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Albert Galli, Marcel Benz, Andrea Traverso, Die Regelungen der UEFA zur Klublizenzierung und zum Klub-Monitoring – Verfahren, finanzielle Kriterien und Finanzberichterstattung in:

Albert Galli, Vera-Carina Elter, Rainer Gömmel, Wolfgang Holzhäuser, Wilfried Straub (Ed.)

Sportmanagement, page 193 - 207

2. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3678-5, ISBN online: 978-3-8006-4613-5, https://doi.org/10.15358/9783800646135_193

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Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 185 Die Regelungen der UEFA zur Klublizenzierung und zum Klub-Monitoring – Verfahren, finanzielle Kriterien und Finanzberichterstattung von Albert Galli, Marcel Benz und Andrea Traverso Inhaltsverzeichnis 13.1 Vorbemerkung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 186 13.2 Klublizenzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 13.2.1 Verfahren und Verfahrensbeteiligte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187 13.2.2 Finanzielle Kriterien und Finanzberichterstattung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188 13.3 Klub-Monitoring. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191 13.3.1 Verfahren und Verfahrensbeteiligte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191 13.3.2 Finanzielle Kriterien und Finanzberichterstattung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192 13.3.2.1 Monitoring-Kriterien und Finanzberichterstattung Stufe 1 . . . . . . . . . . 192 13.3.2.2 Monitoring-Kriterien und Finanzberichterstattung Stufe 2 . . . . . . . . . . 194 13.4 Fazit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197 Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 186 13.1 Vorbemerkung Die finanzielle Lage im Klubfußball ist dadurch geprägt, dass allzu oft kurzfristiger sportlicher Erfolg um jeden Preis erkauft wird, ohne künftige wirtschaftliche Konsequenzen im Auge zu behalten. Zwar verzeichnete der europäische Klubfußball in der letzten Dekade ertragsseitig signifikante Steigerungen, aber die aufwandsseitigen Steigerungen, insbesondere beim Personalaufwand, der bedeutsamsten Aufwandskomponente im Berufsfußball, fielen demgegenüber deutlich höher aus. Im Finanzjahr 2010 (Spielzeit 2010/11) standen Erträgen in Höhe von 12,8 Mrd. Euro Aufwendungen in Höhe von 14,4 Mrd. Euro gegenüber. In allen Mitgliedsverbänden gab es Klubs, die Verluste erwirtschafteten. Viel besorgniserregender ist aber, dass sich bei über 56 % der europäischen Fußballklubs Verluste einstellten. Die Ergebniszahlen sahen in den vorhergehenden Finanzjahren nicht viel anders aus. Die Schuldenberge türmen sich immer höher auf – sie beliefen sich im Finanzjahr 2010 auf 19,1 Mrd. Euro –, ihnen stand lediglich Vermögen in Höhe von 21 Mrd.  Euro gegenüber und Eigenkapital, wenn überhaupt vorhanden – im Finanzjahr 2010 wiesen 36% der europäischen Fußballklubs ein negatives Eigenkapital aus –, wird zusehends aufgezehrt (UEFA, 2012, 16, 18, 66). Die UEFA ist bestrebt, die oben aufgezeigte brisante finanzielle Lage zu entschärfen. Im Mai 2010 verabschiedete das UEFA-Exekutivkomitee deswegen das „UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay“ (UEFA, 2010). Dieses Reglement gilt für alle UEFA-Klubwettbewerbe und regelt einerseits die Rechte, Pflichten und Zuständigkeiten der am UEFA-Klublizenzierungsverfahren beteiligten Parteien – Mitgliedsverbände als Lizenzgeber und Klubs als Lizenzbewerber – und andererseits die Rechte, Pflichten und Zuständigkeiten aller am UEFA-Klub-Monitoring-Verfahren beteiligten Parteien – UEFA-Finanzkontrollausschuss, Mitgliedsverbände als Lizenzgeber und Klubs als Lizenznehmer während der UEFA-Klubwettbewerbe (Artikel 1 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 1)). Die UEFA verfolgt mit diesem Reglement eine Reihe von Zielen. Grundsätzlich geht es darum, die Standards in allen Bereichen des europäischen Fußballs kontinuierlich zu fördern und zu verbessern und dabei der Ausbildung und Betreuung junger Spieler einen Vorrang einzuräumen; eine angemessene Administration und Organisation des Klubs sicherzustellen; die Sportinfrastruktur der Klubs anzupassen, um Spielern, Zuschauern und Medienvertretern geeignete, gut ausgestattete sowie sichere Einrichtungen zu bieten; die Integrität und den reibungslosen Ablauf der UEFA-Klubwettbewerbe zu gewährleisten; die europaweite Entwicklung von Benchmarking-Verfahren für Klubs in Bezug auf finanzielle, sportliche, rechtliche, infrastrukturelle, personelle und administrative Kriterien zu ermöglichen (Artikel 2 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 2)). Aus der finanziellen Perspektive soll das Monitoring-Verfahren in den UEFA-Klubwettbewerben finanzielles Fairplay herstellen und in diesem Zusammenhang Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 187 18713 Klublizenzierung und Klub-Monitoring der UEFA die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit der Klubs verbessern sowie ihre Transparenz und Glaubwürdigkeit erhöhen; für eine angemessene Berücksichtigung des Gläubigerschutzes sorgen, indem sichergestellt wird, dass die Klubs ihren Verbindlichkeiten gegenüber Spielern, Sozialversicherungsträgern bzw. Steuerbehörden sowie anderen Vereinen fristgerecht nachkommen; für mehr Disziplin und Rationalität im finanziellen Bereich des Klubfußballs sorgen; Klubs dazu bringen, im Rahmen ihrer eigenen Einnahmen zu wirtschaften; verantwortungsvolle Ausgaben für den langfristigen Nutzen des Fußballs fördern; die Lebensfähigkeit und Nachhaltigkeit des europäischen Klubfußballs langfristig schützen (Artikel 2 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 2)). Im UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay finden sich Regelungen zur UEFA-Klublizenzierung, die insbesondere auch die Anforderungen an die Rechnungslegung und Prüfung beschreiben, sowie in deren Erweiterung und Ergänzung Regelungen zum UEFA-Klub-Monitoring, die für „Financial Fairplay“ im europäischen Klubfußball sorgen sollen. 13.2 Klublizenzierung 13.2.1 Verfahren und Verfahrensbeteiligte Die UEFA hat ab der Spielzeit 2004/05 schrittweise ein europaweit anzuwendendes Verfahren zur Klublizenzierung eingeführt. Der Ablauf des Verfahrens und die zu erfüllenden Mindestkriterien wurden bislang in vier aufeinander folgenden Regelwerken festgehalten. Das grundlegende Konzept der UEFA-Klublizenzierung wurde im Jahr 2002 vorgestellt. Änderungen wurden 2005, 2008 und 2010 vorgenommen (UEFA, 2002; UEFA, 2005; UEFA, 2008; UEFA, 2010, 9–33, 47). Das ursprünglich entwickelte Konzept (insbesondere mit einem Überblick zu den dort festgelegten finanziellen Kriterien (Galli, A., 2004, 193–200)) wurde trotz der vorgenommenen Änderungen dem Grundsatz nach beibehalten: Die UEFA-Klublizenzierung ist kein Verfahren, das die UEFA selbst durchführt. Die Regelungen zum Lizenzierungsverfahren sind ein Katalog an Anforderungen der UEFA an die jeweiligen Mitgliedsverbände bzw. die ihnen angeschlossenen professionellen Fußball-Ligen und ihre Klubs. Jeder Mitgliedsverband muss diese Anforderungen in einem eigenständigen Lizenzierungsverfahren, angepasst an die nationale Gesetzgebung und seine eigenen Regelwerke, umsetzen. Die jeweiligen Mitgliedsverbände sind Lizenzgeber, die Klubs Lizenzbewerber. Klubs, die sich zur Teilnahme an den UEFA-Klubwettbewerben qualifiziert haben, werden von der UEFA zu diesen nur zugelassen, wenn sie vor der Spielzeit ein Lizenzierungsverfahren erfolgreich absolviert haben und ihnen durch ihren Mitgliedsverband die Lizenz erteilt wurde. Von der UEFA definierte Mindestkriterien aus sportlicher, infrastruktureller, personeller und verwaltungstechnischer, rechtlicher sowie finanzieller Perspektive werden hierbei für die Beurteilung herangezogen. Der jeweilige Verband kann darüber hinausgehende Kriterien festlegen. Die durch die UEFA definierten Mindestkriterien sollen dazu beitragen, dass Klubs im Spitzensport in der Lage sind, den beteiligten Anspruchsgruppen Rechnung zu tragen und sportlichen Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 188 Albert Galli, Marcel Benz und Andrea Traverso188 Erfolg, aber auch nachhaltige wirtschaftliche Stabilität zu erreichen (Artikel 4–52 UEFA- Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 9–33)). Die UEFA-Klublizenzierung ist mittlerweile in allen UEFA-Mitgliedsverbänden umgesetzt. Für die Spielzeit 2011/12 unterzogen sich 591 Klubs einem Lizenzierungsverfahren ihrer Mitgliedsverbände. 490 Klubs wurde die Lizenz erteilt. 101 Klubs, darunter vier, die sich sportlich für einen UEFA-Klubwettbewerb qualifiziert hatten, erhielten keine Lizenz (UEFA, 2012, 27, 31). 13.2.2 Finanzielle Kriterien und Finanzberichterstattung Die finanziellen Kriterien der UEFA-Klublizenzierung standen von Beginn an im Fokus der Betrachtung. Sie erfuhren deutliche Änderungen im Zeitablauf (UEFA, 2002, 90–176; UEFA, 2005, 59–120; UEFA, 2008, 24–34). Zwar haben sich die eingeschlagenen Wege zum Ziel geändert, dennoch aber sind vier der fünf entscheidenden finanziellen Kriterien, die die UEFA mit dem ursprünglichen Regelwerk aus dem Jahr 2002 eingeführt hat, im Wesentlichen bis zu dem 2010 veröffentlichten Regelwerk beibehalten worden. Nachstehende Kriterien bilden aus finanzieller Sicht den Kern der UEFA-Klublizenzierung (Im Folgenden Artikel 47–52 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 27–33); im Zweifel wird hier auf die englischsprachige Originalfassung des Regelwerks (UEFA, 2010 a) zurückgegriffen, dies führt in einigen wenigen Fällen zu Änderungen von Begrifflichkeiten im Vergleich zur deutschsprachigen Fassung.): Der Lizenzbewerber muss durch vergangenheitsbezogene Jahres-/Zwischenabschlussinformationen nachweisen, dass aufgrund seiner Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen ist. Hierzu sind der letzte geprüfte Jahresabschluss sowie gegebenenfalls ein prüferisch durchgesehener Zwischenabschluss vorzulegen. Ein Zwischenabschluss wird nur dann verlangt, wenn der Stichtag des Jahresabschlusses mehr als 6 Monate vor dem Termin liegt, zu dem die Lizenzentscheidungen des Lizenzgebers bei der UEFA eingereicht werden. Zum satzungsgemäßen Abschlussstichtag sind Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Anhang und Lagebericht, für die Zwischenberichtsperiode sind lediglich Bilanz, GuV, Kapitalflussrechnung und Anhang zu erstellen, zu prüfen/prüferisch durchzusehen und zusammen mit dem entsprechenden Bericht des Wirtschaftsprüfers einzureichen (Artikel 47 und 48 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 27–29)). In ausführlichen Anhängen zu den Regelungen der UEFA finden sich Bestimmungen, welche Rechnungslegungsgrundsätze zu berücksichtigen sind und welche Mindestangaben die Abschlüsse und der Lagebericht enthalten müssen. Die Abschlüsse sind, unabhängig von der Rechtsform des Lizenznehmers, entweder auf Basis der jeweiligen nationalen Vorschriften für Kapitalgesellschaften oder der International Financial Reporting Standards bzw. der International Financial Reporting Standards für kleine und mittlere Unternehmen aufzustellen. Sowohl der Jahres- als auch der Zwischenabschluss müssen gegebenenfalls auf Konzernbasis erstellt werden, um einen hinreichenden Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die wirtschaftlich relevanten Beziehungen zu ermöglichen (Anhang VI zum UEFA- Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Mindestangaben (UEFA, 2010, 57–65), und Anhang VII zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 189 18913 Klublizenzierung und Klub-Monitoring der UEFA und zum finanziellen Fairplay: Grundlagen für die Aufstellung von Abschlüssen (UEFA, 2010, 66–70)). Jeder Lizenzbewerber muss deswegen Unterlagen vorlegen, aus denen die rechtliche Gesamtstruktur, in die er eingebunden ist, hervorgeht. Die Unterlagen müssen Informationen zu allen untergeordneten, assoziierten und übergeordneten Einheiten bis hinauf zum letztendlichen Mutterunternehmen und zur obersten beherrschenden Partei enthalten. Daneben sind auch alle Schwesterund Tochtergesellschaften des Mutterunternehmens anzugeben (Artikel 46 UEFA- Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 26)). Der Jahresabschluss und der Lagebericht sind durch einen Wirtschaftsprüfer zu prüfen, der Zwischenabschluss prüferisch durchzusehen und für sonstige Informationen, die der Lizenzbewerber abgibt, sind abgestimmte Prüfungshandlungen vorzunehmen. Die Beurteilungen durch den Wirtschaftsprüfer erfolgen dabei für den Jahresabschluss und den Lagebericht mindestens auf Basis der Regelungen der International Standards on Auditing, für den Zwischenabschluss mindestens auf Basis der Regelungen des International Standard on Review Engagements und für sonstige Informationen mindestens auf Basis der Regelungen des International Standard on Related Services. Die jeweiligen nationalen Regelungen können herangezogen werden, wenn sie den internationalen Regelungen genügen (Anhang V zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Wahl des Abschlussprüfers und Beurteilungsverfahren (UEFA, 2010, 55–56)). Der Lizenzbewerber muss durch entsprechende Nachweise belegen, dass bei ihm zum 31. März des Jahres, in dem die Klubwettbewerbe beginnen, – keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Fußballklubs bestanden, die vor dem 31. Dezember des Vorjahres aus Spielertransfers entstanden sind (Artikel 49 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 29–30)); – keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern, Sozialversicherungsträgern und Steuerbehörden bestanden, die vor dem 31. Dezember des Vorjahres aus vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern entstanden sind (Artikel 50 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 30–32)). Die im Regelwerk definierten Beurteilungen im Hinblick auf überfällige Verbindlichkeiten können durch den Lizenzgeber selbst oder durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgen. Beurteilt der Wirtschaftsprüfer die Informationen, die der Lizenzbewerber abgibt, sind abgestimmte Prüfungshandlungen vorzunehmen, die mindestens auf Basis der Regelungen des International Standard on Related Services erfolgen. Die jeweiligen nationalen Regelungen können herangezogen werden, wenn sie den internationalen Regelungen genügen (Anhang IX zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Beurteilungsverfahren des Lizenzgebers (UEFA, 2010, 73–76) und Anhang V zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Wahl des Abschlussprüfers und Beurteilungsverfahren (UEFA, 2010, 55–56)). Der Lizenzbewerber muss durch zukunftsbezogene Finanzinformationen nachweisen, dass bis zum Ende der lizenzierten Spielzeit von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen ist. Nach den UEFA-Regelwerken der Jahre 2002, 2005 und 2008 hatten die Lizenzbewerber hierzu obligatorisch eine Plan-Gewinn- und Verlustrechnung, eine Plan-Kapitalflussrechnung und erläuternde Anhangangaben einzureichen. Mit dem 2010 vorgelegten Regelwerk zur UEFA-Klublizenzierung ergibt sich diese Verpflichtung nur noch für Klubs, wenn eines oder beide der nach- Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 190 Albert Galli, Marcel Benz und Andrea Traverso190 stehenden Kriterien zutreffen (Artikel  52 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 32–33)): – Der Bericht des Wirtschaftsprüfers über die Prüfung des Jahresabschlusses enthält eine Ergänzung zum Bestätigungsvermerk oder einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk im Hinblick auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit bzw. der Bericht des Wirtschaftsprüfers über die prüferische Durchsicht des Zwischenabschlusses enthält Feststellungen in der Bescheinigung im Hinblick auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit. – Aus dem Jahres- bzw. aus dem Zwischenabschluss geht hervor, dass negatives Eigenkapital vorliegt und dass sich gegenüber der Vergleichszahl aus dem Jahresabschluss des Vorjahres bzw. gegenüber der Vergleichszahl aus dem letzten Jahresabschluss eine Verschlechterung ergeben hat. Für die Aufstellung der zukunftsbezogenen Finanzinformationen sind die Rechnungslegungsgrundsätze und die Mindestangaben für den Jahres- bzw. Zwischenabschluss entsprechend zu berücksichtigen. Dementsprechend werden künftig nur solche Klubs unter genauere Beobachtung durch die Lizenzgeber gestellt, bei denen aufgrund vergangenheitsbezogener Jahresabschlussinformationen Risiken festzustellen sind. Im Ergebnis geht es insbesondere um einen Nachweis, dass der Lizenzbewerber aufgrund seiner Liquiditätsverhältnisse in der Lage sein wird, den Spielbetrieb für die kommende Spielzeit aufrecht zu erhalten. Die im Regelwerk definierten Beurteilungen im Hinblick auf die zukunftsbezogenen Finanzinformationen – insbesondere ob sie korrekt hergeleitet wurden – können durch den Lizenzgeber selbst oder durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgen. Beurteilt der Wirtschaftsprüfer die Informationen, die der Lizenzbewerber abgibt, sind abgestimmte Prüfungshandlungen vorzunehmen, die mindestens auf Basis der Regelungen des International Standard on Related Services erfolgen. Die jeweiligen nationalen Regelungen können herangezogen werden, wenn sie den internationalen Regelungen genügen (Anhang IX zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Beurteilungsverfahren des Lizenzgebers (UEFA, 2010, 76–77) und Anhang V zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Wahl des Abschlussprüfers und Beurteilungsverfahren (UEFA, 2010, 55–56)). Ereignisse mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, die nach dem Stichtag des Jahres- bzw. Zwischenabschlusses bis zum Zeitpunkt der Entscheidung über die Lizenzvergabe durch den Lizenzgeber eintreten und negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Lizenzbewerbers haben können, müssen durch den Lizenzbewerber vorgebracht und erläutert werden (Artikel 51 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 32)). Werden die vier genannten Kriterien nicht eingehalten, wird keine Lizenz erteilt. Ein sehr weit gehendes und deutlich über die nun präsentierten UEFA-Regelungen zum UEFA-Klub-Monitoring hinausgehendes Kriterium war im Regelwerk 2002 enthalten, wurde in den nachfolgenden Regelwerken der Jahre 2005, 2008 und 2010 zur UEFA-Klublizenzierung jedoch nicht weiter verfolgt. Neben den schon beschriebenen Kriterien wurde bei der erstmaligen Umsetzung der UEFA-Klublizenzierung zusätzlich verlangt, dass Lizenzbewerber positives bilanzielles Eigenkapital aufweisen müssen. Negatives bilanzielles Eigenkapital und ein in der Plan-Gewinn- und Verlustrechnung für die zu lizenzierende Spielzeit ausgewiesener Verlust sollten zur Lizenzversagung Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 191 19113 Klublizenzierung und Klub-Monitoring der UEFA führen, wenn nicht Nachweise erbracht werden konnten, dass durch geeignete Maßnahmen wie Transfers, Forderungsverzichte von Gläubigern, Rangrücktrittsvereinbarungen oder Kapitalzuführungen die Überschuldung beseitigt und der geplante Verlust ausgeglichen werden konnten (UEFA, 2002, 113–115, 117). Schon mit diesem Kriterium wollte man Klubs zum soliden Wirtschaften anhalten. Die Zielsetzung, die mit dem nachstehend beschriebenen UEFA-Klub-Monitoring verfolgt wird, geht in dieselbe Richtung. Die Regelungen haben aber einen anderen Ansatzpunkt. 13.3 Klub-Monitoring 13.3.1 Verfahren und Verfahrensbeteiligte Das UEFA-Klub-Monitoring ist – anders als die UEFA-Klublizenzierung – ein Verfahren, das die UEFA selbst in eigener Verantwortung und Entscheidungsbefugnis durchführt (Im folgenden Artikel 53–68 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 34–45); im Zweifel wird hier auf die englischsprachige Originalfassung des Regelwerks (UEFA, 2010a) zurückgegriffen, dies führt in einigen wenigen Fällen zu Änderungen von Begrifflichkeiten im Vergleich zur deutschsprachigen Fassung.). Das Monitoring-Verfahren ist faktisch ein zweistufiger Prozess. Er beginnt, wenn die Entscheidungen der Lizenzgeber über die Vergabe der Lizenzen bei der UEFA eingereicht werden und dauert bis zum Ende der lizenzierten Spielzeit. Insofern setzt das UEFA-Klub-Monitoring auf der UEFA-Klublizenzierung auf und nutzt die dort gewonnenen Erkenntnisse. Die Regelungen zum UEFA-Klub-Monitoring werden schrittweise mit der Spielzeit 2011/12 eingeführt. Ab der Spielzeit 2013/14 sind dann sämtliche Monitoring-Vorschriften in Kraft (Artikel 74 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 47)). Für die Zwecke des Monitoring-Verfahrens wurde bei der UEFA ein sogenannter Finanzkontrollausschuss für Klubs eingerichtet. Dieser „reglementiert das Klub-Monitoring-Verfahren […] und beurteilt insbesondere die vom Lizenznehmer zusammengestellten und vom Lizenzgeber eingereichten Informationen, prüft, ob diese angemessen sind, und entscheidet, ob alle Monitoring-Vorschriften erfüllt wurden und welche weiteren Informationen gegebenenfalls notwendig sind“ (Artikel 53 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 34)). Der Lizenzgeber wird im Monitoring-Verfahren insbesondere hinzugezogen, um sicherzustellen, dass die Informationen des Klubs, die dieser im Rahmen der Lizenzierung eingereicht hat, und die Informationen des Klubs, die dieser im Rahmen des Monitoring einreicht, denselben Berichtskreis umfassen und auf denselben Grundlagen beruhen. Der im Monitoring-Verfahren beteiligte Klub hat sich für die UEFA-Klubwettbewerbe qualifiziert und von seinem Lizenzgeber die Lizenz dafür erhalten. Er ist bereits Lizenznehmer, der im Rahmen des Verfahrens nachweisen muss, dass er die Monitoring-Kriterien erfüllt (Artikel 55 und 56 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 35–36)). Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 192 Albert Galli, Marcel Benz und Andrea Traverso192 13.3.2 Finanzielle Kriterien und Finanzberichterstattung 13.3.2.1 Monitoring-Kriterien und Finanzberichterstattung Stufe 1 Folgende Kriterien (Artikel 62 und 63 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 39–41)) kennzeichnen die erste Stufe des Monitoring- Verfahrens, die vor bzw. zu Beginn der Klubwettbewerbe stattfindet: Der Lizenznehmer hat im Rahmen der Lizenzvergabe bereits nachgewiesen, dass von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen ist, weil der Bericht des Wirtschaftsprüfers über die Prüfung des Jahresabschlusses keine Ergänzung zum Bestätigungsvermerk oder Einschränkung des Bestätigungsvermerks im Hinblick auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit enthält bzw. weil der Bericht des Wirtschaftsprüfers über die prüferische Durchsicht des Zwischenabschlusses keine Feststellungen in der Bescheinigung im Hinblick auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit enthält. Der Lizenznehmer hat im Rahmen der Lizenzvergabe bereits nachgewiesen, dass aus dem Jahres- bzw. aus dem Zwischenabschluss kein negatives Eigenkapital hervorgeht oder zwar hervorgeht, dass negatives Eigenkapital vorliegt, sich aber gegen- über der Vergleichszahl aus dem Jahresabschluss des Vorjahres bzw. gegenüber der Vergleichszahl aus dem letzten Jahresabschluss keine Verschlechterung ergeben hat. Der Lizenznehmer muss durch entsprechende Nachweise belegen, dass bei ihm zum 30. Juni des Jahres, in dem die Klubwettbewerbe beginnen, – keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Fußballklubs bestanden, die vor dem 30. Juni aus Spielertransfers entstanden sind (Artikel 65 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 42–43)); – keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern, Sozialversicherungsträgern und Steuerbehörden bestanden, die vor dem 30. Juni aus vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern entstanden sind (Artikel 66 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 43–44)). Der Lizenznehmer muss durch weitergehende Unterlagen für jedes der beiden vergangenen Geschäftsjahre (T-1 und T-2) ein positives Break-even-Ergebnis (≥ 0) nachweisen (Artikel 60 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 38)). Das Geschäftsjahr T-1 ist das Geschäftsjahr, das im Kalenderjahr vor Beginn der UEFA-Klubwettbewerbe endet; das Geschäftsjahr T-2 geht diesem voraus. Über die Berücksichtigung der Break-even-Ergebnisse sollen die Klubs zu solidem Wirtschaften angehalten werden: Es geht darum, dass Klubs nicht mehr fußballbezogenen Aufwand erzeugen, als sie selbst an fußballbezogenen Erträgen erwirtschaften können. Zur Berechnung eines Break-even-Ergebnisses sind auf Basis der Informationen aus der Rechnungslegung und dem Jahresabschluss fußballbezogene Erträge und Aufwendungen gegenüberzustellen. Anzumerken ist hier explizit, dass das maßgebliche englischsprachige Originaldokument des UEFA-Reglements zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010a), nicht „Einnahmen“ und „Ausgaben“ in den Fokus nimmt, wie in der deutschen Übersetzung ausgeführt. Abgestellt wird auf die einer Rechnungslegungsperiode zuzurechnenden „Erträge“ im Sinne bewerteter Vermögensmehrungen und „Aufwendungen“ im Sinne bewerteter Güter- und Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 193 19313 Klublizenzierung und Klub-Monitoring der UEFA Dienstleistungsverbrauche. In einer solchen GuV-Betrachtung wird der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmenstätigkeit während einer Abrechnungsperiode ermittelt. Es erfolgt bewusst keine Betrachtung, die auf Größen einer finanzierungs- oder gar zahlungsmittelbasierten Rechnung abzielt. Finanzspritzen von Kapitalgebern werden hierdurch zunächst nicht erfasst. Ertragsseitig zu berücksichtigen sind: Erträge aus Eintrittsgeldern, Übertragungsrechten, Sponsoring und Werbung sowie kommerziellen Aktivitäten, sonstige betriebliche Erträge sowie entweder Gewinne aus der Veräußerung von Spielerregistrierungen oder Erträge aus der Veräußerung von Spielerregistrierungen, Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen und Finanzerträge. Nicht enthalten sind u. a. Erträge aus nicht fußballbezogenen Tätigkeiten. Erträge des Klubs aus Transaktionen mit verbundenen Parteien – sowohl mit natürlichen als auch mit juristischen Personen – müssen dem Fremdvergleichsgrundsatz standhalten, ansonsten sind Korrekturen vorzunehmen. Aufwandsseitig zu berücksichtigen sind: Aufwendungen für Material und Personal, sonstige betriebliche Aufwendungen sowie entweder Spielerabschreibungen und Veräußerungsverluste aus Spielerverkäufen oder Aufwendungen für den Erwerb von Spielerregistrierungen, Finanzaufwand und Dividenden. Nicht enthalten sind u. a. Abschreibungen auf Sachanlagen sowie auf immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Spielerregistrierungen), Aufwendungen für die Nachwuchsförderung und für gemeinwohlorientierte Projekte, Finanzaufwand, der direkt dem Bau von Sachanlagen zuzuschreiben ist, Steueraufwand und Aufwendungen für nicht fußballbezogene Tätigkeiten. Weitergehende Erläuterungen u.a. zur Berechnung des Break-even-Ergebnisses, zu den relevanten Erträgen und Aufwendungen sowie zu Geschäftsvorfällen mit verbundenen Parteien, finden sich in einem ausführlichen Anhang zum Regelwerk (Anhang X zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Berechnung des Break-even- Ergebnisses (UEFA, 2010, 78–93)). Dieser Teil der Regelungen wird einen großen Ansatzpunkt für inhaltliche Diskussionen bieten – hier werden künftig sicherlich kreative Lösungen für die Beeinflussung der Maßgrößen gesucht werden. Im Rahmen dieses Beitrags zum konzeptionellen Ablauf kann darauf nicht eingegangen werden. Die im Regelwerk definierten Beurteilungen im Hinblick auf das Break-even-Ergebnis – insbesondere ob es korrekt hergeleitet wurde – können durch den Lizenzgeber selbst oder durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgen. Dies gilt sowohl für die Break-even-Vorschriften, die hier in 13.3.2.1 beschrieben sind, als auch für diejenigen, die unten in 13.3.2.2 beschrieben werden. Beurteilt der Wirtschaftsprüfer die Informationen, die der Lizenzbewerber abgibt, sind abgestimmte Prüfungshandlungen vorzunehmen, die mindestens auf Basis der Regelungen des International Standard on Related Services erfolgen. Die jeweiligen nationalen Regelungen können herangezogen werden, wenn sie den internationalen Regelungen genügen (Anhang  IX zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Beurteilungsverfahren des Lizenzgebers (UEFA, 2010, 77) und Anhang V zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Wahl des Abschlussprüfers und Beurteilungsverfahren (UEFA, 2010, 55–56)). Klubs, die belegen, dass ihre relevanten Erträge und Aufwendungen in jedem der beiden vergangenen Geschäftsjahre (T-1 und T-2) unter 5 Mio. Euro lagen, kann der Finanzkontrollausschuss von der Pflicht zum Nachweis der Break-even-Ergebnisse befreien (Artikel 57 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 36)). Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 194 Albert Galli, Marcel Benz und Andrea Traverso194 Der Finanzkontrollausschuss kann darüber hinaus vom Lizenznehmer zu jedem Zeitpunkt weitere Informationen verlangen, insbesondere wenn aus dem Jahresabschluss hervorgeht, dass: der Personalaufwand mehr als 70 % der Umsatzerlöse ausmacht; oder der Betrag, der sich aus der Nettobilanz aus Spielertransfers zuzüglich Nettodarlehen ergibt, mehr als 100 % der Umsatzerlöse ausmacht (Artikel 62 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 40)). Ferner muss der Lizenznehmer über wesentliche Änderungen informieren, die sich nach Abgabe der Nachweise einstellen und erhebliche wirtschaftliche Bedeutung haben (Artikel 67 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 44)). Werden die fünf genannten Kriterien erfüllt, die vorstehenden Quoten unterschritten und stellen sich keine wesentlichen Änderungen ein, bestehen für den Lizenznehmer bis zum Ende der Lizenzperiode keine weiteren Nachweispflichten. Wird eines der fünf genannten Kriterien nicht erfüllt, setzt sich der Prozess in der zweiten Stufe fort. Bestanden beim Lizenznehmer zum 30. Juni des Jahres, in dem die UEFA-Klubwettbewerbe beginnen, überfällige Verbindlichkeiten, ist zudem eine Entscheidung zu fällen. Der Finanzkontrollausschuss kann den Fall an die UEFA-Rechtspflegeorgane weiterleiten (Artikel 68 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 45)), denen die 13 Disziplinarmaßnahmen der UEFA-Rechtspflegeordnung – sie reichen von „Ermahnung“, „Geldstrafe“, „Entzug von Punkten“, „Ausschluss aus laufenden und/oder zukünftigen Wettbewerben“ bis hin zu „Lizenzentzug“ – zur Verfügung stehen. 13.3.2.2 Monitoring-Kriterien und Finanzberichterstattung Stufe 2 Folgende Kriterien kennzeichnen die zweite Stufe des Monitoring-Verfahrens, die während der laufenden UEFA-Klubwettbewerbe stattfindet: Der Lizenznehmer muss erweiterte zukunftsbezogene Finanzinformationen für das Geschäftsjahr T+1 einreichen und dadurch – wie auch bei dem entsprechenden Kriterium im Rahmen der Lizenzvergabe – nachweisen, dass bis zum Ende der lizenzierten Spielzeit von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen ist. Das Geschäftsjahr T+1 ist das Geschäftsjahr, das in dem Kalenderjahr endet, in dem die UEFA-Klubwettbewerbe enden. Die Informationen sollen daher Aufschluss über die künftige Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geben. Folgende Unterlagen sind einzureichen: Plan-Bilanz und Plan-Gewinn- und Verlustrechnung mit erläuternden Anhangangaben, Plan-Kapitalflussrechnung, geplantes Break-even- Ergebnis. Für die Aufstellung der zukunftsbezogenen Finanzinformationen sind die Rechnungslegungsgrundsätze und die Mindestangaben für den Jahres- bzw. Zwischenabschluss entsprechend zu berücksichtigen (Artikel 64 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 41–42). Über wesentliche Änderungen, die sich nach Abgabe der Nachweise einstellen und erhebliche wirtschaftliche Bedeutung haben, muss der Lizenznehmer informieren, ansonsten hat er hinsichtlich dieses Kriteriums bis zum Ende der Lizenzperiode keine weiteren Nachweise zu erbringen (Artikel 67 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 44)). Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 195 19513 Klublizenzierung und Klub-Monitoring der UEFA Falls beim Lizenznehmer zum 30. Juni des Jahres, in dem die UEFA-Klubwettbewerbe beginnen, überfällige Verbindlichkeiten bestanden, muss er durch entsprechende Nachweise belegen, dass bei ihm zum 30. September desselben Jahres – keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Fußballklubs bestanden, die vor dem 30. September aus Spielertransfers entstanden sind (Artikel 65 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 42–43)); – keine überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern, Sozialversicherungsträgern und Steuerbehörden bestanden, die vor dem 30. September aus vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern entstanden sind (Artikel  66 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 43–44)). Bestanden beim Lizenznehmer zum 30. September des Jahres, in dem die UEFA- Klubwettbewerbe beginnen, keine überfälligen Verbindlichkeiten, hat er hinsichtlich dieses Kriteriums bis zum Ende der Lizenzperiode keine weiteren Nachweise zu erbringen. Bestanden beim Lizenznehmer zum 30. September des Jahres, in dem die UEFA- Klubwettbewerbe beginnen, überfällige Verbindlichkeiten, ist eine Entscheidung zu fällen. Der Finanzkontrollausschuss kann den Fall an die UEFA-Rechtspflegeorgane weiterleiten (Artikel 68 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 45)), denen die am Ende des Gliederungspunktes 3.2.1 beschriebenen UEFA-Disziplinarmaßnahmen zur Verfügung stehen. Der Lizenznehmer muss durch weitergehende Unterlagen über drei Jahre ein positives aggregiertes Break-even-Ergebnis (≥ 0) nachweisen (Artikel 63 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 41) i. V. m. Artikel 60 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 38)). Für dessen Ermittlung wird neben den bereits auf der ersten Stufe vorgelegten Break-even-Ergebnissen der beiden vergangenen Geschäftsjahre (T-1 und T-2) das Break-even-Ergebnis des eben zu Ende gegangenen bzw. laufenden Geschäftsjahres (T) mit einbezogen. Das Geschäftsjahr T ist das Geschäftsjahr, das in dem Kalenderjahr endet, in dem die UEFA-Klubwettbewerbe beginnen. Wenn das Geschäftsjahr zum 30. Juni endet, ist das Break-even-Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres auf Basis vergangenheitsbezogener Informationen aus der Rechnungslegung und dem Jahresabschluss abzuleiten. Wenn das Geschäftsjahr zum 31. Dezember endet, ist das Break-even-Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres zum einen Teil auf Basis vergangenheitsbezogener Informationen aus der Rechnungslegung und zum anderen Teil aus Plangrößen abzuleiten. Für die Ermittlung sind, wie oben unter 13.3.2.1 beschrieben, fußballbezogene Erträge und Aufwendungen gegenüberzustellen. Ist dieses aggregierte Break-even-Ergebnis positiv, bestehen für den Lizenznehmer bis zum Ende der Lizenzperiode keine weiteren Nachweispflichten. Ist dieses aggregierte Break-even-Ergebnis negativ, setzt sich der Prozess fort. Zusätzlich zum aggregierten Break-even-Ergebnis der Geschäftsjahre T, T-1 und T-2 werden gegebenenfalls vorliegende positive Break-even-Ergebnisse der Geschäftsjahre T-3 und T-4 in die Betrachtung mit einbezogen (Artikel 63 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 41) i. V. m. Artikel 60 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 38)). Es wird eine Betrachtung über die fünf letzten Jahre angestellt. Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 196 Albert Galli, Marcel Benz und Andrea Traverso196 Danach sind folgende Situationen zu unterscheiden (Artikel 63 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 41) i. V.m. Artikel 61 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 38 – 39)): – Beträgt das gegebenenfalls um positive Break-even-Ergebnisse der Geschäftsjahre T-3 und T-4 bereinigte aggregierte Break-even-Defizit weniger als 5 Mio. Euro, liegt es im Rahmen einer nach den Monitoring-Vorschriften festgelegten annehmbaren Abweichung. Für den Lizenznehmer bestehen dann bis zum Ende der Lizenzperiode keine weiteren Nachweispflichten. – Beträgt das gegebenenfalls um positive Break-even-Ergebnisse der Geschäftsjahre T-3 und T-4 bereinigte aggregierte Break-even-Defizit – in den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 zwar mehr als 5 Mio. Euro, aber weniger als 45 Mio. Euro, – in den Spielzeiten 2015/16, 2016/17 und 2017/18 zwar mehr als 5 Mio. Euro, aber weniger als 30 Mio. Euro, darf die annehmbare Abweichung von 5 Mio. Euro überschritten werden, wenn der Lizenznehmer nachweisen kann, dass die Überschreitung in den Geschäftsjahren T-2, T-1 oder T vollständig durch Eigenkapital, das Anteilseigner oder verbundene Parteien erbracht haben bzw. erbringen werden, gedeckt wurde bzw. noch gedeckt wird. Für den Lizenznehmer bestehen dann bis zum Ende der Lizenzperiode keine weiteren Nachweispflichten. Kann der Nachweis nicht erbracht werden, wird die Break-even-Vorschrift nicht eingehalten. Welche Überschreitungen der annehmbaren Abweichung im Zeitablauf zulässig sind und welche Geschäftsjahre in die Betrachtung einfließen, zeigt die nachstehende Tabelle: „Erlaubte Überschreitung der annehmbaren Abweichung“. Erlaubte Überschreitung der annehmbaren Abweichung Monitoring- Verfahren in der Spielzeit Erlaubte Überschreitung der annehmbaren Abweichung, falls gedeckt Zu berücksichtigende Break-even-Ergebnisse der Geschäftsjahre mit Ende im Jahr grundsätzlich zusätzlich, wenn positiv T T-1 T-2 T-3 T-4 2013/14 45 Mio. Euro 2013 2012 – – – 2014/15 45 Mio. Euro 2014 2013 2012 – – 2015/16 30 Mio. Euro 2015 2014 2013 2012 – 2016/17 30 Mio. Euro 2016 2015 2014 2013 2012 2017/18 30 Mio. Euro 2017 2016 2015 2014 2013 Für das UEFA-Klub-Monitoring ab der Spielzeit 2018/19 soll hinsichtlich der erlaubten Überschreitung der annehmbaren Abweichung ein niedrigerer Betrag bestimmt werden, dieser ist aber derzeit noch nicht festgelegt. Abb.1: Erlaubte Überschreitung der annehmbaren Abweichung – Beträgt das gegebenenfalls um positive Break-even-Ergebnisse der Geschäftsjahre T-3 und T-4 bereinigte aggregierte Break-even-Defizit mehr als 45 Mio. Euro bzw. später mehr als 30 Mio. Euro, wird die Break-even-Vorschrift nicht eingehalten. Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 197 19713 Klublizenzierung und Klub-Monitoring der UEFA In den beiden Fällen, in denen die Break-even-Vorschrift nicht eingehalten wird, sind durch den Finanzkontrollausschuss folgende weitere Faktoren auf Seiten des Lizenznehmers zu berücksichtigen: „Volumen und Trend der Break-even-Ergebnisse“, „Auswirkungen von Wechselkursschwankungen“, „Erwartete Break-even- Ergebnisse“ der kommenden Geschäftsjahre T+1, T+2 und T+3, „Planungsverhalten“ des Lizenznehmers, „Schuldensituation“, „Faktoren, die vom Lizenznehmer nicht beeinflusst werden konnten“. Der Lizenznehmer hat in diesem Zusammenhang gegebenenfalls weitere Nachweise zu erbringen (Anhang XI zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Weitere Faktoren im Hinblick auf die Break-even-Vorschriften (UEFA, 2010, 94–95)). Nach Berücksichtigung der genannten Faktoren ist eine Entscheidung zu fällen. Der Finanzkontrollausschuss kann den Fall an die UEFA-Rechtspflegeorgane weiterleiten (Artikel 63 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 41)), denen die am Ende des Gliederungspunktes 13.3.2.1 beschriebenen Disziplinarmaßnahmen zur Verfügung stehen. Eine Entscheidung ist bis zum Ende der lizenzierten Spielzeit zu fällen. Ferner muss der Lizenznehmer bis zum Ende der lizenzierten Spielzeit über wesentliche Änderungen informieren, die sich nach Abgabe der Nachweise einstellen und erhebliche wirtschaftliche Bedeutung haben (Artikel 67 UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay (UEFA, 2010, 44)). 13.4 Fazit Die UEFA hat ein neues Regelwerk zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay erlassen. In Ergänzung und Erweiterung der Regelungen zur UEFA-Klublizenzierung sollen Regelungen zum UEFA-Klub-Monitoring für die Disziplinierung des Finanzgebarens im Klubfußball sorgen. Die gültigen finanziellen Kriterien der UEFA-Klublizenzierung, ohne das ursprünglich enthaltene Kriterium, wonach der Lizenzbewerber positives bilanzielles Eigenkapital aufweisen musste, eignen sich zwar für Diagnosezwecke im Rahmen der Lizenzvergabe: Ökonomische Schieflagen können festgestellt werden – die Lizenz wird dann unter Umständen nicht erteilt –, geheilt werden sie nicht. In diese Lücke stößt nun das UEFA-Klub-Monitoring, mit dem finanzielles Fairplay erreicht werden soll. Die UEFA wird hierbei über einen Finanzkontrollausschuss selbst tätig und übernimmt Verfahrensrisiken. Bei der UEFA-Klublizenzierung überlässt sie diese weiterhin den Mitgliedsverbänden bzw. den ihnen angeschlossenen professionellen Fußball-Ligen. Obwohl das erste vollständige Monitoring-Verfahren, in dem auch das Break-even- Ergebnis berücksichtigt wird, erst in der Spielzeit 2013/14 stattfinden wird, reichen die Rückwirkungen bis zu Geschäftsjahren, die unter Umständen schon im Jahr 2011 begonnen haben. Da die Break-even-Ergebnisse durch Maßnahmen beeinflusst werden können, die bereits in früheren Geschäftsjahren stattgefunden haben, trägt das Regelwerk insbesondere dem Aspekt der Spielertransfers Rechnung. Es stellt klar, dass alle Verträge, die seit dem 1. Juni 2010 mit Spielern eingegangen wurden, vom ersten Monitoring-Verfahren an zu berücksichtigen sind (Anhang XI zum UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay: Weitere Faktoren im Hinblick auf Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 198 Albert Galli, Marcel Benz und Andrea Traverso198 die Break-even-Vorschriften (UEFA, 2010, 95)). Das heißt, die Disziplinierungswirkung soll schon vor der Spielzeit 2013/14 greifen. Neben anderen Regelungen sollen die Klubs beim UEFA-Klub-Monitoring insbesondere über die Berücksichtigung dieser Break-even-Ergebnisse zu solidem Wirtschaften bewegt werden: Es geht darum, Klubs dazu anzuhalten, nicht mehr fußballbezogenen Aufwand zu erzeugen, als sie selbst an fußballbezogenen Erträgen erwirtschaften können. Für die Ermittlung der Break-even-Ergebnisse sind zunächst im Regelwerk definierte Erträge und Aufwendungen gegenüberzustellen. Die Regelungen nehmen hier vor allem aufwandsseitig faktisch eine Klassifizierung nach „guten, förderungswürdigen Aktivitäten“ – Infrastrukturprojekte, Nachwuchsförderung und sonstige gemeinwohlorientierte Projekte – und „problematischen, weil riskanten, die finanzielle Stabilität gefährdenden Aktivitäten“ – insbesondere Spielertransfers, die womöglich noch über die Aufnahme von Fremdkapital finanziert werden – vor. Erstere werden bei der Ermittlung außen vor gelassen, letztere einbezogen und begrenzt. Die UEFA nimmt bewusst eine GuV-Betrachtung vor, aus der nach Gegenüberstellung der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmenstätigkeit während einer Abrechnungsperiode ermittelt wird, und verzichtet auf eine Betrachtung, die auf Größen einer finanzierungs- oder gar zahlungsmittelbasierten Rechnung abzielt. Finanzspritzen von Kapitalgebern fallen so zunächst aus der unmittelbaren Betrachtung. Die zentrale Regelung des Monitoring- Konzepts ist diejenige zur Begrenzung negativer Break-even-Ergebnisse. Hierzu wird ermittelt, ob ein aggregiertes Break-even-Defizit vorliegt. Dieses wird grundsätzlich anhand der Break-even-Ergebnisse der letzten zwei Geschäftsjahre und des laufenden bzw. eben abgelaufenen Geschäftsjahres errechnet. Gegebenenfalls werden noch positive Break-even-Ergebnisse von zwei diesen Geschäftsjahren wiederum vorhergehenden Geschäftsjahren herangezogen. Beträgt das gegebenenfalls über 5 Jahre aggregierte Break-even-Defizit weniger als 5 Mio. Euro, liegt es im Rahmen der annehmbaren Abweichung. Diese darf in begrenztem, von der UEFA definiertem Maß überschritten werden, wenn die Überschreitung durch Eigenkapital gedeckt ist oder noch wird. Fest steht, dass die Klubs weg von einer kurzfristigen und lediglich auf die laufende Spielzeit ausgerichteten hin zu einer längerfristigen Betrachtung gezwungen werden. Fest steht, dass die Klubs durch Schulden, die sie in der Vergangenheit für sportliche Aktivitäten aufgehäuft haben, künftig gebremst werden sollen und dass die Klubs in Zukunft vor allem ihre Transfer- und Gehaltspolitik nach ihrer eigenen Wirtschaftskraft ausrichten müssen. Fest steht auch, dass Investoren nach den neuen Regelungen der UEFA eine andere als ihre bisher manchmal eingenommene Rolle zugedacht wird. Zunächst tangiert frisches Kapital die Ermittlung des Break-even-Ergebnisses nur mittelbar und zwar dann, wenn es sich um gewährtes Fremdkapital handelt, das nicht in Infrastrukturprojekte fließt, – über den Zinsaufwand tritt hier ein negativer Effekt auf. Später muss frisches Eigenkapital – und eben kein Fremdkapital – geflossen sein oder noch fließen, das die zulässige Überschreitung der annehmbaren Abweichung eines Break-even-Defizits deckt. Und hier gilt: Selbst wenn ein noch größeres Defizit durch noch mehr Eigenkapital gedeckt werden könnte – Defizite aus dem Kerngeschäft werden nun ihrer Höhe nach begrenzt. Entscheidend soll künftig sein, was der Klub selbst erwirtschaften kann. Investitionen in die „guten, förderungswürdigen Aktivitäten“ sind immer willkommen. Wirtschaftlich starke Klubs werden nach den vorgestellten Regelungen nicht geschwächt, sie sollen und werden auch künftig stark bleiben – Gleichmacherei ist nicht vorgesehen. Aber der reiche Investor wird nun nicht mehr Garant für schnellen sportlichen Erfolg sein – den muss man sich künftig wieder erarbeiten. Vahlen Allgemeine Reihe – Galli u.a. – Sportmanagement (2. Auflage) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 26.07.2012 Status: Imprimatur Seite 199 19913 Klublizenzierung und Klub-Monitoring der UEFA Literaturverzeichnis Galli, A.: Finanzielle Berichterstattung im Sport: Das Lizenzierungsverfahren der UEFA, in: Die Wirtschaftsprüfung (WPg), 2004, S. 193–200. UEFA: UEFA-Klublizenzierungsverfahren Handbuch Version 1.0, Nyon 2002. UEFA: UEFA-Klublizenzierungsverfahren Handbuch Version 2.0, Nyon 2005. UEFA: UEFA-Klublizenzierungsreglement, Nyon 2008. UEFA: UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay, Nyon 2010 (UEFA 2010). UEFA: UEFA Club Licensing and Financial Fair Play Regulations, Nyon 2010 (UEFA 2010 a). UEFA: Die europäische Klubfußballlandschaft – Benchmarking-Bericht zur Klublizenzierung für das Finanzjahr 2010, Nyon 2012.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

"Das vorliegende Handbuch [...] gibt eine exzellente Orientierung für modernes und professionelles Sportmanagement [...]"

Wolfgang Niersbach

Präsident des Deutschen Fußball-Bundes

Immer weiter reichende ökonomische Aktivitäten und damit verbundene Risiken - Entscheidungsträger im professionellen Sport müssen nicht nur ihren Partnern aus der Wirtschaft auf gleicher Augenhöhe begegnen, sie müssen vielmehr die Klubs und deren Tochtergesellschaften bzw. die Organisationseinheiten um Einzelsportler in entsprechender Weise ausrichten und leiten, um den sportlichen vor allem aber den ökonomischen Wettbewerb erfolgreich bestreiten zu können.

Dieses umfassende Handbuch liefert Ihnen Lösungen zu den zentralen Fragen im professionellen Sportmanagement - es stellt die wesentlichen Ansatzpunkte für die unternehmerische Führung und die dafür notwendigen Grundlagen aus Betriebswirtschaftslehre, Steuern und Recht vor.

Vor allem am Beispiel des aus der ökonomischen Perspektive am weitesten entwickelten professionellen Fußballsports richtet sich dieses praxisorientierte Nachschlagewerk insbesondere an Verantwortliche in Klubs - Vereinsvorstände, Organe der Kapitalgesellschaften, Leiter der betriebswirtschaftlichen Bereiche und deren Mitarbeiter -, natürlich aber auch an Einzelsportler und ihre Berater sowie an Kapitalgeber, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Studierende.

Über die Autoren und Herausgeber

Das Handbuch "Sportmanagement" ist ein Gemeinschaftswerk von ausgewiesenen Praktikern, die über langjährige Erfahrungen im professionellen Sport verfügen. Es wird herausgeben von Prof. Dr. Albert Galli, Prof. Dr. Vera-Carina Elter, Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Gömmel, Wolfgang Holzhäuser und Wilfried Straub.

"(...) Wenn das Buch auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, es befasse sich nur mit dem Profisport, so ist das ein falscher Eindruck. Da es sich in allen Teilbereichen um einen professionellen Umgang mit dem Sport bemüht, ist es bestimmt auch für den "normalen" Vereinsführer ein hilfreiches Werk. Hilfreich ist auch die klare Gliederung in kurze Artikel zu Teilbereichen."

In: Der Budoka 12/2002, zur 1. Auflage