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4.4 Effizienzanalyse der Risikomanagementsystemtypen in:

Peter Kajüter

Risikomanagement im Konzern, page 405 - 411

Eine empirische Analyse börsennotierter Aktienkonzerne

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3440-8, ISBN online: 978-3-8006-4868-9, https://doi.org/10.15358/9783800648689_405

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4.4  Effizienzanalyse der Risikomanagementsystemtypen 381 Abschließend soll noch ein Blick auf die branchenbezogene Verteilung der fünf Typen geworfen werden. Dieser ermöglicht aufgrund der geringen Anzahl an Konzernen, die in einigen Branchen vertreten sind, zwar nur Tendenzaussagen, gleichwohl wird deutlich, dass z.B. in der Energiewirtschaft der dezentrale Maximal-Typ überdurchschnittlich häufig zu finden ist, während in der Datenverarbeitung der zentralisierte Minimal-Typ dominiert (vgl. fett gedruckte Zahlen in Tab. 4.3–2). 4.4 Effizienzanalyse der Risikomanagementsystemtypen Nachdem die fünf Risikomanagementsystemtypen dargestellt und ihre kontextuellen Merkmale analysiert worden sind, stellt sich im letzten Schritt die Frage, ob sich die ermittelten Realtypen im Hinblick auf ihre Effizienz unterscheiden, sie also in unterschiedlichem Maße dazu beitragen, die angestrebten Ziele des Risikomanagements zu erreichen. Um diese Frage zu beantworten, wird der bereits in Abschnitt 3.4.1 näher beschriebene Index zur Risikomanagement-Effizienz als Beurteilungsmaßstab herangezogen. Dieser Index berechnet sich als einfacher arithmetischer Mittelwert verschiedener Effizienzindikatoren und zeigt den realisierten Effizienzgrad an. Der auf einer siebenstufigen Ratingskala (maximale Ausprägung = 7) beurteilte durchschnittliche Effizienzgrad aller Risikomanagementsysteme beträgt 4,37. Die Ergebnisse des typenbezogenen Mittelwertvergleichs durch Varianzanalyse signalisieren hoch signifikante Unterschiede im Effizienzgrad der fünf Risikomanagementsystemtypen (F-Wert 20,364; p=0,000). Der zentralisierte Minimal- Abb. 4.4–1: Effizienz der Risikomanagementsystemtypen 5,1 4,3 4,7 4,3 3,9 1 2 3 4 5 6 7 Typ 1: Zentralisierter Minimal-Typ Typ 2: Dezentraler Durchschnitts-Typ Typ 3: Zentralisierter Koordinations-Typ Typ 4: Separater Formal-Typ Typ 5: Dezentraler Maximal-Typ Durchschnittlicher Effizienzgrad: 4,37 382 4  Realtypologie für Risikomanagementsysteme in Konzernen Typ weist mit einem Effizienzgrad von 3,9 die geringste, der dezentrale Maximal-Typ mit einem Effizienzgrad von 5,1 die höchste Effizienz auf (vgl. Abb. 4.4–1). Daneben manifestieren die empirischen Befunde auch für den zentralisierten Koordinations-Typ eine überdurchschnittliche Effizienz (4,7). Demgegenüber sind der dezentrale Durchschnitts-Typ und der separate Formal-Typ als durchschnittlich effizient zu charakterisieren. Aus diesen Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass eine Ausgestaltung des Risikomanagementsystems gemäß dem dezentralen Maximal-Typ den höchsten Erfolg verspricht. Angesichts der im vorangehenden Abschnitt aufgezeigten typenspezifischen Kontextsituation ist diese Schlussfolgerung jedoch insoweit zu relativieren, als der dezentrale Maximal-Typ in erster Linie in Großkonzernen zu beobachten ist. Für mittelständische Konzerne stellt hingegen der zentralisierte Koordinations-Typ eine überdurchschnittlich effiziente Möglichkeit zur Ausgestaltung des Risikomanagementsystems dar. Dieser Typ ist bei diesen Konzernen dem zentralisierten Minimal-Typ überlegen, wie auch bei Großkonzernen der dezentrale Maximal-Typ dem separaten Formal-Typ vorzuziehen ist. Folglich lassen sich für beide Arten von Konzernen Risikomanagementsystemtypen mit unterschiedlichem Effizienzgrad identifizieren. Konzerne, die einen zentralisierten Minimal-Typ implementiert haben, können sich dabei am Profil des zentralisierten Koordinations-Typs orientieren, um ihr bestehendes Risikomanagementsystem weiter zu entwickeln und eine höhere Risikomanagement-Effizienz zu realisieren. Dies gilt analog für Großkonzerne, die über einen separaten Formal-Typ verfügen; ihnen kann der dezentrale Maximal-Typ als Vorbild für eine Verbesserung ihres Risikomanagementsystems dienen. Dabei wären z.B. eine stärkere Integration des Risikomanagements in das Controllingsystem, eine systematische Erfassung von Chancen sowie ein Ausbau der methodischen Unterstützung anzustreben. Weiter stellt sich die Frage, welche Implikationen aus der durchschnittlichen Effizienz des dezentralen Durchschnitts-Typs resultieren. Dieser Typ ist in allen drei Größenklassen der Konzerne in etwa gleich häufig zu finden und weist mit der weitgehenden Dezentralisierung ein Merkmal des dezentralen Maximal- Typs auf. Eine derartige Dezentralisierung ist aber möglicherweise für kleinere Konzerne unvorteilhaft, da sie den Koordinationsbedarf unnötig erhöht und zu Effizienzeinbußen führt. Deshalb wäre für solche Konzerne eine stärkere Zentralisierung des Risikomanagements zu erwägen. Der zentralisierte Koordinations- Typ kann dabei für diese Konzerne als Orientierungspunkt zu Grunde gelegt werden. Für Großkonzerne, die den dezentralen Durchschnitts-Typ implementiert haben, erscheint indes eine Ausrichtung am dezentralen Maximal-Typ sinnvoll. Damit wären nicht die Dezentralisierung, sondern vielmehr die Koordination des Risikomanagements, die Chancenerfassung und andere Gestaltungsparameter stärker auszuprägen. Um zu überprüfen, inwieweit die Effizienzgrade der Risikomanagementsystemtypen in Abhängigkeit von der Konzerngröße variieren, wurde ein Mittelwertvergleich mittels Varianzanalyse für jeden der fünf Realtypen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Analysen signalisieren, dass zwischen der Konzerngröße und der Effizienz der Risikomanagementsystemtypen kein signifikanter Zusammen- 4.4  Effizienzanalyse der Risikomanagementsystemtypen 383 hang besteht (vgl. Tab. 4.4–1).1 Dies wird auch durch die Befunde der Korrelationsanalysen bekräftigt. Damit erzielen Großkonzerne z.B. mit dem zentralisierten Koordinations-Typ eine ebenso hohe Effizienz wie mittelständische Konzerne. Ähnlich verhält es bei dem dezentralen Maximal-Typ. Einschränkend ist allerdings darauf hinzuweisen, dass bei diesen beiden Realtypen sowie auch bei Typ 1 und 4 jeweils nur sehr wenige große bzw. mittelständische Konzerne vertreten sind, sodass die vorstehende Relativierung nicht aufgegeben werden soll. Für mittelständische Konzerne stellt somit in erster Linie der zentralisierte Koordinations-Typ, für Großkonzerne der dezentrale Maximal-Typ einen effizienten Risikomanagementsystemtyp dar. Um einen detaillierteren Einblick in die typenbezogenen Effizienzbeiträge der einzelnen Effizienzdimensionen zu gewinnen, wurde weiter geprüft, inwieweit sich diese zwischen den fünf Risikomanagementsystemtypen unterscheiden. Die Ergebnisse der dazu durchgeführten Varianzanalyse sind in Tab. 4.4–2 zusammengefasst. Daraus ist ersichtlich, dass der dezentrale Maximal-Typ (Typ 5) 1 Für die Gesamtstichprobe konnte indes ein schwach positiver Zusammenhang (r=0,19**) nachgewiesen werden (vgl. Abschnitt 3.4.2). Abh. Variable Unabh. Variable Varianzanalyse Korrelations‐ analyse Konzerngröße (Mitarbeiter) n MW F-Wert Signifikanz des F-Wertes Korrelationskoeffizient Signifikanz Risikomanagement-Effizienz (Typ 1) über 2000 (GRK) 501–2000 (GMK) bis 500 (KMK) 14 28 54 4,29 3,82 3,88 2,247 0,111 0,134 0,195 Risikomanagement-Effizienz (Typ 2) über 2000 (GRK) 501–2000 (GMK) bis 500 (KMK) 18 19 18 4,32 4,29 4,33 0,016 0,984 0,016 0,907 Risikomanagement-Effizienz (Typ 3) über 2000 (GRK) 501–2000 (GMK) bis 500 (KMK) 7 21 29 4,74 4,71 4,69 0,011 0,989 0,041 0,761 Risikomanagement-Effizienz (Typ 4) über 2000 (GRK) 501–2000 (GMK) bis 500 (KMK) 31 7 2 4,32 4,17 5,05 1,394 0,261 0,081 0,619 Risikomanagement-Effizienz (Typ 5) über 2000 (GRK) 501–2000 (GMK) bis 500 (KMK) 35 5 1 5,02 5,28 5,50 0,582 0,564 0,012 0,942 Tab. 4.4–1: Typenspezifische Risikomanagement‐Effizienz in Abhängigkeit von der Konzerngröße 384 4  Realtypologie für Risikomanagementsysteme in Konzernen hinsichtlich der Existenzsicherung (frühzeitige Aufdeckung bestandsgefährdender Entwicklungen) die höchste Effizienz aufweist, der zentralisierte Minimal- Typ (Typ 1) dagegen die geringste. Auch der zentralisierte Koordinations-Typ (Typ 3) zeichnet sich mit einer überdurchschnittlichen Effizienz in diesem Bereich aus. Beim Ziel der Sicherung des Konzernerfolgs (selten Abweichungen bei den Gewinnzielen) sind die Unterschiede zwischen den Typen zwar nur tendenziell signifikant; gleichwohl signalisieren die Befunde, dass der separate Formal- Typ (Typ 4) hier im Vergleich zu allen anderen Typen den geringsten Effizienzbeitrag leistet. Dies trifft ebenso auf die Chancentransparenz (systematische Aufdeckung von Chancen) zu und bekräftigt damit noch einmal die Aussage, dass dieser vierte Typ primär der Erfüllung formaler regulatorischer Anforderungen dient und weniger zur Konzernsteuerung genutzt wird. Das Ziel der Risikotransparenz (Vollständigkeit und Präzision der Risikoberichte, offene Risi- Kontextfaktor Typ 1 (n=96) Typ 2 (n=55) Typ 3 (n=57) Typ 4 (n=40) Typ 5 (n=41) Varianzanalyse F-Wert Signifikanz des F-Wertes Frühzeitige Aufdeckung bestandsgefährdender Entwicklungen 4,74 5,15 5,95 5,48 6,24 11,672 0,000 Selten Abweichungen bei den Gewinnzielen 4,03 4,02 4,61 3,93 4,44 2,088 0,082 Risikoberichte der Töchter vollständig und präzise 3,08 3,93 4,39 4,22 5,05 17,277 0,000 Risiken im Konzern stets offen kommuniziert 4,32 4,93 5,28 4,53 5,22 4,497 0,002 Chancen systematisch aufgedeckt 2,89 3,07 3,63 2,63 3,49 3,847 0,005 Risikobewusstsein konzernweit verbessert 4,16 4,85 5,23 4,80 5,80 14,194 0,000 Kreditwürdigkeit verbessert 2,87 3,06 3,45 3,08 4,41 6,770 0,000 Wirtschaftsprüfer hat substanzielle Verbesserungen angeregt 3,90 3,42 3,18 2,98 2,32 6,342 0,000 Kosten und Nutzen standen im angemessenen Verhältnis 5,11 5,29 5,72 6,08 6,20 6,069 0,000 Risikoberichte hätten stärker genutzt werden können 4,14 3,76 4,00 4,50 3,95 1,352 0,251 Mittelwertvergleich: 1=trifft nicht zu, …, 7=trifft voll zu Tab. 4.4–2: Typenbezogene Analyse der Effizienzindikatoren des Risikomanagements im Konzern 4.4  Effizienzanalyse der Risikomanagementsystemtypen 385 kokommunikation) wird durch die beiden überdurchschnittlich effizienten Typen 3 und 5 am besten erreicht. Dies gilt in gleicher Weise für das Ziel der Verbesserung des Risikobewusstseins. Der zentralisierte Minimal-Typ liefert hier die jeweils geringsten Effizienzbeiträge. Als weiteres Ziel des Risikomanagements wurde die Senkung der Kapitalkosten über eine verbesserte Kreditwürdigkeit angesehen. Auch hier nimmt der dezentrale Maximal-Typ den ersten Rang bei den Effizienzbeiträgen ein. Betrachtet man weiterhin die Sekundärziele Prüfbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz des Risikomanagementsystems, wird deutlich, dass die fünf Realtypen auch diesbezüglich unterschiedlich effizient sind. Zur Prüfbarkeit wurde gefragt, inwieweit der Wirtschaftsprüfer substanzielle Verbesserungen zum Risikomanagementsystem angeregt hat. Dem stimmten die Konzerne mit einem zentralisierten Minimal-Typ am meisten, solche mit einem dezentralen Maximal-Typ am wenigsten zu (vgl. Tab. 4.4–2). Dieses Ergebnis deckt sich vor allem mit der beobachteten Vollständigkeit der Dokumentation des Risikomanagements, die bei ersterem Typ ebenfalls am schlechtesten, beim letzteren Typ am besten beurteilt wurde.1 Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Risikomanagements (Kosten und Nutzen standen im angemessenen Verhältnis) ergibt sich wiederum ein analoges Bild. Offensichtlich ist der dezentrale Maximal-Typ trotz seiner vermutlich höheren Kosten auch bei diesem Ziel den übrigen Risikomanagementsystemtypen überlegen. Die Befunde zur Akzeptanz des Risikomanagements (Nutzung der Risikoberichte) differieren nicht signifikant zwischen den Realtypen; dennoch ist bemerkenswert, dass die Respondenten aus Konzernen, die den separaten Formal-Typ implementiert haben, den höchsten Bedarf an einer stärkeren Nutzung der Risikoberichte sehen. Dies deutet darauf hin, dass die Akzeptanz bei diesem Risikomanagementsystemtyp am geringsten ausgeprägt ist. Abschließend soll die Einschätzung der Respondenten zum allgemeinen Ent‐ wicklungsstand des Risikomanagementsystems in ihrem Konzern typenbezogenen analysiert werden. Der zu diesem Zweck in Tab. 4.4–3 dargestellte Mittelwertvergleich zeigt, dass sich der Entwicklungsstand zwischen den fünf 1 Vgl. dazu Abschnitt 4.2.2. Typ 1 (n=96) Typ 2 (n=55) Typ 3 (n=57) Typ 4 (n=40) Typ 5 (n=41) Varianzanalyse F-Wert Signifikanz des F-Wertes Entwicklungsstand des RMS 4,49 3,79 3,37 3,30 2,35 27,938 0,000 Mittelwertvergleich: 1= sehr gut, …, 7=völlig unzureichend Tab. 4.4–3: Entwicklungstand der Risikomanagementsystemtypen 386 4  Realtypologie für Risikomanagementsysteme in Konzernen Risikomanagementsystemtypen hoch signifikant voneinander unterscheidet. Dabei wird der Entwicklungsstand des dezentralen Maximal-Typs am höchsten und jener des zentralisierten Minimal-Typs am geringsten beurteilt. Diese Einschätzung deckt sich folglich mit den vorstehend ermittelten Profilverläufen und den Effizienzgraden dieser beiden Extremtypen. Vor allem beim weit verbreiteten zentralisierten Minimal-Typ erscheint somit der Bedarf zur Weiterentwicklung des Risikomanagements vordringlich. Der Entwicklungsstand des zentralisierten Koordinations-Typs und derjenige des separaten Formal- Typs werden schließlich besser als jener des dezentralen Durchschnitts-Typs bewertet. Mit diesen Ausführungen ist auch das dritte Teilziel der Arbeit, die Entwicklung einer Realtypologie für Risikomanagementsysteme in Konzernen und deren kontextuelle Analyse sowie effizienzanalytische Bewertung, erreicht. Das folgende letzte Kapitel der Arbeit fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse noch einmal zusammen und gibt einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf. 5 Zusammenfassung und Ausblick 5.1 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse Angesichts spektakulärer Schieflagen und Insolvenzen namhafter Unternehmen und Konzerne hat der deutsche Gesetzgeber im Jahre 1998 mit dem § 91 Abs. 2 AktG die Anforderungen an den Umgang mit unternehmerischen Risiken präzisiert. Vorstände von Aktiengesellschaften und unter bestimmten Bedingungen auch die Leitungsorgane von Unternehmen mit anderen Rechtsformen sind seitdem explizit verpflichtet, ein Risikofrüherkennungssystem einzurichten und dessen Funktionsfähigkeit durch ein internes Überwachungssystem zu kontrollieren. Daneben kann sich aus den allgemeinen Sorgfaltspflichten eines Vorstands nach § 93 Abs. 1 AktG die Pflicht zu risikosteuernden Maßnahmen ergeben. Für den Vorstand eines Mutterunternehmens sind diese Verpflichtungen, die sich unter dem Begriff des Risikomanagements subsumieren lassen, konzernweit zu verstehen. Dies gilt ebenso für die Regeln des DCGK, der die Bedeutung des Risikomanagements im Rahmen der Unternehmensführung und -überwachung nochmals hervorhebt. Obgleich mittelständische und große Unternehmen zumeist Teil eines Konzerns sind (entweder als Mutterunternehmen oder als abhängiges Unternehmen), hat sich die betriebswirtschaftliche Forschung mit der Ausgestaltung von Risikomanagementsystemen in Konzernen bislang nur am Rande beschäftigt. Vor diesem Hintergrund bestand das zentrale Forschungsziel der vorliegenden Arbeit darin, theoretisch fundierte und empirisch gestützte Gestaltungsempfehlungen für Risikomanagementsysteme in Konzernen zu erarbeiten. Dieses übergeordnete Ziel wurde in drei Teilziele konkretisiert: Das erste Teilziel umfasste die Entwicklung eines Beschreibungssystems, das die wesentlichen Merkmale (Gestaltungsparameter) des Risikomanagements in Konzernen integriert und als Grundlage für die Erhebung realer Risikomanagementsysteme dienen kann. Gegenstand des zweiten Teilziels bildete die empirische Analyse der einzelnen Gestaltungsparameter des Risikomanagements im Konzern. Hierbei wurde nicht nur eine deskriptive Bestandsaufnahme angestrebt, sondern auch eine explikative Analyse von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Merkmalen. Das dritte Teilziel war darauf gerichtet, eine Realtypologie für Risikomanagementsysteme in Konzernen zu entwickeln und die extrahierten Risikomanagementsystemtypen im Hinblick auf ihren Kontext und ihre Effizienz zu analysieren. Um diese Forschungsziele zu erreichen, war es zunächst erforderlich, begriffliche, ökonomische und rechtliche Grundlagen des Risikomanagements darzulegen und die wissenschaftstheoretische Grundposition zu bestimmen. Mit Letzterem wurde zum einen ein methodisches Fundament und zum anderen eine

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References

Zusammenfassung

"Wer sich für Risikomanagement im Konzern interessiert, kommt an [diesem Buch] nicht vorbei. Kajüter hat eine Lücke besetzt in einem wichtigen und sehr praxisrelevanten Fragenbereich". Die Wirtschaftsprüfung 23/2012

Die empirische Studie zum Risikomanagement.

Dieses neue Werk stellt die Ergebnisse einer umfangreichen Studie zu Risikomanagementsystemen börsennotierter Aktienkonzerne vor und entwickelt anhand der empirischen Daten eine Typologie von Risikomanagementsystemen in Konzernen. Darauf aufbauend werden aus der Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten fünf Typen konzernweiter Risikomanagementsysteme herausgearbeitet.

Der Nutzen

Die konkrete Analyse offenbart Unterschiede in der Wirksamkeit der Risikomanagementsystemtypen und zeigt dadurch differenzierte Gestaltungsempfehlungen für die Implementierung von Risikomanagementsystemen in Konzernen auf.

Pressestimmen

"Die vorliegende Ausarbeitung ist eine überaus empfehlenswerte, mitunter spannende Lektüre, die sich an ein breites Fachpublikum richtet. So hat es der Autor verstanden, Praktiker mit Entscheidungshilfen und unternehmensspezifischen Empfehlungen zu versorgen, ohne den wissenschaftlichen Tiefgang vermissen zu lassen. Eine herausragende Arbeit, der man möglichst viele Leser wünscht." Der Betriebswirt 1/2013