1 Die Welt des TPM in:

Edward H. Hartmann

TPM, page 12 - 15

Effiziente Instandhaltung und Maschinenmanagement

4. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4633-3, ISBN online: 978-3-8006-4634-0, https://doi.org/10.15358/9783800646340_12

Series: Management Competence

Bibliographic information
Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 1 1Die Welt des TPM Totale produktive Instandhaltung (Total Productive Maintenance, TPM), überall auf der Welt sprechen Wartungs-, Produktions- und Fabrikmanager über dieses Thema und versuchen, mehr zu erfahren oder zu lernen, wie man es einsetzt. Von Elektronikfabriken in Malaysia über Automobilwerke in den Vereinigten Staaten und Europa bis zu Aluminium verarbeitenden Industrien in Kanada und Papierfabriken in Südamerika: Jeder befasst sich mit TPM als der neuesten und besten in einer Serie von modernen Herstellungstechniken. Unternehmen wie DaimlerChrysler, VW, Ford Motor, BMW, Pirelli, Continental AG, Dunlop, Motorola, Bosch, Siemens, Eastman Kodak, DuPont, Procter & Gamble, Kelloggs, Kraft Foods, Nestlé, Alusuisse und viele andere haben begonnen, TPM-Programme zu installieren, oder arbeiten bereits erfolgreich damit. Es scheint in der Tat eine der wichtigen zukunftsweisenden Fertigungstechnologien zu sein. Aber ist TPM auch die Lösung Ihres Problems? Kann es zu einer Verbesserung Ihres Betriebs, zu einer Steigerung Ihrer Produktivität und zur Kostensenkung beitragen? Die Antwort ist ein deutliches »Ja«. Aber TPM muss richtig umgesetzt werden, damit es in Ihrem Werk wirklich funktioniert. TPM hat in vielen Ländern enormen Nutzen gebracht; aber es wird möglicherweise bei Ihnen nicht funktionieren, wenn Sie einfach nur versuchen, das japanische System zu kopieren. Einige nichtjapanische Unternehmen haben keine guten Ergebnisse erzielt und sehr viele Enttäuschungen und Rückschritte erlebt, weil sie einfach nur dem japanischen Modell gefolgt sind. TPM ist dann am effektivsten, wenn Sie es modifizieren und auf Ihr Umfeld, Ihre Mitarbeiter und die Probleme und Gegebenheiten Ihrer Betriebsanlagen abstimmen. Dieses Buch wird Sie Schritt für Schritt durch einen TPM-Prozess führen, der entwickelt wurde, um in Ihrem Betrieb bessere Resultate zu erzielen. Es weist auf Probleme hin, die andere bei der Entwicklung von TPM hatten, und wird bei der erfolgreichen Umsetzung von TPM in Ihrem Betrieb sehr hilfreich sein. Die Japaner und TPM Die Methode der vorbeugenden Wartung, Preventive Maintenance (PM), wurde in Japan eingeführt, nachdem sie kurz zuvor in den 1950er Jahren von der Die Welt des TPM2 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 2 General Electric Corporation entwickelt worden war. Wie bei so vielen anderen Produktionstechniken, beispielsweise der Qualitätskontrolle und der Nullfehlertechnik, übernahmen die Japaner das Konzept und entwickelten daraus ein verbessertes Programm, um effektiver zu produzieren. Seiichi Nakajima, der stellvertretende Vorsitzende des Japan Institute of Plant Maintenance, förderte TPM in ganz Japan und wurde als »Vater des TPM« bekannt. Er schrieb ein Buch zu diesem Thema, das die Bibel der Wartungs- und Produktionsmanager in Japan und vielen anderen Ländern wurde. Nakajimas Vorgehensweise, zuerst praktiziert bei Nippondenso, die Maschinenbediener bei den routinemäßigen Instandhaltungsarbeiten mit einzubeziehen, hat sich bewährt und bildet die Basis eines guten TPM. Aber Nakajimas Buch wurde für japanische Unternehmen geschrieben. Man wurde auf TPM aufmerksam und in vielen Management-Zeitschriften wurde es als eines der wirksamsten Werkzeuge der letzten 20 Jahre bezeichnet, das von japanischen Unternehmen eingesetzt wurde, um in der Fertigung einen Vorteil gegenüber der übrigen Welt zu erreichen. Zweifellos besitzen die Japaner auf diesem Gebiet einen Vorsprung. Sie haben aber auch noch andere Vorteile. So ist in Japan ein umfangreiches Engagement des gesamten Managements für TPM üblich. Der Vorstandsvorsitzende einer großen japanischen Gesellschaft kann einem seiner Zulieferunternehmen mitteilen, dass sie TPM installieren sollen, wenn sie seine Firma weiter beliefern wollen. Der Leiter dieses Zulieferunternehmens wird zu seinem Werk zurückkehren und seine Angestellten darüber informieren, dass sie ein TPM-Programm starten werden. Seine Untergebenen werden nicht weiter argumentieren, niemand wird Bedenken äußern; sie werden einfach dieses Ziel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgen. Der Wille und der Weg Da wir von Mitteln sprechen: Wenn die Japaner sich entschließen, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, dann versichern sie sich, dass adäquate Finanzmittel zur Verfügung stehen. Es wird kein Yen zurückgehalten, wobei im Management hierüber vollkommene Übereinstimmung herrscht. Man wird diese Einstellung in anderen westlichen Ländern nicht immer antreffen. Oft entdeckt zuerst jemand im mittleren Management die Vorzüge des TPM. Er oder sie muss diese dann dem Topmanagement verkaufen und zusätzlich noch die Kosten des Programms rechtfertigen. Die Japaner planen langfristig, routinemäßig für 10 bis 20 Jahre im Voraus. Wenn ein TPM-Programm drei oder mehr Jahre benötigt, bis es Ergebnisse aufweist, dann haben sie die Geduld, dies durchzuziehen. In anderen Ländern sind die Ziele gewöhnlich kurzfristiger. Wenn man nicht innerhalb von 6 bis 12 Mona- Die Welt des TPM 3 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 3 ten Gewinne vorweisen kann, dann läuft das Programm Gefahr, gestrichen zu werden. Viele Japaner, vor allem im mittleren Management, arbeiten zehn Stunden und mehr am Tag. Zusätzlich pendeln viele Angestellte täglich zwei Stunden oder sogar noch länger. Darüber hinaus machen sie freiwillig Überstunden, um TPM zu lernen und zu praktizieren. Wenn man in anderen Ländern versuchen würde, ein TPM-Training während unbezahlter Überstunden und auf freiwilliger Basis einzuführen, gäbe es sicher Probleme mit den Angestellten. Ein anderer Aspekt der japanischen Kultur ist ihre natürliche Affinität zu Gruppen. Japaner werden von Kindheit an in diese Richtung trainiert. In der Schule bilden die Kinder Arbeitsgruppen, die das Mittagessen servieren. Gruppen von Kindern säubern die Flure und den Schulhof. Japanische Kinder müssen sich nach der Schule an Gruppenaktivitäten beteiligen, sei es, dass sie ein Instrument spielen oder Sport treiben oder im Theater mitwirken. Diese Kinder wachsen in Gruppen auf, weswegen es für sie leicht, beinahe selbstverständlich ist, sich den kleinen Gruppen, die das Herz des TPM bilden, anzuschließen. Westliche Nationalitäten tendieren zu mehr Unabhängigkeit und handeln eher im eigenen Interesse als im Interesse einer Gruppe. Bevor Sie mit TPM Erfolg haben, müssen Sie sich dieser Unterschiede in der Arbeitsmoral, im Managementstil und im kulturellen Hintergrund bewusst sein. Sie können die Japaner nicht kopieren. Viele, die das versuchten, waren nicht sehr erfolgreich. Sie müssen pragmatisch vorgehen und ein Programm entwickeln, das für Sie arbeitet – in Ihrem Umfeld, mit Ihren Mitarbeitern. Sie können einen auf Ihre eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen TPM-Prozess entwickeln, der dieselben ausgezeichneten Ergebnisse in Ihrem Betrieb erzielen wird, wie sie die Japaner in den ihren erreicht haben. Der Herausforderung begegnen TPM ist eine gewaltige Herausforderung, aber es ist die Zeit, die Anstrengung und das Geld wert. Sie benötigen die Unterstützung des Topmanagements, die in 90 Prozent der Fälle kommen wird, sobald klar ist, worum es sich bei TPM handelt und was es für Ihren Betrieb leisten kann. Wenn Sie einen Betriebsrat haben, dann stellen Sie sicher, dass er von Anfang an einbezogen wird. Sie brauchen nicht seine enthusiastische Unterstützung, aber Sie müssen zumindest seine Beteiligung und Zustimmung haben. Bevor Sie mit einem TPM-Programm anfangen, müssen Sie sich im Klaren dar- über sein, dass dies nicht kostenlos sein wird. Tatsächlich ist ein beträchtlicher Aufwand an Zeit, Geld und Training nötig, bevor die ersten greifbaren Ergebnisse festgestellt werden können. Sie müssen sich auch vor Augen halten, dass man Die Welt des TPM4 Vahlen Competence Hartmann – TPM (4. Auflage) Herstellung: Frau Deuringer Ausgabedatum: 07.10.2013 Änderungsdatum: 07.10.2013 Status: Imprimatur Seite 4 sich nicht unvorbereitet in ein TPM-Projekt stürzen darf. Es ist ein drastischer Schritt, der die Unternehmenskultur ändern wird und viel Vorbereitung und Engagement verlangt. Wenn Sie diese Warnungen berücksichtigen, dann sind Sie in der Lage, einen durchführbaren Plan zu entwickeln, mit dem Sie Ihren Betrieb durch die Installation eines erprobten Systems verbessern; ein System, bei dem die Betriebsmittel mit einem Minimum an Verlusten für eine stark gesteigerte Produktivität genutzt werden.

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Zusammenfassung

Mit Total Productive Maintenance (TPM) zum Weltklasse-Betrieb

Zum Buch

Produktionsstörungen kosten nicht nur Zeit und Nerven, sondern vor allem Geld. Mit TPM vermeiden Sie zeitraubende Maschinenausfälle, unnötige Fehler und teure Nacharbeit. Spitzenunternehmen wie DaimlerChrysler und Dunlop sind mit dieser Methode der Instandhaltung seit Jahren erfolgreich. Aber auch kleine und mittelständische Unternehmen verschiedenster Industriezweige profitieren von TPM.

* Steigerung der Betriebszeit

* Verringerung der ungeplanten Ausfälle

* Erhöhung der Anlagenproduktivität

* Verringerung von Ausschuss und Nacharbeit

* Steigerung des Return on Investment

Schritt für Schritt zeigt Ihnen der weltweit führende TPM-Experte, Edward H. Hartmann, worauf es bei der Planung und Installation eines maßgeschneiderten TPM-Programms ankommt. Fallstudien ausgewählter Unternehmen illustrieren den Einsatz und die Vorteile von TPM.

Über den Autor

Prof. Dr. Edward H. Hartmann ist Gründer und Präsident des International TPM Institute, Pennsylvania, USA. Er berät Klienten auf dem Sektor Instandhaltungsmanagement und Produktivitätserhöhung und unterstützt die gesamte westliche Firmenwelt bei der Entwicklung und Einführung von TPM in ihren Fabriken.