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4.5 Periodika in:

Manuel René Theisen

Wissenschaftliches Arbeiten, page 65 - 69

Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit

16. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4636-4, ISBN online: 978-3-8006-4637-1, https://doi.org/10.15358/9783800646371_65

Bibliographic information
VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 72 4 Themenabgrenzung und Materialrecherche72 allgemeine Verwaltungsvorschriften, Verwaltungsabkommen und bestimmte Bekanntmachungen der Landesbanken veröffentlicht, wobei länderspezifisch z. T. erhebliche inhaltliche Unterschiede bestehen. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Zusammenfassungen seiner Untersuchungen, Erhebungen und Statistiken im Internet1 sowie teilweise auch noch als Printmedien. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht zu ihren Monatsberichten zahlreiche Kurzberichte und Analysen zu Fragen des Geld- und Kreditwesens, der öffentlichen Finanzen und der allgemeinen Konjunkturlage.2 Weitere ausländische bzw. zwischenstaatliche Publikationen werden von einer Reihe internationaler Organisationen herausgegeben. Anschriften, E-Mail- und Internet-Adressen sind online zu ermitteln. 4.5 Periodika Den Periodika kommt als regelmäßig erscheinenden Ver- öffentlichungen große Bedeutung zu: So findet sowohl die aktuelle Fachdiskussion als auch die Veröffentlichung neuer Forschungsansätze und Forschungsberichte – teilweise auch noch außerhalb des Internet – in Periodika, insbesondere den Fachzeitschriften statt; wissenschaftliche Arbeiten werden häufig in Auszügen bzw. in Teilergebnissen – vor Drucklegung als Buch – in Fachzeitschriften veröffentlicht. Die kontinuierliche, studienbegleitende Lektüre dieser Print-Medien und ihrer digital verfügbaren, allerdings meist kostenpflichtigen, Versionen sichert sowohl einen aktuellen Einstieg als auch die Dokumentation historischer Entwicklungen und wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. 4.5.1 Jahrbücher und Festschriften In gedruckten wie teilweise auch elektronisch publizierten Jahrbüchern werden häufig die Ergebnisse regelmäßig stattfindender Tagungen, Kongresse oder eines bestimmten Arbeitskreises oder Fachausschusses veröffentlicht. Mit dieser 1 Nachweise unter http://www.destatis.de 2 Nachweise unter http://www.bundesbank.de VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 73 4.5 Periodika 73 Form aktueller Berichterstattung wird die Dokumentation der wissenschaftlichen Diskussion im Zeitablauf in einem – meist begrenzten – Fachgebiet sichergestellt (dazu kritisch Krämer, 2009, S. 37). In Festschriften veröffentlichen – meist anlässlich eines besonderen Ereignisses (Jubiläum, Geburtstag oder Emeritierung eines Hochschullehrers oder Prominenten) – fachlich jeweils einschlägige Wissenschaftler und Praktiker aktuelle Beiträge, die damit in eine vertiefte Diskussion eingebracht werden sollen. Einzelne Beiträge aus solchen Festschriften lassen sich ohne Kenntnis des Autors bibliografisch schwer ermitteln: Findet sich aber bei der eigenen Literaturrecherche der Hinweis auf einen solchen Festschriftbeitrag, sollte unbedingt, das Inhaltsverzeichnis auf weitere, möglicherweise für die eigene Arbeit inhaltlich geeignete Beiträge durchsucht werden. Expertentipp „Zwar schrecken viele Wissenschaftler davor zurück, einen wirklich guten Aufsatz in einem Kongressband zu ,vergraben‘, aber man findet auch hier den einen oder anderen Edelstein“ (Krämer, 2009, S. 142). 4.5.2 Fachzeitschriften Die wissenschaftlichen Zeitschriften sind aus zwei Gründen eine der wichtigsten Quellen für wissenschaftliche Arbeiten. In ihnen findet zum einen der überwiegende Teil der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion statt; dabei kommt auch der wissenschaftliche Nachwuchs zu Wort; die Verständnisschwelle zum forschenden Studenten ist dann entsprechend herabgesetzt. Darüber hinaus qualifizieren sich national wie international immer mehr junge Wissenschaftler über Publikationen in diesen Fachzeitschriften für eine Karriere als Hochschullehrer: Sie publizieren daher oftmals die besten Ideen und Ansätze zeitnah in solchen Fachzeitschriften und Journalen. Zum anderen aktualisieren diese Zeitschriften mit Literaturdiensten, Zeitschriften-Rundschauen und sonstigen (annotierten) Literaturhinweisen die aufgezeigten traditionellen Inhalte vergleichen VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 74 4 Themenabgrenzung und Materialrecherche74 bibliografischen Nachweise. Eine Ergänzung der Ergebnisse der ersten Literaturrecherche kann also regelmäßig durch ein intensives Studiums des aktuellen und des vorausgegangenen Jahrgangs wichtiger fachlich einschlägiger Zeitschriften sichergestellt werden. Ein schneller Zugang zu den einzelnen Aufsätzen und Informationen ist durch die elektronischen Schlagwort- und Verfasserregister gewährleistet; für das jeweils laufende Jahr veröffentlichen viele Fachzeitschriften halbjährliche kumulative Schlagwort- und Verfasserverzeichnisse. Die Fülle der Fachzeitschriften in Print- und/oder Online- Version ist kaum mehr zu übersehen. Die wichtigsten Periodika sind ihrerseits in Fachpublikationen bibliografisch zusammengestellt.1 4.5.3 Zeitungen und Magazine Themenstellungen mit aktuellem Bezug lassen sich ebenso wie empirische Arbeiten häufig nicht ohne Informationen aus der Presse bearbeiten. Unabhängig davon, dass sich heute jeder Student studienbegleitend (online) ohnehin informiert, sind für übernommene wissenschaftliche Arbeiten die Veröffentlichungen der Tages- und Wochenpresse sowie exklusiver Online-Informationsdienste systematisch auszuwerten.2 4.6 Literaturlisten, Handapparate Als Alternative zur systematischen Literaturübersicht wird ein pragmatisches Vorgehen vorgeschlagen:3 Ausgangspunkt dafür sind die von einem Dozenten bzw. Prüfer zusammengestellten oder vorgegebenen Hand- und Seminarapparate, Einstiegs-Literaturlisten oder die Pflichtlektüre. Solche Einstiegs- und Arbeitshilfen werden aber nur bei weniger umfassenden Übungs- oder Seminararbeiten gewährt; zudem sollen sie den Bearbeiter auch nur an eine eigenständige (weiterreichende) Literaturrecherche heranführen. 1 Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) enthält ein Verzeichnis wissenschaftlicher Zeitschriften, die im Internet als Volltext angeboten werden unter: http://rzblx1.uni-regensburg.de/ezeit 2 Ein Überblick findet sich unter: http://www.paperball.de 3 Siehe oben Kapitel 4, S. 59 f. Auswahl treffen Informieren Prüfen VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 75 4.6 Literaturlisten, Handapparate 75 Soweit nach der eigenen Aufgabenstellung aber nicht nur die Aufbereitung der vorgegebenen Texte verlangt wird (Textanalyse, Buchbesprechung u. a.), können für die erforderliche Erweiterung der Literaturbasis die Literaturverzeichnisse in den empfohlenen Büchern und Aufsätzen genutzt werden. Nach dem Prinzip des Lawinen- oder Schneeballeffekts verbreitert sich so eine Literaturbasis mehr oder weniger strukturiert in atemberaubender Geschwindigkeit. Als Konsequenz wird – meist bevor sich der Literaturkreis thematisch schließt – dieser Prozess oft abgebrochen werden müssen, damit der Bearbeiter nicht ein „Lawinenopfer“ wird. Ungeachtet dieser systembedingten Gefahr muss bei einem solchen Vorgehen zudem immer kritisch hinterfragt werden, ob die angegebene Standardliteratur als Ausgangspunkt in hinreichendem Maße weiterführende Literatur enthält. Ansonsten drehen sich die Ermittlungen – und der Bearbeiter – sehr schnell „im Kreis“. Darüber hinaus ist bei dieser Art von Übersicht auf die Aktualität und die Meinungsvielfalt in der Ausgangsliteratur zu achten. Wird dies nicht berücksichtigt, ist eine zeitliche und inhaltliche Einseitigkeit der eigenen Ausführungen programmiert: der Schneeball hat – um im Bild zu bleiben – dann von Anfang an den falschen bzw. einen unzureichenden Kern. Als Grundlage für den „Urklumpen“ eines solchen Schneeballes können die bereits angesprochenen Literaturverzeichnisse aus themennahen Büchern herangezogen werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich insoweit nicht um eine objektive Zusammenstellung, sondern immer um eine subjektive Auswahl nach den (Ihnen unbekannten) Krite rien der jeweiligen Autoren handelt. Damit liegt nur eine, mit allen persönlichen Unwägbarkeiten des ersten Bearbeiters versehene und durch die von diesem angewandte Sorgfalt bestimmte Zufallsauswahl vor. Meinungs vielfalt Sorgfältige Auswahl VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 76 4 Themenabgrenzung und Materialrecherche76 Expertentipp: Prüfsteine für Literaturverzeichnisse •• Aus welchem Jahr stammt die jüngste zitierte Arbeit? •• Sind nationale und internationale Standardtitel zitiert? •• Werden aktuelle Zeitschriftenaufsätze aufgeführt? •• Gibt es einige häufig zitierte Autoren/-gemeinschaften? •• Werden schon selbst recherchierte/genutzte Titel zitiert? •• Sind thematische Schwerpunkte der zitierten Titel erkennbar? Wegen der angesprochenen Probleme kann das pragmatische Verfahren zur Ermittlung einer Literaturübersicht exklusiv nur für erste schriftliche Arbeiten und/oder einen begrenzten Themenbereich empfohlen werden. Umfassendere, eigenständige wissenschaftliche Arbeiten sollten systematisch literarisch erschlossen werden; zur Kontrolle der so ermittelten Literatur kann – insbesondere bei aktuellen Arbeiten – ergänzend auf das pragmatische Verfahren zurückgegriffen werden („gemischte Strategie“; dazu Strohecker, 2010, S. 71 f.). 4.7 Dokumentationsdienste und Datenbanken Eine zweite Möglichkeit für eine themenbezogene Literaturübersicht auf (zunächst) pragmatischem Wege bietet die Nutzung von Dienstleistern wie Dokumentationsdiensten und Datenbanken. Dabei ist zwischen wissenschaftlichen (meist zu Selbstkosten arbeitenden, da öffentlich geförderten) Dokumentationsstellen und Spezialbibliotheksdiensten einerseits und kommerziellen Unternehmen und Datenbanken andererseits zu unterscheiden. Darüber hinaus gilt es, ergänzende (Teil-)Recherchen und themenspezifische Gesamtnachweise auseinanderzuhalten. Alle diese Dienstleister haben gemeinsam, dass die jeweils beauftragte Recherche ganz (oder teilweise) durch fremde Dritte – nicht immer ausgewiesene Experten – für den Bearbeiter eines Themas durchgeführt werden. Diese Variante unterscheidet sich daher deutlich von allen Formen der eigenen Recherche unter Inanspruchnahme elektronischer und sonstiger Netzwerke. Derartige Dienstleister können über das Internet ermittelt, kontaktiert, befragt und gegebenenfalls auch beauftragt werden. Strategienmix Elektronische Helfer

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References

Zusammenfassung

Das Standardwerk zum wissenschaftlichen Arbeiten - neu gestaltet, bewährte Qualität.

"hervorragend, ganz große Klasse. Da steht ganz klar drin, wie man schreibt." Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

"Egal, ob man vor einer Seminar-, Bachelor-, Master- oder Facharbeit steht: Auf den 'Theisen' ist Verlass." Der Neue Tag

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Dr. Dr. Manuel René Theisen ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und begeistert von der "Lehre des wissenschaftlichen Arbeitens" (Hodegetik).