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2.9 Fragen zu Kapitel 2 in:

Peter Krampf

Beschaffungsmanagement, page 76 - 77

Eine praxisorientierte Einführung in Materialwirtschaft und Einkauf

2. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8006-4848-1, ISBN online: 978-3-8006-4849-8, https://doi.org/10.15358/9783800648498_76

Series: Management Competence

Bibliographic information
Vahlen Competence Krampf – Beschaffungsmanagement (2. Auflage) Herstellung: Frau Brun Änderungdatum: 04.06.2014 Ausgabedatum: 04.06.2014 Status: Druckdaten Seite 67 2.9 Fragen zu Kapitel 2 67 kere Reduzierung der Lieferanten würde zwar zu einem geringen Verwaltungsaufwand führen, jedoch wird dies durch einen höheren Kaufpreis überkompensiert. Würde man die Lieferantenzahl hingegen weiter erhöhen, so könnte man zwar den Kaufpreis reduzieren. In diesem Fall wäre jedoch der Zuwachs an Verwaltungsaufwand überproportional. Eine Implementierung dieses vollumfassenden und analytischen Vorgehens scheitert in der Praxis jedoch insbesondere an der Verfügbarkeit der notwendigen Daten. Außerdem führen unterschiedliche Philosophien über Kostenzurechenbarkeit zu unterschiedlichen Lösungen, so dass keine eindeutige objektive Lösung im Unternehmen generiert werden kann. Daher wird häufig auf ein pragmatisches Vorgehen zurückgegriffen. Erfolgsmeldungen über die Reduktion von Lieferanten sollten aber auch dahingehend kritisch hinterfragt werden, ob nicht nur eine Aktualisierung der Stammdaten erfolgte. So findet man einen Lieferanten häufig unter zahlreichen verschiedenen Einträgen hinsichtlich Namen (beispielsweise die Variationen Bosch, Robert Boch, Bosch GmbH, etc.) oder Standorten und hat damit unterschiedliche Lieferantennummern. Eine Bereinigung derartiger Dubletten in den Stammdaten hat damit am Ende, abgesehen von den administrativen Erleichterungen, keine signifikante Kosteneinsparung für das Unternehmen zur Folge. Eine Möglichkeit, derartige Fehler in den Lieferantenstammsätzen zu vermeiden bzw. einzugrenzen bietet die Nutzung der D-U-N-S-Nummern („Data Universal Numbering System“), die von Dun&Bradstreet einheitlich gepflegt und damit jedem Unternehmen eine eindeutige Nummer vergeben wird. In der Praxis erfolgt die erfolgreiche Anpassung der Lieferantenzahl daher nicht durch eine pauschale Vorgabe, sondern vielmehr durch die systematische und sukzessive Identifizierung und Eliminierung nicht benötigter bzw. unqualifizierter Zulieferer. 2.9 Fragen zu Kapitel 2 1. Ein Automobilhersteller möchte die Anzahl an Lieferanten reduzieren und fordert seine Einkäufer zu einer konsequenten Single Sourcing Strategie auf. Definieren Sie allgemein, was unter Single Sourcing verstanden wird und erläutern Sie, auf welche vier Arten Single Sourcing betrieben werden kann. 2. Ein Pharmahersteller möchte die Anzahl an Lieferanten erhöhen und sein internationales Produktionsnetz nutzen. Er fordert daher den Einkauf auf, Global Sourcing einzuführen. Definieren Sie allgemein, was unter Global Sourcing verstanden wird und erläutern Sie, wie dies sukzessive aufgebaut werden kann. 3. Wählen Sie drei unterschiedliche Sourcing Strategien, um den Wettbewerbsdruck im Einkauf eines Unternehmens zu erhöhen. Erläutern Sie diese kurz und begründen Sie Ihre Entscheidung. 2.9 Fragen zu Kapitel 2 Vahlen Competence Krampf – Beschaffungsmanagement (2. Auflage) Herstellung: Frau Brun Änderungdatum: 04.06.2014 Ausgabedatum: 04.06.2014 Status: Druckdaten Seite 68 2 Erhöhung des Wettbewerbsdrucks auf die Lieferanten68 4. Bei der Einführung von Global Sourcing kann auf eine integrierte Kostenanalyse zurückgegriffen werden. Skizzieren Sie das Vorgehen und nennen Sie mögliche K.-o.-Kriterien. 5. Geben Sie eine kurze Definition für den Begriff „Economies of Scale“, erläutern Sie in diesem Zusammenhang den Unterschied des Erfahrungskurveneffekts und der Fixkostendegression und zeigen Sie die Wirkung des Erfahrungskurveneffektes an einem selbst gewählten Beispiel. Was bedeuten diese Effekte für Einkaufsaktivitäten? 6. Einige Einkaufsleiter präferieren die konsequente Durchführung von Jobrotation. Erläutern Sie, was darunter zu verstehen ist und welche Einkaufsphilosophie dies unterstützt. Welche anderen Aktivitäten können zur Unterstützung dieser Philosophie ebenfalls eingesetzt werden. Analysieren Sie kritisch, in wieweit sich Jobrotation und funktionsübergreifende Teams ausschließen. 7. Viele Einkaufsorganisationen streben nach der Minimierung der Anzahl an Lieferanten. Definieren Sie die Begriffe Multiple und Global Sourcing und stellen Sie deren Vorteile dar. Analysieren Sie das Bestreben zur „Minimierung der Lieferantenzahl“ unter zu Hilfenahme dieser beiden Sourcing-Strategien. 8. Obwohl auch in der Vergangenheit durch Anfragen Preisreduzierungen erreicht wurden, haben neuere Ansätze gezeigt, dass selbst durch ein derart klassisches Vorgehen noch deutliche Potenziale im Einkauf realisiert werden können. Stellen Sie die klassische und moderne Form des Anfragemanagements gegenüber. 9. Ein kontinuierlicher Anfrageprozess ist durch ein standardisiertes Vorgehen geprägt. Welches sind die entsprechenden Einzelschritte? 10. E-Procurement wurde zu Beginn als die Lösung für signifikante Einsparungen dargestellt. Inzwischen haben sich nach einer Phase der Ernüchterung verschiedene Anwendungsgebiete herausgestellt, in denen sowohl Prozess- als auch Produktkosten in unterschiedlicher Intensität eingespart werden können. Stellen Sie die Anwendungsfelder des elektronischen Einkaufs dar. 2.10 Fallstudie 2: Global Sourcing „Sie haben sich gut entwickelt“, lobt Sie Hans Schuster. „Ihr Potenzial ist mir schon bei der ersten Angebotsauswertung und Ihren Ideen für die weiteren Schritte an Ihrem ersten Arbeitstag aufgefallen und hat meinen Eindruck vom Vorstellungsgespräch gestärkt. Jetzt, nach den ersten Monaten, können wir sicherlich einen weiteren Schritt in Ihrer Entwicklung machen. Fühlen Sie sich dazu bereit?“ „Ja, gerne“, ist Ihre Antwort. „Ich habe tatsächlich den Eindruck gewonnen, dass ich das operative Handwerkszeug im Einkauf gut gelernt habe und mit den Ansprechpartnern komme ich auch sehr gut zurecht. Aber was ist denn der nächste Schritt?“ 2.10 Fallstudie 2: Global Sourcing

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Zusammenfassung

Beschaffungsmanagement: Den Einkauf erfolgreich managen.

Dieses Buch beschreibt die Herausforderungen der Einkaufsabteilungen in den Unternehmen. Sie betreffen insbesondere die zukünftige Ausrichtung und Aufstellung der Beschaffung sowie den konsequenten Einsatz von Werkzeugen, um den Unternehmenswert nachhaltig steigern zu können. Dabei geht der Autor unter anderem folgenden Fragen nach:

Wie weit sollen die Aufgaben des Einkaufs innerhalb der Wertschöpfungskette gehen?

In welchen Ländern soll zukünftig verstärkt eingekauft werden und wie findet man für welche Warengruppe dort geeignete Lieferanten?

Wie kann die Auswahl und die Zusammenarbeit mit den Lieferanten gestaltet werden?

Wie sollte sich der Einkauf zukünftig aufstellen? Ist eher eine zentrale oder dezentrale Einkaufsorganisation erfolgreich?

Für diese und zahlreiche andere Fragestellungen werden in diesem Buch Antworten gegeben, die theoretisch fundiert und mit Beispielen aus der Unternehmenspraxis untermauert sind.