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6.1 Management Summary: Kostenträgerrechnung in:

Alexander Baumeister, Claudia Floren, Ulrike Sträßer

Controlling mit SAP Business ByDesign, page 144 - 146

Erfolgsmanagement im Mittelstand

1. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8006-4739-2, ISBN online: 978-3-8006-4740-8, https://doi.org/10.15358/9783800647408_144

Series: Controlling Competence

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Wie SAP Business ByDesign das Produktkosten-Controlling unterstützt: Kapitel 6: Gestaltungsmöglichkeiten der Kostenträgerrechnung 6.1 Management Summary: Kostenträgerrechnung Die Kostenträgerrechnung umfasst die Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation) und die Kostenträgerzeitrechnung (Betriebserfolgsrechnung). Aufgabe der Kalkulation ist die Ermittlung der für die Herstellung und Verwertung einer Kostenträgereinheit angefallenen Kosten (vgl. Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen] Kap. III). Sie kann auf Voll- oder Teilkostenbasis erstellt werden. Nach dem Zeitpunkt ihrer Erstellung werden Vor-, Zwischen- und Nachkalkulationen unterschieden (vgl. auch fortfolgend Jurasek/Klein [Produktionscontrolling] 235). Vorkalkulationen dienen der Kalkulation noch zu erbringender Leistungen vor der Auftragsannahme bzw. dem Produktionsstart und basieren auf Planwerten. Die auch als mitlaufende Kalkulation bezeichnete Zwischenkalkulation wird produktionsbegleitend erstellt und dient u. a. der laufenden Kontrolle der Herstellkosten. Nachkalkulationen basieren auf Istkosten und sind nach der Gütererzeugung Ausgangspunkt von Abweichungsanalysen. Die Mehrzahl der Verfahren der Kostenträgerstückrechnung basiert auf einer kategorialen Kostenzurechnung (für einen ausführlichen Überblick vgl. Schweitzer/Küpper [Systeme] 162 ff.). Das Standardschema derartiger Zuschlagskalkulationen zeigt Abb. 60. Die Zuschlagskalkulation ist im Klein- und Mittelbetrieb meist wenig differenziert, wobei die unmittelbar aus der Kostenartenrechnung übernommenen Kostenträgereinzelkosten die Basis für die in der Kostenstellenrechnung ermittelten Gemeinkostenzuschlagsätze bilden (→ Kapitel 5.1; vgl. auch fortfolgend Troßmann/Baumeister [Rechnungswesen] Kap. III). Sondereinzelkosten, etwa Kosten für die Anfertigung von Spezialwerkzeugen oder Lizenzgebühren werden in der Kalkulation separat Wofür sind Kosten angefallen? zeitliche Gliederung von Kalkulationen häufigster Kalkulationstyp Differenzierung von Gemeinkostenzuschlägen 130 6. Gestaltungsmöglichkeiten der Kostenträgerrechnung ausgewiesen, da ihre Zurechnung zur Zuschlagsbasis die Gemeinkostenbelastung der Produktarten untereinander verzerren würde. Durch eine Differenzierung der Gemeinkostenpositionen und Zuschlagsbasen kann der Genauigkeitsgrad der Zuschlagskalkulation beliebig verfeinert werden. Dies bietet sich etwa im Fertigungsbereich an. Hier sind kostenstellenbezogene Zuschläge zu ungenau, wenn die in einer Kostenstelle zusammengefassten Maschinenleistungen unterschiedliche Kosten auslösen und die einzelnen Kalkulationsobjekte diese Maschinenleistungen in unterschiedlichem Maße nutzen. In einer Maschinensatzrechnung wird daher zunächst die Nutzungszeit der jeweiligen Maschinenleistungen für jedes Kalkulationsobjekt ermittelt. Diese wird dann mit dem Maschinensatz, der die laufzeitabhängigen Kosten der Maschine auf die Maschinenlaufzeit der Periode bezieht, multipliziert und dem Kalkulationsobjekt zugeschlagen. Nicht laufzeitabhängige Gemeinkosten können weiterhin wertbezogen oder nach anderen Bezugsgrößen verrechnet werden. Fertigungsmaterial Materialkosten Herstellkosten Selbstkosten Materialgemeinkosten Fertigungslohn Fertigungskosten Fertigungsgemeinkosten Sondereinzelkosten der Fertigung Verwaltungsgemeinkosten Vertriebsgemeinkosten Sondereinzelkosten der Vertriebs Abb. 60: Standardschema der Zuschlagskalkulation (nach Schweitzer/Küpper [Systeme] 173) Von besonderer Bedeutung für die Unternehmung sind die in der Kalkulation ermittelten Selbst- und Herstellkosten (vgl. auch fortfolgend Eisele/Knobloch [Technik] 870 f.). Während die Selbstkosten Ausgangspunkt für die Preispolitik, die Produktions- und Absatzplanung sowie für die Erfolgsplanung und -steuerung sein können, dienen die Herstellkosten u. a. als Grundlage der Bestandsbewertung. Von den Herstellkosten abzugrenzen sind die Herstellungskosten, die der Bestandsbewertung im externen Rechnungswesen dienen. Sie werden unter Berücksichtigung von handels- und steuerrechtlichen Korrekturen aus den Herstellkosten abgeleitet. Relevanz von Selbstund Herstellkosten 1316.1 Management Summary: Kostenträgerrechnung Die Vorgehensweise der Kostenträgerstückrechnung ist in Plan- und Istrechnungen identisch (vgl. auch fortfolgend Brühl [Controlling] 253). Zur Ermittlung von Planselbstkosten werden für jeden Kostenträger die Informationen aus der Einzel- und der Gemeinkostenplanung in einer Plankalkulation zusammengeführt. Die Kostenträgerplaneinzelkosten gehen unmittelbar, Kostenträgerplangemeinkosten über Plankalkulationssätze in die Plankalkulation ein. Letztere erhält man, indem man die Kostenstellenplankosten durch die geplanten Bezugsgrößenmengen teilt. Aussagekräftige Abweichungsanalysen (→ Kapitel 5.1.2) auf Kostenträgerebene erfordern den Einsatz einer flexiblen Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis. An die Kostenträgerstückrechnung knüpft die Kostenträgerzeitrechnung an. Sie ermittelt die während einer Abrechnungsperiode angefallenen Kosten je Kostenträgereinheit oder -gruppe (vgl. Eisele/Knobloch [Technik] 889). Durch den Einbezug der in der Abrechnungsperiode erzielten Erlöse wird die Kostenträgerzeitrechnung in einem weiteren Schritt zur Erfolgsrechnung ausgebaut (→ Kapitel 4.1). 6.2 Umsetzungsstand der Kostenträgerrechnung in SAP Business ByDesign 6.2.1 Systematik der Kostenträgerrechnung in SAP Business ByDesign Während die klassische Kostenrechnung die Begriffe Kalkulation und Kostenträgerstückrechnung synonym gebraucht, unterscheidet SAP Business ByDesign explizit zwischen Materialvorkalkulation und Kostenträgerrechnung. Beide Begriffe gehören auch in SAP Business ByDesign inhaltlich eng zusammen, unterscheiden sich jedoch im Zeitpunkt ihres Einsatzes (vgl. analog zu SAP ERP Friedl/Hilz/Pedell [SAP] 80 f.): Materialvorkalkulationen dienen der auftragsneutralen Bestimmung der geplanten Selbstkosten bestimmter Kostenträger wie Produktionslosen oder Projekten: − Kunden- und Serviceaufträge: Kunden- und Serviceaufträge bilden die von den Kunden angeforderten Leistungen systemseitig ab und stellen dazu kostenrechnerisch relevante Informationen bereit. Kundenaufträge dienen der Abwicklung von Lagerverkaufsprozessen, Serviceaufträge bilden in SAP Business ByDesign Dienstleistungsverkäufe ab. Vorgehen bei Plankalkulationen Aufgaben der Kostenträgerzeitrechnung Einsatzzeitpunkt als Unterscheidungskriterium Kostenträgerarten

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Zusammenfassung

Der praxisorientierte Leitfaden. SAP Business ByDesignTM ist eine umfassende On-Demand-Software für die große Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die die deutsche Wirtschaft prägen. Dieses Buch ist die erste schrittweise Einführung in das Controlling mit SAP Business ByDesign.

Zahlreiche Abbildungen, Übungsaufgaben und eine integrierte Fallstudie sorgen für Praxisnähe und ein umfassendes Verständnis.

Aus dem Inhalt:

- Unternehmensplanung mit Absatz-, Kostenstellen- und Ergebnisplanung

- Gemeinkostencontrolling

- Produktkostencontrolling

- Markt- und unternehmensbezogene Erfolgsrechnungen

- Passgenaues Reporting

Die Autoren:

Professor Dr. Alexander Baumeister leitet den Lehrstuhl für Controlling an der Universität des Saarlandes. Claudia Floren und Ulrike Sträßer sind dort als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen tätig.