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C. Literatur und Übungsfragen in:

Bernhard Swoboda, Rolf Weiber

Grundzüge betrieblicher Leistungsprozesse, page 268 - 270

Marketing, Innovation, Produktion, Logistik und Beschaffung

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4631-9, ISBN online: 978-3-8006-4632-6, https://doi.org/10.15358/9783800646326_268

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C. Literatur und Übungsfragen 253 - Die höchste Komplexität der Koordination ist bei der internationalen Verbundproduktion festzustellen, wobei eindeutige Aussagen auf Grund der Vielfalt der möglichen Ausgestaltungsformen schwierig sind. So können Verbundproduktionssysteme eher beschaffungs-, eher produktions- oder eher absatzorientiert konfiguriert sein; die übergreifende Koordination zwischen Produktion und der entsprechenden Wertschöpfungsaktivität muss daher sehr eng sein. Komplex ist die Koordination der Produktionsprozesse insbesondere in Verbindung mit den Produktionslogistikaktivitäten, da für einen effizienten länderübergreifenden Produktionsprozess eine enge Verknüpfung der jeweiligen Produktionsstufen miteinander gegeben sein und ein durchgängiger Güterfluss sichergestellt werden muss. Die Koordination von Beschaffungs- und Produktionsprozessen sowie den dazugehörigen Logistikprozessen durch entsprechende IT-Systeme ist in der Praxis bereits relativ weit fortgeschritten, so Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme und CIM-Systeme, die aus den Anforderungen der Produktion die entsprechenden materialwirtschaftlichen Konsequenzen berechnen und logistische und beschaffungsorientierte Prozesse automatisch auslösen. Das Logistical Resource Planning verknüpft die Fertigungs- und Beschaffungsplanung (inklusive der Beschaffungslogistik) weiter gehend mit den logistischen Prozessen der Distribution und ermöglicht damit eine aktivitätenübergreifende Koordination. Die innerhalb der jeweiligen Wertschöpfungsaktivitäten zu behandelnden Koordinationsmechanismen zeigen ebenfalls deutliche Zusammenhänge. Bei einer idealtypischen, anreizkompatiblen Gestaltung der Transfer- bzw. Verrechnungspreise wird bspw. versucht die internen Produktionsstufenverknüpfungen in einen marktlichen Wettbewerb zueinander stellen und den Wettbewerb zwischen externen Lieferanten zu fördern. Transaktionsformen: Die Überlegungen zur Koordination durch Verrechnungspreise zeigen zugleich, dass die Übergänge zu externen Lieferanten fließend sein können, womit auch deutlich wird, dass der Übergang von der Fremdproduktion (als der Wertschöpfungsaktivität Produktion zuzuordnende Funktion) zur Beschaffung fließend ist. Entlang der Wertschöpfungskette vom Lieferanten hin zum Unternehmen selbst ist also die Frage der Transaktionsform zugleich eine Frage der Gestaltung der unternehmensübergreifenden vertikalen Kette. Dies gilt auch für die Frage der Logistik. So ist zu entscheiden, ob ein MNU die Logistik in die eigene Verantwortung nimmt oder vom Lieferanten durchführen lässt. JiT-Konzepte, bei denen MNU von ihren Lieferanten unmittelbar produktionssynchron beliefert werden, entsprechen einer Transaktionsformentscheidung, bei der die Logistik durch die Lieferanten erbracht wird; die Logistik-Lösung ist in diesen Fällen in die Beschaffungsprozesse integriert. Auch bzgl. der Transaktionsformenüberlegungen zeigt sich die Notwendigkeit einer simultanen Betrachtung des gesamten Supply Chain- Prozesseses. C. Literatur und Übungsfragen Basisliteratur Poluha, R.G. (2008): Quintessenz des Supply Chain Managements – Was Sie wirklich über Prozesse in Beschaffung, Fertigung, Lagerung und Logistik wissen müssen, Heidelberg u.a. Zentes, J.; Swoboda, B.; Foscht, T. (2012): Handelsmanagement, 3. Aufl., München. Zentes, J.; Swoboda, B.; Morschett, D. (2004): Internationales Wertschöpfungsmanagement, München 254 Achtes Kapitel: Interdependenzen zwischen den Supply Chain-Prozessen Vertiefungsliteratur Bedacht, F. (1995): Global Sourcing Analyse: Analyse und Konzeption der internationalen Beschaffung, Wiesbaden. Cooper, J. (1993): Logistic Strategies for Global Businesses, in: International Journal of Physical Distribution & Logistics Management, Vol. 23, No. 4, pp. 12-23. Delfmann, W.; Albers, S. (2000): Supply Chain Management in the Global Context, Arbeitsbericht Nr. 102, Universität zu Köln, Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftliche Planung und Logistik, Köln. Heß, G. (2010): Supply-Strategien in Einkauf und Beschaffung. Systematischer Ansatz und Praxisfälle, 2. Aufl., Wiesbaden. Kummer, S.; Grün, O.; Jammernegg, W. (2009): Grundzüge der Beschaffung, Produktion und Logistik, 2. Aufl., Wiesbaden. Übungsfragen 1. Was verstehen Sie unter Supply Chain-Management in Abgrenzung zu Logistik, Beschaffung und Produktion? 2. Erläutern Sie Integrationstendenzen zwischen Produktion, Beschaffung und Logistik in den folgenden zwei Branchen: - Automobilbranche - Konsumgüterbranche. 3. Stellen Sie die Integration von Produktion, Logistik und Beschaffung in einem Supply Chain-Prozess bei international tätigen Unternehmen allgemein dar. Gehen Sie sodann auf drei konkrete Aspekte der Integration ein: - Konfiguration - Koordination - Transaktionsform. Literaturverzeichnis Abell, D.F. (1980): Defining the Business. The starting Point of Strategic Planning, Englewood Cliffs. Adler, J. (1996): Informationsökonomische Fundierung von Austauschprozessen, Wiesbaden. Adam, D. (1996): Planung und Entscheidung, 4. Aufl., Wiesbaden. Ansoff, I. (1957): Strategies for Diversification, in: Harvard Business Review, Vol. 35, No. 5, pp. 113- 124. Ansoff, I. (1966): Management Strategie, München. Ansoff, I. (1979): Strategic Management, London. Arnold, U. (1997): Beschaffungsmanagement, 2. Aufl., Stuttgart. Backhaus, K.; Voeth, M. 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Zusammenfassung

Leistungsprozesse erfolgreich gestalten

Dieses Werk ist nach dem Muster kunden- und marktorientierter Unternehmen aufgebaut und geht von der Absatzmarktbetrachtung aus. Es führt in die grundlegenden Ansätze und Methoden des modernen Managements der Leistungsprozesse ein, erklärt Zusammenhänge in der Praxis und vermittelt zugleich das grundlegende betriebswirtschaftliche Wissen. Das Buch richtet sich an Studierende und Entscheidungsträger.

Schwerpunkte

- Markt- und prozessorientierte Wertschöpfungserstellung und Leistungsprozesse

- Gestaltung der Marktbearbeitungs-Prozesse: Marketing, Innovation und deren Interdependenzen

- Gestaltung der Supply Chain-Prozesse: Produktion, Logistik, Beschaffung und deren Interdependenzen