6 Zusammenfassung in:

Klaus Deimel, Thomas Heupel, Kai Wiltinger

Controlling, page 61 - 62

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-3716-4, ISBN online: 978-3-8006-4727-9, https://doi.org/10.15358/9783800647279_61

Series: Lernbücher für Wirtschaft und Recht

Bibliographic information
A Grundlagen des Controlling46 Vahlen Lernbücher – Deimel/Heupel/Wiltinger – Controlling (NE) – Hersteller: Frau Demmerich Stand: 13.06.2013 Status: Imprimatur Seite 46 6 Zusammenfassung Lassen Sie uns die Erkenntnisse des ersten Kapitels noch einmal kurz zusammenfassen. Wir haben in diesen ersten Betrachtungen über das Controlling feststellen können, dass sich eine einheitliche Definition des Controllingbegriffs bisher noch nicht herausgebildet hat. Derzeit gibt es mehrere konkurrierende Controllingkonzeptionen, die das Controlling aus verschiedenen Perspektiven betrachten, so vor allem den gewinnzielorientierten, den koordinationsorientierten, den informationsorientierten und den rationalitätssicherungsorientierten Ansatz. Als zentrale Funktionen des Controlling lassen sich aber trotz dieser Auffassungsunterschiede folgende Aufgaben herausstellen: •• Durchführung und Sicherung des Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesses in Unternehmen (Planung- und Kontrollfunktion des Controlling), •• Aufbau und Pflege eines unternehmens- und aufgabenadäquaten Informationssystems (Informationsfunktion des Controlling), •• Moderation von Unternehmensentscheidungen in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, Liquidität und Risiko (Beratungsfunktion des Controlling). Hinsichtlich des Rollenbildes können wir festhalten, dass der Controller sich von der Selbstwahrnehmung selbst gerne als der interne Berater oder das betriebswirtschaftliche Gewissen charakterisiert, dies wird in der Fremdwahrnehmung des Management als dem internen Kunden des Controlling jedoch bisher noch nicht ausreichend wahrgenommen. Das neue Rollenbild des Controllers hat eine direkte Auswirkung auf die Anforderungen an die Controller. So wird heute von Controllern neben den als obligatorisch zu bezeichnenden fachlichen Eigenschaften, wie gute betriebswirtschaftliche und Rechnungswesenkenntnisse sowie IT-Kenntnisse, vor allem eine hohe Kommunikationsfähigkeit, gute Teamfähigkeit wie auch eine hohes Maß an analytischen Fähigkeiten erwartet. Die organisatorische Einbindung des Controlling hängt vor allem von der Unternehmensgröße der Unternehmensstrategie sowie der grundlegenden Organisationsform des Unternehmens ab. So kann das Controlling entweder als Stabstelle oder als Linienfunktion im Unternehmen geführt werden. Zum anderen ist neben der hierarchischen Einordnung der Controllingabteilung – insbesondere in Großunternehmen – zu entscheiden, ob das Controlling zentral in der Unternehmensspitze oder dezentral in den operativen Unternehmenseinheiten angesiedelt sein soll (Frage der Zentralisierung bzw. Dezentralisierung). Mit Blick auf die bisherigen Ausführungen sollte es Ihnen möglich sein, die folgenden Aufgaben zu bearbeiten. 6 Zusammenfassung 477 Übungsaufgaben Vahlen Lernbücher – Deimel/Heupel/Wiltinger – Controlling (NE) – Hersteller: Frau Demmerich Stand: 13.06.2013 Status: Imprimatur Seite 47 7 Übungsaufgaben Aufgabe 1: Definieren Sie den Begriff des Controlling und erläutern Sie die Hauptaufgaben des Controlling an einem konkreten Beispiel? Aufgabe 2: Für welche der folgenden Aufgaben bzw. Zwecke sollte das Controlling Hilfsstellung liefern können? Kreuzen Sie die von Ihnen für richtig erachteten Aussagen in den dafür vorgesehenen Feldern an! a) Erarbeitung von Planungsformularen und Planungsrichtlinien [ ] b) Entscheidung über die Durchführung eines Investitionsprojekts (z. B. Anschaffung einer Produktionslinie) [ ] c) betriebswirtschaftlich-methodische Unterstützung einer Outsourcing-Entscheidung [ ] d) Ermittlung des Eigenkapitals einer Unternehmung [ ] e) Beschaffung ausreichender Finanzmittel auf dem Kapitalmarkt [ ] f) Überwachung der Risiken des operativen Geschäfts [ ] g) Gründung von ausländischen Tochterunternehmen [ ] h) Erhebung der Marktentwicklung und des Marktanteils eines Unternehmens [ ] i) Bewertung eines Unternehmens im Rahmen eines Unternehmenserwerbs [ ] j) Abschätzung rechtlicher Risiken dieser Unternehmenstransaktion [ ] k) Konzeption eines Management Informations Systems [ ] Aufgabe 3: Erläutern Sie anhand eines kybernetischen Regelkreises die zentrale Aufgabe des Controlling der Planung – Steuerung – Kontrolle. Aufgabe 4: Sie arbeiten beim mittelständischen Softwareentwicklungsunternehmen IT-Vision GmbH. Dieses Unternehmen ist vom geschäftsführenden Gesellschafter, einem Informatiker, gegründet worden und wird bis heute von diesem geleitet. Die Gesellschaft ist auf verschiedenen, separat agierenden Geschäftsfeldern präsent, der Entwicklung von Software für Arztpraxen, der Entwicklung von Software für Logistikunternehmen sowie der Handel mit PC-Software über das Internet. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen noch eine EDV-Beratung. Die Umsätze belaufen sich im letzten Geschäftsjahr auf ca. 80 Mio. €. Ein vereinfachtes Organigramm zeigt die nachfolgende Abbildung. Unternehmensleitung Software Ärzte Software Logistik Internet Handel EDV Beratung Allg. und Kfm. Beratung Eine Controllingabteilung existiert bisher nicht, allerdings werden einige Controllingaufgaben von der Buchhaltung übernommen. 7 Übungsaufgaben

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Zusammenfassung

Dr. Klaus Deimel ist Professor für Führungsorientiertes Rechnungswesen/Controlling sowie Dekan am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Rheinbach der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Dr. Thomas Heupel ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungs­wesen und Controlling sowie Prorektor für Forschung an der FOM Hochschule Essen.

Dr. Kai Wiltinger ist Professor für BWL, Rechnungswesen und Controlling sowie Leiter der Fachgruppe Rechnungswesen, Controlling und Finanzen an der Fachhochschule Mainz.

Eine zielorientierte Steuerung und die Erhöhung der Transparenz gehören zu den zentralen Aufgaben des Management in Unternehmen und in nichtkommerziellen Organisationen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Umweltdynamik und einer hohen Komplexität, in denen Organisationen heute agieren, gewinnt ein modernes und zielorientiertes Controlling zur Erfüllung der anspruchsvollen Steuerungsaufgaben zunehmend an Bedeutung.

Dieses Lehrbuch stellt die wesentlichen Grundlagen sowie die relevantesten Spezialgebiete des Controlling vor. Dabei ist es Ziel, die einzelnen Gebiete in einer Tiefe zu behandeln, die es dem Leser erlaubt, die vorgestellten Instrumente in der Praxis anwenden zu können.

Zum besseren Verständnis der behandelten Sachverhalte wurde eine durchgehende Fall­studie entwickelt. Darüber hinaus zeigen Beispiele aus unterschiedlichen Branchen, wie die behandelten Controllinggebiete in der Unternehmenspraxis umgesetzt werden. Schließlich ermöglichen Übungsaufgaben, den Stoff zu wiederholen und gezielt zu vertiefen.

Aus dem Inhalt:

– Rollenbild und Anforderungsprofil des Controllers

– Operative und strategische Planungs- und Kontrollprozesse

– Kennzahlensteuerung des Unternehmens

– Kostenmanagement

– Mergers & Acquisitions

– Wertorientiertes und Performance Controlling

– Risikocontrolling und Corporate Governance