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7.6 Text-Ergänzungen in:

Manuel René Theisen

Wissenschaftliches Arbeiten, page 184 - 189

Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit

16. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4636-4, ISBN online: 978-3-8006-4637-1, https://doi.org/10.15358/9783800646371_184

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VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 193 7.6 Text-Ergänzungen 193 •• Lücken im Zahlenteil einer Tabelle, insbesondere in den einzelnen Tabellenfeldern werden mit folgenden Symbolen ausgefüllt: - = nichts 0 = mehr als nichts, aber weniger als die Hälfte der kleinsten benutzten Maßeinheit . = Angaben aus sachlichen Gründen nicht möglich/ unbekannt … = Angaben sind noch nicht verfügbar / = Angaben nicht sicher genug •• Tabellen müssen so angeordnet werden, dass ihre Spalten parallel zum linken Seitenrand verlaufen. Bei Tabellen, die quer eingefügt werden, steht der Tabellenfuß mit Quellenangabe immer am rechten Seitenrand. Der Einsatz graphischer Elemente ist auf die Verbesserung der Anschaulichkeit und Klarheit der eigenen Aussagen zu beschränken; Graphiken dürfen niemals zur Ablenkung, Verschleierung oder gar als „Platzfüller“ genutzt werden. 7.6 Text Ergänzungen 7.6.1 Exkurs Exkurse sind Ausführungen, die aus der themenspezifischen Argumentation hinausführen. Sie ergänzen als erklärende, zusätzliche – aber eben nicht notwendige – Information den Text; dieser Funktion nach können sie (theoretisch) an jeder Stelle eines Textes eingefügt werden. Ihrer besonderen Position wird in der Gliederung dadurch Rechnung getragen, dass ein Exkurs dem jeweiligen Kapitel oder Abschnitt gleichgeordnet mit eigener (laufender) Ordnungsziffer angeschlossen wird. Zur Kennzeichnung wird er mit dem Hinweis „Exkurs“ eingeleitet. Diese Abgrenzung zeigt an, dass die folgenden Ausführungen, die definitionsgemäß aus dem Thema bzw. Gedankengang herausführen, bei der Lektüre übersprungen werden können. Mit Exkursen sollte äußerst sparsam umgegangen werden, denn sonst entsteht leicht der Eindruck, der Verfasser habe mehr neben bzw. außerhalb als zu seinem Thema zu sagen. Als Stilmittel kann der Exkurs jedoch insoweit genutzt Exkurse lenken ab VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 194 7 Manuskript194 werden, als er zwar neben den Kernausführungen, aber innerhalb des Textes steht: Damit kommt ihm – z. B. bei einer ersten kursorischen Textlektüre – größere Aufmerksamkeit zu als Anmerkungen in den Fußnoten oder einem Anhang. Ein Exkurs kann nur innerhalb des Textes und nicht etwa im Anhang stehen, denn dort – wo der Text abgeschlossen ist – kann er nicht aus dem Text führen (lat.: ex curso = aus dem Kurs, der Fahrt bzw. Bahn). Eine gesonderte Fußnoten- oder Seitenzählung für Exkurse ist mit der Eigenschaft als Textbestandteil unvereinbar. Zur weiteren Unterscheidung kann aber – wie bei längeren wörtlichen (direkten) Zitaten – der Text eines Exkurses insgesamt mit einzeiligem Zeilenabstand geschrieben werden; auch der Einzug des gesamten Exkurstextes um ca. 1 cm ist nicht üblich. 7.6.2 Anhang Die Funktion eines Anhanges in einer wissenschaftlichen Arbeit wird sehr häufig missdeutet, der Anhang selbst nicht selten missbraucht. Soweit ein Anhang in die Arbeit eingebracht werden soll, steht er unmittelbar im Anschluss an den Text (a. M. Scholz, 2006, S. 57, unter Hinweis auf DIN 1422-4: 1986–08: Nach dem Literaturverzeichnis.). Die Seitenzählung läuft weiter. Darstellungen im Anhang werden durchgezählt, wobei sich eine eigene Kennzeichnung (z. B. A1, A2 …) empfiehlt, die vom Text zu unterscheiden ist. Jeder einzelne Bestandteil eines Anhangs kann zur Unterscheidung z. B. mit großen römischen Ziffern (I, II …) bezeichnet und einschließlich der (erforderlichen) Überschrift auch in das Inhaltsverzeichnis – außerhalb der Gliederungsordnung – aufgenommen. Zitat- und Quellenangaben im Anhang werden (wie im Text) entweder unterhalb eines Zitierstriches oder im laufenden Text (in Klammern) angeführt. Inhaltlich darf in einem Anhang nur stehen, was nicht zwingend zum Verständnis des Textes erforderlich ist: Der Text einer Arbeit darf nicht unter anderem Vorzeichen – nämlich dem des Anhangs – fortgesetzt werden (a. M. Jele, 2003, S. 63; Paetzel, 2001, S. 116). Gegen diese Vorschrift wird immer wieder – insbesondere bei nach Seitenzahlen beschränkten Seminar-, Bachelor- oder Masterarbeiten – verstoßen; die in Text bestandteil Anhang ist kein Schuttplatz VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 195 7.6 Text-Ergänzungen 195 diesen Fällen vom Korrektor vorzunehmenden Kürzungen des Textes und des Anhanges auf den insgesamt zugelassenen Umfang geht bewertungsmäßig immer zu Lasten des Verfassers. Dieses Vorgehen ist aus der Verpflichtung zur Gleichbehandlung aller Mitbearbeiter geboten, die selber notwendige, aber möglicherweise falsche oder unzutreffende Kürzungen vorgenommen haben. Der Anhang darf auch nicht zum Abladeplatz für Materialien werden, die sich als nebensächlich erwiesen haben, oder über deren Wert sich der Verfasser kein abschließendes Urteil bilden konnte – oder wollte (so aber Balzert u. a., 2008, S. 198). Hauptinhalte eines Anhangs sind ergänzende Materialien und Dokumente, die weitere themenspezifische Informationen geben können, oder die dem Leser schwer oder nicht zugänglich sind. So können z. B. Briefe, unveröffentlichte Betriebsunterlagen, ausländische Dokumente und nicht mehr gespeichertes Material aus dem Internet sowie selber entwickelte DV-Programme aufgenommen werden. In empirisch angelegten Arbeiten können die verwendeten Fragebögen, soweit diese nicht (erklärungsbedürftige) Bestandteile des Textes sind, und die statistischen Daten (Grund- bzw. Untersuchungsgesamtheit u. a.) näher dargestellt bzw. aufgelistet werden. Studentischer Erfahrungsbericht oder Empfehlung? „Im Anschluß an die Bibliographie muß [!] nur noch ein Anhang her. Hierfür kopieren Sie aus jedem Buch Ihrer Literaturangaben jede dritte oder vierte Tabelle und streuen aktuelle Leitartikel verschiedener Tageszeitungen ein; auf den Gesamtzusammenhang kommt es an, wenn Sie nicht als Fachidiot dastehen wollen“ (Dross, 1985, S. 87). 7.6.3 Glossar Ein Glossar ist in den meisten wissenschaftlichen Arbeiten nicht erforderlich. In ihm werden wichtige Fachausdrücke mit einer kurzen, (möglichst) treffenden Erklärung bzw. Definition vorgestellt. Die Aufgabe eines Glossars ist es, dem Leser ein größeres Fachverständnis zu ermöglichen.1 Eine 1 Ein hilfreiches online-Beispiel für einen Glossar findet sich unter http://lotse.uni-muenster.de/glossar Textergänzung keine Text erweiterung VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 196 7 Manuskript196 derartige Auflistung darf den Verfasser aber nicht zu einer sorglosen Verwendung von Fachausdrücken und Fremdwörtern verleiten und entlastet ihn in keinem Fall von der erforderlichen stilistischen Sorgfalt. 7.6.4 Anlage Beilagen und Darstellungen, die nicht (gegebenenfalls gefaltet) mit eingebunden werden können, sind in einer Einbandtasche im Buchdeckel oder einer gesonderten Mappe oder Rolle zur Beurteilung einzureichen; diese Einbringungsform eignet sich auch für CD- und DVD-Dokumentationen. Inhaltlich und formal gilt für diese, nur technische Variante des Anhanges, das unter Abschnitt 7.6.2 Ausgeführte. Expertentipps „Hüten Sie sich jedoch davor, den Anhang als ,Müllhalde‘ für anderweitig nicht untergebrachte Textelemente zu verwechseln“ (Stickel-Wolf/Wolf, 2011, S. 260). „Benutzen Sie den Anhang nicht, um Eindruck zu schinden. … Beschränken Sie sich auf das, was wirklich notwendig ist“ (Sesink, 2012, S. 224). „Verfrachten Sie überflüssiges [nicht] in den Anhang. Langweilen und verwirren Sie Ihre Leser nicht mit solchen Winkelzügen“ (Kornmeier, 2010, S. 253). VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 197 7.6 Text-Ergänzungen 197 Checkliste Frage Hilfe Kenne ich die formalen Vorgaben für meine Manuskripterstellung? S. 148 f. Aus welchen Textbausteinen und Aufbauelementen besteht mein Text? S. 150–154 ,Man‘, ,ich‘ oder ,wir‘ – wie bringe ich mich und meine Meinung ein? S. 157 f. Schütze ich mich durch richtiges Zitieren vor dem Plagiatverdacht? S. 159–161 Welche Nachweismethode verwende ich für Literaturangaben, den Voll- oder den Kurzbeleg? S. 161–168 Chicago- oder Harvard-Zitiermethode – Welche soll ich wählen? S. 166 f. Sind meine Zitatnachweise im Text oder in Fußnoten unterzubringen? S. 163, 165 Verwende ich zu häufig direkte Zitate? S. 169–174 Verwende ich insgesamt zu viele Zitate? S. 159 f., 180 Was mache ich, wenn der Zitattext passt, aber der Satzbau nicht? S. 172 Kenne ich die Bedeutung von Sekundärzitat und Zitat im Zitat? S. 177–179 Bin ich konsistent bei der Formulierung von Fußnoten und Anmerkungen? S. 185–187 Sollen Darstellungen und Tabellen den Text ergänzen oder erklären? S. 187–189 Erwähne ich meine Darstellungen und Grafiken auch angemessen im Text? S. 187–193 Verwende ich Exkurse und den Anhang als Abladeplatz? S. 193–195 VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 199 8 Ergebnisgestaltung Hinweis zur Zitiertechnik in diesem Kapitel In diesem Kapitel wird – abweichend von dem restlichen Text – nach der Chicago Methode mit Zitatnachweisen und weiteren Anmerkungen in den Fußnoten gearbeitet; zudem wird dabei eine ausführliche Kurzbeleg-Technik verwendet (Nachname, abgekürzter Vorname, Stichwort, Jahr, Seite). Dieses Kapitel soll als Musterbeispiel für die Umsetzung des traditionellen Chicago Style dienen. Die inhaltlichen Ausführungen gelten für beide Nachweistechniken (Harvard und Chicago) gleichermaßen. Wenn ein Manuskript inhaltlich abgeschlossen ist, ist die Endfassung zu erstellen, d. h. der entsprechende Ausdruck vorzubereiten. Wie im Zeit- und Terminplan vorgesehen,1 kann mit abgeschlossenen Teilen dieser Endversion schon vor Anfertigung der letzten Korrekturen und Überarbeitungen angefangen werden.2 Die Abschlussarbeiten beschränken sich insoweit auf die Gestaltung und das Layout der Endfassung. Für diese Arbeiten ist Aufmerksamkeit und Zeit erforderlich. Grundsätzlich ist es möglich, mit der Formatierung bei der ersten Manuskriptseite zu beginnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die unbegrenzten Layout-Varianten der Standardsoftware zu diesem frühen Zeitpunkt zur Spielerei und jede Menge Zeiteinsatz verleiten können: „Inhalt kommt vor Form“ lautet aber die Arbeitsmaxime. Nach Abschluss eines Manuskriptes sollten sowohl inhaltliche als auch umfassendere stilistische Korrekturen unterbleiben: In dieser Abschlussphase vorgenommene Änderungen führen erfahrungsgemäß zu einer Verschlechterung, da der Überblick nicht gewahrt und die Geschlossenheit der Ausführungen zu wenig beachtet werden. Dieser Ratschlag setzt allerdings voraus, dass vorher genügend Zeit vorhanden war (und genutzt worden ist), den Text als Ganzes inhaltlich und sprachlich zu optimieren. 1 Vgl. Kapitel 2.4, S. 36 f. 2 Zur Umsetzung aller hier empfohlenen Formvorschriften mit MS WORD™2010 s. http://www.bwl.uni-muenchen.de/personen/ beurlprof/theisen/publikationen/wissarbeit.html Zeitplan beachten

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References

Zusammenfassung

Das Standardwerk zum wissenschaftlichen Arbeiten - neu gestaltet, bewährte Qualität.

"hervorragend, ganz große Klasse. Da steht ganz klar drin, wie man schreibt." Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

"Egal, ob man vor einer Seminar-, Bachelor-, Master- oder Facharbeit steht: Auf den 'Theisen' ist Verlass." Der Neue Tag

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Dr. Dr. Manuel René Theisen ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und begeistert von der "Lehre des wissenschaftlichen Arbeitens" (Hodegetik).