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Elmar Neveling, Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga: Grundlagen und Marktentwicklung in:

Albert Galli, Vera-Carina Elter, Rainer Gömmel, Wolfgang Holzhäuser, Wilfried Straub (Ed.)

Sportmanagement, page 81 - 96

2. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3678-5, ISBN online: 978-3-8006-4613-5, https://doi.org/10.15358/9783800646135_81

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Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 69 Finanzierungsformen in der Fußball- Bundesliga: Grundlagen und Marktentwicklung von Elmar Neveling Inhaltsverzeichnis 6.1 Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Kapitalbeschaffung. . . . . . . . . . . 70 6.2 Finanzierung von Fußball-Unternehmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 6.2.1 Einnahmesäulen der Fußball-Bundesliga . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 6.2.2 Instrumente zur Außenfinanzierung in der Fußball-Bundesliga . . . . . . . . 73 6.2.2.1 Die Kreditfinanzierung und ihre gestiegenen Anforderungen. . . . . . . 74 6.2.2.2 Beteiligungen als Variante der Außenfinanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . 77 6.2.3 Experteneinschätzungen von Finanzierungsinstrumenten . . . . . . . . . . . . . 78 6.3 Rechtsformen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 6.4 Fazit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82 Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 70 6.1 Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Kapitalbeschaffung Das Platzen der Blase auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt, die sog. „subprime mortgage crisis“, war Initiator der globalen Finanzkrise, die ab 2007 die internationalen Märkte erschütterte und sich auch in der Eurozone zu einer Rezession ausdehnte. Als „Subprime-Kredite“ werden Hypothekendarlehen bezeichnet, die Kreditnehmern trotz geringer Bonität gewährt wurden und zu massiven Kreditausfällen führten. Die Zahlungsausfälle zogen eine Destabilisierung des Finanzmarktes nach sich, in deren Sog 2008 auch die Investmentbank Lehman Brothers, 1850 gegründet und eines der ehemals bedeutendsten Wallstreet-Häuser, zu Fall kam. Ihre Insolvenz bedeutete einen negativen Höhepunkt der Finanzkrise. Wenige Tage vor Insolvenzanmeldung hatte das Institut angekündigt, allein für das dritte Quartal 2008 einen Verlust von 3,9 Milliarden US-Dollar zu erwarten. Über Kursverluste an den Wertpapierbörsen, Absatzeinbußen, verringerte Produktion und zahlreiche Unternehmensinsolvenzen weitete sich die Finanzkrise auch auf die Realwirtschaft aus. Dabei blieben die konjunkturellen Auswirkungen nicht allein auf die Vereinigten Staaten beschränkt, da die Immobiliendarlehen über international verteilte Kreditverbriefungen refinanziert worden waren. Für Darlehensnehmer hat sich die Kapitalbeschaffung seither erschwert – so auch für die Clubs im europäischen Profifußball, die angesichts ihrer Umsatzzahlen längst als mittelständische Unternehmen zu bezeichnen sind. So erwirtschaftete die FC Bayern München AG in der Saison 2010/11 einen Jahresumsatz von 290,9 Mio. Euro. Bezogen auf die finanziell angespannte Situation einiger Marktteilnehmer des europäischen Profifußballs, stellte Bayern Münchens Aufsichtsratsvorsitzender Uli Hoeneß als Folge der Marktentwicklung 2009 fest: „Es gibt schlicht und ergreifend keinen Kredit. Welche Sicherheiten will ein finanzschwacher Fußballclub den Banken denn anbieten? Etwa einen Spieler, der im schlimmsten Fall schon morgen ein Sportinvalide sein kann? Und alle anderen Vermögensgegenstände wurden ja oft schon verschachert“ (Haslauer/Jacobs, online, 2009). Insbesondere aufgrund ihrer stringenteren Lizenzierungsvorgaben steht die Bundesliga im europäischen Ligenvergleich auf wirtschaftlich solidem Fundament – dies auch dank der europaweit höchsten Zuschauerzahlen und einer breiten Unterstützung aus der Werbewirtschaft (zu den Einnahmen aus Sponsoring vgl. Kapitel 6.2.1). Der vorliegende Beitrag wird im Rahmen der Eigenfinanzierung die wesentlichen Erlösströme der Bundesligisten skizzieren sowie eine grundlegende Betrachtung der Fremdfinanzierung vornehmen. Während hier insbesondere die klassische Kreditfinanzierung behandelt wird, thematisiert der nachfolgende Beitrag „Sonderformen der Außenfinanzierung“ von Ingo Süßmilch neben Börsengang und Mäzenatentum auch die – zumindest für den Profifußball – innovativen Kapitalmarktprodukte wie Genussscheine oder Asset Backed Securities (forderungsbesicherte Wertpapiere oder Schuldscheine). Der abschließende Überblick verdeutlicht, inwiefern die Rechtsform eines Fußball-Unternehmens die Auswahl möglicher Finanzierungsinstrumente vorgibt. Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 71 716 Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga 6.2 Finanzierung von Fußball-Unternehmen Bei der Finanzierungsform geben Kapitalherkunft und Rechtsstellung die begriffliche Abgrenzung vor: Finanziert sich ein Unternehmen über selbst erwirtschaftete Mittel, wird von Innenfinanzierung gesprochen; wird hingegen das Kapital von außerhalb des Unternehmens bereit gestellt, liegt eine Außenfinanzierung vor. Über die Einordnung als Eigen- oder Fremdfinanzierung entscheidet die Rechtsstellung der Kapitalgeber. Zu den Alternativen der Innenfinanzierung gehören die aus einbehaltenen Gewinnen bestehende Selbst- bzw. Eigenfinanzierung sowie die Finanzierungen aus Abschreibungen, Kapitalfreisetzungen oder Rückstellungen (vgl. Perridon/Steiner/Rathgeber, 2009, 358 f.). Bekannteste Instrumente der Außenfinanzierung sind Kreditfinanzierung, Börsengang und Kapitalerhöhung. Innenfinanzierung Außenfinanzierung Eigenfinanzierung Selbstfinanzierung aus Gewinnthesaurierung (Rücklagen) Beteiligungsfinanzierung über IPO oder Kapitalerhöhung Fremdfinanzierung Rückstellungen bspw. aus Steuern/Pensionen Kreditfinanzierung Abb.1: Begriffsabgrenzung der Finanzierungsform nach Kapitalherkunft und Rechtsstellung des Kapitalgebers (Quelle: vgl. Kern/Haas/Dworak, 2002, 399) Eigenkapital steht dem Unternehmen im Regelfall unbefristet oder zumindest langfristig zur Verfügung und liefert eigentums(-ähnliche) Rechte (zu dieser und nachfolgenden Darstellung der Merkmale von Eigen- und Fremdkapital vgl. Perridon/ Steiner/Rathgeber, 2009, 357 f. sowie Bednarz/Pfeiffer/Hovemann/Jaus, 2004, 34). Die Finanzierungskapazität wird durch die Vermögenslage des Unternehmens beschränkt, eine Haftung erfolgt mindestens in Höhe der eingebrachten Einlage. Zudem besteht eine volle Teilhabe an Gewinn- bzw. Verlustergebnissen, wobei erstere steuerlich voll mit Einkommens-, Körperschafts- und Gewerbesteuer belastet werden. Die höhere Risikobewertung von Eigenkapitalfinanzierungen, deren Rendite sich nach dem Unternehmensergebnis bemisst, erklärt sich über den Nachrang gegenüber anderen Finanzierungsformen. Fremdkapital steht einem Unternehmen in der Regel fest terminiert zur Verfügung, beinhaltet keine Haftung für Unternehmensverbindlichkeiten und weist eine unbeschränkte Finanzierungskapazität auf, die von einem Vorliegen entsprechender Sicherheiten abhängt. Fremdkapital zieht eine vorab fixierte Verzinsung nach sich, die als Aufwand steuerlich absetzbar ist und vorrangig bedient wird. 6.2.1 Einnahmesäulen der Fußball-Bundesliga Die Selbstfinanzierung der Fußball-Bundesligisten erfolgt vor allem aus Spieltags- bzw. Zuschauereinnahmen sowie den Einnahmen aus medialer Verwertung, Sponsoring, Spielertransfers und Merchandising. Dabei sind die Spieltagseinnahmen als originäre Einnahmequelle von Fußballclubs inzwischen nicht mehr dominierend. Nach den mit Abstand bedeutendsten Säulen, der medialen Vermarktung und Sponsoring, folgen sie nur noch an dritter Stelle (Angaben gemäß Saison 2009/10): Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 72 Elmar Neveling72 Nach Angaben des Dachverbandes Deutsche Fußball Liga GmbH generierte die Bundesliga in der Saison 2009/10 mit rund 1,77 Mrd. Euro einen neuen Umsatzrekord (zu dieser und folgenden Angaben über die einzelnen Einnahmesäulen vgl. DFL, 2011, 26 f.). Haupttreiber dieser Entwicklung waren die Werbeeinahmen, die sich auf knapp 512 Mio. Euro beliefen und somit fast 29 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten. Dies ist umso beachtlicher, als dass damit ungeachtet des schwierigen Wirtschaftsumfeldes eine Steigerung zur Vorsaison 2008/09 (knapp 489 Mio. Euro) erzielt wurde. Die Bundesliga als „Premiummarke“ hat somit auch während der Finanzkrise nichts an ihrer Anziehungskraft für Sponsoren verloren. Hinter Sponsoring rangierten an zweiter Stelle mit rund 505 Mio. Euro die Einnahmen aus medialer Vermarktung, in den Vorjahren noch gleichauf mit Sponsoring oder sogar umsatzstärkste Position. Diese Verschiebung erfolgte jedoch nicht aufgrund womöglich reduzierter Medieneinahmen, die in den letzten Jahren vielmehr auf vergleichsweise konstantem Level blieben, sondern aufgrund einer deutlichen Steigerung im Bereich Sponsoring, wie aus nachfolgender Abbildung 3 ersichtlich ist, die den Verlauf der drei bedeutendsten Umsatzgrößen seit der Spielzeit 2006/07 beschreibt. Spieltagseinnahmen haben in den letzten Jahren ebenfalls eine konstante Steigerung erfahren, insbesondere dank eines sportlich ausgeglichenen Wettbewerbs sowie der im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 grundlegend modernisierten und daher komfortablen Stadionlandschaft. Mit 379 Mio. Euro bleiben sie „dritte Kraft“ im Einnahme-Mix. Sonstige Einnahmen (193 Mio. Euro) und Transfers (106 Mio. Euro) runden die breite Umsatzbasis ab. Im Vergleich zur ersten Saison des obigen Beobachtungszeitraumes, 2006/07, steigerte die Beletage des deutschen Fußballs ihr Umsatzvolumen bis 2009/10 um 21,5 Prozent – von knapp 1,46 Mrd. Euro auf 1,77 Mrd. Euro. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung scheint realistisch: Die Werbewirtschaft setzt mit weiter steigender Tendenz auf das publikumswirksame Zugpferd Profi-Fußball. Im Segment inländische Medienvermarktung stößt die Bundesliga im kommenden Jahr sogar in neue Dimensionen vor: Wie die DFL im April 2012 bekannt gab, werden die Einnahmen der Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 bei insgesamt etwa 2,5 Mrd. Euro liegen; dies entspricht einem Durchschnittsbetrag von 628 Mio. Euro pro Saison und somit einer Steigerung um 52 Prozent. Derzeit generiert 0 100 300 500 600400200 Sonstiges Merchandising Transfers Spieltag Medien Sponsoring Beträge in Mio. € (Saison 2009/10) Einnahmesäulen Abb.2: Einnahmesäulen in der Fußball-Bundesliga (Quelle: vgl. DFL, 2011, 26) Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 73 736 Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga der Lizenzfußball, bestehend aus Bundesliga und 2.  Bundesliga, aus der nationalen Medienvermarktung durchschnittlich 412 Mio. Euro per annum. Auch bei der internationalen Medienvermarktung erwartet die DFL ein Einnahmenwachstum von gut 50 Prozent, wirksam bereits ab der Saison 2012/13 auf dann gut 70 Mio. Euro pro Jahr. Parallel zu den Einnahmezuwächsen erfolgte auch die Entwicklung auf der Ausgabenseite (zur folgend dargestellten Ausgabenentwicklung vgl. DFL, 2011, 27 f.). Von 2006/07 bis 2009/10 erhöhten sich die Kosten von fast 1,35 Mrd. Euro auf annähernd 1,85 Mrd. Euro. Nach Steuern verzeichneten die achtzehn Clubs der Bundesliga 2009/10 einen Verlust von kumuliert knapp 78 Mio. Euro, nachdem sie in den drei vorherigen Spielzeiten noch einen Gewinn von durchschnittlich circa 59 Mio. Euro erwirtschaftet hatten. Kostentreiber waren die Personalausgaben für den Spielbetrieb (Gehälter und Prämien für Spielerkader und Trainerstab), die 2009/10 mit 750  Mio.  Euro beinahe 41 Prozent der Gesamtausgaben ausmachten und sich im Vergleich zur Vorsaison um knapp 72 Mio. Euro erhöhten. Gemäß DFL lagen die Verbindlichkeiten der Bundesliga 2009/10 bei knapp 645 Mio. Euro, dies entspricht einem Schnitt von 35,8 Mio. Euro pro Club. Neben einer Kontrolle der Ausgabenseite erfährt somit auch die Berücksichtigung von Methoden der Außenfinanzierung eine große Bedeutung. 6.2.2 Instrumente zur Außenfinanzierung in der Fußball-Bundesliga Das Hauptmerkmal der Außenfinanzierung besteht in der Zuführung finanzieller Mittel durch Einlagen der Unternehmenseigner, Beteiligungen von Gesellschaftern oder durch Kreditkapital, das durch Gläubiger zur Verfügung gestellt wurde (vgl. Perridon/ Steiner/Rathgeber, 2009, 359). Es handelt sich also nicht um Kapital aus dem operativen Geschäft des Unternehmens. Abbildung 4 zeigt eine Übersicht über die verschiedenen Instrumente der Außenfinanzierung. Über die Fremdfinanzierung, vorwiegend über Bankkredite, wird unternehmensexternes Fremdkapital zugeführt, das in der Bilanz auf der Passivseite ausgewiesen wird. Es steht dem Kapitalnehmer in der Regel in Form von Krediten bereit, die befristet 300 350 400 450 500 550 600 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 Einnahmen in Mio. € Spielzeit Sponsoring Medien Spieltag Abb.3: Entwicklung der größten Einnahmesäulen in der Fußball-Bundesliga (Quelle: DFL, 2011, 26) Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 74 Elmar Neveling74 durch Kapitaldienst von Zins und Tilgung zu erstatten sind. Ist dem Kreditnehmer die Rückzahlung aufgrund fehlender Liquidität nicht möglich, fällt die üblicherweise vom Kreditnehmer gewährte Sicherheit an den Kreditgeber. Im Gegensatz bspw. zu einer strategischen Partnerschaft werden dem Kreditgeber keine Mitspracherechte eingeräumt. Bei den Unterpunkten der mezzaninen Finanzierung handelt es sich um Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital, die Bestandteile beider Finanzierungsformen enthalten und somit nicht eindeutig zuzuordnen sind. Dies wird in der Abbildung durch die gestrichelten Pfeilverläufe verdeutlicht. In den beiden folgenden Unterkapiteln werden ausgewählte Instrumente der Außenfinanzierung betrachtet: Als nach wie vor gebräuchlichste Form liegt der Schwerpunkt auf den Bankkrediten sowie der Frage, wie sich die Eigenkapitalrichtlinie „Basel II“ und zukünftig „Basel III“ auf die Kreditvergabe auswirken. Auch die Beteiligungsfinanzierung, die im deutschen Profifußball insbesondere durch die strategischen Partnerschaften von Bayern München mit der adidas AG sowie mit der Audi AG Bekanntheit erhielt, wird vorgestellt. Der im Folgenden nicht näher behandelte Gesellschafternachschuss (vgl. Abbildung 4) beinhaltet die Einzahlungen von Gesellschaftern über ihre Einlagen hinaus. 6.2.2.1 Die Kreditfinanzierung und ihre gestiegenen Anforderungen Die (Raten-)Kreditfinanzierung bei Banken und Sparkassen erfolgte in Deutschland über einen langen Zeitraum zu günstigen Zinskonditionen und gehört daher traditionell zu den nachgefragtesten Finanzierungsformen. Um das Ausfallrisiko für Banken zu minimieren, haben die Bonität des Kreditnehmers und die Eigenkapitalauslegung des Kredits eine immer größere Bedeutung erfahren. Wie Frank Mattern, Deutschland- Chef der Unternehmensberatung McKinsey, im Interview mit dem „Manager Magazin“ im Januar 2011 bemerkte, liegt die Eigenkapitalquote börsennotierter deutscher Unternehmen bei lediglich 23 Prozent (vgl. Müller, online, 2011). Dementsprechend gering fällt ihr Risikopuffer aus. Außenfinanzierung Eigenkapital Fremdkapital Beteiligungen Mezzanine Fremdkapital Kreditsubstitute Private Equity Nachrangdarlehen Bankdarlehen Leasing IPO stille Beteiligungen Bonds Factoring Nachschuss der Genussscheine ABS Gesellschafter Wandelanleihen Abb.4: Alternativen der Außenfinanzierung (Quelle: vgl. Bednarz/Pfeiffer/Hovemann/Jaus, 2004, 34) Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 75 756 Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga Ähnliches galt in der Vergangenheit auch für hiesige Fußball-Unternehmen. Bei ihnen erklärte sich die geringe Eigenkapitalausstattung aus der ehemals dominierenden Rechtsform als eingetragener Verein (vgl. Elter, 2004, 105). Erst seit 1998 steht den Bundesligisten die Möglichkeit der Umwandlung ihrer Rechtsform in eine Kapitalgesellschaft offen. Bis dahin konnte die Einbehaltung von Gewinnen zur Erhöhung des Eigenkapitalanteils nicht in ihrem Interesse liegen. Denn sollte ein Verein die Gemeinnützigkeit zugunsten des Profifußballs vernachlässigen, muss er mit der gemeinnützigen Aberkennung und damit auch steuerlichen Auswirkungen rechnen. Begrenzt ist die Zufuhr von Eigenkapital über unternehmensexterne Kapitalgeber durch die sog. „50 % +1-Regel“, die „feindliche Übernahmen“ verhindert und im Kapitel 6.3 über die verschiedenen Rechtsformen näher erwähnt wird. Für die Bundesliga ist eine positive Entwicklung festzustellen: Zur Saison 2009/10 summierten ihre achtzehn Vertreter ein Eigenkapital von 534,5 Mio. Euro, also durchschnittlich 29,7  Mio.  Euro pro Club (zu diesen und folgenden Eigenkapitalangaben vgl. DFL, 2011, 22). 534,5 Mio. Euro entsprechen bei einer Bilanzsumme von knapp 1,5 Mrd. Euro einer Eigenkapitalquote von 35,7 Prozent sowie gegenüber 2006/07 einer Anhebung der Eigenkapitalausstattung um 26 Prozent – eine solide Verhandlungsbasis für Kreditverhandlungen. Als Beweggründe für die Wahl einer Kreditfinanzierung lassen sich für Fußball- Unternehmen insbesondere folgende Punkte festmachen: keine Verpflichtung zur Einräumung von Mitspracherechten an den Kreditgeber geringe öffentliche Informationstransparenz Ermangelung von Alternativen: Rechtsform als Verein erschwert(e) Zugang zu anderen Finanzierungsinstrumenten (vgl. dazu Kapitel 6.3 über Rechtsformen) In den vergangenen Jahren ist eine Kehrtwende in der deutschen Bankenpolitik offensichtlich geworden. In dem Bestreben, ihr Kreditausfallrisiko zu reduzieren, zeigten sich die Anforderungen an bewilligte Kreditanträge zunehmend anspruchsvoller. Zusätzliche Sicherheiten, die vollständige Offenlegung der Vermögenslage sowie regelmä- ßige Informationen über die Geschäftsentwicklung sind elementare Voraussetzungen für eine Kreditbewilligung. Aufgrund der höheren Vorgaben an die Kreditwürdigkeit von Privat- wie Unternehmenskunden ist eine Vielzahl von Fremdkapitalanträgen verweigert worden. Eine „Kreditklemme“ und größerer Finanzierungsbedarf erwiesen sich als unmittelbaren Folgen. Bestärkt wurde diese Entwicklung durch die Baseler Eigenkapitalvereinbarung Basel II, die zum 31.12. 2006 in Kraft trat und ab 2013 durch die Nachfolgerichtlinie Basel III erweitert wird. Die aktuell gültige Richtlinie Basel II stellt eine Initiative des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht dar, deren wesentlicher Zweck darin liegt, bei der Kreditvergabe eine stärkere Orientierung der Banken an der Bonität des Kunden zu gewährleisten (zu diesen und folgenden Erläuterungen von Basel II und den Auswirkungen auf (Fußball-)Unternehmen vgl. Elter, 2004, 105 f. sowie Bednarz/Pfeiffer/ Hovemann/Jaus, 2004, 9). Mit der Verabschiedung im Juni 1999 sollte die Eigenkapitalvorschrift von 1988, „Basel I“, modifiziert und die Stabilität des Finanzsystems erhöht werden. Die vorherige Praxis einer pauschalen Eigenkapitalhinterlegung von acht Prozent des Kreditvolumens durch das Geldinstitut wurde abgelöst durch eine Staffelung, die sich nach dem Ausfallrisiko des Kredits bemisst. Sog. Ratingsysteme bestimmen seither das jeweilige Risiko, indem sie die Bonität des Kreditnehmers skaliert bewerten (Rating) und somit zu einer Hinterlegung von mehr (bei schlechtem Rating) oder weniger (bei hoher Bonität) als acht Prozent führten. Neben zukunftsbezogener Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 76 Elmar Neveling76 finanzieller Informationen des Kreditnehmers ist bei dieser Prüfung insbesondere die Höhe der Eigenkapitalquote maßgeblich. Auch lässt sich ein verstärktes Einfordern von Sicherheiten und Bürgschaften beobachten. In der Summe haben diese Vorschriften zu einer gestiegenen Anzahl von Kreditverweigerungen bzw. bei schwachem Rating zu einer Verschlechterung von Kreditkonditionen (höhere Fremdkapitalkosten) zu Lasten des Schuldners geführt. Bei Fußball-Unternehmen machten sich in der Vergangenheit die geringeren eigenen Vermögenswerte wie Stadioneigentum nachteilig bemerkbar. Verständlich wird somit ihr Bestreben, verstärkt solche Finanzierungsinstrumente nachzufragen, die der Ausweitung der Eigenkapitalbasis sowie der Unabhängigkeit von Fremdkapitalinvestoren dienen. Hierzu gehört unter anderem die im Folgekapitel vorgestellte Beteiligungsfinanzierung. Über die Ausgliederung ihrer Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft hat mehr als die Hälfte der Bundesligisten (gemäß Saison 2011/12) auch deshalb einen Rechtsformwandel vollzogen, um sich auf diese Weise der Aufnahme von Gesellschaftern zur Erhöhung der Eigenkapitalbasis zu öffnen (vgl. Abbildung 5 auf S. 81). Positiv betrachtet, liegt für Unternehmen in den gestiegenen Anforderungen an ihre Transparenz und Controllingqualität auch eine Chance zur finanziellen Stabilisierung (zur folgenden Darstellung einer angemessenen Unternehmensplanung vgl. Elter, 2004, 106 ff.). Von Basel II gehen nicht nur Vorgaben an die Einhaltung von Finanzkennzahlen aus; die Richtlinie erstreckt sich ebenfalls auf die Planungs- und Informationsprozesse innerhalb eines kreditbeantragenden Unternehmens. Eine strategische und zukunftsorientierte Unternehmensplanung sowie ihre Kommunikation sind somit unerlässlich, um – auch unabhängig von der Eigenkapitalvereinbarung – sowohl eine erhöhte Glaubwürdigkeit nach außen gegenüber Geschäftspartnern (Banken, Sponsoren, Spielern etc.), als auch eine effiziente Steuerung der Geschäftsabläufe nach innen zu erzielen. Die zukünftige Gewährung von Krediten sowie die Beschaffenheit ihrer Konditionen werden von der Nachvollziehbarkeit eines solchen Businessplans entscheidend abhängen. Die grundsätzlichen Ursachen einer im Vergleich zu Wirtschaftsunternehmen womöglich niedrigeren Bonitätsbewertung von Fußball-Unternehmen lassen sich neben einer geringen Eigenkapitalausstattung insbesondere an der Ermangelung ausreichender Sicherheitsleistungen bei der Fremdkapitalaufnahme (bspw. aufgrund der Abwertung des Spielervermögens in Folge eines ausgetrockneten Transfermarktes) sowie an einer unsicheren Prognostizierbarkeit sportlichen Erfolgs festmachen. Nachteilig zeigt sich somit die geringere Ausprägung von Planungssicherheit, da der Geschäftserfolg entscheidend von der Fortführung des Spielbetriebs in der höchsten Spielklasse oder der Qualifikation für internationale Wettbewerbe abhängig ist (vgl. Bednarz/Pfeiffer/ Hovemann/Jaus, 2004, 10). Dank ihrer oft überregionalen Popularität genießen Fußballclubs im Vergleich zu sonstigen mittelständischen Unternehmen allerdings einen Popularitätsvorteil: „Jeder Club genießt den uneingeschränkten Schutz und das Wohlwollen des Landes. Denn im Gegensatz zu einer Mittelstandsfirma liefern wir keine Güter, sondern Gefühle für eine ganze Region“ (Haslauer/Jacobs, 2004, 13), begründete Erwin Staudt, von 2003 bis 2011 Präsident des VfB Stuttgart. In Reaktion auf die eingangs beschriebene Finanzkrise wird ab 2013 die stufenweise Umsetzung der neuen Eigenkapitalrichtlinie Basel III erfolgen, die die bisherigen Vorgaben von Basel I und Basel II noch erweitert und den Finanzmarkt zu stabilisieren beabsichtigt (zu Ausführungen über Basel III vgl. Bundesfinanzministerium online, 2011). Sie sieht bei Banken unter anderem eine Erhöhung der Kernkapitalquote – also Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 77 776 Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga dem Verhältnis von Kapital zu Risikogeschäften wie Krediten oder Geldanlagen – von bisher vier auf bis zu sieben Prozent vor, um eine bessere Auffangmöglichkeit von Kreditausfällen zu erzielen. Dabei muss das „harte Kernkapital“ aus unmittelbar verfügbarem Grundkapital und Gewinneinbehalt bei 4,5  Prozent liegen. Fällt die Kernkapitalquote unter sieben Prozent, hat dies für die Bank Einschränkungen bei der Dividendenauszahlung zur Folge. Stille Einlagen werden ab 2013 nicht mehr dem Kernkapital zugerechnet. Neben Anforderungen an das Eigenkapital wurden auch die Maßgaben an die Liquidität angehoben. Als mögliche Folge gilt, dass das Bankwesen auf die Vorgaben mit einer verstärkt restriktiven Politik bei der Kreditvergabe antworten wird. Denn das zur Risikoreduzierung zurückgelegte Kapital wird nicht für den Markt zur Verfügung stehen. Dazu passt auch eine gemeinsame Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte sowie der Fachhochschule Münster von 2011: „Mittelstandsfinanzierung über den Kapitalmarkt“. Laut Pressemitteilung erwarteten demnach alle der befragten 172 mittelständischen Unternehmen „in den kommenden drei Jahren verschlechterte Bedingungen für eine Bankfinanzierung“ (Milojevic/Reifert, 2011). Die Finanzkrise werde dabei als „Zäsur“ bewertet. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, könnte sich der zukünftige Finanzierungsfokus von Kapitalnehmern vermehrt auf bisher weniger beachtete Formen der Außenfinanzierung richten. Eine dieser Alternativen ist in der Beteiligungsfinanzierung zu finden. 6.2.2.2 Beteiligungen als Variante der Außenfinanzierung Eine langjährig gewachsene, enge Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen und Bank ließ in der Vergangenheit oft keine intensive Beschäftigung mit alternativen Finanzierungsformen zu. Dies hat sich für Fußballclubs mit der Möglichkeit zur Firmierung als Kapitalgesellschaft geändert. In Abgrenzung zur Kreditfinanzierung räumt die Beteiligungs- oder Einlagenfinanzierung dem Investor in der Regel Mitspracherechte ein. Auch entfällt der Kapitaldienst aus Zins und Tilgung, an dessen Stelle dafür erfolgsabhängige Ausschüttungen treten. Charakteristisch ist die Zuführung von Eigenkapital durch Kapitalgeber von außerhalb des Unternehmens. Dabei kann es sich um neue oder bisherige Eigner handeln. Zu den populärsten Formen der Beteiligungsfinanzierung gehört „Private Equity“ als außerbörslich gehandeltes Eigenkapital (im Gegensatz zum börsengehandelten „Public Equity“), dessen Begriff durch die „Heuschreckendebatte“ in undifferenzierte Sippenhaft genommen und negativ belegt wurde. Als vorteilhaft für weitere Finanzierungsvorhaben erweist sich die erzielte Verstärkung der Eigenkapitalquote, da sie die zusätzliche Aufnahme von Fremdkapital erleichtert (zu dieser und folgender Darstellung des Charakters der Beteiligungsfinanzierung in diesem Unterkapitel vgl. Bednarz/Pfeiffer/Hovemann/Jaus, 2004, 36). Die für Fußball-Unternehmen denkbaren Mitgesellschafter, die sich als Partner am Gesellschaftskapital beteiligen, sind insbesondere unter Sponsoren oder Ausrüstern vorzufinden – beispielhaft in Form einer Brauerei, die sich den exklusiven Bierausschank im Stadion langfristig sichern möchte. Das verfolgte Motiv eines Investors liegt demnach zumeist in einer strategischen Ausrichtung, einer dauerhaften Zusammenarbeit mit einem gefragten Werbepartner. Vorreiter einer strategischen Partnerschaft in der Bundesliga ist der FC Bayern München, der seinen Ausstatter adidas AG (damals noch adidas-Salomon AG) 2001 für eine laut Medienberichten kolportierte Summe von 75 Mio. Euro „ins Boot holte“. Mit der Audi AG kam 2009 ein weiterer Partner hinzu; Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 78 Elmar Neveling78 beide Eigner halten Minderheitsanteile von jeweils 9,1 Prozent an der FC Bayern München AG. Die überwiegenden 81,8 Prozent liegen in den Händen des eingetragenen Vereins. Inhaltlich partizipiert der investierende Gesellschafter sowohl am Unternehmenserfolg wie am -verlust und trägt somit auch ein anteiliges unternehmerisches Risiko. Die dem Investor einzuräumenden Kontroll- und Mitspracherechte können auf Unternehmensseite als nachteilig empfunden werden, sind jedoch angesichts der Konstellation unvermeidbar. Ein Investor, der in Verbindung einer Renditeerwartung Kapital in ein Unternehmen einbringt, darf eine angemessene Einflussnahme erwarten. Im Rahmen dieser Kontrollfunktion sitzen sowohl der Vorstandsvorsitzende der adidas AG, Herbert Hainer, als auch Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG und fungieren dort jeweils als stellvertretender Vorsitzender. Da Private Equity eine langfristige Partnerschaft mit sich bringt, sollte der Zeitpunkt der Aufnahme eines neuen Gesellschafters gut geprüft werden. Bei einer unter finanziellem Druck und daher zügig erfolgten Beteiligung besteht die Gefahr einer Ansetzung des Unternehmenswertes unterhalb seiner üblichen Werthaltigkeit. Umgekehrt wird sich eine sportlich wie wirtschaftlich erfolgreiche Positionierung zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses positiv auf die Bewertungsbasis auswirken. Als amtierender Champions League-Sieger mit hohem Markenwert wählte der FC Bayern für seine Partnerschaft mit der adidas-Salomon AG 2001 einen idealen Zeitpunkt aus. Grundsätzlich ist eine Beteiligungsfinanzierung für Fußball-Unternehmen eine attraktive Alternative zum klassischen Bankkredit, da sie aufgrund eines ausbleibenden regelmäßigen und liquiditätsbelastenden Kapitaldienstes eine vergleichsweise risiko- ärmere Alternative darstellt, deren Konditionen fest vorgegeben sind. Die Akzeptanz eines externen Kontrollorgans ist von den Clubverantwortlichen im Einzelfall gegen ökonomische Überlegungen abzuwägen. Das Risiko einer einmaligen „Finanzspritze“ wie im Falle der Beitragsfinanzierung, liegt darin, dass diese Mittel vorwiegend für Investitionen auf dem Transfermarkt verwendet werden und ihnen somit keine kalkulierbaren Vermögenswerte gegenüber stehen – oder sie für die Deckung des aktuellen Kapitaldienstes anderweitiger Fremdfinanzierungen eingesetzt werden. Ähnlich wie beim Vorgriff auf zukünftige Einnahmen, wie z. B. bei einer Verpfändung von Zuschauereinnahmen, drohte dem Unternehmen sonst mittelfristig die Gefahr einer Überschuldung. Angesichts konsolidierungsbestrebter Märkte hat sich im europäischen Fußball eine Konzentration auf die wenigen „Brandnames“ herauskristallisiert, die insbesondere in Südeuropa deutlich wird – so in der spanischen Primera División mit der Interessensfokussierung auf Real Madrid und den FC Barcelona. Für „kleinere Clubs“ wird Private Equity vermutlich eine nur schwer zugängliche Finanzierungsalternative darstellen. 6.2.3 Experteneinschätzungen von Finanzierungsinstrumenten Auch in Anbetracht der zuvor genannten Zutrittsbarriere stufte in einer Umfrage durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young von 2009 nur noch gut ein Fünftel der Bundesligavertreter die Beteiligungsfinanzierung als attraktive Variante ein (zu dieser und folgender Beurteilung von Finanzierungsformen durch die Bundesligavertreter vgl. Hovemann/Ehrhardt, 2009, 13.) Hingegen setzen die Proficlubs weiterhin vorwiegend auf die klassische Kreditfinanzierung: Demnach war sie für 73 Prozent Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 79 796 Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga der Befragten „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Mit weitem Abstand und 29  Prozent Zustimmung folgten Mezzanine, dahinter Private Equity (21 Prozent), Anleihen (18) sowie abschließend und gleichauf Börsengang und Asset Backed Securities (jeweils 9). Ursächlich für die geringere Wertschätzung der beiden „Schlusslichter“ dürften unter anderem die vergleichsweise höheren Finanzierungskosten sein. Noch 2007 hatten 47 (statt 21) Prozent der Befragten Private Equity als bedeutende Finanzierungsform angegeben und 2004 bei der ABS-Finanzierung 25 statt 9  Prozent. Zum damaligen Zeitpunkt war die Anleihe des FC Schalke 04, die sog. Schechter-Anleihe von 2003, noch in frischer Erinnerung. Für Arnd Hovemann, Leiter Controlling bei Bundesligist FC Schalke 04, stellen Genusscheine eine besonders geeignete Finanzierungsvariante für Fußballclubs dar: „Sie sind vollkommen frei gestaltbar und erlauben es, die Zinsen an den sportlichen und daher auch wirtschaftlichen Erfolg des emittierenden Clubs zu koppeln. Somit „atmet“ der Zinsaufwand mit dem Erfolg des Clubs. Die Planbarkeit des sportlichen Erfolgs ist schließlich eine der größten Problemstellungen bei der Steuerung eines Fußballunternehmens.“ Bei Ernst & Young verfasste Hovemann bis 2010 die jährliche Studie „Bälle, Tore und Finanzen“ und kann das Fußballbusiness über seine Tätigkeit bei Schalke 04 inzwischen auch von der operativen Seite her einschätzen. Für ihn haben sich „auch Fan-Anleihen absolut etabliert, denn ihr Charme liegt darin, dass sich der Club günstiger als am Kapitalmarkt finanziert. Die Emissionskosten sind überschaubar, auch eine spezielle Rechtsform ist nicht erforderlich.“ Auf welches Finanzierungsinstrument die Wahl auch fällt, sie steht in enger Abhängigkeit von der Rechtsform eines Unternehmens: 6.3 Rechtsformen Die Auslagerung der Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft ist die rechtliche Voraussetzung für Fußball-Unternehmen, ohne die eine Öffnung gegenüber externen Investoren und alternativen Finanzierungsformen (außerhalb des Bankkredits) im Regelfall verwehrt bleibt. Zudem scheint das Verständnis heutiger Proficlubs als „Non-Profit-Organisationen“, also eines allein sportliche Zwecke verfolgenden eingetragenen Vereins, nicht mehr zeitgemäß. Voraussetzung für die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft ist die Beachtung der sog. „50 %+1–Regel“. Sie gibt im Sinne der Satzung der DFL vor, dass eine ausgegliederte Lizenzspielerabteilung mehrheitlich in den Händen des Muttervereins liegen muss. Übernahmen durch Investoren, wie sie vor allem in der englischen Premier League gang und gäbe sind, sind somit in der Bundesliga ausgeschlossen. Eine Ausnahmeregelung stellte bisher die „Lex Leverkusen“ dar: Sie besagte gemäß DFB-Satzung Paragraph 8 Abs. 4, dass die Übernahme eines Bundesligisten über einen privaten Investor nur dann zulässig ist, wenn das „Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren vor dem 1.1.1999 den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat“ (zitiert in: Dietl/Pauli, 2002, 259). Aufgrund dieser historischen Verbindung ist es möglich, dass die Bayer AG sowie die Volkswagen AG als einhundertprozentige Gesellschafter ihrer Fußballabteilungen „Bayer Leverkusen Fußball GmbH“ und „VfL Wolfsburg Fußball GmbH“ auftreten. Nach einem Urteil des Ständigen Schiedsgerichts für Vereine und Kapitalgesellschaften der Lizenzligen vom Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 80 Elmar Neveling80 30.8.2011, entfällt die Lex Leverkusen zukünftig, sodass auch anderen Bundesligisten die Möglichkeit offen steht, Mehrheitsanteile ihrer ausgegliederten Kapitalgesellschaften an Investoren zu veräußern. Bedingung ist allerdings, dass sich diese zuvor seit mindestens zwanzig Jahren beim Club engagiert haben. Die bisherige Stichtagsregelung ist demnach hinfällig. Seitdem Vereinen die Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft möglich ist, wählen die Bundesligisten aus folgenden Rechtsformen: AG, GmbH, GmbH & Co. KG, GmbH & Co. KGaA und KGaA (vgl. Abbildung 5). Die Aktiengesellschaft als typische Form der Kapitalgesellschaft setzt einen Mindestnennbetrag des Grundkapitals von 50.000 Euro voraus und sieht eine Haftungsbeschränkung auf das Gesamtvermögen der AG vor (zu folgenden Ausführungen dieses Kapitels über die verschiedenen Rechtsformen vgl. Kern/Haas/Dworak, 2002, 401 ff.). Die Aktionäre sind über ihre erworbenen Anteile am Grundkapital des Unternehmens beteiligt. Die AG ist eine eigenständige juristische Person, in der der Aufsichtsrat als Kontrollorgan des Vorstands durch die stimmberechtigten Aktionäre gewählt wird. Maßgeblich für die AG sind die Regelungen des Aktiengesetzes (AktG). Mit der Möglichkeit, eine „Kleine AG“ zu gründen, wird mittelständischen Unternehmen seit 1994 der Zugang zur Aktiengesellschaft erleichtert. Dabei ist die Kleine AG keine eigene Rechtsform, ihre Aktien werden auch nicht börslich gehandelt. Sie stellt jedoch geringere bzw. vereinfachte Anforderungen an die Gesellschaftsgründung oder an die Abhaltung einer Hauptversammlung. Der von der DFL geforderte Verbleib eines mehrheitlichen Stimmrechts im Mutterverein („50 % + 1 Regel“) begrenzt die Ausgabe stimmberechtigter Anteilsscheine. Dieser Forderung steht die Möglichkeit der Ausgabe von vinkulierten (bindenden) Namensaktien oder stimmrechtlosen Vorzugsaktien auch bei mehrheitlichem Fremdanteil nicht entgegen. Für das Fußball-Unternehmen beinhaltet dies jedoch den Nachteil, dass der Anteilseigner für den Verzicht auf Mitspracherechte einen Ausgleich in Form einer höheren Rendite erwartet. Im Rahmen eines IPO brächte dies entsprechende Abschläge bei der Anteilseinschätzung mit sich. Bei der Rechtsform der GmbH bleibt die Anzahl der Anteilseigner überschaubarer, als dies bei der Aktiengesellschaft der Fall ist. Nachdem bisherige Bestrebungen scheiterten, das Stammkapital der GmbH auf 10.000 Euro zu senken, beträgt es weiterhin mindestens 25.000 Euro; die Haftung beschränkt sich auf das Gesellschaftsvermögen. Die rechtliche Norm stellt das GmbH-Gesetz (GmbHG) dar. Da die Anteile nicht frei handelbar sind, ist ein Börsengang der GmbH ausgeschlossen. Der Spielraum zur Eigenkapitalfinanzierung ist somit eingeschränkt; möglich wird sie durch die Aufnahme neuer Gesellschafter. Kommanditgesellschaften bieten für Fußball-Unternehmen dann Anreize, wenn ihre Ausgestaltung die vollständige Bandbreite zukünftiger Eigenkapitalbeschaffungen beinhaltet. Diese Voraussetzung gilt für die Konstruktionen einer GmbH & Co. KGaA (wie sie Borussia Dortmund gewählt hat) sowie für die AG & Co. KGaA. Bei einer GmbH & Co. KGaA können die Kommanditistenanteile der KGaA vollständig an der Börse gehandelt werden, da der von der DFL vorgegebene Vorbehalt eines mehrheitlichen Stimmrechtsverbleibs im Verein zu hundert Prozent gewährleistet ist. Charakteristisch für diese Konstruktion ist, dass die Haftung der Kommanditgesellschaft auf das Vermögen der GmbH, dem Komplementär, begrenzt ist. Auch die Geschäftsführung verbleibt bei der GmbH. Als Kommanditist tritt der Verein auf – oder, im Falle eines Börsenganges, auch Aktionäre von außerhalb des Unternehmens. Dass externen Investoren bei der Rechtsform der KGaA keine Mitspracherechte eingeräumt werden, ist für Unternehmen neben der Haftungsbeschränkung ein weiterer Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 81 816 Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga Vorteilsaspekt. Denn die Kontrolle liegt in den Händen des Komplementärs. Ähnlich wie im Falle der Aktiengesellschaften führt diese Konstellation allerdings zu geringeren Anteilsbewertungen, um aus Investorensicht den Nachteil geringerer Einflussnahme auszugleichen. Gemäß Ligazusammensetzung der Saison 2011/12 haben mittlerweile zwölf der achtzehn Bundesligisten von einer Rechtsformumwandlung Gebrauch gemacht und damit ihr Interesse an einer Investoreneinbindung zur Generierung zusätzlicher Einnahmequellen angedeutet: AG GmbH (GmbH & Co.) KGaA e.V. Bayern München VfL Wolfsburg Borussia Dortmund VfB Stuttgart Bayer Leverkusen Hertha BSC Berlin Hamburger SV 1899 Hoffenheim Hannover 96 SC Freiburg Borussia M‘gladbach Werder Bremen 1. FC Nürnberg 1. FC Köln 1. FSV Mainz 05 FC Augsburg FC Schalke 04 1. FC Kaiserslautern Abb.5: Rechtsformen der Bundesligisten (Saison 2011/12) Auch der FC Schalke 04 wird in einigen Quellen als Aktiengesellschaft geführt. In der Tat ließ er bereits am 24.7.2000 eine AG ins Handelsregister eintragen, diese ist jedoch auf den Stadionbetrieb begrenzt: „Wir haben die AG gegründet, um ein Instrument in der Hand zu haben, mit dem alle Aktivitäten rund um die Arena ,Auf Schalke‘ (Anm.: heutiger Name: Veltins Arena) gebündelt werden können“, erklärte der damalige stellvertretende Vereinsvorsitzende Josef Schnusenberg via Clubhomepage (Schalke 04 online, 2000). In der Bundesliga tritt Schalke 04 weiterhin als eingetragener Verein an, sodass er in obiger Abbildung auch als solcher angegeben ist. Bayer Leverkusen vollzog am 1.4.1999 als erster Bundesligist die Ausgliederung seiner Profi-Fußballabteilung aus dem Gesamtverein und begründete diesen Schritt mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesliga, die derart rasant gewesen sei, dass die Rechtsform eines eingetragenen Vereins nicht mehr aufrecht erhalten werden konnte (vgl. Begründung des ehemaligen Vereinspräsidenten Prof. Rudolf Casper, in: Bayer 04 online, 2011). Die WGZ-Bank und Deloitte & Touche führten im Rahmen ihrer Studie „FC €uro AG“ eine strukturelle Abwägung durch, um die geeigneten Rechtsformen für Fußball- Unternehmen zu ermitteln (zur Abwägung und Rechtsformempfehlung vgl. Süßmilch/Selbach/Hußmann/Thyll/Nickel, 2001, S. 45 ff.). Analysiert wurden Kriterien wie Haftungsregelung, Beibehaltung der Kontrolle bzw. Einräumung von Mitspracherechten, Geschäftsführungskompetenz (mögliche Widerspruchsrechte) oder Satzungsautonomie. Nach Bewertung aller Kriterien ergaben sich die GmbH & Co. KGaA bzw. die AG & Co. KGaA als optimale Rechtsformen für eine Ausgliederung von Profiabteilungen, sofern der Verein einen Börsengang seiner Tochterkapitalgesellschaft beabsichtigt. Ist kein Börsengang angestrebt, wird die Rechtsformwahl einer GmbH empfohlen. Unternehmensindividuelle Gegebenheiten verlangen jedoch eine Einzelfallprüfung, die auch dazu führen kann, dass eine anderweitige Gesellschaftsform als adäquat erachtet wird. Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 82 Elmar Neveling82 Grundsätzlich gilt: Beabsichtigt ein Fußball-Unternehmen, einen externen Investor einzubinden, ist die Gründung einer Kapitalgesellschaft unumgänglich. Ohnehin ist ihr Handlungsspielraum bei der Außenfinanzierung gegenüber einem Verein erweitert, da von Gläubigerseite die regelmäßigen Offenlegungsverpflichtungen des Unternehmens und somit eine bessere Beurteilung des Kreditausfallrisikos geschätzt werden (vgl. Kern/Haas/Dworak, 2002, 404). 6.4 Fazit Im Gegensatz zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung seit Beginn der Finanzkrise 2007, erfährt die Fußball-Bundesliga einen ungebrochenen „Boom“. Die Gründe hierfür liegen in der Attraktivität eines ausgeglichenen Wettbewerbs und damit in der breiten Resonanz sowohl beim Publikum (hinsichtlich hochausgelasteter Stadien sowie auch in der Nutzung medialer Angebote), als auch innerhalb der Werbewirtschaft. Allerdings fällt die Kreditvergabepolitik der Banken bereits seit der Eigenkapitalverordnung Basel II restriktiver aus und könnte durch die Erweiterung auf Basel III eine zusätzliche Zurückhaltung nach sich ziehen. Um den gestiegenen Anforderungen für diese Form der Fremdfinanzierung gerecht zu werden, sind Fußball-Unternehmen zunächst angehalten, ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. In den höheren Zutrittsbarrieren liegt jedoch der Vorteil einer möglichen Strukturverbesserung, die das Unternehmen über professionalisierte Controlling- oder Investor Relations-Abteilungen für den Zugang zum Kapitalmarkt stärkt. Eine Beteiligungsfinanzierung bspw. in Form einer strategischen Partnerschaft kann eine sinnvolle Variante zur klassischen Kreditfinanzierung darstellen, steht allerdings in eingeschränkter Weise, das heißt fokussiert auf die Marktführer, zur Verfügung. Auch aufgrund der vorbehaltlichen Anwendbarkeit einzelner Finanzierungsalternativen ist zu erwarten, dass die sportliche wie wirtschaftliche Schere der Dreiklassengesellschaften in einzelnen europäischen Ligen stetig weiter auseinanderdriften wird. Bereits jetzt ist insbesondere in der Primera División eine Konzentration auf die Branchenriesen FC Barcelona und Real Madrid festzustellen. Für die Bundesliga dürfte ein solcher Effekt aufgrund ihres Solidarmodells, das bspw. in Form der TV- Zentralvermarktung (im Gegensatz zu der in der spanischen Eliteliga praktizierten Einzelvermarktung) zum Ausdruck kommt, weitestgehend ausbleiben. Entscheidend für die Wahl der adäquaten Finanzierungsform ist die Abwägung zwischen zwei Aspekten: Welches Instrument verspricht den günstigsten Kapitaldienst und welches Maß an Mitbestimmung verlangt der Gläubiger? Eine „goldene Finanzierungsregel“, die sich schablonenartig aufstülpen ließe, existiert nicht. Eine Einzelfallprüfung je nach Finanzierungsnehmer ist unverzichtbar. Grundsätzlich bietet sich die Wahl einer breiten Finanzierungsstruktur an, um größtmögliche Unabhängigkeit von einzelnen Kapitalgebern zu erzielen. Bereits bei der Wahl der Rechtsform ist die zukünftig anvisierte Finanzierungsform des Unternehmens mit einzuplanen. In ihrer Abhängigkeit und der Prämisse individueller Gegebenheiten des Unternehmens sollte eine entsprechende Entscheidung getroffen werden. Wesentliches Kriterium ist, dass die Grundlage für ein ertragsorientiertes Unternehmen geschaffen werden kann. Eine Vorgabe, die gerade in einem derart spezifischen Markt, der statt nach Gewinn- vorwiegend nach Nutzenmaximierung (gleichbedeutend mit sportlichem Erfolg) strebt, schwierig zu erfüllen ist. Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 83 836 Finanzierungsformen in der Fußball-Bundesliga Literatur- und Quellenverzeichnis Bednarz, K.-D./Pfeiffer, S./Hovemann, A./Jaus, O.: Bälle, Tore und Finanzen: Wege aus dem finanziellen Abseits, Studie von Ernst & Young, Essen 2004. DFL Deutsche Fußball Liga GmbH: Bundesliga Report 2011: Die wirtschaftliche Situation im Lizenzfußball, Frankfurt am Main 2011. Dietl, H. 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Haslauer, A./Jacobs, T.: Interview bei Focus-Money online mit Uli Hoeneß: „Das Zocken gehört verboten”, in: (http://www.focus.de/finanzen/news/tid-15154/uli-hoenessreal-hat-mehr-schulden-als-die-ganze-bundesliga_aid_425285.html), 2009. Müller, H.: Interview im Manager Magazin mit Frank Mattern: „Wir stehen vor einer radikalen Trendwende“, in: (http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,740177,00.html), 2011. Schalke 04: Am 24. Juli 2000 wurde sie ins Handelsregister eingetragen: die FC Schalke 04 Aktiengesellschaft, in: (http://www.schalke04.de/aktuell/news-archiv/einzelansicht/artikel/am-24-juli-2000-wurde-sie-ins-handelsregister-eingetragen-die-fcschalke-04-aktiengesellschaft-wa.html), 2000. Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 84 Elmar Neveling84 Pressemitteilung Milojevic, I./Reifert, T.: Mittelstandsfinanzierung: Börse statt Bank? – Alternativer Finanzmarkt wird zunehmend attraktiv für mittelständische Unternehmen, Pressemitteilung zur Studie „Mittelstandsfinanzierung über den Kapitalmarkt“ von Deloitte und Fachhochschule Münster, Frankfurt am Main/München 2011. Interview mit Arnd Hovemann, Leiter Controlling beim FC Schalke 04.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

"Das vorliegende Handbuch [...] gibt eine exzellente Orientierung für modernes und professionelles Sportmanagement [...]"

Wolfgang Niersbach

Präsident des Deutschen Fußball-Bundes

Immer weiter reichende ökonomische Aktivitäten und damit verbundene Risiken - Entscheidungsträger im professionellen Sport müssen nicht nur ihren Partnern aus der Wirtschaft auf gleicher Augenhöhe begegnen, sie müssen vielmehr die Klubs und deren Tochtergesellschaften bzw. die Organisationseinheiten um Einzelsportler in entsprechender Weise ausrichten und leiten, um den sportlichen vor allem aber den ökonomischen Wettbewerb erfolgreich bestreiten zu können.

Dieses umfassende Handbuch liefert Ihnen Lösungen zu den zentralen Fragen im professionellen Sportmanagement - es stellt die wesentlichen Ansatzpunkte für die unternehmerische Führung und die dafür notwendigen Grundlagen aus Betriebswirtschaftslehre, Steuern und Recht vor.

Vor allem am Beispiel des aus der ökonomischen Perspektive am weitesten entwickelten professionellen Fußballsports richtet sich dieses praxisorientierte Nachschlagewerk insbesondere an Verantwortliche in Klubs - Vereinsvorstände, Organe der Kapitalgesellschaften, Leiter der betriebswirtschaftlichen Bereiche und deren Mitarbeiter -, natürlich aber auch an Einzelsportler und ihre Berater sowie an Kapitalgeber, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Studierende.

Über die Autoren und Herausgeber

Das Handbuch "Sportmanagement" ist ein Gemeinschaftswerk von ausgewiesenen Praktikern, die über langjährige Erfahrungen im professionellen Sport verfügen. Es wird herausgeben von Prof. Dr. Albert Galli, Prof. Dr. Vera-Carina Elter, Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Gömmel, Wolfgang Holzhäuser und Wilfried Straub.

"(...) Wenn das Buch auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, es befasse sich nur mit dem Profisport, so ist das ein falscher Eindruck. Da es sich in allen Teilbereichen um einen professionellen Umgang mit dem Sport bemüht, ist es bestimmt auch für den "normalen" Vereinsführer ein hilfreiches Werk. Hilfreich ist auch die klare Gliederung in kurze Artikel zu Teilbereichen."

In: Der Budoka 12/2002, zur 1. Auflage