Was ändert sich bei Einführung einer Besteuerung von Unternehmensgewinnen? 4. Nehmen Sie an, zu bewerten ist ein in t = 0 zu gründendes Unternehmen mit folgenden Eckdaten: r Cashflow vor Unternehmensteuer: 100 (unendlich lange) r Unternehmensteuersatz: 30 % r Risikoloser Zinssatz: 4 % r Investitionssumme einmalig in t = 0: 1.000 r Beta bei Eigenfinanzierung: 0,6 r Marktrisikoprämie: 5 % r Fremdkapital: 500; der Betrag bleibt unendlich lange konstant. a) Bewerten Sie das Unternehmen bei anteiliger Fremdfinanzierung nach APV-, WACC- und FTE-Ansatz. Lohnt die Gründung bei Eigenfinanzierung? Lohnt die Gründung bei Fremdfinanzierung? b) Warum kann der Unternehmensgesamtwert bei anteiliger Fremdfinanzierung nicht 1.500 sein? Begründen Sie Ihre Argumentation durch einen Arbitragebeweis. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 310 4.8 Aufgaben 311 c) Warum kann das Unternehmen bei anteiliger Fremdfinanzierung nicht 800 sein? Begründen Sie Ihre Argumentation wiederum durch einen Arbitragebeweis. Aufgabe 9 In einem Investment Report einer Schweizer Bank finden Sie folgende Tabelle. 0 1 2 3 4 5 6 7 8ff. (1) Operating Profit 1.911 1.055 1.373 2.063 2.246 2.435 2.605 2.787 2.982 (2) Taxes -765 -422 -549 -825 -898 -894 -1.042 -1.115 -1.192 (3) Depreciation 1.882 1.995 2.095 2.200 2.310 2.425 2.546 2.674 2.808 (4) ȴ NWC -510 -332 -383 -483 -586 -683 -783 -883 -983 (5) Capital expenditures -2.353 -1.843 -1.820 -2.112 -2.320 -2.556 -2.810 -3.092 -3.401 (6) Operating cashflow 165 453 716 843 752 727 516 371 214 (7) Present value (WACC = 0,07) 165,0 423,4 625,4 688,1 573,7 518,3 343,8 231,0 124,5 (8) Levered Company Value (VL) 1 6.735,5 (9) Equity value 4.762,4 (10) Equity value/share 1 Bewertungszeitpunkt ist das Ende des Jahres 0 2 500 Mio. Stk. 2 9,52 Es gilt: r Der Operating Profit entspricht EBIT, ist also, abgesehen von der Abschreibung, zahlungsgleich; r Capital expenditures = Investitionen im Anlagevermögen; r Es gelte ein einfaches Gewinnsteuersystem mit einem Steuersatz τC = 0,4. r Fremdkapital in 0: 1.973,1. 1. Welche Folgerungen ziehen Sie, wenn Sie die Zeilen (1) bis (6) prüfen? 2. Nehmen Sie an: r die Marktrisikoprämie ist 0,05 r der Fremdkapitalkostensatz ist 0,07 r L D V = 0,30 r i = 0,06 r Lβ = 0,9 r Die Bank nimmt an, der WACC sei 7 %. Können Sie die Bewertung rechnerisch nachvollziehen? 3. Analysieren Sie Cashflow-Planung und Diskontierungssatz. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:47 vorm. Druckdaten Seite 311 4. Grundzüge der Unternehmensbewertung312 4.9 Literaturverzeichnis Ballwieser, W. (2011): Unternehmensbewertung – Prozess, Methoden und Probleme. 3. A., Stuttgart. Baker, G. P./Smith, G. D. (1998): The New Financial Capitalists – Kohlberg Kravis Roberts and the Creation of Corporate Value, Cambridge. Barber, J./Perold, A. E. (1990a): RJR Nabisco – 1990, Case Study, Harvard Business School. Barber, J./Perold, A. E. (1990b): RJR Nabisco – 1990, Teaching Note, Harvard Business School. Brealey, R. A./Myers, St. C./Allen, F. (2008): Principles of Corporate Finance, 9. A., New York. Burrough, B./Helyar, J. (1990): Barbarians at the Gate – The Fall of RJR Nabisco, New York. Copeland, Th. E./Weston, F. J./Shastri, K. (2005): Financial Theory and Corporate Policy, 4. A., Boston. Drukarczyk, J. (1993): Theorie und Politik der Finanzierung, 2. A., München. Drukarczyk, J./Schüler, A. (2008): Akquisitionen, Börsengänge und Restrukturierungen: Fallstudien zur Unternehmensbewertung, München. Drukarczyk, J./Schüler, A. (2009): Unternehmensbewertung, 6. A., München. Harris, R. S./Pringle, J. J. (1985): Risk-Adjusted Discount Rates – Extensions from the Average-Risk Case. 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Zusammenfassung

"Der sichere Umgang mit Excel wird heute von allen Studienabgängern, die in einen finanzorientierten Beruf einsteigen wollen, vorausgesetzt. Auf die Idee, die Grundlagen des Finanzmanagements von der Investitionsrechnung über die Finanzplanung bis hin zur Unternehmensbewertung sowie zur Finanzierung mit ihrer konkreten Umsetzung in Excel praxisnah zu verbinden, ist (&) bislang noch niemand gekommen. Mit dem vorliegenden Buch wird diese Lücke nunmehr geschlossen. Ein unverzichtbares Buch für Studierende und Praktiker.

Dr. Marc Castedello, StB, WP, Partner und Head of Valuation Deutschland, KPMG AG

&sowohl für Praktiker als auch für Studenten von großem Interesse, da das Buch eine gelungene Verbindung schafft zwischen den Methoden des Finanzmanagements und den entsprechenden Excel-Anwendungen.

Dr. Gerhard Ebinger, Vice President Asset Management & Shareholder Services, BASF SE

Das Buch ist eine gelungene Synthese aus theoretischer Fundierung und deren praktischer Anwendung.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, Lehrstuhl für Finanzmanagement und Banken, HHL Leipzig Graduate School of Management