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6.4 Exkurs: Besprechungen mit dem Betreuer in:

Manuel René Theisen

Wissenschaftliches Arbeiten, page 134 - 138

Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit

16. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4636-4, ISBN online: 978-3-8006-4637-1, https://doi.org/10.15358/9783800646371_134

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VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 142 6 Materialauswertung142 Gültigkeitserfordernisse für das Ergebnis voraus (dazu Hug/ Poscheschnik, Forschen, 2010). Die Kennzeichnung bzw. farbige Markierung in eigenen Unterlagen ist eine weitere wichtige Arbeitshilfe; eigene Bücher und kopierte Texte sollten nie ohne Bleistift und/ oder Markierstift gelesen werden (dazu Hülshoff/Kaldewey, 1993, S. 164 f.; Burchardt, 2006, S. 89–92): •• Markierungen helfen, einen Text zusätzlich und/oder abweichend vom vorgegebenen Druckbild nach eigenen Schwerpunkten zu strukturieren. •• Farbige Kennzeichnungen unterstützen die visuelle Aufnahme und damit das Gedächtnis; sie erleichtern eine schnelle und zielgerichtete Orientierung. Diese Effekte werden nur erzielt, wenn •• der jeweilige Text erst gelesen und dann markiert wird •• die Markierungen selbst sparsam und gezielt erfolgen und nicht ein vielfarbiges Kunstwerk geschaffen wird, das einem V. Vasarely, P. Picasso oder S. Francis zur Ehre gereichen könnte •• ein individuelles Markierungssystem beibehalten und permanent praktiziert wird •• Anmerkungen nur mit Bleistift angebracht werden, damit bei wiederholter Lektüre frühere Notierungen im Interesse des Arbeitsfortschrittes radiert bzw. korrigiert werden können. 6.4 Exkurs: Besprechungen mit dem Betreuer Als eine der Planungsaufgaben in der Vorbereitungsphase habe ich empfohlen, die Sprechzeiten und sonstigen technischen Details für die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Betreuer einer Prüfungsarbeit und gegebenenfalls dessen Mitarbeitern in Erfahrung zu bringen. Darüber hinaus sollten Sie die wichtigsten Veröffentlichungen, Aktivitäten und wissenschaftlichen Vorlieben Ihrer potenziellen (oder bereits benannten) Gutachter kennen (dazu auch Heister/Weßler-Poßberg 2007, S. 58). Für einen entsprechend reibungslosen Ablauf derartiger Kontakte während der Erstellung einer Arbeit finden Sie hier noch einige Erfahrungen und Tipps: VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 143 6.4 Exkurs: Besprechungen mit dem Betreuer 143 •• Jede Besprechung bzw. Konsultation sollten Sie gründlich vorbereiten. Halten Sie Fragen und Probleme zu Form und Inhalt der Arbeit – als Gedächtnisstütze – stichwortartig schriftlich fest, um wichtige Punkte im Gespräch nicht zu vergessen. •• Gliederungsentwürfe sowie spezielle Fragestellungen sollten Sie – soweit möglich – vor dem Besprechungstermin schriftlich abgefasst im Sekretariat abgeben oder per E-Mail zusenden, um dem Betreuer außerhalb der (häufig überlaufenen) Sprechzeiten Gelegenheit zur Vorbereitung sowie Durchsicht zu geben; gleichzeitig erhält er damit Unterlagen für die weitere Zusammenarbeit. •• Vermeiden Sie unvorbereitete Besprechungen oder allgemeine Sondierungsgesprächen, bei denen der Betreuer als Auskunft, anstelle eigener Recherchen, „missbraucht“ wird; damit machen Sie keinesfalls einen „guten Eindruck“. •• Anzahl, Zeitpunkt und Dauer der erforderlichen (und auch einzufordernden) Besprechungen müssen in einer vernünftigen Relation zum Umfang der jeweiligen Arbeit stehen. Übungs- und Seminararbeiten setzen in der Regel nur (rechtzeitige) Besprechungen zum grundsätzlichen Aufbau und einigen wenigen Spezialproblemen voraus, während Bachelor- und Masterarbeiten generell weitere und umfangreichere Abstimmungen nötig machen. •• Vermeiden Sie eine laufende Konsultation je nach Arbeitsfortschritt: Je größer der mit dem Betreuer dabei gemeinsam erarbeitete Teil einer Arbeit wird, desto weniger verbleibt als eigenständiger, allein aber bewertungsfähiger Beitrag. •• Probleme, insbesondere Fragen der Verlängerung der Bearbeitungszeit aus zwingenden Gründen, müssen Sie rechtzeitig bekannt geben, um dem Betreuer eine diesbezügliche Disposition und Entscheidung zu ermöglichen. Die Aufgabe bzw. Rückgabe einer übernommenen Übungs-, Seminar- oder Bachelor-/Magisterarbeit sollten Sie ebenfalls umgehend melden, um die entsprechende Organisation zu erleichtern. Es ist kein Minuspunkt, wenn ein Projekt – aus welchen Gründen auch immer – aufgegeben werden muss, vielmehr wird das „Totschweigen“ keine Empfehlung sein, wenn der betroffene Vorbereitung Information Grenzen Abmeldung VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 144 6 Materialauswertung144 Dozent mit der Tatsache der Aufgabe erst am Abgabetag konfrontiert wird. •• Während den Besprechungen können Sie stichwortartige Notizen machen und anschließend ein Gedächtnisprotokoll anfertigen, um die wichtigsten Punkte der Diskussion und Beratung für die weitere Bearbeitung auf Dauer gesichert parat zu haben. Die (elektronische) Übersendung eines kurzen Protokolls an den Betreuer kann – nach Rücksprache – im Einzelfall helfen, Missverständnisse oder Fehlinterpretationen zu vermeiden. Noch zwei Tipps: •• Ohne übertriebenen Förmlichkeiten das Wort reden zu wollen, wird der Betreuer von der Organisation eines Kandidaten im weitesten Sinne (Vorbereitung, Auftritt, Kleidung, Präsentation) – bewusst oder unbewusst – Rückschlüsse auf dessen Arbeitsmethode ziehen; diese, eher psychologische Komponente sollten Sie nicht unbeachtet lassen. •• „Schreiben Sie … E-Mails an Ihren Betreuer so, wie Sie später in einer Firma an Ihren Chef schreiben würden …, Emoticons, Chatkürzel und Szenesprache haben in einer E-Mail mit dem Betreuer nichts zu suchen“ (Balzert u. a., 2008, S. 231 f.). Protokoll VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 145 6.4 Exkurs: Besprechungen mit dem Betreuer 145 Checkliste: Frage Hilfe Geht durch meine Gliederung ein „roter Faden“? S. 117 f. Nutze ich die Möglichkeiten der tiefen Untergliederung? S. 120 f. Erfasst meine Literaturdatei alle notwendigen Daten? S. 121–125 Habe ich mein Literaturverwaltungsprogramm ausreichend geprüft? S. 124 f. Weiß ich, was zu einer vollständigen Literaturangabe gehört? S. 126 f. Weiß ich, wie bzw. ob man Adelsprädikate, Dr.-Titel, Doppelnamen zitiert? S. 127 Habe ich die Lücken bei fehlenden Namens-, Orts-, Jahresangaben gefüllt? S. 129 Ist für meine Arbeit die Erstellung einer Schlagwortkartei erforderlich? S. 132–134 Habe ich die Notwendigkeit, weitere Sachdateien anzulegen, geprüft? S. 135 f. Beherrsche ich effiziente und hilfreiche Ablagetechniken? S. 137–142 Bin ich gut vorbereitet für die Besprechung mit dem Betreuer? S. 142–144 Wie verwerte ich die Besprechungsergebnisse? S. 144 VAHLEN WiSt Theisen – Wissenschaftliches Arbeiten Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.06.2013 Status: Imprimatur Seite 147 7 Manuskript Manuskriptteile sind alle im Laufe eines wissenschaftlichen Arbeitsprozesses selbst angefertigten Aufzeichnungen: erste Notizen, Visualisierungen (Mind-Mapping),1 Blätter und Ideenskizzen, Exzerpte mit (kommentierten) Textauszügen sowie Entwürfe einzelner Abschnitte oder Kapitel. Die endgültige Fassung eines Textes einschließlich aller unmittelbar damit verbundenen Teile soll als Endfassung bezeichnet werden. Bei der Anfertigung erster Teile eines Manuskripts kommt es zunächst nicht auf eine exakte und stilistisch ansprechende Formulierung an. Wichtig ist es in diesem Stadium, Gedanken und Ideen zügig niederzuschreiben bzw. in den PC einzugeben, um diese erstmals „im Unreinen“ zu fixieren. Dieses Vorgehen motiviert mehr als ein angestrengtes, zähes Formulieren einzelner Sätze, von dem (hoffnungslosen) Bemühen getrieben, nur „Druckreifes“ niederschreiben zu wollen. Ein Manuskript entsteht weder in einem Zug noch wird es immer in einer strengen Zeit- bzw. Reihenfolge entwickelt. Nicht gerade die schlechtesten Arbeiten wachsen wie ein großes Puzzle: Der Ausgangspunkt wird nicht vorgegeben und die besten Zuwächse erfolgen meist da, wo man sie zu Beginn am wenigsten vermutet hat. Expertentipps „Schreibhemmungen oder auch -blockaden sind … weder Pannen, Betriebsunfälle oder Ausdruck eines persönlichen Fähigkeitsdefizits, sondern sie sind eine psychische Normalität, deren unangenehme Begleiterscheinungen man nur dadurch überwindet, daß sie bewußt (!) gemacht werden“ (Rückriem, 2000, S. 122). „Was landläufig … als ,Schreibblockade‘ … bezeichnet wird, sind meist nur all die Probleme und Problemchen, die für das Schreiben eines wissenschaftlichen Werkes durchaus typisch sind“ (Kornmeier, 2010, S. 23). 1 Die Testversion eines Mind-Mapping-Programms findet sich unter: http://www.mindjet.com Schreiben statt formulieren

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Zusammenfassung

Das Standardwerk zum wissenschaftlichen Arbeiten - neu gestaltet, bewährte Qualität.

"hervorragend, ganz große Klasse. Da steht ganz klar drin, wie man schreibt." Prof. Dr. Debora Weber-Wulff, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

"Egal, ob man vor einer Seminar-, Bachelor-, Master- oder Facharbeit steht: Auf den 'Theisen' ist Verlass." Der Neue Tag

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* Checklisten zu jedem Arbeitsschritt

* Musterkapitel und Formatvorlagen

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Dr. Dr. Manuel René Theisen ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und begeistert von der "Lehre des wissenschaftlichen Arbeitens" (Hodegetik).