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7.4 Anmerkungen in:

Manuel René Theisen

Wissenschaftliches Arbeiten, page 176 - 178

Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit

16. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4636-4, ISBN online: 978-3-8006-4637-1, https://doi.org/10.15358/9783800646371_176

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VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 185 7.4 Anmerkungen 185 Beispiel zum Zitat von Gesetzeskommentaren Eigener Text: Als Reallast bezeichnet man die Belastung eines Grundstückes, wenn an denjenigen, zu dessen Gunsten die Belastung erfolgt, wiederkehrende Leistungen aus dem Grundstück zu entrichten sind. Chicago-Fußnote mit Kurzbeleg: 1 S. § 1105 BGB; dazu Joost,  D., Münchener Kommentar, 2009, § 1105 RdNr. 8–30. Harvard-Zitatnachweis im Text: (s. § 1105 BGB; dazu Joost, 2009, § 1105 RdNr. 8–30). Literaturverzeichnis: Joost, Detlev (Bearb.), §§ 1105–1112 BGB, in: Franz Jürgen Säcker/Roland Rixecker (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Bd. 6, 5. Aufl., München: Beck, 2009. und Säcker, Franz Jürgen/Rixecker, Roland (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch (MünchKomm), 5. Aufl., München: Beck, 2009. In der juristischen Fachliteratur werden die verschiedensten Zitierformen vorgeschlagen; so wird häufig empfohlen, dass ein Kommentar zusammen mit dem jeweiligen Bearbeiter zitiert werden soll (hier: MünchKomm – Joost; vgl. dazu Tettinger/Mann, 2009, S. 172–190; Bergmann/Schröder, 2010, S. 6–12). Grundsätzlich sollte aber – von den angeführten Einschränkungen abgesehen – auch diesbezüglich die für die eigene Arbeit gewählte Zitiertechnik und -form konsequent durchgehalten werden; entsprechende Zitiervorschläge Dritter sind deshalb auf ihre Vereinbarkeit mit dem eigenen System zu überprüfen. 7.4 Anmerkungen Als Anmerkungen werden alle Fußnoten – bzw. Teile von Fußnoten – bezeichnet, die keine (direkten oder indirekten) Zitatnachweise enthalten (vgl. dazu auch Eco, 2010, S. 200– 213). Für eine wissenschaftliche Arbeit kann man folgende weitergehende Differenzierung treffen (s. Darst. 13). VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 186 7 Manuskript186 Darst. 13: Anmerkungsarten Anmerkungen Erklärungen QuerverweiseZusatzinformationen Wichtigstes Merkmal jeder Anmerkung ist, dass sie inhaltlich zwar eine Ergänzung zum Text darstellt, nicht aber zum Verständnis des Textes zwingend erforderlich sein darf. Alle Anmerkungen müssen in ganzen Sätzen formuliert werden. Zusatzinformationen umfassen beispielhafte Aufzählungen, alternative Formulierungen und Definitionen, Literaturempfehlungen bzw. -verweise, Zitate, die im Text stören, oder technische Ergänzungen, beispielsweise die Übersetzung eines fremdsprachigen Textes. Erklärungen als Fußnoteninhalt beziehen sich zum Beispiel auf die (detaillierte) Ableitung einer im Text angeführten Formel, die jedoch ebenfalls zum Verständnis nicht zwingend erforderlich sein darf. In dieser Form können auch Ausführungen zum Text abgegeben werden, die dort den Gedanken- bzw. Argumentationsfluss stören würden. Querverweise auf ergänzende bzw. thematisch verwandte Themenbereiche an anderer Stelle in der eigenen Arbeit erleichtern eine selektive Lektüre und unterstützen das Bemühen des Lesers, das Gesamtkonzept des Verfassers zu verstehen. Entsprechende Vor- und Rückverweise belegen den Zusammenhang und können helfen, übergeordnete Gedanken zu erkennen. Querverweise sollten aber neben den Ordnungsziffern des betreffenden Textteiles grundsätzlich auch die Seitenangabe enthalten; bei Textvariationen während der Bearbeitung übernimmt deren Anpassung das PC-Programm. Zahlreiche Querverweise auf nachgelagerte Teile des Textes zeugen allerdings – ebenso wie ein „Querverweisungssalat“ – nicht von einem systematischen Aufbau der Arbeit. Sie sollten für den Verfasser Anlass zur Überarbeitung seiner Gliederung und seiner Ausführungen sein. Ergänzungen Erklärungen Verweise VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 187 7.5 Darstellungen 187 Klassikertipps „1. Fasse deinen Text so, daß er auch ohne die Anmerkungen gelesen werden kann. 2. Vergiß nicht, daß es auch Parenthesen im Texte gibt und Exkurse am Schlusse des Buchs, welche Anmerkungen ersetzen können. 3.  Sei sehr sparsam mit Anmerkungen und wisse, daß du deinem Leser Rechenschaft geben mußt für jede unnütze Anmerkung; er will in deinen Anmerkungen ein Schatzhaus sehen, aber keine Rumpelkammer. 4.  Halte dich nicht für zu vornehm, um Anmerkungen zu machen, und wisse, daß du niemals so berühmt bist, um dir Beweise ersparen zu können. 5.  Schreibe keine Anmerkungen, weil du in der Darstellung etwas vergessen hast; schreibe überhaupt die Anmerkungen nicht nachträglich. 6.  Schreibe nichts in die Anmerkung, was den Text in Frage stellt, und schreibe auch nichts hinein, was wichtiger ist als der Text. 7.  Betrachte die Anmerkungen nicht als Katakomben, in denen du deine Voruntersuchungen beisetzest, sondern entschließe dich zur Feuerbestattung. 8. Mache die Anmerkungen nicht ohne Not zum Kampfplatz; tust du es, so stelle deinen Gegner so günstig auf wie dich selbst. 9.  Versuche es, die Kunst zu lernen, durch Anmerkungen die lineare Form der Darstellung zu ergänzen, Akkorde anzuschlagen und Obertöne zu bringen; aber spiele kein Instrument, das du nicht verstehst, und spiele dieses Instrument nur, wenn es nötig ist. 10. Stelle die Anmerkungen stets dort hin, wohin sie gehören, also nicht an den Schluß des Buchs – es sei denn, daß du eine Rede drucken läßt – ….“ (Harnack, 1906, S. 161 f.). 7.5 Darstellungen 7.5.1 Bedeutung Eine Graphik oder Tabelle erklärt oft mehr als tausend Worte. Die Gefahr, ein „gehobenes Bilderbuch“ zu schaffen, ist gering: Die Notwendigkeit, das optisch aufbereitete Material auch – und zwar vorrangig – im Text erklären zu müssen, stellt sicher, dass der Verfasser nicht nur etwas darzustellen,

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References

Zusammenfassung

Das Standardwerk zum wissenschaftlichen Arbeiten - neu gestaltet, bewährte Qualität.

"hervorragend, ganz große Klasse. Da steht ganz klar drin, wie man schreibt." Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

"Egal, ob man vor einer Seminar-, Bachelor-, Master- oder Facharbeit steht: Auf den 'Theisen' ist Verlass." Der Neue Tag

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Dr. Dr. Manuel René Theisen ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und begeistert von der "Lehre des wissenschaftlichen Arbeitens" (Hodegetik).