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1.4 Zusammenfassung in:

Silke Boenigk, Bernd Helmig

Nonprofit Management, page 42 - 43

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3707-2, ISBN online: 978-3-8006-4614-2, https://doi.org/10.15358/9783800646142_42

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 33 1.4 Zusammenfassung 33 gibt. Die Führungskräfte in gemeinnützigen Organisationen nennt Birgit Frey eine „vergessene Elite“. Sie arbeiten, beseelt von Idealismus, häufig ohne oder für geringe Bezahlung. Dabei jonglieren diese Nonprofit-Manager oft mit erheblichen Geldsummen. Bei dem Studiengang, bei dem sie zwei Jahre lang vier mal pro Semester an Wochenenden von Praktikern aus gemeinnützigen Organisationen, Wirtschaftsunternehmen und auch Professoren der Universität unterrichtet werden, lernen sie den professionelleren Umgang mit Geld, Möglichkeiten, Geldquellen per Fundraising zu erschließen, aber auch, die Aufgaben der Organisation besser zu strukturieren. Ute Hense spricht von einem neuen Blick auf ihre Arbeit, wenn sie mit der Geschäftsleitung über Haushaltsangelegenheiten spricht. „Ich habe gelernt, nicht immer nur auf die Zahlen zu sehen“, sagt sie. „Nonprofits ticken anders“, umschreibt Birgit Frey das Phänomen. Zwölf Teilnehmer haben bisher den Studiengang erfolgreich beendet, die Konzentration auf die Wochenenden biete sich an, weil viele voll berufstätig sind. Und weil die Wenigsten, wie Ute Hense, aus Münster kommen. „Momentan reisen unsere Studenten aus ganz Deutschland, auch aus Basel, Prag und sogar Singapur an“, erzählt Birgit Frey. In Deutschland gibt es drei Millionen hauptberuflich Beschäftigte im Nonprofit-Bereich, laut Statistik engagiert sich jeder Dritte ehrenamtlich. „Der Professionalisierungsdruck in gemeinnützigen Vereinen wächst“, glaubt Frey. Die frisch ausgebildeten Nonprofit-Manager haben früher in den unterschiedlichsten Fachrichtungen Hochschulabschlüsse erworben. Die jüngsten Teilnehmer sind Mitte 20, der älteste war Mitte 60. Für ihn waren die zwei Jahre alles andere als Zeitvertreib. Der Mann hatte einen Pflegedienst aufgebaut und eine Hospizstiftung gegründet, erinnert sich Frey. „Er war auf das Wissen, das wir vermitteln, richtig angewiesen.“ Quelle: Völker, K. (2009): Die vergessene Elite. Non-Profit-Management richtet sich an Führungskräfte in gemeinnützigen Organisationen, in: Westfälische Nachrichten Nr. 47, vom 25.02.2009, S. RMS06. 1.4 Zusammenfassung Der Sektor der Nonprofit-Organisationen weist in nahezu allen westlichen Industrienationen eine zunehmende Bedeutung auf. Während international und interdisziplinär keineswegs eindeutig geklärt ist, welche Organisationen unter dem „Dach“ der Nonprofit-Organisationen zu subsumieren sind, wird im vorliegenden Buch einer weiten Begriffsauffassung gefolgt, nach der Nonprofit- Organisationen weder erwerbswirtschaftliche Firmen, noch öffentliche Betriebe sein dürfen. Insofern kommt der privaten Trägerschaft eine hohe Bedeutung zu. Klassifiziert werden können Nonprofit-Organisationen pragmatisch beispielsweise nach ihren Arbeitsinhalten in mitgliedschaftlich organisierte Eigenleistungs-(Selbsthilfe-)Nonprofit-Organisationen und in Femdleistungs- (Drittleistungs-)Nonprofit-Organisationen. Einer internationalen Konvention folgend ergibt sich eine feinere Differenzierung aus der International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO), die – vornehmlich nach Nonprofit- Industrien unterscheidend – zwölf Hauptgruppen von Organisationen aufweist. Während in den USA traditionell die Nonprofit-Organisationen substitutiv zu erwerbswirtschaftlichen Leistungserbringern agieren, ist der (insbesondere Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 34 1 Grundlagen des Nonprofit Management34 soziale und Gesundheits-) Nonprofit-Sektor in Deutschland durch ein komplementäres Verständnis gemäß des Subsidiaritätsprinzips geprägt. Dementsprechend halten marktwirtschaftliche und wettbewerbliche Elemente, inklusive Konkurrenzdenken, erst zögerlich, aber doch kontinuierlich Einzug in das Management der deutschen Nonprofit-Organisationen. Zentrale Rechtsformen der Nonprofit-Organisationen in Deutschland, praktisch ebenso wie in Österreich und der Schweiz, sind der Verein, die Stiftung, die gGmbH, die gemeinnützige Aktiengesellschaft sowie teilweise auch die Genossenschaft. Forschung und Lehre zum Nonprofit Management sind im angelsächsischen Sprachraum wesentlich weiter verbreitet und als Wissenschaftsdisziplin etabliert. Sie verfügen dort auch über größere Ressourcen als im deutschen Sprachraum. Zentrale Quellen zu Kapitel 1 Frisch, S./Klose, M./Opfermann, R./Rosenski, N./Schwarz, N./Anheier, H./Spengler, N. (2011): Zivilgesellschaft in Zahlen. Abschlussbericht Modul 1, vorgelegt im April 2011, Wiesbaden und Heidelberg, online verfügbar unter: www. zivilgesellschaft-in-zahlen.de (Zugriff 10.08.2011). Helmig, B./Jegers, M./Lapsley, I. (2004): Challenges in Managing Nonprofit Organizations: A Research Overview, in: Voluntas – International Journal of Voluntary and Nonprofit Sector Organizations, Vol. 15, No. 2, June, S. 101–116. Helmig, B./Michalski, S. (2008): Stellenwert und Schwerpunkte in der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre: Ein Vergleich deutscher und US-amerikanischer Forschungsbeiträge; in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft, 78. Jg., Special Issue 3, S. 23–55. Helmig, B./Michalski, S. (2007): Wieviel Markt braucht eine Nonprofit-Organisation?; in: Die Unternehmung – Swiss Journal of Business Research and Practice, 61. Jg., Heft 4, S. 309–323.

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References

Zusammenfassung

Gewinner des VHB-Lehrbuchpreises 2013!

Die Bedeutung von Nonprofit-Organisationen wird angesichts der immer schwieriger werdenden staatlichen Finanzierung vieler Aktivitäten stetig steigen. Einhergehend mit dieser Entwicklung und den großen Spendenvolumina, die teilweise damit verbunden sind, nimmt auch der Bedarf an der Professionalisierung des Nonprofit-Sektors zu. Dies sollte jedoch nicht durch eine unreflektierte Anwendung von betriebswirtschaftlichen Instrumenten erfolgen. Dementsprechend zeigt dieses Buch die Besonderheiten des Management von Nonprofit-Organisationen systematisch auf. Nur so kann dem Wunsch von Spendern und sonstigen Anspruchsgruppen von Nonprofit-Organisationen nach effizienter und effektiver Mittelverwendung sowie nach Transparenz, Rechenschaftslegung und Verantwortlichkeit Rechnung getragen werden.

Dieses Lehrbuch führt Studierende, Wissenschaftler und Führungskräfte aus der Praxis in die Grundlagen des Nonprofit Management ein. Dabei werden alle zentralen Bereiche des so genannten Dritten Sektors vorgestellt. Zahlreiche Beispiele und Fallstudien aus verschiedenen Nonprofit-Branchen veranschaulichen die Konzepte und ermöglichen ein schnelles Umsetzen in die Praxis.

Ergänzend zum Buch wurde unter www.nonprofit-management.biz eine umfassende Lernplattform mit Videos, Selbsttests, Fallstudien und Beispielen eingerichtet.

Preise:

Am 24. Juni 2013 erhielten die Autoren Bernd Helmig und Silke Boenigk für Ihr Lehrbuch "Nonprofit Management" den Lehrbuchpreis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). In der Laudation von Prof. Dr. Dorothea Greiling heißt es dazu: Das vom VHB in diesem Jahr ausgezeichnete Lehrbuch schließt hier nicht nur eine inhaltliche Lücke, sondern zeichnet sich auch durch die didaktische Aufmachung als hervorragend geeignet für den Einsatz in der akademischen Lehre aus: Umfangreiche E-Learning-Angebote, das Wechselspiel zwischen Theorieblöcken und Minicases und der klare Duktus in der Leserführung sind vorbildhaft nicht nur, was die Ausbildung in Methoden und Konzepten des Nonprofit-Managements angeht, sondern auch betreffend die praktische Umsetzung.

Pressestimmen:

"Das Lehrbuch vermittelt eine zeitgemäße Einführung in den Themenbereich des Nonprofit Management und ist auf dem besten Weg, sich als Standardwerk zu etablieren. Es kann daher als Einführungswerk sowohl für Studierende und Wissenschaftler als auch für Führungskräfte aus der Nonprofit-Praxis mit Interesse an dieser Thematik bestens empfohlen werden."

Manfred Bruhn, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen 04/2012

"Kurzum: Wer einsteigen will, rindet in diesem Buch einen sehr guten Wegweiser, wer weiterarbeiten möchte, profitiert von der Literaturauswertung und der klaren Struktur."

in: Verbändereport 05/2012, zur 1. Auflage 2012

"Alle Themen werden kurz und klar dargestellt. Besonders gefällt die häufige und zu den jeweiligen Themen gut passende Einbeziehung von Beispielen. Damit gewinnt diese Publikation für Praktiker, Studenten und Wissenschaftler als Einstiegs- und Nachschlagewerk in Lehre und Praxis eine besondere Bedeutung."

Swen Neumann, in: Die Stiftung 04/2012

"Wegen der zunehmenden Bedeutung der NPOs war es an der Zeit, die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten von Profit- und Nonprofit-Organisationen systematisch in einem Lehrbuch aufzubereiten. Den beiden Autoren ist dies nicht nur inhaltlich, sondern auch in didaktischer Hinsicht hervorragend gelungen."

in: WISU 07/12

Über die Autoren:

Prof. Dr. Bernd Helmig lehrt Public und Nonprofit Management an der Universität Mannheim. Prof. Dr. Silke Boenigk lehrt Betriebswirtschaft, insbesondere Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen, an der Universität Hamburg