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1.5 Resümee und Vorschau in:

Christian Scholz

Personalmanagement, page 97 - 98

Informationsorientierte und verhaltenstheoretische Grundlagen

6. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-3680-8, ISBN online: 978-3-8006-4869-6, https://doi.org/10.15358/9783800648696_97

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
1.5 Resümee und Vorschau 77 Vahlens Handbücher – Scholz – Personalmanagement 6. Aufl. Herstellung: Frau Schmidt-Denzau 30.10.2013 Druckdaten Seite 76 Vahlens Handbücher – Scholz – Personalmanagement 6. Aufl. Herstellung: Frau Schmidt-Denzau 30.10.2013 Druckdaten Seite 77 methode Ermessensspielräume (subjektiv) reduziert oder intellektuell nicht verstanden wird. Akzeptanzsicherung stellt einen Balanceakt dar: Zu geringe Akzeptanz bringt die Gefahr mit sich, dass die intendierten Maßnahmen nur teilweise von den Mitarbeitern mitgetragen werden. Bei extrem hoher Akzeptanz stehen die Mitarbeiter den Maßnahmen unkritisch und euphorisch gegenüber. Akzeptanzsicherung bedeutet daher, situativ einen optimalen Akzeptanzgrad zu erreichen. 1.4.3 Zusammenfassung: Handlungsdruck Verzichtet man auf die Umsetzung der fünf Einzelpostulate und erst recht der vier Basispostulate, so führt dies zu einer Personalarbeit als Selbstzweck: Es werden also beispielsweise Schulungen abgehalten und in der Durchführung bereits der Erfolg gesehen. Oder aber es werden Entlohnungssysteme und Führungskonzepte eingeführt, ohne sich mit den Verhaltenswirkungen und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Besonders fatal ist der Verzicht auf Stimmigkeit: Danach gibt es keinen absoluten und immer richtigen Weg. Vielmehr hängt es unter anderem von der Strategie und der Kultur ab, was sich als effektiv herausstellt. Festzuhalten bleibt, dass es zwar Hinweise auf das Aufstellen der Postulate gibt, aber wenig empirisch Verwertbares zu ihrer Umsetzung. Defizite und damit Handlungsdruck gibt es auch bei der methodischen Unterstützung. Beides ändert aber nichts am daraus resultierenden Handlungsdruck: Die Anwendung der vier Basispostulate und der fünf Einzelpostulate führt zu einem auf Effektivität ausgerichteten Personalmanagement. Dies zeigt sich besonders deutlich vor dem Hintergrund der gerade aus der Berater-Szene intensivierten Diskussion über einen „Change“ in Richtung auf die Rolle der Personalmanager als Business Partner. Während in diesen Publikationen überwiegend auf eine eher unverbindliche und vor allem nicht-mit-Verantwortung gekoppelte Aufwertung der Personalarbeit gesprochen wird, würde die Anwendung der hier skizzierten Postulate tatsächlich die weitreichende Veränderung implizieren, die für ein effektives Personalmanagement tatsächlich nötig ist und die Bezeichnung „Business Partner“ rechtfertigen würde. 1.5 Resümee und Vorschau Personalmanagement ist trotz aller Faszination nicht Selbstzweck: Personalmanagement ergibt sich vielmehr als Konsequenz aus konkreten Herausforderungen, die vom Markt, vom Unternehmen selbst und von seinen Mitarbeitern ausgehen. Personalmanagement als Funktion bezieht sich nicht nur auf die Personalabteilung, sondern hat in Managementaktivitäten der Fachabteilungen einzugehen. Grundlage dafür sind Postulate, die als Messlatte zur Realisation des Personalmanagements dienen können: Neben der Professionalisierung und der Akzeptanzsicherung sind dies vor allem die Postulate nach Individualisierung und Flexibilisierung. 1.5 Resümee und Vorschau 1 Aktualität78 Vahlens Handbücher – Scholz – Personalmanagement 6. Aufl. Herstellung: Frau Schmidt-Denzau 30.10.2013 Druckdaten Seite 78 Vahlens Handbücher – Scholz – Personalmanagement 6. Aufl. Herstellung: Frau Schmidt-Denzau 30.10.2013 Druckdaten Seite 79 Besonders das Professionalisierungspostulat mündet im nächsten Kapitel in eine inhaltliche Verbreiterung des betrieblichen Personalmanagements. Hierzu dient die Grundmethodik des betrieblichen Personalmanagements mit ihrer Differenzierung in Personalmanagementfelder, -ebenen und -ausrichtungen. 1.6 Testfragen 1.6.1 Grundlagen (1) In der Personalpolitik der Unternehmen sind derzeit zwei zentrale Trends zu beobachten: Einerseits liest man häufig über Entlassungen und den Abbau von Arbeitsplätzen, andererseits führt der weitreichende Strukturwandel in den Unternehmen dazu, dass Mitarbeitern ständig mehr Verantwortung übertragen wird. Welche Folgen ergeben sich aus dieser Gleichzeitigkeit für ein unternehmerisches Personalmanagement? (2) Diskutieren Sie die These „Professionell betriebenes Personalmanagement führt zu einer Steigerung der Arbeitsleistung eines Mitarbeiters“. Welche Restriktionen sind zu beachten? (3) Wann wird ein Verfolgen des Ziels „Kostenreduzierung“ bei der Personalarbeit langfristig gerade nicht zu diesem Ziel führen? Machen Sie sich hierbei auch Gedanken über die Quantifizierbarkeit der Opportunitätskosten eines derartigen Ziels. (4) Überlegen Sie, welche Aufgaben die Personalabteilung auf den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, ökonomisch) übernehmen kann. (5) Beschreiben Sie, wie sich die Werte der Gesellschaft in den letzten Jahren verändert haben und erläutern Sie, welche Konsequenzen daraus für das Personalmanagement folgen. (6) Was versteht man unter dem Basispostulat „Professionalisierung“? Wie kann man prüfen, ob es eingehalten wird? (7) Wann kann zwischen Flexibilisierung und Individualisierung ein Widerspruch bestehen? Was folgt daraus? 1.6.2 Tagesaktuelles/Recherche (8) Suchen Sie im Internet nach aktuellen Herausforderungen für das unternehmerische Personalmanagement und ergänzen Sie damit die in Kapitel 1 verwendete Systematik. 1.6.3 Statistik (9) Recherchieren Sie die Methodik des Human-Potential-Index (HPI). Welche empirischen Analyseverfahren wurden hier verwendet? Wie ist das Vorgehen zu beurteilen? 1.6 Testfragen

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Zusammenfassung

Personalmanagement

Die Veränderung in der Arbeitswelt ist spürbar, die Globalisierung erlebbar, die Erosion der Personalabteilung sichtbar und das Humankapital immer erfolgskritischer. Diese Trends aufgreifend vermittelt Personalmanagement theoretisch fundierte Konzepte über alle Themenbereiche moderner Personalarbeit auf operativer, taktischer sowie strategischer Ebene. Dem Charakter als Lehr- und Handbuch entsprechend, werden die zentralen Ansätze nicht nur präsentiert, sondern in einen integrativen Zusammenhang gebracht. Neben einer informationsorientierten Perspektive wird dabei verstärkt die verhaltenswissenschaftliche Sichtweise in den Vordergrund gerückt.

Aus dem Inhalt:

– Aktualität, Methodik und Grundlagen des Personalmanagements

– Personalbedarfsbestimmung

– Personalbestandsanalyse

– Personalbeschaffung, -entwicklung, -freisetzung

– Personaleinsatz

– Personalkostenmanagement

– Personalführung

Studierende, Personalverantwortliche und Personalberater erhalten durch Personalmanagement umfassenden Einblick in aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Personalarbeit: Dazu zählen neben theoretischen Grundlagen auch neueste empirische Erkenntnisse. Damit strebt dieses Standardwerk nach „Rigor & Relevance“, also nach konsequent-wissenschaftlicher Fundierung bei konsequent-praktischem Gestaltungsnutzen.