8 Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms in:

Edward H. Hartmann

TPM, page 78 - 92

Effiziente Instandhaltung und Maschinenmanagement

4. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4633-3, ISBN online: 978-3-8006-4634-0, https://doi.org/10.15358/9783800646340_78

Series: Management Competence

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Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 69 8Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms Die meisten Unternehmen rund um die Welt machen kein gutes PM. Wenn es von derselben Abteilung durchgeführt wird, die auch für Krisensituationen (Reparatur bei Versagen) verantwortlich ist, dann scheint PM immer zu kurz zu kommen. PM ist jedoch absolut grundlegend dafür, dass die Betriebsanlagen in einem Topzustand gehalten werden. Es muss daher eine Möglichkeit gefunden werden, wie Ihr Unternehmen das gesamte notwendige PM zum fälligen und geplanten Zeitpunkt durchführt. Es ist naheliegend, dass Sie beim TPM von Ihren Maschinenführern eine Beteiligung an diesen Bemühungen erwarten. Bevor Sie beginnen, Ihre Arbeiter zu schulen und einzuspannen, müssen Sie erst feststellen, welche Art von PM Ihr Betrieb durchführt (oder braucht), und einige Definitionen festsetzen. Verschiedene Typen von PM könnten sein: •• routinemäßige (und sich häufig wiederholende) PM •• umfangreichere PM •• Überholung der Betriebsanlagen •• vorausschauende Instandhaltung (PDM) Eine weitere, für TPM sehr nützliche Methode ist, die geeignete PM-Arbeit in zwei Kategorien einzuteilen: Typ I: PM-Arbeit, die von den Maschinenführern jetzt oder später nach einer Schulung gemacht werden kann. Typ II: PM-Arbeit, welche die Fähigkeiten, Zeit und Werkzeuge eines Instandhaltungsfachmannes verlangt. Diese Einteilung der PM-Arbeit hilft bei der Planung und Ausführung von TPM-PM. Es ist offensichtlich, dass routinemäßige und häufig wiederholte PM gewöhnlich zum Typ I gehört. Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms70 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 70 Es ist auch notwendig, PM genau zu definieren, weil sehr häufig Unklarheit darüber herrscht, was genau PM ist. Die Meinungen reichen von kurzen PMs im »Vorübergehen« bis zu allem (einschließlich größeren Umbauten), was dazu beiträgt, Maschinenschäden zu vermeiden. Jeder hat Recht, aber es ist hilfreich, die verschiedenen Typen von PM zu definieren, weil der Zeitbedarf und die Fähigkeiten, die für jeden Typ benötigt werden, sehr unterschiedlich sind. Die Arten von PM Routinemäßige PM könnte definiert werden als das systematische •• Reinigen, •• Schmieren, •• Inspizieren, •• Testen, •• Justieren, Festmachen, •• Durchführen des Service, •• Erledigen von kleineren Reparaturen, um die Betriebsanlagen im perfekten Betriebszustand zu halten. Alle diese Aktivitäten sind wahrscheinliche Kandidaten für Typ I (vom Maschinenführer durchgeführte) PM. Jede Aufgabe erfordert normalerweise nur wenige Minuten, und die Wegezeit für das Instandhaltungspersonal übertrifft gewöhnlich die tatsächliche Arbeitszeit an den Maschinen. Die Betonung liegt hier auf systematisch, was bedeutet, dass es gewöhnlich eine festgelegte Anzahl von Aufgaben für tägliche, wöchentliche oder monatliche PM gibt, die auf dieselbe Weise zu vorbestimmten Zeiten durchgeführt werden. Umfangreichere PM schließt gewöhnlich ein: •• teilweise Demontage der Betriebsanlagen •• Gebrauch von verschiedenen Werkzeugen •• Ersatz von zahlreichen Teilen oder Komponenten •• höhere Qualifikation •• viel mehr Zeit als bei routinemäßiger Instandhaltung •• Einbeziehen der Planer der Instandhaltung •• Einplanen der Betriebsanlagen für geplanten Stillstand •• Testlauf der Betriebsanlagen Wenn wir diese Definition akzeptieren, dann ist offensichtlich, dass diese Aktivitäten mehr PM-Arbeit vom Typ II entsprechen. Die Maschinen werden jedoch normalerweise nicht aus den Werkshallen entfernt, und die Beteiligung der Maschinenführer an der umfangreichen PM ist von Vorteil (was für eine vorzügliche Möglichkeit, mehr über »meine Maschine« zu erfahren). Dies als Anregungen für Ihre TPM-PM-Planung! Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms 71 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 71 Überholung (Umbau) der Betriebsanlagen schließt gewöhnlich ein: •• Transport aus den Werkshallen •• völlige Demontage der Betriebsanlagen •• Überholen oder Ersatz vieler Teile, Komponenten oder Systeme •• viele Werkzeuge, einschließlich maschineller Werkzeuge •• Aufwerten der Maschinen •• hohe Qualifikation •• Neulackierung der Maschinen •• Beteiligung der Hersteller •• neue Kalibrierung •• Testlauf •• erneute Installation in den Werkshallen •• größerer Zeitbedarf •• Beteiligung von Instandhaltungsplanung und -disposition Es ist ziemlich deutlich, dass diese PM-Arbeit zum Typ II gehört (wenn Sie das überhaupt als PM akzeptieren). Vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance, PDM) wird häufig getrennt von PM durchgeführt, insbesonders wenn es vom Engineering gemacht wird. Es dient jedoch demselben Zweck wie PM: Maschinenversagen sollen durch die Vorhersage, wann bestimmte Komponenten, wie etwa Lager, Getriebe oder Elektromotoren zu versagen drohen, vermieden werden. Vorausschauende Instandhaltung beinhaltet: •• Vibrationsanalyse •• Megohmmetertesten •• spektrographische Ölanalyse •• thermographische Analyse •• Infrarottesten •• nichtdestruktives Testen •• teuere Test- und Aufzeichnungsgeräte •• Computereinsatz für Analyse und Vorausschau Diese Klasse von Instandhaltungsarbeiten erweitert offensichtlich die historische Definition von PM, sowohl von Typ I als auch von Typ II. Bei der Planung von TPM-PM sollten Sie jedoch ernsthaft überlegen, welche Aktivitäten (und sei es nur das Ablesen von Instrumenten) PM-Arbeit vom Typ II oder sogar Typ I sein könnte. Es gibt TPM-Unternehmen, bei denen die Maschinenführer Vibrationsaufzeichnungen von in die Maschinen eingebauten Computerbildschirmen ablesen und interpretieren. Es gibt viele andere Unternehmen, in denen die aus Instandhaltungspersonal bestehende PM-Arbeitsgruppe alle vorausschauenden Instandhaltungsaufgaben durchführt. Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms72 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 72 PM-Strategie Wenn erst einmal eine Einteilung in die verschiedenen Typen erfolgt und akzeptiert worden ist, können Sie mit der Planung von TPM-PM beginnen. Das Ziel ist eine hundertprozentige Erfüllung des PM-Zeitplans, zumindest bei Ihren kritischen Maschinen (durchgeführte PM-Aufgaben im Vergleich zu den geplanten). Es gibt zwei Vorgehensweisen: 1. Verbesserung des Systems, der Organisation, der Durchführung und der Kontrolle der von der Instandhaltung erledigten PMs 2. Übertragen von so vielen PM-Routinearbeiten wie möglich auf die Maschinenführer Bei TPM-PM sollten Sie beides tun. Die Entwicklung und Installation eines PM- Systems für die Instandhaltung werden als Erstes diskutiert. Ein effektives PM-System Schritt 1: Feststellen der Betriebsanlagendaten Schritt 2: Bestimmen des PM-Typs und Wichtigkeit Schritt 3: Entwicklung von PM-Checklisten Schritt 4: Entwicklung von PM-Arbeitsanweisungen Schritt 5: Entwicklung der PM-Routen Schritt 6: Entwicklung von PM-Zeitplänen Schritt 7: Führen eines Maschinenlogbuchs Schritt 8: Anwenden der Strichcode-Technologie Schritt 9: Entwicklung eines Berichtssystems Schritt 10: Einführen der PM-Organisation Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms 73 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 73 Schritt 1: Feststellen der Betriebsanlagendaten Die meisten Unternehmen haben eine im Computer gespeicherte Liste des Maschineninventars oder eine Kartei mit Maschinendaten zur Verfügung. Falls nicht, sollten Sie die Daten für alle Ihre Maschinen feststellen, einschließlich der folgenden: •• Typ der Maschine und Seriennummer •• Beschreibung und Hersteller •• Herstellungsdatum •• Namensschilddaten (Spannung, HP usw.) •• durchgeführte Änderungen und Verbesserungen •• Standort im Werk •• Hinweise auf Ersatzteillisten und Zeichnungen •• Hinweise auf Handbücher usw. Ihr Maschinenbestand ist Ihr Startpunkt. Die meisten Hersteller von Betriebsanlagen empfehlen für ihre Maschinen Inspektions- und PM-Aufgaben in den Handbüchern der Betriebsanlagen. Schritt 2: Bestimmen des PM-Typs und der Dringlichkeit Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie einige grundlegende Entscheidungen für jede Maschine bezüglich PM treffen. Wollen Sie sie der von den Maschinenführern durchgeführten PM (Typ I) zuordnen? Vielleicht nicht sofort, sondern später. Oder ist es ein Maschinentyp, bei dem die Maschinenführer keinerlei PM durchführen? Wollen Sie diese Maschine in die vorausschauende Instandhaltung einbeziehen? Arbeiten Sie in diesem Punkt auch mit der Produktion zusammen, um festzustellen, wie kritisch die Maschinen sind. Zum Beispiel: Dringlichkeit 1: Ein Ausfall der Maschine führt zur Stillegung des Werks oder der Bandstraße, kann eine Gefahr für die Sicherheit der Arbeiter sein oder einen Schaden in der Umwelt verursachen. Natürlich möchten Sie, dass nichts hiervon geschieht, daher Wichtigkeitsstufe 1. Es bedeutet, dass die Maschine überprüft und PM ohne Ausnahme nach Plan durchgeführt wird und dass die Maschine ohne Widerspruch von der Produktion wie eingeplant zur Verfügung gestellt wird. Die Erfüllung von PM muss 100 Prozent sein. Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms74 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 74 Dringlichkeit 2: Ein Maschinenversagen kann zur Stillegung der Bandstraße führen, kann eine potenzielle Bedrohung der Sicherheit der Arbeiter oder der Umwelt sein. Sie können es sich leisten, dass die Maschine für eine kurze Zeit ausfällt, weil eine zusätzliche Maschine verfügbar ist. Die Erfüllung von PM muss 90 bis 100 Prozent sein. Das bedeutet, dass nicht mehr als 10 Prozent der geplanten PM-Aufgaben verschoben oder ausgelassen werden dürfen. Dringlichkeit 3: Maschinen, die für den Produktionsprozess unkritisch sind, wie etwa freistehende Maschinen, die nicht ständig in Betrieb sind oder für die ein gleichwertiger Ersatz vorhanden ist. Die Erfüllung von PM sollte 80 bis 100 Prozent sein, das heißt, nicht mehr als 20 Prozent der geplanten PM-Aufgaben sollten verschoben oder abgesagt werden. Die Dringlichkeitsstufen ermöglichen Ihnen, die richtige PM durchzuführen, wenn Sie aufgrund eines zeitweisen Personalmangels oder einer Produktionskrise nicht das ganze PM durchführen können. Nachdem Sie diese Entscheidungen bezüglich Ihrer Betriebsanlagen getroffen haben, können Sie damit anfangen, die verschiedenen Aufgaben für die PM- und PDM-Ausführung zu entwickeln. Schritt 3: Entwicklung von PM-Checklisten Jede Maschine hat ihre eigene spezifische Checkliste, die in der Regel ziemlich standardisierte Aufgaben enthält, wie etwa Reinigungsaufgaben, Untersuchen auf Verlust von Schmiermittel, Suchen nach gelockerten Schrauben usw. Es kann unterschiedliche Checklisten für tägliche, wöchentliche oder monatliche PMs geben, oder es könnte eine Hauptliste aufgestellt werden, die alle wiederkehrenden Aufgaben umfasst. Normalerweise enthalten PM-Checklisten keine oder nur einfache Teile oder Materialien (wie etwa Filter oder Schmiermittel), die bei oder in der Nähe der Maschine schnell verfügbar sind. Außerdem sollten für die Durchführung der Checkliste nur einfache (oder keine) Werkzeuge erforderlich sein. Für Planungsund Kontrollzwecke sollten Sie abschätzen, wie viel Zeit für die Erledigung der Checkliste gebraucht wird. Um eine typische tägliche oder wöchentliche Checkliste zu erledigen, werden nur wenige Minuten gebraucht. Für jede Maschine sollte es zwei Arten von Aufgaben geben. Eine umfasst das PM, das durchgeführt wird, während die Maschine läuft. Es gibt bestimmte Aufgaben, wie etwa das Erkennen von Überhitzung oder übermäßiger Vibration, die nur gemacht werden können, wenn die Maschine läuft. Andere Arbeiten, Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms 75 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 75 wie etwa das Überprüfen der Spannung des Keilriemens oder innere Reinigung, können nur gemacht werden, wenn die Maschine ausgeschaltet und gesichert ist. Das Ziel ist, so viel PM wie möglich bei laufenden Betriebsanlagen durchzuführen, um die Zeit, in der die Maschine aus der Produktion genommen werden muss, zu limitieren. Diese Art PM (nach Checkliste) ist gewöhnlich vom Typ I, also durchführbar für die Maschinenführer. Schritt 4: Entwicklung von PM-Arbeitsanweisungen Im Gegensatz zu den Checklisten sind für die PM-Arbeitsanweisungen Werkzeug und Materialien erforderlich, weshalb sie normalerweise von der Instandhaltung ausgeführt werden. PM nach Arbeitsanweisung läuft ebenfalls routinemäßig und sich wiederholend ab, aber normalerweise in geringeren Frequenzen, wie etwa monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Auch jede PM-Arbeitsanweisung ist an eine Maschine gebunden und enthält eine Liste von Aufgaben und von Materialien. Es kann die Beteiligung der PM- Planer/Zeitplaner nötig sein, um die Teile und Materialien zu planen und die Arbeit einzuteilen, insbesondere wenn die Laufzeiten, die Anzahl der gemachten Stöße, Schläge und produzierten Teile die Zeit festlegen, in denen diese PM ausgeführt wird. In der Regel ist eine spezielle Arbeitskraft zugeordnet, und die benötigte Zeit wird ebenfalls abgeschätzt. Diese Art von PM ist normalerweise Typ II, aber die Maschinenführer können miteinbezogen werden, indem sie bei der Ausführung assistieren, da die Maschine gewöhnlich stillgelegt wird. Schritt 5: Entwicklung von PM-Routen Die PM-Route ist das beste Mittel, um die Produktivität des IH-Personals, das die PM-Checklisten oder Arbeitsanweisungen ausführt, zu verbessern. Der Weg von der Instandhaltung und zurück dauert oft länger als die Arbeit an der Maschine. Das Routenblatt eliminiert die Hin- und Rückwege, indem es die PM-Arbeit in einem bestimmten Areal zusammenfasst. Der Fachmann folgt grundsätzlich einer »Straßenkarte« und rückt von Maschine zu Maschine vor. Sie werden überrascht sein, wie viel PM-Arbeit mit dieser Vorgehensweise ausgeführt werden kann. Da Sie vorher die Zeit, die für jede Checkliste oder Arbeitsanweisung gebraucht wird, abgeschätzt haben, können Sie jetzt die Gesamtzeit für jede Route durch Addieren der Wegezeit zu der gesamten Arbeitszeit feststellen. Wie bei den PM-Arbeitsweisungen wird auf dem Routenblatt die Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms76 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 76 Häufigkeit (wöchentlich, monatlich) vermerkt, und es wird jeweils ein eigenes Blatt für die laufenden und die stillgelegten Betriebsanlagen angelegt. Schritt 6: Entwicklung von PM-Terminplänen Normalerweise gibt es einen Jahresplan für jede Maschine, der alle PM-Frequenzen enthält. Dieser Terminplan ist ziemlich statisch (ohne Änderungen), wenn nicht PM durch die Laufzeiten oder andere Variablen gesteuert wird. Der Hauptplan löst die (tägliche oder wöchentliche) Freigabe aller fälligen Checklisten oder Arbeitsanweisungen aus. Zeitpläne für vom Maschinenführer durchgeführtes PM werden normalerweise auf der Maschine angebracht oder sind in Ordnern in der Nähe. Der Kontrollplan wird abgezeichnet, wenn die PM-Arbeit abgeschlossen ist. Als Folge von TPM-PM werden die Checklisten und sogar die Terminpläne dynamischer, weil das Feedback von Arbeitern und Instandhaltern zu zusätzlichen oder weniger Aufgaben und geänderten Zeitintervallen auf dem Terminplan führt. Sie können eine gute PM-Erfüllung fördern, indem Sie die Höhen und Tiefen Ihrer täglichen PM-Arbeitslast durch die Entwicklung eines guten PM-Terminplans ausgleichen. Das erlaubt Ihnen, eine konstante Anzahl von Instandhaltern, die sich dem PM widmen, einzusetzen. Es ist ebenfalls wichtig, die Unterbrechungen der Produktion zu limitieren, indem zum Beispiel eine monatliche und eine vierteljährliche PM-Arbeit kombiniert und gleichzeitig durchgeführt werden, auch wenn einer der Zyklen ein wenig geändert werden muss. Schritt 7: Führen eines Maschinenlogbuchs Ein gutes Maschinenlogbuch ist überaus wichtig für Management, Instandhaltung und Verbesserung der Betriebsanlagen. Leider führen und nutzen dies nur wenige Unternehmen. Ohne Maschinenlogbuch werden Sie nicht in der Lage sein, wiederholtes Versagen zu lokalisieren oder die gesamten Reparaturkosten im Vergleich mit den Kosten einer neuen Maschine festzustellen. Das Maschinenlogbuch hilft Ihnen auch, Ihre PM-Aufwendungen anzupassen und eine gute Vorgehensweise zur Verbesserung der Betriebsanlagen zu entwickeln. Abbildung 17 zeigt ein Beispiel für ein gutes Maschinenlogbuch. Jede Reparatur oder umfangreiche PM wird als einzeiliger Eintrag dem Logbuch hinzugefügt, das für jede wichtige Maschine geführt wird. Er enthält Datum, Nummer der Arbeitsanweisung, eine kurze Beschreibung der Aktion, Arbeitsstunden und -kosten, Ersatzteilkosten, totale Reparaturkosten und Gesamtsumme der Kosten. En tw u rf u n d In stallatio n ein es effektiven  PM -Pro g ram m s 77 V ahlen C om petence H artm ann – T PM (4. A uflage) H erstellung: Frau D euringer A usgabedatum : 07.10.2013 Ä nderungsdatum : 07.10.2013 Status: Im prim atur Seite 77 Anlagennummer Anschaffungsdatum Datum 22.01.XX 30.01.XX 15.02.XX 28.02.XX 03.03.XX 25.03.XX 30.03.XX 10.04.XX 20.04.XX 28.04.XX 05.05.XX 17.05.XX 26.05.XX 20.06.XX 27.06.XX Beschreibung Preis Inventarnummer Wiederbeschaffungswert Antragsnummer 14721 14844 14987 15368 15652 15877 16300 16521 16854 17201 17727 18221 18922 19301 19644 Durchzuführende Arbeit Austausch des Getriebegehäuses PM Austausch der Abdeckung PM Austausch der Antriebswelle PM Austausch eines Antriebswellenlagers Reparatur des Getriebegehäuses Ausrichten der Antriebswelle PM Austausch eines Antriebswellenlagers Lackierung PM Austausch des Getriebegehäuses PM Stunden 3,0 ,5 1,5 ,5 2,5 ,5 1,5 8,0 3,0 ,5 2,0 4,0 ,5 4,0 ,5 Arbeit Kosten 60,00 10,00 30,00 10,00 50,00 10,00 30,00 160,00 60,00 10,00 50,00 80,00 10,00 80,00 10,00 Teilekosten 358,00 0,00 40,00 12,00 50,00 0,00 25,00 30,00 0,00 0,00 32,00 10,00 0,00 360,00 0,00 Gesamtkosten 418,00 10,00 70,00 22,00 100,00 10,00 55,00 190,00 60,00 10,00 82,00 90,00 10,00 440,00 10,00 Kumulierte Kosten 418,00 428,00 498,00 520,00 620,00 630,00 685,00 875,00 935,00 945,00 1027,00 1117,00 1127,00 1567,00 1577,00 % des Wbw.* 13,9 14,3 16,6 17,3 20,7 21,0 22,8 29,2 31,2 31,5 34,2 37,2 37,6 52,2 52,6 * Wbw. = Wiederbeschaffungswert 928122625 Mischer B-27 488 18. Juni 19xx € 2.500,– € 3.000,– A b b . 17: TPM -A n lag en lo g b u ch Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms78 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 78 Da all dies normalerweise mit dem Computer erstellt wird, kann die Summe der Reparaturkosten als Prozentsatz der Kosten für eine Neubeschaffung berechnet werden. Dies wird im Prozess der Entscheidungsfindung über einen Betriebsanlagenaustausch hilfreich sein. Wenn jährliche Reparaturkosten und Logbuch nicht verfügbar sind, dann ist es sehr schwierig, die Neubeschaffung von Betriebsanlagen zu rechtfertigen, und es kann zu einem teuren Aufschub dieser Entscheidungen führen. Das folgende Beispiel verdeutlicht, warum das Führen eines Maschinenlogbuchs Geld sparen kann. Ein großes Stahlwerk hatte ungefähr 5.000 mobile Maschinen, vom kleinen Gabelstapler bis zu Diesellokomotiven. Der Meister der Instandhaltung wusste, dass bestimmte Maschinen immer in der Werkstatt waren und sicher eine Menge Geld kosteten. Das Unternehmen führte Wartungslisten, aber kein Maschinenlogbuch. Als ein Unternehmensberater zu ihnen kam, erstellte er anhand dieser Listen Maschinenlogbücher und wies nach, dass das Unternehmen bei bestimmten Maschinen den dreifachen Betrag der Anschaffungskosten für jährliche Reparaturen und Wartung ausgab. Das ist dasselbe, als würden Sie jedes Jahr 60.000 Euro ausgeben, um Ihr 20.000-Euro-Auto fahrbereit zu halten! Schritt 8: Anwendung der Strichcode-Technologie Immer mehr Unternehmen gehen zur Strichcode-Technologie über, einer produktiven Hightech-Methode, um Instandhaltungsaktivitäten zu managen und zu kontrollieren. Während der Strichcode in Supermärkten und vielen Geschäften sowie im Produktionsbereich für die Bestandsaufnahme an der Tagesordnung ist, wird er für die Instandhaltung nicht häufig genutzt. Er bietet viele Vorteile. Zum Beispiel macht er es überflüssig, Informationen aufzuschreiben, etwas, das viele Instandhalter anscheinend nicht besonders gern tun. Und so funktioniert es: Jede Anweisung von Instandhaltungsarbeiten (wenn Sie es wünschen, einschließlich PM oder sogar der von den Arbeitern durchgeführten Checklisten) wird beim Ausdruck mit einem Strichcode versehen. Der Computer kennt den Inhalt der Arbeitsanweisung. Wenn die Instandhaltungsfachkraft mit der Arbeit beginnt, liest er oder sie mit einem Barcode-Leser die Arbeitsanweisung und die Personalmarke, die ebenfalls codiert ist. Jetzt weiß der Computer, dass mit dem Job begonnen wurde, wann und von wem, und holt den Job aus dem Arbeitsrückstand in die aktive Datei. In den Lagern, wo Ersatzteile ausgegeben werden, werden alle Teile mit einem Strichcode-Etikett versehen; bei kleinen Teilen in Schubläden befindet sich das Etikett auf der Schublade oder in einem Katalog. Die Arbeitsanweisung wird mit dem Barcode-Leser erfasst, und jedes aufgrund dieser Arbeitsanweisung ausgegebene Ersatzteil wird ebenfalls gelesen. Das bewirkt zwei Dinge: 1. Die Ersatzteile und Kosten werden automatisch der Arbeitsanweisung zugeschrie- Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms 79 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 79 ben. 2. Das Bestandsverzeichnis wird automatisch angepasst, und es kann sogar eine Nachkaufanforderung herausgegeben werden, wenn eine Mindestmenge des Lagerbestands erreicht ist. Nachts, wenn die Lager nicht besetzt sind, oder in gänzlich unbesetzten Lagern wird der Zugang zum Lager durch eine Kennmarke mit Strichcode ermöglicht. Der Computer weiß, wer wann das Lager betreten hat. Als Nächstes geht der Instandhaltungsmitarbeiter zu der Maschine, um den Job auszuführen, und liest das Strichcode-Etikett auf der Maschine. Wenn die Arbeit beendet ist, wird die Arbeitsanweisung wieder gelesen, um den Job abzuschlie- ßen. Jetzt hat der Computer alle Informationen, um Folgendes zu tun (ohne dass der Instandhaltungsmitarbeiter irgendetwas aufschreiben muss): 1. Abschluss der Arbeitsanweisung, einschließlich Datum, totaler Kosten und benötigter Zeit, und Herausholen der Arbeitsanweisung aus dem File für die laufenden Arbeitsanweisungen 2. Eintragen des Jobs in das Maschinenlogbuch (nach Maschinennummer), einschließlich Datum, Nummer der Arbeitsanweisung, Arbeitsbeschreibung, Zeit- und Arbeitskosten, Materialkosten, Gesamtkosten, aufsummierte Kosten und ihr Prozentwert von den Kosten für eine Ersatzmaschine 3. Berechnung der PM-Erfüllung (eingeplante PM-Arbeiten verglichen mit den tatsächlich ausgeführten) 4. Ausgabe einer Liste der PMs, die im geplanten Zeitraum nicht ausgeführt wurden 5. Berechnen von Leistungsindizes, falls Zeitabschätzungen genutzt wurden, wie etwa Produktivität, Auslastung und Arbeitsleistung 6. Berechnen der Abstände zwischen Maschinenversagen (MTBF), wenn in der Arbeitsanweisung Maschinenstillstand codiert wird und die Betriebsstunden eingegeben werden 7. Die Bestandslisten bleiben auf dem neuesten Stand, einschließlich Verwendung der Ersatzteile, monatliche Materialkosten, Kosten des Materials für die Betriebsanlagen usw. 8. Aufstellung der gesamten Arbeitsstunden, die jeweils von den Betriebsanlagen, vom Arbeitsbereich, vom ganzen Werk gebraucht werden, und Bezeichnung der Art von Arbeit (Ausfall, geplante Wartung, PM usw.) 9. Erzeugen von anderen, nach Bedarf entworfenen Berichten Wie Sie sehen können, bietet der Strichcode zu vernünftigen Kosten äußerst umfangreiche Mittel für Management und Kontrolle der Instandhaltung. Die Technologie ist vorhanden, die Software ist vorhanden; alles, was Sie tun müssen, ist ein System zu entwickeln, das zu Ihren Bedürfnissen passt. Der schwierigste Teil ist die Umstellung der Instandhaltungslager auf den Strichcode. Aber dies ist eine einmalige Aufgabe und der Mühe wert, wenn man die gewonnene Kontrolle und Übersichtlichkeit bedenkt. Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms80 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 80 Der attraktive Teil des Strichcodes ist, dass die Schreibarbeit vollständig und das Papier zum größten Teil entfällt. Die Instandhalter gewöhnen sich schnell an dieses System und mögen es im Allgemeinen. Das Management schließlich bekommt die Mittel und die Daten, die benötigt werden, um Instandhaltung und Betriebsanlagen zu managen. Schritt 9: Entwicklung eines Berichtssystems Leider befinden sich viele Unternehmen in einem Blindflug, wenn es um gutes PM-Management geht. Das Fehlen nutzbarer PM-Berichte trägt hierzu bei. Sie verbringen den größten Teil ihrer Zeit und Anstrengungen damit, auf Störungen zu reagieren, und PM wird auf einer Ad-hoc-Basis durchgeführt, mit geringer Planung und sehr wenigen Berichten, wenn überhaupt. In einem solchen Umfeld ist es schwierig, Fortschritte zu machen, ganz zu schweigen von einer grundlegenden Verbesserung. Lassen Sie es nicht so weit kommen. PM verlangt viel Engagement und Disziplin. Und die Ergebnisse sind nicht sofort zu erkennen. Deshalb ist auch Geduld erforderlich. Wenn Ergebnisse erkennbar werden, dann müssen Sie diese dokumentieren, um Ihre Investition in PM zu rechtfertigen und das Projekt fortzusetzen. Aus diesem Grund gibt es zwei Typen von PM-Berichten. Der eine Typ zeigt, wie gut Sie Ihre PMs durchführen, und der andere legt dar, wie erfolgreich Ihre PM-Aktivitäten in Bezug auf das einwandfreie Funktionieren Ihrer Betriebsanlagen sind. Der Kontrollbericht enthält folgende Punkte: •• PM-Erfüllung (der Umfang, nach Terminplan durchgeführt, verglichen mit der geplanten PM-Aktivität) Ziel: 100 Prozent für Maschinen der Dringlichkeit 1 90 Prozent +/- für Maschinen der Dringlichkeit 2 80 Prozent +/- für Maschinen der Dringlichkeit 3 •• PM-Leistung, -Auslastung und -Produktivität wie in Schritt 8 diskutiert •• PM-Kosten (Arbeit und Material) – für Maschinen (je Maschine) – für Instandhaltung und Maschinenführer (dieses Verhältnis wird sich während TPM verschieben, deshalb müssen Sie es aufzeichnen) – durch Lieferanten, falls vorhanden – Summe der PM-Kosten für die Abteilungen und das Werk •• Maschinenlogbuch – nicht nur als Bericht, sondern als ein Hilfsmittel zu benutzen Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms 81 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 81 Der monatliche Bericht umfasst folgende Punkte: •• Ausfallstunden (Die Ausfallstunden werden häufig von der Produktion geliefert.) – der Maschinen – in der Abteilung – im Werk •• Trend der Ausfallzeiten (wie oben) •• Zwischenzeit (MTBF) zwischen den Ausfällen für jede Maschine der Dringlichkeit 1 und 2 •• Wert der gesteigerten Produktionszeit, wenn möglich korreliert mit den PM- Kosten. Das Erstellen und Nutzen dieser Berichte hilft Ihnen, PM in einer organisierten Form durchzuführen. Wenn Sie die PMs richtig und nach einem Zeitplan ausführen, dann werden die Ausfallzeiten abnehmen, und die Leistung der Betriebsanlagen wird ansteigen. Es ist wichtig, diesen Fortschritt zu messen, da der Wert von guten PMs nicht für jeden im Betrieb offensichtlich ist. Schritt 10: Einführen der PM-Organisation Ein PM-System, wie es gerade beschrieben wurde, kann nur erfolgreich sein, wenn es von einer guten PM-Organisation unterstützt wird. Es ist sehr empfehlenswert, eine spezielle PM-Arbeitsgruppe einzusetzen (das heißt PM-Spezialisten, die nur PM machen und an ihrem Zeitplan festhalten). Wenn Sie es schaffen, Ihren PM-Arbeitsaufwand auszugleichen (Schritt sechs), dann kann die PM-Arbeitsgruppe stabil bleiben. Und überraschenderweise ist bei diesem System Ihre PM-Arbeitsgruppe nicht groß (insbesondere wenn Ihre Maschinenführer sich am TPM-PM beteiligen). Das Addieren der für alle PM-Arbeitsanweisungen und Instandhaltungschecklisten geschätzten Zeiten (einschließlich Wege- und Verteilzeiten) wird die gesamten Arbeitsstunden pro Woche ergeben. Teilen Sie diese Zahl durch die Beschäftigungsstunden pro Woche, um das benötigte spezielle Personal zu erhalten. Wenn Sie erst einmal die Arbeitsgruppe festgelegt haben, dann können Sie die Struktur der Organisation bestimmen. Die meisten Betriebe werden mit einer ziemlich einfachen Organisation auskommen (eine kleine PM-Gruppe innerhalb der Instandhaltung). Große Betriebe jedoch werden möglicherweise einen PM- Gruppenleiter für eine Gruppe mit zehn oder mehr Mitarbeitern benötigen und vielleicht einen speziellen PM-Planer und -Disponenten. Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms82 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 82 Die Geheimnisse einer erfolgreichen PM Es wurde über einen längeren Zeitraum hin festgestellt, dass Unternehmen mit einem sehr erfolgreichen PM-Programm folgende Elemente anwenden: •• ein gutes, computerunterstütztes System •• PM-Routen für von der Wartung ausgeführte PMs •• spezielle PM-Arbeitsgruppen (nicht unbedingt vollzeitig) •• festgelegte und befolgte Dringlichkeit •• gute Berichte und Maschinenlogbücher •• absolutes Engagement des Managements für PM Auf die Maschinenführer gestützte PM (innerhalb TPM) Der zweite und sehr erfolgreiche Weg für Ihre PM-Verbesserungsstrategie ist, so viele PM-Routinearbeiten wie möglich auf die Maschinenführer zu übertragen. In einigen Fällen wird das ziemlich einfach zu erreichen sein, insbesondere wenn die Maschinenführer bereits an der Reinigung der Maschinen, an deren Einrichtung und Justierung, am Beseitigen kleinerer Probleme wie etwa Blockierungen usw. beteiligt sind. Sie sind im Allgemeinen motiviert, noch mehr an ihren Maschinen zu tun. Dann stellt sich die Frage, was übertragen wird und wie die notwendige Schulung durchgeführt werden soll. In späteren Kapiteln wird noch erläutert, wie man dies angeht. Hier und da ist das Gegenteil der Fall. Die Maschinenführer werden sich dagegen wehren, ihre Maschinen »anzufassen«, häufig weil sie über Jahre von der vorhandenen Firmenpolitik oder -praxis davon abgehalten wurden. Manchmal halten Arbeitsvereinbarungen zwischen der Gewerkschaft und dem Management die Maschinenführer davon ab, irgendetwas anderes als »einfache Werkzeuge« zu benutzen. Auf die Maschinenführer gestützte PM bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Leistung Ihrer Betriebsanlagen wesentlich zu steigern bei gleichbleibendem (oder sogar abnehmendem) gesamten Instandhaltungskosten. Es schafft neue Möglichkeiten für Beteiligung, Engagement und Schulung der Maschinenführer. Computerfreundlich Es ist selbstverständlich, dass das vorausgehend beschriebene PM-System computerunterstützt sein muss. Entwurf und Installation eines effektiven PM-Programms 83 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 83 Die PM-Arbeitsanweisungen und -Checklisten werden im Büro des Planers oder in der Werkshalle ausgedruckt. Es ist praktisch unmöglich, einen handschriftlichen Zeitplan mit so vielen laufenden PM-Aktivitäten herzustellen. Die Automatisierung der Datensammlung und der Erstellung von Berichten ist ein Muss. Dasselbe gilt für die Bestandskontrolle der Wartung. Glücklicherweise stehen zahlreiche CMMS (Computerized Maintenance Management Systems) zur Verfügung, die bei der Unterstützung Ihres PM-Systems gute Arbeit leisten. Viele sind PC-gestützt, die meisten unterstützen ein LAN (Local Area Network)-System. Für große Betriebe gibt es mini- und mainframegestützte CMMS-Programme. In Betrieben mit vorhandenem CMMS bringt die Einführung von TPM eine zusätzliche Herausforderung. Sie müssen eine neue »Branche«, nämlich die Maschinenführer, in ihr Planungssystem einfügen. Die Verteilung von PM- Checklisten und Terminplänen ist weitreichender und kann zusätzliche Terminals (PCs) in der Werkshalle bedeuten. Das Berichtsystem muss zwischen Aufgaben, die vom Instandhaltungspersonal oder von den Maschinenführern ausgeführt wurden, unterscheiden. Mehr Leute, einschließlich der Maschinenführer, müssen für die Eingabe der PM-Daten geschult werden. Die meisten guten PM-Programme können jedoch ohne größeren Aufwand angepasst werden. Es ist wichtig, zuerst Ihren Bedarf und die Spezifikationen bezüglich TPM zu erarbeiten und dann ein System, das die Durchführung und Kontrolle Ihres verbesserten PM-Programms unterstützen wird, anzupassen oder anzuschaffen. Denken Sie daran, machen Sie keinen Blindflug!

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Zusammenfassung

Mit Total Productive Maintenance (TPM) zum Weltklasse-Betrieb

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Produktionsstörungen kosten nicht nur Zeit und Nerven, sondern vor allem Geld. Mit TPM vermeiden Sie zeitraubende Maschinenausfälle, unnötige Fehler und teure Nacharbeit. Spitzenunternehmen wie DaimlerChrysler und Dunlop sind mit dieser Methode der Instandhaltung seit Jahren erfolgreich. Aber auch kleine und mittelständische Unternehmen verschiedenster Industriezweige profitieren von TPM.

* Steigerung der Betriebszeit

* Verringerung der ungeplanten Ausfälle

* Erhöhung der Anlagenproduktivität

* Verringerung von Ausschuss und Nacharbeit

* Steigerung des Return on Investment

Schritt für Schritt zeigt Ihnen der weltweit führende TPM-Experte, Edward H. Hartmann, worauf es bei der Planung und Installation eines maßgeschneiderten TPM-Programms ankommt. Fallstudien ausgewählter Unternehmen illustrieren den Einsatz und die Vorteile von TPM.

Über den Autor

Prof. Dr. Edward H. Hartmann ist Gründer und Präsident des International TPM Institute, Pennsylvania, USA. Er berät Klienten auf dem Sektor Instandhaltungsmanagement und Produktivitätserhöhung und unterstützt die gesamte westliche Firmenwelt bei der Entwicklung und Einführung von TPM in ihren Fabriken.