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8.4 Vortexte in:

Manuel René Theisen

Wissenschaftliches Arbeiten, page 205 - 208

Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit

16. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4636-4, ISBN online: 978-3-8006-4637-1, https://doi.org/10.15358/9783800646371_205

Bibliographic information
VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 215 8.4 Vortexte 215 8.4 Vortexte Als Vortexte werden alle Ausführungen außerhalb der bibliografischen Daten und der Verzeichnisse bezeichnet, die dem Text einer Arbeit vorangestellt sind (s. Darst. 17). Darst. 17: Vortexte Vortexte Widmung Geleitwort VorwortMotto, Sprichwort Allen Vortexten ist gemeinsam, dass sie kein Bestandteil des Textes sind, regelmäßig aber in einem – zum Teil sehr informativen – Zusammenhang mit dem Inhalt und/oder Verfasser einer Arbeit stehen (sollten). Erfordernis bzw. Üblichkeit einzelner Vortexte ist von Art und Umfang der Prüfungsarbeit abhängig. 8.4.1 Motto, Sprichwort Der Ausweis eines Mottos, eines Sprichworts oder der Ausspruch einer Persönlichkeit erscheint nur in Doktorarbeiten oder (Lehr-)Büchern angebracht. Die Auswahl eines solchen Zitats muss sorgfältig vorgenommen werden. Insbesondere eignet sich ein solches Zitat nicht zur Dokumentation der Belesenheit oder Allgemeinbildung des Verfassers: Zitatesammlungen und Aphorismen-Dateien stellen jedem, der danach sucht, genügend Material zur Verfügung.1 Die Bedeutung eines solchen Ausspruches liegt allein in dessen themen- und/ oder verfasserbezogenen Trefflichkeit. Ein Motto kann zum einleitenden „Credo“ (lat.: ich glaube) des Verfassers genutzt werden, ohne dass es weiterer klärender Worte bedarf. Expertentipp Lieber kein einleitendes Zitat oder Motto, als ein unzutreffendes! 1 Zitate, Sprichwörter und Bauernregeln zu über 9000 Themen unter: http://www.zdown.de. Zum „Zitate-Pasting“ vgl. Graff, B., Imperativ, 2000. Motto muss passen VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 216 8 Ergebnisgestaltung216 8.4.2 Widmung Als Widmung wird in Dissertationen und Büchern eine gedruckte Zueignung bezeichnet. Häufig soll damit Unterstützern oder Ratgebern gedankt, meistens aber nur persönlichen Bedürfnissen Rechnung getragen werden.1 Für beide Zwecke ist aber eine solche Widmung m. E. gleichermaßen ungeeignet: Für den Hinweis auf die Personen und Institutionen, die die Arbeit in sachlicher Hinsicht gefördert haben, sowie den entsprechenden Dank des Verfassers ist das Vorwort der richtige Platz, das eine Orts-, Datums- und Namensangabe trägt. Direkter oder indirekter Dank an den/die Partner/in, Familie, die Eltern oder Freunde kann treffend formuliert – und persönlich – durch eine handschriftliche Widmung im jeweils zugeeigneten Exemplar ausgesprochen werden. Nur eine so individuell ausgebrachte Zueignung kann dem Charakter der (aktuellen) Beziehung gerecht werden – in gedruckter Form kann sie in wissenschaftlichen Arbeiten wenig überzeugen; sie kann – zumindest in extremen Fällen – vielmehr geeignet sein, die Sachbezogenheit des Verfassers oder seiner Ausführungen in Frage zu stellen.2 Hinweis und Erfahrungsbericht zur Widmung Und zu bedenken ist: Eine gedruckte Widmung kann nicht gemäß § 530 BGB – wie bei persönlichen Geschenken – wegen groben Undanks widerrufen werden: „Last but not least danke ich Ellen Erdmann … Dieses Buch hätte gut ohne sie geschrieben werden können; es wäre nur eher fertig geworden.“2 8.4.3 Geleitwort Ein Geleitwort wird nicht vom Verfasser, sondern vom Herausgeber der Buchreihe, dem Doktorvater, einer anerkannten Fachautorität oder einer in sonstiger Weise geeigneten Persönlichkeit geschrieben. Ein solches Geleitwort – in der 1 Zur Problematik persönlicher Zueignungen vgl. umfassend und erkenntnisreich Genette, G., Paratexte, 2001, S. 115–140. 2 Lenger, F., Kleinbürgertum, 1986, S. 11, zit. nach Plamper, J., Danke, 2008. Notwendiger Dank Empfehlung VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 217 8.4 Vortexte 217 Regel nicht mehr als zwei Seiten – umfasst inhaltlich entweder die Zuordnung der Arbeit in einen größeren Reihenoder Fachzusammenhang oder aber eine kurze wertende bzw. empfehlende Stellungnahme zu Gehalt und Bedeutung der Arbeit; es schließt mit der Orts-, Datums- und Namensangabe des Autors. 8.4.4 Vorwort In einem Vorwort – als sehr kurze Variante auch Vorbemerkung genannt – kann der Verfasser auf den Anlass und die Bedeutung der von ihm vorgelegten Schrift und deren Stellung in der wissenschaftlichen Diskussion eingehen. Darüber hinaus ist auf die sachliche und/oder finanzielle Unterstützung durch Dritte (z. B. Unternehmungen oder Stiftungen) sowie Umfang und Quelle der erteilten Abdruckerlaubnisse hinzuweisen und einer diesbezüglichen Dankesschuld Rechnung zu tragen.1 Soweit vertrauliche Daten verwendet werden, können in diesem Zusammenhang auch erforderliche Sperrvermerke gemacht werden; damit kann z. B. der Hinweis gegeben werden, dass wegen der Verwertung vertraulicher Daten der Öffentlichkeit der Einblick in den Text bis zum Ablauf einer bestimmten Frist zu verwehren ist. Art und Umfang der persönlichen Mitarbeit von und Unterstützung durch weitere Personen sind zu erwähnen; dabei ist auf eine klare Abgrenzung zur Mitautorenschaft zu achten. Ein Vorwort schließt mit der Orts- und Datumsangabe sowie dem Vorund Zunamen des Verfassers (ohne akademische Titel). Vorworte und Vorbemerkungen sind in Prüfungsarbeiten wie der Bachelor-, Master- oder Magisterarbeit unangebracht, da diese Arbeiten sich (zumindest zunächst) nur an den Prüfer wenden. Ein Dank an den Prüfer, oder den die Arbeit betreuenden Dozenten, wird anbiedernd erscheinen: Er kann sogar als Versuch missverstanden werden, das Prüfer-Urteil beeinflussen zu wollen.2 1 Vgl. dazu mein Vorwort zu dieser sowie der 1. Auflage, S. 19–21. Zur Bedeutung eines Vorwortes im Spiegel der Auflagen eines Grundlagenwerks zur Betriebswirtschaftslehre vgl. Theisen, M. R., Vorwort, 2004. 2 Zu den häufig verklausulierten Formulierungen in Forschungsberichten und deren tatsächlichem Aussagegehalt s. Graham jr., C. D., Wendungen, 1994. Hinweise Mitwirkende beachten VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 218 8 Ergebnisgestaltung218 8.5 Verzeichnisse nach dem Text 8.5.1 Gedruckte Literatur Bei der Erstellung des Literaturverzeichnisses werden immer wieder Fehler gemacht, obwohl das Literaturverzeichnis ein zwingender Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit ist.1 Um das Bild vom Verzeichnis als Schlüssel noch einmal aufzugreifen: Wie fehlende oder zusätzliche Zähne im Bart eines Schlüssels, so können fehlende bzw. falsche Angaben im Literaturverzeichnis das Erschließen einer Arbeit beeinträchtigen. Ein erstes Problem stellt sich mit der Bezeichnung: Begriffe wie Bibliografie, Literaturübersicht, Literaturhinweise, Schrifttumsverzeichnis, verarbeitete bzw. ausgewählte Literatur, Quellenverzeichnis oder Werkverzeichnis werden, trotz ihrer erheblichen inhaltlichen Unterschiede, häufig und insoweit irreleitend synonym verwendet. Dem pragmatischen Ansatz dieser Anleitung folgend, soll hier ausschließlich die Bezeichnung Literaturverzeichnis verwendet und empfohlen werden. Definition: Literaturverzeichnis Ein Literaturverzeichnis ist die vollständige Zusammenstellung aller in einer wissenschaftlichen Arbeit verarbeiteten literarischen Sekundärmaterialien, welche in irgendeiner Form nachweislich (d. h. im Text, einer Fußnote, dem Vorwort, dem Anhang oder an einer sonstigen Stelle) in der Arbeit berücksichtigt und zitiert worden sind; darüber hinaus darf keine weitere Literatur Eingang in das Literaturverzeichnis finden. Das Literaturverzeichnis hat nur einen Platz: Es steht im Anschluss an den Text (einschließlich eines Anhangs) einer Arbeit.2 Getrennte Literaturverzeichnisse (nicht Literaturübersichten oder -empfehlungen), die am Ende eines Kapitels 1 A.  M. Rost,  F., Arbeitstechniken, 1997, S. 215: „Das ist übertrieben, denn vom Literaturverzeichnis allein ist die wissenschaftliche Leistung nicht abhängig.“ 2 A. M. noch Gerhards, G., Seminararbeit, 1991, S. 18: „Die Platzierung …, wie dies THEISEN … empfiehlt, ist geradezu logisch unverständlich und ist kategorisch abzulehnen.“ Vollständig und fehlerfrei

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References

Zusammenfassung

Das Standardwerk zum wissenschaftlichen Arbeiten - neu gestaltet, bewährte Qualität.

"hervorragend, ganz große Klasse. Da steht ganz klar drin, wie man schreibt." Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

"Egal, ob man vor einer Seminar-, Bachelor-, Master- oder Facharbeit steht: Auf den 'Theisen' ist Verlass." Der Neue Tag

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Dr. Dr. Manuel René Theisen ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und begeistert von der "Lehre des wissenschaftlichen Arbeitens" (Hodegetik).