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7.1 Management Summary: Produktions- und Kundenauftragsmanagement in:

Alexander Baumeister, Claudia Floren, Ulrike Sträßer

Controlling mit SAP Business ByDesign, page 183 - 185

Erfolgsmanagement im Mittelstand

1. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8006-4739-2, ISBN online: 978-3-8006-4740-8, https://doi.org/10.15358/9783800647408_183

Series: Controlling Competence

Bibliographic information
Wie SAP Business ByDesign das Geschäftsprozess- Controlling unterstützt: Kapitel 7: Gestaltungsmöglichkeiten des Produktions- und Kundenauftragsmanagements 7.1 Management Summary: Produktions- und Kundenauftragsmanagement Die Informationsbereitstellung für die Planung und Durchführung unternehmerischer Kerngeschäftsprozesse gehört zu den Unterstützungsfunktionen des Controlling. Umgekehrt sind die generierten Plan- und Istdaten selbst bedeutende Informationsquellen für das Controlling, etwa wenn mit Kostenabweichungsanalysen neue Auswertungsrechnungen angestoßen werden. Als Kerngeschäftsprozesse werden die kundenorientierten Leistungserstellungsprozesse wie etwa Auftragsbearbeitung, Produktion und Distribution bezeichnet (vgl. Gadatsch [Grundkurs] 38 f.). Ein wichtiges Entscheidungsunterstützungs- und Informationsinstrument des Produktionsmanagements sind Systeme der operativen Produktionsplanung und -steuerung (PPS) (vgl. für den gesamten Abschnitt Blohm et al. [Produktion] 338 ff.; Kiener et al. [Produktion] 149 ff.; Lödding [Fertigungssteuerung] 81 ff.). PPS-Systeme dienen der EDV-gestützten Festlegung, Freigabe, Überwachung und ggf. Anpassung des mengenund zeitmäßigen Produktionsablaufs unter Beachtung von Ressourcenkapazitäten. Die Produktionsplanung und -steuerung verläuft in der Praxis sukzessive in mehreren Stufen. Ergebnis der Produktionsprogrammplanung ist der Primärbedarf. Der Brutto-Primärbedarf resultiert aus der Absatzplanung und steht für die in der Planperiode zu liefernde Menge jedes Endprodukts. Aus dem Abgleich des Brutto-Primärbedarfs mit den tatsächlichen und geplanten Lagerbeständen ergibt sich der Netto-Primärbedarf, der sich um geplante Lagerbestandsveränderungen vom Brutto-Primärbedarf unterscheidet. Die Gesamtheit der Netto-Primärbedarfe aller Endprodukte bildet das Produktionsprogramm. Die Primärbedarfe sind Ausgangspunkt der Materialbedarfsplanung. Informationsfunktionen PPS-Stufen Primärbedarfsermittlung 170 7. Gestaltungsmöglichkeiten des Produktions- und Kundenauftragsmanagements Die Materialbedarfsplanung (Material Requirements Planning, MRP) dient der Ermittlung von Sekundärbedarfen. Als Sekundärbedarf wird derjenige Materialbedarf z. B. an Rohstoffen, Bauteilen oder Dienstleistungen bezeichnet, der durch die Fertigung des Primärbedarfs entsteht. Durch Rückgriff auf Stücklisten werden zunächst die Brutto-Sekundärbedarfe und durch Abgleich mit geplanten Lagerbestandsveränderungen schließlich der Netto-Sekundärbedarf ermittelt. Im letzten Schritt der Materialbedarfsplanung werden Bestell- bzw. Fertigungslose gebildet. Dies sind dispositive Einheiten und bezeichnen Mengen, die gemeinsam beschafft bzw. gefertigt werden. Nach Abschluss der Materialbedarfsplanung stehen losgrößenoptimierte Fertigungs- bzw. Beschaffungsaufträge im PPS-System zur Verfügung. Diese sind gleichzeitig Grundlage für die Fremdbezugs- bzw. Eigenfertigungsplanung, die in den Aufgabenbereich der Abteilung Beschaffung bzw. Fertigungssteuerung fallen. Die Auftragsterminierung übernimmt die Terminierung der erzeugten Fertigungsaufträge. In der Durchlaufterminierung werden unter Rückgriff auf die in den Arbeitsplänen enthaltenen Rüst-, Personen- und Maschinenzeiten die Start- und Endtermine der Arbeitsvorgänge geplant. Die Kapazitätsterminierung übernimmt die Abstimmung zwischen Kapazitätsbedarf und -angebot an den einzelnen Arbeitsplätzen. Ist die Planung des Fertigungsauftrags abgeschlossen, wird er zur Ausführung freigegeben. Die Auftragsfreigabe ist Voraussetzung für die Durchführung aller Folgeprozesse, wie z. B. Bearbeitungsvorgänge, Materialentnahmen usw. Sie ist mit einer Verfügbarkeitsprüfung verbunden, die sicherstellt, dass bei Fertigungsstart alle benötigten Materialien, Werkzeuge usw. in ausreichender Menge vorhanden sind. Die Auftragsterminierung ist das Bindeglied zwischen planerischer und operativer Ebene. Zu den primären Aufgaben der Produktionssteuerung zählen entsprechend die Überwachung freigegebener Aufträge mit laufenden Kapazitäts- und Produktionsfortschrittsprüfungen sowie die Rückmeldung von Istdaten der Produktionsprozesse. Bei der Festlegung der Produktionsstrategie ist im Vorfeld zu entscheiden, ob die Produktion kundenauftragsbezogen oder kundenanonym erfolgen soll. Bei der Kundenauftragsfertigung (Make-to-Order) löst der Eingang eines Kundenauftrags die Auftragserzeugung im PPS-System aus. Eine kundenanonyme Lagerfertigung (Make-to-Stock) greift zur Bedarfsdeckung hingegen auf vor dem Eingang des Kundenbedarfs erzeugte Fertigungsaufträge, ggf. sogar bereits auf gefertigte Erzeugnisse, zurück. Bestimmung des Sekundärbedarfs Zeitplanung durch Terminierung Produktionsüberwachung Auswahl der Produktionsstrategie 1717.2. Umsetzungsstand des Produktions- und Kundenauftragsmanagements Aufgabe der Kundenauftragsabwicklung ist die Übermittlung, Verarbeitung und Kontrolle von Kundenaufträgen (vgl. Schulte [Logistik] 484). Das Kundenauftragsmanagement beginnt mit dem Auftragseingang einschließlich ggf. erfolgter Vorverkaufsaktivitäten und umfasst die Schritte Auslieferung, Transport, Kommissionierung, Erfassung des Warenausgangs, Fakturierung und Zahlungsabwicklung. Mit Blick auf die Komplexität der beschriebenen Kerngeschäftsprozesse kann ihr Umsetzungsstand in SAP Business ByDesign im Folgenden nicht vollumfänglich dargestellt werden, vielmehr liegt der Fokus auf den Controlling-relevanten Sachverhalten. 7.2 Umsetzungsstand des Produktions- und Kundenauftragsmanagements in SAP Business ByDesign 7.2.1 Abbildung von Lagerfertigungsprozessen in SAP Business ByDesign Kundenauftragsanonyme Lagerfertigungsprozesse werden in SAP Business ByDesign mit einem im System hinterlegten Make-to-Stock-Geschäftsprozess abgebildet. Abb. 78 zeigt die Phasen des Geschäftsprozesses. Abb. 78: Lagerfertigungsprozess in SAP Business ByDesign Work Center: Stammdaten Planung und Produktion zuständig: Beschaffungsplanung Beschaffung planen Work Center: Beschaffungsplanung zuständig: Beschaffungsplanung Erstellen von Prognosen Work Center: Beschaffungsplanung zuständig: Beschaffungsplanung Starten einer MRP Erstellen eines Produktionsauftrags Work Center: Produktionsauftrag zuständig: Beschaffungsplanung Bestätigen der Produktionsaufgaben Work Center: Ausführung zuständig: Produktionsmitarbeiter/in Buchen des Wareneingangs Work Center: Wareneingang zuständig: Lagerleitung Anlegen von Stücklisten Prüfen des Produktionsauftrags Work Center: Produktionssteuerung zuständig: Beschaffungsplanung Prüfen des Buchungsbelegs Work Center: Hauptbuch zuständig: Buchhaltung Auftragsabwicklung Lagerfertigungsprozess

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Zusammenfassung

Der praxisorientierte Leitfaden. SAP Business ByDesignTM ist eine umfassende On-Demand-Software für die große Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die die deutsche Wirtschaft prägen. Dieses Buch ist die erste schrittweise Einführung in das Controlling mit SAP Business ByDesign.

Zahlreiche Abbildungen, Übungsaufgaben und eine integrierte Fallstudie sorgen für Praxisnähe und ein umfassendes Verständnis.

Aus dem Inhalt:

- Unternehmensplanung mit Absatz-, Kostenstellen- und Ergebnisplanung

- Gemeinkostencontrolling

- Produktkostencontrolling

- Markt- und unternehmensbezogene Erfolgsrechnungen

- Passgenaues Reporting

Die Autoren:

Professor Dr. Alexander Baumeister leitet den Lehrstuhl für Controlling an der Universität des Saarlandes. Claudia Floren und Ulrike Sträßer sind dort als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen tätig.