2 Fertigung ist eine Herausforderung in:

Edward H. Hartmann

TPM, page 16 - 20

Effiziente Instandhaltung und Maschinenmanagement

4. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4633-3, ISBN online: 978-3-8006-4634-0, https://doi.org/10.15358/9783800646340_16

Series: Management Competence

Bibliographic information
Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 5 2Fertigung ist eine Herausforderung Jedes Unternehmen sieht sich mit dem ständigen Anspruch konfrontiert, die Betriebsabläufe und die Geschäftsmethoden zu verbessern. Stillstand bedeutet Rückschritt. Was vor fünf Jahren akzeptabel war, ist heute ein Nachteil. Die besten Unternehmen, diejenigen, die auch in Zukunft noch dabei sein werden, verbessern und erneuern sich ständig. TPM befasst sich mit vielen Anforderungen aus dem Produktionsbereich, mit denen auch Sie möglicherweise konfrontiert werden. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Punkte zeigt Ihnen, wie TPM zur Bewältigung dieser Anforderungen beitragen kann. Der globale Wettbewerb Ihr Unternehmen steht einer starken und in der Regel weltweiten Konkurrenz gegenüber. Auch wenn Sie selbst nicht exportieren, konkurrieren Sie mit dem internationalen Markt, denn es besteht die Möglichkeit, dass jemand ein ähnliches Produkt importiert und damit in Ihrem eigenen Hinterland mit Ihnen konkurriert. Selbst verschiedene Niederlassungen innerhalb derselben Gesellschaft müssen bei neuen Produkten miteinander konkurrieren. Deshalb kommen Sie nicht umhin, Ihrem Kunden die Erfüllung aller Wünsche zu versprechen. Und Sie müssen dieses Versprechen halten. Die Qualitätsanforderung Motorola und andere Unternehmen haben angekündigt, dass ihr Ziel die Qualität »Six Sigma« ist. Das bedeutet, dass dem Kunden zu 99,9996 Prozent einwandfreie Produkte geliefert werden. Wenn man es aus der Sicht der Produktion betrachtet, dann ist das eine Ausschussrate von 3,4 Teilen pro Million (ppm). Mit anderen Worten, auf 300.000 einwandfreie Teile kommt ein fehlerhaftes! Wenn Ihr Werk seine Anstrengungen darauf konzentriert, einen solchen Qualitätsgrad zu erreichen, dann müssen Sie im Voraus wissen, dass Sie bei einem bestimmten Fertigung ist eine Herausforderung6 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 6 Punkt – wie ein Marathonläufer – auf eine Wand stoßen werden, eine Grenze, die Sie ziemlich frustrieren wird. Wo liegt das Problem? Es sind Ihre Maschinen! Sie müssen eine perfekte Maschine haben, um ein perfektes Produkt herzustellen. Aber selbst mit den besten Maschinen kann es schnell bergab gehen, wenn sie nicht richtig gewartet werden. Ein Unternehmen der Papierindustrie hat kürzlich eine brandneue Maschine zur Papierherstellung installiert, die schon nach neun Monaten häufige Störungen zeigte. Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass die Maschine bereits rostete, dass sie kaum gereinigt war und praktisch nicht gewartet wurde. Für eine perfekte Qualität brauchen Sie aber die perfekte Maschine, etwas, von dem viele Leute glauben, dass es gar nicht existieren kann. Eine absolut saubere, perfekt gewartete, bestens justierte Maschine ohne abgenutzte Bestandteile? Unmöglich! Aber für japanische TPM-Unternehmen ist das normal. Die Fabriken sind glänzend sauber, und es herrscht eine Manie in Bezug auf Sauberkeit und kontinuierliche Wartung. Kann das auch im Westen erreicht werden? Kritiker mögen spotten, aber alles, was dafür benötigt wird, ist, die Maschinen kontinuierlich, pausenlos und aufmerksam zu beobachten. Durch TPM können Sie dieses Engagement erreichen. Wenn Sie bereits ein erfolgreiches Qualitätsprogramm (z. B. ISO oder QS 9000) haben, wird das Ihre TPM-Installation wesentlich vereinfachen. In der Tat passen Qualität und TPM gut zusammen, und Sie müssen kein vollständig neues Programm erzeugen. TPM ist zum Beispiel sehr erfolgreich als Teil eines umfassenden Qualitätsprogramms – hier Qualität der Betriebsmittel – installiert worden. Aber selbst wenn Sie augenblicklich kein Qualitätsprogramm in Ihrem Werk umsetzen, können Sie dennoch eine gute TPM-Installation erreichen, was zu einer verbesserten Qualität Ihrer Produkte führen wird. Just in Time (JIT) Eine andere moderne Produktionstechnik ist Just in Time. Diese höchst effiziente Vorgehensweise reduziert spürbar den Umfang Ihrer Lagerbestände, sowohl der gerade bearbeiteten als auch der fertigen Güter. Aber JIT hängt von zuverlässigen Betriebsanlagen ab. Wenn ein Maschinenversagen mitten in einem JIT-Lauf auftritt, dann vernichtet das sofort alle Gewinne, die Sie gemacht haben. Reduktion der Zykluszeiten Moderne Fabriken sorgen für eine weitere Herausforderung. Sie müssen mehr und mehr in der Lage sein, schneller zu produzieren, um die Zykluszeiten zu Fertigung ist eine Herausforderung 7 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 7 reduzieren. Den Kunden zufriedenzustellen bedeutet, dass die Produktionszeiten immer kürzer werden, damit der Auftrag des Kunden mit noch weniger Verzögerungszeit bearbeitet werden kann. Ein Schaden in den Betriebsanlagen, Leerlauf und selbst geringfügige Störungen machen es sehr schwer, die Zykluszeiten zu reduzieren, wenn sie nicht systematisch mit Ihrem TPM-Programm angegangen werden. Verkürzung der Rüstzeiten JIT und die Reduzierung der Zykluszeit führen in der Regel zu kürzeren und häufigeren Produktionsumläufen. Nun sind plötzlich Einstell- und Rüstvorgänge entscheidend. Denn während des Einrichtens oder Umrüstens steht Ihre Maschine still. Sie ist nicht defekt, aber trotzdem steht sie still, soweit das die Fertigung betrifft. Frühere Studien über die Effektivität der Betriebsmittel (Overall Equipment Effectiveness, OEE) haben gezeigt, dass Rüsten und Justieren bis zu 50 Prozent der gesamten Produktionszeiten benötigen können. Sie gehören im Rahmen von TPM zu den wichtigsten Ausfällen der Betriebsmittel. Der Austausch eines Werkzeugs innerhalb von wenigen Minuten (Single Minute Exchange of Die, SMED) ist eine sehr erfolgreiche Methode, um Rüstzeiten bis zu einem absoluten Minimum zu reduzieren. Es gibt in der Industrie viele Beispiele, dass eine Maschinenumrüstung, die anderthalb Stunden dauerte, zuerst auf 45 Minuten und dann auf 10 Minuten reduziert werden konnte. Das Ziel von SMED ist eine einstellige Minutenzahl, das heißt weniger als 10 Minuten für jede nur denkbare Umrüstung! Bei TPM ist das Engagement des Bedienpersonals für das Erreichen von reduzierten Rüstzeiten von großer Bedeutung und hat dramatische Ergebnisse gezeigt. Kostenreduktion Früher legte man bei den Bemühungen zur Kostenreduktion die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Herstellungskosten. Die Wartungskosten machen jedoch in der Regel 5 bis 15  Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Der tatsächliche Wert hängt vom Typ des betreffenden Unternehmens ab. Die Schwerindustrie wird am oberen Ende dieser Skala liegen, während Industrien mit einem großen Anteil an manuellen Tätigkeiten und wenig Maschinen am unteren Ende der Skala sind. Hoch automatisierte Betriebe sehen einen noch viel höheren Prozentsatz als oben erwähnt. Der entscheidende Indikator sind nicht nur die Kosten, sondern auch der Trend. Die Produktionskosten pro Einheit sind mit der Zeit niedriger geworden auf- Fertigung ist eine Herausforderung8 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 8 grund von Automation, schnelleren Betriebsanlagen, Robotern, Studien zur Kostenreduktion und anderen Faktoren. Die Wartungskosten auf der anderen Seite sind dagegen gestiegen. Sie steigen, weil die Betriebsanlagen komplizierter werden und höher entwickelt sind. Die Perspektive, bisher nur auf die Produktionskosten gerichtet, ändert sich. Viele Unternehmen suchen aktiv nach Möglichkeiten, die Instandhaltungskosten zu reduzieren. Aber wenn Sie im Wesentlichen nur Notreparaturen, die nicht kontrolliert oder vorausgesagt werden können, durchführen, wie können Sie die Wartungskosten reduzieren? Eine gute TPM-Installation wird die Spirale der steigenden Wartungskosten umkehren und gleichzeitig die Leistung Ihrer Betriebsanlagen außerordentlich verbessern. Ausweitung der Kapazität Die Fertigung produziert ein Produkt. Die Instandhaltung sichert die Kapazität für die Fertigung. Kennen Sie den tatsächlichen Nutzungsgrad Ihrer Betriebsanlagen? Kennen Sie die tatsächliche Verfügbarkeit Ihrer Betriebsanlagen? Kennen Sie die tatsächliche Leistung Ihrer Betriebsanlagen, wenn sie genutzt werden und verfügbar sind? Sorgfältige Studien der Betriebsanlagen haben unglaublich niedrige Werte der totalen effektiven Produktivität (Total Effective Equipment Productivity, TEEP) ergeben, sehr zur Überraschung und Bestürzung des Managements. Nicht nur bei alten und abgenutzten Betriebsanlagen, sondern manchmal bei ziemlich neuen und modernen Maschinen! Nicht nur bei unwichtigen, überzähligen Maschinen, sondern manchmal bei produktionsbestimmenden, zwingend notwendigen Maschinen, was den gesamten Durchsatz reduziert. Manchmal gibt es so viel verfügbare Kapazität, die in den vorhandenen Betriebsanlagen versteckt ist, dass Sie geplante Maschinenkäufe oder sogar eine Expansion des Betriebes um Jahre verschieben können, wenn Sie einfach lernen, diese ungenutzte Kapazität zu erschließen. Einige Unternehmen, wie etwa Tennessee Eastman, haben deutlich demonstriert, dass TPM die Produktionskapazität steigern kann, manchmal dramatisch, ohne Kapitalinvestition. Weitere Probleme In vielen Ländern werden Umweltprobleme mehr und mehr zu einem wichtigen Faktor. Die gesetzlichen Vorschriften werden jeden Monat strenger. Ihre Maschinen dürfen nicht die Luft, den Boden oder das Wasser verschmutzen; trotzdem müssen sie schneller laufen und mehr produzieren. Nur gut gewartete und richtig justierte und inspizierte Betriebsanlagen können diese Probleme bewältigen. Fertigung ist eine Herausforderung 9 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 9 Die andere Seite der Umweltmedaille ist das Energiesparen. In den meisten Herstellungsbetrieben sind die elektrischen Motoren die größten Energiekonsumenten. Dennoch laufen viele Motoren aufgrund von ausgebrannten Spulen, schlechten Isolierungen, Anhäufung von Schmutz oder schlechter Auswuchtung mit geringer Effizienz. Die Herausforderung besteht darin, den Energieverbrauch zu reduzieren. Wie können Sie dieser Forderung entsprechen und doch eine größere Kapazität Ihrer Betriebsanlagen erreichen? Die TPM-Lösung Dies sind einige der Probleme und Herausforderungen, mit denen Ihr Unternehmen im Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit konfrontiert wird. TPM, richtig installiert, hat einen positiven und oft dramatischen Effekt auf viele dieser Fragen, ohne dass Sie einen exorbitanten Preis für Ihre Qualitäts-und Produktivitätsverbesserungen zahlen müssen. Ganz im Gegenteil, der Investitionsrückfluss (Return on Investment, ROI) Ihrer erfolgreichen TPM-Installation wird wahrscheinlich höher sein als bei jedem Ihrer früheren Programme zur Produktivitätsverbesserung. Errechnete Ergebnisse bei führenden deutschen Unternehmen (z. B. DaimlerChrysler, Dunlop, Kiekert) haben einen ROI von 200 Prozent bis über 400 Prozent ergeben!

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Zusammenfassung

Mit Total Productive Maintenance (TPM) zum Weltklasse-Betrieb

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Produktionsstörungen kosten nicht nur Zeit und Nerven, sondern vor allem Geld. Mit TPM vermeiden Sie zeitraubende Maschinenausfälle, unnötige Fehler und teure Nacharbeit. Spitzenunternehmen wie DaimlerChrysler und Dunlop sind mit dieser Methode der Instandhaltung seit Jahren erfolgreich. Aber auch kleine und mittelständische Unternehmen verschiedenster Industriezweige profitieren von TPM.

* Steigerung der Betriebszeit

* Verringerung der ungeplanten Ausfälle

* Erhöhung der Anlagenproduktivität

* Verringerung von Ausschuss und Nacharbeit

* Steigerung des Return on Investment

Schritt für Schritt zeigt Ihnen der weltweit führende TPM-Experte, Edward H. Hartmann, worauf es bei der Planung und Installation eines maßgeschneiderten TPM-Programms ankommt. Fallstudien ausgewählter Unternehmen illustrieren den Einsatz und die Vorteile von TPM.

Über den Autor

Prof. Dr. Edward H. Hartmann ist Gründer und Präsident des International TPM Institute, Pennsylvania, USA. Er berät Klienten auf dem Sektor Instandhaltungsmanagement und Produktivitätserhöhung und unterstützt die gesamte westliche Firmenwelt bei der Entwicklung und Einführung von TPM in ihren Fabriken.