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1.3 Nonprofit Management in Forschung und Lehre in:

Silke Boenigk, Bernd Helmig

Nonprofit Management, page 31 - 42

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3707-2, ISBN online: 978-3-8006-4614-2, https://doi.org/10.15358/9783800646142_31

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 22 1 Grundlagen des Nonprofit Management22 Privatrechtlich organisierte Gemeinwohlpflege findet immer noch vor allem in Stiftungen und eingetragenen Vereinen statt. Doch die gewachsenen Strukturen der Nonprofit-Organisationen verlangen ein professionelles Management. Die Gemeinwohlförderer – zunehmend vermögende Unternehmer und Firmen – denken auch bei ihren sozialen Aktivitäten wirtschaftlich. Das rückt die gAG in den Fokus. Denn mit ihr lässt sich das Gemeinwesen oftmals viel effizienter und flexibler fördern als mit Stiftung oder Verein. Außerdem macht sie die Möglichkeit der Aktienausgabe besonders attraktiv für das sogenannte Fundraising. Das Gesetz zählt die Kapitalgesellschaften schon seit jeher zu den Organisationsformen, die den Status der Gemeinnützigkeit erlangen können. Lediglich Einzelpersonen und Personengesellschaften sind von den Steuerbegünstigungen, die der Staat gemeinnützigen Einrichtungen gewährt, ausgeschlossen. Dennoch hatten AG und GmbH im Nonprofit-Bereich lange Zeit kaum praktische Bedeutung. Die gemeinnützige GmbH konnte sich zuletzt immerhin im Gesundheitswesen etablieren – zahlreiche Krankenhäuser und Altenpflegeheime tragen mittlerweile dieses Rechtskleid. Die gemeinnützige Aktiengesellschaft hingegen blieb zahlenmäßig meilenweit hinter den anderen Rechtsformen zurück. Dass gerade sie im sogenannten Dritten Sektor bis heute nicht als ernsthafte Rechtsformalternative galt, lag zuvorderst an ihrem Imageproblem. Als die kapitalistische Unternehmensform schlechthin schien sie mit den ideellen Zielsetzungen einer gemeinnützigen Organisation schon begrifflich kaum vereinbar. Dabei darf die gAG schon kraft ihrer Satzung keine Gewinne erwirtschaften, wenn sie als gemeinnützig anerkannt werden will. Inzwischen zählen andere Kriterien als das Image. „Die Gemeinwohlförderer denken heute unternehmerischer als früher“, sagt der Münchener Notar Thomas Wachter. Dazu zwingt sie das permanente Wachstum gemeinnütziger Einrichtungen. Denn mit dem zunehmenden Umfang ihrer Aktivitäten steigen die Ansprüche an die Organisation. Diesen Anforderungen werden Stiftung und Verein häufig nicht mehr gerecht. Notar Wachter nennt Gründe: „Bei der Stiftung  stört die staatliche Aufsicht die unternehmerische Freiheit. Und ein Verein lässt sich aufgrund seiner Struktur ab einer gewissen Größe nur schlecht managen.“ … Quelle: Freudenberg, T. (2007): Guter Zweck braucht Profi-Rechtsform, in: Handelsblatt Nr. 210, vom 31.10.2007, S. 18. Neben der oben genannten, groben Typologisierung in Eigenleistungs- und Fremdleistungs-NPO wurde zur Kategorisierung die sog. „International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO)“ entwickelt (Salamon/Anheier 1992a, b). Die ICNPO hat sich im Nonprofit-Sektor – trotz einiger Schwächen (vgl. bspw. Morris 2000) – mittlerweile fest etabliert und findet im einschlägigen Schrifttum, trotz der Existenz „konkurrierender“ Klassifikationen, häufig Anwendung. Die ICNPO unterscheidet insgesamt zwölf so genannte Hauptgruppen bzw. Brancheneinteilungen, unabhängig davon, ob diese öffentlich oder privat finanziert werden (vgl. Abb. 1-5). 1.3 Nonprofit Management in Forschung und Lehre Die internationale Nonprofit-Forschung wird überwiegend von den Disziplinen Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften – sowie in der jüngeren Vergangenheit vermehrt auch von den Verwaltungswissenschaften, der Psychologie, Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 23 1.3 Nonprofit Management in Forschung und Lehre 23 der Philosophie und der Gesundheitsökonomie bzw. dem Gesundheitsmanagement tangiert. Während sich die soziologisch ausgerichtete Nonprofit- Forschung vorwiegend mit Freiwilligenarbeit bzw. ehrenamtlichen Mitarbeitern und deren Engagements sowie mit bürgerschaftlich-zivilgesellschaftlichen Aspekten befasst („Voluntary Action“), ist die politikwissenschaftliche Forschungsrichtung im wesentlichen einer verwaltungswissenschaftlichen Policy- Forschung zuzuordnen. Innerhalb der wirtschaftswissenschaftlich orientierten Nonprofit-Forschung hat insbesondere der betriebswirtschaftliche Zweig in den 1990er Jahren stark an Bedeutung zugenommen und wird als „eigentliche Wachstumsindustrie der Nonprofit-Forschung“ (Zimmer 1997 S. 76) bezeichnet. Ferner wird von Fachvertretern mittlerweile auch massiv gefordert, dass nach dem Forschungsfokus der vergangenen Dekaden auf „Philanthropie“ und „die Abgrenzung der sektoralen Dimensionen“ nun die (v. a. quantitative) Managementforschung forciert wird (Bielefeld 2006). Diese Tendenz wird durch eine vergleichende Literaturanalyse deutscher und US-amerikanischer Forschungsbeiträge in allgemein-betriebswirtschaftlichen Fachzeitschriften dokumentiert (siehe Abb. 1-6). Innerhalb der betriebswirtschaftlichen Forschung stehen dabei gemäß dieser Untersuchung vorrangig die gemeinnützigen Unternehmen mit Themenstellungen des General Management, des Personalmanagement sowie des Controlling und des Marketing im Vordergrund. Abbildung 1-5: Die zwölf Haupt- und wichtigsten Untergruppen der International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO) Group 1: Culture and Recreation 1 100 Culture 1 200 Recreation 1 300 Service Clubs Group 2: Education and Research 2 100 Primary and Secondary Education 2 200 Higher Education 2 300 Other Education 2 400 Research Group 3: Health 3 100 Hospitals and Rehabilitation 3 200 Nursing Homes 3 300 Mental Health and Crisis Intervention 3 400 Other Health Services Group 4: Social Services 4 100 Social Services 4 200 Emergency and Relief 4 300 Income Support and Maintenance Group 5: Environment 5 100 Environment 5 200 Animals Group 6: Development and Housing 6 100 Economic, Social and Community Development 6 200 Housing 6 300 Employment and Training Group 7: Law, Advocacy and Politics 7 100 Civic and Advocacy Organizations 7 200 Law and Legal Services 7 300 Political Organizations Group 8: Philanthropic Intermediaries and Voluntarism Promotion 8 100 Philanthropic Intermediaries and Voluntarism Promotion Group 9: International 9 100 International Activities Group 10: Religion 10 100 Religious Congregations and Associations Group 11: Business and Professional Associations and Unions 11 100 Business and Professional Associations and Unions Group 12: Not Elsewhere Classified --- Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 24 1 Grundlagen des Nonprofit Management24 1.3.1 Nonprofit Management im Spiegel wissenschaftlicher Fachzeitschriften Bezogen auf die Wissenschaft findet die in Abschnitt 1.1 konstatierte Bedeutungszunahme des Nonprofit-Sektors ihren Niederschlag in einer Vertiefung des wissenschaftlichen Diskurses. Festmachen lässt sich dies beispielsweise an der Herausgabe von spezifischen Fachzeitschriften zum Nonprofit Management. Während in Deutschland im Wesentlichen die Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen (ZögU) sowie die Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen (ZfgG) wissenschaftliche Aspekte des Nonprofit Management publizieren, liegt eine ganze Reihe von englischsprachigen Fachzeitschriften mit Fokus auf Nonprofit Management vor. Hierzu gehören vor allem: • Administrative Science Quarterly (ASQ), • Nonprofit and Voluntary Sector Quarterly (NVSQ), • Nonprofit Management and Leadership (NML) und • Voluntas – International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations. Die erstgenannte Zeitschrift ASQ spielt dabei insofern eine herausragende Rolle, als sie nicht nur in dem Zeitschriften-Rating der Wirtschaftsuniversität Wien sowie dem Zeitschriften-Ranking des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft „VHB-JOURQUAL2“ (Schrader/Hennig-Thurau 2009) der qualitativ höchsten Kategorie „A+“ zugerechnet wird, sondern auch in allen anderen Zeitschriften-Rankings sowie beim vom Institute for Scientific Information (ISI), im Rahmen des dortigen Journal Citation Report, berechneten Impact Factor einen führenden Rang einnimmt. 4,1 4,7 3,2 6,7 5,3 4,3 4,3 5,5 4,4 9,8 5,9 11,0 7,2 7,1 6,2 2,0 1,3 2,0 1,3 1,8 1,9 3,2 3,4 2,7 2,7 2,2 2,1 4,8 0,9 6,7 7,0 0 % 2 % 4 % 6 % 8 % 10 % 12 % 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 Anteil NPO-Artikel in Prozent (%) an der Summe aller untersuchten deutschen bzw. US-amerikanischen Forschungsbeiträge US-amerikanische Zeitschriften (AMJ, ManSc) Deutsche Zeitschriften (ZfbF, ZfB, DBW) Regressionsanalytisch bestimmte Trendlinie 6,1 Abbildung. 1-6: Entwicklung des Stellenwerts der Nonprofit-Forschung in Publikationsorganen der A-BWL im Zeitraum 1990 bis 2005 (Quelle: Helmig/Michalski 2008, S. 30). Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 25 1.3 Nonprofit Management in Forschung und Lehre 25 Während NVSQ – das Publikationsorgan der Association for Research on Nonprofit Organizations and Voluntary Action (ARNOVA; zur Geschichte vgl. Smith 2003), der ersten US-amerikanischen wissenschaftlichen Vereinigung von Nonprofit-Forschern – trotz seiner immer wieder betonten Interdisziplinarität sehr stark soziologisch ausgerichtet ist, dominiert in NML die betriebswirtschaftliche Forschung. Die Redaktion von NML ist dabei am Mandel Center for Nonprofit Organizations an der CASE Western University in Cleveland angesiedelt, einem der führenden Institute auf dem Gebiet der Nonprofit- Managementforschung. Voluntas, als weitere Nonprofit-Zeitschrift ohne einen Fokus (zumindest im Titel) auf eine bestimmte Wissenschaftsdisziplin oder gar betriebswirtschaftliche Funktion, publiziert häufig Arbeiten mit einem starken Policy-Bezug. Allerdings findet sich dort auch eine Vielzahl an Beiträgen, die sowohl volksund betriebswirtschaftlicher, als auch soziologischer Provenienz sind, so dass Voluntas der Interdisziplinarität der NPO-Forschung gerecht wird. Dabei ist Voluntas das Publikationsorgan der International Society of Third Sector Research (ISTR), einer multidisziplinären wissenschaftlichen Vereinigung von Nonprofit-Forschern (Hodgkinson/Painter 2003). Neben den oben aufgelisteten Zeitschriften ohne eine Ausrichtung auf ein bestimmtes Fachgebiet innerhalb des Nonprofit-Bereiches existieren darüber hinaus auch noch spezialisierte Journals, die sich mit betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen befassen. An vorderster Stelle ist hier die Disziplin (Nonprofit) Marketing zu nennen, der sich vier Spezialzeitschriften explizit widmen. Dies sind: • International Journal of Nonprofit and Voluntary Sector Marketing – IJNVSM, • International Review on Public and Nonprofit Marketing, • Journal of Nonprofit & Public Sector Marketing – JNPSM sowie • Journal of Public Policy & Marketing – JPPM der American Marketing Association. Auch der Bereich des Managerial and Financial Accounting von Nonprofit- Organisationen wird durch eine Spezialzeitschrift (Financial Accountability & Management – FAM) abgedeckt, was den hohen Stellenwert des Nonprofit Management innerhalb des englischen Sprachraums nochmals unterstreicht. Die deutsche Nonprofit-Managementforschung ist somit in ihrem Entwicklungsstand – gemessen anhand der Quantität, Breite und inhaltlichen Ausdifferenzierung wissenschaftlicher Spezialzeitschriften – noch ausbaufähig. Eine Tatsache, die dazu beiträgt, dass deutsche Nonprofit-Fachvertreter (z. B. Witt 2002) auch in heutiger Zeit noch der Aussage von Rudolph Bauer aus dem Jahre 1995 (S. 63) zustimmen, nach der die Nonprofit-Forschung „in der deutsch[sprachig]en Wissenschaftslandschaft noch nicht etabliert ist und innerhalb ihrer disziplinären Koordinaten so recht keinen Platz hat.“ Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 26 1 Grundlagen des Nonprofit Management26 1.3.2 Nonprofit-Managementforschung an zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen und Institutionen Intensiv findet Nonprofit-bezogene Managementforschung an dafür speziell ausgerichteten Forschungszentren statt (Katz 1999). Während es im deutschen Sprachraum im Wesentlichen nur einige wenige einschlägige (und in der Regel  von der Anzahl der involvierten Forscher her vergleichs weise kleine) Lehr stühle bzw. universitäre Institute gibt (hinzu kommen Lehr stühle, die sich mehrheitlich dem Public Management widmen, wie z. B. an der Deutschen  Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, der Zeppelin Uni versity Friedrichshafen, oder der Universität Leipzig, die hier nicht vermerkt sind), verfügt der englische Sprachraum über weitaus größere Ressourcen. So sind Zentren der Nonprofit-Forschung u. a. an der Universität Yale (mit der ersten US-amerikanischen Forschungsinitiative im Nonprofit-Bereich „Program on Nonprofit Organizations – Ponpo“), an der Case Western Reserve University in Cleveland mit dem renommierten Mandel Center for Nonprofit Organizations sowie am Institute for Policy Studies der Johns Hopkins University in Baltimore angesiedelt. Daneben existiert mit dem Center for Civil Society an der University of California Los Angeles (UCLA, School of Public Policy and Social Research) ein weiteres einschlägiges Forschungszentrum in den USA. Auch die im Jahre 1993 mit großem finanziellem Aufwand lancierte „Social Enterprise Initiative“ der Harvard Business School sowie deren Zusammenarbeit mit dem Hauser Center for Nonprofit Organizations an der Kennedy School of Government der Harvard University (Boston/Massachusetts) legt Zeugnis über die verhältnismäßig große Bedeutung der Nonprofit-Managementforschung im angloamerikanischen Raum ab. Eine Übersicht über ausgewählte Zentren der Nonprofit-Managementforschung vermittelt Tabelle 1-2. Name URL Land Deutschland Universität Hamburg – Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit- Organisationen http://www.wiso.unihamburg.de/oebwl D Universität Hannover – Institut für Personal und Arbeit http://www.pua.unihannover.de D Universität Heidelberg – Centrum für Soziale Investitionen http://www.csi.uni-hd.de D Universität Mannheim – Lehrstuhl für ABWL, Public & Nonprofit Management http://helmig.bwl.unimannheim.de D Universität Münster – Institut für Politikwissenschaft http://www.uni-muenster. de/JfPol D Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 27 1.3 Nonprofit Management in Forschung und Lehre 27 Name URL Land Universität Münster – Institut für Genossenschaftswesen http://www.wiwi.unimuenster.de/06 D Universität Freiburg – Bachelor of Science Public and Non-Profit Management http://portal.uni-freiburg. de/vwl/studium/studiengaenge/bsc-pnpm D Österreich Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Betriebswirtschaftslehre der gemeinwirtschaftlichen Unternehmen http://www.ibgu.jku.at/ AT Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Management Accounting http://www.ima.jku.at/ AT Wirtschaftsuniversität Wien – NPO-Institut http://www.wu.ac.at/ npoinstitute AT Schweiz Universität Basel – Center for Philanthropy Studies http://ceps.unibas.ch/ CH Universität Fribourg – Verbandsmanagement Institut (VMI) http://www.vmi.ch CH Universität St. Gallen – Center for Leadership and Values in Society http://www.cse.unisg.ch/ CH Australien Queensland University of Technology, Brisbane – The Australian Centre for Philanthropy and Nonprofit Studies http://www.bus.qut.edu.au/ research/cpns/ AUS Israel Ben Gurion University of the Negev – Israeli Center for Third-Sector Research http://cmsprod.bgu.ac.il/ Eng/Centers/ictr ISR USA Arizona State University – Lodestar Center for Philanthrophy & Nonprofit Innovation http://www.asu.edu/copp/ nonprofit/index_lodestar. htm USA Boston College – Center on Wealth and Philanthropy http://www.bc.edu/research/ cwp/ USA Case Western Reserve University – Mandel Center for Nonprofit Organizations http://www.case.edu/mandelcenter/ USA City University of New York – Center on Philanthropy and Civil Society http://www.philanthropy. org/ USA Duke University – Center for the Study of Philanthropy and Voluntarism http://www.sanford.duke. edu/centers/philvol/ USA Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 28 1 Grundlagen des Nonprofit Management28 Name URL Land Georgetown University – Center for Public and Nonprofit Leadership http://cpnl.georgetown.edu/ USA Grand Valley State University – Dorothy A. Johnson Center for Philanthropy and Nonprofit Leadership http://www.gvsu.edu/jcp/ USA Harvard University – Harvard Business School http://www.hbs.edu/social enterprise/ USA Harvard University – Hauser Center, John F. Kennedy School of Government http://www.ksghauser. harvard.edu/ USA Indiana University – Center on Philanthropy http://www.philanthropy. iupui.edu/ USA Johns Hopkins University – Center for Civil Society Studies http://www.jhu.edu/~cnp/ USA North Park University – The Axelson Center for Nonprofit Management http://www.northpark.edu/ Centers/Axelson-Center-for- Nonprofit-Management USA Northwestern University – Center for Nonprofit Management, Kellogg School of Management http://www.kellogg.north western.edu/research/non profit USA Portland State University – Institute for Nonprofit Management http://www.inpm.pdx.edu/ USA Seattle University – Center for Nonprofit and Social Enterprise Management http://www.seattleu.edu/ artsci/npl/ USA University of California-Berkeley, Haas School of Business – Center for Nonprofit and Public Leadership http://nonprofit.haas. berkeley.edu USA University of Michigan – Nonprofit and Public Management Center http://nonprofit.umich.edu/ USA University of Minnesota – Center for Leadership of Nonprofits, Philanthropy and the Public Sector http://www.hhh.umn.edu/ centers/pnlc/ USA University of Missouri-Kansas City – Midwest Center for Nonprofit Leadership http://bsbpa.umkc.edu/ mwcnl/ USA University of Southern California – Center for Philanthropy and Public Policy http://cppp.usc.edu USA University of St. Thomas – Center for Nonprofit Management http://www.stthomas.edu/ business/centers/nonprofit/ USA Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 29 1.3 Nonprofit Management in Forschung und Lehre 29 Name URL Land University of Texas at Austin – RGK Center for Philanthropy and Commun ity Service http://www.utexas.edu/lbj/ rgk/ USA University of Washington – Nancy Bell Evans Center for Nonprofit Leadership http://evans.washington.edu USA University of Wisconsin – Helen Bader Institute for Nonprofit Management http://www4.uwm.edu/milwaukeeidea/hbi USA Yale University – Program on Nonprofit Organizations (PONPO) http://ponpo.som.yale.edu/ USA Tabelle 1-2: Übersicht über ausgewählte, zentrale wissenschaftliche Zentren der Nonprofit-Managementforschung Daneben spielt auch der Dachverband der amerikanischen Nonprofit-Organisationen, die Gesellschaft Independent Sector, eine gewichtige Rolle innerhalb der Nonprofit-Forschung, u. a. weil deren eigene Forschungsabteilung bereits frühzeitig erste quantitative Untersuchungen zum Dritten Sektor in den USA durchgeführt hat (Hodgkinson/Weitzman 1986). Forschungsorientiert sind ferner auch die wissenschaftlichen Fachgesellschaften ARNOVA (Association for Research in Nonprofit Organizations und Voluntary Action) und ISTR (International Society for Third Sector Research). Während ARNOVA in den USA beheimatet ist und neben einer jährlichen Fachtagung die Zeitschrift „Nonprofit & Voluntary Sector Quarterly“ herausgibt, ist die ISTR stärker international ausgerichtet, hält ihre Fachtagung im zweijährlichen Rhythmus ab und gibt die Zeitschrift „Voluntas – International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations“ heraus (vgl. Tabelle 1-3). Name URL Land Association for Research on Nonprofit Organizations & Voluntary Action (ARNOVA) http://www.arnova.org USA Independent Sector http://www.independentsector.org USA International Society for Third Sector Research (ISTR) http://www.istr.org USA Tabelle 1-3: Übersicht über ausgewählte wissenschaftliche Verbände und Dachorganisationen der Nonprofit-Managementforschung 1.3.3 Nonprofit Management in der akademischen Lehre Die derzeit noch nicht sehr stark ausgeprägte Verankerung des Faches Nonprofit Management in der deutschsprachigen Forschung und Lehre lässt sich darauf zurückführen, dass spätestens seit den 1980er Jahren eine Abkehr der Institutionen- bzw. Branchenlehren hin zu funktionsspezifischen Lehren zu Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 30 1 Grundlagen des Nonprofit Management30 beobachten ist (Weber 1996; Tscheulin/Helmig 2001). Diese manifestiert sich u. a. in den Bezeichnungen betriebswirtschaftlicher Lehrstühle an deutschsprachigen Universitäten: Während in den 1970er Jahren noch eine sektorale Differenzierung vorherrschte, stellte Chmielewicz bereits 1984 fest, dass Wissensbestand und Forschung in der Betriebswirtschaftslehre primär nach Funktionen organisiert sind und sich in der Regel auf Probleme der Industrie beziehen. Auch wenn das Fach Nonprofit Management in der jüngsten Vergangenheit einen leichten Bedeutungsaufschwung zu verzeichnen vermag, so bewegen sich die Ausbildungs- und Forschungskapazitäten nach wie vor noch auf einem ausbaufähigen Niveau. Die USA hingegen nehmen im Bereich der Nonprofit Management-Lehre eine Vorreiterrolle ein (Helmig/Michalski 2008). Dementsprechend weist die US-amerikanische Nonprofit Management-Lehre eine hohe Anzahl an universitären Kursen und Studienprogrammen auf. Nach einer vor kurzem publizierten Studie existierten in 2006 insgesamt 426 Ausbildungsprogramme im Bereich Nonprofit Management an 240 verschiedenen US-amerikanischen Universitäten und Colleges, während es zehn Jahre zuvor erst 284 Programme an 179 Institutionen waren (Mirabella 2007). Insofern ist seit Mitte der 1990er Jahre ein starker Anstieg der Bedeutsamkeit von Nonprofit Management-Ausbildungskapazitäten in den Vereinigten Staaten zu konstatieren. Dabei ist der größte Teil der Programme auf Master-Ebene (graduate level) angesiedelt. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass in den USA mittlerweile nicht mehr über die Institutionalisierung des Nonprofit Management in der Lehre (vgl. hierzu grundlegend Milofsky 1996) in Grundstudium (Bachelor bzw. Undergraduate Level; Dolch et al. 2007; Meijs et al. 2007), Hauptstudium (Master bzw. Graduate Level; Wish/Mirabella 1998; Fletcher 2005) und Executive Education (Haas/ Robinson 1998) debattiert wird, sondern sich die Diskussion auf die Inhaltsebene (O’Neill 2005; Curris 2007; Paton et al. 2007; Yzaguirre 2007), die Wirkung von Ausbildung auf die Praxis (Mirabella/Wish 1999) und die Doktorandenausbildung (Allison et al. 2007; Stephenson/Christensen 2007) verlagert hat. Zu diesem Zweck wurde 1991 der Nonprofit Academic Centers Council (NAAC) gegründet. Dieses Netzwerk, an dem führende nordamerikanische Hochschulen partizipieren, hat curriculare Richtlinien für Studiengänge mit den Schwerpunkten Philanthropie und Nonprofit Management erarbeitet, die regelmäßig weiterentwickelt werden. Durch dieses „Ausbildungsgrundgerüst“ ist Transparenz hergestellt und Qualitätssicherung sowie Überprüfung des Karriereerfolgs (Herman/Renz 2007) werden ermöglicht. Typischerweise werden Studienprogramme in den USA unter das Themengebiet Public Policy subsumiert. Die einzelnen Themengebiete, innerhalb derer wiederum vertiefende Studienprogramme angeboten werden, finden sich nachfolgend: • City Management & Urban Policy • Environmental Policy & Management • Health Policy & Management • Information & Technology Management • Nonprofit Management Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 31 1.3 Nonprofit Management in Forschung und Lehre 31 • Public Finance & Budgeting • Public Management Administration • Public-Policy Analysis • Social Policy Innerhalb der Vertiefungsrichtung Public Policy wiederum werden verschiedene Studienprogramme im Bereich Nonprofit Management angeboten (vgl. Abb. 1-7). Eine jüngere Entwicklung in der akademischen Lehre ist darin zu sehen, dass in Deutschland zunehmend das so genannte „Service Learning“ als neue Lehrund Lernform in Nonprofit-bezogene Studiengänge implementiert wird (zum Service Learning Konzept vgl. Cress/Collier/Reitenauer 2005; Duncan/Kopperud 2007; Spraul 2009a; Berger Kaye 2010). Das Konzept des Service Learning stammt ursprünglich aus den USA und ist in dem traditionellen Bildungsauftrag USamerikanischer Schulen, Colleges und Universitäten verankert, Schüler und Studierende im Rahmen einer so genannten „Civic Education“ zu verantwortungsbewussten Bürgern zu erziehen. Der Adressat dieser bürgerschaftlichen Erziehung ist hierbei die „Community“ als die Gemeinschaft der Bürger, die miteinander in kommunikativer Beziehung stehen (Spraul 2009b). Die gebräuchliche deutsche Übersetzung der „Community“ als Gemeinde greift deshalb eigentlich zu kurz (Ward 1997; Sliwka 2004). Bereits 1985 wurde in den USA die Nonprofit-Organisation „Campus Compact“ gegründet, die seitdem fast 1.200 Hochschulen zu ihren Mitgliedern zählt und die Umsetzung von Service Learning vorantreibt (Bringle/Hatcher 2000; Reinmuth/Saß/Lauble 2007). Nach und nach wird Service Learning mittlerweile auch in Deutschland sowohl in Abbildung 1-7: Ranking von Studienprogrammen in Nonprofit Management in den USA in 2008 (Quelle: U.S. News & World Report; http://grad-schools.usnews.rankingsandreviews. com/best-graduate-schools/top-public-affairs-schools/nonprofit-management) Public Affairs Specialty Ranking Nonprofit Management (Ranked in 2008) 1 Indiana University Bloomington, IN 2 Syracuse University Syracuse, NY 3 Indiana University – Purdue University Indianapolis, IN 4 Harvard University Cambridge, MA 5 University of Washington Seattle, WA 7 University of Southern California Los Angeles, CA 6 University of Minnesota – Twin Cities Minneapolis, MN 8 Johns Hopkins University Baltimore, MD 9 New York University New York, NY 10 University of Utah Salt Lake City, UT Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 32 1 Grundlagen des Nonprofit Management32 Schulen und Stiftungen, als auch in Hochschulen umgesetzt. So entwickelten Studierende der Universität Mannheim für eine Behindertenhilfe-Organisation beispielsweise ein Marketing-Konzept, ein Konzept zur systematischen Gewinnung von Partnerunternehmen im Rahmen derer Corporate Citizenship-Aktivitäten, ein Fundraising-Konzept sowie einen Ansatz zum Freiwilligen-Management (vgl. Spraul 2009a, b; siehe hierzu vertiefend auch die Seite des Netzwerks Service Learning unter www.service-learning.de). Die beiden Hauptmerkmale von Service Learning sind in dem Begriff bereits enthalten, der im Deutschen typischerweise mit „Lernen durch Engagement“ oder mit „durch Verantwortung lernen“ übersetzt wird (Sliwka/Petry/Kalb 2004). Neben Lernen und Engagement ist das dritte Hauptmerkmal die systematische Reflexion, die die wissenschaftlichen Lerninhalte mit der praktischen Erfahrung, der Dienstleistung, verknüpft. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Beteiligten am Lehr- und Lernprozess lassen ein Dreiecksverhältnis entstehen: Den Studierenden werden von universitärer Seite wissenschaftliche Kenntnisse vermittelt, mit denen sie in die Lage versetzt werden sollen, die bei den Praxis-Partnern vorliegenden Problemstellungen zu bearbeiten (Colby/Ehrlich/Beaumont/Stephens 2003; Angelidis/Tomic/Ibrahim 2004). Dies erfolgt in enger Anbindung an das Curriculum und über eine gewisse Zeitdauer hinweg (z. B. ein Semester). Durch Service Learning wird nicht nur die Sensibilisierung von Studierenden für die Probleme der Nonprofit-Organisationen gesteigert, sondern es werden konkrete Hilfestellung gegeben und Freiwillige für Nonprofit-Organisationen rekrutiert (Tomkovich/Lester/Flunker/Wells 2008). Im – insbesondere deutschsprachigen – Teil Europas ist das Ausbildungsangebot zusammenfassend also weitaus geringer als in den USA. Zwar gibt es vereinzelt Lehr- und Forschungsschwerpunkte an Universitäten in Deutschland (z. B. Universitäten Hamburg, Heidelberg, Mannheim und Münster), Österreich (Johannes Kepler Universität Linz, Wirtschaftsuniversität Wien) und der Schweiz (Universitäten Basel, Fribourg und St. Gallen), allerdings handelt es sich dabei häufig um eher kleinere Lehrstuhl- bzw. Institutseinheiten, die das Fach dementsprechend häufig nur als Vertiefungsfach im Rahmen des Hauptbzw. Masterstudiums anzubieten in der Lage sind. Eigenständige Studiengänge bzw. -programme mit Schwerpunkt Nonprofit Management bilden eher die Ausnahme (Reichard 2003; Beck 2004; Mirabella et al. 2007). Minicase: Die vergessene Elite Ute Hense hat einen verantwortungsvollen Job. Als stellvertretende Revisorin wacht sie über die Finanzen der 70 Einrichtungen des Perthes-Werks. „Irgendwie“, sagt die studierte Volkswirtin, „hatte ich das Gefühl, die bloße Bilanzbuchhaltung reiche nicht aus, um der Arbeit für eine gemeinnützige kirchliche Einrichtung wie dem Perthes-Werk mit seinen rund 4.000 Mitarbeitern gerecht zu werden.“ Das Angebot, das nun diese Lücke geschlossen hat, gab es vor der Haustür. Ute Hense studierte zwei Jahre lang den Master-Studiengang Nonprofit Management an der Universität Münster und ist nun eine der ersten Absolventinnen. 2006 startete die WWU als erste Uni bundesweit mit einem solchen Angebot, inzwischen bietet auch die Universität Heidelberg Ähnliches an. Für Birgit Frey, die den Studiengang organisiert, nur ein Zeichen, dass es einen großen Bedarf Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 33 1.4 Zusammenfassung 33 gibt. Die Führungskräfte in gemeinnützigen Organisationen nennt Birgit Frey eine „vergessene Elite“. Sie arbeiten, beseelt von Idealismus, häufig ohne oder für geringe Bezahlung. Dabei jonglieren diese Nonprofit-Manager oft mit erheblichen Geldsummen. Bei dem Studiengang, bei dem sie zwei Jahre lang vier mal pro Semester an Wochenenden von Praktikern aus gemeinnützigen Organisationen, Wirtschaftsunternehmen und auch Professoren der Universität unterrichtet werden, lernen sie den professionelleren Umgang mit Geld, Möglichkeiten, Geldquellen per Fundraising zu erschließen, aber auch, die Aufgaben der Organisation besser zu strukturieren. Ute Hense spricht von einem neuen Blick auf ihre Arbeit, wenn sie mit der Geschäftsleitung über Haushaltsangelegenheiten spricht. „Ich habe gelernt, nicht immer nur auf die Zahlen zu sehen“, sagt sie. „Nonprofits ticken anders“, umschreibt Birgit Frey das Phänomen. Zwölf Teilnehmer haben bisher den Studiengang erfolgreich beendet, die Konzentration auf die Wochenenden biete sich an, weil viele voll berufstätig sind. Und weil die Wenigsten, wie Ute Hense, aus Münster kommen. „Momentan reisen unsere Studenten aus ganz Deutschland, auch aus Basel, Prag und sogar Singapur an“, erzählt Birgit Frey. In Deutschland gibt es drei Millionen hauptberuflich Beschäftigte im Nonprofit-Bereich, laut Statistik engagiert sich jeder Dritte ehrenamtlich. „Der Professionalisierungsdruck in gemeinnützigen Vereinen wächst“, glaubt Frey. Die frisch ausgebildeten Nonprofit-Manager haben früher in den unterschiedlichsten Fachrichtungen Hochschulabschlüsse erworben. Die jüngsten Teilnehmer sind Mitte 20, der älteste war Mitte 60. Für ihn waren die zwei Jahre alles andere als Zeitvertreib. Der Mann hatte einen Pflegedienst aufgebaut und eine Hospizstiftung gegründet, erinnert sich Frey. „Er war auf das Wissen, das wir vermitteln, richtig angewiesen.“ Quelle: Völker, K. (2009): Die vergessene Elite. Non-Profit-Management richtet sich an Führungskräfte in gemeinnützigen Organisationen, in: Westfälische Nachrichten Nr. 47, vom 25.02.2009, S. RMS06. 1.4 Zusammenfassung Der Sektor der Nonprofit-Organisationen weist in nahezu allen westlichen Industrienationen eine zunehmende Bedeutung auf. Während international und interdisziplinär keineswegs eindeutig geklärt ist, welche Organisationen unter dem „Dach“ der Nonprofit-Organisationen zu subsumieren sind, wird im vorliegenden Buch einer weiten Begriffsauffassung gefolgt, nach der Nonprofit- Organisationen weder erwerbswirtschaftliche Firmen, noch öffentliche Betriebe sein dürfen. Insofern kommt der privaten Trägerschaft eine hohe Bedeutung zu. Klassifiziert werden können Nonprofit-Organisationen pragmatisch beispielsweise nach ihren Arbeitsinhalten in mitgliedschaftlich organisierte Eigenleistungs-(Selbsthilfe-)Nonprofit-Organisationen und in Femdleistungs- (Drittleistungs-)Nonprofit-Organisationen. Einer internationalen Konvention folgend ergibt sich eine feinere Differenzierung aus der International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO), die – vornehmlich nach Nonprofit- Industrien unterscheidend – zwölf Hauptgruppen von Organisationen aufweist. Während in den USA traditionell die Nonprofit-Organisationen substitutiv zu erwerbswirtschaftlichen Leistungserbringern agieren, ist der (insbesondere

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References

Zusammenfassung

Gewinner des VHB-Lehrbuchpreises 2013!

Die Bedeutung von Nonprofit-Organisationen wird angesichts der immer schwieriger werdenden staatlichen Finanzierung vieler Aktivitäten stetig steigen. Einhergehend mit dieser Entwicklung und den großen Spendenvolumina, die teilweise damit verbunden sind, nimmt auch der Bedarf an der Professionalisierung des Nonprofit-Sektors zu. Dies sollte jedoch nicht durch eine unreflektierte Anwendung von betriebswirtschaftlichen Instrumenten erfolgen. Dementsprechend zeigt dieses Buch die Besonderheiten des Management von Nonprofit-Organisationen systematisch auf. Nur so kann dem Wunsch von Spendern und sonstigen Anspruchsgruppen von Nonprofit-Organisationen nach effizienter und effektiver Mittelverwendung sowie nach Transparenz, Rechenschaftslegung und Verantwortlichkeit Rechnung getragen werden.

Dieses Lehrbuch führt Studierende, Wissenschaftler und Führungskräfte aus der Praxis in die Grundlagen des Nonprofit Management ein. Dabei werden alle zentralen Bereiche des so genannten Dritten Sektors vorgestellt. Zahlreiche Beispiele und Fallstudien aus verschiedenen Nonprofit-Branchen veranschaulichen die Konzepte und ermöglichen ein schnelles Umsetzen in die Praxis.

Ergänzend zum Buch wurde unter www.nonprofit-management.biz eine umfassende Lernplattform mit Videos, Selbsttests, Fallstudien und Beispielen eingerichtet.

Preise:

Am 24. Juni 2013 erhielten die Autoren Bernd Helmig und Silke Boenigk für Ihr Lehrbuch "Nonprofit Management" den Lehrbuchpreis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). In der Laudation von Prof. Dr. Dorothea Greiling heißt es dazu: Das vom VHB in diesem Jahr ausgezeichnete Lehrbuch schließt hier nicht nur eine inhaltliche Lücke, sondern zeichnet sich auch durch die didaktische Aufmachung als hervorragend geeignet für den Einsatz in der akademischen Lehre aus: Umfangreiche E-Learning-Angebote, das Wechselspiel zwischen Theorieblöcken und Minicases und der klare Duktus in der Leserführung sind vorbildhaft nicht nur, was die Ausbildung in Methoden und Konzepten des Nonprofit-Managements angeht, sondern auch betreffend die praktische Umsetzung.

Pressestimmen:

"Das Lehrbuch vermittelt eine zeitgemäße Einführung in den Themenbereich des Nonprofit Management und ist auf dem besten Weg, sich als Standardwerk zu etablieren. Es kann daher als Einführungswerk sowohl für Studierende und Wissenschaftler als auch für Führungskräfte aus der Nonprofit-Praxis mit Interesse an dieser Thematik bestens empfohlen werden."

Manfred Bruhn, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen 04/2012

"Kurzum: Wer einsteigen will, rindet in diesem Buch einen sehr guten Wegweiser, wer weiterarbeiten möchte, profitiert von der Literaturauswertung und der klaren Struktur."

in: Verbändereport 05/2012, zur 1. Auflage 2012

"Alle Themen werden kurz und klar dargestellt. Besonders gefällt die häufige und zu den jeweiligen Themen gut passende Einbeziehung von Beispielen. Damit gewinnt diese Publikation für Praktiker, Studenten und Wissenschaftler als Einstiegs- und Nachschlagewerk in Lehre und Praxis eine besondere Bedeutung."

Swen Neumann, in: Die Stiftung 04/2012

"Wegen der zunehmenden Bedeutung der NPOs war es an der Zeit, die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten von Profit- und Nonprofit-Organisationen systematisch in einem Lehrbuch aufzubereiten. Den beiden Autoren ist dies nicht nur inhaltlich, sondern auch in didaktischer Hinsicht hervorragend gelungen."

in: WISU 07/12

Über die Autoren:

Prof. Dr. Bernd Helmig lehrt Public und Nonprofit Management an der Universität Mannheim. Prof. Dr. Silke Boenigk lehrt Betriebswirtschaft, insbesondere Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen, an der Universität Hamburg