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3.4 Zusammenfassung in:

Silke Boenigk, Bernd Helmig

Nonprofit Management, page 102 - 103

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3707-2, ISBN online: 978-3-8006-4614-2, https://doi.org/10.15358/9783800646142_102

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 94 3 Nonprofit Governance und Führung der Organisation94 Nonprofit-Organisationen nicht an Formalzielen, wie Gewinn oder Umsatz, gemessen würden, sondern hauptsächlich Sachziele, die sich aus der Mission der Organisation ableiten, kontrolliert werden müssten. Dieser Meinung folgt dieses Lehrbuch nicht. Ganz im Gegenteil wird bei der eigenen Strukturierung des Erfolgs von Nonprofit-Organisationen davon ausgegangen, dass die erfolgreiche Finanzierung der Tätigkeiten selbstredend ein wichtiges Erfolgsmaß ist und es im Kern um eine Kontrolle aller definierten Ziele der Organisation geht (vgl. hierzu auch die Ergebnisse von Greiling 2009b, S. 70). Dieser Logik folgend werden vier grundsätzliche Dimensionen des Erfolgs in Nonprofit-Organisationen unterschieden, die je nach individueller Zielfestlegung kontrolliert bzw. gemessen werden (vgl. vertiefend auch Light 2004; Duque-Zuluaga/ Schneider 2008, S. 42): (1) Finanzielle Performance (z. B. Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen, Produktverkäufen, Dienstleistungsangeboten, Fundraisingaktivitäten, Zuschüssen der öffentlichen Hand, Kosten, Gewinn). (2) Markt Performance (z. B. Marktanteile, Markenreputation/NPO-Branding, Dienstleistungsqualität des Angebots der NPO usw.). (3) Stakeholder Performance (z. B. Motivation, Identifikation, Zufriedenheit, Bindung der Kunden, Mitglieder, Spender, Freiwilligen, Ehrenamtlichen). (4) Social Value (Mission) Performance (z. B. Beitrag der NPO zu den langfristigen Zielen bzw. sozialen Werten wie Armutsbekämpfung, Krankheitsbekämpfung usw.; vgl. Whitman 2008). Auf der Basis einer Befragung von 304 Nonprofit-Organisationen aus dem Sozialbereich kommt Greiling (2009a) zu einer interessanten Rangfolge der Wichtigkeit der verschiedenen Erfolgskennzahlen aus Sicht der Nonprofit-Praxis. Es zeigt sich, dass Markt Performance-Kennzahlen (z. B. die Auslastungsquote) und Stakeholder Performance-Kennzahlen (z. B. die Nutzerzufriedenheit) als besonders bedeutsame Kennzahlen eingeschätzt werden, während die finanziellen Kennzahlen im Mittelfeld der Wichtigkeit rangieren. Aufgrund der Vielzahl möglicher Erfolgskriterien bzw. Kennzahlen ist es auch Teil der Führungsaufgabe, die relevanten Größen miteinander zu verknüpfen und ein individuelles System der Erfolgskontrolle für die eigene Nonprofit- Organisation abzuleiten. Hierzu wird in der Nonprofit-Praxis auf bestehende Instrumente, wie die Balanced Scorecard (vgl. Scherer/Alt 2002) oder das EFQM- Modell (European Foundation of Quality Management) zurückgegriffen, in deren Konzeptionen die multidimensionale Ergebnismessung integraler Bestandteil ist. 3.4 Zusammenfassung Das Thema Management bzw. Führung von Nonprofit-Organisationen hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Zwei grundsätzliche Führungsebenen sind zu unterscheiden: Zum einen branchenübergreifende Fragestellungen der Führung und Kontrolle von Nonprofit-Organisationen, die sich auf den gesamten Nonprofit-Sektor beziehen. Diese übergreifenden Fragen wer- Helmig/Boenigk – Nonprofit Management – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 20.04.2012 Status: Druckdaten Seite 95 Zentrale Quellen zu Kapitel 3 95 den im Lehrbuch im Abschnitt Nonprofit Governance diskutiert (Abschnitt 3.2). Zum anderen individuelle Führungsfragen, die jede Nonprofit-Organisation für sich selbst analysieren und beantworten muss. Hieraus resultiert die Anforderung für Nonprofit-Organisationen, ein eigenes Nonprofit-Managementkonzept zu erarbeiten (Abschnitt 3.3). Unter dem Begriff Nonprofit Governance ist ein übergeordneter Prinzipenkatalog zur langfristigen Steuerung einer Nonprofit-Organisation und/oder des Nonprofit-Sektors durch die verantwortlichen Führungsorgane in Nonprofit- Organisationen zu verstehen. Mittlerweile haben sich auch eigenständige Forschungsfelder der externen und internen Nonprofit Governance-Forschung etabliert und es wurden in Deutschland verschiedene Nonprofit-Praxisinitiativen umgesetzt. Die umfassendste davon ist die in 2010 initiierte Initiative Trans parente Zivilgesellschaft. Das Nonprofit-Managementkonzept beinhaltet hingegen die individuellen Aktivitäten einer Nonprofit-Organisation, die für die Erreichung der Mission aber auch bestimmter organisationaler Ziele erforderlich sind. Das dem Lehrbuch zugrundeliegende Nonprofit-Managementkonzept basiert auf dem Grundgedanken, dass neben dem häufig anzutreffenden rationalen Managementansatz weitere Ansätze, konkret der soziale Ansatz, der umweltbedingte und der Komplexitätsansatz, berücksichtigt werden müssen. Alle vier Managementansätze sind in die Entwicklung des eigenen Nonprofit-Managementkonzepts eingeflossen, das im Überblick in Abschnitt 3.3.2 dargestellt ist. Es beinhaltet in einer groben Struktur insgesamt acht Bausteine: Nonprofit- Analysen, Festlegung der Mission, Vision und des Leitbilds, die Zieldefinition, die Segmentierung von Anspruchsgruppen, die Strategieableitung, die Planung und Umsetzung von Maßnahmen und Nonprofit-Projekten, die Implementierung des Nonprofit-Managementkonzepts und den damit einhergehenden organisationalen Wandel sowie letztlich die Kontrolle des Erfolgs der Nonprofit- Organisation. Zentrale Quellen zu Kapitel 3 Drucker, P. F. (2006): Managing the Nonprofit Organization: Principles and Practice, Reprint der ersten Auflage, New York. Jegers, M. (2009): „Corporate” Governance in Nonprofit Organizations. A Nontechnical Review of the Economic Literature, in: Nonprofit Management & Leadership, Vol. 20, No. 2, S. 143–164. Helmig, B./Purtschert, R. (Hrsg.) (2006): Nonprofit Management, 2. Aufl., Wiesbaden.

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References

Zusammenfassung

Gewinner des VHB-Lehrbuchpreises 2013!

Die Bedeutung von Nonprofit-Organisationen wird angesichts der immer schwieriger werdenden staatlichen Finanzierung vieler Aktivitäten stetig steigen. Einhergehend mit dieser Entwicklung und den großen Spendenvolumina, die teilweise damit verbunden sind, nimmt auch der Bedarf an der Professionalisierung des Nonprofit-Sektors zu. Dies sollte jedoch nicht durch eine unreflektierte Anwendung von betriebswirtschaftlichen Instrumenten erfolgen. Dementsprechend zeigt dieses Buch die Besonderheiten des Management von Nonprofit-Organisationen systematisch auf. Nur so kann dem Wunsch von Spendern und sonstigen Anspruchsgruppen von Nonprofit-Organisationen nach effizienter und effektiver Mittelverwendung sowie nach Transparenz, Rechenschaftslegung und Verantwortlichkeit Rechnung getragen werden.

Dieses Lehrbuch führt Studierende, Wissenschaftler und Führungskräfte aus der Praxis in die Grundlagen des Nonprofit Management ein. Dabei werden alle zentralen Bereiche des so genannten Dritten Sektors vorgestellt. Zahlreiche Beispiele und Fallstudien aus verschiedenen Nonprofit-Branchen veranschaulichen die Konzepte und ermöglichen ein schnelles Umsetzen in die Praxis.

Ergänzend zum Buch wurde unter www.nonprofit-management.biz eine umfassende Lernplattform mit Videos, Selbsttests, Fallstudien und Beispielen eingerichtet.

Preise:

Am 24. Juni 2013 erhielten die Autoren Bernd Helmig und Silke Boenigk für Ihr Lehrbuch "Nonprofit Management" den Lehrbuchpreis des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). In der Laudation von Prof. Dr. Dorothea Greiling heißt es dazu: Das vom VHB in diesem Jahr ausgezeichnete Lehrbuch schließt hier nicht nur eine inhaltliche Lücke, sondern zeichnet sich auch durch die didaktische Aufmachung als hervorragend geeignet für den Einsatz in der akademischen Lehre aus: Umfangreiche E-Learning-Angebote, das Wechselspiel zwischen Theorieblöcken und Minicases und der klare Duktus in der Leserführung sind vorbildhaft nicht nur, was die Ausbildung in Methoden und Konzepten des Nonprofit-Managements angeht, sondern auch betreffend die praktische Umsetzung.

Pressestimmen:

"Das Lehrbuch vermittelt eine zeitgemäße Einführung in den Themenbereich des Nonprofit Management und ist auf dem besten Weg, sich als Standardwerk zu etablieren. Es kann daher als Einführungswerk sowohl für Studierende und Wissenschaftler als auch für Führungskräfte aus der Nonprofit-Praxis mit Interesse an dieser Thematik bestens empfohlen werden."

Manfred Bruhn, in: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen 04/2012

"Kurzum: Wer einsteigen will, rindet in diesem Buch einen sehr guten Wegweiser, wer weiterarbeiten möchte, profitiert von der Literaturauswertung und der klaren Struktur."

in: Verbändereport 05/2012, zur 1. Auflage 2012

"Alle Themen werden kurz und klar dargestellt. Besonders gefällt die häufige und zu den jeweiligen Themen gut passende Einbeziehung von Beispielen. Damit gewinnt diese Publikation für Praktiker, Studenten und Wissenschaftler als Einstiegs- und Nachschlagewerk in Lehre und Praxis eine besondere Bedeutung."

Swen Neumann, in: Die Stiftung 04/2012

"Wegen der zunehmenden Bedeutung der NPOs war es an der Zeit, die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten von Profit- und Nonprofit-Organisationen systematisch in einem Lehrbuch aufzubereiten. Den beiden Autoren ist dies nicht nur inhaltlich, sondern auch in didaktischer Hinsicht hervorragend gelungen."

in: WISU 07/12

Über die Autoren:

Prof. Dr. Bernd Helmig lehrt Public und Nonprofit Management an der Universität Mannheim. Prof. Dr. Silke Boenigk lehrt Betriebswirtschaft, insbesondere Management von Öffentlichen, Privaten & Nonprofit-Organisationen, an der Universität Hamburg