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A. Gegenstand in:

Bernhard Swoboda, Rolf Weiber

Grundzüge betrieblicher Leistungsprozesse, page 260 - 260

Marketing, Innovation, Produktion, Logistik und Beschaffung

1. Edition 2013, ISBN print: 978-3-8006-4631-9, ISBN online: 978-3-8006-4632-6, https://doi.org/10.15358/9783800646326_260

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Achtes Kapitel Interdependenzen zwischen den Supply Chain-Prozessen A. Gegenstand Die Rolle von Produktion, Logistik und Beschaffung und des Supply Chain-Managements innerhalb einer Organisation hat sich über die letzten Jahrzehnte hinweg beträchtlich verändert. In den 1970er Jahren war Supply Chain-Management hauptsächlich als Logistik bekannt und beschränkte sich auf die Integration von Lagerung und Beförderung innerhalb des Unternehmens. Damals lagen die Zinssätze in den meisten Ländern im zweistelligen Bereich und zwangen Unternehmen, dem Einsatz ihres Kapitals eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Selbst Bemühungen, Fertigungs- und Lieferdurchlaufzeiten und folglich Sicherheitsbestände zu reduzieren, wurden unternehmensintern ausgerichtet, da Durchlaufzeiten hauptsächlich als Eingangsinformationen für die Prognose- und Beschaffungsprozesse gesehen wurden. In den Folgedekaden lag der Fokus auf der Neuausrichtung der Kostenstrukturen innerhalb der Liefer- oder Logistikkette, wodurch die Aufmerksamkeit nun darauf gelegt wurde die Aktivitäten der Lieferkette zu integrieren, um dadurch die Betriebskosten und den Kapitalansatz zu verringern, aber auch, um den Service zu verbessern und damit höhere Umsätze und Rentabilitäten zu erzielen (vgl. Poluha 2010, S. 31; Christopher 1998). Dies war sicherlich eine erste Brücke zur integrativen Betrachtung von Produktion, Beschaffung und Logistik. Heutzutage weisen die drei Supply Chain- oder Demand-Supply- Aktivitäten vielfache Zusammenhänge auf und das Supply Chain-Management ist durch einen integrativen Charakter geprägt. Für das grundsätzliche Verständnis sollen nachfolgend zwei Aspekte besonders betont werden: Erstens solche Interdependenzen, die aus der grundsätzlichen Struktur moderner Supply Chains und insbesondere aus der Verzahnung der Wertschöpfungsfunktionen eines Unternehmens mit den von Lieferanten, Logistikdienstleistern oder Auftragsproduzenten resultieren. Zweitens sollen solche Interdependenzen angesprochen werden, die sich aus der zunehmenden Internationalisierung von Unternehmen – insbesondere von Produktionsunternehmen – ergeben. Denn spätestens hier wird die Komplexität moderner und an vielen Standorten der Welt durchzuführender Produktions-, Logistik- und Beschaffungsaktivitäten deutlich. B. Bedeutung der Verknüpfung von Produktion, Logistik und Beschaffung Wie angesprochen, ist die synonyme Verwendung der Begriffe Supply Chain- Management und Logistik nicht sinnvoll, da die Logistik sich v.a. mit den Güterflüssen eines Unternehmens beschäftigt, während das Supply Chain-Management die Informations-, Güter- und Geldströme zu den Geschäftspartnern, im kompletten Netzwerk von den Rohstofflieferanten bis hin zum Endverbraucher, aus einer prozessualen Sicht betrachtet (vgl. Poluha 2010, S. 8ff). Supply Chain-Management ist also durch eine integra-

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Zusammenfassung

Leistungsprozesse erfolgreich gestalten

Dieses Werk ist nach dem Muster kunden- und marktorientierter Unternehmen aufgebaut und geht von der Absatzmarktbetrachtung aus. Es führt in die grundlegenden Ansätze und Methoden des modernen Managements der Leistungsprozesse ein, erklärt Zusammenhänge in der Praxis und vermittelt zugleich das grundlegende betriebswirtschaftliche Wissen. Das Buch richtet sich an Studierende und Entscheidungsträger.

Schwerpunkte

- Markt- und prozessorientierte Wertschöpfungserstellung und Leistungsprozesse

- Gestaltung der Marktbearbeitungs-Prozesse: Marketing, Innovation und deren Interdependenzen

- Gestaltung der Supply Chain-Prozesse: Produktion, Logistik, Beschaffung und deren Interdependenzen