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2.3 Planungsansatz in:

Andreas Schüler

Finanzmanagement mit Excel, page 112 - 116

Grundlagen und Anwendungen

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3662-4, ISBN online: 978-3-8006-4872-6, https://doi.org/10.15358/9783800648726_112

Series: Finance Competence

Bibliographic information
2.3 Planungsansatz 93 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 A C E F G Planung des operativen Cashflows (GKV) 2 Plan-GuV (GKV) 1 2 Umsatzerlöse 300,0 345,0 Veränderung des Bestands an Fertigerzeugnissen 10,0 8,0 Materialaufwand 90,0 103,5 Personalaufwand 97,0 107,0 Sonstige betriebliche Aufwendungen 40,0 44,0 EBITDA 83,0 98,5 Abschreibungen 25,0 30,0 Betriebsergebnis (EBIT) 58,0 68,5 Zinsertrag 2,0 2,4 Zinsaufwand 5,0 6,0 Ergebnis vor Steuern (EBT) 55,0 64,9 Ertragsteuern 22,0 25,96 Jahresüberschuss 33,0 38,94 Aktiva 1 2 Sachanlagen 100,0 110,0 Finanzanlagen 40,0 30,0 Anlagevermögen 140,0 140,0 Investitionen in/Desinvestitionen von Sachanlagen -40,0 Investitionen in/Desinvestitionen von Finanzanlagen 10,0 RHB-Stoffe 21,0 15,0 Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit -30,0 Fertigerzeugnisse 40,0 48,0 Vorräte 61,0 63,0 Eigenkapitalerhöhung 0,0 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35,0 41,0 Dividenden -33,0 Liquide Mittel 10,0 29,14 Aufnahme/Tilgung von verzinslichem Fremdkapital 8,0 Umlaufvermögen 106,0 133,14 Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -25,0 Bilanzsumme 246,0 273,14 Veränderung liquide Mittel 19,1 Bestand liquide Mittel (Jahresende) 29,1 Passiva 1 2 Gezeichnetes Kapital & Kapitalrücklage 50,0 50,0 Gewinnrücklagen 5,2 5,2 Bilanzgewinn / -verlust 33,0 38,94 Eigenkapital 88,2 94,14 Rückstellungen 30,0 38,0 Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 100,0 108,0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27,8 33,0 Verbindlichkeiten 127,8 141,0 Bilanzsumme 246,0 273,14 2.3 Planungsansatz Im Kapitel zur Investitionsrechnung hatten wir eine residuale Ausschüttung unterstellt, d. h. alle verfügbaren Überschüsse fließen den Eigentümern zu; die liquiden Mittel des Unternehmens bleiben konstant. Abbildung 2-1 stellt die Schritte zur Berechnung der residualen Ausschüttung bei positivem NOCF, Zinszahlungen (Zi), Investitionen in Sach- und Finanzanlagen, bei Tilgung und unter Ausblendung von Zinserträgen, sowie bei angenommenem positiven Zufluss beispielhaft dar. Wir bezeichnen diesen den Eigentümern zustehenden Cashflow als Free Cashflow (FCF), der hier nach den fremdfinanzierungsbedingten Zahlungen, also als sog. Levered Free Cashflow, definiert ist. Brückendiagramme – wie z. B. Abbildung 2-1 – können Überleitungen gut illustrieren. Sie sind sicher einen Excel-Tipp wert. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 93 2. Finanzplanung94 Excel-Tipp 24: Brückendiagramm Excel bietet nicht die Möglichkeit, Brückendiagramme direkt zu erzeugen. Um diese Lücke zu schließen, entwerfen wir zuerst ein „gestapeltes Säulendiagramm“ aus der Excel-Diagrammauswahl. Wir verwenden dazu „Platzhalter“- Werte; im Rahmen des illustrierenden Beispiels beträgt der entsprechende Wert beim Zinsertrag 800 = 1.000 (NOCF) – 200 (Zi). 800 600 400 100 NOCF 1.000 Zi 200 ISAV 200 ¨FA 200 ¨FK 300 FCF NOCF - Zi - ISAV -¨FA + ¨FK = FCF Die „Platzhalter“-Säulen blenden wir dann über die Funktion Datenreihe_formatieren/Füllung bzw. Rahmenfarbe aus, indem wir jeweils „Keine“ anklicken. Bei der Datenbeschriftung verfahren wir analog, indem wir unter „Datenbeschriftung formatieren“ beim Kästchen „Wert“ den Haken entfernen – das gestapelte Säulendiagramm wird zum Brückendiagramm. NOCF Zi ISAV ¨FA ¨FK FCF NOCF - Zi - ISAV -¨FA + ¨FK = FCF Abbildung2-1: Residuale Dividendenpolitik Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 94 2.3 Planungsansatz 95 NOCF Zi ISAV ΔFA ΔFK FCF NOCF - Zi - ISAV -ΔFA + ΔFK = FCF Zurück zu Abbildung 2-1: Investitions- und Fremdfinanzierungspolitik werden also zuerst festgelegt. Die Ausschüttung an die Eigentümer entspricht dem Free Cashflow, sofern nicht Ausschüttungsrestriktionen dagegen sprechen. Ist die residuale Dividende bzw. der Free Cashflow negativ, liegt Kapitalbedarf vor, den eine Kapitalerhöhung decken muss, sofern nicht Vermögen, das nicht betriebsnotwendig ist, veräußert werden kann. Denkbar ist aber auch, dass die Höhe der Ausschüttung vorgegeben wird, beispielsweise weil die Eigentümer eine Wunschdividende durchsetzen. Hintergrund kann auch das Bemühen um im Zeitablauf konstante Dividenden oder eine am Jahresüberschuss andockende Ausschüttungsquote sein – das Kapitel 7 wird sich ausschließlich der Ausschüttungspolitik widmen. Vor dem Hintergrund einer gegebenen Investitionspolitik wird Liquiditätsbedarf durch Kreditaufnahme und/oder Abbau von Finanzanlagen bzw. liquiden Mitteln gedeckt. Liquiditätsüberschüsse fließen in die Finanzanlagen oder erhöhen den Bestand an liquiden Mitteln. Die Abbildungen 2-2 und 2-3 zeigen zwei mögliche Konstellationen. Ein Dividendenwunsch in Zusammenhang mit einer gegebenen Investitionsund Verschuldungspolitik könnte sogar zu einer parallelen Kapitalerhöhung führen (Abbildung 2-4). Eine transaktionskostenmindernde Strategie sieht anders aus, gleichwohl ist dies keineswegs ein unrealistisches Szenario, wie ein Blick in die Praxis zeigt. Denn häufig wird auch in Jahren, in denen das Eigenkapital erhöht wird, eine Dividende gezahlt. Auch die Fremdfinanzierung könnte die Höhe des Zuflusses an die Eigentümer beeinflussen. Legte man die Finanzierungspolitik fest, indem man z.B. das Fremdkapitalvolumen an die Bilanzsumme andockt, ist die Ausschüttung (u. a.) abhängig von dieser Finanzierungsprämisse. Oder der Kreditvertrag sieht z. B. eine schnellstmögliche Tilgung vor (Abbildung 2-5). Das könnte z. B. im Rahmen eines Leveraged Buyouts (LBO), der stark fremdfinanzierten Übernahme eines Unternehmens, vorgesehen sein. In diesem Fall wären alle verfügbaren Mittel für die Tilgung einzusetzen, die Eigentümer gehen (zunächst) leer aus. Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 95 2. Finanzplanung96 Eine Entscheidung über die zugrunde zu legende Finanzierungs- und Ausschüttungspolitik ist also ein unverzichtbarer Bestandteil der Finanzplanung. Wir wollen diese und andere Überlegungen nun anhand einer realitätsnahen Fallstudie zur Finanzplanung verdeutlichen. NOCF Zi ¨FK Div ISAV + ¨FA CF - Zi + ¨FK - Div = ISAV + ¨FA Abbildung2-2: Politik einer vorgegebenen, die Investition limitierenden Ausschüttung NOCF ¨FK NOCF - Zi - ISAV - ¨FA - Div = ¨FK Zi ISAV ¨FA Div Abbildung2-3: Politik einer vorgegebenen, anteilig fremdfinanzierten Ausschüttung Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 96 2.4 Fallstudie: Airport SE 97 2.4 Fallstudie: Airport SE 2.4.1 Einführung Die Airport SE betreibt einen Flughafen in einer europäischen Großstadt. Die Geschäftsaktivitäten verteilen sich auf drei Geschäftsbereiche: Flugbetrieb, Bodenabfertigung und „Anderes“. Der letztgenannte Bereich besteht aus Aktivitäten, die nicht unmittelbar mit dem Flugbetrieb und der Bodenabfertigung zusammenhängen, wie die Bewirtschaftung der Parkplätze, das Management NOCF Zi ISAV ¨FA ¨FK KE Div - Zi - ISAV - ¨FA - ¨FK - Div + KE Abbildung2-4: Vorgegebene Ausschüttung und Kapitalerhöhung NOCF Zi ISAV ¨FA FCF = 0 ¨FK NOCF - Zi - ISAV - ¨FA - 0 = ¨FK Abbildung2-5: Schnellstmögliche Tilgung Fotosatz Buck – Vahlen Competence – Schüler – Finanzmanagement mit Excel – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 1. Juli 2011, 9:46 vorm. Druckdaten Seite 97

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Zusammenfassung

"Der sichere Umgang mit Excel wird heute von allen Studienabgängern, die in einen finanzorientierten Beruf einsteigen wollen, vorausgesetzt. Auf die Idee, die Grundlagen des Finanzmanagements von der Investitionsrechnung über die Finanzplanung bis hin zur Unternehmensbewertung sowie zur Finanzierung mit ihrer konkreten Umsetzung in Excel praxisnah zu verbinden, ist (&) bislang noch niemand gekommen. Mit dem vorliegenden Buch wird diese Lücke nunmehr geschlossen. Ein unverzichtbares Buch für Studierende und Praktiker.

Dr. Marc Castedello, StB, WP, Partner und Head of Valuation Deutschland, KPMG AG

&sowohl für Praktiker als auch für Studenten von großem Interesse, da das Buch eine gelungene Verbindung schafft zwischen den Methoden des Finanzmanagements und den entsprechenden Excel-Anwendungen.

Dr. Gerhard Ebinger, Vice President Asset Management & Shareholder Services, BASF SE

Das Buch ist eine gelungene Synthese aus theoretischer Fundierung und deren praktischer Anwendung.

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler, Lehrstuhl für Finanzmanagement und Banken, HHL Leipzig Graduate School of Management