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2.4 Fallstudie: Airport SE in:

Andreas Schüler

Finanzmanagement mit Excel, page 116 - 156

Grundlagen und Anwendungen

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3662-4, ISBN online: 978-3-8006-4872-6, https://doi.org/10.15358/9783800648726_116

Series: Finance Competence

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2.4 Fallstudie: Airport SE 97 2.4 Fallstudie: Airport SE 2.4.1 Einführung Die Airport SE betreibt einen Flughafen in einer europäischen Großstadt. Die Geschäftsaktivitäten verteilen sich auf drei Geschäftsbereiche: Flugbetrieb, Bodenabfertigung und „Anderes“. Der letztgenannte Bereich besteht aus Aktivitäten, die nicht unmittelbar mit dem Flugbetrieb und der Bodenabfertigung zusammenhängen, wie die Bewirtschaftung der Parkplätze, das Management NOCF Zi ISAV ¨FA ¨FK KE Div - Zi - ISAV - ¨FA - ¨FK - Div + KE Abbildung2-4: Vorgegebene Ausschüttung und Kapitalerhöhung NOCF Zi ISAV ¨FA FCF = 0 ¨FK NOCF - Zi - ISAV - ¨FA - 0 = ¨FK Abbildung2-5: Schnellstmögliche Tilgung Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 97 2. Finanzplanung98 und die Vermietung von Geschäften und Restaurants sowie die Versorgungsund Sicherheitsleistungen. Der Flughafen besteht seit über fünfzig Jahren und ist im Laufe der Jahrzehnte bereits stark gewachsen. Die Airport SE hält nach weiterer Effizienzsteigerung maximal 85 Flugbewegungen (Starts und Landungen) pro Stunde für möglich. Nachtflugbeschränkungen begrenzen den Flughafenbetrieb auf 16 Stunden pro Tag und somit auf 500.000 Flugbewegungen pro Jahr. Die Kapazität zur Abfertigung von Passagieren, die Terminalkapazität, kann auf höchstens 56 Mio. Passagiere ausgeweitet werden. Derzeit – im Jahr 0 – betragen die Flugbewegungen jährlich etwa 460.000 und es werden über 49 Mio. Passagiere abgefertigt. Bevor wir uns intensiv mit der Finanzplanung der Airport SE auseinandersetzen, wollen wir kurz die Excel-Datei zum Fall vorstellen. r Das Arbeitsblatt „Annahmen“ enthält – wie der Name zart andeutet – die Prämissen der Finanzplanung, auf die wir immer wieder zurückgreifen. r Relativ viel Zeit verbringen wir im Blatt „Volumen Analyse & Prognose“. Dort werden die Grundlagen für die Planung des Umsatzes bzw. der zugrundeliegenden Volumina gelegt. r Die „Erlösanalyse“ bereitet die Bepreisung des Umsatzvolumens getrennt nach den Geschäftsbereichen vor. r Basierend auf den Annahmen und den vorbereitenden Analysen werden in „Umsatz & Aufwand“ bzw. „Investitionen & NWC“ die zentralen operativen Planbestandteile entwickelt. r Ergänzt um finanzierungsbedingte Elemente fließen diese dann in Plan- „GuV“, Plan-„Bilanz“ und Plan-„Cf-Statement“ ein. Diese Blätter beinhalten die jeweiligen Rechenwerke zudem für die letzten drei vorangegangenen Jahre. r Die resultierenden Zuflüsse an die Eigentümer werden im Blatt „FCF“ erarbeitet. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 98 2.4 Fallstudie: Airport SE 99 Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 99 2. Finanzplanung100 2.4.2 Problemstellung und erste Überlegungen Wir schlüpfen nun in die Rolle der Geschäftsleitung. Im Rahmen der strategischen Planung wird ausführlich über den doch recht begrenzten Kapazitätsspielraum diskutiert. Weitere Effizienzsteigerungen scheinen nur sehr begrenzt Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 100 2.4 Fallstudie: Airport SE 101 möglich, so dass in eine Start- und Landebahn und ein zusätzliches Terminal zu investieren ist. Auch die Entwicklung in der Vergangenheit verdeutlicht, dass weiteres, die Kapazität bald überforderndes Wachstum sehr wahrscheinlich ist. Damit steht das Management vor zwei Aufgaben: 1. Planung der Mengen- und Preisentwicklung unter Beachtung der zunächst vorgegebenen bzw. der durch Expansion erhöhten Kapazität. 2. Erstellung eines Finanzplans, anhand dessen unter Beachtung der geplanten Expansionsstrategie zunächst der Finanzierungsbedarf ermittelt und durch geeignete Finanzierungsmaßnahmen gedeckt wird. Wenden wir uns der ersten Aufgabe zu und beginnen mit einer Analyse der historischen Mengenentwicklung. Excel-Tipp 25: Sekundärachse einfügen Will man zwei Datenreihen gegenüberstellen, deren Dimensionierung bzw. Maßeinheit divergiert (z.B. Tausend vs. Millionen bzw. Prozente vs. Geldeinheiten), ist eine zweite y-Achse – im Microsoft-Jargon „vertikale Sekundärachse“ – hilfreich. Dazu ist das Diagramm zu markieren, unter Diagrammtools/Format/ Aktuelle_Auswahl die entsprechende Datenreihe auszuwählen und direkt auf „Auswahl formatieren“ zu klicken. 0 10 20 30 40 50 60 0 100 200 300 400 500 -50 -40 -30 -20 -10 0 Passagiere Fl ug be w eg un ge n Jahre vor dem Entscheidungszeitpunkt Flugbewegungen (Tsd.) Passagiere (Mio.) Abbildung2-6: Historische Entwicklung der Volumina Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 101 2. Finanzplanung102 Dann hat man unter „Reihenoptionen“ die Möglichkeit, die Datenreihe anhand einer „Sekundärachse“ abzubilden. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 102 2.4 Fallstudie: Airport SE 103 Will man nach den Treibern für das beobachtbare Mengenwachstum forschen, stößt man schnell auf die konjunkturelle Entwicklung. Abbildung  2-7 stellt der Veränderung der am Flughafen abgefertigten Verkehrseinheiten die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts gegenüber. Verkehrseinheiten sind eine in der Branche übliche Kennziffer: + 100 kg Verkehrseinheiten (Tsd. t)=Passagiere Luftfracht (Tsd. t)+Luftpost (Tsd. t) 1.000 kg Die Korrelation – berechnet mit der Funktion KORREL – zwischen der Veränderung der Verkehrseinheiten und der des BIP beträgt 68 %. Sie ist also positiv, d.h. eine Erhöhung des Verkehrsvolumens ist bei einem BIP-Anstieg zu beobachten, und relativ deutlich ausgeprägt, da Korrelationskoeffizienten Werte im Intervall von –1 bis +1 annehmen können.27 Die Wachstumsraten – definiert als geometrisches Mittel (CAGR Compound annual growth rate) – enthält nachfolgende Tabelle: 20 21 22 23 24 25 C D E F G H CAGR -50 - 0 CAGR -50 - (-30) CAGR -30 - 0 CAGR -20 - 0 Flugbewegungen 7,4% 14,5% 2,9% 3,7% =GEOMITTEL(AI6:BB6)-1 Passagiere (Tsd.) 11,7% 21,4% 5,7% 5,3% Luftfracht (Tsd. t) 12,8% 25,2% 5,3% 4,4% Luftpost (t) 9,3% 19,7% 2,9% 2,1% Verkehrseinheiten (Tsd. t) 11,9% 22,1% 5,6% 5,1% Die Funktion GEOMITTEL wird angewandt auf die jährlichen Wachstumsraten (jeweils 1 + Wachstumsrate); nach Abzug von 1 erhalten wir das geometrische Mittel der Wachstumsrate. 27 Ein gelungenes, anwendungsorientiertes und Excel-basiertes Lehrbuch zur Statistik ist Levine/Stephan/Krehbiel/Berenson (2008). -10% 0% 10% 20% 30% 40% -40 -35 -30 -25 -20 -15 -10 -5 0 W ac hs tu m Jahre vor dem Entscheidungszeitpunkt BIP - Realwachstum Veränderung Verkehrseinheiten Abbildung2-7: BIP vs. Verkehrseinheiten Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 103 2. Finanzplanung104 Die Ergebnisse zeigen, dass das Wachstum in den ersten zwanzig Jahren des Betrachtungszeitraums deutlich höher war als in den letzten dreißig bzw. zwanzig Jahren. Diese Beobachtung ist für die Prognose künftigen Wachstums von Interesse: Da der Massen-Flugverkehr ein vergleichsweise junges Phänomen ist, sollten wir das stürmische Wachstum der ersten Jahre nicht in die Zukunft projizieren. 2.4.3 Mengenprognose – ein kurzer Überblick Nach der Analyse der historischen Mengenentwicklung diskutiert die Unternehmensleitung mit den verantwortlichen Stab- und Linienmanagern Ansätze zur Prognose der künftigen Entwicklung. Jeder Geschäftsbereich ist aufgefordert, eine Planung zu erstellen, die dann auf Gesamtunternehmensebene zur Konzernplanung aggregiert wird. Zur Prognose bieten sich u. a. zwei Verfahren an: 1. Aus den historischen Daten könnten zentrale Treiber des Mengenwachstums herausgefiltert werden. Nach Schätzung der künftigen Entwicklung dieser einflussreichen Variablen kann auf Basis des vermuteten Zusammenhangs – wie dieser ermittelt wird, beschreiben wir unten – die Mengenentwicklung geschätzt werden. 2. Alternativ könnte man aus historischen Daten einen Trend ableiten und diesen in künftige Perioden fortschreiben. Bei diesem Verfahren betrachten wir ausschließlich die Entwicklung der Mengen über die Zeit, unabhängig von anderen Einflussfaktoren. Ad 1: Das Prinzip soll anhand einer linearen Regression mit dem realen BIP- Wachstum als unabhängiger Variable demonstriert werden. Im Rahmen einer einfachen, linearen Regressionsanalyse wird der Einfluss einer unabhängigen Variable, hier also die Veränderung des BIP, auf eine abhängige Variable, in der Fallstudie ist das die Mengenentwicklung, auf Basis historischer Daten geschätzt.28 Zentrale Ergebnisse der Berechnung sind der Achsenabschnitt29 und die Steigung der Regressionsgeraden, die den Zusammenhang zwischen unabhängiger und abhängiger Variable repräsentieren: N N N N= + ⋅ SteigungAchsen- UnabhängigeAbhängige abschnitt VariableVariable y a b x Das Bestimmungsmaß (R2) misst, wieviel Prozent der Streuung der Daten durch die Regressionsgerade erklärt wird. Die Regressionsgleichung kann dann zur Schätzung der abhängigen Variablen eingesetzt werden, indem man auf Basis des berechneten Achsenabschnitts und der berechneten Steigung weitere bzw. prognostizierte Ausprägungen der unabhängigen Variablen – hier z. B. die prognostizierte BIP-Entwicklung – einsetzt. 28 Wir stellen die Methode hier nur grob dar. Für weitere Details vgl. z.B. Levine et al. (2008), Schira (2007) oder andere Statistiklehrbücher. 29 Das Modell kann auch ohne Achsenabschnitt formuliert werden. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 104 2.4 Fallstudie: Airport SE 105 Um Regressionsanalysen durchzuführen, bietet Excel die Funktion REGRES- SION als Teil des Funktionspakets „Analyse-Funktionen“, die Funktion RGP und schließlich die separate Formulierung der Regressionsbestandteile anhand der Funktionen ACHSENABSCHNITT, STEIGUNG, BESTIMMTHEITSMASS und STFEHLERYX an. Wir wollen uns hier auf die ersten beiden Alternativen beschränken. Falls die Analyse-Funktionen noch nicht auf Ihrem Rechner installiert sind, folgen Sie dem Excel-Tipp 26. Excel-Tipp 26: Analyse-Funktionen Wenn Sie die Analyse-Funktionen nicht unter Daten/Datenanalyse finden, ist das entsprechende Add-In zu aktivieren: Unter dem Reiter „Datei“ finden Sie die Schaltfläche „Optionen“. Dort erscheint unter Add-Ins die Liste aktiver und inaktiver Add-Ins. Nach Klicken der Schaltfläche „Gehe zu“ öffnet sich folgendes Fenster: Nach Markieren von „Analyse-Funktionen“ und der Eingabe „OK“ sind die Analyse-Funktionen aktiviert und unter der Rubrik Daten/Datenanalyse zu finden. Nach Installation des Funktionspakets wählen Sie „Analyse-Funktionen“ unter Daten/Datenanalyse und markieren „Regression“. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 105 2. Finanzplanung106 Zur Demonstration führen wir eine Regressionsanalyse mit dem jährlichen BIP-Realwachstum über die letzten 30 Jahre als unabhängiger und den entsprechenden Veränderungen der Flugbewegungen als abhängiger Variable durch. Die Vorlage, die sich – so zumindest mein Eindruck – weitgehend selbst erklärt, ist auszufüllen. Beachten Sie, dass die Daten sowohl für die abhängige Variable (hier: der Wachstumsrate der Flugbewegungen) als auch für die unabhängige Variable (hier: reales BIP-Wachstum) jeweils in einer eigenen Spalte aufgelistet sein müssen. Für das Beispiel scheint es sinnvoll, den Achsenabschnitt auf Null zu setzen (Option „Konstante ist Null“). Wir nehmen damit an, dass bei einem Wirtschaftswachstum von Null auch die Flugbewegungen unverändert bleiben. Beginnend mit der gewählten Ausgabezelle erhalten wir für unser Beispiel die unten dargestellte Auswertung. Wir wollen nicht die einzelnen Positionen im Detail besprechen; neben einer Klärung Excel-spezifischer Begrifflichkeiten anhand der Excel-Hilfe sei – auch hinsichtlich verfügbarer Tests zur Prüfung der Belastbarkeit der Ergebnisse – wiederum auf einschlägige Statistik-Lehrbücher verwiesen. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 106 2.4 Fallstu d ie: A irp o rt SE 107 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 Q R S T U V W X Y AUSGABE: ZUSAMMENFASSUNG Regressions-Statistik Multipler Korrelationskoeffizient 0,64067 Bestimmtheitsmaß 0,41046 Adjustiertes Bestimmtheitsmaß 0,37713 Standardfehler 0,03568 Beobachtungen 31 ANOVA Freiheitsgrade (df) Quadratsummen (SS) Regression 1 0,02660 0,02660 20,88713 0,00008 Residue 30 0,03820 0,00127 Gesamt 31 0,06480 Koeffizienten Standardfehler t-Statistik P-Wert Untere 95% Obere 95% Untere 95,0% Obere 95,0% Schnittpunkt 0 #NV #NV #NV #NV #NV #NV #NV BIP - Realwachstum 0,96313 0,21074 4,57024 0,00008 0,53274 1,39351 0,53274 1,39351 Mittlere Quadratsumme (MS) Prüfgröße (F) F krit Fotosatz B uck – V ah len C om p etence – Schü ler – Finan zm anagem ent m it E xcel – H erstellu ng: Frau D eu ringer Stand : 1. Ju li 2011, 9:46 vorm . D ru ckd aten Seite 107 2. Finanzplanung108 Die zentralen Ergebnisse sind: r Die Regressionsgerade: = ⋅ 0,96313y x Mit y : geschätzte Wachstumsrate Flugbewegungen, x : geschätztes BIP-Realwachstum. Wenn man beispielweise erwartet, dass das BIP in einem Planjahr real um 2 % wächst, schätzt man entsprechend dieser Regressionsgleichung das Wachstum der Flugbewegungen auf 1,82%. r Der Koeffizient des BIP-Wachstums ist signifikant auf 1 %-Niveau, da die entsprechende Fehlerwahrscheinlichkeit unter 1 % (Zelle U130) beträgt. r Das Bestimmtheitsmaß (R2) ist 41%, d. h. die Streuung der Daten wird zu 41 % von der Regressionsgerade erklärt. Die Datei zur Fallstudie enthält analoge Berechnungen mit der Entwicklung der Passagierzahl und den Verkehrseinheiten als abhängigen Variablen. Nachteil der Funktion REGRESSION ist ihre Inflexibilität, weil sie nicht fest mit den Daten verknüpft ist und daher die Ergebnisse nicht automatisch auf Änderungen des Datensatzes reagieren. Diesen Mangel weist die Funktion RGP nicht auf, die allerdings etwas spartanisch gestaltet ist und vom Benutzer mehr Vorwissen erfordert. Wenn – wie in unserem Fall – eine unabhängige Variable zugrunde gelegt wird und alle verfügbaren Outputs abgerufen werden sollen, ist ein Zellbereich über zwei Spalten und fünf Zeilen zu markieren; in der Datei zur Fallstudie, Arbeitsblatt „Volumen Analyse & Prognose“, ist dies der Bereich E114:F118. In E114 tragen wir daraufhin die RGP-Funktion mit entsprechender Benennung der y- und x-Daten ein. Die Option „Konstante“ setzen wir auf Null und „Statistik“ auf Eins. Ersteres führt dazu, dass wir hier den Achsenabschnitt unterdrücken und die zweite Eingabe stellt klar, dass alle Ergebnisgrößen und nicht nur Achsenabschnitt und Steigung geliefert werden sollen. Die Funktion RGP ist eine sog. Matrix- bzw. Arrayformel, daher sind nach dem Markieren von E114:F118 und der Eingabe der RGP-Funktion in E114 zugleich STRG, UMSCHALT und ENTER zu drücken. Excel liefert dann folgende Ergebnisse, die wir zum besseren Verständnis beschriftet haben: 114 115 116 117 118 D E F G Steigung 0,9631 0 Achsenabschnitt Standardfehler der Steigung 0,2107 #NV Standardfehler des Achsenabschnitts R² 0,4105 0,0357 Standardfehler des Prognosewerts F-Statistik 20,8871 30 Freiheitsgrade Regressions-Quadratsumme 0,0266 0,0382 Residual-Quadratsumme In F119 wird die Formel gezeigt. Zudem haben wir darunter die t-Statistik berechnet und dem kritischen t-Wert für ein Konfidenzniveau von 5% (Funktion TINV) gegenübergestellt. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 108 2.4 Fallstudie: Airport SE 109 119 120 121 122 123 E F G Formel: =RGP(X5:BB5;$X$3:$BB$3;FALSCH;WAHR) t-Statistik Kritischer t-Wert für 0,05 Irrtumswahrscheinlichkeit 4,5702 2,0423 0,0078% =E114/E115 =TINV(0,05;F117) =TVERT(E122;F117;2) Da der t-Wert (E122: 4,57) den kritischen Wert (F122: 2,04) übersteigt, übt das BIP-Wachstum einen signifikanten Einfluss auf das Wachstum der Flugbewegungen aus. Ad 2: Excel bietet eine Reihe von Möglichkeiten, um eine Trendanalyse zu erstellen: 1. Hinzufügen von Trendlinien auf Basis einer im Diagramm abgebildeten Datenreihe. 2. Automatisches Ausfüllen durch Markieren der Ausgangsdaten und Ziehen der Maus beginnend mit dem kleinen „Ausfüllkästchen“ (rechte untere Ecke der Zelle). 3. Markieren der Ausgangsdaten und Eingabe des Befehls REIHE (Start/Bearbeiten/Füllbereich/Reihe). 4. Funktion TREND. 5. Funktion SCHÄTZER. 6. Und schließlich kann auch eine Zeitreihenregression „manuell“ direkt oder unter Verwendung der Funktionen STEIGUNG und ACHSENABSCHNITT erstellt werden. 7. Die eben beschriebene Funktion RGP, die auch für Trendanalysen eingesetzt werden kann; Beispiel: Die Zahl der Verkehrseinheiten eines Jahres als abhängige Variable und die Jahreszahl als unabhängige Variable. 8. Funktion REGRESSION aus den Analyse-Funktionen. Bei all diesen Varianten kann der Nutzer zwischen linearen und geometrischen Trends wählen. So kann z. B. anstelle des linearen Trends mit RGP ein exponentieller Trend mit der Funktion RKP berechnet werden. Excel-Tipp 27: Zahlenformate Zahlenformate können abweichend von den üblichen Varianten gestaltet werden. Ausgangspunkt ist die Zahlenformat-Maske. Im nachfolgenden Beispiel geht es beispielsweise um die Formatierung einer Achsenbeschriftung. Erfolgt der Einstieg direkt über „Zellen formatieren“, sieht die entsprechende Maske nach Wahl der Option „Benutzerdefiniert“ so aus: Wir haben eines dieser speziellen Formate, nämlich „ #. “ eingegeben. Damit werden die drei Stellen vor dem Komma nicht angezeigt; Berechnungen, die auf die entsprechend formatierten Zellen zugreifen, werden aber weiterhin die vollen Zahlen zugrunde gelegt. Weitere Sonderformate sind: Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 109 2. Finanzplanung110 #.. Angezeigt werden nur Millionen #.###. Ähnlich wie „ #. “; im Unterschied dazu werden Punkte nach den Tausendern bzw. Millionen angezeigt. #.##0. Ähnlich wie „#.###.“, im Unterschied dazu wird ggf. eine Null angezeigt. #.###.. Ähnlich wie „#..“; im Unterschied dazu werden Punkte nach den Tausendern angezeigt. #.###,00. Angezeigt werden Tausender mit zwei Nullstellen Zur Abgrenzung der Raute von der Null sei angemerkt: Trägt man im benutzerdefinierten Zahlenformat „0“ ein, so wird an dieser Stelle einer Zahl immer dann eine Null angezeigt, es sei denn, die Ziffer ist von Null verschieden. Wenn etwa „000“ als Format festgelegt wird, wird die Zahl 7 angezeigt als „007“. Die Raute zeigt hingegen nichts an, wenn die Zahl nicht von Null verschieden ist; im Beispiel stünde also bei „###“ eine schlichte „7“. 2.4.4 Hinzufügen von Trendlinien Variante 1 kann, wenn man auf eine Datenreihe in einem Punkt (XY)-Diagramm zielt, über das Klicken der rechten Maustaste aufgerufen werden. Es bietet sich dann unmittelbar eine Reihe von Trendfunktionen an. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 110 2.4 Fallstudie: Airport SE 111 Excel-Tipp 28: Bedingte Zahlenformate Benutzerdefinierte Zahlenformate können auf viele Arten festgelegt werden. So lässt Excel zu, dass für positive Zahlen, negative Zahlen, Nullen und Texte in einer Zelle unterschiedliche Formate festgelegt werden. Die entsprechenden Vorgaben für die vier Kategorien müssen in der genannten Reihenfolge gemacht und durch Strichpunkt getrennt werden. Ein Beispiel: Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 111 2. Finanzplanung112 Tragen wir in eine entsprechend formatierte Zelle nun z.B. die Zahl 1.234 ein, so erhalten wir: Man kann also auch Textbausteine z.B. in Form von Maßeinheiten verwenden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Zahlenformate an Bedingungen wie Größenklassen (<, >, =) zu knüpfen.30 Excel-Tipp 29: Zahlen verstecken (ist gefährlich) Excel bietet die Möglichkeit, Zahlen auszublenden. Berechnungen, die auf die in den entsprechenden Zellen enthaltenen Daten zurückgreifen, werden davon nicht berührt. Damit birgt dieser Kniff auch ein beträchtliches Risiko, da für die Kalkulation relevante Zahlen unsichtbar werden. Wenn Sie dieses Risiko wirklich eingehen wollen, geben Sie als benutzerdefiniertes Zahlenformat „ ; “ ein: 30 Vgl. Fleckenstein/Georgi (2009), S. 60. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 112 2.4 Fallstudie: Airport SE 113 Abbildung 2-8 zeigt am Beispiel der Flugbewegungen das Ergebnis einer trendbasierten Fortschreibung über die nächsten fünfzig Jahre für diverse Trendvarianten jeweils inklusive Bestimmtheitsmaß und Gleichung.31 Die exponentielle Fortschreibung scheint auch vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung der letzten zwanzig Jahre und der noch zu diskutierenden Kapazitätsgrenzen verwegen; sie bildet den oberen Rand des Trendlinien-Fächers. Den unteren Rand bildet der logarithmische Trend, der über die nächsten 50 Jahre nicht einmal annähernd die Ist-Flugbewegungen im Entscheidungszeitpunkt erreicht. Wie diese Trendgleichungen zur Prognose genutzt werden könnten, veranschaulichen wir anhand des linearen Trends – die gestrichelte Linie in Abbildung 2-8 – für das Planjahr 2 (t = 53): 7.935,8 ∙ 53 − 1.250,1 = 419.347. Wir setzen also in die in der Grafik genannte Geradengleichung (y = 7.935,8x – 1.250,1) für x die Zahl 53 ein. Die Flugbewegungen werden für das Planjahr 2 dann auf 419.347 geschätzt. Dass die beiden Fächerränder hier wenig plausible Fortschreibungen liefern, verdeutlicht Abbildung 2-9, in der wir die Trends auf die nächsten 500 Jahre ausdehnen. Und dass die Steigung der polynomischen Trendfortschreibung über der des linearen Trends liegt, wird ebenfalls noch deutlicher als bei der 31 Um den logarithmischen Trend, der nicht mit negativen Periodennummern arbeiten kann, präsentieren zu können, haben wir umgestellt: Die älteste Beobachtung ist hier nicht t = -50, sondern t = 1; der Entscheidungszeitpunkt ist nun t = 51 und nicht t = 0. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 113 2. Finanzplanung114 y = 39232e0,0534x R² = 0,8413 y = 7935,8x - 1250,1 R² = 0,9646 y = 35,857x2 + 6071,3x + 15220 R² = 0,968 y = 119337ln(x) - 151548 R² = 0,7827 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 1.800 2.000 2.200 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Fl ug be w eg un ge n (T sd .) Jahr Flugbewegungen (historische Daten) Exponentieller Trend Linearer Trend Polyn. Trend 2. Grades Logarithmischer Trend Abbildung2-8: Trendfortschreibungen 50 Jahre 0 2.500 5.000 7.500 10.000 12.500 15.000 17.500 20.000 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 Fl ug be w eg un ge n (T sd .) Jahr Flugbewegungen (historische Daten) Exponentieller Trend Linearer Trend Polyn. Trend 2. Grades Logarithmischer Trend Abbildung2-9: Trendfortschreibungen 500 Jahre Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 114 2.4 Fallstudie: Airport SE 115 Fortschreibung über „nur“ 50 Jahre.32 Wir nehmen diese Beobachtungen zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass die Prüfung einer Planung auf Plausibilität ihre langfristigen (und ihre sehr, sehr langfristigen) Implikationen beinhalten sollte. Abbildung 2-8 zeigt zudem, dass bis auf den exponentiellen Trend alle Trendlinien in den ersten Planungsjahren unterhalb der letzten Ist-Zahlen verlaufen. Wir wollen dieses Problem entschärfen, indem wir den Trend nur auf den letzten zwanzig Jahren aufsetzen. Zudem sind die Kapazitätsgrenzen einschließlich der geplanten Erweiterungen zu beachten (Arbeitsblatt „Annahmen“): 4 5 6 A B C D E F G H I J K L M 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11ff Kapazität Flugbewegungen (Tsd.) 456 468 480 490 500 525 565 580 660 660 660 670 Kapazität Passagiere (Mio.) 50 51 52 54 55 57 61 63 75 75 75 81 Denn in den Jahren 4 bis 7 ist der Bau einer weiteren Start- und Landebahn sowie eines neuen Terminals geplant, in dessen Folge die Kapazität deutlich steigt. Weitere Kapazitätserhöhungen vor dem Bau und ab dem Jahr 11 seien aufgrund von Effizienzsteigerungen möglich. Die Trendanalyse sieht nach Überarbeitung nun so aus: 32 Freilich zeigt auch ein Vergleich der ersten Ableitungen des linearen und des polynomischen Trends schnell – die erste Planperiode ist t bzw. x = 52 –, dass die Steigung des polynomischen Trends größer als die des linearen Trends ist. y = 12425x + 440547 R² = 0,9762 y = 204,45x2 + 16514x + 453495 R² = 0,9839 100 200 300 400 500 600 700 800 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 Fl ug be w eg un ge n (in T sd .) Jahre Flugbewegungen (historische Daten) Kapazität Linearer Trend Polyn. Trend 2. Grades Abbildung2-10: Trendfortschreibung & Kapazität (Flugbewegungen) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 115 2. Finanzplanung116 Offensichtlich führt der polynomische Trend zu Flugbewegungen, die oberhalb der Kapazitätsgrenzen liegen. Wir wollen die Flugbewegungen daher in der Folge nicht anhand dieser Variante schätzen. Der lineare Trend liegt zunächst knapp an den Kapazitätsgrenzen. Zu beachten ist, dass ab dem Jahr 11 eine unverrückbare Kapazitätsgrenze von 670 Tsd. Flugbewegungen gilt. Damit kann auf den linearen Trend nur solange gesetzt werden, wie dieses Maximum noch nicht erreicht wird. Abbildung 2-11 zeigt die Ergebnisse, legte man die Passagierzahlen der Analyse zugrunde. Die Folgerungen sind ähnlich wie für die Flugbewegungen: die Kapazitätsgrenze wird durch den polynomischen Trend, nicht aber durch den linearen Trend verletzt. Und schließlich unterziehen wir in Abbildung 2-12 auch die Verkehrseinheiten einer Trendanalyse; eine Kapazitätsgrenze kann man aufgrund des „Mischcharakters“ dieser Größe aber kaum formulieren. 2.4.5 Weitere Möglichkeiten der Trendanalyse mit Excel Oben, in Abschnitt 2.4.3, haben wir aufgelistet, welche Möglichkeiten Excel zur Trendanalyse neben dem (eine Abbildung voraussetzenden) Einfügen von Trendlinien noch bietet. Bedarf an weiteren Methoden besteht auch deswegen, weil diese grafische Lösung nicht unmittelbar die der Prognose zugrundeliegenden Werte liefert. Wir wollen die weiteren Varianten anhand der Flugbewegungen (in Tsd.) illustrieren. y = 1607,2x + 45440 R² = 0,964 y = 50,591x2 + 2619x + 48645 R² = 0,9918 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 Pa ss ag ie re (i n M io .) Jahre Passagiere (historische Daten) Kapazität Linearer Trend Polyn. Trend 2. Grades Abbildung2-11: Trendfortschreibung & Kapazität (Passagierzahl) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 116 2.4 Fallstudie: Airport SE 117 72 73 C D E F G H I J K L M N Jahr -20 -19 -18 -17 -16 -15 -14 -13 -12 -11 -10 Flugbewegungen 222 221 216 222 227 238 250 269 294 312 324 72 73 O P Q R S T U V W X -9 -8 -7 -6 -5 -4 -3 -2 -1 0 320 340 352 365 378 385 392 416 439 458 Die einfachste Variante (Nr. 2 der Aufzählung in Abschnitt 2.4.3) besteht darin, die historischen Daten (D72:X72) zu markieren und dann ab dem rechten, unteren Eck der Zelle X72 an, nach rechts zu ziehen. Wir erhalten aus der resultierenden linearen Fortschreibung folgende Werte für die nächsten vierzehn Jahre (in Tsd.): 72 73 Y Z AA AB AC AD AE AF AG AH AI AJ AK AL 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 453 465 478 490 503 515 528 540 552 565 577 590 602 615 Nachteil dieser Alternative ist, dass die implizierte Trendfunktion nicht explizit ausgewiesen wird, sondern aus den Resultaten abgeleitet werden müsste. Das ist zwar nicht tragisch, aber unpraktisch. Ein geometrischer (exponentieller) Trend lässt sich erzeugen, indem man vor bzw. während des Ziehens mit der Maus die rechte Maustaste drückt. Variante 3, der Befehl REIHE, funktioniert so: Nachdem wir die historischen Daten und die Zellen, in welche die Trendwerte eingetragen werden sollen, y = 206,72x + 6071,4 R² = 0,9759 y = 4,481x2 + 296,34x + 6355,2 R² = 0,9893 2 4 6 8 10 12 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 Ve rk eh rs ei nh ei te n (in M io . t ) Jahre Verkehrseinheiten (historische Daten) Linearer Trend Polyn. Trend 2. Grades Abbildung2-12: Trendfortschreibung & Kapazität (Verkehrseinheiten) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 117 2. Finanzplanung118 markiert haben, rufen wir die Funktion unter Start/Bearbeiten/Füllbereich auf, kreuzen „Trend“ an und wählen die Option „Linear“. Dann werden die linearen Trendwerte eingetragen. Zu beachten ist, dass auch die historischen Werte in die Werte entsprechend der Trendgeraden umgewandelt werden. Die Funktion TREND (Variante 4 aus Abschnitt 2.4.3) ist – wie auch die Funktion RGP – eine sog. Matrixfunktion und kann über „Funktionen Einfügen“ unter der Rubrik „Statistik“ aufgerufen werden. In die entsprechende Maske sind die historischen y-Werte, hier die Jahreszahlen, und die historischen x-Werte, hier die in den vergangenen Jahren verzeichneten Flugbewegungen, sowie der Zellbereich für die prognostizierten x-Werte einzutragen. Da die Funktion eine Matrix- bzw. Arrayformel ist, ist vor Ausfüllen der Funktionsmaske der Bereich zu markieren, in den die Resultate eingetragen werden sollen. Nach Ausfüllen der Funktion sind zugleich STRG, UMSCHALT und ENTER zu drücken. Wir erhalten dann für unser Beispiel wiederum die Daten für die lineare Trendfortschreibung. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 118 2.4 Fallstudie: Airport SE 119 75 76 77 78 D E F G H I J K 1 2 3 4 5 6 7 Funktion (Trend) 452.972 465.397 477.822 490.248 502.673 515.098 527.524 =TREND(D73:$X$73;D72:$X$72;E75:R75;WAHR) 452.972 =SCHÄTZER(E75;$D$73:$X$73;$D$72:$X$72) Würden wir einen exponentiellen Trend für passender halten, könnten wir auf VARIATION zurückgreifen. Anstelle von TREND könnten wir auch auf SCHÄTZER (Variante 5) zurückgreifen. Die Syntax kann dem Screenshot entnommen werden. Diese Funktion ist nicht als Arrayfunktion konzipiert; es ist daher für jeden x-Wert (z. B. für das Prognosejahr 1, Zelle E78) in einer Zelle die Funktion zur Berechnung des jeweiligen y-Wertes einzutragen. Auf eine intensivere Darstellung der Funktionen ACHSENABSCHNITT und STEIGUNG (Variante 6) bzw. RGP (Variante 7) verzichte ich hier, da erstgenanntes Funktionspaar nur Teilergebnisse liefert bzw. die Funktion RGP schon oben beschrieben wurde. Die Funktion REGRESSION aus dem Paket „Analyse- Funktionen“ (Variante 8) wenden wir hier nicht noch einmal an, da sie nicht flexibel genug ist. 2.4.6 Umsatz- und Aufwandsprognose Im Arbeitsblatt „Annahmen“ der zugehörigen Excel-Datei besteht die Wahl zwischen der Trendprognose und der BIP-basierten Prognose: 10 11 12 A B Volumensprognose Bitte eine ankreuzen (x) Trendprognose x BIP-basierte Prognose Für den weiteren Verlauf der Fallstudie verwenden wir die Trendprognose. Nach Ankreuzen von B11 richten sich die nachfolgenden Berechnungen über WENN-Bedingungen darauf aus. Zweiter Schritt nach der Prognose der erwarteten Volumina ist deren Verknüpfung mit den erwarteten Preisen bzw. den Umsatzerlösen je Mengeneinheit. Wir gehen hier so vor: Für jeden der drei Umsatzbestandteile – Flugbetrieb, Bodenabfertigung, Sonstiges – untersuchen wir, wieviel Umsatz in der Vergangenheit je Mengeneinheit erzielt wurde. Dann fragen wir, welche künftige Entwicklung plausibel sein könnte. Es ist wohl ohne weiteres verteidigbar, die Anzahl der Flugbewegungen als zentralen Treiber der Umsätze im Segment Flugbetrieb zu verwenden. Die Korrelation zwischen beiden Größen – zum Einsatz kommt wieder die Funktion KORREL – erweist sich als sehr hoch. Der Umsatz je Flugbewegung ist in der Vergangenheit kontinuierlich angestiegen; im Jahr t = -10 betrug er 1,66 Tsd. € und im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr t0 2,02 Tsd. €. Wir unterstellen für die Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 119 2. Finanzplanung120 künftigen Jahre vereinfachend einen Anstieg des Umsatzes pro Flugbewegung i. H.d. Inflationsrate. Analog gehen wir für das Segment Bodenabfertigung vor, wobei wir hier auf die etwas breiter definierte Zahl der Verkehrseinheiten zurückgreifen. Für den Bereich Sonstiges differenzieren wir: Mieten, Parkgebühren und Umsatzabgaben der auf dem Gelände vertretenen Einzelhändler und Gastronomiebetriebe setzen wir in Relation zur Zahl der Passagiere. Die Umsätze der übrigen Bereiche, die in der Vergangenheit auch aufgrund von Umstrukturierungen stark geschwankt haben, sollen vereinfachend i.H.d. Inflationserwartung wachsen. Nachfolgende Tabelle fasst unsere Überlegungen zusammen (Arbeitsblatt „Erlösanalyse“; Umsatzerlöse werden in Mio. € angegeben): 3 4 5 6 13 14 15 18 23 24 25 26 28 29 30 31 32 33 34 A B C D E F G H I J K L M Korrelation -10 -9 -8 -7 -6 -5 -4 -3 -2 -1 0 Flugbetrieb 538 553 597 636 681 714 742 752 801 851 924 Veränderung 2,6% 7,9% 6,7% 7,0% 4,9% 3,9% 1,3% 6,5% 6,2% 8,5% Umsatz pro Flugbewegung 99,5% 1,66 1,73 1,75 1,81 1,87 1,89 1,93 1,92 1,92 1,94 2,02 =KORREL(C4:M4;'Volumen Analyse & Prognose'!AR4:BB4) Bodenabfertigung 617 646 727 787 834 873 882 886 906 951 1.034 Veränderung 4,8% 12,6% 8,1% 6,0% 4,7% 1,0% 0,5% 2,2% 4,9% 8,7% Umsatz pro Tsd. t Verkehrseinheit 96,0% 148,98 166,40 173,52 177,42 174,00 169,61 168,21 163,30 160,78 158,06 160,04 =KORREL(C14:M14;'Volumen Analyse & Prognose'!AR16:BB16) Mieten, Umsatzabgaben, Parkierung 330 354 396 420 449 469 473 495 505 559 586 Veränderung 7,3% 11,8% 6,1% 6,8% 4,4% 1,0% 4,6% 2,0% 10,6% 4,8% Umsatz pro Tsd. Passagieren 97,9% 11,14 12,66 12,88 12,91 12,77 12,27 12,21 12,30 11,82 12,19 11,88 =KORREL(C24:M24;'Volumen Analyse & Prognose'!AR7:BB7) Versorgungs- u. Sicherheitsleistungen, Sonstiges 222 266 284 261 331 313 268 243 249 261 231 Veränderung 19,8% 6,7% -8,0% 27,1% -5,6% -14,2% -9,4% 2,4% 4,6% -11,3% Sonstige Bereiche 552 620 680 681 780 781 742 738 754 819 817 Umsatzerlöse 1.707 1.819 2.004 2.104 2.295 2.368 2.366 2.377 2.461 2.621 2.774 Veränderung 6,5% 10,2% 5,0% 9,1% 3,2% -0,1% 0,5% 3,6% 6,5% 5,8% Die resultierenden Umsatzerlöse je Mengeneinheit inklusive der erwarteten Preisentwicklung (1,5 % für Jahr 1 und 2% für alle Folgejahre) zeigt diese Tabelle: 14 15 16 17 18 19 20 A B C D E 0 1 2 Inflationsrate 1,5% 2,0% Umsatzerlös Flugbetrieb pro Flugbewegung 2,016 2,047 2,088 =C16*(1+D$15) Umsatzerlös Bodenabfertigung pro Verkehrseinheiten 160,045 162,445 165,694 =C17*(1+D$15) Umsatzerlös Mieten etc. pro Passagier 11,880 12,058 12,299 =C18*(1+D$15) Wachstum Umsatz Versorgung/Sicherheit etc. 1,5% 2,0% =D15 Zur Prognose der Aufwandspositionen führen wir zunächst eine sog. Vergangenheitsanalyse durch; d. h. wir verdichten das Wachstum der sonstigen betrieblichen Erträge zur Compound Annual Growth Rate (CAGR; berechnet mit Hilfe der Funktion GEOMITTEL) über die letzten drei Jahre. Sie beträgt 5,4 %; wir setzen diese Rate für die Folgejahre an. Personal- und Materialaufwand sowie den sonstigen betrieblichen Aufwand setzen wir in Bezug zum Umsatz und ermitteln den Mittelwert (Funktion MITTELWERT) dieser Quotienten über die letzten Jahre. Zur Prognose greifen wir auf diese vom Umsatz abhängenden Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 120 2.4 Fallstudie: Airport SE 121 Durchschnitte zurück. All diese Prämissen finden Sie im Arbeitsblatt „Annahmen“ der Fallstudie. 23 24 25 26 27 28 29 30 31 A B C D E F G Sonstige betriebliche Erträge & Aufwendungen -3 -2 -1 0 Sonstige betriebliche Erträge (Wachstumsrate) 4,67% 6,11% 5,43% CAGR: 1 + Wachstumsrate 1,047 1,061 1,0543 5,40% =GEOMITTEL(Annahmen!C25:E25)-1 Mittelwert: Personalaufwand in % Umsatzerlöse 42,8% 43,5% 41,8% 40,4% 42,2% Materialaufwand in % Umsatzerlöse 18,0% 17,1% 17,7% 18,3% 17,8% Sonstiger betrieblicher Aufwand in % Umsatzerlöse 9,0% 8,5% 10,6% 9,5% 9,4% =MITTELWERT(B30:E30) blatt „Umsatz & Aufwand“). 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 A B C D E F G H I J K L M N O Mio. € -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Flugbetrieb 752 801 851 924 927 972 1.017 1.065 1.114 1.164 1.216 1.269 1.325 Umsatz pro Flugbewegung 1,92 1,92 1,94 2,02 2,05 2,09 2,13 2,17 2,22 2,26 2,30 2,35 2,40 Bodenabfertigung 886 906 951 1.034 1.131 1.191 1.254 1.318 1.385 1.454 1.525 1.598 1.674 Umsatz pro Tsd. t Verkehrseinheit 149,0 166,4 173,5 177,4 180,1 183,7 187,4 191,1 194,9 198,8 202,8 206,9 211,0 Mieten, Umsatzabgaben, Parkierung 495 505 559 586 567 598 631 664 698 733 770 807 846 Umsatz pro Tsd. Passagieren 12,30 11,82 12,19 11,88 12,06 12,30 12,55 12,80 13,05 13,31 13,58 13,85 14,13 Versorgungs- und Sicherheitsleistungen, Sonstiges 243 249 261 231 234 239 244 249 254 259 264 269 275 Sonstige Bereiche 738 754 819 817 802 838 874 913 952 992 1.034 1.077 1.121 Umsatzerlöse 2.377 2.461 2.621 2.774 2.859 3.000 3.146 3.296 3.450 3.610 3.775 3.944 4.119 =N5+N8+N14 Sonstige betriebliche Erträge 105 110 117 123 130 137 145 152 161 169 178 188 198 Gesamtertrag 2.482 2.572 2.738 2.898 2.990 3.137 3.290 3.448 3.611 3.779 3.953 4.132 4.317 =N16+N17 Personalaufwand 1.018 1.071 1.097 1.122 1.205 1.265 1.326 1.389 1.454 1.522 1.591 1.663 1.736 Materialaufwand 428 421 465 509 509 534 560 587 614 642 672 702 733 Sonstiger betrieblicher Aufwand 215 209 277 264 269 282 296 310 324 339 355 371 387 EBITDA 822 871 900 1.003 1.006 1.057 1.109 1.162 1.218 1.276 1.335 1.397 1.461 =N18-N19-N20-N21 2.4.7 Planung des Net Working Capital und der Investitionen Das Expansionsprogramm erfordert erhebliche Investitionen in Sachanlagen über die nächsten Jahre: 34 35 A B C D E F G H I J K L M N -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Investitionen in Sachanlagen 539 457 434 477 630 640 680 930 1.220 1.400 1.200 1.122 610 Weitere Positionen wie Investitionen in Finanzanlagen oder die Bestandteile des Net Working Capital (NWC) werden in Relation zu anderen Plangrößen gesetzt: r Bei den Investitionen in Finanzanlagen unterstellen wir, dass deren Volumen vom verfügbaren operativen Cashflow nach Steuern (NOCF) abhängt. Hintergrund der beträchtlichen Investitionen sind Beteiligungen an anderen Flughäfen, von denen wir annehmen, dass sie auch künftig in vergleichbarer Höhe anfallen. Bei der Überschussermittlung haben wir dann die resultierenden Erträge aus Beteiligungen zu erfassen. r Vorräte – branchentypisch sind hier nur Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen relevant –, Zielverkäufe (Forderungen aus Lieferungen und Leistun- Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 121 2. Finanzplanung122 gen) sowie sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände werden in Relation zum Umsatz gesetzt. r Pensionsrückstellungen hängen ab von Mitarbeiterzahl und Gehaltsvolumen; wir benutzen den Personalaufwand als Referenzpunkt. r Steuerrückstellungen hängen ab von der Höhe der steuerlichen Bemessungsgrundlagen, die hier vereinfachend den Vor-Steuer-Ergebnissen (Earnings before tax; EBT) der GuV entsprechen sollen. r Sonstige Rückstellungen und erhaltene Anzahlungen seien durch Umsatzerlöse verursacht. r Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen repräsentieren von Lieferanten gewährte Zahlungsziele; es ist plausibel, diese Position in Bezug zum Materialaufwand zu setzen. r Sonstige Verbindlichkeiten setzen wir in Bezug zur Summe der Aufwendungen. r Den aktiven bzw. passiven Rechnungsabgrenzungsposten belassen wir für alle Prognoseperioden beim Wert der Periode t0, also 134 Mio. € bzw. 84 Mio. €. Nachfolgende Tabelle zeigt die entsprechenden Quotienten der letzten Jahre sowie deren Mittelwerte, die der Planung zugrunde liegen werden (Arbeitsblatt „Annahmen“). 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 A B C D E F -3 -2 -1 0 Mittelwert Investitionen in Finanzanlagen in % NOCF 15,1% 34,0% 34,7% 28,0% Vorräte (RHB-Stoffe) in % Umsatzerlöse 1,1% 1,7% 0,7% 0,9% 1,1% Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in % Umsatzerlöse 6,8% 6,9% 6,6% 6,9% 6,8% Sonstige Forderungen und sonstiges Vermögen in % Umsatzerlöse 3,6% 3,8% 5,5% 5,6% 4,6% Pensionsrückstellungen in % Personalaufwand 1,9% 2,0% 2,6% 2,8% 2,3% Steuerrückstellungen in % EBT 38,6% 46,1% 42,6% 40,5% 41,9% Sonstige Rückstellungen in % Umsatzerlöse 13,4% 13,2% 12,0% 11,8% 12,6% Erhaltene Anzahlungen in % Umsatzerlöse 5,5% 8,3% 7,4% 7,0% 7,1% Verbindl. aus Lieferungen und Leistungen in % Materialaufwand 46,0% 45,8% 44,0% 44,5% 45,1% Sonstige Verbindlichkeiten in % Aufwand 2,0% 1,2% 2,0% 0,8% 1,5% Abschreibungsfaktor d mit dt = Abt /(SAVt-1 + 0,5It) Abschreibungen 9,4% 9,1% 9,2% 9,2% Die Abschreibungen planen wir pragmatisch anhand eines Abschreibungsfaktors: − = +1 2 t t t t Ab d I SAV Das Abschreibungsvolumen der Periode t wird auf die Summe aus Sachanlagevermögen zu Beginn der Periode und die Hälfte der Investitionen in Sachanlagen der Periode t bezogen. Der Abschreibungsfaktor d (Zeile 50) beträgt durchschnittlich 9,2 %. Wir setzen diesen Mittelwert für die Prognose ein. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 122 2.4 Fallstudie: Airport SE 123 2.4.8 Finanzierungs- und Ausschüttungspolitik Es schadet vermutlich nicht, jetzt innezuhalten und zu fragen, welches Ergebnis unsere Planbemühungen bislang geliefert haben. Ein Blick auf Abbildung 2-13 zeigt, dass der Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) ab dem Jahr 4 einen beträchtlichen Kapitalbedarf ausweist (Arbeitsblatt „FCF“).33 Zur Berechnung sei angemerkt, dass wir in Zeile 16 die Unternehmensteuern direkt auf das operative Betriebsergebnis bezogen haben; wir verfahren also nicht wie in der externen Rechnungslegung üblich, dass nämlich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit undifferenziert um die gesamten Unternehmensteuern verkürzt wird. Auslöser des Kapitalbedarfs sind die Investitionen in eine neue Start- und Landebahn sowie in ein neues Terminal. Vor dem Hintergrund dieser Investitionsvolumina ist zu entscheiden, wie der resultierende Finanzierungsbedarf gedeckt und wie mit den in anderen Planjahren auftretenden Überschüssen umgegangen wird. Grundsätzlich haben wir uns mit diesem Problem bereits in Abschnitt 2.3 beschäftigt. Für unsere Fallstudie wollen wir drei Fälle unterscheiden, die in der entsprechenden Excel-Datei (Arbeitsblatt „Annahmen“) durch Ankreuzen gewählt werden können. Die Finanzplanung wird dann der gewählten Strategie folgend erstellt. 59 60 61 62 A B Strategie Bitte eine ankreuzen (x) Investitionen und Fremdfinanzierung vorgegeben; residuale Dividende Investitionen u. Dividenden vorgegeben; Ausgleich über Fremdfinanzierung Investitionen u. Dividenden vorgegeben; Ausgleich über Kapitalerhöhung x 33 Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die dort genannten Cashflows nach Finanzerträgen definiert sind, die aber davon abhängen, welche der gleich zu diskutierenden Finanzierungs- und Ausschüttungsstrategien gewählt wird. 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 A B F G H I J K L M N Mio. € 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Umsatzerlöse 2.859 3.000 3.146 3.296 3.450 3.610 3.775 3.944 4.119 + Sonstige betriebliche Erträge 130 137 145 152 161 169 178 188 198 = Gesamtertrag 2.990 3.137 3.290 3.448 3.611 3.779 3.953 4.132 4.317 - Personalaufwand 1.205 1.265 1.326 1.389 1.454 1.522 1.591 1.663 1.736 - Materialaufwand 509 534 560 587 614 642 672 702 733 - Sonstiger betrieblicher Aufwand 269 282 296 310 324 339 355 371 387 = EBITDA 1.006 1.057 1.109 1.162 1.218 1.276 1.335 1.397 1.461 - Abschreibungen Sachanlagen 403 425 447 480 535 606 670 716 730 = Betriebsergebnis (EBIT) 603 632 662 683 683 669 665 681 731 =N12-N13 - Unternehmensteuern 241 253 265 273 273 268 266 272 292 =su*N14 = Net Operating Profit after Tax (NOPAT) 362 379 397 410 410 402 399 409 439 =N14-N16 + Abschreibungen Sachanlagen inkl. Immaterielles Vermögen 403 425 447 480 535 606 670 716 730 -/+ Zunahme/Abnahme des Net Working Capital 64 77 45 41 47 20 22 37 55 = Net Operating Cashflow (NOCF) 829 881 889 931 991 1.028 1.091 1.162 1.224 =N18+N20+N21 + Finanzerträge nach Steuern 45 109 117 124 149 145 136 135 138 + Tax Shield auf Abschreibungen Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Sachanlagevermögen -630 -640 -680 -930 -1.220 -1.400 -1.200 -1.122 -610 -/+ Finanzanlagevermögen -232 -246 -248 -260 -277 -287 -305 -325 -342 = Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) 12 104 78 -135 -356 -514 -278 -151 409 Abbildung2-13: Unlevered FCF Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 123 2. Finanzplanung124 Die entsprechenden Vorgaben für Tilgungen, von den Eigentümern gewünschte Dividenden und ggf. durchgeführte Kapitalerhöhungen sind: 64 65 66 67 A B C D E F G H I J ggf. relevante Vorgaben 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Tilgungen 100 100 100 100 100 100 100 100 100 Wunschdividenden 30 50 50 55 60 70 75 90 90 Eigenkapitalerhöhungen 2.000 0 0 800 0 0 0 0 0 Es ist jetzt unsere Aufgabe bzw. Aufgabe des Managements, die drei Alternativen zu prüfen. Wir tun dies zunächst vor dem Hintergrund einer Eigenkapitalerhöhung. Wie obige Zusammenstellung – realistischerweise – zeigt, unterstellen wir nicht mehrere Kapitalerhöhungs-„Häppchen“, sondern gehen von einer großen Kapitalerhöhung im ersten und einer nachfolgenden, kleineren Kapitalerhöhung im vierten Planjahr aus. Realitätsnähe kann man diesem Vorgehen deswegen zusprechen, als dass die Transaktionskosten bei einer Kapitalerhöhung in zwei großen Blöcken niedriger sind als die bei kleinerer Stückelung. 2.4.9 Weitere Annahmen Weitere Annahmen sind: r Verschuldungszinssatz = 6,5% r Risikolose Rendite bzw. risikoloser Anlagezinssatz = 5% auf die liquiden Mittel r Unternehmensteuersatz sU = 40% r Abschreibungen auf Finanzanlagen fallen aus ex-ante-Sicht nicht an. r Die Rendite auf Finanzanlagen beträgt in Periode t0 8 %. Diesen Satz setzen wir auch in allen Planungsperioden bei der Berechnung der Beteiligungserträge an. 2.4.10 Finanzplan bei (Eigen)Kapitalerhöhung Wir unterstellen zunächst, dass die in den Kreditverträgen fixierten Tilgungen die weitere Entwicklung des Fremdkapitalbestands vorgeben und keine weiteren Kreditaufnahmen geplant sind. Die (Alt)Eigentümer haben zudem Dividendenwünsche geäußert, die das Unternehmen erfüllen will. Wenn Fremdfinanzierung und Dividendenzahlungen – das Investitionsprogramm steht ohnehin nicht zur Debatte – vorgegeben sind, bleibt in diesem Szenario eben nur eine Erhöhung des Eigenkapitals bei Kapitalbedarf und eine Erhöhung der liquiden Mittel bzw. Finanzanlagen im Falle eines Zahlungsüberschusses.34 34 Falls Ihnen die Annahmen dieses Szenarios nicht gefallen – kein Problem: Kreuzen Sie in der mitgelieferten Excel-Datei, Arbeitsblatt „Annahmen“, eine andere Strategie an. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 124 2.4 Fallstudie: Airport SE 125 Für alle Strategien wird zunächst, ausgehend vom NOCF, der Unlevered Free Cashflow hergeleitet. Beispielsweise erhalten wir bei Kapitalerhöhung für das Jahr 1 folgende Überleitung: Der operative Cashflow (NOCF) zuzüglich Finanzerträge (FE) reicht also in t = 1 aus, um die Investitionen in Sachanlagen und Finanzanlagen (Beteiligungen) zu finanzieren. Ausgehend vom Unlevered Free Cashflow berechnen wir den Levered Free Cashflow (Arbeitsblatt „FCF“). 5 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 A B F G H I J K L M N Mio. € 1 2 3 4 5 6 7 8 9 = Net Operating Profit after Tax (NOPAT) 362 379 397 410 410 402 399 409 439 =N14-N16 + Abschreibungen Sachanlagen inkl. Immaterielles Vermögen 403 425 447 480 535 606 670 716 730 -/+ Zunahme/Abnahme des Net Working Capital 64 77 45 41 47 20 22 37 55 = Net Operating Cashflow (NOCF) 829 881 889 931 991 1.028 1.091 1.162 1.224 =N18+N20+N21 + Finanzerträge nach Steuern 45 109 117 124 149 145 136 135 138 + Tax Shield auf Abschreibungen Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Sachanlagevermögen -630 -640 -680 -930 -1.220 -1.400 -1.200 -1.122 -610 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Finanzanlagevermögen -232 -246 -248 -260 -277 -287 -305 -325 -342 = Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) 12 104 78 -135 -356 -514 -278 -151 409 - Zinsaufwand 162 155 149 142 136 129 123 116 110 + Tax Shield 65 62 59 57 54 52 49 46 44 +/- Aufnahme/Tilgung von verzinslichem Fremdkapital -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 - Veränderung liquide Mittel -1.785 139 162 -424 598 762 527 410 -153 =-'Cf-Statement'!O38 = Free Cashflow bei Fremdfinanzierung (Levered FCF) -1.970 50 50 -745 60 70 75 90 90 =N28-N30+N31+N32+N33 + Dividendenzahlung 30 50 50 55 60 70 75 90 90 - Kapitalerhöhung -2.000 0 0 -800 0 0 0 0 0 =WENN(KE="x";-Annahmen!J67;WENN(N36<0;N36;0)) In den Jahren 1 und 4 ist der Levered FCF negativ; die resultierende Netto- Kapitaleinlage (1,97 Mrd. € im Jahr 1; 745 Mio. € im Jahr 4) ist jeweils kleiner als 829 12 -630 45 -232 NOCF FE ISAV IFAV Unlevered FCF Abbildung2-14: Free Cashflow Airport SE Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 125 2. Finanzplanung126 das Volumen der geplanten Eigenkapitalerhöhung (2 Mrd. € in t1; 800 Mio. € in t4), da parallel die Wunschdividende (30 Mio. € in t1; 55 Mio. € in t4) gezahlt wird. Das mag unrealistisch klingen, ist es aber nicht. Denn Dividendenzahlungen sind auch in Jahren, in denen eine Kapitalerhöhung stattfindet, beobachtbar. Das mag daran liegen, dass die Zeitspanne zwischen Dividendentermin und Termin der Kapitalerhöhung auch innerhalb eines Jahres beträchtlich sein kann. Wahrscheinlichere Ursache dürfte aber das Bemühen um konstante Dividendenzahlungen sein. Darauf kommen wir im Kapitel zur Ausschüttungspolitik zurück. In unsere Finanzplanung haben wir den Rückgriff auf liquide Mittel bei der Überleitung vom Unlevered zum Levered FCF eingebaut. Dies ist beim Szenario Kapitalerhöhung deswegen von besonderer Relevanz, da das Einsammeln eines großen Betrags im Jahr 1 zu prall gefüllten Kassen führt, aus denen in den Folgejahren die Investitionen finanziert werden. Die Unlevered FCF folgen hier weitgehend dem Residualprinzip: Überschüsse werden ausgeschüttet und Defizite (Jahr 4 bis Jahr 8) durch Kapitalerhöhungen gedeckt.35 Abbildung 2-15 stellt die Unlevered und Levered Free Cashflows zusammenfassend dar. 2.4.11 Plan-GuV, Planbilanzen und geplante Cashflow-Statements bei Kapitalerhöhung Wie schon unser Beispiel im Abschnitt 2.2 klar machen sollte, liefert die Plan- GuV zentrale Größen wie Umsätze und diverse Aufwandspositionen an die FCF-Berechnung, die dann über das Net Working Capital (NWC) auf Zah- 35 Lediglich weitgehend, da die Zinserträge, die Teil des Unlevered FCF sind, von der Anlage der im Rahmen der Kapitalerhöhung eingesammelten Beträge abhängen. -2.500 -2.000 -1.500 -1.000 -500 0 500 1.000 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) Free Cashflow bei Fremdfinanzierung (Levered FCF) Abbildung2-15: Free Cashflows bei Kapitalerhöhung Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 126 2.4 Fallstudie: Airport SE 127 lungswirksamkeit getrimmt werden. Da das Ergebnis vor Steuern – mit Blick (nicht nur) auf das deutsche Steuersystem – vereinfachend als steuerliche Bemessungsgrundlage dient, ist die Plan-GuV grundsätzlich auch die Basis für die Berechnung der Unternehmensteuer. Wie vorhin bereits kurz erwähnt, haben wir bei der FCF-Berechnung zwischen operativen und nicht-operativen Unternehmensteuern differenziert.36 1 2 3 4 5 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 A E F G H I J K L M N O Gewinn- und Verlustrechnung Investitionen u. Dividenden vorgegeben; Ausgleich über Kapitalerhöhung =WENN(ResD="x";Annahmen!A60;WENN(ff="x";Annahmen!A61;Annahmen!A62)) Mio. € 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Betriebsergebnis (EBIT) 616 603 632 662 683 683 669 665 681 731 =N17-N19 Erträge aus Beteiligungen 33 55 73 93 113 134 156 179 203 229 Zinsertrag 7 20 109 102 94 115 86 47 21 1 Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Zinsaufwand 140 162 155 149 142 136 129 123 116 110 Finanzergebnis -100 -87 27 46 65 113 112 103 108 120 =N22+N23-N24-N25 Ergebnis vor Steuern (EBT) 517 516 659 709 747 797 781 768 789 851 =N20+N26 Unternehmensteuern 207 206 264 283 299 319 312 307 316 340 =su*N28 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 310 310 395 425 448 478 469 461 473 510 =N28-N29 In den Planbilanzen führen die Kapitalerhöhungen auf der Aktivseite zu einer Erhöhung der liquiden Mittel, die dann peu à peu zur Finanzierung des Investitionsprogramms abgebaut werden. Auf der Passivseite erhöhen sich Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklagen. Der Eigenkapitalausweis erfolgt nach sog. teilweiser Gewinnverwendung, d. h. im Bilanzgewinn wird der Teil des Jahres- überschusses des laufenden Geschäftsjahrs ausgewiesen, der im Folgejahr – ein entsprechendes Votum der Hauptversammlung vorausgesetzt – ausgeschüttet werden soll. Der restliche Jahresüberschuss erhöht die Gewinnrücklagen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzieren die geplanten Tilgungen i.H. v. 100 Mio. € p.a. Die Entwicklung aller anderen GuV- und Bilanzgrößen folgt aus den in den Abschnitten 2.4.7 bis 2.4.9 getroffenen Annahmen. 36 In der Summe werden aber exakt die gleichen Unternehmensteuern verrechnet, denn es gilt z. B. für das Jahr 1: 241 (Steuern auf das Betriebsergebnis; FCF!F16) + 30 (Steuern auf den Zinsertrag = 0,4 ∙ (55+20); F24 bzw. GuV!F22 und GuV!F23) – 65 (Steuerersparnis auf den Zinsaufwand; FCF!F31) = 206 (GuV!F29). Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 127 2. Finanzplanung128 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 A E F G H I J K L M N Bilanz Investitionen u. Dividenden vorgegeben; Ausgleich über Kapitalerhöhung =WENN(ResD="x";Annahmen!A60;WENN(ff="x";Annahmen!A61;Annahmen!A62)) Mio. € 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 AKTIVA Sachanlagen 4.048 4.275 4.490 4.724 5.174 5.859 6.653 7.182 7.589 7.469 Finanzanlagen 683 915 1.161 1.409 1.669 1.947 2.234 2.539 2.864 3.206 Anlagevermögen 4.731 5.189 5.651 6.133 6.843 7.806 8.887 9.721 10.452 10.674 =N8+N7 Vorräte 25 32 34 35 37 39 40 42 44 46 Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen 192 195 204 214 224 235 246 257 268 280 Sonstige Forderungen und sonstiges Vermögen 156 133 139 146 153 160 167 175 183 191 Liquide Mittel 399 2.185 2.046 1.884 2.308 1.710 949 422 12 165 Umlaufvermögen 772 2.544 2.423 2.279 2.723 2.144 1.402 896 507 683 =N11+N12+N13+N14 Aktiver RAP 84 84 84 84 84 84 84 84 84 84 Bilanzsumme 5.587 7.817 8.158 8.496 9.650 10.034 10.373 10.702 11.043 11.441 =N9+N15+N17 PASSIVA Gezeichnetes Kapital & Kapitalrücklage 1.000 3.000 3.000 3.000 3.800 3.800 3.800 3.800 3.800 3.800 Gewinnrücklagen 930 1.190 1.535 1.906 2.294 2.702 3.096 3.466 3.850 4.270 Bilanzgewinn / -verlust 30 50 50 55 60 70 75 90 90 90 Eigenkapital 1.960 4.240 4.585 4.961 6.154 6.572 6.971 7.356 7.740 8.160 =N23+N24+N25 Pensionsrückstellungen 31 28 29 31 32 34 35 37 39 40 Steuerrückstellungen 209 216 276 297 314 334 328 322 331 357 Sonstige Rückstellungen 328 350 360 378 396 415 435 455 476 497 Rückstellungen 568 594 666 706 742 783 798 814 845 894 =N28+N29+N30 Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 2.488 2.388 2.288 2.188 2.088 1.988 1.888 1.788 1.688 1.588 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 227 229 241 252 264 277 290 303 316 330 Sonstige Verbindlichkeiten 15 30 32 33 35 36 38 40 42 43 Erhaltene Anzahlungen 194 202 212 222 232 243 255 266 278 290 Verbindlichkeiten 2.924 2.849 2.772 2.696 2.620 2.545 2.470 2.397 2.324 2.253 =N33+N34+N35+N36 Passiver RAP 134 134 134 134 134 134 134 134 134 134 Bilanzsumme 5.587 7.817 8.158 8.496 9.650 10.034 10.373 10.702 11.043 11.441 =N26+N31+N37+N39 Kontrolle 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 =N19-N41 Der Vollständigkeit halber finden Sie nachfolgend auch das Cashflow-Statement (Kapitalflussrechnung) unter der Annahme der Eigenkapitalerhöhung. Wie üblich ist diese im Gegensatz zu unserer FCF-Berechnung, die direkt mit den Umsatzerlösen beginnt, indirekt aufgebaut, d.h. ausgehend vom Jahresüberschuss werden nicht zahlungswirksame Aufwendungen addiert, nicht zahlungswirksame Erträge subtrahiert sowie im Jahresüberschuss nicht erfasste Ein- und Auszahlungen berücksichtigt. Wichtiger Kontrollschritt ist immer, ob sich die resultierende Veränderung der liquiden Mittel auch in der Veränderung des entsprechenden Aktivpostens der Planbilanz wiederfindet. Das ist erfreulicherweise so. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 128 2.4 Fallstudie: Airport SE 129 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 A B F G H I J K L M N O Cashflow-Statement Investitionen u. Dividenden vorgegeben; Ausgleich über Kapitalerhöhung =WENN(ResD="x";Annahmen!A60;WENN(ff="x";Annahmen!A61;Annahmen!A62)) Mio. € 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 310 310 395 425 448 478 469 461 473 510 +/- Abschreibungen/Zuschreibungen Sachanlagen 386 403 425 447 480 535 606 670 716 730 +/- Abschreibungen/Zuschreibungen Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 +/- Zunahme/Abnahme der langfristigen Rückstellungen 3 -3 1 1 1 2 2 2 2 2 +/- Zunahme/Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen 42 29 71 38 35 40 13 15 29 47 -/+ Zunahme/Abnahme des Umlaufvermögens -35 14 -18 -18 -19 -19 -20 -21 -21 -22 Vorräte -5 -7 -2 -2 -2 -2 -2 -2 -2 -2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -18 -3 -10 -10 -10 -11 -11 -11 -12 -12 Sonstiges Vermögen -11 24 -7 -7 -7 -7 -7 -8 -8 -8 Aktiver RAP 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten 0 25 23 23 24 25 26 27 27 28 Erhaltene Anzahlungen 0 7 10 10 11 11 11 12 12 12 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 3 11 12 12 12 13 13 14 14 Sonstige Verbindlichkeiten -22 15 1 2 2 2 2 2 2 2 Passiver RAP 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 = Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 707 777 897 917 970 1.059 1.095 1.153 1.226 1.295 =O6+SUMME(O8:O10)+O12+O13+O18 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Anlagevermögen -743 -862 -886 -928 -1.190 -1.497 -1.687 -1.505 -1.447 -952 = Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit -743 -862 -886 -928 -1.190 -1.497 -1.687 -1.505 -1.447 -952 + Eigenkapitalerhöhung 0 2.000 0 0 800 0 0 0 0 0 =WENN(ResD="x";WENN(O23+O27+O35+Bilanz!M14<0;-(O23+O27+O35+Bilanz!M14);0);Annahmen!J67) - Dividenden -40 -30 -50 -50 -55 -60 -70 -75 -90 -90 =WENN(ResD="x";WENN(O23+O27+O35>0;-(O23+O27+O35);0);-Annahmen!J66) +/- Aufnahme/Tilgung von verzinslichem Fremdkapital 338 -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 = Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit 298 1.870 -150 -150 645 -160 -170 -175 -190 -190 =O29+O32+O35 Veränderung liquide Mittel 262 1.785 -139 -162 424 -598 -762 -527 -410 153 Bestand liquide Mittel (Jahresende) 399 2.185 2.046 1.884 2.308 1.710 949 422 12 165 Kontrolle 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 =O23+O27+O36-O38 2.4.12 Free Cashflows bei residualer Ausschüttung und bei Fremdfinanzierung Entscheidet man sich für die residuale Ausschüttung oder wählt man den Bestand des Fremdkapitals als abhängige Variable, hat dies deutliche Auswirkungen auf die Finanzplanung. Im ersten Fall erfolgt die Deckung des Kapitalbedarfs, der sich in den Jahren 3 bis 8 ergibt, durch jährliche Eigenkapitalerhöhungen in diesem Zeitraum. Dass dies aus Kostengründen suboptimal sein dürfte, haben wir oben bereits erwähnt. Eine Dividendenzahlung ist erst im Jahr 9 vorgesehen. Die Tilgung i.H.v. 100 Mio. € p. a. ist eingebaut. Fraglich ist, ob die Eigentümer mit diesem Dividendenverzicht zuzüglich laufender Kapitalerhöhungen (H40:M40) zu Gunsten kontinuierlicher Tilgungen (F32:N32) einverstanden wären. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 129 2. Finanzplanung130 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 A B F G H I J K L M N Free Cashflow Investitionen und Fremdfinanzierung vorgegeben; residuale Dividende =WENN(ResD="x";Annahmen!A60;WENN(ff="x";Annahmen!A61;Annahmen!A62)) Mio. € 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Umsatzerlöse 2.859 3.000 3.146 3.296 3.450 3.610 3.775 3.944 4.119 + Sonstige betriebliche Erträge 130 137 145 152 161 169 178 188 198 = Gesamtertrag 2.990 3.137 3.290 3.448 3.611 3.779 3.953 4.132 4.317 - Personalaufwand 1.205 1.265 1.326 1.389 1.454 1.522 1.591 1.663 1.736 - Materialaufwand 509 534 560 587 614 642 672 702 733 - Sonstiger betrieblicher Aufwand 269 282 296 310 324 339 355 371 387 = EBITDA 1.006 1.057 1.109 1.162 1.218 1.276 1.335 1.397 1.461 - Abschreibungen Sachanlagen 403 425 447 480 535 606 670 716 730 = Betriebsergebnis (EBIT) 603 632 662 683 683 669 665 681 731 =N12-N13 - Unternehmensteuern 241 253 265 273 273 268 266 272 292 =su*N14 = Net Operating Profit after Tax (NOPAT) 362 379 397 410 410 402 399 409 439 =N14-N16 + Abschreibungen Sachanlagen inkl. Immaterielles Vermögen 403 425 447 480 535 606 670 716 730 -/+ Zunahme/Abnahme des Net Working Capital 64 36 44 44 38 33 38 48 64 = Net Operating Cashflow (NOCF) 829 840 888 933 982 1.041 1.107 1.173 1.232 =N18+N20+N21 + Finanzerträge nach Steuern 45 50 56 67 80 93 107 122 137 + Tax Shield auf Abschreibungen Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Sachanlagevermögen -630 -640 -680 -930 -1.220 -1.400 -1.200 -1.122 -610 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Finanzanlagevermögen -232 -235 -248 -261 -275 -291 -310 -328 -344 = Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) 12 15 16 -190 -433 -557 -295 -155 415 - Zinsaufwand 162 155 149 142 136 129 123 116 110 + Tax Shield 65 62 59 57 54 52 49 46 44 +/- Aufnahme/Tilgung von verzinslichem Fremdkapital -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 -100 - Veränderung liquide Mittel 185 178 37 0 0 0 0 0 0 =-'Cf-Statement'!O38 = Free Cashflow bei Fremdfinanzierung (Levered FCF) 0 0 -137 -376 -614 -735 -469 -325 249 =N28-N30+N31+N32+N33 + Dividendenzahlung 0 0 0 0 0 0 0 0 249 - Kapitalerhöhung 0 0 -137 -376 -614 -735 -469 -325 0 =WENN(KE="x";-Annahmen!J67;WENN(N36<0;N36;0)) In Abbildung 2-16 stellen wir die Free Cashflows bei Eigen- und bei Fremdfinanzierung – jeweils bei residualen Ausschüttungen – zusammenfassend dar.37 Aufgrund des Kapitaldienstes einschließlich der vertragsgemäßen Tilgungen unterschreiten die Levered FCF die Unlevered FCF. Hervorgehoben sei nochmals, dass eine Reihe von Kapitalerhöhungen notwendig sind, um die Expansion und die Tilgungen zu finanzieren. Es könnte plausibler scheinen, auf Tilgungen während des Flughafenausbaus zu verzichten. 37 Bilanz, GuV und CF-Statement für alle Planjahre finden Sie im Anhang, Abschnitt 2.9.2. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 130 2.4 Fallstudie: Airport SE 131 Wird anstelle der residualen Ausschüttung eine andere Strategie verfolgt, nämlich dass der Kapitalbedarf durch Fremdfinanzierung aufgefangen wird, steigt in den Jahren 1 bis 8 der Fremdkapitalbestand und in der Folge auch der Zinsaufwand. Erst im Jahr 9 ist eine erste Tilgung möglich. Auch hier ist nicht sicher, ob diese Planung umsetzbar ist, da die Gläubiger der Verdopplung des Fremdkapitalbestands im Planungszeitraum (vgl. die Planbilanzen im Anhang) kritisch gegenüber stehen dürften. Die FCF bei Fremdfinanzierung entsprechen den Wunschdividenden. 1 2 3 4 5 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 A B F G H I J K L M N Free Cashflow Investitionen u. Dividenden vorgegeben; Ausgleich über Fremdfinanzierung =WENN(ResD="x";Annahmen!A60;WENN(ff="x";Annahmen!A61;Annahmen!A62)) Mio. € 1 2 3 4 5 6 7 8 9 = Net Operating Profit after Tax (NOPAT) 362 379 397 410 410 402 399 409 439 =N14-N16 + Abschreibungen Sachanlagen inkl. Immaterielles Vermögen 403 425 447 480 535 606 670 716 730 -/+ Zunahme/Abnahme des Net Working Capital 64 34 41 38 25 13 14 30 49 = Net Operating Cashflow (NOCF) 829 838 885 928 970 1.021 1.083 1.155 1.217 =N18+N20+N21 + Finanzerträge nach Steuern 45 56 67 79 91 104 118 133 148 + Tax Shield auf Abschreibungen Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Sachanlagevermögen -630 -640 -680 -930 -1.220 -1.400 -1.200 -1.122 -610 -/+ Investitionen in das/Desinvestitionen von Finanzanlagevermögen -232 -234 -247 -259 -271 -285 -303 -323 -340 = Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) 12 19 25 -183 -430 -560 -301 -157 415 - Zinsaufwand 162 169 178 186 209 249 300 336 365 + Tax Shield 65 68 71 75 84 100 120 134 146 +/- Aufnahme/Tilgung von verzinslichem Fremdkapital 115 132 132 349 615 779 556 449 -106 - Veränderung liquide Mittel 0 0 0 0 0 0 0 0 0 =-'Cf-Statement'!O38 = Free Cashflow bei Fremdfinanzierung (Levered FCF) 30 50 50 55 60 70 75 90 90 =N28-N30+N31+N32+N33 + Dividendenzahlung 30 50 50 55 60 70 75 90 90 - Kapitalerhöhung 0 0 0 0 0 0 0 0 0 =WENN(KE="x";-Annahmen!J67;WENN(N36<0;N36;0)) -800 -600 -400 -200 0 200 400 600 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) Free Cashflow bei Fremdfinanzierung (Levered FCF) Abbildung2-16: Free Cashflows bei residualer Ausschüttung Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 131 2. Finanzplanung132 Abbildung 2-17 illustriert den Verlauf der Cashflows im Betrachtungszeitraum. Hält man nach Abzug der Investitionsauszahlungen vom operativen Cashflow inne, betrachtet also den Unlevered Free Cashflow, so schlägt sich der Investitionsbedarf unübersehbar in negativen Werten nieder. Solange die Gläubiger mitspielen – das haben wir unterstellt – könnte dieser Kapitalbedarf und sogar die gewünschte Dividende durch Fremdkapital gedeckt werden. Daher liegen die Levered FCF über der Nulllinie, die Unlevered FCF hingegen sind in einigen Jahren negativ. Dass dies kein wundersamer Vermögenstransfer von den Gläubigern an die Eigentümer sein kann, ist klar: Die Verschuldung wächst und in der Folge fallen höhere Zins- und Tilgungszahlungen an, die das Dividendenpotential senken. Wie sich die Kapitalstruktur bzw. ein höherer Einsatz von Fremdkapital auf den Unternehmenswert auswirkt, werden wir im Kapitel zur Unternehmensbewertung besprechen. 2.4.13 Die drei Strategien im Überblick In den folgenden Abbildungen stellen wir Unlevered und Levered FCF in Abhängigkeit von der gewählten Strategie und für die Jahre 1, 5 und 9 gegenüber. Zu beachten ist, dass sich auch die Unlevered Free Cashflows je nach unterstellter Finanzierungsstrategie unterscheiden. Ursache sind zum einen die unterschiedlichen Steuerrückstellungen, die wir an die Earnings before taxes (EBT) angedockt haben, und in der Folge das Net Working Capital. Zum anderen ist das Zinsergebnis strategieabhängig, da z. B. bei der Strategie Kapitalerhöhung durch das Parken der eingesammelten Mittel deutlich höhere Zinserträge als bei den anderen Strategien anfallen. Uns soll hier die Überleitung vom NOCF zum Unlevered Free Cashflow bei Finanzierung durch Kapitalerhöhungen zur Illustration genügen, bevor wir dann die Berechnung der Levered FCF ausgehend von den Unlevered FCF für alle Varianten betrachten. -800 -600 -400 -200 0 200 400 600 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Free Cashflow bei Eigenfinanzierung (Unlevered FCF) Free Cashflow bei Fremdfinanzierung (Levered FCF) Abbildung2-17: Free Cashflows bei Fremdfinanzierung Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 132 2.4 Fallstudie: Airport SE 133 Mit FE: Finanzerträge, ISAV: Investitionen in das Sachanlagevermögen und IFAV: Investitionen in das Finanzanlagevermögen. Der Unlevered FCF ist im Jahr 1 noch leicht positiv. In Jahr 5 fallen erhebliche Erweiterungsinvestitionen an, der Unlevered FCF ist daher negativ. Für das Jahr 9 schließlich rechnet das Management mit einem beträchtlichen (positiven) Free Cashflow. Nun zur Überleitung vom Unlevered zum Levered FCF: Im ersten Planjahr wird bei residualer Dividende (Strategie „Div“) keine Ausschüttung gezahlt, da kei- Jahr 1 829 12-630 45 -232 NOCF FE ISAV IFAV Unlevered FCF Jahr 5 991 -356 149 -277 -1.220 NOCF FE ISAV IFAV Unlevered FCF Jahr 9 1.224 409 -610 138 -342 NOCF FE ISAV IFAV Unlevered FCF Abbildung2-18: Vom NOCF zum Unlevered FCF (Strategie Kapitalerhöhung) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 133 2. Finanzplanung134 ne freien Zahlungsüberschüsse zur Verfügung stehen. Es erfolgt vielmehr ein „Griff in die Kasse“, d. h. es werden liquide Mittel i. H. v. 185 Mio. € verbraucht, da der operative Cashflow nach Investitionen (Unlevered FCF) nicht ausreicht, um den Nach-Steuer-Zinsaufwand und die Tilgung zu finanzieren. Setzt das Management auf Fremdfinanzierung (FF), wird nicht getilgt, sondern vielmehr Kredit aufgenommen, um so den Dividendenwunsch der Eigentümer zu erfüllen. Es wird also eine fremdfinanzierte Dividende eingeplant. Wie gesagt – wir unterstellen, dass die Kreditgeber mitspielen. Und schließlich unterstellen wir alternativ eine Kapitalerhöhung (KE) von 2 Mrd. € in t = 1. Abzüglich der Dividende (30 Mio. €) folgt ein Levered FCF 12 -1.970 -100 -1.785 -162 65 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF FF t = 1 0 12 30115 -162 65 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF KE t = 1 Abbildung 2-20: Vom Unlevered zum Levered FCF im Jahr 1 (Strategien Fremdfinanzierung & Kapitalerhöhung) Abbildung 2-19: Vom Unlevered zum Levered FCF im Jahr 1 (Strategie Dividende) 1 = t viD 12 -100 0 185 -162 65 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF Mit Zi: Zinsaufwand, TS: Tax Shield auf den Zinsauswand, ΔFK: Veränderung des Fremdkapitals (ΔFK < 0: Tilgung, ΔFK > 0: Kreditaufnahme) und ΔLM: Veränderung liquide Mittel. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 134 2.4 Fallstudie: Airport SE 135 i.H. v. –1,97 Mrd. €. Der Levered FCF ist also als Dividende abzüglich (ggf. erfolgender) Kapitalerhöhung definiert. Im Jahr 5 läuft das Expansionsprogramm auf vollen Touren. Für den Fall einer residualen Dividendenpolitik ist (auch) in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung notwendig. Die liquiden Mittel sind aufgebraucht. Bei der fremdfinanzierten Strategie ist eine erhebliche Kreditaufnahme von Nöten. Die auf Kapitalerhöhungen basierende Finanzierungspolitik zehrt von den durch Kapitalerhöhung eingesammelten liquiden Mitteln. Div t = 5 0 -433 -614-136 -100 54 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF Abbildung2-21: Vom Unlevered zum Levered FCF im Jahr 5 (Strategie Dividende) 0 -430 60 -209 84 615 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF KE t = 5 FF t = 5 -356 60 -136 -100 54 598 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF Abbildung2-22: Vom Unlevered zum Levered FCF im Jahr 5 (Strategien Fremdfinanzierung & Kapitalerhöhung) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 135 2. Finanzplanung136 Vor dem Jahr 9 sind die Erweiterungsinvestitionen bereits abgeschlossen und im Wesentlichen kann der operative Cashflow ausgeschüttet werden. Analog folgt für die kreditbasierte Planung, dass keine weitere Verschuldung notwendig ist, sondern getilgt werden kann. Wie auch bei der auf Kapitalerhöhungen rekurrierenden Alternative erhalten die Eigentümer die gewünschte Dividende. Div t = 9 0 415 249 -110 44 -100 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF Abbildung2-23: Vom Unlevered zum Levered FCF im Jahr 9 (Strategie Dividende) 0 415 90 -365 146 -106 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF KE t = 9 409 90-110 44 -100 -153 Unlevered FCF Zi TS ¨FK ¨LM Levered FCF FF t = 9 Abbildung2-24: Vom Unlevered zum Levered FCF im Jahr 9 (Strategien Fremdfinanzierung & Kapitalerhöhung) Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 136 2.5 Zusammenfassung 137 2.5 Zusammenfassung Das Kapitel hat (hoffentlich) gezeigt, wie wichtig und herausfordernd die Finanzplanung ist. Zunächst haben wir uns mit der Definition des Cashflows beschäftigt. Die Botschaften waren: r Der operative Cashflow bzw. der Net Operating Cashflow (NOCF) kann direkt – beginnend mit den Umsatzerlösen – oder indirekt – beginnend mit dem Jahresüberschuss – berechnet werden. Für die Finanzplanung ist die direkte Methode zu empfehlen. r Es erhöht die Übersichtlichkeit, wenn man die Cashflow-Berechnung in Teilschritte zerlegt und zwischen operativem Cashflow, Cashflow aus Investitionstätigkeit und dem aus Finanzierungstätigkeit unterscheidet. r Eine für die Ermittlung von Finanzierungsbedarf bzw. für die Prüfung der Finanzierbarkeit einer Planung unverzichtbare Zwischensumme ist der Unlevered Free Cashflow, der die Summe aus NOCF und Investitionsauszahlungen darstellt, aber eben noch vor Außenfinanzierungsmaßnahmen definiert ist. r Die Interdependenzen zwischen Finanzplan, Plan-GuV und Planbilanz sind zahlreich. Es wird deutlich, dass eine Finanzplanung nicht auf einem einzigen, sondern eben auf drei Rechenwerten aufzusetzen ist. Danach haben wir uns mit der Relevanz der unterstellten Finanzierungs- und Ausschüttungsstrategie beschäftigt. Es lassen sich eine Reihe von Strategien formulieren, je nachdem welcher Baustein letztlich den Puffer bildet – sei es z. B. die Fremdfinanzierung oder eine Finanzierung über Kapitalerhöhungen –, der die Finanzierbarkeit und damit auch die Umsetzbarkeit der Planung sicherstellt. Im Rahmen der Finanzplanung ist also festzulegen, welches die abhängigen und welches die unabhängigen Bausteine sind. Der Illustration der Instrumente und Strategien einer Finanzplanung, aber auch der intensiven Darstellung von Verfahren zur Prognose von Umsätzen diente die Fallstudie Airport SE. Dort haben wir eine Vielzahl von Details besprochen und so eine relativ facettenreiche Finanzplanung durchgeführt. Deutlich wurde dabei im Ergebnis auch, dass es die „ideale“ Finanzierungsund Ausschüttungsstrategie, die es allen Kapitalgebern „recht macht“, nicht gibt. Dividendenwünsche, Expansionsdruck und Tilgungspflichten können kollidieren. Im Ergebnis können die Levered Free Cashflows, die Zuflüsse an die Eigentümer bei Fremdfinanzierung, je nach Strategie ganz unterschiedlich aussehen, wie uns Abbildung 2-25 vor Augen hält. Wie sich Finanzierungs- und Ausschüttungsstrategien auf den Unternehmenswert auswirken, wird uns in den Kapiteln „Grundzüge der Unternehmensbewertung“ und „Ausschüttungspolitik“ beschäftigen. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 137

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Zusammenfassung

"Der sichere Umgang mit Excel wird heute von allen Studienabgängern, die in einen finanzorientierten Beruf einsteigen wollen, vorausgesetzt. Auf die Idee, die Grundlagen des Finanzmanagements von der Investitionsrechnung über die Finanzplanung bis hin zur Unternehmensbewertung sowie zur Finanzierung mit ihrer konkreten Umsetzung in Excel praxisnah zu verbinden, ist (&) bislang noch niemand gekommen. Mit dem vorliegenden Buch wird diese Lücke nunmehr geschlossen. Ein unverzichtbares Buch für Studierende und Praktiker.

Dr. Marc Castedello, StB, WP, Partner und Head of Valuation Deutschland, KPMG AG

&sowohl für Praktiker als auch für Studenten von großem Interesse, da das Buch eine gelungene Verbindung schafft zwischen den Methoden des Finanzmanagements und den entsprechenden Excel-Anwendungen.

Dr. Gerhard Ebinger, Vice President Asset Management & Shareholder Services, BASF SE

Das Buch ist eine gelungene Synthese aus theoretischer Fundierung und deren praktischer Anwendung.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, Lehrstuhl für Finanzmanagement und Banken, HHL Leipzig Graduate School of Management