Ausblick: Wenn man die Prinzipien der Projektrechnung mit den Strukturen der Kostenrechnung verzahnt: Die Investitionsrechnung als zentrales Element eines entscheidungsorientierten Rechnungswesens in:

Ernst Troßmann

Investition als Führungsentscheidung, page 449 - 455

Projektrechnungen für Controller

2. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4711-8, ISBN online: 978-3-8006-4712-5, https://doi.org/10.15358/9783800647125_449

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Wenn man die Prinzipien der Projektrechnung mit den Strukturen der Kostenrechnung verzahnt: Ausblick: Die Investitionsrechnung als zentrales Element eines entscheidungsorientierten Rechnungswesens Nachdem wir uns in den einzelnen Kapiteln dieses Buches mit zahlreichen Feinheiten von Investitionsentscheidungen befasst haben, wollen wir in diesem letzten Abschni einen grundsätzlichen Blick darauf richten, wie sich die Investitionsrechnung in den Gesamtbereich des internen Rechnungswesens eingliedert. Diese Frage stellt sich umso mehr, als die Investitionsrechnung, wie ihre zahlreichen Anwendungsfälle zeigen, immer häufiger auch für betriebliche Alltagsentscheidungen eingesetzt wird und insgesamt längst die Rolle einer allgemeinen Projektrechnung eingenommen hat. Oft tri sie dabei an die Stelle kostenrechnerischer Ansätze, und das nicht nur dort, wo es sich um ausschließlich große Geldbeträge oder ausschließlich sehr langfristig angelegte Prozesse handelt. Die Investitionsrechnung ist somit zu einem generellen methodischen Instrument geworden, das prinzipiell für jedes Entscheidungsproblem eingesetzt werden kann, bei dem der nanzielle Aspekt eine Rolle spielt. Zu dieser Erweiterung des Anwendungsbereiches haben auch die Weiterentwicklungen der Investitionsrechnung der vergangenen Jahre beigetragen. Dabei lassen sich grob zwei Gruppen unterscheiden. In der einen zielt die Entwicklung auf eine bessere Fundierung und stärkere Realitätsnähe der isolierten Projektbewertung. Inhaltlich streben solche Erweiterungen an, den entscheidungslogischen Defekt , der durch eine isolierte Betrachtung der Projekte zustande kommt, möglichst gut auszugleichen. Gegenüber einem in dieser Hinsicht besseren, aber weitaus weniger praktikablen Simultanansatz sind vor allem die Rückwirkungen anderer Projekte auf die Finanzierungssituation zu berücksichtigen. Beim sukzessiven Ansatz einer isolierten Projektrechnung ist dies über den Kalkulationszins zu erfassen. Die Realitätsnähe der Projektrechnungen und damit ihr Anwendungsbereich erhöhen sich erheblich, wenn diese zentralen Anwendungsbedingungen besser fundiert werden. Dies zeigen gerade die Rechenkonzepte aus den Kapiteln I bis IV dieses Buches. In einer Erweiterung isolierter Projektbewertungen scheinen zudem die meisten Chancen für eine erhöhte Akzeptanz von Investitionsrechnungen in der betrieblichen Praxis zu liegen. 442 Die Investitionsrechnung im entscheidungsorientierten Rechnungswesen Die zweite Gruppe der Weiterentwicklungen in der Investitionsrechnung beschäftigt sich mit ihrer Anwendung auf bestimmte Spezialfälle. Dies sind einerseits besondere Modellierungsansätze für typische Investitionen in traditioneller Sicht, andererseits aber vor allem Projektrechnungen für allgemeinere Anwendungen. Zu den traditionelleren Gegenständen besonderer Investitions- überlegungen gehört die Anlage in Wertpapieren. Die Analyse des Capital Asset Pricing Model zeigt indessen, dass nicht jeder zusätzliche Modellierungsaufwand auch einen entsprechenden Erfolg bringt. Wie in Kapitel VII analysiert, sind die Anwendungsmöglichkeiten dieses in der Literatur beliebten Ansatzes außerhalb eines vergleichsweise kleinen Bereiches bestimmter Wertpapiere sehr beschränkt. Die kaum fundierte Verwendung herausgegri ener einzelner Modellkomponenten, wie etwa Beta-Faktoren oder Risikozuschläge auf Zinssätze, kann in ungünstigen Situationen sogar zu markanten Fehlentscheidungen führen. Aus dieser Sicht ist es erstaunlich, dass gerade das Capital Asset Pricing Model eine so große Verbreitung in der Finanzwelt gefunden hat. Aus der Methodik der Wertpapierentscheidungen heraus haben sich allerdings bisweilen auch neue Zugänge zum generellen Entscheidungsproblem bei Investitionen entwickelt. Letzteres gilt beispielsweise für die Idee, auf die Projektbeurteilung die Modelle der Wertpapier-Optionsbewertung anzuwenden. So kann das Unterlassen einer heutigen (Real-) Investition als Option auf eine spätere angesehen werden. Die Bewertung solcher Realoptionen liefert aus anderer Perspektive einen Projektwert, was z. B. für die Informationsbereitstellung und die Ergebnisinterpretation, aber auch in rechenmethodischer Hinsicht von Bedeutung sein kann (vgl. zum Grundsätzlichen Dixit/Pindyck [Investment] sowie zu einer Anwendung z. B. Troßmann [Produktionsoptionen]). Typische Beispiele allgemeinerer Projektrechnungen sind die Lebenszyklusrechnung, längerdauernde (mehrperiodige) Herstellungsprozesse sowie die Vorratsproduktion für einen mehrmonatigen oder mehrjährigen Zeitraum, die damit verbundenen Lagerprozesse, die Berechnung des Customer Lifetime Value und andere Entscheidungswirkungen, die eine genauere Berücksichtigung des Zeitaspekts erfordern. Durchweg waren solche Besonderheiten betrieblicher Prozesse zwar seit langem bekannt, konnten aber mit dem kostenrechnerischen Instrumentarium nicht adäquat gelöst werden. Daneben fällt der Einsatz von investitionsrechnerischen Konzepten im betrieblichen Alltag vor allem dort auf, wo er kostenrechnerische Methoden ersetzt und wo auch eine ursprünglich kostenrechnerische Frage vorliegt. Gründe dafür liegen vermutlich gleichermaßen in der erhöhten Realitätsnähe durch erweiterte Anwendungsbedingungen wie auch in dem schon in der Einleitung zu diesem Buch angesprochenen detaillierteren Vorgehen in der Kostenrechnung selber. Sie liegen aber auch in einem generell verstärkten Bewusstwerden der Mehrperiodigkeit von Produktions- und Verkaufsprozessen sowie in einem allgemein als steigend empfundenen Druck durch große Fixkostenblöcke. Gerade die zweite Gruppe ihrer neueren Entwicklungen liefert gute Gründe dafür, dass die Investitionsrechnung als methodische Teilkomponente immer mehr in das Alltagsgeschäft der Kosten- und Leistungsrechnung eindringt, wenn sie auch nach wie vor in der Systematik des internen Rechnungswesens als grundsätzlich eigene methodische Herangehensweise neben ihr steht. Die 443 Ausblick traditionelle Trennung von Methodik und Anwendungsbereich der Kostenund Leistungsrechnung einerseits sowie der Investitionsrechnung andererseits wird daher zunehmend als künstlich und unpassend empfunden. Für eine Integration dieser beiden wichtigen Instrumente des internen Rechnungswesens sprechen in der Tat mehrere Gründe: (1) Zielrichtung und Entscheidungsorientierung stimmen bei beiden Instrumenten überein, allenfalls abgesehen vom dokumentatorischen Teil des Rechnungswesens. Beide haben schon deswegen eine gewisse Nähe zueinander. (2) Das prinzipielle Rechenkonzept der Entscheidungsorientierung stimmt in beiden Rechnungen überein: Es geht um Alternativenvergleiche, das Relevanzprinzip ist anwendbar, in vielen Fällen wird eine Nullalternative als Maßstab de niert, der einen indirekten Vergleich ermöglicht. Demgegen- über ist die Verwendung unterschiedlicher Konzepte und Begri e (Kosten gegenüber Ausgaben, Leistungen gegenüber Einnahmen) als Konsequenz unterschiedlicher methodischer Feinkonzepte zu sehen und nicht von prinzipiell ausschließender Bedeutung. (3) Die traditionelle Abgrenzung der Anwendungsbereiche tri t unterdessen nicht mehr ohne weiteres zu, insbesondere weil dieses Einteilungsprinzip durch die oben skizzierten weiteren Anwendungsfälle der Investitionsrechnung immer öfter durchbrochen wird. Traditionell hat man die Kostenrechnung und die Investitionsrechnung vor allem durch den Betrachtungszeitraum abgegrenzt. Die Kostenrechnung sollte für Entscheidungen herangezogen werden, die unter der Voraussetzung gegebener Kapazitäten stehen und sich innerhalb eines einperiodigen Zeithorizontes auswirken. Charakteristisch für Investitionsrechnungen sei dagegen gerade die Veränderung von Kapazitäten sowie die Analyse mehrperiodiger Zahlungswirkungen. Bereits in der Vergangenheit ist diese Abgrenzung nicht durchweg eingehalten worden; einmal wenn kostenrechnerische Methoden zur Beurteilung von Investitionen herangezogen werden; einmal wenn für die typischen kostenrechnerischen Aufgabenstellungen mehr und mehr die herkömmlichen und über lange Zeit üblichen Methoden in Frage gestellt werden. Vielfach rückt stärker in das Blickfeld, dass normale Kostenpositionen innerhalb des betrachteten Entscheidungsrahmens gar nicht disponibel sind und daher ein erweiterter Ansatz erforderlich ist. (4) Ob in einer entscheidungsorientierten Rechnung eine Komponente eher in einem pauschalen Durchschni sansatz oder in einem insbesondere zeitlich di erenzierten genaueren Ansatz berechnet wird, ob sie also eher einem typisch kostenrechnerischen oder einem typisch investitionsrechnerischen Konzept folgt, ergibt sich aus heutiger Sicht weniger aus den unterschiedlichen Anwendungsbereichen, sondern folgt eher der gewünschten und erforderlichen Lösungsqualität. So lässt sich der Stückdeckungsbeitrag eines Produkts als einfache Di erenz von Ne overkaufserlös und variablen Kosten pro Stück ansetzen, andererseits aber auch aus einer differenzierten Stücklebenszyklusrechnung herleiten. Der allgemeine Ansatz der investitionstheoretischen Kostenrechnung bietet dazu ein generelles Vorgehensprinzip (vgl. ursprünglich vor allem Küpper [Ansatzpunkte] und [Fundierung], zu einer Übersichtsdarstellung: 444 Die Investitionsrechnung im entscheidungsorientierten Rechnungswesen Schweitzer/Küpper [Systeme] 241 ff.). Alle Ausgaben, die für das betrachtete Einsatzgut im Zeitablauf anfallen, sind nach dieser Idee in eine umfassende Investitionsrechnung einzubringen. Eine durch zusätzliche Dispositionen hervorgerufene Kapitalwertminderung wird als deren Kosten interpretiert. Auch wenn er mehr als grundsätzliche Denkrichtung denn als konkrete Handlungsmethode zu verstehen ist, liefert der Ansatz eine generelle Begründung für das Einbringen investitionsrechnerisch hergeleiteter Komponenten in der Kostenrechnung. Einem problemlosen und standardmäßigem Gri zu investitionsrechnerischen Methoden bei traditionell kostenrechnerischen Themen stehen indessen auch erhebliche Vorbehalte entgegen. Sie beruhen in erster Linie allerdings weniger auf objektiven Tatbeständen, sondern auf verbreiteten Einschätzungen: Die diversen Anwendungen investitionsrechnerischer Methoden auf typische kostenrechnerische Fragen werden nach wie vor als Sonderfälle erlebt, nicht aber als Folge einer entsprechenden Sichtweise. Es wird ein großer methodischer Unterschied zwischen Investitionsrechnung und Kostenrechnung wahrgenommen. Man ordnet sie eigenen Methodenklassen zu, zwischen denen man sich zu entscheiden habe. Der Übergang zur Investitionsrechnung wird gleichzeitig als eine Verkomplizierung verstanden und deshalb nach Möglichkeit vermieden. Investitionsrechnungen gelten darüber hinaus oft als realitätsferner als beispielsweise übliche Kostenrechnungsmethoden, wie z. B. Kalkulationen. Dies mag bei dynamischen Investitionsrechnungen mit der Wiederanlageprämisse zusammenhängen, die als verfälschend empfunden wird, und insgesamt auch mit der eher unglücklichen Art zu tun haben, in der zumindest in früheren Jahren die Methoden der Investitionsrechnung vermi elt worden sind. Wie sind solche Argumente einzuordnen? Einige davon haben bei genauer Besicht mit einem Vergleich von Investitions- und Kostenrechnung gar nichts zu tun, sondern zweifeln den Nutzen entscheidungsorientierter Rechnungen generell an, und deshalb insbesondere den von Investitionsrechnungen: Vielen Entscheidungen, namentlich besonders weitreichende, ließen sich rechnerisch überhaupt nicht unterstützen und seien prinzipiell besser nach Gespür zu treffen. Gerade durch eine glückliche Hand in diesem Punkt zeichne sich gutes Management aus. Wer diese Auffassung vertri , sieht sich durch jeden Fall bestätigt, in dem allen, auch ausgefeilten Instrumenten zum Trotz eine als ungünstig prognostizierte Alternative ergriffen wird und sich später als allerbeste Wahl erweist. Solche Beispiele können freilich keine Begründung dafür sein, Entscheidungen überhaupt nicht betriebswirtschaftlich vorzubereiten. Letztlich ist ein wesentliches Ziel der Betriebswirtschaftslehre, in Entscheidungssituationen vorhandenes Wissen umfassend zielgerichtet auszuwerten und dafür entsprechende Methoden bereitzustellen. 445 Ausblick Weitere der angeführten Argumente beruhen auf überkommenen Interpretationen. So kann beispielsweise die technische Durchführung dynamischer Investitionsrechnungen heute nicht mehr ernsthaft als Problem diskutiert werden. Auch ist, wie wir an der Funktion des Kalkulationszinssatzes sehen, die generelle Wiederanlageprämisse für sich genommen nicht realitätsfern, sondern vielmehr für einen nanziellen Alternativenvergleich unabdingbar. Realitätsfern wird sie allerdings durch entscheidungslogisch falsch gewählte Kalkulationszinssätze. Die verbleibenden der pauschalen Vorbehalte gegen eine engere Verzahnung von Investitions- und Kostenrechnung haben mit vermeintlichen oder tatsächlichen Unterschieden beider Rechenkonzepte zu tun. Sie sind letztlich der Aus uss der traditionellen Durchführungsorganisation, die für beide Rechnungstypen sehr verschieden ist. Danach sind Investitionsrechnungen immer die besonderen, außergewöhnlichen Rechnungen, die außerhalb des Normalgeschäfts auftreten, dann besonderen Aufwand erfordern und sich daher nur in wichtigen Fällen lohnen. Die Kostenrechnung dagegen ist ein institutionalisiertes Informationsinstrument, das ständig zur Verfügung steht. Es gliedert sich in eine periodische Bereitstellung von Grundinformationen und eine Vielzahl darauf aufbauender fallbezogener Auswertungsrechnungen des Alltags, wie etwa Produkt- und Angebotskalkulationen, Kostenvergleichsrechnungen für Produktionsentscheidungen oder stellenbezogenen Kostenprognosen und Abweichungsanalysen (vgl. Troßmann [Controlling] 42 .). Durch diesen Unterschied in der Durchführungsorganisation verfestigt sich der Eindruck auch methodisch großer Unterschiede. Und es wird der Blick auf den besonderen Erfassungsaufwand und die Verlässlichkeitsprobleme gelenkt, die sich durch den Prognosecharakter von Projektrechnungen ergeben, obwohl gerade in diesem Punkt keinerlei Unterschied zu jeder beliebigen Vorkalkulation besteht. Diese Wahrnehmung lässt sich daher auch nicht durch einzelne Anwendungsbeispiele relativieren, die wie die Lebenszyklusrechnung das Gegenteil belegen: Jene werden als Ausnahmen interpretiert. Eine selbstverständlichere und unauffälligere Anwendung investitionsrechnerischer Methoden im internen Rechnungswesen setzt deshalb vermutlich voraus, dass diese Methoden als vorgesehene Durchführungsvariante in die Struktur der Kostenrechnung eingebaut werden. Dann mögen die immer wieder kultivierten Gegenargumente mangels Präsentationsbühne vielleicht eher verstummen. Eine solche systematische Integration fehlt bislang. Ordnet man die üblichen Hauptanwendungsfälle der Investitionsrechnung in die Kostenrechnungsstrukturen ein, so fällt auf, dass sie sich letztlich auf nur zwei Stellen konzentrieren: die Kalkulation von Produkten (siehe dazu Kapitel VIII, Teil 3 und 4), die Beurteilung von Bereitstellungsinvestitionen als ursprünglicher Anwendungsfall von Investitionsrechnungen. Es gibt aber mehr Andockstellen für Investitionsmodelle in der Kostenrechnung. In Frage kommen folgende: (1) Investitionsrechnerische Ansätze einer mehrperiodigen, dynamischen Kostenrechnung werden als weitere Variante neben den traditionellen Kalkulationsverfahren aufgenommen. 446 Die Investitionsrechnung im entscheidungsorientierten Rechnungswesen (2) Investitionsrechnerische Ansätze stehen als Methode zur Berechnung einzelner Kostenkomponenten innerhalb von Kalkulationen und weiteren Kostenberechnungen zur Verfügung. Sie können beispielsweise die spätere Folgewirkung jetziger operativer Entscheidungen in einen heute zu berechnenden Wert aufnehmen. (3) Die Berechnung einzelner Zuschlagsätze bzw. Cost-Driver-Raten in der Kostenstellenrechnung kann durch investitionsrechnerische Kalküle präzisiert werden. Dies emp ehlt sich, wenn zeitlich verteilte Folgekosten erfasst werden sollen, so beispielsweise in der Cost-Driver-Rate Kosten pro Stück herstellungsschwieriger Produkte die erhöhten Werkzeugkosten wegen ungünstiger Materialeigenschaften, Kosten pro Prozentpunkt Lagerfüllung über 80 % die erhöhten Handlingkosten durch zusätzliches Umlagern und weitere Lagerwege sowie häu gere Lagerschäden, Kosten pro Verkaufsförderungsmaßnahme die Folge-Marketingkosten für die Zusendung weiteren Verkaufsförderungsmaterials, die Adressenerfassung und -p ege sowie die zugehörige Internetbetreuung, Kosten pro verkauftem Stück die Nachlau osten für Reparaturen, Beratungen, Gewährleistungen usw. nach dem Produktlebenszykluskonzept, Sozialnebenkosten für Mitarbeiter im Altersbereich zwischen 40 und 50 (entsprechend für andere Altersbereiche) die künftigen Durchschni skosten für die Inanspruchnahme von Kantinenleistung, Kinderbetreuung, Wohnungsvermi lung, Freizeitangeboten, psychologischer Beratung und weiterer betrieblicher Sozialleistungen. (4) Bei den einzelnen Stufen einer mehrstu gen Deckungsbeitragsrechnung wird zur präziseren Fundierung der stufenbezogenen Fixkostenplanung die in der Investitionsrechnung übliche und notwendige Prognose der zwangsläu gen Folge-Ausgaben eingebracht und ggf. anhand inzwischen eingetretener Entwicklungen aktualisiert. Dasselbe gilt für die mit den periodisch wiederkehrenden Bereitstellungsentscheidungen verbundenen (produktionsmengenunabhängigen) Bereitschaftsausgaben. So wird gleichzeitig eine Einheitlichkeit in der ursprünglichen Zahlenbasis von Projektgrundentscheidungen und den später tatsächlich eintretenden Konsequenzen erreicht sowie insgesamt eine Nachverfolgung der Investitionsprojekte ermöglicht. Der letztgenannte Punkt zeigt besonders augenfällig, was für alle angeführten Verbindungsstellen zwischen Investitions- und Kostenrechnung gilt: nämlich, wie die investitionsrechnerischen Konzepte in die Feinstruktur der Kostenrechnung integriert werden könnten, ja müssten, will man in die Verwendung der investitionsrechnerischen Methoden eine gewisse Normalität und damit eine bessere Fundierung des Vorgehens sowie eine höhere Genauigkeit der Ergebnisse erreichen. Auf diese Weise würde gerade dort, wo kostenrechnerisch verlegenheitsweise häu g bestimmte Nachverrechnungen vergangener 447 Ausblick Ausgaben üblich sind (etwa durch kalkulatorische Abschreibungen ), auf entscheidungslogisch besser geeignete Prognosewerte übergegangen. Insgesamt könnte sich eine stärker integrierte entscheidungsorientierte Rechnung entwickeln, in der die Investitionsrechnungen mit größerer Selbstverständlichkeit eingebracht sind. Sie würden dann vielleicht auch ihre trotz weiter gefasstem Investitionsbegri nach wie vor oft eher eng interpretierte Bezeichnung auf den letztlich besser zutreffenden Namen Projektrechnung wechseln so wie es der Untertitel dieses Buches bereits ausweist. Der Ausblick in einem Satz Die Investitionsrechnung als allgemeine Projektrechnung ist unverzichtbarer Teil des entscheidungsorientierten internen Rechnungswesens; eine stärkere Verankerung in den üblichen kostenrechnerischen Strukturen könnte noch bestehende Anwendungshürden deutlich verringern.

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Zusammenfassung

Vorteile

- Den finanziellen Erfolg von Projekten richtig beurteilen

Zum Werk

Dieses Buch stellt die zentralen Instrumente der finanziellen Projektbeurteilung vor. Angefangen bei den grundlegenden Standardformen der Investitionsrechnungen führt es anhand typischer Praxisfälle zu den Möglichkeiten, auch schwierigere betriebliche Entscheidungen mit passenden Projektrechnungen zu unterstützen. Der Leser erfährt, wo verbreitete Fehler der Projektbeurteilung liegen und wie diese vermieden werden können. Die Vielfalt der betrieblichen Anwendung von Projektrechnungen, die man mit diesem Buch kennenlernt, ist der Grund für die gewachsene Bedeutung dieses Controlling-Instruments.

Inhalt

- Prinzip der Investitionsbeurteilung

- Statische und dynamische Investitionsrechnungen

- Praxisorientierte Anwendungen von Kapitalwert und Annuität

- Investitionsbeurteilung bei Mischfinanzierung

- Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen

- Integration der Projektrechnung in das interne Rechnungswesen

Autor

Prof. Dr. Ernst Troßmann, Hohenheim.

Zielgruppe

Studierende im Schwerpunkt Controlling im Bachelor und Master sowie Controller in der Praxis.