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3.2 Abbildung der Unternehmensorganisation in SAP Business ByDesign in:

Alexander Baumeister, Claudia Floren, Ulrike Sträßer

Controlling mit SAP Business ByDesign, page 51 - 60

Erfolgsmanagement im Mittelstand

1. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8006-4739-2, ISBN online: 978-3-8006-4740-8, https://doi.org/10.15358/9783800647408_51

Series: Controlling Competence

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353.1 Management Summary: Einbindung des Controlling in die Aufbauorganisation bildlich zur Unternehmensorganisation aufgebaut werden soll. Von besonderem Interesse für den Controlling-Gedanken ist die Ausbildung von Verantwortlichkeitsbereichen. Hierfür existieren zahlreiche Konzepte der Center-Organisation. Center sind nach bestimmten Kriterien abgegrenzte dezentrale Organisationseinheiten, deren Leitung je nach Umfang der gewährten Entscheidungskompetenz z. B. die Kosten-, Ergebnis- oder Investitionsverantwortung trägt (vgl. fortfolgend Jung [Controlling] 40; für einen Überblick Horváth [Controlling] 498). Profit Center verantworten den als Differenz aus den zugerechneten Erlösen und Kosten ermittelten Erfolg ihres wirtschaftlichen Handelns (→Kapitel 4). Um diese beeinflussen zu können, unterliegen sämtliche Einkaufs-, Fertigungs-, Absatz- und Personalentscheidungen allein der Leitung des Profit Centers (vgl. Küpper [Controlling] 415). Der folgende Abschnitt erläutert, wie die Unternehmensorganisation in SAP Business ByDesign abgebildet werden kann. 3.2 Abbildung der Unternehmensorganisation in SAP Business ByDesign 3.2.1 Work Center Organisationsmanagement zur Abbildung der Unternehmensstruktur Die Unternehmensorganisation bildet in SAP Business ByDesign den Rahmen aller Geschäftsprozesse. In SAP Business ByDesign können bereits in der frühen Phase des Fine Tuning die unternehmensspezifischen Organisationsstrukturen implementiert werden. Im weiteren Verlauf notwendige Änderungen können über das Work Center Organisationsmanagement in der Sicht Organisationsstrukturen bearbeiten ins System eingepflegt werden. Weitere Sichten dieses Work Center sind Stellen bearbeiten sowie Arbeitsverteilung. Die in SAP Business ByDesign im Kontext des Organisationsmanagements verwendeten Begrifflichkeiten weichen teils vom in der betriebswirtschaftlichen Literatur üblichen Sprachgebrauch ab. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf den ByDesign-Gebrauch. Um die Organisationsstruktur bearbeiten zu können (vgl. Abb. 24), muss der Planungsbereich ① durch Drücken des Buttons Organisationseinheit bearbeiten aufgerufen werden ②. Dieser erlaubt es im Gegensatz zum Aktiven Bereich, neue Einheiten anzulegen und Änderungen vorzunehmen. Werden diese gespeichert und aktiviert, so werden sie im Aktiven Bereich angezeigt. Hier besteht zudem die Möglichkeit, die Unternehmensstruktur in Tabellen- und Diagrammformat anzeigen zu lassen oder auch auf einzelne Ebenen der Unternehmensstruktur zur Analyse zu navigieren③. Struktur der Unternehmung Anpassung der Unternehmensstruktur 36 3. Organisationsmanagement zur Festlegung des Controlling-Aufbaus Die Details zu den einzelnen Organisationseinheiten ④ werden in Registerkarten gruppiert. Beim Anlegen einer neuen Organisationseinheit werden in der Registerkarte Allgemein zunächst für die gesamte Organisationseinheit gültige Daten gepflegt. Hierzu gehören neben dem Namen, der Nummer und der Adresse der Organisationseinheit auch die Namen des Leiters der Organisationseinheit, des Vorgesetzten und ein gültiger Arbeitszeitkalender. Bereits diese Eingaben sind mit dem Personalwesen weitgehend verknüpft. Zudem bildet der Arbeitszeitkalender die Grundlage für das Zeit- und Zahlungsmanagement der Organisationseinheit. Beim Anlegen der Betriebsstätten werden vom System für diese automatisch auch sogenannte Lokationen angelegt. Abb. 24: Darstellung der Unternehmensorganisation Lokationen sind für logistische Prozesse relevant und können mehrere unterschiedliche Rollen gleichzeitig erfüllen. Je nach zugrunde liegendem Geschäftsprozess können Lokationen als Standort, Versandstelle, Anlieferungsort, Lagerort oder Servicestelle definiert werden. Betriebsstätten werden beim Anlegen standardmäßig als Standort definiert. Die Lokationen sind entsprechend ihrer betrieblichen Funktion anzupassen. Von besonderer Bedeutung sind die Eigenschaften ①, die den Organisationseinheiten zugewiesen werden. Sie definieren die Rolle jeder Organisationseinheit in SAP Business ByDesign und beinhalten rechtliche, finanzrelevante (in SAP Business ByDesign "finanzrechtliche") und Reporting-relevante Komponenten (vgl. Abb. 25). 1 2 3 4 Stammdateneingabe Bedeutung von Lokationen organisatorische Merkmale 373.2 Abbildung der Unternehmensorganisation in SAP Business ByDesign Die rechtlichen Eigenschaften ② geben an, um welche Art von Organisationseinheit es sich handelt und zu welchem Unternehmen bzw. Unternehmensteilbereich die Einheit gehört. SAP Business ByDesign unterscheidet Unternehmen ③ und Betriebsstätten ④. Das Unternehmen stellt die wirtschaftliche Gesamteinheit sowie die oberste Organisationseinheit dar, Betriebsstätten hingegen sind hiervon abgrenzbare Teileinheiten. Die Deklaration einer Organisationseinheit als Betriebsstätte empfiehlt sich, sofern ihre Registrierung bei den Behörden eindeutig ist, ihre Aktivität einer einheitlichen Steuerabrechnung unterliegt und sie über eine einheitliche Materialbewertung verfügt. In SAP Business ByDesign muss unterhalb jedes Unternehmens mindestens eine Betriebsstätte angelegt werden. Die finanzrechtlichen Eigenschaften sind insbesondere für das interne und externe Rechnungswesen relevant. Hier können Kostenstellen, Profit Center und Segmente definiert werden ⑤. Sie dienen als Auswertungsebenen der externen und der internen Berichterstattung und bilden damit eine Basis für die Erfüllung von Controlling-Aufgaben. Abb. 25: Eigenschaften der Betriebsstätte Saarbrücken Kostenstellen sind rechnungsmäßig abgegrenzte Bezirke der Kostenentstehung (vgl. Schweitzer/Küpper [Systeme] 121). Sie dienen der Erfassung von Produktgemeinkosten nach deren Entstehungsbereichen als Grundlage einer späteren innerbetrieblichen Leistungsverrechnung und Weiterbehandlung in der Kostenträgerrechnung. Beim Anlegen von Kostenstellen in SAP Business ByDesign wird keine separate Kostenstellennummer vergeben. Die Kostenstellen tragen vielmehr die Nummer der Organisationseinheit, der sie zugeordnet sind. Diese Nummer kann nicht geändert werden. Die Integration der Kostenstellen in die Ergebnisrechnung erfolgt mit dem Kostenstellentyp (→Kapitel 5). 1 2 3 4 5 6 rechtliche Zugehörigkeit Reporting- Einheiten Abrechnungsbezirke für Kosten 38 3. Organisationsmanagement zur Festlegung des Controlling-Aufbaus Profit Center dienen der nach innen gerichteten Ergebnisdarstellung für Unternehmensbereiche mit Ergebnisverantwortung (vgl. Jurasek/Klein [SAP] 308). Im Organisationsmanagement werden Unternehmensbereiche als Profit Center definiert, für die ein separater Periodenerfolg ermittelt werden soll. Die Aktivitäten der Unternehmensbereiche können so gewinnorientiert ausgewertet und gesteuert werden. Das Work Center Mein Verantwortungsbereich gibt dem Benutzer Aufschluss über verfügbare Berichte zur Erfolgssituation der ihm zugeordneten Profit Center. Segmente dienen hingegen der nach außen gerichteten Ergebnisdarstellung und geben Einblicke in die auf den Markt gerichteten Aktivitäten einzelner Unternehmensbereiche (vgl. Jurasek/Klein [SAP] 308). Der in SAP Business ByDesign verwendete Segmentbegriff orientiert sich an den Geschäftssegmenten nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Gemäß IFRS 8 (vgl. Schulz-Danso [IFRS] 880 ff.) wird ein Unternehmensbestandteil als Geschäftssegment definiert, wenn er Geschäftstätigkeiten betreibt, mit denen Umsatzerlöse erwirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen anfallen können, im Betriebsergebnis regelmäßig von der verantwortlichen Unternehmensinstanz überprüft wird und hierfür separate Finanzinformationen vorliegen. Dabei kann die Segmentabgrenzung nach inhaltlichen oder geographischen Aspekten erfolgen. Die berichtslinienstrukturspezifischen Eigenschaften ⑥ legen die Wege des Informationsflusses und die personellen Weisungsbefugnisse innerhalb einer sowie zwischen allen Organisationseinheiten der Unternehmung fest. Dabei werden Abteilungen und Programme unterschieden. Organisationseinheiten mit Personalzuständigkeiten innerhalb der Berichtsstruktur werden als Abteilungen bezeichnet. Durch Abteilungen können Genehmigungsverfahren implementiert werden. So laufen beim Abteilungsleiter alle genehmigungspflichtigen Aufgaben seiner Abteilung sowie aller untergeordneten Einheiten ohne eigenen Vorgesetzten auf. Programme haben eine rein informative Funktion. Bei Projekten hingegen handelt es sich um eine Gruppe zusammengehöriger Teilaufgaben, die der Erreichung eines gemeinsamen Ziels dienen. Durch die Zuordnung der Projekt-Eigenschaft wird ein einheitliches Berichtswesen realisiert. Die Zuordnung von Funktionen zu Organisationseinheiten legt fest, in welche Fachbereiche eine Organisationseinheit integriert ist und welche Geschäftsprozesse bzw. Aufgaben sie ausführt. In Abhängigkeit von der getroffenen Funktionszuordnung generiert SAP Business ByDesign Vorschläge, auf welche Work Center den Benutzern der Organisationseinheit Zugriff gewährt werden sollte. Die über die Zuordnung von Funktionen erzeugte Funktionshierarchie bildet die Basis für die Arbeitsverteilung auf Erfolgsverantwortungsbereiche IFRS Segmentdefinitionen Aufgabenzusammenführung Funktionsgruppen 393.2 Abbildung der Unternehmensorganisation in SAP Business ByDesign Organisations- und Mitarbeiterebenen. Aufgaben und Genehmigungen werden entlang dieser Hierarchie weitergeleitet. SAP Business ByDesign fasst die zur Verfügung stehenden Funktionen in sechs Gruppen zusammen (vgl. Abb. 26). Die Beschreibung der Funktionsgruppen und der Einzelfunktionen folgt inhaltlich und sprachlich SAP Business ByDesign. Abb. 26: Funktionen der Organisationseinheiten Der Einsatz von Funktionen der Gruppe Vertrieb und Services ① erfordert zunächst die Hinterlegung einer Vertriebsstruktur. Die oberste Einheit der Vertriebsstruktur bildet die Verkaufsorganisation. Sie ist verantwortlich für den Vertrieb von Waren und Dienstleitungen sowie für die Klärung von Haftungsfragen und Gewährleistungsansprüchen. Das Anlegen und Bearbeiten von Angeboten und Kundenaufträgen sind Aufgaben des Vertriebs. Betreibt man zur Kundenakquise Marketing, ist diese Funktion zusätzlich zu aktivieren. Bei Dienstleistern sind die Funktionen Serviceorganisation und Kundenservice zu aktivieren. Beim Einkauf ② werden Organisationseinheiten mit der Funktion operativer und strategischer Einkauf unterschieden. Der operative Einkauf bearbeitet interne Bestellanforderungen und wickelt externe Bestellungen ab. Der strategische Einkauf hingegen ist u. a. für die Verwaltung von Bezugsquellen sowie die Aushandlung und die Verwaltung von Lieferantenkontrakten zuständig. 1 2 3 4 5 6 Vertriebsstruktur Aufgaben des Einkaufs 40 3. Organisationsmanagement zur Festlegung des Controlling-Aufbaus Zum Supply Chain Management ③ in SAP Business ByDesign gehören die Produktion, die Supply-Chain-Planung und -Steuerung, die Lagerhaltung, die Logistikstammdatenverwaltung sowie die Qualitätssicherung. Grundlegend für die Produktion ist die Produktionssteuerung, die den Fertigungsprozess verantwortet und überwacht (vgl. zum Geschäftsprozess Produktion Kapitel 7). Die Funktion Supply-Chain-Planung und -Steuerung ist für die Sicherstellung der Materialverfügbarkeit zuständig. Hinzu kommt die Produktionslogistik, die für Planung und Umsetzung produktlinienspezifischer Güterbereitstellung zuständig ist. Zu den Aufgabengebieten der Produktion gehört in SAP Business ByDesign neben Aufgaben der internen Logistik auch die Durchführung der Inventur. Die Bedarfsvorplanung bildet über zu erwartende Materialbedarfe die Basis der operativen Beschaffungssteuerung. Der Materialbedarf kann durch externe Beschaffung oder Eigenfertigung gedeckt werden. Eine wichtige Basis für die Beschaffungsplanung und daraus resultierende Beschaffungsvorschläge sind die Stammdaten der Ressourcen und der Produkte. Organisationseinheiten, die derartige Stammdaten verwalten, müssen der Funktion Logistikstammdatenverwaltung zugeordnet sein. Die Funktionszuordnung bildet die Voraussetzung, um Standorte als Lagerorte nutzen zu können. Weitere Rollen von Standorten sind Versandstellen, Anlieferungsorte, Servicestellen, Logistikrelevanzen oder fremd verwaltete Lager. Die Lagerhaltung ist u. a. zuständig für Verfügbarkeitsprüfungen sowie das Verbuchen von Warenein- und -ausgängen. Durch das Buchen eines Warenausgangs werden lagerinterne Folgeprozesse wie Kommissionierung, Verpackung und Transport angestoßen. Soll zusätzlich eine Qualitätsprüfung durchgeführt werden, so ist die entsprechende Funktion zu aktivieren. Die Verknüpfung des Funktionsbereichs Finanzwesen ④ mit anderen Funktionen in SAP Business ByDesign ist stark ausgeprägt. Unterschieden wird dabei zwischen den Funktionen Cashflow-Management, externes und internes Rechnungswesen, Kundenabrechnung und Rechnungsprüfung. Organisationseinheiten, die Controlling-Aufgaben übernehmen, ist (mindestens) die Funktion externes und internes Rechnungswesen zuzuordnen. Sie bildet die Basis für die Verbuchung von Zahlungsvorgängen und dient der Führung der Haupt- und Nebenbuchkonten des externen Rechnungswesens sowie der Umsetzung der Aufgaben des internen Rechnungswesens wie z. B. der Gemeinkostenrechnung. Das Cashflow- Management dient der Sicherung der Liquidität. Mit der Funktion Kundenrechnung werden eingehende Zahlungen mit ausstehenden Rechnun- Supply Chain Management Beschaffungssteuerung Aufgaben der Lagerhaltung Integration des Finanzwesens 413.2 Abbildung der Unternehmensorganisation in SAP Business ByDesign gen abgeglichen. Im Falle von Abweichungen oder bei ausstehenden Zahlungen können Zahlungserinnerungen oder Mahnungen versendet werden. Schließlich werden mit der Funktion Rechnungsprüfung die Verbindlichkeiten des Unternehmens verwaltet, insbesondere eingehende Rechnungen geprüft und Zahlungen angewiesen. Die Funktion Personalmanagement ⑤ dient im Personalwesen insbesondere der Personalverwaltung. Dazu gehören z. B. bei der Einstellung von Mitarbeitern die Anlage und spätere Pflege von Mitarbeiterstammdaten, die Zeiterfassung, die Personalabrechnung und -vergütung oder die Spesenabrechnung. Auch hier zeigt sich ein hoher Integrationsgrad mit anderen Funktionsbereichen. So werden die von der Personalabteilung vorbereiteten Gehaltsabrechnungen finanziell durch die Finanzbuchhaltung abgewickelt. Die Funktionsgruppe Verwaltung ⑥ umfasst schließlich die Rubriken Stammdaten und Benutzerverwaltung. Zu den Stammdaten gehören insbesondere Geschäftspartner und Produktdaten. Zu den Geschäftspartnern zählen sowohl Kunden als auch Lieferanten. Die Stammdaten der im Unternehmen hergestellten Produkte und Services umfassen alle zur abteilungsübergreifenden Steuerung von Geschäftsprozessen notwendigen Daten. Nach Zuordnung der Funktionen zu einer Organisationseinheit können dieser in der Registerkarte Mitarbeiter zuständige Personen zugeordnet werden. SAP Business ByDesign bietet die Möglichkeit, diese Zuordnungen zeitbezogen zu beschränken. In der Registerkarte Zeiträume können Änderungen zu fixierten Stichtagen automatisch aktiviert und Gültigkeiten für bestimmte Zeiträume definiert werden. Die weiteren Sichten des Work Centers Organisationsmanagement sind Stellen bearbeiten und Arbeitsverteilung. Stellen beschreiben prototypische Tätigkeiten, die von den Mitarbeitern zur Erfüllung ihrer Aufgaben durchgeführt werden. Sie sind die Basis der Einsatz- und Personalkostenplanung sowie der Personalentwicklung. Mit Hilfe der Arbeitsverteilung erfolgt letztendlich eine Zuordnung von Aufgaben zu Organisationseinheiten und Mitarbeitern. Durch diese Zuordnungen wird eine Integration des Personalwesens in die Unternehmensstruktur erreicht. Weil SAP Business ByDesign internes und externes Rechnungswesen in einem Einkreissystem integriert, werden die Daten der Finanzbuchhaltung auch für die Zwecke der Kosten- und Erlösrechnung herangezogen. Für die Implementierung des Controlling in SAP Business ByDesign müssen daher, wie im folgenden Kapitel beschrieben, in der Finanzbuchhaltung einige Einstellungen vorgenommen werden. Funktionen des Personalwesens Verwaltungsbereiche Funktionszuordnung Stellen und Arbeitsverteilung Rechnungswesen- Anforderungen 42 3. Organisationsmanagement zur Festlegung des Controlling-Aufbaus 3.2.2 Einrichtung des Rechnungslegungswerks als Basis des Rechnungswesens Nach Anlage der Organisationsstruktur sind zur Einrichtung des Finanzwesens in SAP Business ByDesign im Work Center Betriebswirtschaftliche Konfiguration die folgenden Einstellungen zur Finanzbuchhaltung vorzunehmen: − Zuordnung jedes Unternehmens als oberste Organisationseinheit zu einem Rechnungslegungswerk; − Definition der Kontenfindung für jedes Unternehmen; − Aktivierung der Profit-Center-Rechnung auf Ebene des Rechnungslegungswerks; − Zuordnung von Kostenstellentypen zu Funktionsbereichen; − Definition von Ressourcen für die Zeit- und Leistungsrückmeldung. An dieser Stelle wird zunächst die Zuordnung der Unternehmung zu einem Rechnungslegungswerk betrachtet, die übrigen Einstellungen werden in den entsprechenden Folgekapiteln näher erläutert. Die in SAP Business ByDesign verwendete Bezeichnung Rechnungslegungswerk entspricht dem betriebswirtschaftlichen Begriff des Rechnungskreises. In SAP Business ByDesign sind Finanz- und Geschäftsbuchführung organisatorisch in einem Einkreissystem integriert. Das Rechnungslegungswerk umfasst einen vollständigen und konsistenten Satz von Buchhaltungsdaten. Es besteht aus einem Hauptbuch und Nebenbüchern. Im Hauptbuch werden auf Sachkonten alle finanz- und geschäftsbuchhaltungsrelevanten Geschäftsvorfälle aus betriebswirtschaftlicher Sicht erfasst. Aufgrund der Vielzahl an Geschäftsvorfällen enthält das Hauptbuch lediglich Sammelbuchungen. Differenzierter werden die Buchungsdaten in den thematisch geordneten Nebenbüchern erfasst. Beispiele für Nebenbücher sind u. a. die Anlagen-, Kreditoren- oder Debitorenbuchhaltung. Über sogenannte Abstimmkonten sind die Nebenbücher in Echtzeit mit dem Hauptbuch integriert. Die Aktualität des Hauptbuches ist so jederzeit gewährleistet. Das Rechnungslegungswerk besteht in SAP Business ByDesign aus vier Elementen: Rechnungslegungsvorschrift, Kontenplan, Geschäftsjahresvariante und Berichtsverfahren (vgl. auch fortfolgend Konstantinidis et al. [Anpassung] 380 ff.). notwendige Systemeinstellungen Rechnungskreis als Basis 433.2 Abbildung der Unternehmensorganisation in SAP Business ByDesign Rechnungslegungsvorschriften sind nationale oder internationale Regeln und Vorschriften zum Ausweis und zur Bewertung von Geschäftsvorfällen sowie zur Aufstellung und zur Bekanntmachung von Jahresabschlüssen (Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung). Abhängig von der Unternehmensform ist einzelfallspezifisch zu entscheiden, welche Rechnungslegungsvorschrift für den Jahresabschluss überhaupt in Frage kommt und bei Auswahlmöglichkeit geeignet ist. Typische Rechnungslegungsvorschriften, deren Anwendung SAP Business ByDesign unterstützt, sind HGB, IFRS oder US-GAAP. SAP Business ByDesign unterstützt zudem eine parallele Rechnungslegung (zur Rechnungslegung im Mittelstand vgl. grundlegend z. B. Janssen [Mittelstand]; Lühr [Rechnungslegung]). Der Kontenplan bezeichnet in SAP Business ByDesign ein Verzeichnis aller Sachkonten, die im Rechnungskreis verwendet werden können. Dieser wird üblicherweise als Kontenrahmen bezeichnet (vgl. ausführlich Eisele/Knobloch [Technik] 717 ff.). Da im als Einkreissystem ausgestalteten Rechnungswesen von SAP Business ByDesign keine separate Kosten- und Erlösrechnung existiert, legt der verwendete Kontenplan gleichzeitig die Struktur des internen Rechnungswesens fest. Er enthält daher Kontenklassen, die für die Kosten- und Erlösrechnung reserviert sind (vgl. Varnholt/Lebefromm/Hoberg [Controlling] 41). Im nach dem Einkreissystem aufgebauten Kontenrahmen wird die Kosten- und Erlösrechnung in eigenen Kontenklassen (im Gemeinschaftskontenrahmen die Klassen 5-9) abgewickelt. In Klasse 2 erfolgt die Abgrenzung gegenüber dem buchhalterischen Ergebnis. SAP Business ByDesign bietet u. a. die dem Einkreissystem folgenden DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 als Kontenplan-Vorlagen an. Diese können übernommen und individuell an die im Unternehmen tatsächlich benötigten Konten angepasst werden. Im Falle einer Anpassung ist jedoch zu beachten, dass ggf. weitere Modifikationen, wie z. B. eine Anpassung der Berichtsstruktur, notwendig werden. Das Berichtsverfahren legt die Buchungslogik fest, nach der in SAP Business ByDesign Gewinn- und Verlustrechnungen umgesetzt werden. Diese unterstützt standardmäßig eine Buchungslogik nach dem Umsatz- oder dem Gesamtkostenverfahren. Ferner wird definiert, nach welchen Merkmalen Auswertungen gefahren werden. (vgl. ausführlich zu den Berichtsverfahren→Kapitel 4. 2). Die Geschäftsjahresvariante stellt den Zusammenhang zwischen Kalenderjahr und Geschäftsjahr her. Sie enthält alle Einstellungen zu einem Geschäftsjahr und legt z. B. fest, aus wie vielen Perioden und Sonderperioden ein Geschäftsjahr besteht, und wie das System die zugehörigen Buunterstützte Rechnungslegung Bedeutung des Kontenplans GuV- Reporting zeitliche Abgrenzung 44 3. Organisationsmanagement zur Festlegung des Controlling-Aufbaus chungsperioden bestimmt. Abschließend wird dem Rechnungslegungswerk ein Geschäftsjahr zugeordnet. Dieses bildet die Voraussetzung zur Buchung von Geschäftsvorfällen in der Finanzbuchhaltung. 3.3 Schrittweise Einrichtung der Unternehmensstruktur der Spielzeux GmbH 3.3.1 Anlegen der Unternehmensstruktur Betriebswirtschaftliche Vorüberlegungen: Analyse der Struktur der Spielzeux GmbH. Das Unternehmenscontrolling muss bereits in der Aufbauorganisation der Spielzeux GmbH verankert werden. Im ersten Arbeitspaket wird die Unternehmensstruktur der Spielzeux GmbH in SAP Business ByDesign abgebildet. Die Spielzeux GmbH vereint unter ihrem Dach die beiden Betriebsstätten Saarbrücken und St. Ingbert. Abb. 27 zeigt die Aufbauorganisation und die Nummerierung der Organisationseinheiten. Unternehmen Spielzeux GmbH S1000 Betriebsstätte Saarbrücken BS1001 Betriebsstätte St. Ingbert BS1002 Abb. 27: Organisationseinheiten der Spielzeux GmbH Neben der Pflege allgemeiner Daten (Details im jeweiligen Arbeitsschritt) wie Adressen, Arbeitszeit-Einstellungen, Standardwährung und Gültigkeitsdaten sind den Organisationseinheiten vor allem Eigenschaften zuzuweisen (vgl. Abb. 28). Das geplante Reporting-System erfordert z. B. Auswertungen nicht nur auf der Ebene des Unternehmens, sondern auch auf der Ebene der Betriebsstätten. Daher erhalten beide Betriebsstätten im Gegensatz zum Unternehmen die Eigenschaft Abteilung. Bereits an dieser Stelle müssen zudem Angaben zu finanzrechtlichen Eigenschaften erfolgen. Deren ausführliche Erläuterung birgt Kapitel 4. Unternehmensstruktur Stammdaten

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Zusammenfassung

Der praxisorientierte Leitfaden. SAP Business ByDesignTM ist eine umfassende On-Demand-Software für die große Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die die deutsche Wirtschaft prägen. Dieses Buch ist die erste schrittweise Einführung in das Controlling mit SAP Business ByDesign.

Zahlreiche Abbildungen, Übungsaufgaben und eine integrierte Fallstudie sorgen für Praxisnähe und ein umfassendes Verständnis.

Aus dem Inhalt:

- Unternehmensplanung mit Absatz-, Kostenstellen- und Ergebnisplanung

- Gemeinkostencontrolling

- Produktkostencontrolling

- Markt- und unternehmensbezogene Erfolgsrechnungen

- Passgenaues Reporting

Die Autoren:

Professor Dr. Alexander Baumeister leitet den Lehrstuhl für Controlling an der Universität des Saarlandes. Claudia Floren und Ulrike Sträßer sind dort als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen tätig.