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2.1 Management Summary: Entscheidungsorientierte Unternehmensrechnung in:

Alexander Baumeister, Claudia Floren, Ulrike Sträßer

Controlling mit SAP Business ByDesign, page 26 - 29

Erfolgsmanagement im Mittelstand

1. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8006-4739-2, ISBN online: 978-3-8006-4740-8, https://doi.org/10.15358/9783800647408_26

Series: Controlling Competence

Bibliographic information
Was SAP Business ByDesign für das Controlling leistet: Kapitel 2: Entscheidungsunterstützung mit SAP Business ByDesign 2.1 Management Summary: Entscheidungsorientierte Unternehmensrechnung Geschäftsprozesse sind das Ergebnis zahlreicher Einzelentscheidungen über den Einsatz meist knapper Wirtschaftsgüter (vgl. Schweitzer/Küpper [Systeme] 1). Sie sind zielgerichtete, zeitlich-logische Abfolgen von Aufgaben, die in der Regel arbeitsteilig mit dem Ziel der Leistungserstellung ausgeführt werden (vgl. zum Geschäftsprozessmanagement z. B. Gadatsch [Grundkurs] 35 ff.). Die Gestaltung betrieblicher Prozesse und Teilbereiche erfordert entsprechend Informationen über ihre Erfolgswirkungen (vgl. Troßmann/Baumeister/Werkmeister [Controlling] 44). Ihre Bereitstellung ist eine der Kernaufgaben des internen Rechnungswesens, um betriebliche Entscheidungen durch Planungs- und Steuerungsinformationen zu fundieren (vgl. zum Überblick Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen]). Maßgebend für Inhalt und Aufbau entsprechender Rechenwerke sind damit die Informationsbedürfnisse unternehmensinterner Entscheidungsträger. Die entscheidungsorientierte Gestaltung betrieblicher Informationssysteme ist eine der zentralen Aufgaben des Controlling (vgl. Troßmann/Baumeister/Werkmeister [Controlling] 44). Das externe Rechnungswesen stellt hingegen die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der Unternehmung dar, um unternehmensexterne Adressaten über die Folgen interner Entscheidungen zu informieren. Zum internen Rechnungswesen zählen insbesondere die Investitionsrechnung sowie die Kosten- und Erlösrechnung. Während Erstere auf Zahlungsgrößen abstellt, stellt Zweitere mit Kosten bzw. Erlösen als bewertete, sachzielbezogene Güterverbräuche bzw. Güterentstehungen einer Periode auf einen kalkulatorischen Rechnungszweck ab (vgl. Troßmann [Rechnungswesen] 103). So sollen insbesondere Informationen über den Erfolg des Produktions- und Absatzprozesses bereitgestellt werden. Dies können produktbezogene Informationen, z. B. für die Kalkulation (→Kapitel 6) oder stellenbezogene Kosteninformationen (→ Kapitel 5) Zweck des Rechnungswesens Teilbereiche des internen Rechnungswesens 10 2. Entscheidungsunterstützung mit SAP Business ByDesign zur Planung und Kontrolle des Erfolgs abgegrenzter Verantwortungsbereiche sein (→Kapitel 4; vgl. Troßmann/Baumeister/Werkmeister [Controlling] 44). Für den Entscheidungsbezug der Kosten- und Erlösrechnung spielt das Relevanzprinzip, demzufolge für eine Entscheidungssituation lediglich diejenigen Informationen von Bedeutung sind, in denen sich die Handlungsalternativen unterscheiden können, eine besondere Rolle (vgl. Horngren/Datar/Rajan [Cost Accounting] 421). Entscheidungsrelevant sind dabei alternativenspezifische, zukünftig entstehende und noch beeinflussbare Erfolgsgrößen, deren Höhe es zu prognostizieren gilt (vgl. fortfolgend Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen] Kap. II). Ihre Abhängigkeit von bestimmten Einflussgrößen kann mit Erlös- und Kostenfunktionen abgebildet werden. In der betrieblichen Praxis sind vereinfachte Berechnungsansätze auf der Basis weniger Einflussgrößen häufig anzutreffen. Dahinter verbirgt sich die (mitunter nicht bewusst getroffene) Abwägung zwischen der Genauigkeit und der Handhabbarkeit der Rechnung. Je nach Rechenzweck bieten sich unterschiedliche Kategorisierungen von Erfolgsgrößen an (vgl. im Weiteren Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen] Kap. III). Gängig ist etwa eine Differenzierung nach dem Zeitbezug in Ist-, Normal- und Planerlöse bzw. -kosten oder nach ihrer Zurechenbarkeit auf die Bezugsgrößen in Einzel- und Gemeinerlöse bzw. -kosten. Beispiele solcher nicht direkt zuordenbaren Gemeingrößen sind die Wartungskosten einer Anlage, auf der unterschiedliche Produktarten gefertigt werden, oder die Erlöse von Bündelprodukten, wie etwa eines in Folie eingepackten Comics mit Gimmick. Nach der Veränderlichkeit kann zwischen fixen und variablen Erfolgsgrößen unterschieden werden. Diese Trennung gibt an, wie sich die Erlöse bzw. Kosten bei Variation der zugrunde liegenden Bezugsgröße, z. B. der Ausbringungsmenge, verhalten: Variable Erfolgsgrößen ändern sich in Abhängigkeit von dieser Bezugsgröße, während fixe Kosten bei jeder Ausprägung ihrer Bezugsgröße die gleiche Höhe haben (vgl. Troßmann [Rechnungswesen] 118). Istrechnungen beschränken sich auf die Feststellung realisierter Erfolgsgrößen und sind folglich für Entscheidungs-, Unternehmenssteuerungssowie Verhaltenssteuerungszwecke nicht geeignet (vgl. im Weiteren Schweitzer/Küpper [Systeme] 63). U. a. der Prognose zukünftiger Erfolgsgrößen dienen hingegen Planrechnungen. In Anhängigkeit davon, ob die Rechnung Variationen der zugrunde liegenden Bezugsgrößen, in der Regel Beschäftigungsschwankungen, berücksichtigt, werden starre und flexible Planrechnungen unterschieden. Zu Kontrollzwecken werden Planrechnungen um nachgelagerte Rechnungen ergänzt. So werden z. B. Anforderungen entscheidungsrelevanter Größen Differenzierungsmerkmale Ist- vs. Planrechnungen 112.1 Management Summary: Entscheidungsorientierte Unternehmensrechnung in der Erfolgskontrolle geplante und realisierte Erfolgsgrößen einander gegenübergestellt, ggf. auftretende Differenzen können mit einer Abweichungsanalyse näher untersucht werden. In einer starren Planrechnung werden lediglich für die Planbeschäftigung Planerlöse bzw. -kosten ermittelt, so dass eine ursachenorientierte Aufspaltung auftretender Plan-Ist-Abweichungen nicht gelingt (vgl. im Weiteren Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen] Kap. V). Hierzu ist die Ermittlung von Sollerlösen bzw. -kosten nötig, wie sie eine flexible Planrechnung für die jeweilige Istbezugsgröße liefert. Sie ist damit Voraussetzung einer verursachungsgerechten Wirtschaftlichkeitskontrolle. Für Entscheidungszwecke ist eine Erfolgskategorisierung zwingende Voraussetzung. Als Konsequenz werden daher den Kalkulationsobjekten in Teilerfolgsrechnungen nur bestimmte Erlös- und Kostenbestandteile zugerechnet (vgl. folgend Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen] Kap. III f.). Da z. B. Fixkosten der Betrachtungsperiode für viele Entscheidungsfragen bei gegebener Kapazität irrelevant sind, werden in der flexiblen Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung) den Kostenträgern nur variable Kosten zugerechnet, während die fixen Kosten einer ein- oder mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung zugeführt werden. Entscheidungsfehler aus einer Zurechnung sämtlicher Erlöse und Kosten auf die Kalkulationsobjekte wie in der Vollkostenrechnung werden so vermieden. Die Kostenrechnung zielt auf die betriebliche Inputseite, die Erlösrechnung auf die betriebliche Outputseite ab (vgl. fortfolgend Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen] Kap. III). Gemeinsam münden sie auf Stückbasis in einer Erfolgsträgerrechnung, in einer Zeitrechnung in einer periodischen Betriebsergebnisrechnung. Erfolg wird dabei als Saldo aus sachzielbezogenen bewerteten Güterentstehungen und -verbräuchen berechnet. Er lässt sich je nach Rechnungszweck für erfolgsverantwortliche Unternehmensbereiche (Profit-Center-Rechnung) ebenso wie z. B. für Produkte oder Produktgruppen (Erfolgsträgerrechnung) feststellen. Die Kosten- und Erlösrechnung besteht aus drei Teilrechnungen, der Erfolgsarten-, der Erfolgsstellen- und der Erfolgsträgerrechnung. Zweck der Erfolgsartenrechnung ist die vollständige, nach bestimmten Kategorien systematisierte Erfassung von Kosten und Erlösen. In der Erfolgsstellenrechnung werden diejenigen Kosten und Erlöse, die sich nicht unmittelbar den betrieblichen Erfolgsträgern zuordnen lassen, Verantwortungsbereichen zugeordnet, um einerseits einen Ansatzpunkt für die betriebliche Erfolgssteuerung – etwa durch die Vergabe von Budgets –, andererseits in der Grenzplankostenrechnung einen Ausgangspunkt für die möglichst starre vs. flexible Planrechnungen Voll- vs. Teilkostenrechnungen Fokus Kosten- und Erlösrechnung Teilsysteme der Kostenund Erlösrechnung 12 2. Entscheidungsunterstützung mit SAP Business ByDesign verursachungsgerechte Zurechnung variabler Gemeinerfolgsgrößen auf Erfolgsträger (Erfolgsträgerstückrechnung) sowie fixer Gemeinkosten und -erlösen in der Betriebserfolgsrechnung (Erfolgsträgerzeitrechnung) zu finden. Abb. 10 zeigt die Teilsysteme der Kosten- und Erlösrechnung. Die Kosten- und Erlösrechnung speist sich aus der Finanzbuchhaltung, die zwar um kalkulatorische Kosten und Erlöse zu ergänzen ist, jedoch mit kosten- oder erlösgleich übernommenen Zweckaufwand- oder ertragpositionen zum überwiegenden Teil gemeinsame Datengrundlage für externes und internes Rechnungswesen ist: Sie erfasst sämtliche Geschäftsvorfälle nach den gesetzlichen Vorgaben und bildet sie nach zeitlichen und sachlichen Kriterien gegliedert auf den Konten des betrieblichen Kontenrahmens ab, die in der Bilanz und der GuV-Rechnung abgeschlossen werden (vgl. Friedl/Hofmann/Pedell [Kostenrechnung] 8). Abb. 10: Teilrechnungen einer entscheidungsorientierten Kosten- und Erlösrechnung 2.2 Aufbau des Rechnungswesens in SAP Business ByDesign Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) sehen ein eigenständiges internes Rechnungswesen aufgrund beschränkter personeller Ressourcen oft als zu aufwendig an (vgl. auch folgend Friedl/Hofmann/Pedell [Kostenrechnung] 8 f.). Anstelle dessen nutzen sie daher teilweise die Daten der Finanzbuchhaltung über die Zwecke der externen Rechnungslegung hinaus auch für eigentlich dem internen Rechnungswesen sinnvollerweise vorbehaltene betriebswirtschaftliche Auswertungen und eine Entscheidungsunterstützung. Inputseite Outputseite Kostenstellenrechnung Kostenträgerrechnung Erlösstellenrechnung Erlösträgerrechnung Absatzmenge xStückdeckungsbeitrag Betriebsergebnisrechnung Kostenartenrechnung Gemeinkosten Einzelkosten Einzelerlöse Gemeinerlöse Erlösartenrechnung Finanzbuchhaltung als Datengrundlage Rechnungswesen in KMU

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Zusammenfassung

Der praxisorientierte Leitfaden. SAP Business ByDesignTM ist eine umfassende On-Demand-Software für die große Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die die deutsche Wirtschaft prägen. Dieses Buch ist die erste schrittweise Einführung in das Controlling mit SAP Business ByDesign.

Zahlreiche Abbildungen, Übungsaufgaben und eine integrierte Fallstudie sorgen für Praxisnähe und ein umfassendes Verständnis.

Aus dem Inhalt:

- Unternehmensplanung mit Absatz-, Kostenstellen- und Ergebnisplanung

- Gemeinkostencontrolling

- Produktkostencontrolling

- Markt- und unternehmensbezogene Erfolgsrechnungen

- Passgenaues Reporting

Die Autoren:

Professor Dr. Alexander Baumeister leitet den Lehrstuhl für Controlling an der Universität des Saarlandes. Claudia Floren und Ulrike Sträßer sind dort als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen tätig.